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Es wird Ihnen bekannt sein," fuhr der Amt­mann nach einer Pause wieder fort,daß man Sie erst nach Ihrer Mutier Tode nach Deutschland brachte. Während des kurzen Besuches, den Ihre Eltern damals hier auf Birkenfelde abstatteten, waren Sie in Italien zurückgeblieben; Sie zählten sckon fünf

zur Reform der Verfassung zusammengetreten. Die Führer der Arbeiterpartei fordern das Zugeständnis des allgemeinen Wahlrechts durch die Nationalver­sammlung oder drohen mit einem Generalstreik aller Arbeiter. Daß die Forderung bewilligt wird, ist ausgeschlossen.

Eine große Arbeiterschlacht hat es in Homestead bei Pittsburg in Nordamerika gegeben, wo streikende Schmiede die herbeigeholten Polizisten überwältigten nach hartem Kampfe, in welchem auf beiden Seiten es zahlreiche Tote und Verwundete gab. Neber zweihundert Beamte wurden gefangen. Zur Stillung der Unruhen sind mehrere tausend Mann National­garde nach Homestead gesandt, und es sind keine weiteren Ausschreitungen nunmehr vorgekommen. In Mexiko ist der bisherige Präsident der Republik, General Porfirio Diaz, auf vier Jahre wiederge­wählt. In Brasilien dauern die inneren Unruhen fort. Die Centralregierung in Rio de Janeiro läßt die Dinge in den Provinzen gehen, wie sie wollen, und so hat manche Provinz alle Tage einen anderen Gouverneur. Wie der Staat dabei fährt, kann man sich lebhaft denken.

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Königshauses angehörig, ist Thronfolger, wenn die Ehe des heutigen Königs Wilhelm II. von Württem­berg kinderlos bleiben würde.

Die große Frage einer deuffchen Weltausstellung in Berlin wird im Prinzip nun rasch zur Ent­scheidung kommen. Die deutschen Großindustriellen, von welchen der Erfolg der Ausstellung in letzter Binie ja doch abhängt, sind zur Erklärung darüber aufgefordert, ob sie eine große Ausstellung in der Reichshauptstadt wünschen oder nicht. Davon wird alles Weitere abhängen. Die Franzosen haben jetzt schon, also acht Jahre vorher, den Beginn ihrer Weltausstellung auf den 5. Mai 1900 festgesetzt und zerbrechen sich die Köpfe bereits mit dem Aus­findigmachen von Zugmitteln für dies Unternehmen. Recht unmanierlich hat sich ein französischer Vertreter im deutschen Reiche betragen, der Generalkonsul Jaquot in Leipzig, der in ganz oder halb betrunkenem Zustande in einem Cafe grdbe und gemeine Schimpf­worte gegen die deutsche Nation ausstieß. Einzelne Pariser Revancheblätter begannen sich schon gewaltig aufzuregen, haben aber zum Glück bei Zeiten ein­gesehen, daß das Recht nicht auf ihrer Seite war und schweigen nun still. Jaquot hat seinen Posten verlassen, womit die Affaire erledigt ist.

Keine guten Nachrichten sind aus Kamerun ein­gegangen. Die große Expedition, welche der Haupt­mann Ramsay in das Hinterland von Kamerun an­trat, um den französischen und englischen Konkurrenz- bestrebuugen zuvorzukommen, ist gescheitert, und es hat der Rückzug angetreten werden müssen. Der Mißerfolg fällt aber diesmal nicht dem Führer der Kolonne zur Last, sondern den zu Trägern und Soldaten angeworbenen Eingeborenen. Die Leute taugten nichts. Der Begleiter Emin Paschas, Dr. Stuhlmann, ist jetzt glücklich wieder in Bagamojo in unserem ostafrikanischen Küstengebiet eingetroffen. Von Emin Pascha liegen irgend welche neue Mel­dungen nicht vor. Die Ankündigungen einiger Zeitungen, Generalgouverneur von Soden werde Deutschostafrika verlassen, haben sich als völlig halt­los herausgestellt. Herr von Soden bleibt nicht nur, der Kaiser hat ihm auch seine besondere An­erkennung für die geleisteten Dienste aussprechen lassen.

Die Franzosen haben ihr Nationalfest zur Er­innerung au den Bastillesturm in der üblichen Weise gefeiert, aber auch manchen Aerger gehabt. In Tonkin, der kostspieligen, asiatischen Kolonie Frank­reichs, ist ein französischer Transport von den nach den amtlichen Berichten schon wer weiß wie oft aus­gerotteten Aufständischen total geschlagen und zer­

sprengt. Dann wollen auch trotz aller Gcldauf- wendungen die militärischen Operationen an der ost­afrikanischen Sklavenküste gegen den König Behanzin von Dahomey nicht von der Stelle. Darob er­grimmte die Deputtertenkammer doch und erteilte dem Marineminister, der bei den überseeischen Expedifionen besonders die Hände im Spiel hat, ein offenes Miß- ttauensvotum. Darauf wollte das ganze Kabinett Loubet seine Entlaffung nehmen, wurde aber durch den Hinweis auf das bevorstehende Nationalfest und den nahen Sessionsschluß zum Bleiben bewogen. Allein der Marineminister zog ab und wurde durch den Abg. Burdeau, einenZeitungsschreiber" und früheren Gymnasiallehrer, ersetzt. Die ftanzösische Kriegsmarine hat nun also gerade so wie die Armee einen Zivilminister. Der Anarchist Ravachol ist wegen seiner Gräuelthaten zu Anfang der Woche guillotiniert worden; der Verbrecher starb als Schwadroneur, aber alle seine Redensarten hatten ersichtlich keinen anderen Zweck, als den letzten furcht­baren Moment etwas hinauszuschieben. Im Grunde seines Herzens war der Kerl also doch feige.

Die Parlamentswahlen in England haben dem alten Gladstone den Sieg gebracht, er wird an Stelle des Lord Salisbury die Leitung der Regierung über­nehmen. Die geschlagene bisherige Regierungspartei ist aber durchaus nicht sehr betrübt, denn man be­zweifelt nicht, daß für Gladstone die Ankündigung seiner irischen Reformpläne viel leichter war, als die Ausführung. Man glaubt nicht, daß er die Mehr­heit behalten wird, und gerade die Irländer am ehesten von ihm abschwenken werden, weil sie nun mehr fordern werden, als Gladstone zu bewilligen in der Lage ist.

In den österreich-ungarischen Parlamenten hat die Beratung der Valutavorlagen in der entscheidenden Lesung begonnen. Die Verhandlung geht recht ein­tönig vor sich und wird am Ende mit der Annahme der neuen Währung schließen. Sehr bemerkt ist, daß die österreichische Regierung alle Studentenver­bindungen, welche sich bei dem offiziellen Empfange des Fürsten Bismarck in Wien beteiligten, aufgelöst hat. Schon dieser Vorgang zeigt, daß man von Berlin aus nicht seine Hände in die Wiener Ange­legenheiten hineinsteckt. In Italien herrscht völlige politische Sfille. Von der bevorstehenden Wahlbe- wegnng ist noch nicht das Geringste zu bemerken. .Der Papst hielt ein großes Konsistorium im Vatikan ab und empfing den bisherigen preußischen Gesandten von Schlözer in der Abschiedsaudienz. In Brüssel ist die neugewählte belgische Nationalversammlung

göttisch geliebten Frau gänzlich verbittert und menschenscheu geworden; nur mir bewahrte er sein Vertrauen. Wir waren schon als Knaben Freunde gewesen und hatten von jeher Freud' und Leid mit einander geteilt. Ich hatte auch mein bestes gethan, ihn zur Legalisierung seiner zweiten Ehe zu be­wegen, er versprach mir's auch, aber dabei behielt es leider, aus den schon erwähnten Gründen, sein Bewenden.... Wir dürfen ihn nicht richten. Wer weiß, ob wir in Gottfried Ambergs Lage anders gehandelt haben würden."

Heinrich hatte schweigend und düster zugehört Vergangenheit und Gegenwart erschienen ihm jetzt in einem ganz anderen Lichte. Er begriff jetzt mancherlei, was ihm vorher dunkel gewesen war Kein Vorwurf stieg gegen den Vater in seinem Herzm auf, wohl aber empfand er tiefes Mitleid für ihn, welche Qualen, welche Sorgen mußte der Mann in seinem Inneren erduldet haben!

Ich verstehe aber nicht," begann er nach einer langen, brütenden Pause,auf welche Weise die Frau Blooker hinter das Geheimnis gekommen sein kann."

Das ist auch mir von jeher ein Rätsel ge­wesen," entgegnete der Amtmann.Ich kann mir's nur so erklären, daß sie aus irgend einem Grunde Ihren Vater heimlich beobachten ließ, wie auch er

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gnerncn müssen. Leider kann man das nicht von Mstlgen Ereigniffen sagen, die letzte Woche ist im Hrgenteil sehr reich an schrecklichen Unglücksfällenge- Vtsen, die eine große Anzahl von Mensch enlebenge- tzrdett haben. Auch die Choleraberichte werden nicht spärlicher, sondern im Gegenteil häufiger. Die Aus- pmtung oer Seuche im südlichen Rußland, wo die- Me bereits zu schweren Ausschreitungen und zur Ermordung von Aerzten geführt hat, die der be- mwkene Pöbel im Verdacht hatte. Kranke vergiftet p haben, erfolgt zwar nicht in allzu raschem Tempo, «ber doch in sehr stettgem Fortschreiten, und auch tm8 Paris kommen allerlei unheimliche Nachrichten. Zn den Vororten der Riesenstadt besonders, aber

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Wochenschau.

Nun sind wir wirklich in den Hundstageu ange-

in der ersten Zeit einige Geheimagenten beauftragt hatte, sie und den Professor nicht aus den Augen zu lassen Jedenfalls aber ist sie über die unselige Affäre von Anfang an genau unterrichtet gewesen und es gereicht ihr immerhin zur Ehre, daß sie erst dann Gebrauch davon machte, als Blooker, der ein liederlicher Kerl gewesen ist, starb und sie völlig mittellos zurückließ."

Heinrich versank von neuem in ein so finsteres Brüten, daß der alte Amtmann zuletzt ganz ängst­lich wurde.

Sie dürfen sich die Sache aber nicht so zu Herzen nehmen," sagte er endlich, den jungen Mann sanft bei der Schulter fassend und schüttelnd.Was geschehen ist, ist geschehen; daran ist nichts mehr zu ändern. Sie werden's überwinden und dann wird alles wieder genau so fein, wie zuvor, mit der einzigen Ausnahme, daß nun noch einer mehr das Geheimnis weiß. Das macht aber nichts aus; wir beide behalten's für uns und auch die Madame hier nebenan wird stumm sein wie das Grab, so lange sie dafür bezahlt wird."

So lange sie dafür bezahlt wird," wiederholte Heinrich mit trüber Bitterkeit.Sehen Sie denn nicht ein, daß ich fortan ganz außer stände sein werde, ihr das bisherige Schweigegeld weiter zu bewilligen?"

Der Amtmann Bredow fuhr zurück und starrte den Sohn seines alten Freundes erstaunt an.

Wie?" rief er.Sie wären außer stände, aus einem Einkommen von mindestens dreißig­tausend Mark jährlich eine Rente von dreitausend Mark abzugeben? Das geht mir denn doch über die Begriffe!"

Sie vergessen, lieber Freund, bafe, ich von heute an nicht mehr Besitzer von Birkenfelde bin,

Deutsches Reich.

W. Aerki«, 16. Juli. Unser Kais er hat an Bord der JachtKaiseradler" am Donnerstag Morgen 5 Uhr Tromsö verlassen und ist um 9 Uhr bei der Insel Andammen etngetroffen. Der Monarch begab sich an Land zur Renntterjagd und erlegte zwei Hirsche. Am Freitag ging der Kaiser wiederum auf Renntierjagd und erlegte einen weiteren Hirsch. Am Abend wurde die Reise nach Skaarö fortgesetzt. Der Kaiser hat auf Nachricht von dem großen Brandunglück in Christtansand 1000 Kronen für die dortige Bevölkerung gespendet. Die Uebersiedelung der K a i s e r i n vom Neuen Palais nach dem Marmor- Palais bei Potsdam, welche für heute in Aussicht genommen war, ist wegen Unpäßlichkeit wieder bis zu Anfang der nächsten Woche, voraussichtlich bis zum Dienstage, verschoben worden. Die drei ältesten kaiserlichen Prinzen werden heute, Sonnabend, nach Schloß Wilhelmshöhe bei Cassel abreisen. Die jüngsten Prinzen werden erst in einigen Tagen nachfolgen. Wie dieKöln. Ztg." aus bester Quelle erfährt, ist die Nachricht der A. Ztg." durchaus unbegründet, daß dem Reichs­tag in der nächsten Session der Entwurf einer neuen Militärstrafprozeßordnung zugehen soll. Im Gegenteil läßt sich mit großer Sicherheit schon

daß ich mithin auch keine dreißigtausend Mark Ein­künfte mehr habe, ja, daß ich während des ganzen Jahres hier nichts anderes gewesen bin, als ein unrechtmäßiger Eindringling. Als unehelich Ge­borener habe ich an meines Vaters Hinterlassenschaft so gut wie keinen Anspruch und der wahre Erbe ist nunmehr, so viel ich weiß, meines Vaters Vetter, der Stadtkämmerer Burghalter in Berlin, ein Mann, den ich in meinem Leben nicht gesehen habe."

Der alte Herr riß die Augen auf, als sollten sie ihm aus dem Kopfe springen.

Aber ich bitte Siel' stotterte er.Mein bester Herr Amberg! Sie Sie scherzen i Das kann doch unmöglich Ihr Ernst sein! Das wäre ja Wahnsinn! Das wäre ja absolute Tollheit!"

Können Sie mich eines anderen belehren? Ich meine, daß die Gebote der Pflicht und der Ehre ganz unzweideutig sind. Wenn, wie Sie sagen, mein Vater und meine Mutter eine nach den Landes- Gesetzen ungiftige Ehe geführt haben, dann habe ich auch kein Recht an meines Vaters hinterlassenen Besitz, ebensowenig wie Sie."

Der Amtmann hob in heller Verzweiflung die Hände auf.

Das hätte ich nicht gedacht!" rief er.Daß die Geschichte eine solche Wendung nehmen könnte, das hätte ich mir wahrhaft nicht träumen lassen! Denken Sie doch nach, Mann Gottes, nehmen Sie doch einmal Ihre Gedanken zusammen! Sie werden doch all das liebe Gut nicht einfach zum Fenster hinausschmeißen! Menschenkind, Ihre Ettern waren ja doch verheiratet, sehen Sie das denn nicht ein? Daß die Sache ein paar Tage oder Wochen zu ftüh geschah, mein Gott, darauf kommt's doch so genau nicht an, das ist höchsten» eine von den vertrackten juristischen Spitzfindigkeiten! Und wa»

euch in Pans selbst kommen allerlei choleraähnliche Erkrankungen, auch Todesfälle vor, deren Aehnlichkcit «tt der asiatischen Cholera von Tag zu Tag größer t iräb. Hoffen wir, daß die entsetzliche Seuche unsere Srcnzen nicht überschreitet. Die Reichsregierung hat jedenfalls die beruhigende Versicherung abgegeben, daß alle Maßnahmen getroffen resp. vorbereitet sind, welche eine gefahrdrohende Annäherung der Krankheit litig machen würde.

Die Nordlandsfahrt unseres Kaisers verläuft ohne alle Störung. Die Heimkehr des Monarchen, der I «ich noch England besuchen will, um dort als Pri- vatmann an einer großen Regatta teilzunehmen, wird Anfang August in Potsdam erwartet. Alsdann be­ginnen die militättschen Besichtigungsreisen. Fürst Bismarck, der sich in Kissingen vortrefflicher Gesund- heit erfreut, ist dort Tag für Tag Gegenstand um­fangreicher Huldigungen. Verschiedene Einladungen znm Besuch deutscher Städte, welche der Reichskanzler erhalten hat, hat derselbe abgelehnt, und wird sich aus dem ftänkischen Bade nach Friedrichsruhe direkt zurückbegeben Die Hamburger Nachrichten setzen zwar den Ztttungskampf gegen seinen Nachfolger den Grafen Caprivi noch fort, ohne daß aber von Seiten des letzteren eine Antwort erfolgte. Man hat wohl Recht Schabt, als man annahm, daß mit der bekannten amtlichen Publikation im Deutschen Reichsanzeiger v ton dieser Seite das letzte Wort gesprochen worden H In Stuttgart hat die Verlobung des Herzogs Nbrecht von Württemberg mit einer österreichischen Erzherzogin große Teilnahme hervorgerufen. Der Herzog, der katholischen Linie des württembergischen

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-AbonnementS-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 26 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 17. Juli 1892.

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Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in VTTnl, t Frankfurt a. M Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf AaVIL JNlNNÜNN Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. & Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Doppeltes Spiel.

Novelle von Friedrich Meister.

(Nachdruck »erboten.]

(Fortsetzung.)

Ihre Mutter, Herr Amberg, war eine eigen­tümlich feinfühlige und sensitive Natur, fuhr Herr Bredow fort; ich habe nie wieder eine so ideale zarte Lebensauffassung angetroffen, wie diese Ssav. besaß. Dazu hatte sie die schwächliche Kon- mtution des alten Herwig geehrt, man war daher gezwungen, alle Gemütsbewegungen von ihr fern i8 halten.

Angeblich als Junggesell hatte Gottfried sie ^heiratet, um jede Verzögerung zu vermeiden. Später Enete er ihr allerdings, daß er bereits ver­ehrlicht gewesen sei und schon dies war ein äußerst Erfindlicher Schlag für sie. Wenn sie nun noch fahren mußte, daß ihre Ehe vor dem Gesetz k ine Mtigkeit habe, wenn dieselbe nicht nachträglich legalisiert würde, dann war das Schlimmste sowohl für ihre ohnehin wankende Gesundheit als für ihre Gemütsverfassung zu fürchten. Denn

Frau war so ätherisch wie ein Sommerwölkchen so leicht verletzbar, wie ein Schmetterling. Auch alles Vertrauen zu ihrem Manne, vielleicht um Liebe, wäre es dann geschehen gewesen.

So wurde die Sache erst von Monat zu Monat dann von einem Jahr auf's andere verschoben, l cs 8u spät war. Schon nach zweijähriger Ehe - üshm ber Himmel Ihre Mutter schnell und uner- Arlet zu sich. Sie starb in dem festen Glauben, Gottfried Amberg der beste und pflichttreueste rer Männer sei; und das ist er auch gewesen

; auf diesen einen Punkt Und doch kann ihn M hierin kaum ein Vorwurf treffen Die Ver- l kniffe waren eben stärker als er.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.

»tat anb Berl-g: Ivh. Ang Koch, UniverfitätS-Bnchdruckerei in Marburg. litt «erantmortlicher Redakteur: CH ristoph Rautenhan» m Marbnrg

Redaktion und Expedition. Markt 21. .JUUllUUlV» ö VWilli* Redaktion und Expedition: Mark 21. '