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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Lr»ck «nb »erlag: Joh. «ug. Koch, UniverfitätS.Bnchdruckerei in Marburg. flrtÄftlrt H Verantwortlicher Redakteur: Christoph Raulenhau, in Marburg
RedaVron und Expedttron. Markt LI. WlIHlUyvWUll* Redaktion und Expedition: Markt 21.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 26 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Sonntag, 10. Juli 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes,
sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in vv—. ,
Frankfun a. M., «Lasse!, Magdeburg und Wien; Rudolf XXVII. fcÖnTQQItö. Mosie in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. '0)3 b
Daube u. Co. in FrankfuN a. M., Berlin, Hannover, Parisi
Wochenschau.
Sommergewitter melden sich selten vorher an
so ist denn nach einwöchentlicher Pause der Zeitungsstreit, welcher unter der Aegide des Fürsten Bismarck geführt wird, von neuem ausgebrochen. Die Hoffnung, daß bis zum Beginn der Reichstagssession wenigstens Ruhe herrschen würde, hat sich als eitel erwiesen. Fürst Bismarck richtet seine Auslassungen jetzt an die Adresse der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", von welcher er nicht glauben will, daß sie zu ihren bekannten Artikeln gegen den Altreichskanzler die Ordre von einer höheren Stelle erhielt. Es wird bedauert, daß der Fürst sich auch gar nicht zufrieden geben kann, cs hat doch, besonders setzt im Sommer, beim besten Willen keinen Zweck, fortwährende Verdächttgungen vorzubringen, die nicht immer bewiesen werden können. Diese kleinliche Kampfesweise ist des großen Staatsmannes, der sie auwendet, entschieden nicht würdig. Gut wäre es ficherlich, wenn dieser gesamte Streit nun endlich bald als abgethan betrachtet werden könnte. Was war, wird nimmer wieder, und will Fürst Bismarck in polisischen Dingen seine Stimme erheben, dann hat er im Deutschen Reichstage späterhin reichlich Gelegenheit dazu.
Die Nordlandreise unseres Kaisers vollzieht sich ohne Störung; auf das stürmische Wetter der letzten Lage ist jetzt stürmische See gefolgt. Bisher ist der Kaiser nur in vereinzelten Fällen an Land gegangen und meist an Bord seiner Dacht „Kaiseradler" geblieben. Ein interessanter Wechsel hat in den deutschen Armeekommandos stattgefunden: der General- seldmarschall Graf Blumenthal, bisher General- mspekteur der vierten Armeeinspektion, welche die bairischen und mehrere preußische Armeekorps umfaßt, hat die dritte Inspektion, an deren Spitze bisher der Großherzog von Hessen stand, erhalten uud zum Inspekteur der vierten Armee ist der Prinz Leopold von Baiern, der älteste Sohn des Regenten Luitpold ernannt. Damit hat zum erstenmale ein bairischer Offizier das Höchstkommando über preußische Truppen auch im Frieden erhalten. Auch ein Wechsel in den deutschen Botschaften ist zu verzeichnen. Der Obcrsttruchseß Fürst Radolin ist Botschafter des Reiches in Konstantinopel geworden, der bisherige deutsche Botschafter daselbst, Herr v. Radowitz, geht rach Madrid, und der dortige deutsche Vertreter, Herr v. Stumm, ist eines Augenübels wegen vorläufig aus dem diplomattschen Dienst geschieden. Der preußische Gesandte beim Vatikan, Herr von
I« Bav« -er Töne.
Roman von F. Fothergill. Autorisierte deutsche Nebertragung.
^Nachdruck »erboten.] (Fortsetzung.)
Auf eine von mir an sie gerichtete Frage antwortete sie sich widersprechend, der Gras Bruno habe den Wechsel nicht ihr, sondern ihrem Manne gegeben. Damit entfernte sie sich und ich war überzeugt, daß ich f noch mehr von der Sache hören würde. Darin ttrte ich auch nicht, denn schon nach einigen Tagen Mied sie mir, daß sie wünsche, sie wäre tot, da «»gen durch seine Sctlechtigkeit ihr ganzes Glück . vernichtet habe; sie sei so gut wie Witwe. Sie tobte mir ein Packet Briefe — meine Briefe an ne — und bat mich, dieselben, sowie noch einige widere Gegenstände, darunter eine Brief-Schatulle, mr sie aufzubewahren. Sie könne, bemerkte sie, die Zechen nicht vernichten, sie aber auch nicht nach ^thenfels mitnehmen, wohin sie gehe, um sich bei **» schrecklichen Leuten dort lebendig zu begraben.
that ihr den Gefallen; die Papiere und die dachen lagen mit einigen von meinen Habseligkeiten, «l« ich auf dem Wanderleben, das ich nach dem *bbe meines Vaters führte, nicht mitführen konnte, W Jahre lang bei einem Vetter von mir in einem *ucn Koffer. In vergangener Woche besuchte ich tomen Vetter und die Erinnerung an Verschiedenes, sich in den letzten Jahren ereignet hatte, bewog die Papiere durchzusuchen. Die Briefe von tor und ihr verbrannte ich; aber als ich das Kistchen untersuchte, fand ich dieses hier.*
Als Anna Suylen so geendet hatte, überreichte n« dem Grafen einige Blätter Papier, die, wie ich Wer erfahren habe, die Nachahmungen verschiedener Überschriften trugen, unter anderen der Eugens,
Schlözer, verläßt seines Alters wegen seinen Posten. Es hieß bisher, ein Nachfolger würde im Hinblick auf die bekannten Demonstrationen des Papstes zu Gunsten der französischen Republik nicht so bald ernannt werden, aber diese Angabe hat sich nicht als begründet erwiesen.
Die Weltausstellungsfrage ist nun endlich energisch in Fluß gekommen. Nachdem die Franzosen, um uns einen Streich zu spielen, sich plötzlich entschlossen haben, eine große Ausstellung im Jahre 1900 in Patts abzuhalten, hat der Reichskanzler amtliche Anfragen an die deutschen Bundesregierungen gerichtet, sich darüber äußern zu wollen, wie dieselben sich zu dem Projekt stellen. In einer gleichen Kundgebung ist auch die deutsche Großindusttie aufgefordert worden, und es liegen bereits vereinzelte Zustimmungen, namentlich aus München, vor. Die Stadt Berlin hat zehn Millionen Mark für den Garantiefonds zur Ausstellung zur Verfügung gestellt, eine ganz hübsche Summe, zu der aber selbstredend noch einige weitere Dutzend Millionen kommen müssen, über deren Aufbttngung noch zu beschließen sein wird. Als Ausstellungsjahr ist das Jahr 1898 in Aussicht genommen. Eventuell würden wir also den Franzosen zuvorkommen.
Aus unseren Kolonieen gingen verschiedene Sen- sationsnachttchten ein, von welchen indessen keine einzige sich bestätigt hat. Namentlich ist die immer wieder vorgebrachte Behauptung, der Generalgouverneur v. Soden solle wegen der verschiedenen mili- tättschen Mißerfolge seinen Platz räumen, unbegründet. Herr v. Soden braucht nicht zum Sündenbock für die Unvorsichttgkeit der Offiziere der Schutztruppe gestempelt zu werden. Von Dr. Peters wird behauptet, er habe ein Entlassungsgesuch aus dem Reichsdienste eingereicht. Auch das war falsch. Von Emin Pascha liegen neuere Meldungen nicht vor.
In Wien und Pest tagen die Parlamente immer noch, aber die Verhandlungen sind unendlich langweilig geworden. Die Valutavorlagen harren immer noch der Erledigung. Einen Moment schien letztere auf Schwiettgkeiten stoßen zu sollen, weil die deutsche liberalen Abgeordneten in einen Konflikt mit dem Ministerpräsidenten Grafen Taaffe gerieten; der Streit scheint aber jetzt ausgeglichen. Im Orient ist es still; der Prozeß wegen der Ermordung des bulgarischen Finanzministers Beltschew in Sofia hat einiges Interesse erweckt. Durch die Verhandlungen in dieser Sache ist vor allem festgestellt worden, daß die meisten der bulgarischen Putsche in den letzten Jahren mit russischem Gelbe gemacht und bezahlt
der des Grafen Bruno, der von Anna Suylen selbst und verschiedener anderer Personen, die ich nicht kannte.
Der Graf betrachtete die Papiere sorgfältig und eine Augen drückten dieselbe Ueberzeugung aus, die Anna ohne Zweifel hegte.
„Es war mir sofort klar, wer damals das Verzechen begangen," fuhr Anna fort. „Ihr Bruder ist unschuldig — sie fälschte die Unterschrift des Herrn Grafen."
„Wer fälschte die Unterschrift des Grafen?" ragte plötzlich eine Stimme, die mich zusammen- ahren ließ und unsere Blicke von Annas Gesicht iach der Thür zog, in welcher Eugen stand, die Lippen zusammengepreßt und die angsterfüllten Blicke von Einem zum Anderen wendend.
„Ihre Gattin," antwottete Anna ruhig und ehe noch einer ein Wort einschalten konnte, fuhr sie ort, gegen Eugen gewandt: „Ich habe die Lüge über Sie verbreiten helfen, Herr Graf, da ich Sie und Ihre Familie nicht leiben mochte und Miß Wedderburn für ihr Benehmen gegen mich bestrafen wollte Aber ich glaubte fest an die Wahrheit der Thatsache und war, als ich die wirkliche Sachlage erfuhr, sofort entschlossen, mein Unrecht'gut zu machen. Ein wenig machte es mir auch Vergnügen, Ihre Pläne zu durchkreuzen. Ich erwog, daß, wenn ich Herrn Helfen die Wahrheit sagte, er eben so chweigsam sein würde, wie Sie, da Sie einmal zu chweigen beliebten. Dasselbe würde mit Miß Wedderburn der Fall gewesen fein; deshalb gingich direkt in» Hauptquartier. — Es nützt Ihnen nichts, noch länger den Schuldigen zu spielen," fügte sie in ihrer zynischen Art hinzu. „Alles Uebrige können Sie selbst erzählen, ich wünsche Ihnen einen guten Tag."
worden sind. Gänzliche politische Sttlle herrscht in Italien. Von irgend welchen Vorbereitungen zu den in Aussicht stehenden Neuwahlen ist noch nichts zu bemerken.
Die Franzosen haben in der letzten Woche wieder allerlei hübsche Erfahrungen gemacht: In der Pariser Intendantur-Verwaltung sind große Unterschleife entdeckt worden; bisher sind sieben höhere Beamte deswegen „geschwenkt" worden Ein Rittmeister trat in voller Uniform in einer Sozialisten-Versammlung als energischer Verfechter der sozialistischen Prinzipien auf. Er ist deshalb kassiert. Weiter sind in der Pariser städtischen Armenverwaltung große Veruntreuungen und selbst gemeine Diebstähle der Herren Armenräthe entdeckt worden, und endlich haben die Franzosen an der Dahomeyküste in Westafrika glücklich solange gesiegt, bis ihnen die Schwarzen dermaßen zu Leibe gegangen sind, daß sie sich nicht mehr rühren können. Der französische Befehlshaber bittet dringend um Verstärkungen, da er nicht mehr imstande ist, den Eingeborenen Schach zu bieten. Lebhaft beschäffigt die Franzosen augenblicklich das Algetten benachbarte asttkanische Sultanat Marokko. Die Engländer haben vom Sultan von Marokko große politische Vorrechte herauszuschlagen gewußt, und die Franzosen verlangen zum Ersatz eine Grenzregulierung nach Algetten hin, also ttne Landabtretung, die zu bewilligen sich der Sultan aber hüten wird.
Die allgemeinen Neuwahlen zum englischen Parlament, die sich aus mehrere Wochen verteilen, dauern noch fort; seither haben die Gladstonianer am meisten neue Mandate herausgeschlagen, aber doch nicht soviel, daß sie die Majorität hätten. Stanley, der von polittschem Ehrgeiz gepackt worden war und sich in einem Londoner Wahlkreise hatte aufstellen lassen, ist dott, nachdem er in einer Wahlversammlung ausgelacht und verhöhnt worden war, total jdurchgefallen. Seine politische Rolle scheint ausgepielt zu sein, und wegen seiner afttkanischen Heldenthaten hat er sehr grobe Worte zu hören bekommen. Ihm zum Aergcr ließ man sogar seinen Gegner Emin Pascha hochleben.
Schwere Unruhen haben in Spanien stattgefunden : In mehreren Provinzstädten, in welchen die Bevölkerung politische Verbrecher befreien wollte, kam es zum Sttaßenkampf, bei welchem auch diverse Häuser angezündet und ausgeplündert wurden. Militär mußte die Ordnung wiederherstellen. In Madttd kam es zu großen Tumulten wegen Erhöhung der städtischen Schlacht- und Mahlsteuer. Erst die Außerkraftsetzung dieser Steuer konnte den bewegten Szenen
Damit verschwand sie aus dem Zimmer; — ich habe sie seitdem nicht wieder gesehen, noch etwas von ihr gehött. Wahrscheinlich ist mit ihrer Macht über uns auch ihr Interesse an uns verschwunden.
Mittlerweile hatte ich mich von dem Banne bereit, der mich gefangen gehalten und war auf die Gräfin zugetreten; ein Gefühl der Scheu hielt mich ab, mich Eugen zu nähern.
Graf Bruno war an feinen Bruder herangetreten und legte die Hand auf feine Schulter. Eugen ah auf und ihre Augen begegneten sich. Ich ernannte, daß die ersten Worte, welche sie nach sechs- jähriger Trennung mit einander sprechen würden, Wotte der Versöhnung, auf der einen Seite der Mitte und auf der anderen Seite der Vergebung ein mußten.
„Eugen!" sagte der ältere Graf mit zitternder Stimme, „kannst Du vergeben?"
„Ich habe Dir nicht gezürnt, Bruder, das konnte ich nicht. Dein Ehrgefühl und mein Ehrgefühl..."
„Aber, daß wir Dich verkannten, an Dir zweifelten, Dich haßten . .
Die Gräfin hatte sich inzwischen gesammelt; sie ging auf Eugen zu, sah ihm voll ins Gesicht, küßte ihn und unterbrach ihren Gemahl mit den Worten: „Jetzt kann ich glücklich sterben! Welche Thorheit von Dir, Eugen! So etwas konntest auch nur Du »egehen! Ich hätte wissen können ..."
Ein schwaches Lächeln umzog Eugens Lippen; ö glänzend feine Rechtfertigung war, er sah sehr fleich aus.
„Ost habe ich mich gewundert, Hildegard, wie eine fo stolze Frau, wie Du ihren Zögling, auf den re so viel Mühe verwandt hatte, so leicht einer Un- würdigkeit fähig hatten konnte! Meine höchsten Be-
cin Ende machen. In Portugal hat die Protestnote des deutschen Vertreters gegen die Schwindelgeschichten der Lissaboner Regiemng keinen praktischen Erfolg gehabt. Die portugiesische Regiemng sagt, sie habe kein Geld, und zahlt nun einfach nichts. Die deutschen Staatsgläubiger Portugals haben also das Nachsehen.
In Brasilien bäumt die bürgerlichen Unruhen fort; die Regierungstmppen wollen wiederholt gesiegt haben, aber zu Ende kommt die Sache nicht. In der Stadt Santos ist es zu blutigen Krawallen zwischen den dort ansässigen Jtalienem und den Brasilianern gekommen, zu welchen den ersten Anlaß die Mißhandlung italienischer Mattosen durch die brasilianische Polizei gab. Die italienische Regierung hat eine Beschwerdenote nach Rio de Janeiro gerichtet, worauf Genugthuug zugesagt worden ist.
Deutsches Reich.
W. Werkin, 9. Juli. Nach der am Mittwoch Abend in Digermulen erfolgten Ankunft unseres Kaisers untemahm derselbe noch einen Spaziergang an Land. Am Donnerstag früh erstieg Se. Majestät die Höhe, von der das ehemalige Berliner Nordlands-Panorama ausgenommen ist, den Diger- mulenkollen, dessen Spitze nach andetthalbstündigem Marsche erreicht wurde. Des Nachmittags arbeitete der Monarch, während ttn Teil des Gefolges einen Ausflug nach dem nahen Troldfjord untemahm. Das Wetter ist andauemd günstig; am Freitag Morgen setzte die Dacht „Kaiseradler" in Begleitung des Panzerschiffes „Siegftted" die Fahrt nach Hadseloe und Ostavagoe fort, wo die Ankunft im Laufe des Tages erfolgte. — Wie verlautet, ist die Emennung des deutschen Gesandten in Bem, des Herm von Bülow, zum preußischen Vertreter beim Vatikan bereits vom Kaiser vollzogen worden. Der Amtsanttttt des neuen Gesandten dürfte aber noch einige Zett ans sich warten lassen. Irgend eine Aendemng des deutschen Verhaltens gegenüber dem Vatikan ist ttotz der bekannten und wiederholten franzosenfreundlichen Kundgebungen des Papstes in keiner Wttse zu erwarten. — Die „Kreuzztg." dementtert eine Zeitungsmeldung, nach welcher ttn neues preußisches Schulgesetz in Ausarbeitung begriffen sein sollte. — Verschiedene Polizeibehörden haben die Sonntagsarbeit von fünf Stunden so festgesetzt, daß dieselbe durch zwei Pausen unterbrochen wird. Dies ist nicht zulässig, es soll nur eine einzige Unterbrechung durch die Kirchenpause
griffe von Ehre und Ritterlichkeit habe ich von Dir und Du hättest mir eher zutrauen müssen, daß ich Deine Lehren, besonders wenn es sich um die Ehrendeckung eines schwachen Weibes handelte, viel eher zur Anwendung bringen würde, als daß ich sie bei Seite werfen sollte."
„Du hast uns viel »ergeben," erwiderte sie.
. Eugen," sagte Bruno, „Du wolltest mich in Geschäften sprechen ..."
Es überlief mich heiß und kalt, als Eugen sich darauf mir zuwandte — es war mir, als hätte ich mein Urteil zu erwarten. Er erschien plötzlich in einen großen Herrn umgewanbelt, als er auf mich ukam und, meine Hand ergreifend, ernst und feier» ich sagte: „Der erste Tttl meines Geschäfts betraf Siegmund; über ihn zu sprechen ist jetzt nicht mehr nötig. Dann kam ich, um Euch zu sagen, daß diese unge Dame hier, trotzdem, daß sie alles erfahren tatte, was irgend gegen mich gesagt werden konnte, ich nicht gescheut hat, mich dadurch zu ehren, daß ie einwilligte, mein Weib zu werden und mein Schicksal zu teilen. Jetzt, da sie die Wahrheit wttß — May, willst Du noch die Meine werden?"
„Dann," fiel sein Bruder ein, ehe ich noch prechen konnte, „laß mich meine und meiner Gattin Bitte . . . Du stimmst doch bei, Hildegard?"
„Gewiß — ja, ja!"
„Laß mich unsere Bitte mit der Dänen vereinen, raß sie uns durch den Eintritt in unsere Familie, die durch so viel Schönheit und Vortrefflichkeit nur gewinnen kann, beehren und beglücken möge."
Daß Graf Bruno für feinen Bruder um mich warb, überwältigte mich fast. Ich sah Eugen an und stammelte etwas Unverständliches; der Blick, mtt dem er mich ansah, verwirrte mich. Er war