Reife.
che
1.
ge.
8.
V SS'»
ttibt
20 Pf.
Ltarch', - icurriiti
raW •ten®. fiel, igkeit
>de G schm
:
l
Glas.
(4202
e 101»» gy«
, 101**
ge
(4228
jer.
? Mk.
10 bi,
ramslag.
bo«s
r..
e Prach- gefertigt eftefft: ' i durch rkr, } rrudrs »kg.
ssÜhnmz?
e 100h b 388’» ,104't V 97'«
!. BriA .4 107 /, 100'; y, 87’» y, 106h , 10O'» V 87’« /i 107
's' 98h /g 102*» 4 81
i 94-.
,-4 94h 4 103’» /,. 64h /, 77h /, 81ä« /,' 93’»
(4164 ogt, 3.________
ig eines
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
—- "*** Zllustriettes SountagMatt.
M 159
Erscheint täglich nutzer an Werklagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnenrenrs-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postärntern 2 Mk. 25 Psg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 26 Psg.
Marburg,
Sonnabend, 9. Juli 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedilion dieses Blattes, iowie dieAiinoneen-Bnreaux vonHaasenstein «.Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosie in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. iu Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVII. Jahrgang.
Amtliche Veröffentlichung von Aktenstücken der Reichsregierung
-fgen den Fürsten Bismarck. Der deutsche „Reichs- Wzciger" veröffentlicht zwei Aktenstücke der Reichs- rrgierung, aus welchen hervorzugehen scheint, daß dieselbe damit das letzte Wort in Sachen des Streites mit dem Fürsten Bismarck gesprochen hat. Es geht Ms denselben auch hervor, daß Fürst Bismarck innnals irgend welchen Einfluß auf die Rcichspolitik wieder gewinnen werde. Die Aktenstücke lauten:
1. Erlaß vom 23. Mai 1890 an sämtliche Kaiserlich deutsche und Königlich preußische Missionen:
Euer (Titel) wird nicht entgangen sein, daß gegenwärtige Stimmungen und Anschauungen des Fürsten von Bismarck, Herzogs von Lauenburg, mehrfach durch die Prefse an die Oeffentlichkeit gebracht worden sind. Wenn die Regierung Seiner Majestät in vollster Anerkennung der unsterblichen Lrrdienste dieses großen Staatsmanns hierzu unbedenklich schweigen konnte, so lange jene Aeuße- nwgcn sich auf persönliche Verhältnisse und innere Politik beschränkten, mußte sie sich, seit auch die auswänige Politik davon berührt wird, die Frage vorlegcn, ob solche Zurückhaltung auch ferner zu rechtfertigen sei, ob sie nicht int Auslände schädlichen Mißdeutungen unterliegen könnte. Seine Majestät der Kaiser sind indeß der Ueberzeugung, daß entweder von selbst eine ruhigere Stimmung eintreteu oder aber der thalsächliche Wert des von der Presse Wiedergegebenen mit der Zeit auch im Auslande immer richtiger werde gewürdigt werden. Es sei nicht zu befürchten, daß aus der Verbreitung subjektiver, mehr oder weniger richtig aufgefaßter, hie und da zweifellos absichtlich entstellter und zum Teil zu Personen von anerkannter Feindschaft gegen Deutschland gcthaner Aeußerungen ein dauernder Schaden entstehen könnte. Seine Majestät unterscheiden zwischen dem Fürsten Bismarck früher und jetzt und wollen' seitens Allerhöchstihrer Regierung alles vermieden sehen, was dazu beitragen könnte, der deutschen Nation das Bild ihres größten Staats- NMns zu trüben.
Indem ich Euer (Titel) hiervon mit der Er- »ächtigung, erforderlichen Falls demgemäß sich zn äußern, in Kenntnis setze, füge ich ergcbenst hinzu, daß ich mich der Hoffnung htngebe, es werde auch sedens der Regierung, bei welcher Sie accreditiert sind, den Aeußerungen der Presse in Bezug auf die Anschauungen des Fürsten Bismarck ein aktueller Wert nicht beigelegt werden. von Caprivi.
Im Kann der Töne.
Roman von F Fothergill.
Autorisierte deutsche Uebertragung.
(Nachdruck verboten-!
(F-rtfetzung.)
Anna betrachtete mich einige Augenblicke mit dem Kwohnten zynischen Ausdruck in den Augen. „Sie sind überrascht, mich hier zu sehen/ begann sie ^nn; „Sie werden es aber noch mehr sein, wenn ich Ihnen sage, daß ich nur Ihretwegen, um Ihnen W nutzen, die ganze Reise von Düffeldorf bis Lahn- d«rg unternommen habe."
Da» konnte ich allerdings nicht glauben, faßte »ich aber, so gut ich konnte und setzte mich. Was ^nnre sie mir auch jetzt noch schaden? Eugens Vrz konnte sie mir nicht rauben und gegen ihn und "Men guten Namen konnte sie auch nichts schlimmeres Hm, al» sie bereits gethan hatte.
Luna besaß große Willenskraft und sie stand immer zu Gebote. Graf Bruno betrachtete den ^tnoorteien Gast nicht ohne Staunen, während die dräsin steif, aber etwa» verlegen dasaß, als ob der «Wck Annas sie an längst vergangene Zeiten ^innrrte.
Anna erzwang sich ihre Aufmerksamkeit, indem sich an mich wandte mit den Worten: „Ditte, Ariden Sie, Miß Wedderburn Was ich zu sagen betrifft Sie eben so sehr, wie jeden Anderen Mr — Sie wundern sich, wer ich bin und was «ich
zu Ihnen führt," setzte sie fort, zu. dem gräf- «chen Paare gewandt.
»Ich gestehe . . .* begann die Gräfin.
Aber Anna fiel ihr in die Rede.
- »Wir haben uns fchon früher gesprochen, gnädige viä«. Ich sehe, Sie erinnern sich oder haben Enrzstens da» Gefühl, daß Sie sich deffen erinnern
2. Depesche vom 9. Juni 1892 ein den Kaiserlichen Botschafter in Wien, Prinzen Reuß:
Im Hinblick auf die bevorstehende Vermählung des Grafen Herbert Bismarck in Wien teile ich Euer re. nach Vortrag bei Seiner Majestät folgendes ergebenst mit:
Für die Gerüchte über eine Annäherung des Fürsten Bismarck an Seine Majestät den Kaiser fehlt es vor Allem an der unentbehrlichen Voraussetzung eines ersten Schrittes seitens des früheren Reichskanzlers. Die Annäherung würde aber, selbst wenn ein solcher Schritt geschähe, niemals soweit gehen können, daß die öffentliche Meinung das Recht zur Annahme erhielte, Fürst Bismarck hätte wieder auf die Leitung der Geschäfte irgendwelchen Eirffluß gewonnen.
Falls der Fürst oder seine Familie sich Eurer Durchlaucht Hause nähern sollte, ersuche ich Sie, Sich auf die Erwiderung der conventionellen Formen zu beschränken, einer etwaigen Einladung zur Hochzeit jedoch auszuweichcn. Diese Verhaltungsmaßregeln gelten auch für das Botschaftspersonal. Ich füge hinzu, daß Seine Majestät von der Hochzeit keine Notiz nehmen werden.
Euer re. sind beauftragt, fit der Ihnen geeignet scheinenden Weise sofort hiervon dem Grafen Kalnoky Mitteilung zu machen.
Graf von Caprivi.
Deutsches Reich.
W. Aerkin, 8. Juli. Die Yacht „Kaiseradler'' mit unserem Kaiser an Bord und das Panzerschiff „Siegfried" sind bei prachtvollem Wetter Mittwoch Abend 9 Uhr in Digermulen eingetroffen. An Bord Alles wohl. Am Donnerstag machte der Kaiser einen Besuch am Lande. — In österreichischen Zeitungen war gemeldet worden, der Kaiser werde mit Rücksicht auf die Angelegenheit des Fürsten Bismarck von seiner Nordlandsreise sehr früh nach Berlin zurückkehren. Das ist aber unzutreffend. Der Kaiser wird erst Ende Juli, wie von vornherein berichtet worden war, zurückerwartet. — Am Donnerstag vollendete der Prinz Eitel Friedrich, der zweite Sohn des Kaisers, sein neuntes Lebensjahr. Zur Feier des Tages hatten in Berlin und Potsdam die königlichen und prinzlichen Palais Flaggenschmuck angelegt. Im Neuen Palais, selbst erschien gegen 9 Uhr das Musikkorps des Leib-Garde-Husaren- Regiments, um der kaiserlichen Familie eine Morgen- muflk zu bringen. Die Glückwünsche zu seinem Ge-
müßten. Ich will Ihrem Gedächtnisse zu Hilfe kommen. Sie besuchten einst meinen Vater, welcher Musiklehrer war, um für einen Verwandten oder Schützling seinen Unterricht zu erlangen. Da mein Vater gerade in diesem Augenblick beschäftigt war, führte ich Sie in mein Zimmer und bemühte mich, eine Unterhaltung mit Ihnen zu beginnen. Aber Sie verhielten sich sehr kühl und würdigten mich kaum einer Antwort, so daß, als mein Vater kam und ich Sie verließ, ich mich nicht enthalten konnte, über Ihr Benehmen zu lachen. Sie ahnten aus Ihrem erhabenen Piedestal unter den Hohen dieser Erde nicht, welchen Eindruck eine so unbedeutende Person wie ich auf ihr Schicksal haben könnte Ich war zu jener Zeit die intime Freundin einer Dame, die nackmals ein Mitglied Ihrer Familie wurde; ich besaß ihr ganzes Vertrauen. Sie hieß Vittoria Leopardi und wurde später die Frau Ihres Schwagers, des Grafen Eugen."
Alle horchten atemlos auf, als sie zu erzählen sortsuhr: „Vittoria Leopardi war Gouvernante im Haufe des Generals von .... in ... Ich lernte sie kennen, als sie bei meinem Vater Musikunterricht hatte. Sie war fehr schön — fast,fo schön wie Cie, Miß Wedderburn. So schlicht und einfach ich selbst auch bin, Schönheit und Herzensgüte, welch' letztere allerdings nicht immer mit ersterer verbunden ist, weiß ich zu schätzen Sie war, als ich sie kennen lernte, fremd und vereinsamt Ich war ihr sreundlich und erkannte dann bald, welch' eigentümliches Gemisch von niedrigem Weltsinn und leerem, schwachem Charakter hinter ihrem schönen Gesicht verborgen war. Sie schrieb mir oft, denn sie gehörte zu den Perfonen, die jemand haben müssen, dem sie ihre Triumphe und Eroberungen müteilen können und ich war, glaube ich. die einzige
burtstage waren dem Prinzen schon vorher dargebracht worden. Später fand im Neuen Palais eine Kindergesellschaft statt, zu welcher vornehmlich Söhne des Adels nnd der Hofgesellschaft geladen waren. Mittags erschien die Erbprinzessin von Meiningen mit der Prinzessin Feodora, um an dem Festtage teilzu- nehrnen. Am Nachmittag fand eine Dampferpartie auf der Havel und den Havelseen nach der Pfaueninsel statt. — Nach der „Nordd. Allg. Ztg." ist als Gesandter beim Vatikan Herr v. Bülow, bisher in Bern, in Aussicht genommen. — Wenn einige Blatter eine demncichstige Berufung des preußischen Staatsrats in Aussicht nehmen und sogar schon eine Tagesordnung für denselben zu berichten wußten, so ist nach Informationen der „N. A. Z." an denjenigen Stellen, welche über eine solche Absicht unterrichtet sein müßten, über dieselbe nicht bekannt. — Ter Bundesrat ist um Donnerstag in die Sommerferien gegangen. In der letzten Sitzung ist auch über die Reichstagsresolutionen wegen Reform der Vorschriften des militärischen Wachtpostenwesens und betr. den Gebrauch der Schußwaffen durch Wachtposten verhandelt. Wie verlautet, ist in der Instruktion betr. den Gebrauch der Schußwaffen keine Aenderung zu erwarten, im übrigen sollen verschiedene zeitgemäße Verbessernngen vorgenommen werden. — Der gemischte Ausschuß des Berliner Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung daselbst hat beschlossen, für die Abhaltung einer Weltausstellung in Berlin im Jahre 1898 zehn Millionen Mark zu bewilligen. Der Beschluß ist dem Reichskanzler, den Vorständen des Handelstages und den Aeltesten der Kaufmannschaft mitgeteilt worden. — Die ultramontane „Köln. Volksztg." meldet: Kultusminister Bosse äußerte zu Bischof Simar bei dessen Anwesenheit in Berlin, er sei nicht nur kein Gegner des katholischen Lehrer-Verbandes, sondern ein Freund desselben, wie jedes konfessionellen Vereins. Er werde auch diesen Standpunkt bei nächster paffender Gelegenheit öffentlich darlegen. — Der Kultusminister sprach auch in einer Unterredung mit dem Vorstande des Vereins für Schulreform, welcher den einheitlichen sechsklassigen Unterbau für alle höheren Schulen anstrebt, den Wunsch aus, daß auch in anderen geeigneten Städten der Versuch eines solchen Unterbaues für Gymnasium, Realgymnasium und Oberrealschule wiederholt werden möchte, tote er mit Genehmigung der Regierung kürzlich in Frankfurt a. M. begonnen worden ist. Der Minister erklärte, etwaige Anträge dieser Art bereitwilligst fördern zu wollen.
Zuhörerin, die sie auftreiben konnte. Zu jener Zeit, als Sie zu uns kamen, gnädige Frau, waren ihre Episteln enlschieven langweilig; das bischen Vernunft, welches sie überhaupt besessen, war ihr damals vollständig durchgegangen.
Vittoria teilte mir mit, daß ein edler und vornehmer Ulanen - Offizier ihr einen Heiratsantrag gemacht und sie denselben natürlich angenommen habe; sie nannte mir seinen Namen und berichtete über seine Besitzungen und seine Aussichten. Aber sein Hauptverdienst schien in ihren Augen darin zu bestehen, daß er sie thun lassen würde, was sie wollte und daß er sie von der Sklavenarbeit des Unterricht- gebenS- befreite, woran sie, da sie Kinder haßte, nie den geringsten Geschmack gefunden hatte. Daß sie ihn besonders liebte, davon war keine Rede
„Wie wir alle wissen, fand seinerzeit die Hochzeit statt, von da ab vernachlässigte sie mich, ohne mich jedoch ganz fallen zu lassen; ich glaube, sie besaß jenen Instinkt, vermöge deffen auch die Dummen oft die Leute herauszufinden wissen, welche ihnen mit der Zeit einmal nützlich sein können. Die Vernachlässigung, daß ich keine Einladung in ihr Haus erhielt, pflegte sie damit zu entschuldigen, daß sie sagte, sie fei so beschäftigt und es würde auch kein Kompliment für mich sein, wenn sie mir zumuten wollte, unter all die dummen Leute zu gehen, von denen ihr Hau» stets voll sei.
„Da» kümmerte, mich indessen wenig, wenn e» auch meiner Liebe zu ihr nicht gerade Vorschub that. Ich betrachtete sie mehr wie eine Studie, als daß ich mich wirklich für sie interessiert hätte. Ab und zu besuchte ich sie de» Morgens, ehe sie ihre Gemächer verließ und bei einer solchen Gelegenheit begegnete ich auch ein einzigeSmal ihrem Manne, der auf dem Korridor an mir vorbeieilte und mich kaum
Gleiche Versuche au staatlichen Lehranstalten habe er zwar schon in Erwägung gezogen, doch müsse er ich die Entscheidung über diesen Schritt inanbetracht erheblicher Etatsschwierigkeiteu und aus anderen Rücksichten noch Vorbehalten, llebrigens erkannte der Minister an, daß der Erfolg des Frankfurter Versuches von nicht zu unterschätzender Bedeutung :ür die weitere Entwicklung unsere«; höheren Schulwesens sein werde, und sprach als seine persönliche Auffassung aus, daß nicht die neun Jahre eines vollen Lehrganges zu vergehen brauchten, um über diesen Erfolg urteilen zu können.
— Fürst Bismarck läßt in den Hamburger Nachrichten von Neuem versichern, daß er auf dieser Welt keine Wünsche und Bestrebungen mehr habe, auch die heurigen Staatsleiter nicht beseitigen, sondern nur bessern wolle. Dasselbe Blatt wahrt wiederholt das Recht des Fürsten Bismarck, Kritik zu üben, indem es schreibt: „Sein thättger Geist kann nicht plötzlich aufhören, sich mit dem Inhalte seines früheren Lebens zu beschäftigen, der Fürst kann es nicht schweigend mit anseheu, wenn er das Werk seines Lebens für gefährdet hält. Er ist der Ansicht, daß diese Gefährdung nicht in seiner Kritik der Regierung liegt, sondern in den Maßregeln der Letzteren, und er hält es für seine Pflicht, vor ähnlichen Maßregeln, wie die von ihm getadelten, zu warnen. Wenn Preß- änßernngen, die man auf den Fürsten Bismarck zurückführt, als strafbar angesehen werden, warum versucht man nicht ein gerichtliches Einschreiten gegen die betreffenden Blätter, anstatt Drohungen und Injurien gegen den früheren Reichskanzler, wie sie die „Nordd. Allg. Ztg." gedruckt hat, ohne Erwiderung und Korrektiv durch amtliche Aeußerungen zu lassen. Als Injurie dürfen wir es ohne Zweifel bezeichnen, wenn die „Nordd. Allg. Ztg.", an welcher bisher der Verdacht der Offiziosität haftet, „mit Schrecken zu erkennen" behauptet, daß die Erinnerungen des Fürsten Bismarck anfingen, sich völlig zu verwirren. Es ist nichts leichter, als solche Injurien zurück zu geben, aber wir halten dies unter unserer Würde. Wir beschränken uns auf die Bemerkung, daß wenn die „Nordd. Allg. Ztg." behauptet, der neue Kurs setze das Werk des Fürsten Bismarck, also den alten Kurs, fort, und sie verteidige ihn gegen seinen eigenen Urheber, daß wir uns dann bezüglich der Urteilskraft, die hinter dieser Ansicht steht, gewisser Besorgnisse nicht entschlagen können. Fürst Bismarck bestreitet seinerseits durchaus, daß der neue Kurs mit dem alten identisch sei und seine (des Fürsten) Politik weiter führe; er
anblickte. Dem Ansehen nach kannte ich ihn natürlich ganz gut; er war ja bekannt genug. Gelegentlich kam sie auch zu mir, um von ihren Triumphen zu erzählen, als ob sie mich neidisch machen wollte. Es lag ihr weniger daran, den ersten Platz in dem Herzen ihres Mannes einzunehmcn, als daran, von Taugenichtsen umschmeichelt zu werden. Die Verschwendung, die in ihrem Haushalt herrschte, wurde bald ebenso stadtbekannt, wie die leichtsinnigen Ge- wohnhetten des Hausherrn. Man nahm ihm übel, daß er keine Aenderungen darin traf. Vor der Hochzeit war Hoffnung dazu — nach derselben nicht mehr. Seine Frau gab ihm am wenigsten Anlaß dazu. Alle» an ihr war Selbstsucht — Selbstsucht — Selbstsucht! Als sie nun die Gattin eines Mannes wurde, der nie an das eigene Selbst dachte, dessen einzige Freude darin bestand, zu geben, dessen Groß- mut ebenso sprichwörtlich war, wie sein Leichtsein, der sich freute, wenn sie einen Wunsch aussprach und Himmel und Erde in Bewegung setzte, um ihn zu beliebigen — nun, meine Herrschaften, das Ende war leicht zu erraten — es war der Ruin! Ich sah das kommen und dachte an Sie, Frau Gräfin. Als Vittoria ihrer Entbindung entgegensah, hörte ich nie ein Wort der Hoffnung in Bezug auf das in einigen Monaten zu erwartende Kind, nie einen Gedanken in Bezug auf die vermehrten Pflichten und Sorgen, welche ihr bevorstanden. Sie klagte nur oft seufzend, daß Frauen fo gebunden seien, wenn sie kleine Kinder hätten. Als sie die Einladung hierher erhielt, war sie in größter Aufregung. aber in großem Triumphe kehrtt sie zurück.
„Eugen, sagte sie, sei ein Narr, daß er sich nicht mehr Mühe gebe, feinen Bruder und die verrückte alte Betschwester (ihre eigenen Worte, gnädige Fran) zu versökpien. Es sei klar, daß sie alle» für