MchM Mma
le
i».
34.
ilttb,
oben
346
irt
tz-1
Flasche.
»lk
Ilten, iben,
achricht, !oncert- ter @c»
■ und
.237»
en uni» - lße 21,
„Es sind nun beinahe fünf Jahre her, seitdem ich zum erstenmale nach Düsseldorf kam und meinen Sohn mitbrachte — Gott segne und erhalle ihn! Er war damals zwei Jahre alt.. Seine Mutter war tot, meine Frau starb früh."
Er schwieg und auch ich sprach nicht Es war mir wunderbar zu Mut, als er von seiner Frau sprach.
„Sie war sehr jung und schön," fuhr er fort, „und ich hatte ihr Unrecht gethan. Ich kam zu Friedhelm Helfen und fand in ihm einen Freund wie er dem Tausendsten nicht vergönnt ist. Ich hatte, als ich kam, mancherlei Gram; am meisten Summer machte es mir, daß ich leichtsinnigerweise eine gute Lausbahn, eine schöne, ja überhaupt jede nennenswerte Zukunft verscherzt hatte; denn ... nun, es war etwas geschehen, was mich gänzlich und für immer von denjenigen, die mir Eltern und Geschwister gewesen waren, von den Freunden und der Sphäre derselben trennte und mir ihre Achtung und Zuneigung entzog. Nun erkannte ich, daß ihre gute Meinung, ihre Liebe mein Gesetz und höchster Wunsch waren. Ich hatte den Verlust selbst verschuldet. Je länger ich auf mein Leben zurückblicke, desto mehr erkenne ich, daß ich alles mir selbst zu verdanken habe. Fünf Jahre habe ich jetzt ver-
u ndt bi n 15 ßrobe= sichen. Ulfen,
Verantwortlicher Redakteur: Christoph RautenhauS in Marburg Redaktion und Expedition: Markt 21.
krack nfc Ve.iay: Ivh. Ang. Koch, Universität-Butdruckerei in Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 21.
Ich schwieg und hielt mein Gesicht abgewandt. Er fuhr fort: „Außerdem wußte ich, daß Sie mir unerreichbar seien und als ich mit mir zu Rate ging, was hier das Rechte wäre, kam ich zu dem Entschlüsse, die mich entzückenden Annäherungsversuche, die Sie in Ihrer Gutmütigkeit machten, zurückzuweisen, obschon Sie mich dann als einen Grobian ansehen mußten. Wie konnte das Betragen eines unbedeutenden Geigers Sie berühren? Sie würden ihn vergessen, sobald er es verdiente, das heißt sofort. Während Sie in unserer Nähe lebten, traten Veränderungen ein . . - Diejenigen, welche das Recht hatten, für mich zu entscheiden, schrieben an mich und forderten meinen Sohn. Ich hatte mich unfähig gezeigt, meine eigenen Angelegenheiten zu verwalten, war es da wahrscheinlich, daß ich für ihn aufkommen konnte? Und dann war es besser, wenn er von mir ferngehalten wurde. Das war unstreitbar. Das schwarze Schaf übergab also das weiße Lämmchen der Obhut eines legitimen Hirten, der es zu einer tadellosen und passenden Heerde brachte. Von da an war mein Leben öde und leer; denn so sonderbar es scheinen mag und so lächerlich es Ihnen auch vorkommen muß, selbst schwarze Schafe haben Gefühl."
„O, sprechen Sie nicht so bitter!" sagte ich bebend und legte einen Augenblick meine Hand auf die seinige.
„Als ich an meinem verfinsterten Horizont nach Siegmund umherspähte, gewahrte ich, daß er nicht eer sei, denn Sie erhoben sich, wie ein Stern an demselben — und welch' ein schöner Stern! Nein, wenden Sie sich nicht ab. Ich will Sie durch diese Erörterung nicht verletzen. Genug, ich fand, was ich schon längst gefürchtet hatte — daß ich sie liebte. Ein- ober zweimal war ich nahe baran, eine Thorheit
Hessen-Nassau.
Marburg, 27. Juni. Zu ber alljährlich im Sommersemester abwechselnb in einer ber brei Universitätsstädte stattfindenden Vereinigung ber Gießener Göttinger unb Marburger Dozenten trafen am Sonnabenb unb Sonntag etwa 60 Herren und Damen aus den beiden Nachbaruniversitäten hier ein. Die Begrüßung derselben fand am Sonnabenb Abend auf der zu diesem Zwecke reservierten Terrasse des Restaurants Lederer unb bazwischen ein Besuch ber festlich erleuchteten neuen Universitäts-Aula statt, in ber bas studentische Orchester in trefflicher Weise einige Stücke vortrug. Am Sonntag Vormittag wurde in Bückings Garten unterhalb des Schlosses ein von der Delikatessen - Handlung Otto Kratz vorzüglich geliefertes Frühstück eingenommen. Um 2 Uhr Nachmittags fand unter den Klängen ber Jägerkapelle im Saale bes Museums ein Festmahl statt, bei welchem bie Rektoren ber genannten Universitäten, sowie Herr Geh. Rat von Sybel aus Berlin, besten Teilnahme bem Festmahle eine be- ondere Weihe verlieh, Reben hielten. Dem Mahle folgte bei schönem Wetter eine Fäßchenpartte auf
AM" Unsere geehrten Leser ersuchen wir freundlichst, ihre Bestellung für das dritte Vierteljahr 1892 bei den betreffenden Postanstalten oderZeitungsgeschästen baldmöglichst bewirken zu wollen, da unsererseits nur in diesem Falle eine pünktliche Zusendung der „OberheMchen Jettnitg" vom 1. Juli 1892 ab gewährleistet werden kann.
Erscheinungsweise und Bezugspreis bleiben unverändert.
Durch ihr tägliches Erscheinen, den Bezug telegraphischer Depeschen und eigene Korrespondenz aus der Hauptstadt ist die „Oberhessische Zeitung" in den Stand gesetzt, schnell und reichhaltig ihre Leser über die Tagesereignisse zu unterrichten. Auc> die Provinzial- und Lokalnachrichten bring dieselbe früh und zuverlässig.
Die „Oberhessische Zeitung" ist in Marburg und den umliegenden Kreisen nach- weisbar die verbreitetste hiesige Tageszeitung und sichert Anzeigen jeder Art die lohnendste Wirkung.
Neuzugehende Abonnenten aus hiesiger Stavt erhalten die „Oberhessische Zeitung" vom Tage der Bestellung bis zum Schluß des Monats unentgeltlich zugesandt, desgl. auswärtige Besteller gegen Einsendung der Postquittung.
unb Boben mit kleinen scharfen Pflöcken gespickt sinb. Solche Pflöcke finb auch überall zwischen ben Pfählen des Verhaues im Boden befestigt. Da die Gefahr im Gefecht mit Lanzen vornehmlich dann liegt, baß bie Gegner bie Schützenlinie überrennen, was burch meine Befestigung vollständig unmöglich gemacht wirb, so können wir einem Angriffe auch von Tauseubeu, sei es bei Tage ober bei Nacht, ruhig entgegensetzen. Der Garten ist im letzten Monat um gut 11/2 Morgen vergrößert worben. Ich bin überzeugt, baß von nun ab bie vorgesehene Besatzung von 25 Mann für bie Sicherheit bieser Stellung genügenb ist.
Mönche«, 26. Juni. Dir Abreise Fürst Bismarcks aus ber bayerischen Hauptstadt erfolgte unter begeisterten Ovationen. Der Fürst stellte seinen erneuten Besuch auch im nächsten Jahre in Aussicht. Ebenso wurden bem Altreichskanzler unb seiner Gemahlin bei ber Durchreise burch Augsburg enthusiastische Ovationen bargebracht. Oberbürgermeister Fischer erhielt ben wieberholten herzlichen Dank bes Gastes, der auf bas Gebeihen ber Stabt Augsburg bei ben eingenommenen Frühstück sein Glas leerte. Abenbs erfolgte bie Ankunft in Würzburg unb von da bie Schlußfahrt nach Kisstngen, wo ebenfalls ein festlicher Empfang statsianb.
worben, ist auch ber erste Teil ber Ahlwardtschen Broschüre „Jubenflimen" auf Grunb ber §§ 185, 186 bes Strafgesetzbuches abermals beschlagnahmt worben. — Aus Deutsch-Ostafrika berichtet Eugen Wolff bem Berliner Tageblatt eine Reihe beunruhigender Nachrichten, doch darf dabei nicht vergessen werben, baß Eugen Wolff bem Generalgouverneur v. ©oben (ber ihn aus Deutsch-Ostafrika ausweisen ließ) schon lange feinblich gesinnt ist. Er schreibt nämlich: „Aus Usagara wirb gemelbet, daß eingeborene Krieger, zu großen Schaaren zusammengerottet, raubend bas Lanb burchziehen; ber Ausbruch eines gefährlichen Aufstandes steht bevor. Die Karawanenstraßen sind völlig unsicher. Die administrativen Zustände haben sich im Innern verschlechtert, an der Küste liegt der Handel darnieder, die Kaufleute empfinden merklich den Rückgang der Geschäfte und hegen noch ernstere Besorgnisse für die Zukunft. Im südlichen Küstengebiet blüht der Sklavenhandel. Die Wahehe halten keinen Frieden. Die gewiegtesten Kenner Deutsch - Ostafrikas sind der Ansicht, daß, wenn nicht die ganze Kolonie zu Gnmde gehen soll, nur der sofortige Rücktritt des Gouverneurs von Soden und die Einsetzung eines neuen Zivilgouverneurs für das Küstengebiet, sowie zweier Militärgouverneure für die Gebiete nördlich bezw. südlich der Karawanenstraße Mpuapua-Tabora Garantien für die Sicherung unserer Interessensphäre bieten würde. Als neuer Zivilgouverneur würde Legationsrat von Sonnenschein in Frage kommen, als Militärgouverneur für die Nyassa- und Tanganyka - Distrikte wäre natürlich Wißmann der geeignetste, dessen Dampferexpedition eventuell Herr v. Eltz übernehmen könnte. Für den Kilimandscharo- und Viktona-Nyanza-Distrikt käme zunächst Chef Johannes in Frage." Eugen Wolff behauptet auch, daß die Eingeborenen des Moschigebiets, die die Expedition von Bülow schlugen, von den englischen Missionaren mit Waffen versehen worden seien und fordert strenge Bestrafung derselben. — Die Kilimandsch arostation Mara n g u, welche jetzt möglicherweise von den Moschis angegriffen wird, wurde von Dr. Karl Peters, ber sie angelegt hat, im November v. I. folgenbermaßen geschilbert: Die Befesügung besteht hintereinanber aus einem Verhau in Brusthöhe, besten scharfe Spitzen sich mit einem Fuß Zwischenraum bajonnett- arttg nach außen kehren. Dahinter ist eine Dornumzäunung unb bahinter toieberum ein festgestützter Stachelbrahtzaun. An ber Nord- unb Westseite umzieht bas Ganze nach außen hin noch ein tiefer Graben von 21/3 bis 3 Meter Tiefe, besten Wänbe
n
v.
, Sandtrefflich,
Lebens voll Eigennutz zu ertöten. Ich that es und wurde zu einer Maschine. Da sollte das Niederrheinische Musikfest zu Köln stattfinden und das Kölner Orchester ging uns um Verstärkung an. Wir reiften regelmäßig jede Woche ein- oder zweimal zu den Proben hinüber. Eines Tages waren Friedhelm und ich wieder zu einer Probe gewesen, bei ber unter Anderem auch der Turm zu Babel und die Leonore-Sinfonie geübt worden Die Mnstk, besonders die Leonore war mir zu Kopf gestiegen, so daß ich aufbäumte und über die Stränge schlug. Ich traf Sie auf dem Bahnhofe, — das Uebrige wissen Sie. Nein, wenden Sie sich nicht so zornig ab; vergeben Sie einem gesunkenen Manne eine kleine Indiskretion. Ich kann Ihnen nicht sagen, was für ein Gefühl sich bei Ihrem Anblick warm und belebend in mein Herz stahl; es war mir so neu, so unbekannt, aber so süß, daß ich mich nicht davon trennen konnte. Fräulein May, ich habe manchesmal jenen Nachmittag im Geiste wieder durchlebt. Haben auch Sie jemals daran zurück- gedacht?"
„Ja, das habe ich," sagte ich trocken
_ „Mein späteres Benehmen entsprang teils aus Stolz — das heißt aus verletztem Stolz; denn ich empfand den Hieb, den Sie mir gaben — teils entsprang es einem würdigeren Gefühle, nämlich >em, daß ich Sie nicht häufig sehen und genauer ennen lernen konnte, ohne Sie zu lieben. Sie verbergen Ihr Gesicht — Sie zürnen darüber ..."
„Halt! Kam Ihnen bei alledem nicht der Gedanke, daß ich Sie lieben könnte?"
Er sagte nach einer Pause: „Ich hatte allerdings )as Gefühl, daß ich Ihre Siebe gewinnen könne, wenn ich es versuchte, war aber nie so eingebildet, zu glauben, daß sie mich ohne weiteres lieben würden."
dientermaßen im Staube gelebt; aber der Staub schmeckt bitter."
„Fahren Sie fort!" hauchte ich atemlos.
„Wie freundlich von Ihnen, diese trübe Geschichte anzuhören! Nun, ich hatte meinen kleinen Siegmund und es gab Zeiten, wo das bloße Bewußtsein, daß er mein war, mich alles Andere vergessen ließ. Aber zu anderen Zeiten und das war das Gewöhnliche, war ich dieses Leben überdrüssig. Glauben Sie mir, daß ich zu den hochtrabenden Schwachköpfen gehöre, für die es eine ausgemachte Sache ist, daß das Leben in keiner Gestalt einen Wert habe; ich wußte und fühle es nur zu gut, daß das Leben, von dem ich mich selbst ausgeschlossen und bann gleichsam den Schlüssel in die Mitte des Stromes geworfen hatte, schön sein könne. Das war der Stachel meines Daseins. Drei Jahre lebte ich so und lernte viel in dieser Zeit, lernte einige achten, bewundern und lieben. Ich versuchte auch, mich an den Gedanken zu gewöhnen, der mir mit jedem Tage mehr zur Gewißheit wurde, daß ich für die Zukunft so weiter leben müsse; versuchte mein Leben zu ebnen und für begangene Fehler ein Sühnopfer zu bringen. Ich kam zu dem Entschlüsse, zu entsagen . ."
„Darum wollten Sie auch in keiner Weise eine Führerschaft übernehmen "
„Ja wohl, obschon es mir über alles geh-n würde, diejenigen zu führen, von denen ich weiß, daß sie mich lieben und mir gern folgen Da ich aber wußte, daß alles vergangene Unheil daraus entstanden war, daß ich den Wünschen meines Herzens nachgab, so folgte ich ihnen nicht mehr und ng an, das zu thun, was ich nicht thun mochte. Drei Jahre vergingen, aber es.gelang mir erst allmählich, die Folgen eines siebenundManzigjährigen
.L.,
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Matt für die Kreise Marburg und Kirchhain Zllustriettes Sonntagsblatt.
Im Kan« der Töne.
Roman von F Fothergill.
Autorisierte detttsche Übertragung.
(Nachdruck verboten-!
(Fortsetzung.)
„Fräulein May, wollen Sie geduldig zuhören, wenn ich Ihnen eine kleine Geschichte erzähle? fragte nun Eugen
„O ja!" antwortete ich bereitwillig, in der Hoff-
Marburg,
Dienstag, 28. Juni 1892.
Deutsches Reich.
W. Berti«, 27. Juni. Unser Kaiser ist am Sonnabend Morgen von Potsdam in Kiel angekommen und wohnte dort an Bord der Segelyacht „Irene" der Regatta des kaiserlichen Nachtklubs bei, an welcher 62 Boote der Marine teilnahmen. Bei der Regatta gewann, wie im Jahre 1891 Kapitän zur See Levander mit der Gig „Inspektion" den Kaiserpreis, Unterleutnant Paschen mit dem Kutter „Kronprinz" den Ehrenpreis der Prinzessin Heinrich. Von Kiel begiebt sich der Kaiser mit der Nacht „Hohen- zollern" nach Stettin, um dort der Taufe des neuen Aviso St. beizuwohnen. Alsdann erfolgt die Heim-
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-Abonnements-PreiS bei der Expedition L Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Psg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Psg.
«der»
(2130
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoneen-Bnreanx von Haasenstein u. Vogler in ,
Frankfurt a. M„ Cassel, Magdeburg und Wien; Rudols XXVII.
Moste in Frankfurt a. M„ Berlin, München u. Köln; G.L. r ü 3
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
kehr nach Kiel und der Antritt der Nordlandreise. — Der König und die Königin von Italien, die am Freitag Nachmittag nach herzlichstem Abschiede Potsdam verlassen haben, sind am Sonntag Vormittag in Schloß Monza in Oberitalien angekommen und von der Bevölkerung begrüßt. Die Königin verbleibt dort, während der König nochmals Rom aufsucht. Auf der Rückreise haben die italienischen Majestäten dem Könige und der Königin von Sachsen in Villa Sttehlen bei Dresden, sowie der Kaiserin Friedrich in Homburg einen Besuch abgestattet. Außerdem hat der König noch sein in Bockenheim stehendes Hessisches Husarenregiment besichtigt. — In einer Schlußbetrachtung zu dem italienischen Königsbesuche äußert sich die „Nordd. Allg. Ztg." in folgender Weise: „Wenn wir den Eindruck zusammenfassen sollen, welchen alle aus Deutschland, Italien und Oesterreich - Ungarn vorliegende Kundgebungen hervorbringen müssen, so erscheinen dieselben wie ein erneutes, einmütiges Plebiszit der drei Reiche zur Bestätigung einer Politik des Friedens auf der unerschütterlichen Grundlage einer ttefgehenden Gemeinschaft der staatlichen Interessen und jener sttll, aber sicher wirkenden Macht, eines regen geistigen und materiellen Güteraustausches, durch welchen die völkerverknüpfenden Bande täglich .enger und fester geschlungen werden." — Der langjährige österreichisch- ungarische Botschafter in Berlin Graf Szechenyi will aus Gesundheitsrücksichten von seinem Posten abtreten. Bezüglich eines Nachfolgers sind bestimmte Beschlüsse bis heute noch nicht gefaßt worden. — Nach bayerischen Zeitungen hat Fürst Ferdinand von Bulgarien am Sonnabend in München dem Fürsten Bismarck einen Besuch abgestattet, den Letzterer sodann erwiderte. Als Reichskanzler wollte Fürst Bismarck in Bulgarien bekanntlich ganz entschieden die russischen Interessen geschützt sehen und von dem Koburger gar nichts wissen. — Der Bundesrat des Deutschen Reiches wird Mitte kommenden Monats in die Sommerferien gehen und dann werden auch die Urlaubsreisen der höchsten Reichsbeamten ihren Anfang nehmen. Unter den dem Bundesrat vorliegenden Gegenständen befindet sich auch der Entwurf von Besttmmungen für die im Dezember d. I. in Aussicht genommene Viehzählung, ferner der Entwurf eines Gesetzes über die Ersatzverteilung. — Der erste norddeutsche A n t i s e m i t e n t a g ist Sonntag in Berlin abgehalten worden. Anwesend waren 700 Personen. — Nachdem Rettor Ahlwardt am Donnerstag abermals verhaftet und die Höhe der Kaution für seine Freilassung von 10 000 auf 50 000 Mark erhöht
188
nung, etwas mehr über ihn zu erfahren. (3752
tt.