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„Von ganzer Seele!" antwortete sie leise, aber
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Humbert und seine erhabene Gemahlin die Huldigungen entgegenuehmen, welche die Verehrung einer befreundeten Nation den erlauchten Gästen unseres Kaiserhauses darbringen wird. Der König und die Königin treffen am 17. Juni in Monza ein und reifen von dort am 19. über den Gotthard nach Potsdam, woselbst sie am folgenden Tage um 6 Uhr abends eintreffen. Die Majestäten gedenken in Potsdam vier Tage zu verweilen. In ihrer Begleitung werden sich der Minister des Auswärtigen 8rin, der erste Generaladjutant, der Ober-Zcremonien- meifter und ein Generalsekretär des Ministeriums des königlichen Hauses befinden. — Die Veröffentlichung einer kaiserlichen Verordnung, welche den Zeitpunkt der Einführung der S o n n t a g s r u h e für Industrie und Handwerk auf den 1. Oktober festsetzt, steht, Berliner Zeitungen zufolge, unmittelbar bevor. — Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine Kabinctts- orbre vorn 28. Februar wegen Einsetzung einer Kommission, welche die Ursachen der letzten Ueberfchwemmungen in Preußen prüfen und Vorschläge zur möglichsten Abhilfe machen soll. Die Kommission soll aus 32 Mitgliedern bestehen. Zum Ehrenvorsitzenden ist der Reichstagspräsident von Lewetzow, zum Vorsitzenden der Ministerialdirektor Schultz aus dem Ministerium für öffentliche Arbeiten, zum stellvertretenden Vorsitzenden der Oberbau- Direktor Siebe ernannt worden. Die Kommission soll ihre Arbeiten thunlichst bald in Angriff nehmen. — Protest des deutschen Reiches zu dem portugiesischen Staatsbankerott. Wie aus Lissabon gemeldet wird, hat der deutsche Gesandte Graf Bray an die portugiesische Regierung eine amtliche Mitteilung gerichtet, worin gegen die Bestimmungen des Dekrets betr. die äußere Schuld, soweit solche die den deutschen Gläubigem kontraktlich zugesicherten Rechte verletzen, formeller Protest eingelegt wird. In der Note wird hervorgehoben, daß die Vertreter der deutschen Interessenten bei den Verhandlungen mit der portugiesischen Regierung von Anfang an die größte Bereitwilligkeit gezeigt hätten, den finanziellen Schwierigkeiten, in denen sich Portugal zur Zeit befinde, Rechnung zu tragen, daß aber zum Bedauern der kaiserlichen Regiemug diese Haltung auf portugiesischer Seite kein Entgegenkommen gefunden habe. — Der Stadtdirektor von Hannover, Herr Tramm, früher Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, jetzt Vertreter der Stadt Hannover im Herrenhause, wurde am Mittwoch vom Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg empfangen. Wie verlautet, hat Herr Tramm befriedigende Erklärungen in der Hoftheaterfrage
einen solchen Mann „unrechtmäßig" in Haft gehalten bat, und man wird nicht einen Augenblick darüber in Zweifel fein, daß die also verletzte öffentliche Moral dem Herrn Polke eine Genugthuung schuldig ist, die selbstverständlich nur in klingender Münze bestehen kann! Man wird auch leicht verstehen, daß dieselbe Presse sich aus Anlaß des Prozesses gegen Polke zu einer derartigen Refomi unserer Strafgesetzgebung begeistert, welche nicht müde wurde, die Verhaftung Ahlwardts zu fordern, und als diese dann auch erfolgte, ein triumphierendes „endlich!" erschallen ließ."
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Aimoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in wttii rv t Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf AAV11. -yfluTflüttfl. Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
während ich aufgeregt war und meine Wangen glühten Ich konnte nicht still sitzen, sondern ging auf und ab. Ich wünschte, daß die ganze Welt jene Musik hören könnte, wiederholte Strophen aus der Ode an die Freude und fühlte mein Herz von der Begeisterung der einleitenden Verse erhoben:
* „Freude, schöner Götterfunken, Tochrer aus Elysium!"
Als ich so aufgeregt umherging, brachte Adelaides Zofe einen Bries, welchen Mr. Arkwright von Herrn v. Forli mit der Bitte, denselben Lady Le Marchant zu geben empfangen hatte.
Adelaide öffnete den Brief und ich fang weiter. Jetzt weiß ich, wie schrecklich es ihr geklungen haben muß, als ich fang:
„Fieade trinken alle Wesen"
„May! ' sagte sie schwach.
Ich wandte mich um und sah sie an. Sie war weiß wie der Tod und hielt mir krampfhaft das Papier entgegen, so daß mir das Lied von der Freude auf den Lippen erstarb. Ich nahm den 3rief. Forli schrieb kurz:
„Mylady! Ich tdle Ihnen zuerst vor allem Anderen mit, daß ich die Stelle des Musikdirektors in N N angenommen habe. Es wird morgen bekannt werden "
Das Papier in der Hand haltend, sah ich sie an Jetzt wußte ick den Grund ihres bleichen Ansehens Ich war in der That blind gewesen und )ätte wohl bester raten können
„Hast Du gelesen?" fragte sie und streckte wie Hilfe suchend, die Arme aus.
„Adelaide!" hauchte ich, auf sie zrgchend; ,,o Adelaide!" Sie fiel mir um den Hals und schweigend drückte ich die Sprachlose an die Brust.
„Tu liebst ihn, Adelaioe?" sagte ich endlich.
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ungestüm. „Von ganzer Seele."
„Und Du hast es ihm gestandeu?"
„Ja."
„Erzähle mir alles," sagte ich.
„Ich glaube, ich habe beinahe seit dem
eine Stelle in einer anderen Stadt angeboten sei Ich fand sofort heraus, was feine Absicht war und sagte: Nehmen Sie dieselbe an. Das hat er zethan."
„Ihr wollt Euch also trennen?" stammelte ich.
„Ja. Er ist stark und ich bin es nicht. Es ist meine eigene Schuld. May, ich könnte es tragen, wenn es nicht auf mir allein lastete. Jetzt, wo mir die Augen geöffnet sind, sehe ich, daß, wenn man Unrecht thut, man andere mit hineinzieht und diejenigen, welche man liebt, mit gestraft werden "
Wieder entstand eine Pause. Trennung war hier heilige Pflicht, das sah ich ein; aber die Freundschaft für Forli loderte hell in mir auf. Wenn wir im größten Schmerz einen echten Mann finden, o ist es uns, als ob die schreckliche Qual sich plötz- ich milderte, wie einem Kämpfer zu Mute sein muß, welcher plötzlich einen starken Kameraden findet.
Bis dahin war Adelaide gefaßt und ruhig gewesen; jetzt aber brach sie plötzlich unter leisem Schluchzen in die Worte aus: „O, es ist entsetzlich! Wie werde ich das ertragen?“
„Ja, fürwahr! Sie wurde hart gestraft. Sie ah lange Jahre täglicher, stündlicher Buße, Reue und Strafe vor sich.
Es bedurfte keiner weiteren Worte, sie hatte mir das Geheimnis erzählt; das Schlimmste war mir enthüllt. Wir trennten uns.
Von diesem Augenblick an war Forli für mich ein Wesen, zu dem iv bewundernd ausblickte. Er aber kam seit der Zeit kaum noch in die Nähe des Hauses, auch nicht, um mir Unterricht zu geben, denn die Stunden fanden jetzt in meiner Wohnung statt. Adelaide sagte nichts, fragte nicht nach ihm und erwähnte seinen Namen nicht. Er beobachtete seinerseits dasielbe Stillschweigen. Beide schienen ;,u fürchten, daß bei einer Begegnung, wenn sie
Deutsches Reich.
W. Werkin, 16. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich am Mittwoch mit den ältesten Prinzen zu Wagen nach dem Mausoleum in her Friedenskirche in Potsdam, um am Sterbetage weiland Kaiser Friedrich III. dort in stiller Andacht zu verweilen und am Sarkophage Kränze niederzu- legeu. Auch die Kaiserin Friedrich und die Mitglieder der Königsfamilie hatten Kränze niederlegen lassen. — Im Neuen Palais hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts. Den Rest des Tages verbrachten die kaiserlichen Majestäten in stiller Zurückgezogenheit. — Der König Oskar von Schweden hat am Mittwoch Abend Berlin wieder verlassen, nachdem er zuvor noch die Sehenswürdigkeiten Berlins in Augenschein genommen hatte. — Der Kaiser soll beabsichtigen, in Begleitung des Prinzen Heinrich von Preußen in Kiel kurz vor seiner Nordlandreise eine Flottenbesichtigung vorzunehmen. Anfangs August wird der Kaiser in Potsdam zurückerwartet. Es folgen dann die Reisen des Monarchen zur Teilnahme an den Herbstmanövern. — Zur Reise des italienischen Königspaares nach Berlin bringt die „N. A. Z." folgende Mitteilnng: Es wird bestätigt, daß der König und die Königin von Italien am nächsten Montag Abend in Berlin ein treffen werden. Wenn in den Blättern bis vor Kurzem immer wieder von einer Hinausschiebung der Reise des italienischen Königspaares die Rede war, so waren dies Vermutungen, welche an den ungewissen Ausgang der in der Nationalvertretung in Rom obschwebenden wichtigen Verhandlungen anknüpften. Jedenfalls ist es als ein erfreulicher Umstand zu betrachten, daß die zu Gunsten des bestehenden Kabinetts gefallene Entscheidung den Gang der Dinge in Italien wieder in ein ruhigeres Geleise gebracht hat. Um so freudigeren Herzens dürfen wir hoffen, werden König
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Marburg,
Freitag, 17. Juni 1892.
„Kurstreiberei", sondern nur eine „Anregung" zur Hausse gewesen sei; ebenso sei es das gute Recht des Angeschuldigten gewesen, als Vorsitzender einer Aktien-Gesellschaft zum Zweck der Täuschung des Publikums 20 Proz. Dividende zu berechnen, die nicht aus dem Reingewinn, sondern mit Hilfe des Reservefonds gezahlt wurden u. s. w. Der Verteidiger Dr. Friedmann geriet bei der Verherrlichung seines Klienten, welcher „es verdient habe, so viel zu verdienen", so sehr in poetische Ekstase, daß er ihn und sein unlauteres Börsentreiben mit dem Prinzen verglich, welcher das schlafende Dornröschen durch einen Kuß zum Leben erweckt habe.
In ganz gleichem Tone bewegt sich der Artikel der „Nation" von Dr. A. Munckel-Berlin, der ja freilich neben Dr. Friedmann unter den Verteidigern des P. Polke figurierte. Denn es soll hiernach durch diesen Rechtsfall die Notwendigkeit zutage getreten fein, unsere deutsche Strafprozeßordnung zu reformieren damit nicht zum zweitenmale eine so respektabele Persönlichkeit in Untersuchungshaft gehalten werden könne. Zn diesem Zwecke soll die Aufhebung der geheimen Voruntersuchung, die Verkürzung der Befugnisse der Slaatsanwaltschaft und andererseits die Erweiterung der Rechte des Verteidigers, sowie die Einschränkung der Zulässigkeit der Untersuchungshaft auf bestimmte gesetzlich genau festzusetzende Fälle geboten sein. Zuletzt aber behauptet Dr. Mnnckel wirklich, daß sich auch aus diesem Falle wieder die Notwendigkeit der vollen Entschädigung für unrechtmäßig erlittene Haft ergebe.
Die „Staatsb. Ztg." meint dazu ironisch: „Es fehlte also nur noch, daß die Steuerzahler hübsch tief in die Tasche griffen, um den „armen", „unschuldig" verfolgten, „unrechtmäßig" in Hast gewesenen Herrn Polke gründlich und ausgiebig zu entschädigen. Und hoch müßte diese Entschädigung schon ausfallen; denn wenn man bedenkt, was diesem „armen" Polke während seiner „unrechtmäßigen" Haft entgangen fein kann, wieviel Pvlkc-Papiere derselbe im Verlaus eines Jahres Denen, die nicht alle werden, hätte an—preisen können, dann ist es doch klar, daß die Entschädigung auf mindestens einige — vielleicht durch „Sachverständige" erst näher fesi- zuftellende Millionen bemessen werden müßte. Man bedenke nur, welchen Schaden das Nationalvermögen durch die „unrechtmäßige" Hast Polles erlitten hat, da während dieser ganzen Zeit keine Millionen in Polke-Papieren verspekuliert werden konnten; man bedenke ferner, wie groß der moralische Nachteil für das deutsche Volk ist, wenn es sehen muß, daß man
male, wo ich ihn sah, ihn geliebt — er machte einen ganz verschiedenen Eindruck auf mich, als andere Männer. Ich kannte mich kaum selbst; er beherrschte mich, was noch kein anderer Mann gethan hat, außer ..." — hier schauderte sie — „und das nur, weil ich mir selbst Hände und Füße band Das ging lange so. Er sah, wie es mit mir stand und half mir, ach! warum ist er so gut! Nie verbuchte er, mir ein Geständnis zu entlocken und nie machte er einen anderen Gebrauch von der Gewalt, welche er, wie er wußte, über mich hatte, als daß er mich vor Unrecht bewahrte. Auf dem Mask.n- )aQe, als wir allein in dem Gewühl waren, ent- fchlüpften mir — ich weiß nicht, wie es kam — '!S?orte und Blicke Aber er blieb sich bis zuletzt treu. Er sagte nicht: „Wirf alles von Dir und komme zu mir, sondern er sagte nur: „Mylady, ich nehme die Ritterschaft der Entsagung an," damit üßte er mir die Hand. Es folgte uns jemand — das war Sir Peter, welcher alles horte und mich eitdem dafür gestraft hat Er wird mich ferner trafen!"
Nach einer Pause fuhr sie fort: „Das ist alles, was wir gesprochen haben. Er weiß nicht, daß Sir Peter uns belauschte. Er hat nie seitdem auf mein Geständnis angespielt; er hat mich geschont, er ist ein edler Mann " Sie erhob sich und sah mich an.
Ich drückte einen Kuß auf ihren Mund. „Forli ist gut, Adelaide; ja, er ist gut."
„Vor einiger Zeit teilte er mir mit, daß ihm
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• 188z.
• 1280,
3938.
Die Affaire Polke.
Ter Monstre-Prozeß, welcher sich in 38tägiger Verhandlung gegen den Berliner Bankier Paul Polke vor der dorttgen Sttafkanimer abspielte, läßt noch immer die Presse nicht zur Ruhe kommen, doch dürfte es schwer halten, zwei größere Kontraste aufzutreiben, als sic sich heute in den Betrachtungen zweier Berliner Zeitschriften, nämlich der „Gegenwart" und her manchesterlichen „Nation", vorfinden.
In der Gegenwart macht nämlich ein „Caliban" in einem Artikel über „die Usance" seine bitteren Klössen über den Verlauf dieses Prozeffes, aus welchem hervorgehe, daß von unserer laxen Moral die Mittel und Wege, wie man sich bereichere und Vorteil verschaffe, mit beständigem Hinweis auf die Anderen, die es ebenso machten, als Usance gezeichnet und entschuldigt würden. Die Zeitschrift beklagt es als ein nationales Unglück, daß in jenem Prozeß diese Usance noch einmal siegte, daß es für recht und billig erachtet worden sei, daß ein Aufsichtsrat seinem Vorsitzenden für 36 000 Mk. Aktien zum Kurse von 105 überlasse, worauf dieser das Papier am selben Tage mit 160 notiere und seinen Käufern eine enorme Steigerung prophezeie; daß man nichts dagegen einzuwenden habe, wenn der Bankier einer Gesellschaft gleichzeitig ihrem Verwaltungsrar präsidiere; daß es nicht verboten sei, in überschwänglichem Tone einen Titre zu preisen, weil man bedeutende Vorräte davon besitze, die man zu hohem Kurse losschlagen wolle und gleich darauf entmutigende Gerüchte in Umlauf zu bringen, weil man wieder billig eintaufen möchte; daß anerkannt werde, daß Dividenden nicht nur aus den Reinerträgnissen einer Fabrik bezahlt würoett u. s. w. Herr Caliban meint in bitterem Spott: Es sei schade, daß wir noch keine Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft hätten, damit der freigesprochene Biedermann Paul Polke jetzt seine Diätenrechnung einreichen könne.
Wir können diesen Ausführungen, die mit dem Klageruf schließen: „Gott bewahr' das Haus!" nur beipflichten. Denn es war allerdings ein be- stemdendes Schauspiel, den Angeschuldigten, welcher es verstanden hatte, in anderthalb Jahren sein Vermögen von 80 000 Mk. bis auf anderthalb Millionen M steigern, vom Verteidiger Fritz Friedmann als ein Musterbild der Klugheit und Geschäftsgewandlheit preisen zu hören, weil er in fingierten Briefkasten- Notizen feines Börsenjournals die Papiere, welche er auf Lager hatte und losschlagen wollte, dem Publikum empfohlen hatte, was ja beileibe keine
Im Ka«n -er TöUr.
Roman von F Fothergill.
Autorisierte deutsche Uebertragung.
(Nachdruck verboten.!
(Fortsetzung.)
Während dieser Zeit arbeitete ich eifriger denn je und mit größerer Liebe für meine Kunst als solche. Forli blieb mein Lehrer und Freund.
Ich hatte noch meire frühere Wohnung inne und wollte sie behalten, um nicht darauf angewiesen zu sein, in Sir Peter Le Marchants Hause zu bleiben, wenn es mir nicht gefiele.
Einen Monat nach dem Karneval, gegen Ende März, fand das nächste große Konzert statt. Forli hatte es trotz aller Hindernisse durchgefetzt, die neunte Sinfonie in demselben zur Aufführung zu bringen. ,
Als ich ihn beim Dirigieren beobachtete, schien es mir, als ob eine neue Seele ihn belebte: ich war überzeugt, daß er vor einem Jahre diese Sinfonie nicht so geleitet haben konnte, wie an diesem Abend. Er feierte einen wahren Triumph Man applaudierte nicht nur der herrlichen Musik, er wurde hervorgerufen, um den Dank dafür zu em Pfangen, daß er wieder einmal der Wftt den Genuß eines Beethoven'fchen Werkes voll unsterblicher Schönheit verschafft hatte.
Ich war im Chor; unten sah ich Adelaide mit ihrem ergebenen Begleiter Harry Arkwright. Sie sah bleicher und niedergeschlagener aus, denn je. Das prächtige Lob der Freude konnte ihrem Herzen keine Freude bringen.
Als wir nach Beendigung des Konzerts nach Hause zurückge kehrt waren, zogen wir, Adelaide und ich, uns in ihr Zimmer zurück, wohin das Mädchen uns ten Thce brachte. Cie saß schweigend da,
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
-Druck und »erlag: Aoh. Aug. Koch Universtiäts-Buckdruckere, in Marburg. Berantwortlrcher Redatteur: Christoph Rautenhaui in Marburg
Redaktion und Expedition: Martt 21. Redaktion und Expedition: Marti 21.