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WöchenMche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
*<- - --- Illustriertes Sonntagsblatt.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-Abonnements-Preis bei bei Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern L Mk. 26 Psg. (exkt. Bestellgelb). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 26 Psg.
Marburg,
Sonntag, 5. Juni 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpebition dieses Blattes, sowie die Aimoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mofle in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Paris.
XXVII. Jahrgang.
t Pfingsten.
Tie linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden.
Es blüht das fernste, tiefste Thal! Nltn, armes Herz, vergiß der Qual, Nun muß sich alles, alles wenden.
Das ist das Pfingsten der Natur. Für jedes der drei großen christlichen Feste hat die Natur ein Lied, mit dem sie in die Feftgesänge der Christenheit rinstimmt. Zu Weihnachten und Ostern sind es nur sinnige Beglcittöue; dort das Knistern des Schnees und das Flimmern der Sternennacht, hier der Märzensturm und das leise Keimen des neuen Lebens. Zu Pfingsten aber, da brechen im schallenden Reigen die Frühtingsstimmen los, so laut, daß die Pfingstklänge aus der Kirche dadurch fast übertönt werden.
Dort die Sonne die Spenderin des Lebens, hier der allein Lebendige; dort der Lüfte, hier des Geistes Wehen. Und wie dort Baum und Strauch sich nicht selbst neues Leben schaffen, es aber auch nicht wie ein Kleid von außen anlcgen können, sondern die sonndurchwirkte Lenzesluft die Kräfte hincinsenkt in sie, daß es von innen herausbricht, und doch nicht ihr eigenes Werk ist — so geht es auch im Menschenleben.
Ja, es ist der Luft vergleichbar, was hier Leben schafft. Eine elementare, die elementarste Gewalt im Menschenleben ist es, was wir „Geist" nennen. Keine Zeit zeigt es so überzeugend wie die unsere. Reiche Entwickelung, gewaltige Erfolge aus allen Gebieten der äußeren Kultur. Stolze Machtentfaltung, Beherrschung der materiellen Dinge, wie »och nie, täglich wachsende Fülle von Gütern. Und doch überall Gefühl der Unsicherheit, Knechtung unter die Materie,, wenig Zufriedenheit, wenig Zusammenhalt, wenig Glück. Wo ist die unheimliche Macht, die so die äußeren Erfolge aufhebt, die Güter entwertet, die Zukunft gefährdet? Jst's nicht der Geist, der durch die Zeit geht, dort hungernd, unausgesüllt, begehrlich, dort zerfahren, überfüttert, verwirrt, dort verödet, verbittert, verzweifelt.
Und wen es unsere Zeit im Dunkelbild nicht lehrt, dem bezeugt es das Lichtbild, welches das heutige Fest aus alter Zeit vor uns wachruft. Was war es, was jenen wenigen Menschen ohne Macht, ohne Besitz, ohne Bildung den Sieg verlieh über die alte Welt? „Sie wurden voll heiligen Geistes." Und dieser neue heilige Geist, er wandte sich wiederum
Im Kan« brr Töne.
Roman von F Fothergill.
Autorisierte deutsche Uebertraguug. jRachdruck verboten-!
(Fortsetzung.)
„Eines Tages sprach ich den Wunsch aus, Dick zu besuchen und zwei Tage darauf waren wir unterwegs Er sagte, ich solle meinen Wunsch erfüllt sehen; es sei etwas schönes um die schwesterliche Liebe und er halte es für seine Pflicht, mich darin zu ermuntern."
Ich sah sie an, ohne zu wisien, ob sie im Scherz oder Ernst rede Wenn sie scherzte, so war es jedenfalls ein trauriger Scherz — war sie im Ernst, so hatte sie eine leichtfertige Ausdrucksweis. gewählt
„Sir Peter legt es darauf an, mich zu quälen und mir zuwider zu sein," fuhr Adelaide fort „Seit wir Rom verlassen haben, sieht er bester und heiterer aus "
„Aber, Adelaide — wenn Du von Rom fort wolltest."
„Ich wollte aber nicht von Rom fort, ich wünschte vielmehr, dort zu bleiben — daher reiften wir ab."
Die verhaltene Wut und der Haß in ihrer Stimme verursachten mir wachsendes Unbehagen. Ich schwieg, konnte aber nicht mnhin, sie anzusehen; als unsere Augen sich begegneten, brach sie in ein herbes Gelächter aus.
„O, May, Dein Gesicht ist eine Studie! Ich hatte einen besonderen Widerwillen, nach Düffeldor zu kommen und gerade deshalb verspürte Sir Peter ein besonderes Verlangen danach Wenn Du erst verheiratet bist, wirst Du dergleichen verstehen. Ich sing beinahe an, mich in Rom zu amüsieren; aber Sir Peter mußte wohl sürchten, daß vertrauter Um.
nicht an die materiellen Interessen, er suchte nicht äußere Mittel; er bot dem Menschengeiste geistige Güter: Frieden des Gewissens, Kraft zur Besferung, Feuer der Liebe. Nur in langsamer Entwickelung, in welcher wir noch stehen, begann er, in dem Blaße, als er den Menschen innerlich zu eigen ward, die äußeren Verhältnisse, die Formen des Lebens umzu- gestaltcn.
So ist es heute noch. Nicht die Faust der Einen, nicht die Bajonette der Anderen bestimmen den Lauf der Dinge, erzwingen das Glück. Ter Geist regiert den Gang der Welt.
Wer wollte leugnen: dieser Geist eben ist es, der unserem Geschlecht gebricht; und darum eben auch der Glaube an die Macht des Geistes. Wir brauchen ein neues Pfingsten; einen Geist, der an jenen ewigen Gütern des Geistes hängt, von ihnen sich -üllcn läßt, der dann uns füllt mit Friede und Liebe. Webt und schafft er wieder „an allen Enden", daß wir von unserem Volksleben sagen dürfen: „es blüht das fernste, tiefste Thal" — dann wird die Pfingstverheißung kein Traum mehr sein.
Das ist unser Wunsch zum Pfingstfest!
Wochenschau.
Das Pfingstfest ist gekommen! Wenn ihm Wettcr- gunst beschieden ist, werden wir es in gewohnter Weise mit frischem, frohen Herzen begehen können, denn irgend welche Gelegenheit zur Sorge ist heute thatsächlich nirgends gegeben. Rechts und links von unseren Grenzen möchten manche Leute zwar Manches, auch die Neigung, vom Leder zu ziehen, dürfte bei einigen Raufbolden nicht ganz gering sein, allein die Verhältnisse sind zwingender, als persönliche Neigungen, stärker als Haß und Rachsucht. Wir werden einen sehr stillen und friedlichen Sommer haben, die Kriegstrommel ist nicht im Stande, und wenn die Schlägel einmal versuchsweise gerührt werden, so spricht der Ton nicht an. Wie schön die Welt ist, das wird uns zu Pfingsten vor allem klar, ein Glück und ein Segen, daß die Mächte des Friedens in unserem Erdteile heute treu vereint und stark genug sind, alle Friedensstörer von Profession zum Frieden zu zwingen. In solchen Gedanken können wir frohgemut das Pfingstfest begehen, der schönen Erde uns freuen, uns stärken für die dem Feste wieder folgenden mühsameren Arbeitstage.
Der Zar wünscht! Nicht oft passiert das, aber es passiert doch und zwar auch jetzt. Wie nunmehr ganz bestimmt bekannt geworden, wird die Begegnung
gang zu Unannehmlichkeiten führen könnte, oder ich mich langweilen möchte, wenn wir zu lange dort blieben. Wir kamen also hierher und werden, so viel ich weiß, hier bleiben Düffeldorf ist ja woh ein lebhafter, fröhlicher Ort?"
Sie lachte wieder; ich saß erstaunt da. Adelaide's Heirat hatte mir Kummer gemacht; aber ich hatte mich darauf verlassen, daß sie, wie sie vorher verkündete, mit Sir Peter machen könnte, was sie wollte. Jetzt stieg der Gedanke in mir auf, daß ein Fehler in ihrer Rechnung gewesen fein müsse - daß sie das Metall nicht so biegsam gesunden habe, wie sie hoffte. Ich kannte sie hinreichend, um mir zu sagen, daß ich wahrscheinlich die erste Person sei, mit der sie in dieser Weise spräche und daß sie selbst mit mir nickt so gesprochen haben würde, wenn nicht ein mächtiges Gefühl sie dazu getrieben hätte. Dies machte mich noch unruhiger. Sie bewahrte den äuß.ren Schein und die Welt hielt sie und Sir Peter wahrscheinlich für das Muster eines Ehepaares
„Es freut mich, daß Du hier bist," fuhr Adelaide fort. „Es ist ein Trost, jemand anders als Arkwright um sich zu haben, mit dem man sprechen kann "
„Wer ist Arkwright?"
„Sir Peter's Sekretär — ein guter Mensch, der unsere häusliche Seligkeit und andere Angelegenheiten kennt — weil ihm Sir Peter ..."
Draußen legte jemand die Hand auf den Thür- drücker und ich hörte Sir Peter's Stimme jemandem Befehle erteilen, wahrscheinlich dem Sekr.tär, von welchem Adelaide gesprochen hatte. Sie fuhr heftig auf: alle Farbe verschwand aus ihrem Gesicht und für einen Augenblick sprach bleiche Mutlosigkeit aus demselben — aber nur für einen Augenblick Im nächsten war sie äußerlich wieder Herrin über
zwischen den Kaisern Wilhelm und Alexander am Pfingstdienstag in Kiel stattfinden und zwar ist ausdrücklich konstatiert, daß der russische Selbstherrscher es war, welcher diese Zusammenkunft wünschte. Das ist zwar kein sensationelles Vorkommnis, immerhin aber — zumal nach dem, was. in Kronstadt geschah, leachtenswert, denn von deutscher Seite konnte ein olcher Wunsch absolut nicht ausgesprochen werden. Einem Wunsche beider Monarchen entspricht es aber wohl, die Begegnung nicht allzuweit auszudehncn: Der Zar kommt deshalb am Dienstag Vormittag n Kiel an, bleibt dort den Tag über als Gast des Kaisers und reist in der Nacht nach Kopenhagen zurück. Ein Besuch in Berlin ist aufgegeben, weil Kaiser Alexander schon in den nächsten Tagen per Schiff nach Rußland zurückzukehren gedenkt. Da der letzte Besuch des deutschen Kaisers in Rußland bei Gelegenheit der Manöver von Narwa stattsand, so ist also eine Gegenvisite des Zaren in der Reichshauptstadt auch nicht gerade unbedingt erforderlich. Fühlt er sich in Kiel wohler, als in Berlin, so wird man dem Rechnung tragen können. Denn ob der Zar nach Berlin kommt oder nicht, das steht fest: Deutschland kennt seine russischen Pappenheimer. Die sind durch das letzte Notjahr noch lange nicht genug gedehmütigt, um wieder Deutschland's Freundschaft zu wünschen. Jedenfalls verbürgt aber die persönliche Begegnung der Monarchen die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Beziehungen, die zwar noch lange nicht die allerbesten sind, aber sich am Ende ertragen lassen.
Der Besuch der Regentin Emma der Niederlande und ihrer Tochter, der kleinen Königin Wilhelmine, am deutschen Kaiserhose ist in herzlichster und freundschaftlichster Weise verlaufen. Die Regentin ist eine sehr liebenswürdige Dame, ihre Tochter ein freundliches, bescheidenes Kind und so haben Beide gleich gefallen. Während ihrer Anwesenheit fanden in Berlin resp. Potsdam die Paraden der dortigen Garnisonen in üblicher glänzender Weise und unter sehr starkem Volkszulauf statt, außerdem in Potsdam großer Zapfenstreich, Galatafel rc. Der fürstliche Besuch, der selbstredend mit politischen Dingen nichts gemein hatte, wird einen guten Eindruck hinterlassen. Vor Pfingsten reift der Kaiser noch nach Schlesien, um dort der Vermählung des Fürsten Radolin beizuwohnen.
In der inneren Politik bilden der Tod des Berliner Oberbürgermeisters von Forckenbeck und die Löwe'schen Gewehre immer noch ein eifrig gepflegtes Thema der Erörterung. Das Fernbleiben nicht blos der katholischen Geistlichkeit, sondern auch aller katho-
sich, wenn auch die Hand, mit der sie das Taschentuch an die Lippen führte, zitterte.
Die Thür wurde geöffnet und Sir Peter trat ein. Ja, das war daffelbe Gesicht, dieselben buschigen Brauen über den kalten Augen, derselbe wölfische Mund mit demselben gierigen Lächeln. Aber er sah bester, voller, feuriger und munterer aus Dir Gesellschaft seiner Frau schien ihm gut zu thun und wie eine Art Lebenselixier auf ihn zu wirken.
Ich beobachtete Adelaide. Sie sah zu Boden, als er eintrat, ihre Hand zerknitterte das Taschentuch, welches sie krampfhaft umspannt hielt und der Atem schien ihr für einen Augenblick zu stocken. Dann aber erholte sie sich und sah ihn an.
„Ei sieh! Wen haben wir denn da? fragte er mit einer Stimme, welcher die Zeit und der Aufenthalt in einem Lande mit so melodischer Sprache nichts von ihrer Härte genommen hatte , Ihre Schneiderin, Mylady? Mußten Sie schon nach einer Schneiderin schicken!... Ha! Was? Ihre Schwester? Unmöglich! Es freut mich, Sie wieder zu sehen, Miß May! Es geht Ihnen doch gut? Sie sehen etwas reduziert aus, he?"
Ich hatte keine Antwort auf diese gewinnende Bearüßung. -
„Gerade wie Mylady, ehe sie Mylady war," fuhr er fort, wobei er seine Augen über das Zimmer, die Möbel und über uns gleiten ließ.
Die ganze Ersckeinung zeugte von Gesundheit und Lebenskraft und die starke, barsche Stimme machte den Eindruck, daß er nur zu sehr im Stande fei, jemand zu meistern. Es war nicht mehr jener Sir Peter, der um mich warb; es war ein kräftiger Mann, fähig, einen Plan zu unternehmen und aus- zuführen, und willensstark genug, um den Willen meiner Schwester mit derselben Leichtigkeit zu unter«
üschen Politiker von der Leichenfeier hat ein überaus großes Aufsehen gemacht, um so mehr, als auch der Kaiser und Fürst Bismarck Beileidsschreiben übermittelt haben. Was die Löwe'schen Gewehre betrifft, so ist zur Erwiderung der Ahlwardt'schen Behauptungen vom preußischen Kriegsminister klipp und klar betont worden, daß alle Gewehre kriegsbrauchbar sind. Wenn damit der Hauptpunkt er- edigt ist, so dauert der Streit doch über die Neben- ,inge noch fort; cs wäre deshalb eine baldige, gerichtliche Klarstellung erwünscht. Auch in der Bochumer Schienenstempelaffaire, die so unendlich viel Staub ausgewirbelt hat, ist nun endlich das entscheidende Verfahren eingeleitet und gegen Baare die Anklage wegen Betrugs und Urkundenfälschung erhoben.
Die beiden Häuser des preußischen Landtages sind nunmehr in die Pfingstferien gegangen; wie vorauszusehen war, hat sich auch der letzte Versuch, den Sessionsschluß vor dem Feste herbeizuführen, als eitel erwiesen, und die Verhandlungen werden deshalb Mitte Juni von neuem ausgenommen werden. Man gedenkt dann, in etwa zehn Tagen zu Ende zu kommen, doch werden sicher vier Wochen daraus werden, wenn das bisherige Tempo beibehalten wird. Lebhafte Meinungsverschiedenheiten hat es bei dem Gesetz über die Besoldung der nichtstaatlichen höheren Lehrer und beim Militäranwärtergesetz gegeben, bei welchen im Abgeordnetenhause mehrere Bestimmungen in einer Form zur Annahme gelangten, welche den lebhaften Widerstand des Herrenhauses herausfordern werden, nachdem sich auch die Regierung schon dagegen erklärt hat.
Ans unseren überseeischen Schutzgebieten liegen eine Anzahl von kleineren Meldungen vor, welche aber eine prinzipielle Bedeutung nicht beanspruchen. Nette Dinge sind aber in dem zentralafrikanischen Negerreiche Uganda, welches an deutsches Gebiet angrenzt, passiert. Dies Land ist der englischen Interessensphäre zugesprochen, und eine britische Expedition im Verein mit ninhamedanischen Eingeborenen hat den bisherigen katholischen König Mivanga vertrieben und in dem eroberten Gebiet wie die Wilden gehaust. Die katholischen Missionare, meist Franzosen, welche sich auf deutsches Gebiet geflüchtet haben, führen lebhafte Klagen über die Gewaltthaten der Engländer und ihrer Bundesgenossen, haben aber den Leitern der deutschen Expeditton am Viktoria- See für die freundliche Aufnahme allen Dank ausgesprochen. Die französische Regierung hat in London wegen der vorgekommenen Brutalitäten bereits lebhafte Beschwerden erheben lassen.
drücken, wie ihr Finger eine lästige Mücke zerquetschte. Er mar nicht blind ober einfältig, er konnte mit Ueberlegung einen systematischen Racheplan entwerfen und ihn bis in’S Detail zur Ausführung bringen; er vermochte selbst die kleinsten Vorteile einer Position zu übersehen und für sich zu benutzen. Dabei besaß er jene ruhige Entschiedenheit, die seinen Einfluß in der gesellschaftlichen Sphäre um so wirksamer machen mußte, in jener Sphäre, wo -ein geringes Maß von Entschiedenheit in Verbindung mit rücksichtslosem Egoismus sich beffer bezahlt macht, als der Heroismus der Tugend.
Dies war der wirkliche Sir Peter ; ich stand staunend vor der Offenbarung. Adelaiden's Blick, ihre Stimme und ihre Bewegungen verrieten die Empörung und Auflehnung ihres Innern, die sich aber vor dem Ausbruch in Furcht verwandelte. Sie war vollständig überlistet worden; ein Gefangenwärter, den sie fürchtete, hielt sie in einem Gefängnis, aus dem zu fliehen, jede Ueberlieferung ihres Lebens sie hinderte.
Sir Peter, den meine Verwirrung und das finstere Schweigen meiner Schwester belustigten, fuhr mit unangenehmem Lächeln fort: „Kommen Sie denn nie herunter, Madame? Ich habe lange genug das Vergnügen Ihrer Gesellschaft entbehrt. Kommen Sie also! Ich brauche Sie ium Borlefen."
„Ich bin beschäftigt, wie Sie sehen," antwortete sie in leisem Tone des Widerspruches.
„Dann muß die Beschäftigung aufgeschoben werden Es ist viel zu lefen; die „Times" von einer ganzen Woche liegen noch da."
„Ich Haffe die „Times" und verstehe sie nicht " „Desto mehr Grund, daß Sie es lernen. In einer halben Stunde," sagte er, nach der Uhr sehend, „bin ich fertig, oder sagen wir in einer Viertelstunde."