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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Mrchhain
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BerantwortUcher Redakreur: Christoph RautenhauS in Marburg Redaktion und Expedition: Mark 21.
„Oberhessische Zeitung".
in Berlin ausspricht. Gras Caprivi will vorerst einen genügenden Gararitiefonds und möchte auch noch vorher die Erfolge der deutschen Industrie ans der Weltausstellung in Chicago sehen, bis er eine endgiltige Entscheidung trifft. Inzwischen hat sich in Berlin bereits ein Ausstellungskomitee gebildet, dessen erste Aufgabe ist, Geld, Geld und nochmals Geld anzuschaffen, denn mit ein paar Millionen ist die Sache nicht abgethan. Am letzten Sonntag haben große Parteifeste der nationalliberalen und freisinnigen Partei stattgefundcn. Auf ein von der ersteren an den Kaiser gesandtes Huldigungstelegramm antwortete der Monarch sofort in sehr liebenswürdiger Weise. Fürst Bismarck hat in Friedrichsruhe eine große Ovation von einem Dresdener Gesangverein erhalten; vor derselben war auch Graf Herbert Bismarck mit seiner Braut und seinen Schwiegereltern im Sachsenwalde eingetroffen. •
Aus Deutsch-Ostafrika kommen einige unliebsame Nachrichten: Das Fieber wütet besonders in Dar- cs-Salaam mit großer Heftigkeit, cs sind ihm auch mehrere Deutsche wiederum zum Opfer gefallen. Reichskommissar Dr. Karl Peters ist krank und hat zu seiner Erholung nach der Kapstadt reisen müssen, und von Emin Pascha ist leider die authentische Kunde eingcgangen, daß er sein Augenlicht fast ganz verloren hat. Major von Wißmann ist von Kairo auf der Reise nach Zanzibar, um die Führung seiner Dampfer-Expedition zum Nyassa- und Tanganyika- Sce zu übernehmen. Die deutsche Vorexpcdirion zum Viktoria - See unter Baron Fischer ist glücklich dort angekommen.
Die neuen Währungs-Gesetze in Oesterreich-Ungarn bereiten der Regierung, wie dem Parlament gleichmäßig viele Kopfschmerzen; die Debatten darüber nehmen eine ganz furchtbare Länge an, und dabei hofft man noch, zum 1. Juli die neuen Vorlagen publizieren zu können. Das erst zwei Wochen im Amte befindliche Ministerium Giolitti hat wegen des KammervotmnS dem Könige sein Entlassungsgesuch eingereicht, der dasselbe aber abwies. Die Kammer soll nunmehr nach Erledigung der dringendsten Vorlagen aufgelöst werden, damit die Neuwahlen eine Klarstellung der Parteiverhältnisfe bringen.
Während bei uns in Deutschland immer nur erst gerüchtweise von neuen Militärvorlagen und von einer Armeeverstärkung die Rede ist, und Niemand bestimmt weiß, was kommen wird und was nicht, ist der französische Kricgsminister forsch mit einer neuen Forderung vorangegangen und wird sie auch ohne große Mühe durchbringen, denn in Soldaten-
also von deutschen Reichsangehörigen, Geld für diese Föte unü bezeichneten als Zweck derselben offen« funbig eine Demonstration gegen Deutschland. Dies Verhalten ist von deutscher Seite kräftig als das bezeichnet, was es ist, als eine Unverschämtheit, und darob wollten nun die Revanchcmärmer an der Seine aus dem Häuschen fahren, schwatzten von Provokation
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suchen läßt die Pariser Volksvertretung sich immer breit schlagen. Es soll also eine Kolonialarmee errichtet werden, davon aber die starke Mehrheit aller Regimenter in Frankreich bleiben, das somit ein neues Armeekorps erhält. Weiter hat die Kolonial- armce keinen Zweck. Von den Anarchisten ist in letzter Zeit in Frankreich nichts mehr zu hören gewesen, ebensowenig in Belgien. Im letzteren Lande sind Kammerneuwahlen zur Vornahme einer Umänderung der Verfassung ausgeschrieben worden.
Die Auflösung des Parlamentes in England wird bestimmt vor Eintritt des Hochsommers erfolgen und schon ist der Wahlkampf in lebhafter Weise im Gange. Die Parteiführer nehmen in Wahlversammlungen kein Blatt mehr vor den Mund, und sagen sich in recht derber Weise die Wahrheit. Der Ausgang dieses Kampfes ist diesmal auch nicht entfernt abznsehen. Koloniale Erfolge haben die Engländer in Westafrika aufzuweifen, wo es ihnen endlich gelungen ist, den sich erbittert verteidigenden Stamm der Jebu's zu unterwerfen. Auch die mit dem Emir von Afghanistan ausgebrochenen Zwistig- keiten sind beigelegt.
Im Orient ist es nach Beendigung des’' sehr handgreiflich geführten Wahlkampfes Ruhe eingetreten. Der Sieg der Trikupisten ist entschieden und nach der Rückkehr des Königs Georg aus Dänemark werden sie das Ministerium übernehmen. Sehr bestimmt tritt übrigens die Angabe auf, der König sei regierungsmüde, und werde in Jahresfrist etwa zu Gunsten des Kronprinzen, der schon vorher die Regentschaft führen soll, abdanken. Kronprinz Konstantin ist bekanntlich ein Schwager des deutschen Kaisers.
Deutsches Reich.
W. Berlin, 28. Mai. Der Kaiser fährt heute Abend um 8 Uhr von Pröckelwitz zurück. — Dem verstorbenen Oberbürgermeister von Forcken- beck und seiner Tüchtigkeit widmen fast sämtliche Berliner Zeitungen, auch solche, die in politischer Beziehung seine Gegner waren, ehrende Nachrufe. Auch die „Norddeutsche Allgem. Ztg." thut dies und hebt hervor, daß der Verstorbene vor Allem dafür sorgte, daß die Verwaltung jbtr Reichshauptstadt in mehr, wie einer Beziehung als eine mustergiltige gepriesen werden durfte. Die Beerdigung soll am Montag auf städtische Kosten erfolgen. Auf den städtischen Gebäuden wurden die Flaggen auf Halbmast gehißt. — In preußischen
Frankreichs durch Deutschland und anderem Unsinn mehr. Folgen wird der Spckrakel, wie schon hcrvor- gehoden, nicht weiter haben. Präsident Carnot und der französische Premierminister Loubet wollen selbst der Feier anwohnen, damit durch ihre Gegenwart alle etwaigen Extravaganzen im Keime erstickt werden. Man hat aber doch wieder einmal gesehen, wie unseren westlichen Nachbarn seit den be—rühmten Tagen von Kronstadt der Kamm geschwollen ist.
Tas große, schließlich aber doch ermüdende Fragespiel: „Kommt der Zar nach Berlin oder bleibt er fort?" soll in den letzten Tagen nunmehr definitiv gelöst worden sein. Es ist festgesetzt, daß Kaiser Alexander und Großfürst-Thronfolger Nikolaus nach Beendigung der Goldenen-Hochzeits-Festlichkeiten in Kopenhagen, zu deren Begehung alle die zahlreichen Anverwandten des dänischen Königspaares zusammen- gckommen sind, nach Berlin resp. Potsdam kommen werden. Politischen Charakter hat, wie bekannt, dieser Besuch ebensowenig, wie die vorhergehenden resp. folgenden Visiten der beiden Königinnen der Niederlande, des Königs und der Königin von Italien, sowie des Königs von Griechenland am deutschen Kaiserhofe. Unser Kaiser wird bis zu dieser Besuchsperiode seinen Jagdausflug im Osten fortsetzen. Wie nachträglich bekannt geworden, ist auf der Fahrt des Kaisers nach Pröckelwitz ein Tier des feurigen Viererzuges scheu geworden und hat die kaiserliche Equipage in einen Graben gerissen. Der Wagen und das Geschirr sind ziemlich arg mitgenommen, von den Insassen ist Niemand verletzt.
Die Session des preußischen Landtages vor dem Pfingstfest zu schließen, ist versucht worden, aber nicht gelungen. Die Arbeiten werden, wie nunmehr feststeht, nach dem Feste wieder aufgenommen werden und dann noch etwa zwei Wochen beanspruchen. In den letzten Verhandlungen sind fortgesetzt nur Gesetze zweiten und dritten Ranges erledigt; dabei ist der Vorlage betr. die Geheimhaltung der Resultate zur Steuerveranlagung das Malheur passiert, abgelehnt zu werden. Die große Mehrheit des Hauses war der Ansicht, daß der Entwurf seinen Zweck nicht erfüllen, sondern nur Aerger und Verdrießlichkeiten schaffen werde. Von seinem Knrausfluge nach Karlsbad, den er zu Ostern an getreten, ist der Reichskanzler Gras Caprivi nach Berlin zurückgckehrt und hat seine Amtsgeschäfte sofort in vollem Umfange wieder übernommen. Von irgend welchen Rücktritts- gcdanken ist keine Rede mehr. Vorangecilt ist dem Reichskanzler ein Schreiben, worin sich der leitende Staatsmann über das Projekt einer Weltausstellung
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quanal-AbonneunntS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Wochenschau.
D i e Nähe des Pfingstfestes macht ihren Einfluß auf alles polifische Leben und Treiben bereits in erhöhtem Maße geltend. Die Gegensätze schwächen sich da, wo sie auftauchen, ganz bedeutend ab, und das Bestreben ist allenthalben sichtlich erkennbar, sich das lieblichste Fest des Jahres nicht durch kleinliche Tagesstreitereien verkümmern zu lassen. Das gilt sowohl von unseren inneren deutschen Verhältnissen , wie von der Gesamt - Politik. Einige Deutschenfresser und Revancheschreier in Paris waren schon wieder brav bei der Arbeit, ein tüchtiges Gericht des Hasses zusammenzukochen, dessen Vertilgung zu argen Scherereien zwischen dem deutschen Reiche und Frankreich führen sollte. Aber die ruhige Stimmung, welche die maßgebenden Kreise in Deutschland beseelt, hat diese Absicht nicht zur Ausführung gelangen lassen. Den Anlaß zu den neuen Pariser Exzentrizitäten gaben die bevorstehenden Festlichkeiten in Nancy, wo ein großes französisches Turnfest ab- gehalten werden soll, zu welchem Vertreter aller europäischen Universitäten mit Ausnahme der deutschen eingeladen sind, lieber diese Albernheit hat selbstverständlich kein Deutscher ein Herzleiden bekommen. Aber die Arrangeure dieser famosen Festlichkeit gingen noch einen Schritt weiter, sie erbaten in einem Rundschreiben von wohlhabenden Elsaß - Lothringern,
Marburg,
Sonntag, 29. Mai 1892.
IrftrUrmgerr auf die „Ober hessische Ikiturrg" für den Monat Juni werden von den Kaiserllchen Postan stallen, den Posthülfsstellen, Briefträgern, Herrn B. Rindt in Kirchhain und unserer Expedition (Marburg, Markt 21) entgegen- genommen. Hiesige Besteller erhalten die Zeitung vom Tage der Bestellung an bis zum Schlüße des Monats gratis; auswärtige gegen Einsendung der Ab.-Quittung Inserate finden weiteste Verbreitung durch
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Daube n. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Redaktion ^und l^pedition^ Markt 21. Illustriertes SonntaaMatt.
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Im Kan« -er Töne.
Roman von F Fothergill. Autorisierte deutsche Uebeitragung.
(Nachdruck verboten j (Fortsetzung.)
Olivier spielte sehr oft eine Melodie, von der er vollständig besessen zu sein schien — die- silbe, welche er vor sich hingesummt hatte, als ich chm zum ersten Mal begegnete: den Diarsch aus Leonore.
Daß sie große Freunde waren, daran konnte ich nicht zweifeln, eben so wenig daran, daß die Führerschaft auf Olivier's Seite war, dessen Zuneigung Helsen etwas väterliches hatte. Beide begegneten sich in der Liebe zu dem Knaben Siegmund hatte außerdem noch einen Anbeter in einem dritten Musiker, einem jungen Violoncellisten, Namens Karl Linders, der scheinbar einen großen Teil seiner Ersparnisse auf Spielzeug, Bücher und andere Sachen verwandte, die er dem liebenswürdigen Kinde zum Geschenk machte.
Dies alles gewahrte ich, ohne mich direkt auf's Beobachten zu legen und es machte auf mich den Eindruck, den die unbedeutendsten Kleinigkeiten, die Nch auf Personen beziehen, um die unser innerstes Kühlen und Denken sich dreht, immer auf uns machen; ich fühlte mich glücklich, sie alle zu kennen, »der gleichzeitig wurde mir meine Einsamkeit und Verlassenheit um so fühlbarer.
Die Zeit verging. Adelaide, welche jetzt Lady -« Marchant war, hatte wieder an mich geschrieben mü> mich nochmals ermahnt, vorsichtig zu sein. In chren ersten zwei oder drei Briefen hatte sie gesagt, das Leben, welches ihr Gemahl und sie führten, chr gefiele; dann aber erwähnte sie nichts mehr da- «w und dies Stillschweigen schien mir eine böse
Vorbedeutung. Adelaide hatte unter der Voraussetzung gehandelt, daß Sir Peter keineswegs ein Mann mit starker Willenskraft sei, daß er zwar in Geldangelegenheiten vielleicht etwas hart und schwierig, übrigens aber nicht der Mann sei, den eine geschickte, ihrer Vorzüge bewußte Frau nicht leiten könne Sie schrieb über Rom, erzählte, was für Personen sich dort aufhielten, was sie machten, wie sie aussähen, was sie anzöge und was ihr für Komplimente gemacht würden — und das war alles.
Stella schrieb, meine Briefe wären langweilig, worin ich ihr Recht geben mußte, und sie wisse nicht, was sie schreiben solle, da in Slernford nie etwas passiere
Was Olivier anbetrifft, so stand ich mit ihm noch in demselben Verhältnis, wie vorher — ober vielmehr in gar keinem; trotz der Nachbarschaft standen wir uns eben so fern, als vorher. Mit der Zeit ging mein Leben in eine Art Traum über, in welchem ich Morgens ausstand und mich Abends niederlegte, fo und so viele Stunden täglich übte, aß, trank und Stunden nahm; und dabei war mir, als ob ich jahrelang fo gelebt hätte und bis an's Ende meiner Tage fo weiter leben sollte.
Es war im Dezember, kurz vor Weihnachten. Der Winter hatte endlich Ernst gemacht und ein rauher Frost zwängte die Erde in eiserne Fesseln. Der Himmel hing stahlfarben über der Erde. Ein scharfer Wind machte das Wort im Munde gefrieren, pfiff feindlich um die Häuser und' blies jedem einen feinen schwarzen Staub ins Gesicht. Er unterfuhr die Schlittschuhläufer auf dem verhältnismäßig ge- schützten Teiche in der neuen Anlage im Mittelpunkte der Stadt, zeigte sich aber in seiner vollen Kraft auf dem flachen Felde, durch welches der Weg nach der großen allgemeinen Cchlittschuhbahn, dem Schwanmspiegel im Gräfenberger Thal führte.
Ich entdeckte diesen Ort eines Tages zufällig, als ich frische Luft schöpfen wollte und mich plötzlich am Rande der mit Schlittschuhläufern bedeckten großen Eisbahn befand. Mein Vlnt wurde bei dem Anblick warm; denn wenn ich auf irgend eine Fertigkeit stolz war, fo war es das Schlittschuhlaufen.
Wie ich fo da stand und die Läufer betrachtete, fiel mir ein, daß durchaus kein Grund vorhanden sei, weshalb ich mir dies gesunde Vergnügen versagen sollte. Ich sah sogar in der Ferne noch große Strecken spiegelglatten Eises, welches noch kein Eisen berührt zu haben schien.
Ich ging nach Hause und führte am folgenden Nack - mittag meinen Entschluß aus, obgleich es 3 Uhr vorüber war. als ich meine täglichen Arbeiten beendigt hatte.
Die Bahn war nicht so belebt, wie gestern, da es schon etwas spät war. Es war indessen noch lange nicht dunkel und drüben am leicht bewölkten Himmel ging silbern der Mond auf.
Ich legte schnell meine Schlittschuhe an und versuchte einige Wendungen und Kreisbewegungen zwischen den anderen Läufern. Da ich aber bemerkte, daß verschiedene nach mir sich umwandten, so richtete ich meine Augen auf das Schilfrohr, das ich trotz meine*' guten Augen nur eben in der Ferne erkennen konnte und wählte es zum Ziel. Sofort steuerte i* tapfer daraus los An einer Gruppe nach d-- anderen, )ie sich nach meinem vorbeifliegende^- scharlachnen Shawl Umsätzen, ging es vorüber 34 wars kaum einen Blick auf die Leute und sauste unaushaltjam dahin, bis ich nur noch ei**1? einzigen Schlittschuhläufer vor mir fah, ^ie Hände tief in den Taschen des liebet’*'18 vergraben, den Äragen über bie Obren gewo-‘ und den unvermeidlichen kleinen, grauen Hut der Fülle dunkeln Lockenhaare», hier, am -^bersten Rande, schwierige Figuren und
Zirkel beschrieb. Jede seiner Bewegungen und Wendungen verrieten Kraft, Gewandtheit unb Hebung. Es bedurfte keines zweiten Blickes, um ihn zu erkennen, selbst wenn er die dunkeln, glänzenden Augen nicht für einen Augenblick ernst auf mich gerichtet hätte, als ich neben ihm vorbeisuhr.
Ich eilte weiter, gerade gegen den Wind und suchte, noch eifriger als vorher, das Schilf zu erreichen. Es sollte meine einzige Gesellschaft fein, bis es Zeit fei, zurückzukehren. Er hatte mich wenigstens gesehen und ich konnte also sicher fein, nicht mit ihm zusammen zu treffen; denn er mied mich eben fo eifrig, wie ich ihn. Aber die erste frische Lust an dem Vergnügen war hin. Ein einziger Blick in sein Gesicht hatte genügt, für mich alles zu verändern. Ich lief noch eben fo schnell und sicher, wie vorher, aber bie Freude war dahin. Das angenehme Gefühl der Einsamkeit, welches ich so leicht unter Tausenden empfunden hätte, wenn er nicht darunter gewesen wäre, hatte mich verlassen. Der Wins> berührte mich kälter und ich fühlte mich schweffälliger — wenigstens kam es mir so %or SEe ich die Eisbahn verlassen, weil dies störende Element auf der Szene erschienen war. Nein, nein, nein! sagte ich etwas eifrig in mir. Aber ich biß mich auf die Lippe und unterdrückte einen Seufzer des Unmuts, als ich gewahrte, daß trotz meiner düsteren Reflexionen mein Herz einen stürmischen Freudenrnarsch schlug.
Das Tageslicht nahm ab und der Mond stieg höher. Die Leute gingen fort, da« aus der Ferne herüberklingende Gelächter verhallte und ich konnte nur noch undeutlich wenige Gruppen und einzelne Gestalten unterfdjeiben, ohne daß ich, fo sehr ich mich anstrengte, die Gestalten zu erkennen vermochte. Ich dachte nicht an bie Dunkelheit, an den langen