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eine nur Die Be-
mit Militär- und Polizeischntz versehen, als ob Revolution bevorstände, und trotzdem wagten wenige Leute auf die Straße sich hinaus, dortigen Zeitungen empfinden so etwas, wie schämung, angesichts dieses Pariser Mutes.
Marburg,
Sonntag, 8. Mai 1892.
schein! lägiich auyer an Wertragca naw Sonn- und Fcicrmgen. OuaNal-Abonuernents-Preis bei der Expe- biHon 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Psg. (ejfl. Bestellgeld). Insertionsgebühr für die gespaltene Zeile io Psg., Reklamen für die Zeile 25 Psg.
Die Anarchisten hatten sich in der letzten Woche zu ihrem Arbeitsfelde Belgien, und besonders die Stadt Lüttich, ausgesucht, in welcher an den beiden ersten Abenden vier Tyuamitexplosioneu stattfanden, durch welche zwar keine Menschen beschädigt, wohl aber schwerer Schaden angerichtet wurde. In Frankreich, Spanien, Italien fanden einige kleinere Attentatsversuche statt, die aber sämtlich glücklich vereitelt wurden. Auf ihre Suche nach den Ver
sehen.^ In Griechenland nimmt die Wahlagitation für die allgemeine Neuwahl zur Deputiertenkammer ihren Fortgang. Die Zahl der politischen Verbrechen im klassischen Hellas ist noch nie so groß gewesen, wie gegenwärtig.
Wochenschau.
Dian merkt langsam, daß es zum Sommer geht, denn es fängt an, still in der Politik zu werden. Tie Sitzungen des preußischen Abgeordnetenhauses zeichnen sich durch eine große Ruhe aus, die selbst in der Debatte über den Nachtragsetat, durch welchen das Gehalt bekanntlich für den Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg gefordert wird, keine Unterbrechung erfahren hat. Vielfach ist von dieser Verhandlung etwas Neues und Sensationelles erwartet worden; aber diese Erwartungen sind vollkommen getäuscht, nach der Beratung des Nachtragsetats ist es noch gerade so, wie vorher, nur, daß die geforderten Summen bewilligt worden sind. Es zeigt sich int Allgemeines sehr klar, daß keine Partei im Parlamente die Neigung verspürt, irgend welchen Streit ohne Grund heraufzubeschwören, und da die Regierung von vornherein sich der größten Liebenswürdigkett befleißigt hat, so ist auch keine Störung des friedlichen Verlaufs der noch ausstehenden Sitzungen zu erwarten. Nächst dem Nachtragsetat hat das Abgeordnetenhaus das neue Berggesetz, das sich aber verschiedene Aenderungen gefallen lassen mußte, sowie den Gesetzentwurf über die Verlegung des preußischen Buß- und Bettages angenommen. Man nahm bis vor Kurzem noch an, daß die Landtagssession bis zum Pfingstfest ihren Abschluß erreichen würde. Aber in dieser Beziehung gilt doch das: Trau, schau, wem? Die Budgetkommission hat den vielbesprochenen Gesetzentwurf auf Aufhebung der Steuerfreiheit der ehemals reichsunmittelbaren Familien im Wesentlichen nach der Regierungsvorlage angenommen. Die weitergehenden Entschädigungsansprüche der Interessenten sind verworfen.
Unser Kaiser ist von seinen vorwöchentlichen Reisen wohlbehalten nach Potsdam zurückgekehrt, wo Ende dieses Monats voraussichtlich die russische Kaiserfamilie zu kurzem Besuch eintreffen wird, falls nicht vorher das Leiden des brustkranken Großfürsten Georg, des zweiten Sohnes des Zarenpaares, eine ungünstige Wendung nimmt. Besondere politische Folgen dieses Besuches wird man ganz natürlich nicht erwarten dürfen; Deutschland weiß zu gut, daß Kaiser Alexander III. wohl ein rechtschaffener Mann, aber noch lange fein aufrichtiger Freund des deutschen Reiches ist. In dieser Woche begingen auch der Herzog und die Großherzogin von Sachsen- Koburg-Gotha das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Die Königin von England, welche in Darmstadt eine Woche zum Besuch anwesend gewesen war, ist
brechern ist die belgische Polizei von Glück begleitet gewesen, die Attentäter in Lüttich sind festgenommen und haben ihre That bereits eingestanden. Sie werden also der verdienten Strafe nicht entgehen.
Den Franzosen erwachsen aus den Anarchisten immer neue Verlegenheiten. Der wegen seiner Pariser Verbrechen zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Ravachol hat früher schon einen Raubmord verübt, auf dem natürlich die Todesstrafe steht und wegen dessen er vor dem Schwurgericht der Stadt Montbrison abgeurteilt werden soll. Ravachols Genossen haben mit neuen Attentaten gedroht, wenn ihr Freund zum Tode verurteilt und hingerichtet werde, und die heldenhaften Bewohner von Moutbrison haben nunmehr furchtbare Angst und wünschen Ravachol mit seinem Prozeß ins Pfefferland. Der Prozeßbeginn ist thatsächlich hinausgeschoben, aber das wird doch nicht zu lange dauern können, wenn der anarchistische Uehermut nicht alle Grenzen übersteigen soll.
Die italienische Deputiertenkammer hat dem Ministerium Rudini wegen seiner Finanzpolitik (das Kabinett kann mit den zur Verfügung stehenden Geldern ebensowenig auskommen, wie früher Ettspi) mit acht Stimmen Mehrheit ein Mißtrauensvotum erteilt, worauf alle Minister dem Könige ihre Entlassung überreicht haben. Man hatte allgemein darauf gerechnet, das Ministerium würde mit etwa dreißig Stimmen Mehrheit ein Vertrauensvotum erhalten, allein eine Spaltung der bisherigen Anhänger hat die Niederlage verursacht. Die Auswärtige Politik wird durch die Krisis in keiner Weise beeinflußt. Neue Geldbewilligungen wird die Kammer früher oder später doch machen. Rudini hatte bekanntlich fest versprochen, sich einzuschränken; aber ebensowenig es ihm gelungen ist, ausznkommen, ebensowenig wird das auch Anderen Personen gelingen.
Aus den österreichisch - ungarischen Parlamenten liegen interessantere Sachen nicht vor. Die Verhandlungen verlaufen sehr still. In Pest werden sehr großartige Veranstaltungen zur Feier des Jubiläums der ungarischen Königskrönung getroffen.
Wenn überall nach Dynamit gesucht wird, darf natürlich auch der Crieut nicht fehlen. Bulgarien ist es in erster Reihe, wo die Dynamitbolde, die dort aber keine Anarchisten, sondern direkte oder indirekte Agenten Rußlands sind, ihr Wesen treiben. Man hat in Rustschuck und anderen Orten eine ganze Zahl von Dynamitbomben entdeckt, gerade keine allerliebste Osterfeier. Zum Glück ist die bulgarische Polizei sehr wachsam, sonst könnte Fürst Ferdinand in Sofia seinen Palast eines Tages in der Luft be-
Deutsches Reich.
W. Aerki«, 7. Mai. Im NeuesteuMilitär- Wochenblatt ist zn lesen: Neues Palais, den 6. Mai. Kronprinz des deutschen Reiches und Kronprinz von Preußen, Kaiserliche und Königliche Hoheit, zum Sekondeleutnant int 1. Garde-Regiment zu Fuß ernannt; außerdem bei dem 2. Garde - Landwehr- Regiment ä la suite zu führen. — Die aktive Dienstleistung beginnt erst mit dem 18. Lebensjahre. —_ Der Großherzog von Hessen, welcher unserem Kaiser in Potsdam einen Besuch abgestattet hat, gedenkt heute von dort wieder in Darmstadt em- zutreffen. — Durch kaiserliche Ordres vom Schießplatz Meppen den 28. April wird genehmigt, daß in die Marineartillerie Schnellabladekanonen und zwar 15 cm und 10,5 cm von 35 Kaliber, 8,8 cm von 30 Kaliber und 5 cm von 40 Kaliber Länge, sowie eine 6 cm Bootkanone L/21 eingestellt werden. — Die Parlamentssession in Berlin dauert nach Pfingsten weiter. Da in der Wintersession des preußischen Landtages die neue Vermögenssteuer beraten werden soll, so sollen thun- lichst vorher alle kleinen Gesetze erledigt werden. Zu diesem Zwecke wird die jetzige Session über Pfingsten hinaus verlängert. — In Sachen der Gewerbe-Gesetzgebung liegen einige Meldungen vor: Eine von den bezüglichen Vereinen unter den Inhabern der Manufakturwarengeschäfte im ganzen deutschen Reiche veranstaltete Privat-Erhebung betreffend die Frage des Detailreisens hat bis jetzt das Ergebnis gehabt, daß die größere Mehrzahl der Befragten sich für ein unbedingtes gesetzliches Verbot des Detailreisens ausgesprochen hat. Die Resultate werden der Reichsregierung übermittelt werden. — Während die Sonntagsvorschriften für das Handelsgewerbe int deutschen Reiche am 1. Juli d. I. zur Geltung gelangen und gegenwärtig überall in den Gemeinden die deswegen notwendigen Anordnungen vorbereitet werden, kann noch immer nicht abgesehen werden, wenn es möglich fein wird, die Bestimmungen über die Sonntagsruhe in der Industrie und int Handwerk n Kraft treten zu lassen. Unter den heutigen Verhältnissen empfiehlt sich auch sicher keine lieber;
jetzt von dort nach London zurückgereist. Allerlei Sensationsmeldungen, welche an diesen Bestich an- knüpfeu, sind unbegründet. Der junge Großherzog Ernst Ludwig von Hessen ist Donnerstag zum Besuch des Kaisers nach Potsdam gekommen.
Die neue Militärvorlage und die Vermögenssteuer, welche jüngst angekündigt sind, haben natur= gemäß noch immer viel von sich reden gemacht. Während es indessen als ziemlich sicher anzusehen ist, daß Finanzmintster Dr. Miquel dem preußischen Landtage das neue Steuergesetz als Weihnachtangebinde darreichen wird, ist über die neue militärischen Forderungen, noch nichts Bestimmtes zu erfahren. Daß der Reichstag die letzte Militärvorlage noch nicht erhalten hat, kann wohl als sicher gelten, wenn dieselbe das Licht der Welt erblicken wird, ist noch unbekannt. Die Verzögerung hängt wohl mit ben Meldungen über einen bevorstehenden abermaligen Wechsel im preußischen Kriegsministerium zusammen, der jetzt auch von Zeitungen, die mit Militärkreisen anerkanntermaßen enge Fühlung unterhalten, angekündigt wird. Die Stellung des Berliner Kriegsministers scheint erheblich schwieriger geworden zu sein, seitdem der Reichskanzler selbst militärischer Fachmann ist und sein Urteil mit in die Wagschale wirft.
Die internationale Arbeiterfeier am ersten Mai ist in diesem Jahre noch stiller verlaufen, als im vorjährigen. Hinznkam, daß sehr schlechtes Wetter herrschte und die Ausflüge und den Besuch der Versammlungen ganz ungemein beeinträchtigte. Im deutschen Reiche ist von außergewöhnlichen Vorkommnissen überhaupt nichts zu verzeichnen und in den Staaten des Auslandes ist man über kleine Zwischenfälle auch nicht hinausgekommen. Ganz heidenmäßige Angst vor dem Verlauf des „roten Maitages" hatten die Franzosen, die Stadt war
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Ned.-inoi' und Eröediiion.^Martt 21. ZUuslriertes Sonntagsblatt. Berantwortlicher^Redakteur: Ch^ristovh Rautenhaus in Marburg
Anzeigen nimmt entgegen die Erpcdition dieses Blanes
'owie die Annonccn-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in' ,
Kayksurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rndols XXVII. (11)1(1(111(1 Moiie in Frankfurt a. M„ Berlin, München u. Köln - G. L. x) I 3 o
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover,'Paris'.
3m tiann der Löne.
Moman von F. Fothergill. Autorisierte deutsche Uebertragung.
^Nachdruck verboten, j (Fortsetzung.)
Ich hatte wenigstens eine für den Künstler notwendige Eigenschaft — ich konnte bei Gelegenheit meine Umgebung vollständig vergeffen und das that ich auch jetzt. Ich erinnerte mich an jenen Nachmittag in Köln und die Szene im Dome stand vor meiner Seele — der goldene Sonnenschein strömte durch die gemalten Fenster, die Melodieen und un= sichtbaren Sänger erfüllten die Lust und vor allem er, der an meiner Seite gesessen hatte, war wieder bei mir; ich fühlte wieder den Einfluß seines schönen Gesichtes, seiner hellen, befehlenden Augen. Alles, was mich an jenem glücklichsten Tage meines Lebens bewegt hatte, stand wieder vor mir und ich sang, wie ich nie vorher gesungen — wie ich es nie für möglich gehalten hatte.
Als ich zu Ende war, hatte das Gekicher aufgehört und lautlose Stille umgab mich. Die Damen sahen mich an, einige durch ihre Lorgnetten, andere, als ob ich ein fremdes Tier aus einer Menagerie flewesen wäre Die Herren flüsterten untereinavder und warfen lange Blicke auf mich. Ich achtete kaum darauf, sondern heftete meine Augen auf den Achter, der meinem Gesang zugehört hatte — auf q°rli Er zupfte an feinem Schnurrbart und schwieg eine zeitlang.
»Sie haben das schon früher gesungen, gnädiges Fräulein?"
„Nein; ich habe das Solo nur einmal gehört nnd Noten nie vorher gesehen "
„To!" Er verbeugte sich leicht, wandte sich zu den Ucbrigen und sagte: „Wir beginnen zunächst
dm Chor der Verdammten. Nun, meine Herrschaften, möchte ich Sie bitten, sich eines zu vergegenwärtigen, daß nämlich — Ruhe, meine Herren!" rief er scharf den Herren vom Tenor zu, die unbekümmert plauderten. „Ein Chor von verdammten Seelen singt anders, als wenn eine junge Dame im Zimmer ihrer Mutter trällert: „Der Mai ist gekommen!
Kaum einer von der Gesellschaft schien die Sache ernst zu nehmen. Die Damen kicherten; der Ausdruck ihrer Gesichter ließ sich vielleicht in die Worte Übersetzen: „O, Sie lieber boshafter Mann!" und die Herren flüsterten zusammen.
Es war denn auch wenig Ausdruck in jener herrlichen und wirklich schwierigen Stelle, wo die Chöre der Verdammten und Seligen mit einander wechseln, die ihren Gipfelpunkt bann in dem vom höchsten Sopran zum tiefsten Baß herabdonnernden „Weh!" erreicht.
„Bloßer Lärm und kein Verständnis," bemerkte der Dirigent, indem er, mit gekreuzten Armen gegen die Brüstung gelehnt, mit kaltem Selbstbewußtsein die Versammlung überflog. Ich sah, daß er sie verachtete, während er sich herbeiließ, sie zu unterweisen Die Macht dieses Mannes machte Eindruck auf mich und ich begann, mich für Um zu interessieren. Die hübschen, auf ihn gerichteten Gesichter ließen ihn kalt und all' die schwarzen, braunen, flauen uns grauen Augen, welche mit solch' rührender Andacht auf ihn sich hefteten, lockten nicht das eifefte Lächeln auf seine verächtlich verzogenen Lippen In unnahbarer Haltung und mit kalter, gleichgiltiger Stimme, die indessen manchmal eine mich verletzende Schärfe annahm, begann er: „Etwas schlechteres habe ich nie von Ihnen gehört. Meine verehrten Damen, meine Herren, versuchen Sie doch das, was Sie singen, sich vorzustellen!
Es ist kein Liebeslied, das Sie ohne Zweifel ausgezeichnet vortragen würden. Verstehen Sie doch, was vorgeht! Es ist der Kampf der Seligen mit den Verdammten, der Gehorsamen mit den Ungehorsamen. Finstere Wolken bedecken den Himmel, Rauch steigt auf, Flammen züngeln, Schwerter klirren in ben Reihen der Engel. Sehen Sie dort Michael, Gabriel, Raphael an der Spitze der himmlischen Heerscharen, auf der anderen Seite Satan und seine Genossen."
Aus diesem finsterm Gesicht blickte Mephistopheles, der Geist, der stets verneint. Und doch aus seinen kalten, spöttischen Zügen leuchtete ein Strahl der Begeisterung, die er der Versammlung vor ihm nicht eintrichtern konnte.
„Vergessen Sie doch, was Sie sind!" fuhr er, die Schultern ziehend, fort. „Vergessen Sie es einmal, daß nicht ein einziger von Ihnen jemals einen bösen Gedanken ober einen unheiligen Wunsch
„Ob sie nicht einsehen, wie er über sie spottet?" dachte ich.
Er hatte weder laut noch erregt ober mit Gestikulationen gesprochen; aber seine Worte übten ihre Wirkung ebensowohl auf die kichernden und achenden Mädchen, wie auch auf die selbstgefälligen jungen Herren. Sie begannen mit mehr Nachdruck und der Chor ging besser.
Ich meinerseits war tief bewegt. Jetzt verstand ich den Einfluß dieses Mannes und beugte mich der Macht seines Willens, die seine dunklen Augen mir selbst im Hintergründe, wo ich stand, offenbarten, wenn er sie bann und wann auf mich heftete.
Am Schlüsse fragte ich ihn schüchtern: „Glauben Sie, daß ich eintreten kann? Genügt meine Stimme ?"
Sein Gesicht zeigte einen eigentümlichen Aus
druck, als er trocken erwiderte: „Ja, mein Fräulein, Sie können dem Verein beitreten. Bitte, kommen Sie doch mit. Pardon, Fräulein Sierstorf — ein anderes Mal. Ich habe leider jetzt Geschäfte."
Ein finsterer Blick von einer hübschen Brünette, die verbindlich lächelnd mit einem offenen Notenblatt auf ihn zukam, um ihn um etwas zu fragen-, beantwortete diese gelassene Abweisung. Der finstere Blick galt mir
Ohne sie weiter zu beachten, führte er Anna und mich in ein kleines Nebenzimmer, wo ein Pult mit Schreibmaterialien sich befand.
Er trug meinen Namen und meine Wohnung ein und fragte dann: „Sind Sie schon lange hier?"
„Noch nicht ganz 8 Tage."
„Wollen Sie länger hier bleiben?" „Wahrscheinlich einige Monate"
„Hm, wenn Sie Fortschritte zu machen wünschen müssen Sie länger bleiben."
„Es hängt nicht von mir ab, wie lange ich bleibe."
Er lächelte fast, aber nicht unangenehm; denn ein finsteres Gesicht bekam dadurch einen sreund- icheren Ausdruck.
„Das konnte ich mir denken. Ich werde Sie morgen Nachmittag um 4 Uhr besuchen; ich möchte gern mit Ihnen über Ihre Stimme sprechen. Adieu, meine Damen "
Er verabschiedete uns mit einer leichten Verbeugung und wandte sich wieder dem Pulte zu, während wir fortgingen.
Wir waren ziemlich einsilbig auf dem Heimwege. Anna fragte mich plötzlich, wo ich das Singen gelernt hätte.
„Ich habe es eigentlich gar nicht gelernt, sondern arm es aus mir selbst."