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WSchmüiche Bettagen: Kreis-Blatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain.

Druck ifiib Berlag: Jvh. Äug. Koch, UniverstätS-Buchdruckerei in Marburg. ft&fllrt W Verantwortlicher Redakteur: Christoph RautenhauS in Marburg

Reaktion und Expedition: Markt 21.- W Vit wVUmU||vv^mi* Redaktion und Expedition: Markr 21.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Soun- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionsgMhr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Dienstag, 3. Mai 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Amwncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. M>, Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XXM. Jahrgang.

» 120 . 1. » 1.40 , 150 , 150 , 1/0 180 2 50 3. Dtabeira, Tckyrr gner.

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1/2 Mk, wanden» 20 Mk.,

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' Deutsches Reich.

W. Kcrlin, 2. Mai. Unser Kaiser ist von feinen vorwöchcntlichcn Reisen in der Nacht zum Sonntag wohlbehalten wieder im Neuen Palais bei Potsdam eingctroffcn. Von der Insel Helgoland, ans welcher der Monarch die Befestigungsarbeiten in Augenschein genommen hatte und während der Nacht zum Sonnabend verblieben war, traf derselbe <m Bord des PanzerfahrzeugesBeowulf" mit seinem Bruder, dem Prinzen Heinrich und dem Erb- grobhcrzog von Oldenburg, Sonnabend Nachmittag in Nordenham «in und wurde jubelnd bewillkommnet. Unter lauten Hochrufen wurde die Reise nach Potsdam angctrclcn, wo, wie erwähnt, am Abend die Ankunft erfolgte. Am Sonntag hörte der Kaiser mehrere Vorträge, verblieb aber des naßkalten und zeitweise rauhen Wetters wegen im Palais. Der Kaiser sandte dem Großhcrzog von Baden zu dessen 25 jährigem Rcgierungsjubiläum ein Glückwunsch­schreiben, in dein es heißt: Der Tag des Regierungs­antritts wird nicht nur von der jubelnden Begeisterung der getreuen Badenser, sondern soweit die deutsche Zunge klingt, mit freudiger Teilnahme begrüßt. Möge es dem Großherzog vergönnt sein, noch lange Jahre die Früchte seiner, dem Wohle seines gesegneten Landes unablässig gewidmeten Fürsorge zu genießen und vereint mit den übrigen deutschen Fürsten für die Größe des Reichs zu wirken. Der Nach­trag sctat vor der Budgetkommission. Die Budget- kommifsion des preußischen Abgeordnetenhauses hat am Sonnabend, wie von vornherein selbstverständlich war, den Nachtragsetat (Gehalt für den neuen Mi­nisterpräsidenten Grafen Eulenburg) nach kurzer Debatte bewilligt. Bereits in allernächster Zeit wird, wie verlautet, dem preußischen Abgeordneten­hause ein Gesetzentwurf über die Geheimhaltung der Steuer listen zugeyen. Ueber die Höhe einer besonderen Besteuerung des fundierten Einkommens in Preußen, die bekanntlich in den Plänen des Finanzministeriums Dr. Miquel zur Fortführung der Steuerreform einen wichtigen Platz einnimmt, finden sich in manchen Blättern übertriebene Mutmaßungen. DieNatlib. Korr." bemerkt dazu: Es kann natürlich in dem jetzigen Stadium der Angelegenheit von einem bestimmten in Aussicht ge­nommen cnen Steuersatz noch nicht die Rede fein. Doch wird man in der Annahme nicht fehlgehen, daß bei den bezüglichen Erwägungen ein Steuersatz von etwa */4 bis höchstens vom Tausend des Kapitals ins Auge gefaßt ist." Wie dasVolk" und

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Im Kau« brr ge«t.

Roman von F. Fothergill.

Autorisierte deutsche Uebertragullg.

(Nachdruck verboten-!

(Fortsetzung.)

Bei näherer Betrachtung kam ich zu der An­sicht, daß er unglücklich sein müsse, denn seine Augen zeigten in der Ruhe doch eine gewisse Schüchternheit und Zerstreutheit, die fast an Traurig­keit grenzte Mit seinen breiten Schultern und seiner in jeder Hinsicht prächtigen Statur unter­schied er sich doch sehr von den Idealen rein kör­perlicher Schönheit, für die, meiner Beobachtung nach, die neuen Romanschreiber eine so große Vor­liebe haben.

Um Mund und Augen bemerkte ich Linien, die von einem festen, um nicht zu sagen, herrschsüchtigen Willen zeugten; ein gewisser Schwung der Lippen und die Bewegung der vollen und doch feinen Nasenflügel verkündeten großen, aber edlen Stolz. Er erschien mir jetzt älter, als ich zuerst gedacht hatte und sein Gesicht magerer; gewisse Höhlungen in den Wangen, die beiden Linien zwischen den Augenbrauen und die Schärfe der Züge, begleitet von einer gewissen Mattigkeit, verrieten eine strenge und verzehrende geistige Thätigkeit- Es war im llianzen ein älteres, durchgeistetes und imponierendes Gesicht, weniger das eines jungen unk schönen Mannes, als vielmehr das eines Denkers und Ge­lehrten. Endlich bekundete die kalte Ruhe, Ueber- legung und Gemächlichkeit bei allein, was er sagte und that, daß er eine einflußreiche Persönlichkeit sein müßte, die an's Befehlen gewöhnt war und deren Befehle ohne Frage ausgeführt wurden. Ich kam ru dem Schlüsse, daß er, wie wir uns in unserer Heimat ausdrückten,Herr in seinem eigenen Hause" sei.

dieKrcuzztg." übcrciustimmclid melden, hat die konservative Fraktion des preußischen Abgeordneten­hauses am Freitag Abend über die Aenderung des konservativen Parteiprogramms beraten. Es wurde einstimmig beschlossen, im Programm zur Judenfragc entschieden Stellung zu nehmen. In Sachen der Schloßverschönerungspläne in Berlin ver­lautet, daß das Lottcricprojckt, welches sich zunächst nur auf die Südseite des Schlosses bezog, vorläufig bis auf Weiteres vertagt sei. Die Lotterie fei bereits vollständig vorbereitet gewesen: Es handelte sich um die Ausgabe von 100 000 Loosen ä 80 Mk. Von den 8 Millionen Mark sollten etwas über 4 Millionen zn Gewinnen verwandt werden, der Rest zur Hälfte für die Kosten der Nicdcrreißuug der Häuser zwischen Kurfürstenbrücke und Brciteslraße und zur andcreu Hälfte zu Provisionen für die Bankiers und Lotterieunternchmcr. An letztere waren die Loose schon vollständig begeben, selbstverständlich Alles unter Vorbehalt der ministeriellen Genehmigung. Dem Minister des Innern Herrsurth lag der Lotterie­plan zwar nicht als amtliche Journalnummer vor, aber als vorläufige private Mitteilung. Die Rückkehr Emin Paschas und desI)i-. Stuhl- mann nach dem Viktoria-Nyanza wird demReichs­anzeiger" zufolge durch ein Telegramm des Gou­verneurs von Soden aus Dar - es - Salaam be­stätigt. Das amtliche Blatt bemerkt hierzu in seinemnichtamtlichen" Teile:Jetzt wird gemeldet, daß die Expedition, welche also schon längst die deutsche Interessensphäre überschritten hatte, bis nach llndussuma gelangt war. Undussuma liegt nach Mit­teilung des Telegramms westlich vom Albert-Nyauza Nuanza und zwar 11/2 Grad nördlicher Breite; dort -hätten Hunger und Krankheit den Weitermarsch ver­hindert. Emin Pascha wäre also nicht bis Wadclei gekommen und hätte also auch nur die südwestliche Ecke des Albert-Nyauza erreicht, von wo die Umkehr erfolgte." Bei der Ausführungskommission des deutschen Kolonial lotter iekomit ces ist die telegraphische Meldung ein getroffen, daß nach an die Dcutschostafrikanische Küste gelaugten Nachrichten Baron Fischer mit seiner Expedition Tabore wohl­behalten erreicht hat, daß dagegen Oskar Borchert erkrankt ist und an seiner Stelle Graf Schweinitz gemäß der für diesen Fall getroffenen Anordnung die vorläufige Führung der Expedition übernommen hat.

Eine Reihe von Artikeln derHamb. Nachr." giebt uns wieder Kunde von dem, was man im Sachsenwalde denkt. Zunächst wird der Nordd. Allg. Ztg." gegenüber, die von einem

Nun, sind Sie zu einem Entschlüsse gekommen?" fragte er mit einem humoristischen Aufblitzen seiner Augen.

Ich . . . o, verzeihen Sie!"

Dessen bedarf es nicht," antwortete er.Aber sind Sie zu einem Entschlüsse gekommen?"

Zil einem Entschlüsse, worüber?"

Ob ich Vertrauen verdiene oder nicht."

Daran habe ich nicht gedacht," sagte ich und zu meinem Trost befreite das Erscheinendes Kellners, der die Vorbereitungen zum Mahle traf, mich aus der unbehaglichen Lage und vor jeder weiteren Antwort.

Wie sollen wir dies Mahl bezeichnen? ' fragte er, als der Kellner wieder verschwand, um die Speisen zu holen.Zum Mittagessen ist es zu spät und zum Abendbrot zu früh. Können Sie einen Namen vorschlagen?"

Bei uns zu Haufe ist es jetzt gerade die Zeit für den Nachmittags-Thee."

Ah, richtig! Ihr englischer Nachmittags - Thee ist sehr . - Er brach plötzlich ab.

Sind sie in England gewesen?"

In Deutschland trinken wir um diese Zeit unseren Nachmittags-Kaffee," sagte er, mich mit seinen glänzenden Augen ansehend, als ob er nie etwas von mir gehört hätte. ,Dann kommen die Damen zusammen, um zu kla o, behüte! was wollte ich sagen? um ernst über wichtige Gegen­stände zu beraten. Es giebt Leute, die niederträchtig genug sind, diese ganze Ceremonie einen Kaffeeklatsch zu nennen. Wir werden jedenfalls ernst über wich­tige Dinge sprechen; deshalb denke ich, wir nennen es unseren Kaffeeklatsch, obgleich wir keinen Kaffee dabei trinken."

O ja, wenn Sie wollen."

großen Aufschwünge der wirtschaftlichen Verhältnisse in den Dreibundstaaten spricht und besonders auf das fortschreitende Gedeihen Oesterreichs hinweist, bemerkt, daß, wenn ihre Schilderung zuträfe, Deutschland durch seine wirtschaftlichen Verträge mit Oesterreich den Aufschwung dieses Staates hervor- gcrufen habe und ihn aus seiner Tasche bezahle. Die ganze Schilderung der wirtschaftlichen Sage sei aber falsch. Man höre im Gegenteile, daß auf den meisten Gebieten der wirtschaftlichen Thätigkeit Stagnation, Mangel an Vertrauen und an Unter­nehmungsgeist herrscht.Wir lassen die Gründe davon hier, da wir nicht polemisch werden wollen, unerörtert, aber dadurch, daß man die Thatsachen leugnet, wird man sie nicht ans der Welt schaffen." Die gegenteiligen Behauptungen derNordd. Allg. Ztg." machten den Eindruck, daß in den Regieruugs- kreisen die wirklichen Vorgänge nicht bekannt seien; denn man werde nicht aimehmen wollen, daß offiziöse Artikel die Absicht haben könnten, die Bevölkerung absichtlich zu täuschen.Wenn die erste Eventualität zuträfe, so müßte das für die Zukunft bedenklich stimmen, die Annahme der zweiten aber wäre unwürdig."

Sodann wird bezüglich des netten schweizerischen Gesetzes über die Auslieferung politischer Verbrecher bemerkt, dieses Gesetz sei die Frucht des diplo­matischen Druckes, der seiner Zeit deutscherseits anläßlich der Wohlgcmuth - Affaire auf die Eidge­nossenschaft ausgeübt wurde.Das neue schweizerische Auslieferungs-Gesetz bildet eine Quittung über die Richtigkeit des Vorgehens der deutschen Diplomatie in der Wohlgemuth-Affaire; ohne dasselbe wäre es wahrscheinlich kaum möglich gewesen, das Gesetz in der Schweiz durchzubringen und die Anarchisten würden nach wie vor dort ungestört Unterkunft zu gewinnen vermögen."

Eine weitere Auslassung erklärt betreffs der Sozialdemokratie:Man wird sich früher oder später überzeugen, daß sich int Kampfe gegen die Sozialdemokratie so wenig wie in dem gegen die Anarchisten mit juristischen Waffen erfolgreich fechten läßt, sondern daß dieser Kampf in Wirklichkeit nichts Anderes ist, als eine entschiedene Kriegführung eines Teiles der bürgerlichen Gesellschaft gegen die anderen Teile."

Die Ansicht derKrcuzztg." und des Herrn Stöcker, daß die Jndcrnnitätsfordcrung von 1866 ein großer Fehler Bismarcks gewesen sei, wird ent­schieden zurückgewieseu:Die Durchführung der deutschen Einheit in ihrem seit 1866 begonnenen

Er legte ein Stück Kotelette aus meinen Teller und schenkte mir gelben Wein in mein Glas. Um mich mit der Würde eines Erwachsenen zu benehmen und um zu zeigen, daß ich auch etwas wüßte, fragte ich, ob das Hochheimer wäre.

Er lächelte.Es ist kein Hochheimer über­haupt kein Rheinwein; es ist Moselwein Doktor."

Doktor?"

Doktorberger. Ich weiß nicht, weshalb er so genannt wird; aber er ist ausgezeichnet so sagen alle seine Freunde, von denen ich einer der wärmsten bin. Versuchen Sie ihn."

Ich folgte der Aufforderung und gestand, daß er mir sehr gut schmeckte. Wir aßen und tranken einige Zeit schweigend; ich war in der Thal sehr hungrig. Jp wurde mir auch bewußt, daß ich mich durchaus nicht unbehaglich fühlte und daß die zu erwartenden Vorwürfe von Seiten Sir Miß Hallam's jedenfalls nichts Schreckliches für mich hatten. Ich fand mich nie heiterer und wohler als jetzt, aber ich fühlte, daß dies nicht recht, sondern ungehörig und unpassend war und versuchte, irgend etwas Un­angenehmes zu entdecken Das Einzige, was ich zu sagen wußte, war:Ich fürchte, daß ich Ihre Zeit in Anspruch nehme. Vielleicht hatten Sie irgend etwas zu besorgen, als Sie mich trafen."

Als ich Sie traf, hatte ich weiter nichts zu besorgen, als in den Düsseldorfer Zug zu steigen, der, wie Sie wissen, schon fort war. Ich kann heute Abend meinen Geschäften nicht mehr nach­gehen; daher verschlägt es mir nichts. Ich befinde mich sehr gut."

Ich freue mich sehr, daß ich Sie getroffen habe," sagte ich, mutiger werdend, da mein Begleiter bei all seiner ausgezeichneten Höflichkeit und Auf-

Aufschwunge zu lähmen, können wir uns fein wirk­sameres Mittel denken, als die Politik, welche die Krcuzztg." seit 1866 ihrerseits nachträglich empfiehlt und vertritt. Wenn man von der deutschen Ent­wicklung, wie es dieKrcuzztg." thut, gänzlich absieht, wenn man außerdem den inneren Frieden in dem vergrößerten Preußen als nebensächlich und wertlos auffaßt, dann hätte man allerdings, gestützt auf die Begeisterung der damaligen Siege, eine Zeit lang ein vergrößertes und im Sinuc derKrcuzztg." ge­waltsam beherrschtes Preußen Herstellen können. Mit diesem Ideal mag dieKreuz-Zeitungs"-Polisik verträglich sein, mit der Gründung und her Er­haltung des Deutschen Reiches aber ist sic cs nicht."

Schließlich wird von denHamb. Nachr." mitge- teilt, daß einem Telegramm des Herrn v. Schönerer an den Fürsten Bismarck zum 1. April, lautend: Heil Alldcutschlands größtem Sohne" von der österreichischen Postbchörde die Beförderung zersägt ist. Die deutsch-nationalen Abgeordneten in Wien haben sich deshalb beim österreichischen Ministerium beschwert.

Die soeben im Verlag der kgl. Hofbuchhandlung von Mittler u. Sohn erschienene Rang- und Quartier liste der kgl. preußischen Armee für das Jahr 1892 hat diesmal wesentliche organisatorische Neuerungen nicht zu verzeichnen. Dagegen zeigt dieselbe in personeller Beziehung mehrfach Veränderungen gegen das Vorjahr.

In dieser Beziehung ist zu bemerken, daß die Kommandanturen der Festung Neiße und der Stadt Hannover eiugegangcit sind. Neu aufgeführt werden diesmal die Stelle eines Abteilungschefs der Feld­artillerie-Abteilung im Kriegsministerium, sowie die Kommandanturen der 6 Truppenübungsplätze bei Arys, Darmstadt, Hagenau, Jütcrbogk, in der Senne (Standort Paderborn) und bei Wesel, sowie die lliiteroffizier-Vorschulen in Jülich und Wohlan und das Kadettenhaus in Karlsruhe.

Durch den Tod verloren hat die Armee int Jahre 1891/92 Sc. Majestät den König Karl von Württem­berg, Chef des Jufanterieregintents Nr. 25. Se. königl. Hoheit den Großherzog Ludwig IV. von Hessen, Chef der Snfantcrieregimenter Nr. 81 und Nr. 115, des Dragonerregimeuts Nr. 23 und des Feld - Arlillerieregiments Nr. 25. Sc. königl. Hoheit den Großfürsten Nikolaus von Rußland, Ehef des Kürafsicrregimeuts Nr. 5. Sc. königl. Hoheit den Großfürsten Konstantin von Rußland, Chef des Hufareitreginieuts Nr. 9. Den General-Feld- iitarschall Grafen Moltke, den General der Infanterie

merksamkeit gegen mich, keine Frage nach meiner Beschäftigung, meiner Reisegesellschaft oder über meinen Aufenthalt in Düsseldorf that und dadurch als ein vollkommen feiner Mann in Wort und That sich bewies. Er fragte auch nicht, wie es käme, daß meine Angehörigen nicht auf mich gewartet hätten, obgleich es ihn doch wundem mußte, daß zwei Leute ein junges Mädchen ohne Geld und Er­fahrung verlassen konnten und es ihm überließen, zu folgen, fo gut es konnte. Er nahm mich, wie er mich fand und behandelte mich, als ob ich eine ausgezeichnete und wichtige Person wäre. Aber auf meine letzte Bemerkung antwortete er mit demselben eigentümlichen Lächeln, welches mich jedesmal über­raschte:Die Freude ist nicht nur auf Ihrer Seite, mein Fräulein. Ich darf doch annehmen, daß Sie mir Vertrauen schenken?"

Es wäre undankbar von mir, wenn ich nicht mit solchem mit solchem" ich stotterte und brach ab, wobei ich ihn verwirrt ansah. Ich sah plötzlich einen eigentümlichen Glanz aus seinen Augen sprühen und über sein Gesicht ziehen, der indeß so­fort wieder verschwand. Obschon ich ihn im nächsten Augenblick nicht mehr hätte beschreiben können, ließ er doch zwei gleich heftige Wünsche in mir zurück. Ich wünschte, daß ich ihn nie gesehen hätte und gleichzeitig, ihn immer wieder zu sehen: ich wollte diesem Blick fliehen und sehnte mich doch damach. Meine Augen trafen in diesem Augenblick auf einen Spiegel.

Zu Hause pflegten sie mich halb scherzhaft, halb ernst die fchöne May zu nennen, ohne daß ich etwas darauf gegeben hätte; ich hörte das allerdings ganz gern, hatte aber nie daran gedacht, ob die Bezeich­nung eine passende wäre oder nicht. Durch die Auf­merksamkeit und den Antrag Sir Peters war ich