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Erscheint täglich nutzer an Werktagen nach Sonn- und Feienagen. - Ouartal-Abonncuients-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnserttonsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Dienstag, 26. April 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler ta vvmi rs, t Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf AAVlI.tÜhrQQUQ Moste in Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln; G. & Daube u. Co. in Frankfurt a. M Berlin, Hannover, Parisi

Wöchmüiche BeUagm: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Redaktion ^nnd SpeditionMarkt 21. Illustriertes Sonntagsblutt. Redaktion und Expedüion: Markt 21. 8

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Kekelliruge« auf dieOberh. Zeitung" für die Monate Mai und Juni werden ent­gegengenommen von allen Postanstalten, sowie von unserer Expedition in Marburg, Markt Nr. 21, und unserer Vertretung in Kirch­hain, Herrn B. Rindt.

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Die Grundzüge der weiteren Steuerreform.

DerReichs- und Staats-Anz." veröffentlicht in seinem nichtamtlichen Teile folgendes:

Die von der Staatsregiernng in Angriff genommene Reform der direkten Staats ft e nein sowie der Kommunalbesteuerung, welche nunmehr in ihrem ersten Teile im wesentlichen zur Durch­führung gelangt ist, verfolgt vorzugsweise folgende Ziele:

1) Eine gerechtere und gleichmäßigere Veran­lagung der Einkommensteuer und der Gewerbesteuer unter gleichzeitiger Entlastung der geringeren Ver­mögen und kleineren Gewerbebetnebe.

2) Die Verwendung der Mehrerträge aus der Einkommensteuer sowie der bisherigen Uebcrwci- sungen aus den Getreide- und Vichzöllen zur Verminderung bezw. Beseitigung der staatlichen Doppelbesteuerung des Grundbesitzes und der Ge­werbebetriebe und zu diesen! Behufe

3) Ueberweisung zuerst von Grund- und Ge- bäudesteuer, demnächst von Gewerbesteuer an kommunale Verbände bezw. Außerhebungsetzuug dieser Steuern oder Teile derselben nach Maß­gabe der Finanzlage.

4) Anderweite durchgreifende Regelung des Kommunalsteuerwesens auf der so gewonnenen Grundlage, insbesondere wesentliche Begründung der Kommunalstcuern auf den mit der Gemeinde unzertrennlich verbundenen Objekten und Ver­minderung der unsicheren und übermäßigen Zu­schläge zu der zum Hauptträger staatlicher Be­steuerung gewordenen Einkommensteuer im gleich­mäßigen Interesse des Staats und der Gemeinden.

5) Endlich weitere Umgestaltung der Einkommen­steuer insbesondere zum Zwecke einer besonderen Heranziehung des fundierten Einkommens im Verhältnis zu deni eigentlichen Arbeitseinkominen.

Man nahm bisher an, daß es gelingen werde, auf Grund des Mehraufkommens der neuen Ein­kommensteuer unter Hinzurechnung der obenerwähnten

Ucberweisungcn auf die Hälfte der Grund- und Gc- bäudesteuer zu gunsten der Kommunalbesteuerung verzichten zu können. Das über Erwarten günstige Ergebnis der neuen Veranlagung der Einkommen­steuer läßt nunmehr aber hoffen, nach dieser Rich­tung weiter gehen zu können, da die Staatsregierung in Uebereinstimmung mit dem Landtage daran fest­hält, die Mehrergebnisse der neuen Einkommensteuer lediglich zur weiteren Durchführung der Reform und zur Entlastung der Steuerpflichtigen zu verwenden.

Obwohl dies gegenwärtig noch nicht mit Sicher­heit übersehen werden kann, ist doch anzunehmen, daß die neue Einkommensteuer für 1892/93 ein Aufkommen von etwa 120 Millionen Mark bringen dürfte, sodaß in diesem Falle 40 Millionen Mar zu weiteren Entlastungen verwendet werden können. Die Ucberweisungen an die Kommunalverbände aus den Getreide- und Viehzöllen haben in den letzten Jahren rund 47 Millionen Mark betragen, wöbe allerdings zu berücksichtigen ist, daß dieser hohe Betrag wesentlich Folge geringer Ernten in Deutsch­land war. Die neuen Handelsverträge dürften unter der Annahme der Fortdauer einer Einfuhr in bis­heriger Höhe diese Ueberweisungen auf etwa 30 Millionen Mark vermindern; man wird daher für die Zukunft, namentlich im Falle des Eintretens besserer Ernten, "den durchschnittlichen Betrag dieser Ueberweisungen, so lange die Korn- und Viehzölle in dem jetzigen Betrage erhoben werden, kaum auf höher als 20 bis 25 Millionen Mark schätzen dürfen. In diesem Falle würde der zur Verwendung für die Steuerreform zur Disposition stehende Ge­samtbetrag sich auf rund 60 Millionen Mark er­höhen. Der Etat für 1892,93 veranschlagt

die Grundsteuer auf . . . 39907000 Mk. die Gebäudesteuer auf . . 35086000 Mk. insgesamt also auf rund . 75000000 Mk.

Gelangte der obige volle Gesamtbetrag von 60 Millionen Mark zur Verwendung, so würde der Staat auf 4/5 der Grund- und Gebäude- fteuer verzichten können. Verblieben dagegen den Kreisen die bisherigen Ueberweisungen etwa in silierten Beträgen und unter einem reformierten Ver­teilungsmaßgabe, so wäre der Staat immer noch in der Lage, reichlich die Hälfte der Grund- und Ge- bäubefteuer außer Hebung setzen zu können, und es würde auch hierin schon eine wesentliche Erleichterung für eine planmäßige Reform der Kommunalsteuerii liegen. Unter diesen Voraussetzungen würde die gegenwärtig in der ersten Veranlagung begriffene neue Gewerbesteuer, welche mit höchstens 1 Proz.

des Brutto-Ertrags erhoben wird, vorerst bestehen bleiben, so lange nicht die Finanzlage es gestattet, mit Ueberweisungen von Grund- und Gebäudesteuer weiterzugehen oder in der staatlichen Besteuerung au: die Realsteuern ganz zu verzichten. Dabei würde dann die Frage in Betreff einer der Belastung des Grund und Bodens und der Gewerbe entsprechenden Heranziehung des Rentkapitals in einer angemessenen Form wieder in den Vordergrund treten.

Es kann aber auch in ernste Erwägung kommen, das letzte Ziel der staatlichen Steuerreform schon jetzt unmittelbar in Angriff zu nehmen und zugleich auf diese Weise eine angemessene Unterscheidung des fundierten und nichtfundierten Einkommens durchzu­führen. Diese letztere Aufgabe stößt innerhalb der Einkommensteuer auf große finanztechnische Schwierig­keiten, insbesondere in Betteff desjenigen Einkommens aus Grundbesitz und gewerblichen Betrieben, welches ungetrennt aus fundierten und nichtfundierten Ein­kommen besteht. Viel leichter läßt sich das unbedingt anznstrebende und bei einer hoch entwickelten Ein- tommenfteuer fast unerläßliche Ziel einer stärkeren Heranziehung des fundierten Einkommens in der Form einer Ergänzungsstener zur Einkommensteuer erreichen, welche die Wertobjekte nach Abzug der Schulden mit einer im Verhältnis zum ermittelten Werte nur sehr geringen Quote direkt trifft.

In anderen Ländern, namentlich in der Schweiz und in Amerika, hat man damit sehr gute Erfolge erreicht.*) Schlüge man diesen Weg ein, so würde der Staat auf die Hebung der gesamten Grund- und Gebäudesteuer und der gesamten Gewerbesteuer ver­zichten, sowie die Bergwerkssteuer mindestens voll­ständig umgestalten bezw. wesentlich ermäßigen können und damit eine Einnahme von rund 100 Millionen Mark aufgeben.

Dieser Einnahmeverlust wäre zu decken durch das Mehraufkommen der Einkommensteuer und die bis­herigen Ueberweisungen aus Getreide- und Viehzöllen an die Kreise, endlich durch die bezeichnete, alle Quellen des fundierten Einkommens gleichmäßig treffende Ergänzungssteuer im Betrage von etwa 3540 Millionen Mark.

Dian könnte aber auch in einem Ucbergangs- stadium sich z. Zt. auf die Anßerhebungsetzung von :,/4 der Grund- und Gebäudesteuer beschränken, die Gewerbesteuer für den Staat vorerst noch beibehalten, die Ueberweisung des Aufkommens aus den Getteide- und Viehzöllen in fixierten Beträgen und nach einem

*) Soeben hat auch die holländische Regierung einen Gesetzentwurf auf dieser Grundlage den Kammern vorgelegt.

besseren Verteilnugsrnaßstabe bestehen lassen und den unter diesen Voraussetzungen dein Staate erwachsenden Ausfall von etwa 1820 Millionen durch die er­wähnte Ergänzungssteuer decken.

Im Finanz-Ministerium werden gegenwärtig die verschiedenen Eventualitäten und die zahlreichen habet in Betracht kommenden Einzelfragen einer eingehenden Prüfung unterzogen.

Es wird beabsichtigt, dein von Anfang an auf- gestellten Plan entsprechend die betreffenden Vorlagen zum Abschluß der Steuerreform für den Staat und die Kommunen zeitig dem nächsten Landtage vorzulegen.

Deutsches Reich.

W. Nerki«, 25. April. Der Kaiser hat den Besuch beim Frhrn. v. Stumm, der erst abgesagt sein sollte, doch noch ansgeführt und begiebt sich von seiner Reise nach Schwerin, wo am Mittwoch die Beisetzung der Großherzogin Alexandrine stattfindet. Zu den Beisetzungsfeierlichkeiten ist bereits am Sonn­tag der Großfürst Wladimir von Rußland mit seiner Gemahlin eingetroffen. Nach erfolgter Beisetzung der Großherzogin Alexandrine in Schwerin wird der Kaiser seine bereits vorher festgesetzte Reise fortsetzen und zum Regierungsjubiläum des Großherzogs von Baden am 29. d. M. in Karlsruhe eintreffen. Im September beabsichtigt der Kaiser zur Elchjagd nach Gothenburg zu reifen; dieser Ausflug ist aber zu Unrecht mit der Sommerreise des Kaisers an der norwegischen Küste in Verbindung gebracht worden, die für den Juli in Aussicht genommen ist und von der der Kaiser erst wieder nach Deutschland zurück- kehrt. Nach der Uebersiedeluug des Kaiserpaares nach dem Neuen Palais bei Potsdam ist dort ein Telegraphenamt mit der BezeichnungNeues Palais" eröffnet worden. lieber den Rücktritt des preußischen Kriegsministers v. Kalteuborn-Stachau war schon seit Wochen gesprochen worden. Jetzt soll nach Berliner Zeitungen der Zeitpunkt für den Rücktritt des Ministers gekommen sein. Die Demission soll in naher Zeit bevorstehen. In der letzten Zeit hat General v. Kalteuborn-Stachau auch keinen Vortrag beim Kaiser mehr gehalten, es waren aber zur Audienz der Ehef des Militärkabinetts und der Ches des Generalstabes befohlen worden. Der Reichs- finanzabschluß für 1891/92, und zwar zunächst die Einnahmen aus Zöllen, Verbrauchssteuern und Stempelabgaben, ergiebt 638697921 Mk., im Etat waren angeschlagen nur 578 715000 Mark,

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Der Feldwebel.

Humoristische Novelle von Heinrich Zschokke.

(Schluß.)

Bald aber hatten die Glücklichen neue Ursache iur Unruhe. Man hörte in einiger Entfernung hinten Pferdegetrappel, Menschenstimmen Offenbar wurden sie von Nachsetzenden verfolgt Es scholl deutlich aus der Ferne das schrecklicheHalt! Halt! «nd die auf dem Bocke vorn riefen:Vorwärts!' Die Peitsche pfiff, die Pferde sprengten mit dem Wagen über Stock und Stein, bis sich hinterwärts jede Spur der Verfolgenden verlor.

So ging es durch Dorf, Wald und Feld; bald schneller, bald langsamer, bis der Weg durch tiefen Flugsand führte. Es mochte Mitternacht schon vor­über sein. Man ließ die erschöpften Stoffe sich im Schritt erholen. Aber nicht lange, so hörte man wieder hinterwärts Rosse wiehern.Vorwärts!" schrieen die vorn auf dem Bocke; die Peitsche pfiff Rasch flog der Wagen über den Sand hinHalt! halt!" schrieen schon ziemlich nahe die Verfolger Es fielen einige Schüffe. Eine Kugel schlug durch den Wagen. Clementine bebte in Todesangst an Wilmson's Brust.

_Auch diesmal noch rettete die Kraft der vor trefflichen Rosse. Die Nachsetzenden bPelen weit Sande zurück. Nur wenige Minuten hielt der Wagen vor einem einsamen Hose an. Es stand Vorspann bereit, der wackere Krabb hatte meisterhaft gesorgt und mit frischen Rossen ging's im Trabe weiter. Nach und nach verlor sich die Furcht der Flüchtlinge wieder. Clementine sank übermüdet an

Brust ihres Freundes und enl schlummerte Der Wagen zog weich durch den sandigen Weg hin Die Stille und Einförmigkeit der Bewegung lockte auch

in Wilmson's Augen erquickenden Schlaf, gegen dessen Gewalt er sich vergebens sträubte.

Beide erwachten erst, als schon das Tageslicht begann und durch die aufgezogenen Kutschenfenster schimmerte. Sie fühlten, der Wagen halte. Sie hörten draußen heftigen Wortwechsel. Der alte Krabb ließ sich mit seiner Donnerstimme in läster­lichen Schwüren und Flüchen vernehmen.

Wilmson vermutete Gefahr. Er öffnete das Fenster der Kutsche und ward Zeuge eines wunder­lichen Schauspiels. Da stand der treue Invalide und fuchtelte mit bloßem Säbel einen jungen, wohl­gekleideten Mann, der, genauer betrachtet, kein an« berer als der bekannte Herr Kiek, im zeisiggrünen Rock, war.

Du verdammter Schuft, du Leute-Entführer! sollte ich Dir nicht meine Klinge im Leibe umdrehen?" schrie Krabb und fuhr fort, den Rücken des Zeisigs zu bläuen.Habe ich Dir nicht gerufen, still zu halten?"

Herr!" schrie Kiek heulend, mit gefallenen Händen.Sic haben hier kein Recht mehr! Wir sind nicht mehr auf preußischem Gebiet und Boden."

Ich wollte, mein Pistol hätte Dir schon auf preußischem Boden den Paviankopf mit Blei ge­füttert!" schrie Krabb und fuhr in seiner Korporals­arbeit unverdrossen fort.

Halt!" rief Wilmson zum Wagen hinaus. -Bist Du rasend, Krabb? Was hat der Mensch Dir gethan?"

Was? Alle Wetter! Entführt hat er Sie mir. Wer weiß denn, was der Judas mit Ihnen vor jatte?" sagte Krabb und ließ seinen Arm ruhen, um Atem zu sammeln.

Kiek, froh, dem frimmigen Schnurrbart zu ent­gehen, stand ganz verblüfft, als er Wilmson's Kopf

aus dein Wagenschlage hervorschauen sah.Mein Gott und Herr!" schrie er voller EntsetzenWie kommt denn Er da in den Wagen meiner Herrschaft?"

Mehr konnte er nicht sagen, beim Krabb's flache Klinge fiel ihm schon wieder auf den Rücken.Ich will den Schubjak Mores lehren. Was? E r nennst Du meinen jungen Herrn?" schrie der Invalide.

Wilmson iprang aus dem Wagen und stiftete Frieden. Nach vielen Fragen, Hin- und Herreden löste sich das Rätsel, aber zu Kiek's unaussprechlicher Bestürzung. Es ergab sich, Kiek habe als Helfers­helfer in dem verbotenen Liebeshandel eines jungen Herrn von Stande, der mit seinem Liebchen ent­wischen wollte, Hand geboten und in den Reisewagen das unrechte Pärchen gepackt. Krabb hingegen, der mit vierspänniger Chaise auf Wilmson gewartet hatte hörte, als Kiek's Wogen an ihm vorübersprengte, Wilmson's Stimme rufen, da dieser halten lassen wollte, um für die ohnmächtige Clementine Wasser zu fordern. Der gute Schnurrbart glaubte, sein Herr sei arretiert und werde auf eine Festung ge­bracht. Er wollte nun das eigene Leben daran setzen, ihn zu befreien. So war er mit seinem wohlbezahlten Kutscher der nächtliche Verfolger ge­wesen, der allen Furcht gemacht hatte.

Der arme Zeisig geriet in wahre Verzweiflung, als er jetzt seine Sage erkannte.O, meine Herr­schaft ! o, der junge Baron! was ist nun aus ihnen geworden? Weh' mir, was soll ich thun? Was wird aus mir?"

Ein Schwengel am Galgen!" rief der Invalide

Aber Herr Kiek konnte nichts entgegnen; denn neues Erstaunen lähmte ihm die Zunge. Er stand wie versteinert, als Wilmson ein junges Mädchen aus dem Wagen hob, das die Arme um Wilmson's Nacken schlug und beim Wenden des Gesichts Clemen­

tinen erkennen ließ. Er stand da, wie ein wahres Marterbild, mit dem wechselnden Ausdruck aller Leiden und Leidenschaften. Bald blickte er scheu hinter sich nach Krabb's bloßem Säbel, bald mit allem Grimm der Eifersucht auf das glückliche Pärchen, welches Arm in Arm dem Wirtshause zuging, vor dem die Wagen der Verfolgten und der Verfolger Halt gemacht hatten, bald fluchte und brüllte er wie ein wahnsinniger, wenn er die teere Kutsche be­trachtete, in der er statt feiner neuen Herrschaft, die er in Potsdam jedem Schicksale preisgegeben, die zwei Personen entführt hatte, welche ihm unterm blauem Himmel die verhaßtesten geworden waren.

Wilmson, dem nun deutlich ward, daß die Mah. nung zur eiligsten Flucht, die er und Clementine auf der Straße von dem Unbekannten empfangen hatten und ebendesselben Warnung vor Arrestation ga z anderen Personen gegolten, schickte sogleich durch Eilboten einen Brief an seinen Gönner, den Garde- obersten. Er berichtete diesem das nächtliche Aben­teuer und seine Entführung durch den ehemaligen Kammerdiener des Geheimenrats Gundling. Er er­klärte, nach Potsdam zurückkehren zu wollen, wenn man dort feine Entführung nicht als Desertion auslegen würde.

Erst nach drei Tagen kehrte der Bote zurück. Der Oberst sandte in freundlichen Ausdrücken seinem gewesenen Feldwebel den ehrenvollen Abschied vom Regiment und die Versicherung, der gute König habe herzlich über die Entführung gelacht, durch welche in einer der angesehensten Familien zum Glück großes Unglück verhütet worden wäre.

Wilmson mit seiner jungen Frau und dem treuen Krabb fuhren gemächlich durch Deutschland den Ufern des Bodensees zu, wo die Glücklichen mit Sehnsucht erwartet, mit Freudenthränen empfangen wurden