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Verantwortlicher Redakteur: Christoph RautenhauS in Marburg Redaktion und Expedition: Markt 21.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. («rfL Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Freitag, 22. April 1892.

Ausland.

Hlußkaud. Das ganze öffentliche Tagcsinteresse wird augenblicklich von der Erkrankung dreier Mi­nister, des Herrn von Giers des Herrn von Bunge, Präsidenten des Ministerkomitees und des Finanz­ministers Wischnegratski, in Anspruch genommen. Als zweifellos kann es gelten, daß in dem einen oder anderen Falle, vielleicht auch in allen drei Mi­nisterien, in der Person ihrer Chefs Veränderungen bevorstehen, ob damit jedoch gleichzeitig ein System- wechsel verbunden ist, läßt sich natürlich nicht im Voraus bestimmen. Minister des Auswärtigen dürfte der Botschafter in Wien Fürst Lebanow - Postowsky werden; Finanzminister: Geheimrat Witte, der soeben ernannte Verkehrsministers; Herr von Bunge wird

Judenflinten" eine Broschüre veröffentlicht, welche die Waffenfabrik von Ludwig Löwe u. Co. in Berlin, die 425 000 Gewehre von der Regierung als Liefe­rung erhielt nnd diese Bestellung bereits ausgeführt hat, beschuldigt, daß die meisten dieser Gewehre durch absichtliche betrügerische Manipulationen unbrauchbar seien, um Deutschland bei einem Kriege zu einer Mederlage zu verhelfen. Ahlwardt be­schuldigt die Firma, die königlichen Büchsenmacher und den technischen Leiter der Fabrik bestochen zu haben, um die Kontrolle nachlässig oder vielmehr gar nicht zu üben, wodurch es möglich wurde, mangelhafte Gewehre mit dem Revisionsstempel ver­sehen unbeanstandet von den kontrollierenden Offizieren zur Abnahme gelangen zu lassen. Es handelt sich hier um eine Angelegenheit, in der abgesehen don dem unerläßlichen gerichtlichen Vorgehen gegen den Urheber der bezeichneten Behauptungen eine baldige Erklärung der Militärverwaltung wohl erwartet werden darf. In Uganda sind, wie die letzten Nachrichten aus Sansibar besagen, blusige Kämpfe zwischen Protestanten und Katholiken ausgebrochen, die mit der Zer­störung der katholischen Missionen und der Flucht ihrer Priester auf deutsches Gebiet endigten. Nach demStandard" hätten die Katholiken unter An­führung des Königs Mwanga den vornehmsten Führer bet', Protestanten getötet; der Kapitän Lugard, der Befehlshaber der Truppen der englischen ostafrika- nischen Gesellschaft hätte, darauf interveniert, die Katholiken seien dann geflüchtet, die algerische Mission sei angegriffen, der Bischof Hirth, die Priester sowie die Anhänger der Mission hätten eine Insel ge­wonnen und seien dort von den Protestanten ange­griffen worden; sechs Priester seien zu Gefangenen gemacht worden. Nach kurzer Zeit seien die Ge­fangenen von dem Kapitän Lugard freigelassen worden, der nach Absetzung des Königs Mmanga zu dessen Nachfolger ernannt worden sei. Verständlich werden die Vorgänge durch diesen Bericht offenbar nicht; man muß sich vorerst mit dem lebhaften Bedauern und der tiefen Beschämung darüber begnügen lassen, daß mit dem Christentum den _ Bewohnern von Uganda zugleich auch der Konfessionshader mit all seinen Uebeln zu teil ge­worden ist. Dieunabhängigen" Sozial­demokraten Berlins haben an ihre Gesinnungs­genossen in Deutschland einen Aufruf gerichtet, sich überall formell von der sozialdemokratischen Partei loszusagen und die materielle Unterstützung der Partei einzustellen. Es wird empfohlen, in jedem Orte

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der Befehl des Königs muß' vollzogen werden. Ge­horche! Es wird Dich nicht gereuen. Du empfängst gewiß zur Aussteuer mit dem Mädchen zugleich ein köstliches Hochzeitsgeschenk. Folge mir diesmal! Das Mädchen ist allerliebst und das Unglück, es zur Frau machen zu müssen, nicht groß. Man ge­wöhnt sich zuletzt an nichts leichter, als an ein so allerliebstes Unglück."

Da trat Wilmson einen Schritt vor, sagte stolz und kalt:Der König kann mir nichts mehr schenken, nachdem er mir mehr geraubt hat, als er aus seinem Reichtum irgend einem Sterblichen zu geben vermag. Er hat mich aus dem Schoße meiner glücklichen Familie, aus dein Arm meines teuren Vaters gerissen. Er hat meine persönliche und bürgerliche Freiheit vernichtet und mich zu einer Gliederpuppe erniedrigt, der ich vorher Mensch war Diesen Augenblick läßt er mir durch Sie ankün­digen, daß ich noch elender werden müsse, als ich schon durch ihn war. Er soll sich in der Berech­nung seiner Gewalt irren Wer den Tod nicht 'ürchtet, hat nichts zu fürchten. Ich erkläre Ihnen siermit, idj gehorche nicht! Und gebrauchen Sie Zwang, so kommt mein Blut über Sie. Dies ist mein fester Entschluß, das mein Schwur. Bedenken Sie, was Sie thun wollen!"

Schnickschnack!" rief der Kommandant ärgerlich. Halt Er das Maul und gehorch' Er Seinem Monarchen, der's mit Ihm gut meint. Ich will eine Zeit mit ihm länger verlieren." Damit ging der Kommandant zur Thür und winkte hinaus. Zwei Unteroffiziere von der Garde traten herein )er Kommandant flüsterte ihnen einige Worte in's Ohr. Sie blieben an der Thür, wie Bildsäulen, stehen

Der Oberst, die Hände auf dem Rücken zusammen- gefaltet, ging etwas unruhig im Zimmer aus und

jüdisch oder so christlich wie der Kapitalismus, sie und alle Zilstünde, die aus der jetzigen Wirt­schaftsweise sich ergeben, stehen und fallen mit dieser Wirtschaftsweise. Und im wohlverstandenen In­teresse der herrschenden Produktionsform erheben die Souffleure derNorddeusichen Allgemeinen Ztg." Protest gegen die antisemitische Bewegung. Sie haben einen westeren Blick, als die Förderer und Gönner des Antisemitismus, die über ihre junkerliche Nasenspitze nicht hinaussehen. Sie erkennen, daß die Schicht der Kleinbürger,-Handwerker, Subaltern- beamten, die heute den Heerbann der Stöcker, Böckel, Liebermann bildet, von den Mahlsteinen des Groß­kapitals, des mobilen und deS feudalen, sicher zer­rieben, deklassiert, proletarisiert wird, daß die Er­kenntnis, das Geldjudentum sei nur eine grell sich abhebende Spielart des Kapitalismus, die Köpfe und Gemüter erobert, und daß die Stunde des Antisemitismus geschlagen hat. Aus Antisemiten werden Sozialdemokraten. Hier ist die Gefahr, die ssiindlich wächst, und die Nachtwächter des Klassen- staats machen Feuerlärm. Wird das Proletariat das Heft in Händen haben, dann wird die Juden- frage gelöst sein. Wir emanzipieren uns vom Geld­judentum, wenn wir uns von der bürgerlichen Produksionsweise emanzipieren. Und deshalb tönt das warnende Horn der klugen Nachtwächter." Zum Schluß mag derStaatsbürger Ztg.", welche den Anlaß zu Ausfällen besonderer Art gegeben er­achtet, kurz erwidert sein, daß dieNordd. Allg. Ztg." zu keiner Zeit persönlichen Zwecken gedient hat, sondern denen des Staates und des Reichs, nach Maßgabe der Auffassung, die sie sich von den wahren Interessen des Vaterlandes gebildet hatte.

Spezialbefehl. Das Mädchen ist im Nebenzimmer und heult; hat wahrscheinlich schon etwas Liebes Hier steht der Feldprediger. Die Trauung geschieht auf der Stelle! Damit Punktum!"

Aber wie kann der König," rief Wilmson mit innerem Grimme,wie kann der König ..."

Das geht Ihn und uns nichts an! Hier der eigenhändige Befehl Seiner Majestät. Er lautet dahin, ich solle ohne Verzug den Feldwebel Wilmson mit der Ueberbringerin des königlichen Handschreibens in Gegenwart des Herrn Obersten kopulieren lassen und aus keine Einwendungen hören. Also still! Ich nehme nicht Wenn's und Aber's an, weder von Ihm, noch von dem Mädchen."

Nie gebe ich Hand und Herz auf Befehl des Königs. Der König kann das nicht durch Befehl erzwingen!" rief Wilmson.

Der Kommandant machte ein ernstes Gesicht und sagte:Hand und Herz soll Er behalten, aber das Mädchen nehmen. Nur nicht weiter gemuckst, oder ..."

Es ist wider menschliches und göttliches Recht!" rief Wilmson.

Geht den Soldaten nichts an!", erwiederte der Kommandant.

Herr Kommandant, Herr Oberst, zwingen'Sie mich nicht, um Gotteswillen nicht!" schrie Wilmson empört.Sie machen zwei Menschen unglücklich. So wahr Sie mich zwingen, so wahrhaftig erleben Sie, ehe der Tag vergeht, ein schreckliches Schau- piel! Aus der Braut wird eine Witwe, aus der Hochzeit ein Begräbnis. Ich werde frei bleiben, trotz Ihrer und Ihres Königs Gewalt, sobald ich rei sein will!"

Der Oberst trat zu ihm, traulich, beruhigend, ihm auf die Achsel klopfend und sagte:Närrchen,

Der Feldwebel.

Humoristische Novelle von Heinrich Zschokke.

(Fortsetzung.)

Der Feldwebel erschrak freudig. Er erwartete nichts^ geringeres, als der König habe ihm Abschied und Freiheit bewilligt. Er vergaß darüber seine ehrerbietige, soldatische Haltung und fuhr mit den Händen zusammen, die er stumm und erwartungs­voll faltete.

Kann Er's erraten?" sagte der Kommandant lächelnd.Hat Er einen Wunsch?"

Meine Freiheit, meinen Abschied!" versetzte der Feldwebel.

Possen!" schrie der Oberst.Es ist etwas besseres, als das. Was machst Du Dir aus dem «bschied? Man weiß ja, Du bist jetzt gern Soldat Denke Dir also etwas besseres! Nun, es ist um­sonst. Das fällt Dir nicht im Traume ein. Denke, bei König hat Dir ein Mädchen ausgesucht."

Der Feldwebel riß die Augen weit auf und foWe vor Erstaunen nichts sagen, als:Ein Mädchen? Was soll ich mit dem?"

. Alle schlugen lautes Gelächter auf.Narr Du!" schrie der Oberst,was anders, als eine Frau dar­aus machen?"

Wilmson schüttelte stolz den Kopf.

..Bei meiner Ehre," sagte der Kommandant,es M das schönste Kind von der Welt! Potsdam unb Berlin weisen keine größere Schönheit auf. Ich sage Ihm, Feldwebel, es ist auf Ehre eine Schön­heit, eine große!"

Aber ich verheirate mich üicht, und wäre es Ole größte!" entgegnete der Feldwebel.

Der Kommandant antwortete trocken:Darum trb man Ihn nicht fragen! Es ist des Königs

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Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in ,

Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXVII. fcaÖtQdltQ. Moste m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L ' 3 3

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Vertrauensleute zu ernennen nnd dadurch einen Ver­kehr mit einander herzustellen, auch, wo die genü­gende Anzahl Genossen vorhanden sei, Vereine oder Klubs zu gründen. Durch diese Organisasion werde es niöglich sein, einerseits derkorrumpierten Sozial- demokrasie" und ihrer verweichlichten Taktik einen festen Damm entgegenzusetzen, andererseits aber die bürgerliche Gesellschaft wirksam zu bekämpfen.

Der in der Sonnabend-Nummer derNordd. Allg. Ztg." veröffentlichte Artikel über die heutige Gestaltung der antisemitischen Bewegung in Deutschland hat allenthalben in der Presse eine besondere Beachtung gefunden und zu verschieden­artigen Kommentaren Veranlassung gegeben. Das er­höhte Maß von Aufmerksamkeit, so führt das ge­nannte Blatt heute weiter aus, gegenüber den gleich­zeitigen, in ähnlichem Sinne lautenden Kundgebungen desKons. Wochenblattes" und des Herrn Prof. Adolf Wagner dürfte sich teilweise aus der Präzision und Bündigkeit erklären, womit in unserem Artikel die wesentlichsten Punkte der Frage bargelegt sind. Wenn für eine Anzahl Tagesblätter wiederum das Forschen nach dem Ursprung das sachliche Interesse überwog, so können wir darüber weggehen, es ist dies eine alte Gepflogenheit, welche ja unter Um­ständen ganz bequem sein mag. Unter den Er- wideningen sachlichen Inhalts niöchten wir zunächst diejenige derN. Preuß. Ztg." hervorhebcn.Wenn dieNordd. Allg. Ztg." bemerkt u. a. das genannte Blatt sich gegen die Art und Weise wendet, wie jetzt die antisemitische Agitation vielfach betrieben wird, so können wir ihr in vieler Beziehung zustimmen." Die Schuld an derunerfreulichen Wendung in der antisemisischen Bewegung" glaubt dieN. Pr. Ztg." derKartellpolitik der Regierung" zuschreibeu zu sollen. Von dieser Prämisse aus ge­langt das Blatt dann zu nachstehender Schluß­folgerung:So ist es gekommen, daß die Führung in der antisemitischen Bewegung mehr und mehr in weniger maßvolle Hände übergegangen ist. Aus dieser Thatsache ergiebt sich dann aber ferner von selbst, daß alle Diejenigen, welche jene antisemitische Bewegung Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre für berechtigt halten, es mit Freuden begrüßen müssen, wenn nunmehr die Konservativen sich an­schicken, den Faden da wieder anzuknüpfen, wo ihn die Kartellpolisik abgerissen, um die Führung einer maßvollen antijüdischen Bewegung wieder zu über­nehmen." Ferner mag noch ans der Betrachtung des sozialdemokratischenVorwärts" hier folgendes seine Stelle finden:In der That, die Börse ist so

Deutsches Reich.

W. Berlin, 21. April. Am Mittwoch Vor­mittag unternahm der Kaiser wieder eine Spazier­fahrt und hörte auf dem Rückwege den Vortrag des Staatssekretärs Frhrn. v. Marschall in dessen Wohnung. Im Schlosse ließ sich Se. Majestät vom Vizeadmiral Hollmann Vortrag halten und empfing darauf den Grafen Hochberg und den Professor v. Heyden. Am Nachmittage hatte der Monarch eine Konferenz mit dem Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrats, Dr. Barkhausen, und mit dem General der Kavallerie v. Rauch. Zur Tafel waren der Herzog unb bie Herzogin von Sagan, der General v. Versen nebst Gemahlin, der Hofmarschall Graf v. Kanitz neb't Tochter und der Wirkt. Legationsrat Graf Pourtalös geladen. Das italienische Königspaar wird, wie basW. Telegr.-Bur." erfährt, am Donnerstag nach Pfingsten, den 1. Juli, Vormittags, zum Besuch des deutschen Kaiserhofes in Berlin rin treffen. Königin Margherita wird bei diesem Anlaß zum erstenmale in der Reichshauptstadt weifen. Noch ist in Aller Erinnerung der überaus glänzende Empfang, welcher am 21. Mai 1889 dem König von Italien in Berlin bereitet wurde. König Umberto befand sich damals in Begleitung des Kronprinzen und des Ministerpräsidenten Crispi. Hatte die Entrevue im Jahre 1889 einen ausge­sprochenen politischen Charakter, dürfte es sich diesma mehr um einen Familienbesuch handeln; daraus deutet schon der Umstand, daß Königin Margherita ihren Gemahl begleitet. In dem altbekannten, jetzt wieder angenommenen Frage- und Antwortespiel Kommt der Zar ober kommt er nicht", wird nunmehr die erste offiziöse Antwort erteilt. Die Nordd. Allg. Ztg." schreibt:Wie wir von autorisierter Seite erfahren, ist bisher keine That­sache bekannt geworden, welche auf einen solchen Besuch schließen läßt." Aus dem Berliner Schlosse wehte am zweiten Ostertage neben der purpurnen Königsflagge und der gelben Reichs­standarte auch die brandenburgische Fahne mit dem roien Adler im weißen Felde. Der 18. April war der 475. Jahrestag der Verleihung der Kurfürsten- würde an das Hohenzollernhaus und zugleich der Gedenktag an die Erstürmung der Düppelerschanzeu. Aus dieser Veranlassung hatten auch die Kasernen Flaggenschmuck angelegt. Eine ganz unge­heuerliche Behauptung hat der bekannte antisemitische Rektor Ahlwardt in Berlin aufgestellt. Er hat unter dem TitelNeue Enthüllungen

w Pfg. 12ML, let von 10 Uhr. Reise. hiesigen ublikum aler,

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain Redaktion ^und Expedition^ Markt 21. Illustriertes Sonntagsblatt.

ab unb warf von Zeit zu Zeit einen Blick voller Mitleib unb Besorgnis seitwärts auf ben unglück­lichen Wilmson, ber ihm lieb war. Er zog ben Kommanbanten an's Fenster unb redete leise mit ihm. Die Antworten des Letzteren verrieten sich aus seinem Achselzucken. Während ber Stille im Zimmer hörte man nebenan bas Gewinsel und bumpfe Schluchzen beutlicher; von Zeit zu Zeit mehrere weibliche Stimmen burcheinanber reden.

Das Ding muß auf Ehre ein Ende nehmen!" sagte ber Kommanbant.Es ist Königs Wille. Herr Feldprebiger, machen Sie sich fertig!"

Mit tiefen Worten begab er sich ins Neben- gemach Er ließ bie Thür offen. Eins ber Frauen­zimmer stieß einen herzzerreißenden Schrei aus. Zwei Weiber ergriffen es unter ben Armen und schleppten es vor. Der Oberst wandte erschüttert ben Blick von bem Schauspiele ab. Wilmson stand düster da, den Blick zur Erde gerichtet; er sah nicht auf und ein gräßlicher Entschluß entwickelte sich in seiner Seele.

Der Feldprebiger trat vor. Wilmson sah und ;örte nichts von allem, was um ihn her vorging. Der Oberst trat zu ihm und schob ihn vor den feldprebiger hin, indem er schmeichelnd sagte:Geh', geh', mein guter Bursch'! Sei brav!"

Jetzt erst bemerkte Wilmson den Feldprebiger mit aufgeschlagener Agende vor sich und neben sich sie, welche feine Braut werden sollte, von zwei Weibern gehalten und unterstützt, schluchzend, weinend, das Gesicht in ihr Schnupftuch gedrückt. Sie that einen tiefen Seufzer, und indem sie das naffe Tuch vom Gesichte nahm und unwillkürlich seitwärts auf Wilmson blickte, erkannte dieser in ihr Clementine. Er war so verwirrt, daß er sich selber nicht glaubte und ganz regungslo- blieb. Clementine erstarrte