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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Mardmg und Kirchhain
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quailal-Abonnements-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebnhr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Donnerstag, 14. April 1892
Anzeigen nimmt entgegen die Erpcdition dieses Blattes, sowie die Nnnonccn-Bnreaux von Haasenstein u. Vogler in ffTnn - < Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXV11. 5411111(1(111(1 Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Druck und «erlag: Ivb. Bug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei in Marburg. Verantwortlicher Redakteur: Christoph RautenhauS in Marbur
Redaktion und Expeditron: Markt 21. WvU*ll!l||w!UU* Redaktton und Expedition: Markt 21.
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Die Zusendung unbestellter Maaren.
Bei dem immer heftiger werdenden wirtschaftlichen Wettkampfe ist es das Bestreben jedes gewerblichen Unternehmers, seine Kundenzahl und. seinen Absatz zu vergrößern. Eins der Mittel, welches zu diesem an sich gerechtfertigten Zweck immer häufiger angewendet wird, besteht darin, daß der Unternehmer seine Maaren Personen, welche bisher nicht in Geschäftsverbindung mit ihm standen, in die Wohnung schickt, ohne daß diese Personen die Maaren bei ihm bestellt haben. Zu den Artikeln, welche auf diese Weise vertrieben werden, gehören vorzugsweise Lotterie- loosc, Zigarren, Bücher und Zeitschriften, ja in neuester Zeit selbst Zeitungen. Der Unternehmer rechnet darauf, daß der Empfänger aus Bequemlichkeit die Artikel ihm nicht zurückschickeu wird, daß er durch das tägliche Bor-Augen-Habcn der Maaren, durch ihre Qualität oder durch ihren Preis sich zu einem Gebrauche derselben bestimmen lassen wird, oder daß er die Sachen mit der Zeit verlegen und dadurch nicht in der Lage sein wird, sie in Natur zurückzugeben. Nach Ablau: einiger Zeit pflegt der Unternehmer, welchem die Maaren nicht zurückgegcben worden, Zahlung zu verlangen; ist er rücksichtsvoller, so verlangt er entweder Zahlung oder Rücksendung der Sachen.
Dem gegenüber hört man nun häufig die Frage: Wie ist in solchen Fällen die Rechtslage des Empfängers; hat dieser die Pflicht, die Maaren aufzubewahren, zurückzusendcn oder zu bezahlend
Zuvörderst ist davon auszugeheu, daß ein Lcr- tragsvcrhältnis zwischen den Parteien nicht vorliegt, welches eine der genannten Pflichten begründen könnte. Insbesondere liegt weder ein Kauf noch ein Depositum vor. Dadurch, daß Jemand mir ohne Bestellung Maaren oder Schriften ins Haus sendet und daß ich dieselben ruhig bei mir liegen lasse, koistmt kein Kaufvertrag zu Stande, denn dieser setzt eine Willensmeinung zweier Menschen über den Umsatz von Maare gegen einen bestimmten Preis voraus. An der Einwilligung des Empfängers fehlt es aber, und man kann sie keineswegs aus dem passiven Verhalten des Empfängers folgern. Ein Depositum verlangt eine Vereinbarung, daß einer dem andern eine Sache aufbewahren und auf Verlangen zurückgeben soll. Eine derartige Willensabsicht liegt aber auf keiner der beiden Seiten vor. Der Uebersender wünscht nicht, daß der Empfänger die Waare für ihn anf- bewahren nnd ihm zurückgeben, sondern daß er sie käuflich übernehmen soll, und der Empfänger hat
Der Feldwebel.
Humoristische Novelle von Heinrich Zschokke.
(Foitsetzung.)
Der König hob wieder im Zorn den Stock, wandte sich dann aber rasb um und sagte zum Kommandanten: „Laß Er mir den verdammten Schurken da auf der Stelle in die Kaserne bringen, oder in die Wache. Morgen geht er mit dem übrigen Transport ab. Und macht der Kerl die geringsten Umstände, so lasse Er ihn krumm schließen oder in den Bock spannen. Marsch!" — Der König wies mit Hand und Stock gegen die Thür. Der Kommandant faßte den jungen Wilmson hart beim Arm und stieß ihn zum Zimmer hinaus, wo der Zeisig hämisch lachend das Gesicht verzog, als er seinen verhaßten Ueberwinder stolpernd aus des Königs Zimmer hervorschießen sah.
Angekommen int Saale, übergab der Kommandant den trotzigen Rekruten an zwei Offiziere, ihn sogleich zuin Depot zu führen, mit Befehl, ihn auf der Stelle krumm zu schließen, bei Wasser und Brot, sobald er sich int mindesten ungeberdig anstelle.
„Eure Ercellenz," sagte Wilmson, „wollen mir ioch wenigstens erlauben, daß ich meinen Vater noch einmal sehe und von ihm Abschied nehme."
„Wozu das? Ist ganz unnötig "
„Aber ich flehe darum, als die einzige Gnade, die Sie oder Seine Majestät mir noch erweisen können."
Ter Kommandant schwieg einen Augenblick un- «ntschlossen, ging dann in das Zimmer zurück, von woher er gekommen war, und kehrte nach einer Weile mit den Worten zurück: „Man wird's Deinem Vater melden, wemt er Dich noch sprechen will. Du gehst jetzt zum Depot."
sich nicht zu einer derartigen Aufbewahrung bereit erklärt. Auch das ändert nichts, daß der Uebersender bei der Zusendung erklärt, er nehme an, daß wenn der Empfänger die Waare nicht in einer bestimmten Frist zurückschicke, er sie käuflich behalte. Der Käufer kann die zugesendete Waare ruhig in der Ecke stehen lassen und braucht sich um ihr weiteres Schicksal nicht zu bekümmern. Kommt sie ohne sein Zuthun weg, fegt sie z. B. ein Dienstbote beim Ausräumen aus, so hat der Empfänger dafür nicht aufzukommen. Denn da weder Vertrag noch Gesetz ihn zu einem positiven Thun verpflichten, so kann sein passives Verhalten auch nicht die Grundlage eines Entschädigungsanspruchs bilden. Anders ist es, wenn er aus dieser Passivität heraustritt, wenn er z. B. Bücher oder Zeitschriften aufschneidet, die der Sortimentsbuchhändler nun nicht mehr an den Verleger zurückgeben kann. Das Anfschneiden von Büchern ist dann als eine Benutzung, eine Jn- Gebrauchnehmung der übersandten Waare anzusehen. Kurz wiederholt ist also der Empfänger nicht bestellter Waareu nicht verpflichtet, solche Waareu aufzubewahren, zurückzusenden oder zu bezahlen.
Anders liegt die Sache, wenn eine Geschäftsverbindung zwischen den Parteien bestand und die Zusendung der Waare im Verlaufe derselben stattfand. Hierher gehört u. a., wenn ein Buchhändler einem Kunden Ansichtssendungen zuschickt, wenn eine Großhandlung ihren ständigen Abnehmern sog. Aus- wahlscudungen zuschickt, wenn ein Lotteriehändler Jemandeiu, der bei ihm längere Zeit ein Loos gespielt hat, vor einer neuen Ziehung ein solches übersendet. In diesen Fällen ist der Empsänger durch die Geschäftsoerbindung verpflichtet, die Waare aufzubewahren und mit ihr so zu verfahren, wie der Andere es nach Treu und Glauben verlangen konnte; er wird deshalb beispielsweise das Loos, wenn er es nicht spielen will, rechtzeitig, wenn auch unfrankiert, zurückschickeu müssen.
Liegt eine solche Geschäftsverbindung nicht vor, so erwachsen dem Empfänger aus der Zusendung keine Pflichten. Er braucht sich also auch durch die gedruckten Zusendungen, welche er von Zeit zu Zeit von dem Absender erhält, in feiner Weise eiu- schüchtern zu lassen. So zuversichtlich auch diese Mahnbriefe abgefaßt sein mögen, so fehlt es ihnen doch an jeder rechtlichen Grundlage; je drohender sie auftreten, desto mehr nähern sie sich der Grenze des Erpressungsparagraphen. Wenn sie unter letzteren regelmäßig nicht fallen, so verdanken sie es häufig nur dem Umstande, daß man ihrem Verfasser nicht
„Aber Eure Exeellenz wollen gestatten, daß ich mich in meine Wohnung begebe; denn ich bin durchaus nicht in Kleider, die zur Reise geeignet sind."
„Packe Dich zum Depot!" rief der Kommandant unwillig „Das Andere mache mit Deinem Vater ab! Ich schicke zu ihm "
Der Kommandant verließ ihn. Die Offiziere nahmen den Garderekruten zwischen sich und führten ihn ab. Auf der Straße folgte ihnen ein Korporal mit kurzem spanischem Rohr.
5.
Ade, ade ade!
Ja, Scheiden und Meiden thut weh Volkslied.
Der Jüngling, welcher durch einen einzigen Machtspruch Vater und Vaterhaus, Beruf, alle bisherigen angenehmen Verhältnisse, alle frohen Aussichten für die Zukunft verloren hatte, um nun zeitlebens unter den Hefen des Volkes zu dienen, ging zwischen seinen Wächtern in finsterer Wut durch die Gassen der Stadt.
„Sei Er nicht so verzweifelt und traurig!" ägte einer von den ihn begleitenden Offizieren, der Mitleid für den schönen jungen Mann zu fühlen schien.
„Ich bin nichts weniger, als traurig!" — ant- wortete Wilmson kurz und knirschte mit den Zähnen.
„So ist's recht. Kein Soldat hat es besser, als )ie Garde. Es wird Ihm in Potsdam schon ge- allen; nur Geduld! Sei Er lustig und guter Dinge."
„Wenn man alles, alles, alles, was Gegenwart und Zukunft boten, zerschmettert sieht!"
„Denk' Er, ein Erdbeben habe Ihm das ver- chlungen."
nachwciscn kann, daß er sich der Ungerechtfertigkeil seiner Forderung bewußt mar. Sie sind nur auf jene berechnet, die nie alle werden, auf schwachneroige Personen, die aus Angst, daß sie verklagt werden könnten, oder daß ihnen gar wegen Beiseiteschaffung unbezahlter Maaren eine Anklage wegen Unterschlagung drohen könnte, schleunigst zur Postanweisung greifen.
Hoffentlich trägt das Vorstehende dazu bei, die Zahl dieser Leute zu vermindern, denn in Wirklichkeit enthält die Uebersendung von unbestellten Maaren an Fremde, und die sich hieran anreihenden Geschästs- praktikern nur Gefahren für den Absender. Je weiter diese Erkenntnis sich verbreitet, desto mehr ist zu erwarten, daß diese Belästigung des großen Publikums aufhört.________________________________
Deutsches Reich.
W. Aerkin, 13. April. Am Dienstag Vormittag arbeitete der Kaiser zunächst allein und tlnternahnt daraus mit der Kaiserin eine gemeinsame Spazierfahrt. Im Schlosse arbeitete Se. Majestät dann mit dem Chef des Militärkabinetts, erteilte dem Präsidenten der Hauptverwaltung der Staatsschulden und dem Regierungspräsidenten Grafen zu Stolberg-Wernigerode Audienz und nahm am Nachmittage militärische Meldungen entgegen. — Der Kaiser hat auf Vertrag des Ministers des Auswärtigen das in der Disziplinarsache gegen den Gesandten z. D. Grafen Limburg-Stimm ergangene Erkenntnis bestätigt und gleichzeitig dem Grafen Limburg die gegen ihn festgesetzte Strafe der Dienstentlassung im Gnadenwege erlassen. — Ucber die Pensionierung der im Som- mn naldienfte ange ft eilten Militär- a n ro ä r t e r — eine Frage, die bei den Verhandlungen über eine Aenderung des Militürpensions- gesetzes einen der schwierigsten Punkte bildet — wird in der „Nordd. Allg. Ztg." für die nächste Reichstagssession ein Gesetzentwurf in Aussicht gestellt. — Die Pläne für die Fortführung der Steuerreform in Preußen sollen nach einer offiziösen Andeutung in ihren allgemeinen Umrissen veröffentlicht werden, um darüber, bevor an die Ausarbeitung gegangen wird, eine öffentliche Erörterung herbeizuführen. Diese Absicht wird jedenfalls allgemeine Zustimmung finden. — Der deutsche Kolonialrat soll am 20. d. M. zusammen- treten. Das Material, welches ihm zur Beratung unterbreitet werden soll, ist nur geringen Umfanges, so daß voraussichtlich auch die Zahl der Sitzungen
„Dann wäre ich traurig."
„Warum dann?"
„Wer kann wider blinde Naturnotwendigkeit? Aber daß man mich aus meinem Haufe, aus den Armen meines Vaters wegreißen, zum Sklaven machen darf--Himmel und Hölle! das ist..."
Der Offizier verstand ihn nicht.
Angekommen im Wachihause, ward der Rekrut dem dortigen Offizier übergeben und zu anderen jungen Burschen geführt, die in einer schwarz geräucherten Stube an langen hölzernen Tischen saßen, Bier tranken, aßen, fangen und stinkenden Tabak schmauchten. Sie wollten den Neuankommenden in ihren lustigen Kreis ziehen Er warf sich schweigend, mit verschränkten Armen, in einen Winkelsitz. Sie tranken ihm zu. Er wies sie zurück. Sie machten sich über das arme Muttersöhnchen lustig, wie sie ihn nannten. Er antwortete nicht. Er brütete über Pläne von fürchterlicher Art. Seines entbehrten, zertretenen Lebens achtete er nicht mehr. Er beschloß, zu sterben und den Tod zu suchen, um der Welt das Beispiel zu geben, daß Macht und Gewalt nichts über den Willen des Entschlossenen vermögen, der nicht in Fesseln der Sklaverei leben mag.
Die lärmende Gesellschaft um ihn her war eben hinausgcgangen, frische Luft zu schöpfen, als sich die Thür öffnete. Der wachthabende Offizier und Herr Wilmson traten ein Als Fritz seinen Vater erblickte, sprang er auf, warf sich an dessen Brust und schluchzte so laut, so heftig, daß es selbst den Offizier zu rühren schien. Dieser mochte nicht länger Augenzeuge des Abschiedes sein und entfernte sich schnell.
Herr Wilmson sprach kein Wort. Er ließ den Schmerz seines Sohnes austoben Erst als sich dieser erschöpft auf eine der hölzernen Bänke nieder-
keine erhebliche sein wird. — Im „Reichsanzeiger" veröffenilichf der Stellvertreter des Reichskanzlers Grafen Caprivi das Regulattv für die Errichtung einer Kommission für A r b e i t e r st a t i st i k. — Aus Wien wird telegraphisch gemeldet, ein Berliner Brief der „Polit. Korr." sage unter Bezugnahme auf die Erkrankung des russischen Finauzmimsters Wyschnegradski, daß, wenn überhaupt Aussicht vorhanden war, daß es zu irgend welchen Handelsvertrags-Verhandlungen zwischen Rußland und Deutschland kommen würde, eine solche Aussicht jetzt infolge der Erkrankung Wyschnegradski's als wesentlich geschwunden angesehen werden müsse. Verhandlungen dieser Art hätten, wenn überhaupt, nur auf Grund russischer Vorschläge erfolgen können, von Berlin wären solche in keinem Falle ausge- gangeu. Träger des Gedankens, daß Rußland um seines eigenen Interesses willen solche Vorschläge werde machen müssen, sei einzig und allein Wyschnegradski gewesen. Gleichviel, ob man die Verhandlungen für einen Segen oder Unsegen halte, als Thatsache habe man anzusehen, daß dieselben in weite Ferne gerückt seien, so lange Wyschnegradski als Faktor bei den russischen Enffchließungen ausfalle.
— (Zur Krisis in der konservativen Partei.) Im „Konserv. Wochenblatt" setzt Herr v. Helldorff den Kampf gegen die „Kreuzzeitung" energisch fort. Er beschuldigt das Blatt, daß es über geringe geistige Mittel verfüge und jede unbequeme Kritik mit dem Schlagwort „Denunziation" abschüttele, während es selbst wahre Orgien des Denunziantentums feiere, lieber seinen Ausschluß aus der kouservattveu Herrenhausfraktion schreibt Herr v. Helldorff:
Der wirkliche Thatbestand ist der, daß am 6. d. Mts. nach Schluß der Plenarsitzung des Herrenhauses, welches sich gleichzeitig bis nach Ostern vertagte, eine während der Verhandlungen im Plenum einberufene Sitzung der konservativen Fraktion statl- faud, von deren Anberaumung Herr von Helldorff nicht in Kenntnis gesetzt wurde, obgleich seine Anwesenheit in Berlin bekannt war. In dieser Sitzung wurde ein Schreiben an Herrn von Helldors genehmigt, welches demselben von Herrn von Kleist- Retzow zugestellt und dessen Wortlaut zugleich in der „Kreuzzeitung" veröffentlicht wurde. Die Zahl der anwesenden Fraktionsmitgliedern wird in der Presse verschieden — auf 25 und auf 35 bei einer Gesamtzahl von 109 Fraktionsangehörigen — angegeben, nnd es wird weiter zutreffend konstattert, daß zwei dissentierten.
setzte, trat Herr Wilmson zu ihm und sagte, indem er Fritzens Hand nahm: „Du weinst, wie ein Knabe. Ich erwartete, in Dir einen Mann zu sehen, der jedes Schicksal tragen könne. Was ist's denn mehr? Du bist Gefangener, bist Soldat. Aber bleib’ nur in Dir stark und frei und gerecht, dann ist nichts verloren. Sei ruhig! Es ist noch nicht alles verloren, wenn Du Dich nicht selbst aufgiebst."
— Wie, Sie haben noch Hoffnung, mich frei zu sehen?
„Allerdings!"
— Sie können mich wieder loskaufen? — rief Fritz, trocknete die Augen und sprang freudig auf.
„Rein! Ich habe das Aeußerste für Dich versucht Man hat mich abgewiesen. Der König besteht darauf, Dich in der Garde zu haben. — Nun denn, Du gehst also nach Potsdam! Du ergiebst Dich in Dein Schicksal!"
— Und das können Sie, lieber Vater, so kalt aussprechen?
„Du ergiebst Dich in Dein Schicksal! Ich werde Dir Reisekleider senden. Hier hast Du Geld, wenn Du dessen bedarfst. Du gehst nach Potsdam; Du unterwirfst Dich allem, was Dir geboten wird; Du sollst Dir jedermanns Vertrauen erwerben. Ich verlange das von Dir.
— Ich laufe davon und steht gleich Galgen- ftrafe darauf.
„Nimmermehr! Du bleibst, bis ich Dich rufe. Deine Unbesonnenheit würde Dich und mich verderben. Wir haben hier kein schützendes Gesetz. Wage es nicht, Argwohn oder Zorn zu erwecken; erst dann würden wir verloren sein. Ich will sorgen Ueberlaß Gott und mir alles! Ich werde Dich retten. Nur Du übereile nichts "