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WöcheMiche Bellagm: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham.
Redaktion ^und Spedition/ Markt 21. ”"“ 8 Illustriertes Sonntagsblatt. Redaktion und Expedition: Markt 21.
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Marburg, Dienstag, 15. März 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpcdition dieses Blattes, 'owie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein n. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVH. Jahrgang.
Der Tod des Großherzogs von Hessen.
Der Tod des begabten und echt deutsch- naüonalcn Großherzogs Ludwigs IV. von Hessen, der am Sonntag Morgen 1* 2 Uhr infolge des vor 10 Tagen erlittenen Schlaganfalles eintrat, wird im ganzen deutschen Reiche Teilnahme erwecken. Großherzog Ludwig IV. wurde als Sohn des Prinzen Karl von Hessen und dessen Gemahlin, einer preußischen Prinzessin, am 12. September 1837 in Darmstadt geboren, ist also noch nicht 55 Jahre alt geworden. Der Prinz erhielt eine sehr sorgfältige Erziehung und verlebte seine ganze Jugend in seiner schönen Heimat. 1851 wurde er am Tage seiner Konfirmation zum Leutnant ernannt, im folgenden Jahre zum Oberleutnant. 1856 bezog er die Universität Göttingen, 1858 die in Gießen. Nach Schluß der Universitätszcit nahm der inzwischen zum Hauptmann beförderte Prinz den militärischen Dienst wieder auf und trat 1859 in die preußische Armee ein, und zwar in das erste Garderegiment zu Fuß in Potsdam. 1860 verlobte sich der Prinz mit der blühenden und überaus liebenswürdigen siebzehnjährigen Prinzessin Alice von England, einer jüngeren Schwester der Kaiserin Friedrich. Im Juli 1861 erfolgte die Vermählung, zwölf Tage später der Einzug des Neuvermählten Paares in Darmstadt. 1862 übernahm der Prinz das Kommando des Gardc-Dragoner-Regiments Nr. 23. Der regierende Großherzog von Hessen, der Oheim des Prinzen, war Preußen nicht geneigt, und so kämpfte Hessen im Jahre 1866 zusammen mit Oesterreich. Der Prinz Ludwig befehligte im Kriege als Generalmajor die hessische Kavalleriebrigade, erhielt aber feine Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Nach Abschluß der Militärkonvention mit Preußen wurde er als Generalleutnant kommandierender General der hessischen Division und führte dieselbe auch bei Mars la Tour, Gravelotte, Metz, Noisseville und Orleans. Am 13. Juni 1877, dem Todestage des Großherzogs Ludwigs III., bestieg sein Neffe als Ludwig IV. den Thron. Wie seit 1866 schon, hat der Prinz und spätere Großherzog stets treu zum Reiche gehalten und eine verdienstvolle Vermittlerrolle zum Ausgleich zwischeu den alten und neuen Verhältnissen durchgeführt. Der Großherzog war ein sehr leutseliger, fast jovialer Herr und in seinem Lande sehr beliebt. 1879 war er zum preußischen General der Infanterie, 1888 zum General-Inspekteur der 3. Armee-Inspektion (7. 8. 11. Armeekorps), 1891
zum Generaloberst der Infanterie mit dem Range eines Feldmarschalls ernannt. Die tu ganz Hessen hochverehrte Großherzogin Alice starb 1878 au der Diphthentis, welche sie sich bei der treuen Pflege ihrer an diesem Leiden erkrankten Kinder zugezogen hatte. Der Ehe des Großherzoglichen Paares sind sieben Kinder entsprossen: die Prinzessin Viktoria von Battenberg (geb. 1863), die Großfürstin Sergius von Rußland (geb. 1864), die Prinzessin Irene von Preußen (geb. 1866), der Erbgroßherzog Ernst Ludwig (geb. 1868), Prinz Friedrich (geb. 1870, gestorben durch einen Sturz aus dem Fenster 1873), Prinzessin Alix (geb. 1872), Prinzessin Maria (geb. 1874, gestorben 1876 an der Diphthentis). Eine zweite Ehe des Großherzogs mit Madame Kolemiue ward sofort wieder getrennt. Der neue Großherzog Ernst Ludwig (geboren 25. November 1868) hat die Regierung des Großherzogtums bereits übernommen. Eine Proklamation des neuen Landesherrn wird dem Lande den Thronwechsel kundgeben, alle Beamten verbleiben auf ihren Posten. Die Bevölkerung des Großherzogtums ist durch das schnelle Hinscheiden des so rüstigen Fürsten tief erschüttert.
Deutsches Reich.
Werkin, 13. März. Der „Reichsanz." veröffentlicht folgende Allerhöchste Kabinettsordre:
Indem Ich dem Staatsministerium ein Schreiben des Herzogs von Cumberland, Königliche Hoheit, vom 10. März dieses Jahres anbei zugeheu lasse, gebe Ich demselben zu erkennen, daß Ich nunmehr den Zeitpunkt für gekommen erachte, die durch die Verordnung vom 2. März 1868 ausgesprochene Beschlagnahme des Vermögens des Königs Georg aufzuheben. Wegen der Ausführung dieser Maß- nahme will Ich bett Vorschlägen Meines Staatsministeriums entgegensetzen.
Berlin, den 12. März 1892.
Wilhelm R.
Graf v. Caprivi. An das Staatsministerium.
Daran schließt sich die Publikation des folgenden Schreibens des Herzogs von Cumberland:
Durchlauchfigster, großmächtigster Kaiser und König!
Freundlich lieber Vetter und Bruder!
Da Ich Grund habe, anzunehmen, daß es den Allerhöchsteigenen Wünschen Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät entspricht, eine gütliche Erledigung der Differenzen herbeigeführt zu sehen, welche wegen Ausführung des Vertrages ob
schweden, der unter dem 29. September 1867 über die Vermögensverhältnisse Meines in Gott ruhenden Vaters Majestät zwischen diesem und des hochseligen Königs Wilhelm von Preußen, nachmaligen Deutschen Kaisers Wilhelm I. Majestät, abgeschlossen ist, nehme Ich keinen Anstand, au Eure Majestät die freundliche Bitte zu richten, diese Angelegenheit Allerhöchstselbst einer wohlwollenden Prüfung unterziehen zu wollen.
Gern benutze Ich diese Gelegenheit, wie Ich schon früher erklärt, so jetzt wiederholt zu erklären, daß jedes den Frieden des Deutschen Reichs und der ihm angehörenben Staaten ftörenbe ober bc- brohenbe Unternehmen Meinen Absichten fern liegt; als deutscher Fürst liebe Ich Mein bentsches Vaterlanb treu unb aufrichtig, unb nie würbe Ich — das versichere Ich Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät ausdrücklich — wissentlich veranlassen ober gutheißen, baß mit ben zu Meiner Verfügung stehenben Mitteln, mögen sie Mir schon zustehen ober erst in Erfüllung bes vorgebachten Vertrages zufließen, feinbfdige Unternehmungen gegen Eure Majestät ober gegen ben preußischen Staat birekt ober inbirekt angestistet ober geförbert werben.
Um so vertrauensvoller glaube Ich Mich ber Hoffnung hingeben zu bürfen, baß Eure Majestät Allerhöchstsich nicht länger behinbert erachten werben, ben obengebachten Vertrag zur Ausführung bringen zu lassen.
Mit ber Versicherung ber vollkommensten Hochachtung unb Freunbschaft verbleibe Ich Eurer Kaiserlichen unb Königlichen Majestät freundwilliger Vetter unb Bruder.
Ernst Augu st.
Lothringerhaus, Wien-Penzing, 10. März 1892. An des Deutschen Kaisers unb Königs von Preußen Majestät.
Zur Vereinbarung ber preußischen Regierung mit bem Herzog von Cumberlaub bringt bie „N. A. Z." einen längeren Artikel, worin es zur Motivierung bes gethaneu Schrittes heißt: „Jnbem bie königliche Staatsregiernng, ben durch bie Friedensliebe unb Versöhnlichkeit Sr. Majestät bes Kaisers unb Königs an sie geleiteten Impulse folgenb, ihre Beschlüsse in ber gebuchten Richtung faßte, hat sic nicht barauf gerechnet, alle Welfen mit einem Schlage zur neuen Ordnung zu bekehren, aber sie betrachtet die beschlossene Maßnahme als ein Moment der Beruhigung für bie Provinz Hannover. Es wirb ber nicht unbedeutenden Zahl ehrenwerter Männer, welche sich
mit bem Verstaube in bie neuen Verhältnisse gc funben haben, aber auch mit bem Herzen an ihrer ehemaligen Dynastie hängen, erleichtert werben, biesen Zwiespalt zwischen Verstaub unb Gefühl zu lösen. Der welfischen Agitation in ber Provinz Hannover nimmt ber Entschluß ber preußischen Staatsregierung ein Agitationsmittel aus ber Hand, während auf der anderen Seite der an Se. Majestät ben Kaiser gerichtete Brief des Herzogs von Cumberland und dessen anerkannte loyale Gesinnungen die Garansie geben, daß das dem Herzoge überwiesene Geld nicht gegen Preußen und das deutsche Reich verwendet werden wird." — Die Zeitungen äußern sich im Allgemeinen dahin, daß ber an beit Kaiser gerichtete Brief bes Herzogs von Cumberlaub einen förmlichen Verzicht auf bas Königreich Hannover nicht enthält; sie meinen, unter biesen Umftänben könne auch noch nicht bie Rebe fein, bem Herzoge bie Thronfolge in Braunschweig zuzugestehen. (Der Herzog selbst scheint übrigens biese nicht zu wünschen.) Höchstens könne als Herzog von Braunschweig einmal ber älteste Sohn des Herzogs von Cumberland in betracht kommen. Der an den Kaiser geschriebene Brief zeige aber doch eine solche Gesinnung, daß wohl die Aufhebung der Vermögensbeschlagnahme und die Aushändigung des Welfenfonds erfolgen könne, zumal hierdurch em langer und erbitterter Streit seinem Abschlüsse endlich entgegengeführt werde. Die Annahme des bezüglichen Gesetzes int preußischen Landtage unterliegt jedenfalls keinem Zweifel. Der Welfenfonds, der also an den Herzog von Cumberland nun fallen wird, beziffert sich nach Schätzungen auf etwa 40 Millionen Mark.
W Werkin, 14. März. Die Heiserkeit, von welcher der Kaiser in Folge einer Erkältung in der vorigen Woche befallen war, ist fast ganz wieder gehoben, doch hütet der Monarch vorsichtshalber noch das Zimmer. Bei dem am Sonnabend Nachmittag im Berliner Schlaffe stattgthabten Festmahle aus Anlaß des Geburtstages des Regenten Luitpold von Bayern ließ sich der Kaiser durch den Prinzen Friedrich Leopold, seinen Vetter, vertreten. — Das preußische Staatsministerium hielt Sonntag Nachmittag unter Vorsitz des Grafen Caprivi eine längere Sitzung ab. Die Beratung galt dem neuen Gesetz über den Welfenfonds. — Die freikonfer- vative Partei und das preußischeVolksschulgesetz. Gegenüber anderweitigen Behauptungen erklärt die „Post" im Namen der freikonservativen Partei, daß sämtliche Mitglieder derselben mit aller Entschiedenheit auf dem von den freikonfervativen Vertretern in ber
(Nachdruck Bei boten]
In -er Bärrn-Apolhekr.
Original-Roman von Marie Widdern.
(Fortsetzung)
„Trudchen sieht in unendlicher Verehrung zu Ihnen auf, unb ich denke, wenn übet Haupt ein Mensch, so werden Sie im Stande sein, das arme Kind zu trösten. Schon daß sie sich endlich mit Ihnen über ihr bisheriges Geheimnis aussprechen kann, wird dazu beitragen, ihr das arme Herz freier zu machen "
„Aber kann ich mich in ein Vertrauen drängen, das mir nicht freiwillig gewährt worden?"
„Horst Gilden, nur hier lasten Sie den Stolz bei Seite! Sie wissen es ja nun: Ihre Schwester durfte bisher nicht von dieser Liebe sprechen, sie durste Ihnen nicht ihre Hoffnungen offenbaren. Aber nun Sie von anderer Seite unterrichtet worden, wird das liebe Kind Gott danken, daß kein Geheimnis mehr zwischen Ihnen liegt "
Horst neigte schweigend ben Kops Im Innern seiner Seele verurteilte er die Schwester noch immer Er hieß sie dazu auch jebes weiblichen Stolzes baar, daß sie sich dem Sohne ihrer Prinzipalin versprochen, ehe sie noch von denjenigen als künftige Tochter anerkannt worden, deren Brot sie in abhängiger Stellung aß
Die Verstimmung aber, welche sich des Verwalters bemächtigt, war so deutlich in seinen stolzen Zügen erkennbar, daß Tante Minchen ernsthaft bedauerte, überhaupt vor Horst gesprochen zu haben. Sie hatte es aber doch so aufrichtig gut gemeint unb wirklich gehofft, daß Gilden der Schwester Trost bringen würde, falls er nur erst von ben wahren Beziehungen wußte, in denen Gertrud sich zu den
Gröll's gefühlt. An dessen Stelle aber mußte jetzt bie Greisin noch fürchten, daß Horst der Kleinen Vorwürfe machen und die Aermste dadurch noch mehr in Verzweiflung versetzen würde.
Der helle Angstschweiß trat Tante Minchen auf die Stirn. Ihre Lippen öffneten sich zu einer Bitte: sie wollte den beleidigten Bruder mit sanften Worten zu überreden suchen, allen Unmut zu überwinden, wollte Trudchens Geheimniskrämerei entschuldigen, indem sie darauf hinwies, „daß die Liebe bcnt- Weibe doch über alles ginge, wie es sich ja selbst von Vater und Mutter lossage, um einem fremden Manne zu folgen".
Noch aber waren das alles nur Gedanken, als sich plötzlich leichte Schritte in dem Flur des kleinen Häuschens hörbar machten. Gleich daraus wurde auch die Thür des Wohnzimmers ausgerissen unb die, von der die beiden Personen im Gemach noch eben so überlegend gesprochen, stürzte fast über bie Schwelle.
Als das junge Mädchen des Bruders ansichtig wurde, stutzte es einen Augenblick. Dann aber flog es mit ausgebreiteten Armen auf Horst zu. Und sich an feine Brust werfend, rief es in höchster Erregung : „Horst — Horst, wie gut, daß Du hier bist!! Kannst Du nun doch auch gleich hören, was ich erfahren, Dir erzählen lassen, daß sich die traurige Angelegenheit, die uns beide fast zu Ausgestoßenen gemacht, in einer ganz unerwarteten Weise aufzu- lären beginnt."
Eben noch hatte sich der Verwalter vorgenommen, einer Schwester ohne Umstände die Meinung zu agen. Das Woit „aufzuklären" aber von Gertruds Lippen schien jeden Gedanken in dem Hirn des Mannes zu verändern — jede Empfindung seiner Seele zu erweichen.
„Mädchen — was sagst Du da?" rief er jetzt mit bebender Stimme: „Die traurige Selbstmordgeschichte scheint sich in unerwarteter Weise auszuklären?!"
„Ja, ja!" erwiderte Gertrud. Dann aber löste sie ihre Arme von dem Hals des Bruders, und beide Hände auf das Herz pressend, kam es über die zitternden Lippen des Mädchens: „Wie erregt ich mich fühle ! Aber ich muß mich fassen — fassen, damit ich Dir — Ihnen, Tante Minchen, ausführlich — folgerecht berichten kann, was ich erfahren und auf welche Art mir die bedeutungs vollen Nachrichten zugegangen sind."
„So fassen Sie sich Kind", stimmte nun auch die Greisin bei. Dann erhob sie sich aus ihrer Ecke und trat an den Schützling heran, um ihm das Hütchen abzunehmen. Die zitternden Hände des jungen Mädchens wollten ja im Moment hiermit gar nicht zu Stande kommen. Und als das blonde Haupt des aufgeregten Kindes hernach von jeder Last befreit, drückte Tante Minchen die jugendliche Gestalt zärtlich auf einen niederen Polsterstuhl und sagte dabei: „So, Kind, nun holen Sie erst einmal recht tief Atem und bann beginnen Sie mit Ihrer Erzählung."
Gertrud befolgte gehorsam den Rat der Alten. Nachdem ihr die Brust freier, erwiderte sie, ihre Augen zu dem Gesicht des Bruders erhoben: „Du mußt wissen, Horst, daß ich vor einer Stunde vielleicht mit Tante Minchens treuem Faktotum ausgegangen war, um ein Paar Wirtschaftseinkäufe zu machen. In Wahrheit hatte mich die liebe Tante aber nur aus dem Hause geschickt, damit ich ein wenig auf andere Gedanken kommen sollte, als die traurigen sind, die mich unausgesetzt plagen. Kaum war ich mit Jette auf den Marktplatz gekommen,
als eine junge, einfach gekleidete Person auf uns zustürzte und meiner Begleiterin mit lautem Freuden- ruf um den Hals flog Aber auch Jette zeigte sich beglückt: Das nenne ich eine Überraschung", sagte sie. „Wahrhaftig, Schwertfegerin, wenn ich alles erwartet habe — Dich heute zu treffen, vermutete ich gewiß nicht!" Zn mir gewendet aber fuhr die alte Magd bie Ankömmlingin vorstellend fort: „Sie ist meine leibliche Schwiegertochter, Fräulein — Frau Marie Schwertfeger, das brave Weib Bahnwärter Schwertfegers, der vor einem Jahre von Z nach der Station S. versetzt worden. Na, und jetzt, Marie", richtete Jette wieder das Wort an die Nichte: „Wie geht es Dir und den Deinen und wie gefällt es Euch in S— ?!"
„Danke für die freundliche Nachfrage, Tante — aber wir find ja gesund", erwiderte Frau Schwert- feger „Hänschen, unser jüngster Bub', hatte freilich vor einiger Zeit das Scharlachfieber, aber jetzt fühlt er sich ja, Gott sei Dank, auch wieder wohlauf. Was aber das „Gefallen" in S. anbetrifft, so kann ich nur sagen, daß wir uns in dem alten Nest bereits vollständig eingewöhnt haben Es lebt ftd> gut unb gemütlich in S. Auch baß wir ber Residenz so nahe finb, ist hübsch Wir bekommen bei ber Gelegenheit doch manches zu sehen, was uns hier im ganzen Leben nicht zu Gesicht gekommen wäre. Aber, ehe ich es vergesse, Tante", setzte bie Frau sich unterbrechend hinzu, „weißt Du auch, daß ber jüngste Sohn des reichen Groll in S. gewesen?" —
Der Name hatte mich natürlich jäh zusammen- ucken gemacht. Jette ober schrie laut auf: „Jesus ber Provisor!" rief sie bann unb die Nichte plötzlich an die Schulter fassend, sagte sie, jedes Wort un- stimlich betonend: „Daß ber jüngste Sohn bes