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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und rwww
Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Prcis bei der Erve- dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl.
* ftÄ**»’Ä' 8d" Sonnabend, 27. Februar 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes,
sowie die Annoncm-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in ,
Frankfurt a. M„ Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Hvll.H-ahraana. Moste m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. M *7 D D
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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"’n* lolSrn'bc^^alSongie beTlujuhöS audgeftoSnI^amTbSn I~°P°P mÖ?e' ,rot,e mein jüngster, auch triefe«
Gießen Schlafzimmers, welchä sie in den ersten Morgen- ^en Al?^? mrbaS beö jungen Sprichwort bewahrheiten, feine philiströse Weise H ftunben nie verließ. Das Helle Gewand ihrer jungen ^ ruckie es -ornia iTS" Der= °mmt mtr aber Qu4> Zeiten nur wie Heuchelei vor."
, W lrebreizenben Gesellschafterin streifend, die an dem Ksicht Jr feaeE- M 2 vollwangigen „Um Gotteswillen, gnädige Frau!" Jetzt war nnr hem rt» K« «.»».ixt«, I, , ___ genoen. „Doch was verlange ich Ibas iunae Mädchen frtft feihenfrfvtttrirfi in fit»
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg «nb Kirchhain.
*M“' " ”"tut8' Zünftriertes Sonntagsblatt, v£«b°u<JnT«»*^"11““* ™
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besahte bie Frage, ob die Immunität ber Reichstags-l haben keine Arbeit!" „Wir verlangen Arbeit!" und I gäbe erfolgt die Festsetzung der Ferien durch die mich" Art' der Relchsverfassung dergleichen mehr die Prenzlauerstraße hinab zum verstärkte Kreis- (Stadt-) Schulbehörde. Abgeord-
auf die das innerhalb de?N^9 hob demgematz Prenzlauerthore. Eine andere, etwa 3-400 Köpfe neter Rickert (dft.) wollte zehn Wochen festsetzen.
M m w , I La%Aner ^Ertagung gegen den sozialdemo-1 starke Menge begab sich in ähnlicher Weise in den Die Kommission entschied sich für die Bestimmung
X4*fl ACT Ikratlschen ^ruhstagsabgeorbneten Schmidt-MittweidaILustgarten, um vor dem königlichen Schlosse demon-lder Vorlage. — 8 20 lautet: Die Schulzucht darf
p• /VVliHaA ergangene Urteil des Landgenchts Chemnitz auf undIstrierend vorüberzuziehen. Der lebhafte Verkehr derldie Grenzen der elterlichen Zucht nicht überschreiten
... \ rL_ ian„ O erklärte weiter -m Strafverfahren gegen Schmidt Passanten ließ hier die Menge vorübergehend so groß Die allgemeinen Anorbnungenfürdie Handhabung
für den Monat Marz T unzulässig. Oberreichsanwalt Dessen- I werden, daß der Verkehr kurze Zeit stockte. Diel der Schulzucht werden von dem Regierungs - Präsi-
«erden von den Kaiserlichen ^oflanpcilten, haam iumba8 n ^011561 erschien auch hier bald und trieb die Demon- denten getroffen." Auf Antrag des Abg. Rickert
den Posthülfsstellen, Briefträgern, Herrn ®.|Sja -u'erklärm da es Zn I s” na<b ben 2tnbcn $u unb ia0te fie bort «»s- (dft.) wurde der zweite Satz gestrichen und der Para-
*?!' Elp-diti°» Di- all,-dm,s B01,»uIg,f,610mmIffi,n b,825” ZmmT$. «t.
(Marburg, Markt 21) entgegengenommen. »nur durch die Gesetzgebung zu beseitigen. — InIHauses der Abgeordneten setzte gestern Nachmittag!gehaltene westfälische Städtetag auf welchem 89
3 tt (tt fttt I ber SB u b g e t f om m is s 10 n des Reichstags I die Beratung des Abs. 4 § 17 (Religionsunterricht I Delegierte anwesend waren hat sich gegen das neue
, -t,r. wurde am Donnerstag der Etat der Schutzgebiete der Dissidentenkinder) fort Abg. Dr Brüel (Cen- Volksschulgesetz ausaesprochen
, !beraten und für Kamerun unb Togo nach der Re-1trum) will dem Absatz 4 folgende Fassung geben:! Mreskau, 24. Februar. Fürstbischof vr. Kopp
Die Exped. der „Oberhess. Zeitg. I^uehmigt. —^Die„Berl.Pol.Nachr." Kinder, welche nicht einer vom Staate anerkannten hat unter dem 25. v. M. einen Hirtenbrief an den
------ d?e a^mrik^nÄ T SRc“™tI0' welcheReligionsgesellf'chaft angehören, nehmen an dem Re- Clerus und seine Diözesanen gerichtet, in welchem er
cn - L Ibte a w eri kau if ch e Lebensv e r s iche rung s-Iligwnsunterncht der Schule teil, sofern nicht diel „seinen vorjährigen Hirtenbrief dadurch ergänzt daß
Deutsches Reich. hv'f ■’ J. “ Le S?6nTr’L®ftera Db£ ber£n Stellvertreter das Gegenteil ver- er über die ewige sittliche Ordnung, die der Schöpfer
W. Merkt« 26 Febr Arn Wittmmfi Nb-nbI^"9^ die Bedingungen für den Abschluß ihrer|langen. Das Verlangen muß von dem zur Besttm-Ider Menschen festgesetzt hat und die Heiliabaltuna
wohnte der K ai s er mit dem Hofe dem Subskripttons-1 und" nach"welcker?es aa«2 ttt 9^pIipF)PTT bpf (Üp. I Hai* $Y?j -f, 1 ,, » cyi . I „ e ßC^TCTl und Mahnungen erteilt",
»alle im Opernhause bei. Am DonnerstagsVor- sMchaft Et würde ^ntte vttl na^Nhlmtt t Ä ■MI bem ^Jter “ ^rfo“ unter Angabe Der Hirtenbrief enthält außer der Einleitung zwei
mittag hielt der Monarch in der ^iIUärturna^ftaIJ £antiemenDeriobe T Kmd erzogen werden Abschnitte, in deren erstem über die Tugend der
nach beendetem Offizierkursus die Schlußbesichttgung bat de^^?re!ikisxh?^n^?^-s ®trbd o11' ^«rt und die über diese Erklärung zu ertei- Keuschheit überhaupt gehandelt wird, während der
ab unb sprach den beteiligten Offizieren seinen vollen die ! .neucrb^0S Icnbe Bescheinigung dem Schulvorstand vorgelegt zweite von der Sittenreinheit in der Ehe und von
Beifall aus. Am Nachmittag' fand ?ei der Absttmmung wurde der Antrag der Bewahmng der Sittenreinheit unter den Kindern
Geburtstages des Königs von Württemberg im STie ^^, 58^1 in fernem ersten Satze mit 15 Stimmen anJ unb der Heranwachsenden Jugend spncht. Dem
Schloß eine Tafel von9 etwa 28 Gedecken ^statt Be-irken ahne^nnp^? ZfS » b^ preutzischen genommen. Der zweite Satz des Anttages Brüel zweiten Abschnitt seien nach der „Schles. Ztg."
Am Abend wurde im Weißen Saale eine Ballfest- anroenbnna ^nmm f, « Stimmen abgelehnt. Damit waren folgende Sätze entnommen: „UnsereZeit drängt zum
lichkeit abgehalten, zu welcher 800 Einladungen er- Klaacn über ba§ ® frf1rtftoaehnhr,r, £ n Beziehung bte fteikonservatwen Antragc sowie die Regierungs- Entscheidungskampf. Der Umsturz hat die schranken-
«angen waren. Heute, Freitag Ab-nd^ gedmtt ber Ö°jJaSe XCfeJtt0L M 4 von § 17 lautet demnach lose Entfesselung der Naturtriebe auf seine Fahne
Kaiser einem Maskenfest bei seinem Schwager, dem!und^Gk^m9 " «n«e^' ÄJ? einer bom Staate aner- geschrieben. Unschuld und Lauterkeit in Gesinnung
Erbpnnzen von Meiningen, beizuwohnen - S kur tontnfö hSJÄE b°^lben kannien Religionsgesellschast angehören, nehmen an und Leben sei die Inschrift der Fahne, unter der >e des Kaisers ruft gewaltimtsIdem Religionsunterricht der Schule teil, sofern nicht wir gegen die Umsturzmächte kämpfen! Sie tragen Aufsehen hervor. Die Blätter erörtern haupffächttch event^ die Zurücknahme der Kon-eisinnI r® tern„ obeI ber^ -^ellvertteter das Gegenteil euch voran eure Priester in euren Gemeinden, eure die Worte betreffs der Nörgler, denen anheimgestellt!scheint" — Strafendem nns/i.!,^?a„9-bZ s IC be§ § 17, überILehrer in euren Schulen, sie sollen voranttagen die wird, auszuwandern. - Der Bundesrat hielt Donnerstag Nackmilta? i^ ve!sMehenen -^n^ ^" Scheidung bis zur Erledigung des Herrschaften ihren Dienstboten, die Meister ihren
«m Donnerstag seine gewohnte !ß^enarfib^ng ab. | yerHnTZ^beit^ I T S « “ ^^b' ""»mehr in folgen- Hausgenossen, die Arbeitgeber ihren Arbeitern und
(151 de? P a7t e i p r°° gZZm f^m ' liberaftn" S^nn? S^ck 7°n?"^ ™ 5 geaast anVeZe^nurZ^e
Mer Session bem preußischen Landtage zugeht.!zu Fuß und zu Pferde eirund säuberten bentJaß bKS™ heK^i?^9^9 S welcher!heute wegen aufteizenber Reben polizeilich aufgelöst, schlagnahmten' ^6^MiMnen" Thaftr''bem^^Herzog Mnge?7b Tmp§7on"°2^ ^gesetzt'Z ftät^ mit § If
1 H ’ |10t)Ien0 uno unter dem Ruf. „Arbeit! „Wir | neun Wochen Nicht übersteigen soll. Mit dieser Maß- ausschusses fand gestern ein Festmahl statt, an welchem
» . «... |barauj hinzu: „Sie wollten mich gewiß aber oued „O, gnädige Frau!" bat das junge Mädchen,! offenen Weise in das Gesicht der Prinzivalin- Ich
In -er Bsren-Apotheke. )CrUte schmerzvoller leide, denn und seine klaren unschuldigen Augen schauten fast!habe Ihnen gehorsam zu fern, gnädige Frau- "und
Original-Roman von Marie Widdern. !2 auättitt' meme Stebe! Was flehend in das Gesicht ber Pnnzipalin. Iba mir mein Sruber nicht Schweigen auferle’gt, so
„Eben höre ich es elf Uhr vom Marienturm ^una " 'Seitdem m7n ’ cy ?ber nickte nur bestätigenb mit dem Kopse: barf ich Ihnen auch ohne Umstände sagen, was ich
schlagen. Es ist somit die höchste Zeit, baß ich an LEmprtS r, r letzthin in so „Ja, hierin allem", wiederholte sie bann in ihrer |weiß. Es ist das freilich nicht viel. Horst erzählte
meine Toilette^gehe, wenn ich noch am Vormittag s b ^ ^ keinen'^F^ied^n" ttnben^" Ah7r Weise. Sie werden das auch begreiflich mir ja nur, Ihr Herr Gemahl habe ihn gebeten,
-ie gewohnte Spazierfahrt machen will. Legen Sie 9 „ @ie niJ;t* ? e^s£b« J*lbes1Aber finden , setzte sie nun hmzu, „m anbetracht der ein besonderes Augenmerk auf den Neuangestellten «Ifo Ihre Arbeit zusammen, Fräulein Gertrud, und m bart^aeaen^ben arm n Gefchmacksrichtung — des eigenartigen zu richten. In anbetracht beffen, baß mein Bruder
lasten Sie mich allein." zu hart gegen-denarm, n Hans gewesen, um Charakters meines Westen Sohnes. Ein altes der Verwalter der Apotheke ist, in welcher Ihr jüngster
Mit diesen Worten erhob sich die Gattin des! Apothekers so trefflich bestanden bat?" e?amen | Sprichwort sagt; Jugend hat keine Tugend — I Herr Sohn nun als Provisor eine Stellung gefunden, .rifhpfiüprs cynl,—flÄ I... ---7 7 irenuct) Deitanben hat? Jugend muß austoben! — Kmd, ich wünschte, nahm Herr Gröll nicht Anstand, offenherzig zu
$ief,S9en ?es vielleicht fünfundvierzigjährigen! Leopold möchte, wie mein Jüngster, auch dieses berichten —" a ’
finden
3 ä«ÄVmmisr« » »« »S ®4±em*”be r“ e,nm rt -ut- Di-N-Iu-m sind «rtoeto
l „Was zu berichten?" fragte Frau Gröll jetzt in I heftigem Ton unb trat dem jungen Mädchen rasch näher.
... „ . . ---------- ---------- ... - oer ivraaenöen• Deswillen, gnädige Frau!" Jetzt war! „Worin der Grund zu suchen seh daß Ihr Herr
Tifch vor dem Ruhebett saß, eilte fie mit ungraziösen danach Ihre Meinuna iu "hn™ ai’9A ?.^|baf lun9e Mädchen fast leidenschaftlich in die Höhe! Sohn, ehe er zur Universität ging, so oft mit feinen Schritten nach dem mit schwerem gemustertem Seiden- Lt A ^arfem X9 wT* Ä*' ^rau ®ro-U gefahren. Für einen Moment schien es zu vergessen, Stellungen wechselte."
ftvff bekleideten Toilettentisch. Wie eine Schlange!^ Sieauf der S^ m?„-- langst, Ivaß es nur die bezahlte Gesellschafterin seines Gegenüber! „Ah!" Die Gattin des Fabrikbesitzers stampfte
Nngelte dabei die lange Schleppe des kirschroten! meinen iünasien @nhn ,^hen und I war. Dann aber senkte es wieder traurig bas blonde! zornig den wundervollen Teppich, der den Boden
Morgenkleides, das fast überreich mit Spitzen garnirt!r-^„ Wette beurteilen •« Mge-I Köpfchen, und leise, ganz leise rang es durch die! des Gemachs deckte. „Empörend!" stöhnte sie bann,
»ar, hinter der großen korpulenten Gestalt her. „eben" iubr dieRebenhe hn»»”;*, „• zu-1kleinen weißen Zähne: .Herr Leopold ist gewiß!,Aber konnte ich etwas Anderes erwarten?! Mein
Auf halbem Wege blieb die Dame aber wieder fielen. 9genießt das Lebe,, mlL" ex"em.2lrtem Heuchler! Wie er sich giebt, so ist er auch in Mann hat ja nur für feinen Aeltesten ein Herz —
Mit einem tiefen Seufter hob sie die breite mit SkuteTfei^ T , weil Leopold in allen Dingen in die FiMapfen
Brillanten geschmückte fwinh unh nreüt» «» „»„„„! . «, Juhren, ^und mehr b^onders, I „Desto bester für meinen ältesten Sohn", erwiderte | des spießbürgerlichen Vaters tritt, begünstigt er ihn
aber du lieber $immel! I bie Dame... „Eigentlich wollte ich ja auch gar nicht | während er dem jüngeren Sohne immer nur mit
1' cnb ^°r?.n Leopold I von ihm sprechen", setzte sie dann unmutig hinzu. | eiserner Strenge begegnet."
D<^ junge Mädchen am Tische hatte indessen Hans der Inbegriff des Genüsse/" * |jf$rSn o? —SHicbt“ mSh ®ie^er fta,"pfte bie große korpulente Frau mit
^ne Stickerei zusammengelegt Jetzt richtete „Unb boch liebt Ihr älterer Herr Sohn seinen hat, in welcher äSei^e 5 me^n^Sn^uSS Sb“S Ste ^stcht färbte sich noch um blt ,^r Pnnzipalin zu und teilnehmend! jüngeren Bruder in einer Weise, die nahezu rührend | ebe er — ihm nnr m-fit g-nmn, fSnns mfithrtp 9 ^Lhm™ |^uaPcen ^oher. Dann aber richtete fie einen bla“ß’ K* bie feingeschnittenen Lippen;!ist", wagte Fräulein Gertrud leise zu erwidern. «Sie kein Blatt vor^den Mund liebes Kiiid sondern«lf -as schöne zarte Mädchen am
Ä | doch mcht krank, gnädige Frau?" Frau Gröll neigte zustimmend den Kopf. „Sie wiederholen !^ie mir getteuftch, ums Ihnen hftrL L^nd m dem Wunsche, an der Schwester des
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