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WöchenUiche Bellagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Redaktion ^und ^pedition^ Markt 21. Illustriertes Sonntagsblatt. Redaktion und Expedition: Markt 21. 9

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Donnerstag, 25. Februar 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfutt a. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Patts.

XIVII. Jahrgang.

für Aenderung ausgesprochen. Die Generalver­sammlung des Deutschen Bauernbundes,

Deutsches Reich.

W. Werkin, 24. Febr. Am Montag Abend wohnte der kaiserliche Hof der Galavorstellung im Opernhause bei. Am Dienstag Vormittag machte der Kaiser eine Spazierfahrt durch den Thiergarten und begab sich nach dem Reichskanzlerpalais, um daselbst einen Vortrag entgegenzunehmen. Von dort nach dem Schlosse zurückgekehrt, arbeitete der Monarch dem Ches des Militärkabinets und nahm mil - lärische Meldungen entgegen. Später waren die Majestäten mit verschiedenen Gästen zur Mittags- tasel vereint. Dem Bundesrat ist der im Reichs-Eisenbahnamt ausgearbeitete Entwurf eines neuen Betriebs-Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands nebst einer erläuternden Denkschrift zugegangen. Bei der Umarbeitung ist darauf Bedacht genommen worden, Fremdwörter durch gleichbedeutende deutsche Ausdrücke zu ersetzen, soweit dies möglich war, ohne die Gleichförmigkeit mit dem internationalen Uebereinkommen zu gefährden. Die Thronrede zur Eröffnung des ungarischen Reichstages, welche Kaiser Franz Joseph in der Ofener Königsburg ver­lesen hat, bestätigt die heute geltenden Anschauungen von leidlichen Beziehungen unter allen Mächten in Europa. Bestehen nach rechts und nach links vom Dreibünde auch nicht gerade frenndschastliche Ver­bindungen, so bestehen doch auch nirgends aufregende Kriegs- oder sonstige Pläne, alle Staaten haben ein volles und gerechtfertigtes Bedürfnis nach Ruhe und Stieben. Die Budgetkommission des Reichstages genehmigte den Etat des Reichsamtes des Auswärtigen mit dem zugehörigen Kolouialetat vollständig. Die Lehramtsprüfungen und Vorschriften der Schulhygiene sind im preußischen Kultusministerium nunmehr aus­gearbeitet. Dieselben werden demnächst dem Siebener- Ausschuß zur Prüfung unterbreitet werden; es ist aber noch ungewiß, wann derselbe zur Erledigung des Restes seines Pensums wird zusammentreten können. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt zum Holks schulgesetz: Vor kurzem hatte die Nach­richt Aufnahme in einigen Blättern gefunden, der Evangelische Ober-Kttchenrat in Berlin nehme dem Bolksschulgesetz gegenüber eine sich auf wesentliche Punkte beziehende, ablehnende Haltung ein. Wie d« Reichsbote zuverlässig mitteilen kann, hat der Lber-Kirchenrat im Gegenteil den konfessionellen Eharakter des Gesetzes durchaus anerkannt und wünscht aufs Dringendste das Zustandekommen des Gesetzes. Rur in zwei nicht prinzipiellen Puntten habe er sich

welche am Dienstag in Berlin tagte, hat einen Be­schluß zugunsten des neuen Volksschulgesetzes gefaßt. Aufsehen erregt, daß der Präsident des Bundes, Landtagsabgeordneter v. Plötz, seine Begrüßung unter lebhaftem Beifall mit den Worten schloß:Meder mit dem Freisinn und dem Judentum!" Das Berliner Landgericht hat in dem Prozesse A h l w a r d t den bekannten anttsemittschen Partei­führer wegen Beleidigung des Berliner Magisttats und mehrerer dortiger Lehrer zu vier Monaten Ge­fängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr beantragt Ein neuer Prozeß wegen Beleidi­gung der preußischen Minister der Justiz und der Finanzen durch Ahlwardt ist eingeleitet. Wie die Voss. Ztg." mitteilt, hat das Berliner Justiz­ministerium gegen eine ganze Reihe von antisemitischen Zeitungen, welche die Unparteilichkeit der preußischen Justiz bemängelt haben, den Strafantrag gestellt. Die Einbringung zweier neuer Vorlagen im Reichs­tage, eines Gesetzentwurfes gegen den Verrat militärischer Geheimnisse und eines solchen über den Belagerungszustand in Elsaß-Lothringen wird zu lebhaften Er- örtemngen in der Presse wie in der Volksverttetung führen. Das gilt allerdings weniger von dem erst­genannten Entwürfe, der kaum zu Bedenken Anlaß geben kann, als von dem zweiten, obwohl er an sich nur die Uebertragung des in Preußen schon be­stehenden Rechtszustandes auf das Reichsland be­zweckt. Dort lag bisher die Sache so, daß der Kaiser, wenn die öffentliche Sicherhett bedroht ist, den Kriegszustand erklären läßt, daß außerdem den Kommandanten befestigter Plätze unter gewissen Um­ständen die Verhängung des Belagerungszustandes zusteht und daß nach den Diktaturparagraphen der Statthalter bei Gefahr für die öffentliche Sicherheit alle ihm zu deren Anwendung erforderlich erschei­nenden Maßnahmen treffen kann. Die Vorlage will nun, da im Falle eines überraschenden Bedürf­nisses die Erklärung des Kriegszustandes durch den Kaiser eine schädliche Verzögerung erfahren könnte, den sofortigen Uebergang 'der Regierungsgewalt an die Militärbehörde sicher stellen. Der Nutzen dieser Maßregel ist nicht zu verkennen. Aengstliche Ge­müter aber werden daraus sicherlich auf eine gewisse Verfinsterung der europäischen Lage schließen.

Aus der Volksschulkommission des preußischen Abgeordnetenhauses. Der § 15, einer der wichtigsten Paragraphen der Vorlage, hat nach

der jetzt erfolgten Schlußabstimmung folgende Fassung erhalten:Wo die Zahl der Schulkinder einer vom Staate anerkannten Religionsgesellschaft in einer Schule anderer Konfession über dreißig steigt, kann, vorbehaltlich der Bestimmung des § 11, der Re­gierungspräsident bei Zustimmung der Gemeinde (Gutsbezirks, Schulverbands) die Errichtung einer besonderen Volksschule für dieselben anordnen, wenn seitens der zuständigen Organe der betreffenden Religionsgesellschaft ein bezüglicher Antrag gestellt wird. Die versagte Zustimmung kann bei ländlichen Schulbezirken durch den Kreisausschuß, bei städtischen Schulbezirken durch den Bezirksausschuß ergänzt werden. Der Zustimmung der Gemeinde (Gutsbe­zirks, Schulverbands) bedarf es nicht, wenn in einem Schulbezirk (Schulverband) die Zahl solcher Kinder über sechszig steigt." Die Mehrheit der Kommission ging in verschiedenen Punkten über die Bestimmungen Vorlage hinaus und hielt daran auch trotz des Widerspruchs des Kultusministers fest. Alsdann wurde, der § 16 angenommen, welcher lautet:Der Religionsunterricht wird nach der Lehre derjenigen Rcligionsgesellschaft erteilt, welcher die Schüler ange­hören, die ihn empfangen.

Ausland.

Arankreich. Alles Mühen des Präsidenten Carnot, einen neuen geeigneten Kabinettschef aufzu­treiben, ist erfolglos geblieben. Er versucht es des­halb wieder mit den Männern des neulich gestürzten Ministeriums. Wenn auch bei diesen nicht jede Neigung, wieder die Regierungsgeschäfte zu über­nehmen, fehlt, so bleibt doch abzuwarten, ob es ihnen gelingen wird, paffende Vertreter für jedes Ressort zu finden. Gelingt das nicht, so entsteht in acht Tagen eine neue Ministerkrisis. Man muß also die Entwickelung der Dinge abwarten. Die meisten Panzer- und Kreuzerschiffe der ftanzösischen Flotte sollen mit neuen Schnellfeuergeschtzüen versehen werden. Bis spätestens im Frühjahr 1893 wird die Armirung der Schiffe mit 14 bis 16 Zentimeter - Kanonen vollendet sein. Die Regierung verbot allen Journalisten, welche Militärdienst thun, während dessen an fran­zösischen oder auswärtigen Zeitungen mitzuarbeiten.

Gngkand. Die Londoner Zeitungen erheben wütende Angriffe auf Emin Pascha, weil derselbe nach Wadelai zurückgekehrt ist. Die Times schreiben, Emin habe sogar dieDreistigkeit" gehabt, die deutsche Flagge auf dem Ruwenzoti auszupflanzen. Nun, das wird dem schwarzweißroten Tuch nichts

schaden. Gegen den früheren Lordmayor von London, Isaaks, ist eine Anklage wegen versuchten Betrugs erhoben.

Griechenland In der Deputiertenkammer in Athen wurde am Montag die Beratung über den Bericht der Kommission für die Anklagesache gegen das frühere Ministerium Triknpis verhandelt. Ans der Volksverttetung heraus war beanttagt, gegen das ftühere Ministerium wegen Ueberschreitung seiner Amtsbefugnisse einen Staatsprozeß einzuleiten. Bei der Bedeutung des Falles war das Kammerpalais von einer gewaltigen Menschenmenge umgeben; militätische Vorsichtsmaßregeln waren in weitestem Umfange getroffen. Der gegenwärtige Minister­präsident Delyannis, der sich vor einigen Jahren übrigens schon in ähnlicher Lage befunden hat, er­klärte, politische und nationale Erwägungen erforderten die Freisprechung des Ministeriums Triknpis. Die Anklage wurde denn auch schließlich mit sehr großer Mehrheit verworfen.

Hessen-Nassau.

Marburg, 24. Febr. Zn dem am Sonntag, 27. d. Mts. Hierselbst stattfindenden Städtetag der Provinz Hessen-Nassau, zwecks Beratung über den Entwurf des neuen Volksschulgesetzes, sind bis jetzt Anmeldungen eingelaufen ans Cassel, Frankfurt a. M., Hanau, Hersfeld, Höchst a. M., Hofgeismar, Hom­berg a. d. O., Kirchhain, Rauschenberg, Rinteln, Schlüchtern, Tann a. d. R., Treysa, Wiesbaden, Windecken, Witzenhausen und Usingen. Aus hiesiger Stadt wird sich, wie wir hören, außer dem Herrn Ober­bürgermeister Schüler, der gesamte Stadttat und Bürgerausschuß an den Verhandlungen sowohl wie an dem nachfolgenden Essen beteiligen.

Warburg, 24. Februar. Sicherem Vernehmen nach beabsichtigt der Expetimental-Physiker G. Dähne in den ersten Tagen des Monats März auch hier in Marburg im Saalbau zwei populär-physikalische Experimental - Vorttäge abzuhalten. Der genannte Herr hat solche Vorträge, verbunden mit lehrreichen und auch glanzvollen Versuchen, namentlich auch in Universitätsstädten abgehalten und liegen mir darüber von vielen Fachkollegen die besten Zeugnisse und Urteile vor, so daß ich den Besuch dieser Vorttäge nur auf's Wärmste empfehlen kann. Dem Prospekt nach werden dieselben insbesondere dem Gebiet der Optik und Elektrizität angehören. Melde.

Warburg, 24. Febr. In dem am nächsten Freitag, diesesmal im Qnentinschen Saale wegen

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.Aber, mein Herr, wie können Sie nur so Ktnäckig immer wieder hierauf zurückkommen! Ich *fie sie, diese Adele, und Sie machen sie mir nur verhaßter. Ich will nichts mehr von ihr hören

*r ich werde Ihnen ernstlich zürnen."

. Eugen war aber wie vom Blitz getroffen; er Mte also nur auf seine Großjährigkeit seine Hoffnung und wie lange hatte er noch bis dahin! Vier chre, welch eine lange, schrecklich lange Zeit für * Sehnsucht eines Liebenden!

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Adele von Alleville.

-Fortsetzung.)

Eugen unterdrückte seine Freude. Aber als er sch wie seine Mutter Adele mit Lobeserhebungen überhäufte, sie in ihre Arme schloß und ihr die zärt- Kchsten Namen gab, da glaubte er, diesen günstigen llugenblick benutzen zu muffen; aber doch ging er, jmz gegen die Gewohnheit junger Leute vorsichtig p Werke.

Das Fräulein", sagte er,erinnert mich an wie Routine, die von ihrem Alter sein soll, auch, ®ie man sagt, ihre Figur hat und gleiches Talent besitzt."

Er würde sich hierüber noch weiter ausgedehnt i eben. Aber die Miene seiner Mutter hatte sich hon beim ersten Wort verzogen; sie war eisigkalt toorben und gebot ihm auf's bestimmteste Stillschweigen.

Meiner Treu, meine werte Freundin", ergriff iomfort das Wort,ich finde, daß Ihr Sohn recht hön angefangen hat. Und mögen Sie auch eine bse Miene machen, das soll mich nicht hindern, da Mzusahren, wo er aufgehört hat Wissen Sie,' daß « einem Jahr Eugen und ich ihre Nichte unterstützen, Ihr blinder Haß Sie das größte Unrecht von tt Welt begehen und daß es Zeit ist, einmal anders d handeln?"

Nein", sagte Adele am Abend zu ihrem Vetter,ich bin nicht zum heucheln geschaffen ich kann nicht Freundschaftsbezeugungen annehmen, die nicht mir gelten; ich vermag den Haß und die Verachtung nicht zu ertragen, welche meine Tante gegen mich erfüllen. Mein Freund, ich habe genug getban! Ich muß auch etwas für das Andenken meines Vaters thun, den man hier auf's Gröbste beleidigt; ich muß abreifen, das steht fest!"

O, meine teure Abele, höre mich an!"

Nein, ich würde wankelmütig werden, wenn ich Dich anhörte. Ich muß, teuerster Eugen, ich muß Dir entsagen."

O, welches unglückliche Wort hast Du aus- gesprochm!"

Meine Liebe zu Dir, meine Jugend haben mich getäuscht; ich habe nur das Glück gesehen, in Deiner Nähe zu sein. Aber jetzt fühle ich all' das Peinliche in der Rolle, die ich übernommen habe Du selbst, mein Eugen, kannst Du sie ertragen?"

Gut, ich bin es zufrieden, daß Du abreisest; Du sollst den Ort verlassen, wo man Dich oerfanht hat; ja, Du sollst abreifen, aber mit Deinem Ge­liebten, Deinem Vetter, mit Deinem Bruder!"

Was schlägst Du mir da vor?"

Wir find unzertrennlich."

Eugen hatte wirklich die Absicht, seine Mutter ;U verlassen und mit seiner Routine zu gehen. Nichts onnte ihn von diesem Entschluß abbringen. Adeles : Bitten verhallten ungehört an seinem Ohr; ihre Thränen waren ohne Macht.

Dich sehen", sagte er,Dich sehen will ich ohne Unterlaß, jeden Tag, jeden Augenblick, ober sterben."

Das liebende Mädchen war gezwungen, sein Zartgefühl der Leidenschaftlichkeit seines Vetters, einen Ruf der Sehnsucht desselben zu opfern; denn

eine Flucht mit Eugen mußte ihren Ruf unwieder­bringlich vernichten, da man nicht wissen ober nicht glauben würbe, baß sie sich derselben widersetzt hatte. Sie fühlte, daß sie nachgeben müsse und willigte schließlich darein, wieder zu bleiben. Aber eine tiefe Traurigkeit bemächtigte sich ihrer. Vergebens be­mühte sich Eugen, ihren Zügen ein Lächeln zu entlocken

Montfort hatte seine Geschäfte beendigt; der Erfolg hatte seine Arbeit gekrönt. Dafür war ihm die zugesagte Beförderung zu teil geworden und nun mußte er ohne Verzug nach Rouen zurück, um feine dortigen Rechnungen abzuschließen.

Frau v. Abligeg, die das geräuschvolle Leben in Paris und die Vergnügen müde war, wie man zuletzt alles müde wird, entschloß sich, mit Montfort zurück- zureisen.

Es wäre zu viel gefordert gewesen, wenn Eugen von Adele hätte verlangen wollen, daß sie seiner Mutter nach Rouen folge. Welchen einigermaßen natürlichen Anschein hätte man dieser Abreise geben sollen? Anderseits aber drohte seine Routine ihm, seiner Mutter alles zu entdecken, wenn er ihr nach Amiens folgen würde; und mit dieser Drohung war es ihr Ernst. Er mußte sich also von ihr trennen ober einen anderen Ausweg erfinden.

Ein Mann von fünfzig Jahren, wie Montfort, der vernünftig ist, erhebt seine Wünsche nicht zu einem Mädchen von siebenzehn Jahren. Aber Montfort hatte sich mittlerweile ohne Rückhalt dem lisher bekämpften Zuge seines Herzens hingegeben, der ihm den Besitz Adeles als das Wünschens­werteste erscheinen ließ. Er hatte bisher nur eine Frau gefunden, die würdig gewesen wäre, sein Weib zu werden; Adele war die zweite und, wenn er sich )rer auch nicht für ganz stvert hielt, so dachte er doch, daß sein Reichtum den Unterschied in ihrem

Alter ausgleichen würde. Nach reiflicher Ueberlegung entschloß er sich daher in seiner Person das Vorhaben einer Versorgung Adeles zu verwirklichen.

Er stieg in den Wagen, suhr bei Frau von Abligeg vor und begehrte von Fräulein Duval eine Unterredung unter vier Augen.

Ein Wort, mein Fräulein!"

Ich höre, mein Herr!"

Sie wollen verzeihen, wenn meine Ausdrucksweise vielleicht nicht die richtige ist. Ich meine es aber gut. Sehen Sie also nicht auf die Worte, halten Sie sich gefälligst an deren Inhalt.--Ich habe

keine Verwandten, ich habe wenige Bedürfnisse und wünschte mein Geld gut anzuwenden."

Ich verstehe Sie nicht, Herr von Montfort."

Nicht ? Gut, ich will versuchen, mich verständlicher zu machen. Mein Anerbieten wird Ihnen vielleicht ein wenig sonderbar erscheinen; aber auch nach sechs Monaten würden wir noch nicht bekannter sein. Erst nach der Hochzeit weiß man eigentlich, woran man ist und in meinem Alter hat man keine Zeit zu verlieren."

Herr von Montfort! Ich .. . Wenn Sie..."

Ich . .. Wenn Sie ....! Wozu so viel Worte, mein Fräulein? Ich bin lebig, fünszig Jahre alt, unb habe sechszigtausmb Franks Einkünfte. Lange haben rauschende Vergnügen unb die Liebhaberei an der Kunst mich befriebigt. Seitdem ich Sie kenne, fühle ich, baß ich allein stehe. Meine Verlassenheit erschreckt mich unb ich glaube, daß Sie ganz zu mir passen. Wollen Sie mich heiraten, mein Fräulein?"

Aber mein Herr..."

Ah, ich sehe Ihre Einwürfe voraus. Sie fühlen eine Liebe für mich. Das ist ganz natürlich, in meinem Alter flößt man Liebe nicht mehr ein."

(Schluß folgt.)