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Lerantwortlicher Redakteur: Christoph Rauteuhaui in Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 21.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für -ie Kreise Marburg un- Kirchhai«.

Redaktion ^und Expedition^ Markt Ä. Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Mittwoch, 24. Februar 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mofle in Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Patts.

XXVII. Jahrgang.

Deutsches Reichs

W. Merlin, 23. Febr. Unser Kaiser untcr- »ahm am Montag Vormittag eine längere Spazier­fahrt und hörte dann die laufenden Vorträge. Mittags hatte der Kaiser eine längere Konferenz mit dem Hausminister von Wedell. Am Abend besuchte der gesamte Hof die im Opernhause stattfindende Gala­vorstellung. Die B u d g e t ko m m i s s i o n des deutschen Reichstages beriet am Montag den Etat des Reichsamtes des Auswärtigen. Die hart um­strittene Neuforderung desselben, die Erhöhung der geheimen Fonds, die im Hinblick auf die Neuregelung des Welfenfonds in Preußen erfolgen soll, wurde in Höhe von 500 000 Mk. mit 16 gegen 6 Stimmen (Freisinnige und Sozialdemokraten) genehmigt. Die Gesetzentwürfe bett, den Verrat mili­tärischer G e h e i m n i s s e und den Belagerungs- znstand in Elsaß-Lothringen für den Fall der Kriegs­gefahr sind, nachdem sie beim Bundesrate Annahme gefunden haben, am Montag dem Reichstage zuge­gangen. Der Gesetzentwurf besteht aus 12 Para­graphen und stellt sich als eine Ergänzung des § 92 des Strafgesetzbuches dar. Er enthält sehr scharfe Sttafbestimmungen, so werden Verbreiter von Nach­richten, auch wenn der Dolus fehlt, mit mehreren Jahren Zuchthaus besttaft; Personen, welche Festungs­pläne an eine fremde Macht verraten, so daß sie znm Kriege benutzt werden können, sollen lebens­länglicher Zuchthausstrafe unterliegen. Der andere Gesetzentwurf bett, den Belagerungszustand von Elsaß-Lothnngen im Falle der Kriegsgefahr enthält 18 Paragraphen und baut sich auf dem Prinzip auf, daß die vollziehende Gewalt auf die Militär­behörden übergehen soll. Beiden Vorlagen ist eine umfangreiche Begründung beigegeben. Zur Vorbe­reitung der Handels-Vertragsverhand­lungen mit Spanien beginnen im Laufe der nächsten Woche im Reichsamte des Innern Be­ratungen der deutschen Kommissäre, die im Großen Md Ganzen die gleichen sein werden, wie bei den letzten Handelsverttägen. Der Zeitpunkt des Beginns der eigentlichen Verhandlungen mit Spanien ist noch nicht festgesetzt. Im kaiserlichen Statistischen Amt in Berlin haben die Sitzungen der Kommission begonnen, welche die Werte der im Jahre 1891 an- und ausgeführten Waren festzustellen hat. Diese Kommission besteht aus 60 Sachverständigen Vertretern der Großindustrie und des Großhandels «ns verschiedenen Teilen des Reichs, die vom Statistischen Amt, meist auf Grund der Vorschläge

der Handelskammern, einberufcn werden. Die Arbeiten der Kommission, deren Mitglieder nicht zusammen auf einmal, sondern gruppenweis nach sechs Warengruppen einberufen werden, dauern bis Ende März. Aus Petersburg meldet die K. Ztg.": Die Mitteilungen über Ausbruch des Typhus im Innern Rußlands mehren sich; in Kasan herrscht der Typhus in 66 Sttaßen und 402 Häusern; in Jekatrinenburg sind wegen des Flecktyphus einige Sttaßen gesperrt; in Tschelabinsk (Gouvernement Orenburg) herrscht der Typhus ebenfalls. In den von der Hungersnot heim­gesuchten Gebieten besteht ein Mangel an Aerzten. In dem Disziplinarverfahren gegen den Abg. Grafen Limburg-Stirum wird jetzt die Begründung des Urteils, welches bekanntlich au: Dienstentlassung lautet, mitgeteilt. Es heißt darin: Der Angeschuldigte habe in dem betteffenden Ar­tikel die denkbar schärfste Kritik gegen die Politik der Regierung geübt und der zeitigen Leitung der aus- wärttgen Polittk ein Herabsinken von ihrer früheren Höhe und Stärke zur Last gelegt und dieselbe damit im Jnlande und namentlich dem Auslande gegenüber in hohem Maße distteditiert. Er habe beabsichtigt, durch seinen Arttkel auf die öffentliche Meinung und auf die Abstimmung int Reichstage einen der ausge­sprochenen Intention der Regierung entgegengesetzten Einfluß auszuüben. Dieser Arttkel trage sonach nicht bloß den Charakter einer unstatthaften oppositionellen Demonstration, sondern den einer öffentlichen Agi­tation gegen die ausgesprochene Jntentton der Re­gierung. Durch eine derartige Agitation und Demon­stration verwirkte ein Beamter das Vertrauen, welches sein Beruf erfordert. Das öffentliche Interesse for­dern, daß Beamte außerhalb des Parlaments in ihrem polittschen öffentlichen Auftreten der Pflichten sich bewußt bleiben, welche ihre Stellung als Be­amte ihnen auferlegt; da andernfalls die Disziplin innerhalb des Beamtenstandes eine das Staatswohl gefährdende Einbuße erleiden würde. Die aufreizen­den Angriffe gegen die innere Polittk der Regierung und die Herabsetzung der auswärttgen Polittk der­selben in dem Artikel rechtfertigen die thatsächliche Feststellung eines dem Angeschuldigten zur Last fallenden Dienstvergehens." Aus einem Briefe Emin Paschas an einen deutsch - amerikanischen Afrikaforscher namens Dr. Finsch, teilt dieN. A. Z." folgendes mit:Emin beklagte sich in dem Schreiben bitter über die durch den englischen Ka­pitän Luzard angezettelten Aufteizungen der sonst fttedlichen Bewohner der von ihm durchzogenen Ge­

biete zu gewaltsamem Widerstand gegen ihn. Emin glaubt sogar annehmen zu müssen, daß Lugard sich selbst mit seinen Leuten an den Feindseligkeiten an drei verschiedenen Tagen beteiligt hat. Ferner spricht Emin seine große Freude aus, nun bald seine Ge­treuen in Wadelai wiederzusehen. Dr. Finsch will mit 200 Sudanesen Emin Pascha folgen. Zum Transport von Geschützen und anderen schweren Stücken hat Dr. Finsch durch einen Kommissär in Bombay vier zahme indische Elefanten für je 20000 Mark angekauft. Dr. Finsch ist ungefähr 3235 Jahre alt, von mittlerer aber doch kräftiger Gestalt, er hat im Kapland und früher in Chile und Peru größere Reisen unternommen. Er-ist nicht Deutscher, sondern Deutsch-Amerikaner, von Fach Botaniker und Ornithologe, und durch den vor Jahresfrist einge- trctenen Tod seines Vaters Herr eines Vermögens von mehreren Millionen Dollars geworden. Die Crefelder Seiden- und Sammetindustrie, welche bisher der internationalen Ausstellung in Chicago ablehnend gegenüberstand, hat sich nun doch zur Teilnahme entschlossen. Der Entschluß ist haupt­sächlich auf ein persönliches Eingreifen des Kaisers zurückzuführen. Zur Bochumer Affaire bringt dieKreuzztg." folgende, etwas aufgeregt erscheinende Zeilen:Die Untersuchung gegen den Geheimen Kommerzienrat Baare in Bochum ist, wie jetzt sest- steht, eröffnet worden. Nach dem uns zur Verfügung stehenden Material müssen wir sagen: es war die höchste Zeit. Die wütenden Ausfälle derKölnischen Zeitung" und die schlecht verhehlte Hehler-Takttk anderer Blätter ändern nichts daran, daß ein längeres Zögern in dieser Angelegenheit den peinlichsten Ein­druck hervorgebracht haben würde.

(Zum Vo lks schulgesetz-Entwnrfe.) Was heute an Nachrichten über die innere Lage vor­liegt, ist nicht geeignet, die herrschende Ungewißheit zu beseitigen. Mit besonderem Eifer, schreibt die Tägl. R.", sucht man die Stellung des Kaisers zu dem Volksschulgesetz, das, wie nicht erst gesagt zu werden braucht, das A und O aller politischen Dinge bleibt, zu erforschen. Eine angebliche Aeußerung des Monarchen auf dem Mahle bei Caprivi, daß die Kommission für das Volksschulgesetz, wenn sie jetzt erst bis § 14 gelangt sei, ja bis in den November sitzen könne, wird jetzt von derGerm." bestätigt, und da -über die Unterhaltungen auf diesen parla­mentarischen Festen jetzt ein sehr weitgehendes Schweigen beobachtet wird, so hält sich durch das Bekanntwerden der obigen Aeußerung dieGerm." für ermutigt, verbürgt mitzuteilen, daß der Kaiser

gleichzeittg der Hoffnung Ausdruck gegeben habe, das Volksschulgesetz möge nach dem vorliegenden Entwurf zu Stande kommen. Uns scheint es, als habe das ultramontane Blatt hier mehr seinem Wunsche, als einer Thatsache Ausdruck verliehen. DieHamb. Nachr." machen andrerseits darauf auf­merksam, daß der Kaiser in den beiden parlamentarischen Abenden bei Herrn von Bötticher und Herrn Miquel das Volksschulgesetz in der That mit keiner Silbe erwähnt hat.An beiden Abenden hat sich der Monarch in mehrstündiger animierter Unterhaltung bewegt, welche sich namentlich am letzteren auch auf die verschiedensten politischen Themata erstreckt hat. Die auffallende Jgnorttung der brennendsten Tages- frage kann wohl den Zweck gehabt haben, zu zeigen, daß der Kaiser sich jeder Einflußnahme auf dieselbe enthalte. Zugleich läßt sie auch die Deutung zu, daß er sich in dieser Frage nicht engagieren will." Soweit es sich um die Stellungnahme der Regierung handelt, ist dagegen als sicher anzusehen, daß der Reichskanzer gewillt ist, die Vorlage, so wie sie ist oder durch die konservattv-klerikale Mehrheit im Aus­schüsse gestaltet wird, anzunehmen. Anders wenigstens ist seine Haltung nicht zu erklären. DieNordd. Allg. Ztg." stellt denn auch mit Befriedigung fest, daß die Annahme der Regierungsvorlage im Ausschüsse zu erwarten stehe. Wir glauben das auch; es müßte denn bezüglich der Privatschule zu einem Bruche zwischen Konservativen und Klerikalen kommen. Dieser Teil des Entwurfs stößt nämlich bei vielen Konservativen auf schroffen Widerspruch; er ist auch, wie die MünchenerAllg. Ztg." hervorhebt, derjenige Punkt, der den Finanzminister und wohl auch einige feiner Kollegen zur Niederlegung ihrer Aemter zwingen würde. Ein weiterer Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden darf, ist die erhebliche Zeit, die noch bis Ablauf der Kommisstonsberatung verfließen wird. Es ist gerade bei unfern jetzigen Verhältnissen nichts weniger als unmöglich, daß überraschende Vorkomm­nisse das Bild der Lage völlig Oeränbem könnten. Der Vorstand des Landesvereins preußischer Volks­schullehrer in Berlin hat in mehreren Sitzungen das neue Volksschulgesetz durchberaten und dasselbe in der vorliegenden Form für unannehmbar erklärt. Der Vorstand beriet und beschloß eine größere Zahl von Abänderungsanträgen. Gegen das Volks­schulgesetz richtet sich eine weitere Reihe von Kund­gebungen. Bemerkenswert vor allem ist, daß die Generalversammlung des konservativen Vereins in Bromberg die §§ 81 und 112 für unannehmbar, 14 und 18 für bedenklich erklärte. In der Schul-

Adele von Alleville.

Fortsetzung.)

Mk.

Die Wohnung der Frau von Abligeg, sehr tlegant und sehr bequem, hatte jedoch nur zwei ", bchlaszimmer. und der junge Mann war zu höflich, * *ls daß er zugegeben hätte, daß Herr von Montfort, >»__kr bisher das eine derselben innegehabt, sich ein

in t» anderes anweisen ließ; des Tags über mußte er « bei seiner Mutter sein und für die Nacht begnügte « sich gern mit einer kleinen Ecke.

m, . Was Montfort auch sagen und thun mochte, ' Eugen suchte seinen entlegenen Winkel auf, das heißt, t « mietete sich dicht neben dem Zimmer Adeles ein. mtttf Schlafengehen hatte er so das Vergnügen, ihr lSfüh» "®ute Nacht" zu wünschen und beim Aufwachen wite er ihrGuten Morgen" sagen, lange bevor Inne Mutter sichtbar wurde. Er mochte kommen «der gehen, immer hatte er ihr etwas zu wünschen.

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So weit ging alles gut. Nun aber handelte es Nch darum, den entworfenen Plan auszuführen und kes machte sich nicht so gut, wie man sich in «mien - gedacht hatte.

Adele war schon mehrmals ihrer Tante be- Ssgnet, mit einer verlegenen und ängstlichen Miene, «ie Augen niedergeschlagen und die Röte der Ver- Mnheit auf ihrer Stirn. Aber nicht ein-einziges "al hatte ihre Tante sie angesehen. Dieses Be- ^hmen war ihr äußerst peinlich, aber Eugen be- ichwor sie, sich nicht abschrecken zu lasieir. Und Mute sie Eugen etwas abschlagen?

Das sie jedoch ebenso sehr beunruhigte, wie die Mbeachtung ihrer Tante, war die auffallende . *usmerksamkeit, die Montfort ihr schenkte, der, [7278 Nbem er sie einigemal betrachtet hatte, ihr ohne Alleres seine Aufwartung machte, um sich nach dem l^finben der holden Nachbarin zu erkundigen.

Montfort war ein Ehrenmann, das wußte Eugen und war der erste, der feine Kousine über die Absichten Montforts beruhigte; aber nichtsdesto­weniger war er ihnen hinderlich. Weil er morgens zu arbeiten hatte, mußte Eugen feine Mutter bei ihren Ausgängen begleiten oder zu Hause ihr Ge­sellschaft leisten. Nach Tisch aber wagte er es nicht, zu seiner Kousine zu kommen, aus Furcht, Montfort dort zu treffen. Adele war immer in Gesellschaft, entweder Thereses oder des lästigen Montforts, der durch sein Bestreben, sich bei ihr beliebt zu machen, gerade das Gegenteil bewirkte.

Wie wollte^ sie sich aber von ihm los machen, da sein Alter Schonung gebot und seine harmlose Heiterkeit, seine zarte Aufmerksamkeit und seine Güte ihm unter allen andern Umständen Zuneigung erworben hätten.

Sie hätte wagen müffen, ihn sich zum Feinde zu machen und das durste sie nicht wagen, da sie wußte, wie viel er über Frau v. Abligeg vermöge.

lieber diese Hindernisse, die sich ihrer Sehnsucht entgegenstellten, wurde Eugen ärgerlich, die kleine Kousine traurig; es mußte diesem peinlichen Zustand ein Ende gemacht werden.

Eugen fing nun an, die Rolle, welche er seiner Mutter zugedacht hatte, selbst zu spielen. Er grüßte, wenn Adele ihm begegnete, dieselbe achtungsvoll; seine Mutter ging steif vorüber und wollte durchaus nichts bemerken.

Endlich entschloß sich Eugen zu einem Hauptschlag.

Unter dem Anschein, als habe er einen Fehltritt gethan, trat er auf die Schleppe von Adelens Kleid, o daß dasselbe von oben bis unten zerriß.

Natürlich zerreißt man nicht einer Dame das Kleid, ohne sich zu entschuldigen. Eugen that die« ziemlich falt; Adele antwortete ebenso. Die Mama,

obgleich sie Eile hatte, in ein Konzert zu kommen, in welchem sich der damals berühmteste Sänger hören ließ, konnte doch nicht umhin, einen Augenblick stehen zu bleiben und der jungen Dame einige höfliche Worte zu sagen. Es war das erste Mal, daß sie dieselbe näher betrachtete und sie war überrascht von deren Schönheit.

Ein schönes Mädchen", sagte sie beim Einsteigen in den Wagen

Ich traue ihr nicht viel Verstand zu; sie hat Ihnen kaum geantwortet."

Deine Ungeschicklichkeit hatte sie verwirrt, wahr­scheinlich auch ärgerlich gemacht."

Als Frau v. Abligeg nach Hause zurückkam, fiel ihr ein, daß das junge Mädchen vielleicht nicht reich wäre und andere Entschädigung erwarte, als leere Artigkeiten.

Sie wollte ihr ein neues Kleid zustellen, aber doch ohne ihren Stolz zu verletzen. Aber wie das anfangen? Sie wußte nichts von ihrem Herkommen und nichts von ihrem Vermögen. Um durch den äußeren Schein ihren Entschluß bestimmen zu lasten, begab sie sich zu Adele und war erstaunt, Montfort dort zu treffen.

Ah, gnädige Frau! Wissen Sie, daß wir eine reizende Nachbarin haben?

Diese Wahrnehmung habe ich allerdings schon gemacht", antwortete Frau v. Abligeg.

Eine sehr gebildete junge Dame!"

Daran zweifelt nicht, wer das Fräulein sieht" Und klug dabei!"

Klugheit erhöht die Schönheit."

Seit sie in Paris ist, hat sie niemand bei sich c esehen als mich, und den Fuß auch nicht vor das Hotel gesetzt."

Das spricht noch mehr zu üjren Gunsten."

Sie ist die Tochter eines Gutsbesitzers auf San Domingo, die ihre Kinderjahre in einem Kloster zugebracht hat und ihrem Vater entgegen gereift ist, den sie täglich erwartet."

Ihr Herr Vater, mein Fräulein, kann auf eine solche Tochter stolz sein."

Nicht wahr? Aber ach, da kommt mir ein guter Gedanke! Morgen bin ich beschäftigt und da halten Sie Eugen bei sich zu Hause Aber mit neunzehn Jahren sagt einem das nicht zu. Das Fräulein ist eine angenehme Gesellschafterin; Ihre Gesellschaft wird ihm ohne Zweifel auch schmeicheln und so könnte sie unter Ihrem Schutz Paris sehen, ohne sich einer mißliebigen Kritik auszusetzen. Kommen Sie, meine Damen! Sie sind bestimmt dazu, sich kennen und lieben zu lernen."

Was konnte Frau von Abligeg auf einen so unerwarteten Vorschlag antworten, der ohnedies noch mit ihrer Neigung übereinstimmte?

Adele die Hand reichen und sie in ihre Wohnung geleiten Das that sie denn auch.

Adele war, als sie ihre Tante bei sich eintreten ah, abwechselnd errötet und erblaßt. Nach und nach hatte sie sich von ihrer Bestürzung erholt und unterhielt nun eine sehr anziehende Unterhaltung. Wenn ihr ein witziges oder geistreiches Wort entschlüpfte, so gab Frau von Abligeg ihren lebhaftesten Beifall zu erkennen.

Montfort rieb sich, auf seinem Stuhl sich hin- und her wiegend, vor Vergnügen die Hände; Eugen aßte frischen Mut, sein Herz lebte von neuem auf .lud) in das der Kousine kehrte die Hoffnung zurück.

Mit all chren liebenswürdigen Eigenschaften verband Adele eine seltene Bescheidenheit.

Schon mehrere Tage ging sie mit Frau von Abligeg um und hatte dieselbe noch nicht« davon