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die Leute, die von den Anarchisten fortwährend
gehetzt werden, nicht mehr hören. In Xeres war
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[Nachdruck verboten.]
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es bekanntlich zu blutigen Unruhen gekommen. Rädelsführer derselben sind jetzt hingerichtet.
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olgten Verteuerung aller Lebensmittel. Man hat ich nun dahin geeinigt, nach Wiederbeginn der Parlamentssession diese Angelegenheit in der Deputiertenkammer zur Sprache zu bringen und hofft, den Wünschen der Pariser nach Ermäßigung dieser Zölle werde Rechnung getragen werden. Das englische Parlament ist mit einer Thronrede eröffnet worden. Das Schriftstück bezeichnet die allgemeine europäische Lage als gut und widmet sich dann den englischen Verhältnissen, die als beftiedigende hingestellt werden. Bisher hat somit das Jahr 1892 in der Auswärtigen Politik gehalten, was es bei seinem Antritt versprach: es wird immer stiller, die allgemeinen Verhältnisse werden immer fester und stetiger. Mag nun in der inneren Lage auch recht bald eine solche Festigung und Kräftigung erfolgen!
Ein Jahr verrann. Der Frühling hielt wieder einmal seinen Einzug in Dorf und Stadt, in Wald und Feld, in Palast und Hütte und in die Herzen der Menschen, und wie er Wald und Flur mit den prächtigsten Blumen schmückt, wie er die Sonne am
dreimal überzeichnet worden, und zwar ohne alles Hinzuthun von Spekulation, wächst im östlichen Nachbarreiche die bittere Geldverlegenheit von Tage zu Tage. Ein neuer Anleiheversuch des russischen Finanzministers in Paris ist wiederum gescheitert, und zur Reklame für einen abermaligen Versuch soll nun der zweite Sohn des Zaren, der Großfürst Georg, zur Seine reisen. Viel wird auch dieser Besuch des Prinzen, der zugleich französische Aerzte wegen seines Leidens konsultieren soll, nicht nützen. Selbst die Franzosen sind Rußland gegenüber ängstlich geworden. Sie haben allerdings auch den größten Grund dazu, denn die Berichte über Not und Elend im Zarenreiche lauten haarsträubend.
Große Stille herrscht, nachdem die Wahlen zum ungarischen Reichstage mit einem unbestrittenen Siege der Pester Regierung geendet haben, im politischen Leben von Oesterreich-Ungarn. Im Wiener Parlament gelten die Erörterungen nur lokalen Angelegenheiten und auch die Czechen ruhen sich etwas aus. Fast gehauen haben sich aber die serbischen Volksvertreter in Belgrad, welche die schmutzige Wäsche der Königsfamilie sehr gründlich gewaschen haben. Von König Mlan und seiner ehemaligen Eheliebsten Natalie sind dabei recht nette Geschichten erzählt, die in dem einfachen, aber nicht erbaulichen Faktum gipfeln, daß Milan sich zum Werkzeug ganz gemeiner Börsenjobber erniedrigt hat, während Madame als die abgefeimteste Jntriguantin, die man sich denken kann, blosgestellt ist. Wiederkommen werden Beide nicht nach Belgrad, und es sehrtt sich auch wirklich Niemand nach ihnen.
Viele Sorgen mit brodlosen Arbeitem, die zu Demonstrationen und Krawallen übergehen, haben Statten und Spanien. Die Feldarbeiter sind in beiden Ländern thatsächlich recht schlecht daran, und wenn in Italien auch noch einigermaßen ihre Be-
Reichsversicherungsamt wurden unverändert und ein- limmig genehmigt. Im preußischen Abgeordneten- hausc wurde die Beratung des Staatshaushaltes in ruhiger Weise fortgesetzt und ein tüchtiges Stück gefördert. Eine llnterbrechimg erlitt diese Stille nur dadurch, daß beim Justizetat der Xantener Kuabenmord, als dessen Urheber der jetzt übrigens wieder verhaftete jüdische Schlächter Bnschoff genannt wird, zur Sprache gebracht wurde. Es kam hier zu recht scharfen Auseinandersetzungen über antisemitische Angelegenheiten. Der Justizminister beschränkte sich auf die Erklärung, daß die Justiz in jeder Weise unparteiisch vorgegangen sei und ihre Pflicht int vollsten Maße erfüllt habe. Die Budgetkommission des Reichstages hat die große Forderung von 61 Millionen Mark für Zwecke der Artillerie einstimmig bewilligt; auch die Annahme der neuen Forderungen für die Kriegsmarine scheint in der Hauptsache gesichert zu sein. Im Uebrigen werden keine Kürzungen von Belang zu erwarten sein.
Ein dem deutschen Kaiserhofe sehr nahestehender Staatsmann, der italienische Botschafter Graf Launay in Berlin, ist plötzlich gestorben. Gras Launay, der fast ein Menschenalter in Berlin als Vertreter Italiens verweilt hat, hat ein Hauptverdienst am Abschlüsse des deutsch-italienischen Bündnisses. Der Kaiser, sowie der gesamte Hof wohnten dem feierlichen Trauergottesdienst für den Verstorbenen bei, der in Berlin an der Seite seiner vor einem halben Jahre verstorbenen Gemahlin bestattet ist. Unsere Kaiserin ist an der Influenza erkrankt. Der kleine Anfall hat indessen so wenig auf sich, daß nicht einmal ein Aufschub der Hoffestlichkeiten angeordnet worden ist. Unser Kaiser, der in der vorigen Woche einem parlamentarischen Gastmahl beim Reichskanzler Grafen Caprivi beiwohnte, wird in dieser Woche bei einem solchen vom Staatssekretär von Bötticher gegebenen zugegen fein. Ein Erscheinen des Fürsten Bismarck im preußischen Herrenhause zur Bekämpfung des neuen Volksschulgesetzes war angekündigt worden. Es hat sich aber sehr bald herausgestellt, daß es sich hier um eine teere Vermutung handelte. Wie aus Friedrichsruhe berichtet wird, ist der Fürst sehr wohlauf. Aus unseren Kolonieen liegt in dieser Woche nichts von besonderer Wichtigkeit vor. Von Emin Pascha sind nur eigenhändige Briefe einge- gangeu, welche bestätigen, daß er wirklich in seine frühere ägyptische Provinz zurückgekehrt ist.
Während die in dieser Woche zur Zeichnung aufgelegte neue Anleihe des deutschen Reiches und Preußens einen guten Erfolg gehabt hat, sie ist
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sie die Sache eigentlich gar nichts an: . Wenn der Herr Proseffor Auskunft über das Schicksal der schwarzen Hela haben will, so können Sie ihm sagen, wie sich dieselbe in Caritas Lindner verwandelt hat, und", fuhr sie nach einem tiefen Atemzuge völlig veränderten Tones fort, „Sie können ihm auch sagen, daß sie in dieser noch, so Gott will, ein fröhlich Auserstehen zu feiern gedenke "
Er sah es in ihren Augen feucht glänzen, e fühlte einen Moment seine Hand erfaßt und sa einen hellen Tropfen auf ihr funkeln, im nächsten Augenblick war sie schon weit von ihm und verschwand im Hause
Lange stand er noch an derselben Stelle und betrachtete den blinkenden Tropfen, bis seine Lippe ihn forttrank und Schuberts „Am Meer", fiel ihm ein: „Mich hat das unglückselige Weib vergiftet mit ihren Thränen" — nein, nein, nicht vergiftet, aber verzaubert, gebannt", rief er leise — da drangen wunderbare Melodieen an sein Ohr. Erstaunt folgte er ihnen, sie kamen aus dem Pfarr- Hause. Wer spielte? Sie, die seit Jahren keine Taste berührt? Leise schlich er sich näher, aus einem kleinen dunklen Raum kamen die Töne, erst leiser, wie schüchtern, als trauten sie sich nicht hervor, dann voller und immer mächtiger anschwellend und —
„Erlöst!" jubelte der Mann, der draußen in heftiger Bewegung dem wunderbaren Spiel lauschte. „Endlich erlöst! Nun laß sie auch mein werden, mein Gott!"
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Wochenschau.
Obenan in allem politischen Leben und Treiben steht nach wie vor das neue preußische Volksschul- zesetz. Stimmen gegen und für dasselbe werden laut und in zahlreichen Versammlungen wird Stellung zum wichtigen Gesetze genommen. Soweit sich bisher «us den Zeitungsberichten ersehen läßt, überwiegen die Beschlüsse gegen das Gesetz noch recht erheblich; eine Bewegung zu Gunsten ber neuen Vorlage scheint erst noch organisiert werden zu sollen. Das Verhalten der Parteien hat sich bis zur Stunde nicht geändert; die konservative Richtung ist mit der Schaffung des Gesetzes einverstanden, die liberale erklärt die Grundprinzipien des Entwurfes für unannehmbar. Die Kommission des preußischen Abge- »rdnetenhauses, welcher das Volksschulgesetz zur Spezialberatung überwiesen worden ist, hat mit derselben begonnen, große Prinzipienftagen sind int bisherigen Verlauf der Erörterung noch nicht zu entscheiden gewesen. Es sieht aber doch so aus, als ,b die Anhänger des Gesetzes entschlossen sind, dasselbe wesentlich in der ursprünglichen Form zu bewilligen. Eine direkte Folge hat das Volksschulgesetz übrigens auch im Reichstage gehabt, wo die Zentrumspartei den von ihr gestellten Antrag auf Rückberufung des Jesuitenordens nach Deutschland vorläufig zurückgezogen hat. In der betreffenden Erklärung wurde gesagt, daß man die durch das Volksschulgesetz veranlaßte Bewegung nicht noch durch eine Debatte über den Jesuitenantrag zu vergrößern wünsche.
Der Hauptinhalt der letzten Reichstagsverhandlungen bildete die Sozialgesetzgebung, b. h. bie Unfall- unb bie Alters- unb Invalidenversicherung. Bezüglich ber ersteren einigte sich ber Reichstag auf einen Antrag, burch welchen bie Reichsregierung ersucht wirb, einen Gesetzentwurf wegen Abänderung unb Verbesserung des Gesetzes zu unterbreiten. Dies soll auch im nächsten Herbst geschehen unb bte Unfallversicherung bann zugleich auf das Handwerk, und bas Hanbelsgewerbe ausgebehnt werben. Was bie Alters- unb Jnvalibenversicherung betrifft, so würben bie zweifellos vorhandenen recht großen Umständlichkeiten dieses Gesetzes von allen Seiten lebhaft beklagt. Direkte Wünsche nach Aufhebung des Gesetzes wurden aber von keiner Seite ausgesprochen und ber Staatssekretär von Bötticher erklärte «uch, baß von einer Beseitigung nie unb nimmer bie Rebe sein könne. Die Forberungen für bie Alters- unb Invalidenversicherung, sowie für das
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Exekution hat aber wieder in anderen Gegenden mit starker Arbeiterbevölkerung große Erregung hervorgerufen, besonders in Barcelona, wo es schon lange ganz unheimlich aussieht, sind schwere Krawalle, Dynamitexplosionen, bei welchen mehrere Menschen getöbtet würben, vorgekommen. In ben bedrohten Garnisonen ist das Militär aufgeboten.
Die Franzosen beschäftigen sich noch immer mit ihrem neuen Zolltarif unb ber durch denselben cr- Himmel freundlich herablächeln heißt, daß sie mit warmen Strahlen den Schnee hinwegküßt und nun funkelnd in Fluß und See sich spiegelt, so wirst er auch Freubestrahlen in bas Menschenherz, unb es jubelt auf in solchen Tagen, es ersteht neu aus dumpfem Winterschlaf und schaut voll ftoher Hoffnung ins Leben.
In Südtirol liegt ein lachender See. Nur wenige kennen feine Schönheit, nur wenige suchen ihn auf. Lothar von Landeck gehört zu den wenigen und hat schon manchen Sommer dort zugebracht. Er liebt den Ort wegen seiner Weltverlorenheit, wegen feiner Lieblichkeit und Unberührtheit. Heute nun ist er gekommen, diesen reizenden Fleck in Gottes weiter, schöner Welt seiner jungen Gattin zu zeigen, die er anbetet, und von der er endlich weiß, daß auch sie ihn liebt
Da stehen sie im schwankenden Nachen, die beiden hohen Gestalten, fest umschlungen, ihr Auge blickt entzückt über die wundervolle Scenerie ringsum. Heller Sonnenschein liegt auf der schimmernden Flut und leise klingt der Gesang der schönen Frau über das traumhaft stille Waffer:
„So bonge war ein ft mir, so trüb, so weh. Bin fast vor Leide vergangen: Ich roar an wilder, düst'nr See Bon düst'rem Traum umfangen.
Und aU ich c roattte, war alles tot. Vergangen Leid mir und Siebe, Vergebens lockte neu Morgenrot Wie trübe die Zukunft, wie trübe! Doch endlich, da kam mit hellem Sang Frau Lerche und fang hoch im Blauen. Ans bange Herz b> ang bet frohe Klang, Hieß durch Nacht und Nebel mich schauen. Sie fang gar hold mir und wundersam Bon Glück und von neuer Liebe; Sie fang bis helle die Sonne kam. Zu sehen, roo'S düster bliebe.
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Novelle von Jenny Schwabe (Schluß)
„Ich weiß vielmehr", fuhr Landeck fort, „daß Ihre Selbstverleugnung, Ihre Barmherzigkeit (warum hießen Sie so-ist Caritas?, groß genug sein wirb, meinen Bitten Gehör zu schenken, unb wahrlick, meine Liebe müßte von schlechter Art sein, sollte es ihr nicht gelingen, bas arme erstarrte Herz meiner Muse zu neuem Leben zu entfachen!"
„Hören Sie auf, Lothar!" flehte sie unb preßte die Hand auf ihr klopfendes Herz.
„Ich will Sie nicht quälen", sagte er, als er die Pein in ihren Zügen sah, „es war thöricht von mir — verzeihen Sie und zürnen Sie mir nicht." Er wandte sich zum Gehen — „Gute Nacht!" flüsterte er weich.
Doch noch einmal kam er zurück Ich habe Felix Norden versprocken, es ihm zu schreiben, wenn ich Sie jemals fände", sagte er stockend. „Er ist glücklich im Besitze seiner hübschen, kleinen Frau und zweier reizenden Kinder; doch drückt es sein zartes Gewiffen, ein edles Wesen dadurch unglücklich gemacht zu haben, daß er ihm eine Leidenschaft nicht verhehlie, die, wie die Zeit gelehrt, doch nur ein Spiel seiner Phantasie gewesen sei. Er analysiert eben alles scharf, der gelehrte Herr, auch ob Liebe und Leidenschaft aus der Phantasie oder aus dem Herzen komme. Was darf ich ihm schreiben, sein Gewiffen zu erleichtern?"
Sie hatte leicht zusammengezuckt, als der Name en ihr Ohr drang, wie leise Bitterkeit huschte es um ihren Mund, sie fragte nicht, woher er ihr Geheimnis wisse, endlich sagte sie halblaut, als ginge
* .JT,,Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes,
Marburg, K'Ä’ÄSÄ xivn. Jahrgang.
Sonntag, 14. Februar 1892. ________________
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Druck ui d Verlag, ^daktion ^nnd Expedition Marit v: Illustriertes Sonntagsblatt. Verantwort! ch unb ^^ition: Markt 21.
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Deutsches Reich.
W. Werkin, 13. Februar. Am Donnerstag Abend sand im königlichen Schlosse zu Berlin ein großes Ballfest statt, welchem der Kaiser und der Hof beiwohnten. Am Freitag Vormittag begab sich der Kaiser nach Potsdam unb besichtigte bort bie Rekruten des 1. Garberegiment z. F. Nach einer Tafel im Offizierkasino erfolgte bie Rückkehr nach Berlin. Am Abenb fanb zu Ehren bes in Berlin anwesenben Kronprinzen von Schweben bei ben Majestäten eine Tafel statt, zu welcher zahlreiche Einlabungen ergangen waren. — Der Jnflnenzaanfall ber Kaiserin ist noch immer nicht gehoben und ist bieselbe genötigt, noch bas Zimmer zu hüten. — Fünfunbzwanzig Jahre sind gegenwärtig vergangen, seit in Deutschlanb zum ersten Male bas allgemeine unb gleiche Wahlrecht zur Anwenbung gelangt ist. Am 12. Februar 1867 haben nämlich auf Grunb desselben bie ersten Wahlen zum Norb- beutschen Reichstage ftattgefunben. — Die Reichstagskommission zur Beratung bes Telegraphengesetzes hat am Freitag in bemselben folgende Bestimmung angenommen: „Das Telegraphengeheimnis ist unverletzlich unter Vorbehalt der für strafgerichtliche Untersuchungen und für Konkurs-zivilprozessualische oder sonst durch Reichsgesetz festgestellten Ausnahmen. Dasselbe erstreckt sich auch darauf, ob und zwischen welchen Personen telegraphische Mittellungen stattgefunden haben." — Sehr lebhaft wird in verschiedenen Zeitungen mit erörtert, was wohl geschehen würde, wenn das preußische Abgeordnetenhaus des Volks- schulgesetzes wegen aufgelöst würde, wie in verschiedenen Volksversammlungen, die Beschlüsse gegen
Da floh ber letzte finffte Schein, O, daß er ferne bliebe!
Und jubelnd zog ins Herz hinein Zu dir mein Lieb die Siebe “
Und der Mann schlingt seinen Arm fester um sein Weib. „Meine Caritas!" flüstern seine Lippen leidenschaftlich „Cara!" Sinnend ruht chr Kopf an seiner Schulter. . Leise gleitet der Kahn über die Flut — traumhaft still liegt der See, nur hoch im Blauen schmettert eine Lerche — und aus der Ferne tönen die Sonntagsglocken.
Abele von Alleville.
Herr v. Alleville hat dreißig Jahre mit Auszeichnung gedient. Als Obristleutnant in dem Regiment der Picardie hatte er sich in der Schlacht bei Lawfeld hervorgethan und dann mit einem ehrenvollen Abschied den Rang eines königlichen Brigadiers erhalten. Er kehrte nach Amiens zurück, wo er geboren war.
Dort verzehrte er eine Pension von viertausend Franks, die man ihm als Entschädigung für ein ziemlich beträchtliches, aber während feiner Dienstzeit fast gänzlich verbrauchtes Vermögen gegeben hatte, und erfreute sich der Achtung aller Rechtschaffenen.
Von der besseren Gesellschaft von Amiens gern gesehen, gab er sich den Vergnügungen hin, an denen ein französischer Offizier selbst auch in vorgerückterem Alter den Geschmack nicht verliert.
Der geistreiche, heitere Mann wußte seine fünfzig Jahre vergessen zu machen und Fräulein Dercourt meinte, daß er mit seinen Eigenschaften schon einem jungen Mädchen gefallen könne, das hübsch, gebildet unb verständig genug wäre, ein rnhiges Glück den rauschenden Vergnügungen vorzuziehen, die ja doch immer nur betäuben, selten wirklich ansprechen. —