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Marburg,

Freitag, 12. Februar 1892.

kümmern, ohne einen gleichstrebenden, ihn verstehen­den anderen Geist! Ich bin ein alter Mann, der dem hohen Ideenflug dieser Seele nicht mehr zu folgen vermag; ihr sonstiger Verkehr sind die Armen und Kranken im Dorf, die sie pflegt, die Kinder, mit denen sie spielt, die sie lehrt. — Sieh', Lothar, zuweilen habe ich an dich gedacht, und hättest du mir nicht verraten, daß dein Herz bereits gefesselt sei, so hätte ich dir gesagt: Erringe sie dir, sie ist der Edelsten eine, doch dein Ausspruch heute ftüh verscheuchte all meine schönen Träume, denn nur ein ganzes, volles Herz ist ihrer wert."

»Ein ganzes, volles Herz!' rief Lothar, „und wenn ich es ihr bete — wer weiß, ob sie es möchte; solche mächtige Geister im Frauengewande verschmähen oft die Liebe in selbstbewußtem Trotz; sie sind sich selbst genug; sie ertragen die Fessel der Ehe nicht und spotten wohl gar des Mannes, der ihnen von Liebe spricht; — sie meinen ihren Geist damit bethätigen zu müssen, daß sie ihr Herz verleugnen."

„Sie nicht, sie wahrlich nicht", rief der alte Herr warm, „sie ist keine Emancipierte, kein Blau­strumpf, trotz des Doktorhutes, den sie sich ehrlich errungen ... doch da ist sie."

Zwischen den Stämmen der einzelnen Buchen und Birken, welche als Ausläufer des nahen Waldes sich bis dicht ans Dorf, ja bis dicht an den Pfarr­garten schoben, wurde die helle Gestalt Caritas' ichtbar, die, sich offenbar unbeobachtet glaubend, ich entzückt gleichsam in dem vollen Mondschein badete, der silberne Ränder um die Blätter der säume wob und den nahen Teich glitzern und limmern machte. Sie sah leuchtenden Auges in den glänzenden, sternenfunkelnden Himmel hinaus, ihre Gestalt umfloß es wie magischer Schein; wie

(nationalliberal), Dr. Kropatscheck (konservativ), Freiherr von Huene und Dr. Brüel (Zentrum) be­kämpften übereinstimmend den ausKreisenderElementar- lehrer hervorgegangenen Wunsch, welcher im Antrag Rickert zum Ansdruck komme, der eine Beeinträchtigung bezw. Vernichtung der bestehenden Mittelschulen und Vorschulen an höheren Lehranstalten, sowie an höheren Töchterschulen, und in vielen Fällen eine erhebliche Belastung der Kommune und vieler Eltern bedeute. Die Beseitigung der Standesnnterschiede könne da­durch nicht herbeigeführt werden. Abg. Rickert be­merkte, er sei auf einen solchen Widerspruch gefaßt gewesen, er müsse aber die Notwendigkeit einer ein­heitlichen nationalen Erziehung unseres Volkes be­tonen. Nicht er allein, sondern auch viele hervor­ragende Schulmänner erachteten die Vorschulen an den höheren Unterrichtsanstalten als ein Unglück und Verderben für diese. Bei der Abstimmung wurde der Antrag Rickert gegen die Stimmen des Antrag­stellers und des Abg. Dr. Virchow abgelehnt. Die §§ 2 und 3 der Regierungsvorlage (Zahl und räum­liche Verteilung der Volksschulen) wurden nach kurzer Debatte unverändert einstimmig angenommen. — § 4 lautet: „Einklassige Volksschulen sollen im all­gemeinen nicht über achtzig Kinder zählen. Bei rnehr- klassigen Volksschulen ist in der Regel auf je 70 Kinder eine vollbeschäftigte Lehrkraft einzustellen." Hierzu lagen folgende Anträge vor: 1. Vom Zentrum: Im Abs. 1 statt „im allgemeinen" zu setzen „in der Regel". Der Minister Gras Zedlitz erklärte sich damit einver­standen. 2. Von Seiten der Nationalliberalen: Den zweiten Absatz folgendermaßen zu fassen: „Bei mehr- klassigen Volksschulen ist in der Regel auf je 70 Kinder, in Städten über 10000 Einwohner auf je 60 Kinder eine vollbeschäftigte Lehrkraft anzustellen." Diesen Antrag bekämpfte der Minister Graf Zedlitz. Er halte es überhaupt für bedenklich, den Städten solche Schranken zu setzen. Seine Wünsche als Unterrichts - Minister gingen ja viel weiter, als Staats-Minister müsse er sich im Interesse der Finanzen sowohl des Staats als der Kommunen Beschränkungen auferlegen. Der Finanz-Minister werde einer solchen Bestimmung widerstreben. Die Antragsteller verteidigten ihren Antrag, der ein ideales Ziel für die Volksschule erstrebe. Der Antrag, der die Zahl der Kinder in einer Klasse festlegen solle, würde einen Antrieb geben zu einer Verbesserung des Schulwesens; der Finanz-Minister werde schon zustimmen, wenn der Unterrichts-Minister sich auf ihre Seite stelle. Abg. Rickert unterstützte den Antrag der Nationalliberalen; er beantragte, noch weiter zu

Ausland.

'Portugak. Die portugiesische Regierung will sich, den jüngsten Nachrichten aus Lissabon zufolge, mit ihren ausländischen Gläubigern auf fünfzig Prozent vergleichen. Gemeinhin hängt das Zustande­kommen eines solchen Vergleiches nicht von dem Schuldner, sondern von den Gläubigern ab. Bei Staatsbankerotten liegt das Verhältnis umgekehrt; die Regierung beschließt, und wer sich nicht fügt, kann gewärtigen, vom Regen unter die Traufe zu kommen. Einzelne Blätter rufen erregt das deutsche Reich um Hilfe an. Der Reichskanzler soll einen Druck auf die portugiesischen Staatsleiter ausüben.

Das Armee-Verordnungsblatt veröffentlicht eine kaiserliche Ordre über die Rekrutierung des Heeres für das Jahr 1892 93. Hiernach sind zum Dienst mit der Waffe einzustellen: Bei den Bataillonen der Infanterie mit hohem Etat je 244, bei den Bataillonen der Infanterie mit mittlerem Etat je 228, bei den Jägerbataillonen mit niedrigem Etat je 209, bei den Jägerbataillonen mit hohem Etat je 232, bei dem Jägerbataillon mit mittlerem Etat 216, be den Bataillonen der Jäger und Schützen mit niedrigem Etat je 199, bei jedem Kavallerieregiment mit hohem Etat mindestens 160, bei jedem Kavallerieregiment mit mittlerem und niedrigem Etat mindestens 150. — Der bayerische Generalstab feierte am Mittwoch sein lOOjähriges Bestehen. Der Prinzregent Luitpold sandte aus diesem Anlaß dem Chef des Generalstabes ein huldvolles Handschreiben, sowie sein Porträt in kostbarem Rahmen. — Der große deutsche Handwerkertag zur Beratung der Jnnungsftage wird in Berlin am kommenden Montag zusammentreten. Es handelt sich bekanntlich in erster Reihe um die Beantwortung der Frage, ob die Innungen weiter wirken wollen und sollen, wenn der Befähigungsnachweis bei der Eröffnung des Gewerbebetriebes von der Reichsregierung nicht zuge­billigt wird. — Vorn Kilimandscharo sollen Nachrichten angekommen sein, wonach Dr. Karl Peters gewaltige Salpeterlager zwischen dem Kilimandscharo und dem Vulkan Donjo Ngai (am sog. Natronsee) und zu gleicher Zeit auch Quellen mit Brom, Chlor und Schwcfelwasserstoffgas entdeckt hat. Es soll auch eine Sendung von Natron bicarbonicum avisiert sein. Das ganze weite Gebiet zwischen Kilimandscharo und Donjo Ngai soll ein einziges großes Salpeter­lager darstellen.

— Die Volksschulgesetz-Kommission des Hauses der Abgeordneten diskutierte gestern Abend zunächst den vom Abg. Rickert neu­beantragten § 1 a, welcher kantet: „Neben der Volks­schule dürfen auf Kosten des Staates oder der Ge­meinde Klassen für den Elementarunterricht weder selbständig errichtet, noch mit anderen Lehranstalten verbunden werden". Auf Anregung des Abgeordneten Rickert erklärte sich der Minister Graf Zedlitz bereit, über die Statistik der Vorschulen baldigst das Ma­terial vorzulegen. Er teilte zugleich mit, daß in Baden im Gegensatz zur Auffassung des Abgeordneten Rickert vielleicht thatsächlich, aber nicht gesetzlich die Beseitigung der Vorschulen herbeigeführt sei. Die Abgg. Ritter, Freiherr von Zedlitz und Hansen (freikonservativ), Dr. Enneecerus und Grimm

gehen und in Alinea 2 der Regierungsvorlage statt „je 70 Kinder" zu sagen „je 60 Kinder". Die Anträge der Nationalliberalen und des Abg. Rickert wurden von den Reimern der anderen Fraktionen bekämpft. Abg. Hansen (fteikons.) wies dem Anträge des Abg. Rickert gegenüber namentlich auf die Be­lastung hin, die den Eltern auf dem Lande und in den kleineren Städten erwachsen würde, wenn sie dazu gezwungen würden, eintretenden Falles für ihre Kinder Privatunterricht zu beschaffen, falls sie diese nicht in die Volksschule schicken wollten. Der Antrag des Zentrums wurde darauf mit Unterstützung der Stimmen der Konservativen angenommen; die Anträge der Nationalliberalen und des Abg. Rickert gegen die Stimmen der Nationalliberalen und der Deutschfreisinnigen abgelehnt. Schließlich wurde § 4 der Regierungsvorlage mit der Umänberung der Worte im Absatz 1 „im allgemeinen" in die Worte „in der Regel" angenommen. Die nächste Sitzung ist auf Donnerstag, Vormittag 10 Uhr, anberaumt worden.

Straßönrg, 10. Febr. Das Gesetzblatt für Elsaß-Lothringen bringt nachstehenden - kaiserlichen Erlaß, durch welchen über ein Wappenzeichen für die Reichslande Bestimmung getroffen wird. Auf Ihren Bericht vom 10. November d. I. bestimme ich hierdurch als Wappenzeichen für das Reichsland Elsaß-Lothringen den Reichsadler mit der schwe­benden Kaiserkrone, belegt mit einem gespaltenen Brustschilde, dessen rechte Hälfte die herkömmlichen Wappen des Ober- und Unter - Elsaß, und dessen linke Häsfte das entsprechende Wappen von Lothringen nach der beifolgenden Farbenskizze enthält. Sie haben hiernach das Weitere zu veranlassen. Neues Palais, den 29. Dezember 1891. Wilhelm. I. R. von Hohenlohe. An meinen Statthalter in Elsaß-Lothringen.

Deutsches Reich.

W. Merlin, 11. Februar. Unsere Kaiserin K an einem leichten Jnfluenzaanfall erkrankt und daher für die nächsten Tage an das Zimmer ge­scheit. Der Ball im Schlosse am 11. d. Mts. $irb dennoch stattfinden. Unser Kaiser wohnte «a Mittwoch Vormittag mit den königlichen Prinzen, ben Fürstlichkeiten, den Ministern, dem diplomatischen ßorps, zahlreichen Militärs und vielen anderen hochgestellten Persönlichkeiten der Trauerfeier für den verstorbenen italienischen Botschafter Grafen Sairnai) in der Hedwigskirche bei. Nach beendeter Trauerseierlichkeit legte Se. Majestät am Sarge men prachtvollen Lorbeerkranz mit Schleife nieder. 3m Schlosse nahm dann der Kaiser Zeichnungen ; ju dem Berliner Dom-Neubau in Augenschein, welche Professor Raschdorff vorgelegt hatte und empfing den neuernannten Gesandten von Peru. Zur Früh- Mstafel war außer den kaiserlichen Mitgliedern General von Werder geladen. — Der Bundes­rat wird sich heute mit der Vorlage betr. die Gesellschaften mit beschränkter Haftung beschäftigen. M) der Annahme wird dieselbe sofort an den Reichstag gelangen. — Zum neuen Volksschul­gesetz bringt die „Nordd. Stög. Zig." Folgendes: .Tagtäglich treffen im Kultusministerium aus den Mschiedensten Bevölkerungskreisen und Landesteilen, insbesondere auch ans Deutschland, Zuschriften ein, welche freudige Zustimmung zu den Grundgedanken desVolksschulgesetzentwurfs zumAusdruck bringen". —, Sie Zeichnung auf die neue Reichs- und preußische Staatsanleihe nimmt einen deftiedigenden Verlauf. Wenngleich eine so vielfache Ileberzeichnnng wie bet der letzten Anleihe nicht zu «oarten steht, so kann schon jetzt als sicher an- genommen werden, daß spekulative Zeichnungen, welche der letzten Anleihe so sehr zum Nachteil ge­reichten, fast gänzlich fehlen, vielmehr die Stücke alsbald in die Hände von Kassen, Stiftungen, Privaten u. s. w. gelangen werden, welche sichere sapiialsanlage suchen. Die aufgelegte Summe der Reichsanleihe wurde etwa vier Mal, die Preußische Anleihe drei Mal gezeichnet. Bis zu diesem Augen­blick ist eine genaue Zusammenstellung der Zeich- Mgen noch nicht erfolgt. — Bisher mußten die Jahresberichte der Handelskammern vor ihrer Veröffentlichung dem Herrn Minister für Handel Md Gewerbe zur Revision vorgelegt werden. Dieser irlaß des früheren Handelsministers Fürsten Nsmarck ist nunmehr aufgehoben worden. —

VI.

»Ich möchte froh fein, doch mein Herz ist tot." Eine weiche, volle Mädchenstimme sang es halbge- dämpst in die warme Sommernacht hinaus

„Was ist das? fragte der Pfarrer fast er­schrocken und wendete den Kops nach der Seite, von woher die Töne kamen.

„Das ist ihre Stimme", rief Landeck, der mit einem ehemaligen Erzieher plaudernd in der Aristo- loästalaube saß, erregt aus.

„Wessen Stimme?" fragte jener erstaunt.

»Nun — Fräulein Caritas Stimme", lautete die etwas stockende Antwort.

„Caritas? Caritas hat noch nie gesungen", sagte der Herr Pfarrer bestimmt, „noch nie. Und sie ist ja auch gar nicht daheim, sie ist noch zur kranken Müllers Anna ins Dorf gegangen."

»Und doch war es Fräulein Caritas' Stimme", behauptete Landeck ebenso bestimmt.

„Wie sonderbar du sprichst. Ich sage dir, sie hat noch nie gesungen! Und solch ein Lied! Es paßt gar nicht für sie. Ihr Herz tot? Ihr Herz ist groß und warm und lebendig und ersaßt das Glück und Leid ihrer Mitmenschen so tief, fast zu tief; ihr Herz ist wahrlich nicht tot. Was ist sie nicht allein mir altem Manne! Welches Opfer bringt sie mir, daß sie mit mir in meiner Klause aushält! Zuerst war es ihr vielleicht eine Wohlthal, sie hatte großen Schmerz erfahren und stand allein auf der Welt. Aber später —so jung, so geistvoll und mit solchen Ansprüchen an das Glück! Hundertmal habe ich sie gebeten, in die Welt zurückzukehren, die der in Glück und Glanz Ausgewachsenen doch ganz anderes zu )ieten vermochte — umsonst! Es schien mir wie Sünde, sie in diesem stillen Thale verkümmern zu lassen, und der reichste Geist muß ja schließlich ver-

.Aus einem Friedhof war es. Todestraurig j krte ein junges Mädchen auf ein frisches Grad, ■ «xf, ® tas man das letzte gebettet, was ihr auf Erden ™ * *9 teuer war — nur eine alte Tante, aber sie tt die letzte einzige Freundin. Inmitten des uchtums stand das Mävchen trostlos und verlassen I * — mutterseelenallein auf der weiten Welt. — « sie noch trübe auf das Grab starrt und sinnt M sinnt, da tönt ein herzbrechendes Schluchzen an A Ohr: nicht weit von ihr ist ein alter Mann weißem Haar an einem großen Grabhügel mengefunfen. Voll Mitleid eilt sie zu ihm M sagt ihm tröstende Worte. Auch ihn haben Lieben allein gelassen; Weib und Kind sind ihm genommen worden, dort ruhen sie unter Rasen und einsam sieht nun der Greis einem Woien Alter entgegen Da ist es ihr wie ein * des Himmels, sie bittet ihn, ihr sein Haus zu Mn, sie will ihm dafür eine treue Tochtet fein.

/r nennt sie ihm von Gott aus Barmherzigkeit andt, und als er in ihrem Taufschein die >en H loise Caritas lieft, da nennt er sie fortan nur

(Nachdruck verboten.^

Hel«.

. Novelle von Jenny Schwabe

(Fortsetzung.)

. „Und wo war es, Fräulein, wo Pastor Lindner «n Pflegetöchterchen sand? Ich sollte es ja auf dem 6‘iuiroeg erfahren."

«Ach so", versetzte Caritas, wie aus einem iaum erwachend, „das hätte ich bald vergessen

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, ,

sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Bögler in ovmf - , Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf zLzLVU. 5f(IDTQQH(L Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. / u o

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

aus einer anderen Welt herabgestiegen stand sie da und ging leichten, träumenden Schrittes von Blume zu Blume.

„Caritas!" rief der Pfarrer sie an.

Sie schreckte leicht zusammen. „Vater, wo bist du? Ich komme eben zurück."

»Und hättest gern noch eine Mondscheinpromenade gemacht", lachte der alte Herr, aus der Laube tretend.

„Ja", sagte sie, „es ist ein wunderbar schöner Abend und ich möchte mich nicht gern schon in' das enge Zimmer stecken "

„Für mich aber ist es Zeit", meinte der Alte.

»Soll ich dir Gesellschaft leisten? Ich komme sofort mit."

„Bewahre, ich will dir die wenigen Erholuugs- stunden nicht noch rauben. Halte immerhin noch ein Stündchen Zwiegespräch mit *ben Blumen und Sternen . . oder vielleicht", — er wandte sich nach der Laube zurück, in welcher Landeck sitzen geblieben war — „vielleicht nimmst du heute einmal aus­nahmsweise einen Gesellschafter mit. Du weißt, ich lege mich gern früh zur Ruhe — ich bin alt und müde, mein junger Freund aber liebt die schöne Natur gleich dir . Aber sage doch, Caritas, warst du es, die vorhin sang? Lothar behauptete, es sei deine Stimme und du hast doch nie gesungen!"

Sie errötete tief. „Ja, Vater, ich fang", sagte "ie leise, stockend; „ein altes Lied ging mir durch den Sinn und fast ohne daß ich's wollte über die Lippen. Ich konnte nicht mehr singen all die langm Jahre hindurch und sang doch schon als Kind mit den Vögeln um die Wette! Aber ich konnte nicht mehr, in mir war alles starr und tot Doch vorhin kam es wie eine tiefe Sehnsucht nach Heiter­est und Frohsinn über mich und das Lied drängte ich mir auf die Lippen "

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[91* J am Fenster steht der Vater und winkt fteundlich, to Sie uns eilen, jetzt nimmt er seinen Kaffee gern "

Wöchentliche Beilagen: KeeisBlatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Redaktton und Expedition ^Martt $ Illustriertes Sonntagsblatt. Schaftion und ^Expedition: Mark 21. 8