en
Heu
ibe,
urst
oxl,
nd
ic,
Qftjt ö** vvgviufiicn y UllUCUK, TOtlLUL,
-M A""der Undank, ach sie alle sagten nicht genug! 1 Art das Fenster, das letzte der Reihe, gehörte zu
’r ''**** uvi Jiciyv, ytyuiiv
Stern Zimmer. Ob sie es noch bewohnte? Ob der
(Schluß folgt.)
109t,
8.
he
och fr®
[685
stein.
r ec, fs-
. Ohne daß er selbst es wollte, trieb es ihn vorwärts. Nun lag die bekannte Straße vor ihm und "Ott stand das große, nüchterne Mietshaus, in welchem £e, von himmlischem Mitleid getrieben, sich des «anken, verlaffenen Menschen, der ihr ein Fremder W«r, angenommen hatte. Und dieses Herz, das er ^urch tausend Liebesworte betört, hatte er dann Arch seine Untreue so tief verletzt. Gab es in der Muttersprache wohl ein Wort, niedrig genug, diese Klndlungsweise zu bezeichnen? Untreue, Verrat,
Offl, [687
Teilnehmer an festlichen Veranstaltungen — in sinniger Weise gedacht haben, hierdurch meinen wärmsten Dank zu erkennen zu geben, und beauftrage Ich Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Berlin, den 1. Februar 1893. Wilhelm F. R. An den Reichskanzler. — Den städtischen Behörden von Berlin und Potsdam sind besondere Dankerlasse zugegangen. — Zu dem am Montag stattgehabten Inkrafttreten der neuen Handelsverträge schreibt die „Nord. Allg. Ztg." in einem längeren Artikel folgendes: Oeffnet der heutige Tag dem Verkehrsleben neue Bahnen, so ist damit der erste Abschluß einer Aktion erreicht, welche in politischer und in wirtschaftlicher Hinsicht von Bedeutsamkeit wenigen Akten in der historischen Entwicklung unserer nationalen Interessen nachsteht. Die Verbündeten Regierungen selbst erachten sich allerdings mit den bisherigen Erfolgen nicht am Ziele; im Gegenteil sind begründete Aussichten vorhanden, daß die wirtschaftliche Tendenz unserer Reichspolitik noch im Laufe dieses Jahres fernere Vereinbarungen mit verschiedenen Ländern zeitigen wird, welche die fruchtbringenden Wirkungen der mit dem heutigen Tage eröffneten Bahn in noch viel weiterem Umfange zur Geltung bringen werden. — An der Berliner Börse war am Montag das — wohl schwerlich zutreffende — Gerücht verbreitet, Rußland wolle das Kornausfuhrverbot aufheben. Jedenfalls sanken die Preise beträchtlich. Weizen wurde loco bis 223, Roggen bis 214 Mk. bezahlt. — Kriegsminister von Kaltenborn-Stachau, der ziemlich ernst an der Influenza erkrankt war, ist soweit wieder hergestellt, daß er sich im Zimmer bewegen kann. Kommende Woche hofft der Minister seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen zu können. — Der Reichsanzeiger veröffentlicht eine kaiserliche Kabinetsordre, nach welcher das Gesetz betr. das Reichsschuldenbuch am 1. April 1892 in Kraft tritt. — Der deutsche Gesandte in Lissabon, Frhr.v.Waecker-Gotter, ist behufs anderweiter dienstlicher Verwendung von diesemPosten abberufen worden.— Aus Dar-es-Salaam sind telegraphische Nachrichten folgenden Inhalts über den Fortgang der Unternehmungen der deutschen Koloniallotterie eingetroffen: Die VorexpediUon nach dem Ukerewe unter Führung des Frhrn. Fischer von Nagy Szalatnya ist laut Berichten, welche von Kondoa aus nach der Küste zurückgesandt worden sind, an genanntem Ort eingetroffen; dieselbe hat demnach ungefähr zwei Drittel des Weges nach Mpuapua zurückgelegt. Die Expedition des Dr. Baumann ist von Tanga aus
eingestellt wird. Was für Deutschland hätte kommen können, sehen wir bei Frankreich. Für den überseeischen Verkehr des deutschen Reiches kommen besonders die Handelsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten von Nordamerika in Betracht. Wie man dort bemüht war, die Zollsperren immer mehr und mehr zu erhöhen, ist bekannt, es ist aber auch bekannt, daß sich gegen die etwas gar zu extravagante Handelspolitik lebhafter Protest geltend macht. Besonders werden an den Verlauf der großen Weltausstellung in Chicago für die Vermehrung des Absatzes deutscher Produkte gute Hoffnungen geknüpft.
Die wirtschaftliche Neugruppierung der europäischen Staaten
ist mit dem ersten Februar, an welchem Tage die neuen Handelsverträge ihre Giltigkeit erlangt haben, infraft getreten. Darnach stellen sich die Verhältnisse auf handelspolitischem Gebiete in Europa jetzt folgendermaßen dar: Im Osten verharrt der russische Koloß in selbstgewählter, strenger Abgeschlossenheit. Mit dem deutschen Reiche waren die wirtschaftlichen Beziehungen des Zarenreiches schon seit langen Jahren recht schlechte; sie sind nicht besser geworden durch die bekannten Ausfuhrverbote für landwirffchaftliche Produkte, die in der Haupffache zwar im Hinblick auf die Not im eigenen Lande erlassen, aber doch auch mit von dem in Petersburg sich ganz ungebührlich breit machenden Deutschenhaß diktiert wurden. Einen Erfolg hat das Verbot in keiner Weise gehabt: während in einzelnen Bezirken Rußlands das Korn auf den Bahnhöfen umherliegt und verfault, fehlt es in anderen an notdürftigster Nahrung. Es mangelt auch völlig on Geld, um den Hungernden das heimische Getreide zuzuführen. In den letzten Monaten ist nun zwar die Rede wiederholt davon gewesen, zwischen Berlin und Petersburg fänden vertrauliche und streng geheime Verhandlungen statt zum Zwecke der Anknüpfung von neuen Handelsvertragsverhandlungen, aber das ist ein frommer Wunsch und wird auch sicher ein solcher bleiben. Deutschland und Rußland stehen seit Jahren viel zu weit von einander entfernt, als daß sie sobald sich wieder zu nähern vermöchten. Rußland möchte höchstens der französischen Republik einige Konzessionen machen, aber es ist nicht zu erwarten, daß hieraus schwerwiegende Wirkungen entstehen können. Dazu ist der geschäftliche Verkehr zwischen den beiden Staaten viel zu schwach. Auf die Hinterfüße haben sich auch die kleinen Raubstaaten auf der Balkanhalbinsel gesetzt, besonders Rumänien und Serbien. Beide Staaten haben eine von Jahr zu Jahr sich mehr und mehr entwickelnde Industrie, und dabei gebrauchen sie unendlich viel Geld. Sie haben deshalb ihre Zölle ganz wesentlich gegen das Ausland erhöht, und die besonders von Wien ans ftattgehabten Bemühungen, eine Ermäßigung des Zolles und eine Erleichterung des Grenzverkehrs herbeizuführen, sind bisher nicht von Erfolg gefrönt gewesen. Nachdem nun aber die Schaffung der mitteleuropäischen Zollvereinigung erfolgt ist, wird mehr als bisher auf einen Ausgleich gehofft. Den Schwerpunkt für die wirtschaftlichen Zustände bietet nun die zunächst
Zu erst
(668
xre bester Waggon- r Tsgk», [614
l»U,
tt a. M,
(Nachdruck verboten.^
Abend sonne.
Novelle von H. Rens- (Forffetzung.)
Damals hatte es angefangen leise zu regnen, in der Ferne grollte der Donner und sie hatte ihr Trennungsweh überwunden, indem sie ihm zuzulächeln versuchte, obgleich ihre Lippen zuckten und die Augen voller Thränen standen.
Diese unvergessenen Augen! Wie versunkene Sterne lebten sie in seiner Erinnerung.
Nun durchwanderte er wieder die alten Straßen, He bekannten Plätze, und neben ihm her schritten He Reue und die Sehnsucht, ihm zuflüsternd: „du Thor, verscherztes Glück ist auf ewig dahin, die du suchest, ist dir durch eigene Schuld verloren."
Er hatte sich gewöhnt, Adelheids wie einer teuern Gestorbenen zu gedenken und sich so in trügerische Ruhe gewiegt. Doch hier, wo sie gelebt, wo er ihre stimme so oft gehört, die kleine fleißige Hand in Hr seinen gehalten, erwachte die Erinnerung wieder, stieg die Sehnsucht nach ihr übermächtig in ihm auf.
zwischen Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Italien stattgehabte Zolleinigung aufgrund der neuen Handelsverträge, denen dann auch die Schweiz und Belgien beigetreten sind. Der Hinzutritt anderer Staaten wird künfttg noch erwartet. Es find auf manchen Stellen sehr große Hoffnungen für die Wirkung der neuen Handelsverträge laut geworden, während au: der anderen Seite die ängstlichsten Befürchtungen daran geknüpft find. Nach beiden Seiten hin liegt eine Uebertreibnng vor. Heute herrscht in allen Ländern ein solcher wirtschaftlicher Zustand, daß weder nach oben, noch nach unten hin ei plötzlicher geschäftlicher Umschwung eintreten kann. Wenn andere Zeiten kommen, dann mögen auch die Handelsverttäge wirken, so oder so. In wirtschaftlichen (Streitfragen stellen die Dinge sich erheblich anders, wie in poliffschen. In den letzteren kann kein Kleinstaat einer Großmacht lange Widerstand leisten, in den ersteren ist aber der Großstaat auf die kleinen Staaten angewiesen. Die schweizer Industrie kann beispielsweise sich weit eher auf ihr Land beschränken, als die deutsche Industrie sich lediglich auf das Reich beschränken kann. Fiele die Ausfuhr der Schweiz nach ftemden Staaten fort, so könnte man sich immer noch einrichten, hätte Deutschland keinen Absatz mehr in der Ferne, so könnten Hunderttaufende hungern. In West-Europa hat Frankreich einen Veffuch gemacht, auch seinerseits durch Handelsverträge mit den europäischen Staaten eine Zollvereinigung herbeizuführen, ein Bestreben, welches indessen total mißlungen ist. Am ersten Februar ist auch der neue französische Zolltarif in Kraft getreten, aber ein fester Handelsvertrag auf Grund desselben ist bis zur Stunde mit keinem anderen europäischen Staate abgeschlossen worden. Die Hoffnung, daß dies in Zukunft gelingen werde, ist auch in Paris selbst schon stark gesunken, und mit Neid schaut man auf die vom deutschen Reiche so glücklich vollzogenen Vereinbarungen. Sicher hat Frankreich aber schon zwei Zollkriege, mit Spanien und Portugal nämlich; macht mit dem schon mehrere Jahre andauernden Streit mit Italien in Summa drei. Die Verminderung des Absatzes ftanzösischer Waaren nach Italien ist bisher in Frankreich ohne erhebliche Klagen ertragen; man glaubte auch den Italienern, die von den Franzosen wegen des Bündnisses mit Deutschland als politische Gegner bewachtet werden, tüchffg eins ausgewischt zu haben. Erheblich verschärfen wird sich aber der Handels- verlust auf französischer Seite, nun auch der Waaren- verkehr mit Spanien und Portugal so gut, wie ganz
vmmtH' »inet eier N
Durchreise hier. Eine andere Angelegenheit führt mich her. Ich möchte roiffen, ob Fräulein Bertram noch bei Ihnen wohnt?"
Fran Piesekes Honigmine versänerte sich um ein bedeutendes. „Nee," sagte sie, „die ist schon lange fort."
„Und wohin? Was wissen Sie von ihr?" drängte er.
„Nichts."
„Bitte, beste Frau Pieseke, besinnen Sie sich. Es geschieht mir ein so sehr großer Gefallen damit."
Sie sah ihn von der Seite groß an. „Gefallen?" meinte sie gedehnt. „Ich denke, Sie haben sie doch sitzen lassen und dann pflegen die Männer doch froh zu sein, wenn sie von den Mädchen nichts mehr hören."
Wolfs schuldbewußte Mine in diesem Augenblick hätte wohl wieder den wenig schmeichelhaften Vergleich Doktor Walters herausgefordert. Auch Madame Pieseke meinte später zu Gaste: „Du, dem läßt das böse Gewissen keine Ruhe. Wie ein zu Galgen und Rad Verurteilter stand er vor mir."
»Nun zu Doktor Walter", dachte er auf der Straße. Auch die vier Treppen waren vergebens erklommen. Man erinnerte sich dort im Hause wohl noch des alten, komischen Herrn, der immer Schmetterlinge gefangen und alle hustenkranken Kinder der Straße umsonst kuriert, aber wohin er gegangen, wußte niemand. Eine junge Dame hätte ihn während des langen Siechtums nach dem Beinbruch gepflegt und sei dann mit ihm fortgezogen. Wohin, wußte niemand.
Also jede Hoffnung vergeblich, jede Spur verweht!
Wolf war in dieser niedergedrückten Stimmung jedem Begegnen mit alten Bekannten ausgewichen, elbst Neumann, den Getreuesten, der, wie er wußte, hier glücklich verheiratet lebte, hatte er nicht aufgesucht.
Schimmer ihrer Lampe noch immer durch die Thürspalte auf den Korridor fiel?
Wenn sie nun wirklich noch oben weilte, ahnungslos das _ yenfter öffnete ? Mit vor Erwartung hochklopfendem Herzen blieb er auf dem gegenüberliegenden Trottoir stehen und beobachtete mit seinen scharfen Augen das Hans, an welchem für andere nichts auffallendes zu sehen war.
Endlich regte sich die Gardine; eine Hand! Wolfs Unruhe stieg mit jedem Augenblick, kaum wagte er mehr zu atmen. Da wurde ein Fenster- rluget ausgestoßen, ein breitschulteriger Student mit gelockerter Kravalte und schiefsitzendem Cereviskäppchen lehnte sich, eine Riesenpfeife im Munde, hinaus.
Wolf wandte sich weg. Es war ihm, als ob dieser gemütlich vor sich hin schmauchende Mensch ihn mit seinen hervorgestoßenen Dampfwolken verhöhne. Jenes Fenster erschien ihm wie entweiht.
Doch sein Fuß stockte. War jener verkaterte Musensohn nicht ein Wahrzeichen, daß Madame Pieseke dort oben noch immer mit ihrem Chambre- garni gute Geschäfte machte? Sie mußte Auskunft geben über Adelheid.
Ohne Ueberlegung, immer drei Stufen auf einmal nehmend, war er bald oben
Nachdem er die Glocke gezogen, im Innern langfames Schlurfen. Madame Pieseke öffnete selbst, mit ihrer behäbigen Gestalt fast den Thürrahmen ullend.
Sie erkannte ihn sofort und ihr stattliches Doppelkinn legte sich in verbindliche Fallen. „Ach, Herr Assessor, oder muß ich schon Herr Rat sagen?" lächelte sie. „Gewiß wollen Sie wieder bei mir wohnen ? Ich habe gerade ein sehr hübsches, elegantes Vorderzimmer frei."
»Nein, ich bin nur für wenige Tage auf der
Us pf. -läge 8e$ em eine Mdlunz, erfaufen. arg 500 längere wiisirbar i unter ie Eyped.
(68t
Um so freudiger war daher feine Ueberrafdjung, als dieser plötzlich, den Zwicker wie gewöhnlich auf der Nase, die Akten unter dem Arm, vor ihm stand.
„Wolf, alter Freund, grimmer Hagen!" rief er ihn umarmend. „Saut Ministerialblatt nun wohlbestallter Amtsrichter in W. Selbstherrscher aller Reußen, in dem kleinen Nest. Last dir gratulieren. Ja, so weit ist man noch nicht!"
„Du hast als Assessor geheiratet, Neumann?"
„Ja, wie du weißt, arbeite ich an der Staatsanwaltschaft, dort brauchen sie immer Leute. Weiß der Teufel, es scheint doch mehr Spitzbuben auf der Welt zu geben, als^ehrliche Menschen. Aber höllisch einrichten muß man sich mit den Diäten, obgleich meine Agnes ein wahres Wunder von Sparsamkeit ist. Eine kleine Hausftau zum küssen." Wolf lächelte trübe. „Du warst immer ein Glückskind, Neumann. So gut wie dir ist es mir nicht geworden."
„Unsinn, ,Prinzessin Eboli' wird sich doch wohl verschmerzen lassen. Uebrigens glaube ich sie neulich gesehen zu haben in eleganter Equipage, Livreediener auf dem Bock, die passendste Folie für ihre königliche Schönheit."
Wolf zuckte verächtlich mit der Schulter. „War sie mir jemals etwas? '
„Nicht? Um so besser. Da wird uns das Blut der Rüdesheimer Traube prächtig munden. Doch halt! Ich bin ja nicht mehr der Junggeselle, der das Wiedersehen mit einem Freunde im Wirtshause zu feiern braucht Meine Termine sind zu Ende, ich nehme dich gleich in unsere Vorstadt mit hinaus Wir wohnen dort ländlich, billig. Ein allerliebstes Nest."
„Und deine Frau?"
Utenftfi* fen. # l Off-r^ kann
[B
IC,
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bnreaux von Haasenstein u. Vogler in ,
yranffurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf aXVII. fMUJIfllHlQ. Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. "O ) D
Daube u. Co. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham.
Druck und «erlag: Joh. Aug. Koch, Universtäir-Buchdruckerei in Marbura. ^TUtS**** ****** m u 7 /
Redaltton und Expeditton: Markt 21. 9 Berantwortlrcher^Redakteur: Christoph R^uteuhauS in Marburg.
Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und i
Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Erpe-
ditton 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (extt
’Ä“ ** Mittwoch, 3. Februar 1892.
Deutsches Reich.
W. Berlin, 2. Februar. Arn Montag Vormittag unternahmen der Kaiser und die Kaiserin zunächst eine gemeinsame Spazierfahrt nach dem Tiergarten und dessen Umgebung. Von deffelben zurückgekehrt, nahm der Kaiser aus den Händen der Kommandeure der Leibregimenter und der Leibkompanie ie. die regelmäßige Militär-Monatsrapporte entgegen, hörte darauf den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets und arbeitete später mit dem Staatssekretär des Reichsmarineamts Vizeadmiral Hollmann und dem Chef des Marinekabinets Kapitän z. S. Frhr. Senden-Bibran. Zur Frühstückstafel waren die kaiserlichen Majestäten mit dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen im Schlosse vereint. Am Abend besuchte der gesamte Hof die Galavorstellung im Opernhause. — Der deutsche Reichsanzeiger veröffentlicht folgende Kaiserliche Kabinetsordre: „Die Feier meines Geburtstages, auf welche leider die jüngsten tief schmerzlichen Ereignisse in Mir nahe verwandten und eng befreundeten Fürstenhäusern ihre Schatten warfen, hat wiederum in den weitesten Kreisen Anlaß gegeben, Mir mannigfache Beweise liebevoller Teilnahme darzubringen. Groß ist die Zahl schriftlicher und telegraphischer Glückwünsche, welche Mir aus allen Gauen des engeren und weiteren Vaterlandes, sowie von außerhalb lebenden Deutschen zugegangen sind. Ich bin durch diese Aufmerksamkeit zu meinem Geburtstag aufs freudigste bewegt, kann ich doch in ihnen den erneuten Ausdruck treuer Gesinnung und zuversichtlichen Vertrauens seitens meines Volkes erblicken, auf dessen Wohlergehen unausgesetzt bedacht zu sein die vornehmste Pflicht meines fürstlichen Berufes ist. Es drängt mich daher, Allen, welche Meiner — sei es einzeln, sei es als Mtglieder von Behörden, Korporationen und Vereinen oder als