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Parlamentarische Kampfestage, wie sie in Deutschland seit langen Jahren nicht stattgefunden haben, sind im preußischen Abgeord­netenhause zum vorläufigen Abschluß gelangt. Das neue Volksschulgesetz hat zu einem außerordentlich scharfen Zusammenstoß zwischen der Regierung und den Nationalliberalen geführt, denen sowohl der Kultusminister Graf Zedlitz, wie der Reichskanzler von Caprivi die Absicht nahelegten, eine große libe­rale Partei zur Bekämpfung des neuen Volksschul­gesetzes bilden zu wollen. Die Annahme wurde zu- rückgewiesen, aber der Sturm brach erst recht los, als der Reichskanzler ausführte, das Volksschulgesetz sei zur Bekämpfung des Atheismus besfimmt. Während bei den dem Gesetz geneigten Parteien, dem Zentrum md den Konservativen, lauter Beifall erscholl, brach bei den Nationalliberalen und Freisinnigen, die er­klärt hatten, wohl die Religion aber nicht eine Herr­schaft der Geistlichkeit in der Volksschule haben zu wollen, ein so heffiges Zischen aus, daß der Redner wiederholt unverständlich wurde. Am letzten Tage der Baratung, am Sonnabend, ist versucht, die Auf­regung etwas zu beschwichtigen; es wird auch ge­sagt, der Kaiser wünsche ein solches Volksschulgesetz, dem möglichst alle Parteien zusfimmen könnten, aber prakfisch wird dadurch nichts geändert. Der leitende Staatsmann hat am Sonnabend nochmals in bün­digster Weise erklärt, seine Ansicht bezüglich des Volks­schulgesetzes stehe felsenfest, er werde von den im Entwurf niedergelegtcn Prinzipien in keiner Weise abgehen. Ebenso haben aber auch die Abgg. von Epnern von den Nafionalliberalen und Rickert von den Freisinnigen erklärt, lieber würden sie für eine Rückkehr der Jesuiten nach Deutschland, als für dies Gesetz stimmen. Bei diesen grundverschiedenen An­schauungen ist beim besten Willen nicht einzuschen, wie da eine Verständigung erfolgen soll. Das Ende wird für das Abgeordnetenhaus immer eine Annahme des Gesetzes von der aus Konservativen und dem Zentrum bestehenden Mehrheit. Ob das Herrenhaus, die erste preußische Kammer, andere Anschauungen vertritt, muß dann natürlich abgewartet werden. Zunächst findet nun die Detaillerörtemng des Ge­setzentwurfes in einer großen Kommission statt, und in der Zwischenzeit wird wohl von Freunden und Gegnern des Gesetzes eine entschiedene Agitation für resp. gegen dasselbe entfaltet werden. Der größte Widerspruch gegen die Vorlage erhebt sich in den Stadt- gemcinden, es wird auch ein allgemeiner preuß. Städtetag geplant, welcher zur VorlageStellung nehmen soll.

sNachdruck verboten.!

Abend sonne.

Novelle von H. Renäi (Fortsetzung.)

Er ließ sie gewähren, fühlte er doch, daß sie, stets auf der Flucht vor ihren Gedanken, nur durch rastlose Arbeit sich betäuben konnte. Von Tag zu Tag wurde sie blasser, zarter, und die blauen Augen sahen nur noch wie durch einen Schleier in die Welt.

Sie weint alle Thränen nach innen, das zehrt an ihr," grollte der Doktor.Und mit welchem Schafsgesicht der Burfche damals am Sterbebett des armen Winkler vor mir stand. Die richtige Arm sündermiene. Nun, Martine Numero Zwei, wenn sie auch innerlich der Mutter gleicht, wird ihn etwas erleben lassen. Wie nur ein so ver­ständiges, starkgeistiges Mädchen, wie die Heide, sich in solch einen jämmerlichen Wicht verlieben konnte! Aber das Schmachten, das süße Getändel! Damit hat ihr der Windbeutel das Holz gestohlen. Dröhnend schlug er mit der geballten Faust auf das Fensterbrett, um im nächsten Augenblick, als Adelheid, zum Ausgehen gerüstet, die Thür öffnete, chr wieder freundlich zuzulächeln.

Ich möchte doch den Arbeitgeber des armen Hammer aufsuchen," meinte sie.Längere Zeil hat tt in dem Bureau der großen Thonwarenfabrik die Rechnungen geführt und ist plötzlich entlassen worden. Wer nimmt ihn nun ohne' Zeugnis? Denn man nun dem ehemaligen Herrn das ganze «lend so recht vor Augen führte . . ."

Herzen zu rühren, das versteht wohl niemand w gut wie du, weil du selbst ein so warmes hast", wurmette der Doktor.Aber, wohin willst du dich »enben? Wer ist der Besitzer?«

Partei mit Recht gelten, im Staatsdienst bleiben, Niemand hat einen Zweifel daran, daß seit der von Herrn Bennigsen im Reichstag ausgesprochenen Auf­forderung zur Sammlung aller liberalen Elemente im deutschen Reiche, die den hefttgen Zusammenstoß im preußischen Abgeordnetenhause zur Folge hatte, die Beziehungen zwischen den leitenden Kreisen und den Liberalen sich erheblich abgekühlt, die Beziehungen zwischen der Regierung und den konservativen Parteien sich dagegen sehr verstärkt haben. Niemand glaubt an eine Verschmelzung der freisinnigen und national­liberalen Pattei, aber wiederum unleugbare That- sache ist, daß die Redner beider Parteien in der Bekämpfung des Schulgesetzes durchaus Hand in Hand gegangen sind. Vorläufig hat es sich eben nur um das Schulgesetz gehandelt, und es ist ziemlich müßig, darüber nachgrübeln zu wollen, was nun die Zukunft bringt. Jedenfalls hat die verflossene Woche für die Patteiverhältnisse in mancher Be­ziehung eine recht erhebliche Klärung gebracht, und die gesprochenen Worte werden nicht vergessen werden. Die Dinge sind nun einmal in Fluß geraten, und wie sie wieder zum Stillstand kommen sollen, wenn alle Teile bei ihren vor der Volksverttetung vorge­tragenen Ansichten stehen bleiben, ist unerfindlich. Sicher ist die Verständigung, welche der Kaiser ebenfalls wünschen soll, sehr zu empfehlen, aber wenn nicht alle Teile nachgeben, wird der Wunsch Wunsch bleiben.

Deutsches Reich.

W. Werkin, 1. Febr. Unser Kaiser hatte am Freitag einer größeren Artillerieschießübung bet Jüterbog beigewohnt und hatte nach der Rückkehr eine längere Konferenz mit dem Staatssekretär von Bötticher. Am Sonnabend Vormittag unternahm der Kaiser eine längere Spazierfahrt uud hötte nach der Rückkehr von derselben den Vorttag des Staats­sekretärs von Marschall. Nachmittags wohnte der Hof dem Trauergottesdienst für den verstorbenen Großfürsten Konstantin von Rußland in der russischen

Philipp Schlutke u. Co.«

Ach, ich weiß. Rian sieht die Firma an der Fabrik von unserem Hose aus.«

Herr Schlutke bewohnt aber eine Villa im Westend; er ist jung verheiratet. Ich habe noch eine Bitte," fuhr sie zögernd sott.Darf ich dir, während ich fort bin, die Kinder bringen? Draußen können sie nicht ohne Aufsicht bleiben, und sie haben verfprochen recht brav zu sein."

Nur immer herein in den deutschen Bund," lachte er, den kleinen Blondköpfchen zunickend.Solch ein alter lahmer Kerl, wie ich, taugt ja auch zu nichts weiter mehr als zur Kindermuhme Aber Kind, Heidenmädchen, in diesem leichten Sommer- mäntelchen wirst du dich doch nicht auf den Weg machen wollen, du kannst dir ja den Tod holen!"

Es taut draußen," meinte sie kleinlaut.Und dann bin ich ja auch abgehärtet; es geht ja ohnehin zum Frühling.«

Sie hat ihre schöne, warme Jacke unserer Clara gegeben," verriet das jüngste Stumpfnäschen. Die hatte schon lange ein ganz zerrissenes Klöider- eibchen und durste sogar nicht mehr in die Schule örninen!"

Hm, hm,« machte der Doktor, während er mit )en Augen zwinkerte, als ob ihn die Sonne blende, und die war doch schon längst hinter den gegenüber- iegenden Dächern verschwunden.Hm, hm, weiland der fromme Landsknecht Sankt Mattinus teilte doch nur seinen Mantel mit dem halbnackten Bettler Du bist chm aber noch wett über, du behälft gar nichts für dich zurück."

Nicht schelten, Papa Walter," bat sie, seine warme Hand streichelnd, dann huschte sie hinaus.

Im Vorflur stieß sie auf die vor Eifer und Entrüstung glühende kleine Frau.

Bosschaftskapelle bet. Am Abend fand wieder eine Besprechung wegen des neuen Schulgesetzes statt, an welcher der Finanzminister Dr. Miquel, der Kultus­minister Graf Zedlitz, die Abgg. Frhr. von Manteuffel, von Helldorf und andere Herren teilnahmen. Am Sonntag wohnten die kaiserlichen Majestäten der Taufe des Sohnes des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, des Schwagers des Kaisers, im Pots­damer Stadtschlosse bei. Die neuenHandels- vertrüge, welche das deuffche Reich mit Oester­reich-Ungarn, Italien, Belgien, der Schweiz abge­schlossen hat, treten jetzt zum 1. Februar inkraft, nachdem die von den Staatsoberhäuptern unter­zeichneten Vertragsurkunden ausgetauscht worden sind. Man kann nur dringend wünschen, daß die neue wittschastliche Aera, die für die beteiligten Staaten nunmehr beginnt, allen zum Segen gereichen möge. Es werden unter den neuen Verträgen, wie das bei so tief einschneidenden Neuerungen nun einmal ganz unvermeidlich ist, manche Verdrießlichkeiten überwunden werden müssen, und hoffentlich überwiegt der allge­meine Nutzen recht bald die einzelnen kleinen Nachteile. Bekanntlich steht die Reichsregierung auch noch mit anderen europäischen Staaten in Unter­handlung, um mit denselben zu gleichen Verein­barungen zu kommen. Bezüglich unseres östlichen Nachbars, Rußlands, braucht man fteilich nicht die geringsten Hoffnungen wegen einer Besserung der beiderseitigen wirtschaftlichen Beziehungen zu hegen. Der Bundesrat des deutschen Reiches hat am Sonnabend in Berlin das Transitlagergesetz nach den Beschlüssen des Reichstages, Anwendung der verttagsmäßigen Zollsätze auf Gettride, Holz und Wein, angenommen. Das Gesetz ist ebenfalls mit dem ersten Februar in Kraft getreten. Der deutsche Reichsanzeiger" hat in einer Exttaausgabe dieses Gesetz, ebenso wie das Gesetz bett, die Anwendung der Zollermäßigungen gegenüber den nicht meistbe­günstigten Staaten und eine entsprechende Bekannt­machung bett. die Anwendung dieser Ermäßigungen auf die spanischen Boden- und Industrie-Erzeugnisse veröffentlicht. Zum Direktor des Berliner Post­zeitungsamtes an Stelle des verstorbenen Posttates Didden ist der Postdirektor A. Weberstädt in Berlin ernannt worden.

Emin Pascha befindet sich, wie nunmehr als sicher anzunehmen ist, thaffächlich wieder in Wadelai. Ein uns mitgeteilter Privatbrief des Herrn Kutt Ehrlcrt in Sansibar vom 5. Januar d. I. bringt darüber folgende Mitteilungen:Soeben von Mombas zurückgekehrt, bringe ich eine wichtige Neuig-

Denken Sie nur, Fräulein Bertram, es sind kaum vierzig Mark zusammengekommen, rief sie. Ja, zu so etwas hat niemand Geld übrig. Und unser Hauswirt ist fuchswild. Ich brauchte meine Nase nicht in alles stecken, das sei er an seinen Mietern nicht gewöhnt, ließ er mir durch Mine sagen. Dieser protzige Grobian! Mein Mann quält mich halb zu Tode mit seinen Neckereien, aber Sie lachen mich nicht auch noch aus, nicht wahr?"

Lachen, ich?« Adelheid entsann sich gar nicht mehr, wann sie überhaupt zum letzten Mal gelacht. Und wer hätte wohl über dieses junge warmherzige Geschöpfchen, das in seinem unbesonnenen Eifer überall anstieß, jemals spotten können.

Wohin gehen Sie?« erkundigte sich Frau Agnes Ich möchte bei dem früheren Brotherrn noch einmal vorstellig werden. Nur wenn Hammer wieder Befchästigung findet, kann der Familie geholfen werden."

Ich schließe mich Ihnen an; das ist ein guter Gedanke. Aber wir gehen direkt zu seiner Gattin, grauen sind viel mitleidiger, und ich will chr schon )as Elend der armen Würmer schildern. Aber in dem leichten Umhang werden Sie frieren, Fräulein Bertram." Adelheid errötete.

©ie brauchen sich nicht zu schämen,« rief sie, te stürmisch umarmend.Ich weiß, wo das Winter­jäckchen hingekommen ist. Und dafür bekommen Sie einen Kuß, Sie liebes, prächtiges Mädchen. Aber, litte, meinen Mantel müssen Sie für heute Abend nehmen, fuhr sie schmeichelnd fort. Ich habe ja noch einen Pelz. Mama hat lange gefpatt, bis sie mir ihn letzte Weihnachten, schon zur Aussteuer, wissen Sie, schenken konnte. Wir find nämlich gar nicht reich. Ich habe keinen Pfennig mitbekommen und Otto ist noch Hilfsarbetter. Deshalb wohnen

kett mit. Nach einer gestern daselbst eingelaufenen Nachricht hat Emin Pascha den Albett-Nyanza längst verlassen und befindet sich in seiner alten Provinz. Aus Schoa Moru (ein durch Bakers Aufenthalt im Jahre 1864 und 71 bekannter Ort) 2,15 Grad n. Br. wird berichtet, daß sich vom Albert Nyanza den Bahr-El-Gebel hinauf eine große Expedition, mit schwarz-weiß-roter Fahne bersehen, auf zahlreichen Kähnen eingeschifft habe. Ein dieser wegen einer zudiktierten Strafe entlaufener Träger nannte den Führer Emin Pascha. In der Landschaft Unyoro habe die Expedition zahlreiche Gefechte bestehen müssen. Bei Babungo fei ihr ein Heer von vielen hundert Soldaten entgegenmarschiett gekommen und habe den weißen Mann (Emin Pascha) mit Freuden­salven empfangen. In Kalo sei abermals eine Menge Soldaten von Faloro zu ihnen gestoßen, die aber vorher ihre Offiziere erschossen hätten, weil diese sie hätten hindern wollen, ihrem Pascha entgegen zu eilen. Dem armen Bana Emin haben seine alten Anhänger vor Freude die Hände blutig gedrückt und geküßt und die Kleider fast vom Leibe gezerrt u. f. w. Merkwürdiger Weise sind bei diesen Mitteilungen keine Daten weiter angegeben, ich konnte sie wenigstens nicht ermitteln. Ich begegnete nach Eintreffen dieser Kunde einer solchen Zurückhaltung der englischen Beamten und Kaufleute in ihrem Benehmen mir gegenüber, die mit der vorherigen Liebenswürdigkeit gar nicht in Einklang zu bringen ist. Es müssen unbedingt noch andere für die Herren Engländer mmngenehrnere Nachrichten über Emin eingelaufen fein. Heute noch begebe ich mich nach Malindi und hoffe Genaueres zu erfahren. Die Wadigos sind vom Chef Krenzler an dem ersten Tage des Jahres, wie ich hier gehört, empfindlich geschlagen worden und haben sich zurückgezogen; es finden Schauris statt, die einen endgiltigen Frieden herbeiführen sollen.«

(Versuchte Annäherung der fran­zösischen an die deutschen Freimaurer.) Durch die deutschen Freimaurer-Zeitungen läuft eine Nachricht, die, wenn sie sich bewahrheitet und nach der Quelle, aus der sie stammt, ist daran wohl kaum zu zweifeln, von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Ein Leipziger Freimaurer, welcher vor 1870 Ehrenmitglied einer Pariser Loge war, hat nämlich von dott die Nachricht erhalten,daß sich unter den französischen Brüdem eine große Be­wegung gegen den Grand Orient de France vorbereite, in dem Sinne, die Beziehungen Frank­reichs zu den deutschen Logen wieder herzustellen, und namentlich die in den Jahren 1870/71 er-

wir auch draußen, die Quartiere sind billiger und wir haben viel weniger Gelegenheit Geld auszugeben. Aber den Mantel müssen Sie auf jeden Fall nehmen "

Die stolze Heide, die jahrelang ihre Armut vor den Augen aller Welt verborgen, die schroff jede Hilfe zurückgewiesen, ließ es geschehen, daß die kleine geschäftige Frau ihr das warme, höchst unscheinbare Mäntelchen umhing.

Nun können wir gehen," sagte diese, das weiche Filzhütchen eilig noch auf den Lockenkopf drückend. Mine, Mine!"

Mine kam von drüben. Sie hatte sich erboten )ie Kinder zu beaufsichtigen.Das ist doch nichts für den alten, kranken Herrn," meinte sie,und in innerer neuen Puppenwirtschaft giebt es ja so wie o nichts zu thun. Fräulein Agnes, wollte sagen, Zrau Assessor, können ganz ruhig sein; ich gebe chon auf beide Wohnungen ordentlich acht."

Es war ein feuchter Nachmittag im Vorfrühling, noch lag Schnee überall, die Bäume und Hecken landen kahl, aber ein Hauch, ein zitterndes Lenzes- ahnen zog durch die Luft.

Die erste Lerche!" rief Frau Agnes.In Luckenwalde ging ich immer auf die Wiese hinter unserem Gatten, um sie singen zu hören " Adelheid preßte die Lippen zusammen. Zum zweiten Mal kam nun der Frühling, jubilierten seine Boten, eitbem ihr Herz so kalt und schwer wie ein Stein in der Brust lag.

Stadt- und Pferdebahn war verlassen und nun wanderten sie durch das elegante Villenviertel, die Besitzung des Herrn Philipp Schlutke, suchend.

Die Frau Assessor machte große Augen, als sie endlich vor dem zierlichen, oben golden zugespitzten Eisengitter standen, hinter welchem sich das in italienischem Stil erbaute Schlößchen erhob.

MechjW ZcilW.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Redaktion ^und Expedition^ Markt 81. Zstustrtertes Sonntagsblatt. Redaktion und ^Expedition: Mark 21. 8

M 27

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouattal-Abonncmcnts-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. lexkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Dienstag, 2. Februar 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Bögler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

LXVII. Jahrgang.

So stehen die Dinge thatsächlich. lieber die politischen Wirkungen des Zwischenfalles kann kein großer Zweifel bestehen. Es wird mitgeteilt, daß ein Rücktritt der Herren Miquel und von Bennigsen von ihren Posten als Finanzminister und Ober­präsident in Hannover nicht zu erwarten sei, von Herrn Miquel war diese Annahme von vornherein irrig, aber wenn auch diese beiden Herren, die als die geistig bedeutendsten Vertteter der nationalliberalen