Einzelbild herunterladen
 

: Sand streu, 8 bi

st 3 bis an

ringe i niglichk

I jed«

L>chn< ion ab,

r»

indbuch ei 42! >oßma« nen, i

88 uH 76 qi

53 , rrsteigv ld eine igswcr »laubig in, uii lefotiba eignete

(15

830.

Mk>;

Mk.;

: 53

«

11°/°; 42°/.

vbet-

soge- euer«, »en. lt die : Ver- ird. (126

rau sn al« en tt tfcart

1

Ml

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Druck und Beilag: Jr>h Aug. Kock, Nniversi Si? B»ckdruckerei in Mai bürg, CrrtltltfrtrtÄMrtff Verantwortlicher Redakteur: Christooh Rauteuhaus in Marburg.

Redaltion und Expedition' Markt 21. Redaktion und Expedition : Markt zl.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonncments-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Sonnabend, 9. Januar 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpcdilion dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haascnstein u. Vogler in Frankstirt a. M Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Müsse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M Berlin, Hannover, Paris.

XXVII Jahrgang.

LAT lle Landbriefträger, Postanstalten «nd die Hx- AV pedition in Marburg nehmen noch j ederzeit Be­stellungen auf das 1. Vierteljahr 1893 derLber- heffischen Zeitung" entgegen.

Die Steuererklärungen.

In Preußen läuft gegenwärtig die Frist, in welcher die Erklärungsformulare für die Einschätzung zur neuen Einkommensteuer ausgefüllt und an die Beranlagungskommissionen eingesandt werden müssen. Es ist deshalb auch natürlich, wenn sich die öffent­liche Diskussion wieder mehr den Einkommensteuer­fragen zugewandt hat. Dabei ist es nur mit Freude zu begrüßen, wenn überall in der Presse die Interessen der Steuerpflichtigen insofern wahr­genommen werden, daß sie alle nach dem Gesetze vom Roheinkommen abzugsfähigen Ausgaben zu- sammenstelli und gegen etwaige fiskalische Uebergriffe Front macht. Wir erinnern in dieser Beziehung an die Erörterung, welche sich an die Bestimmung der finanzministeriellen Anweisung geknüpft hat, wonach die abzugsfähigen Kosten der Abnutzung von Gebäuden gemäß dem Jahresmietswert berechnet werden sollen. Tas Gesetz bestimmt nur, daß ein angemessener Prozentsatz als Abnutzung in Rechnung gestellt werden darf. Es ist also dem Steuer­pflichtigen selbst überlassen, wovon er den Prozent­satz berechnen will. Unzweifelhaft richtiger ist es, denselben nach dem Kaufwert des Gebäudes zu berechnen und es ist den Steuerpflichtigen deshalb nur zu raten, die Abrechnung in diesem Punkte abweichend von der finanzministeriellen Anweisung vorzunehmen. So sehr wir mit dieser Seite der Thätigkeit eines großen Teiles der Presse aller Parteien einverstanden sind, so können wir doch den von einigen freisinnigen Blättern vertretenen Stand­punkt, daß man unter allen Bedingungen in die Steuererklärungsformulare nur die notwendigsten Angaben eintragen und demgemäß jede Erläuterung der in das Formular eingezeichneten nackten Zahlen auf dem beigefügten Bogen unterlassen sollte, nicht teilen. Das neue preußische Einkommensteuergesetz ist auf dem Grundsätze des Vertrauens aufgebaut. Der Fiskus soll den Censiten insofern vertrauen, als er von vornherein annehmen soll, daß dieselben ihr versteuerbares Einkommen thatsächlich angeben werden. Die Censiten wiederum sollen in die Steuerbehörden das Vertrauen setzen, daß diese nun auch bei der Veranlagung sämtliche in Betracht kommenden Verhältnisse des einzelnen Steuer-

sNachdruck tierboten.]

Die Erbin.

Nach dem Amerikanischen von I. von Böttcher. (Sortierung).

Stolz, schön und siegesbewußt, rauschte sie die Treppe hinab in das Wohnzimmer, wo Dick sie erwartete. Mit selbstgefälligem Lächeln trat sie im Vollbewußtsein ihrer imponirenden Schönheit ihm entgegen.

Mache mir Dein Kompliment, Dick/ sagte sie munter zu dem bleichen jungen Mann, dxr so an­ziehend in seinem schwarzen Gesellschaftsanzuge aussah.

Er zwang sich zu einem Lächeln und antwortete: Du siehst so schön aus, Eveline, daß Du die anderen Damen aus dem Balle alle überstrahlen wirst."

In diesem Augenblicke erschreckte sie ein Geräusch am anderen Ende des Zimmers. Hastig drehte sie sich um, und ein erstickter Schrei entschlüpfte ihren Lippen.

Die Portiöre, welche das Wohnzimmer von der Bibliothek trennte, war von der Hand ihres Onkels Mrückgeschoben worden, und er stand auf der Schwelle im Reiseanzuge, staubig und ermüdet aussehend, während seine Blicke indessen mit dem unverkennbaren Ausdruck der Bewunderung auf der schönen Gestalt seiner Nichte ruhte.

Oh, Onkel Arnold!" rief sie mit sichtlichem Mißvergnügen, eingedenk des verräterischen Diamant­sterns, den sie trug. Sie rannte nach der Thür, um sich so schnell wie möglich des unseligen Schmuckes zu entledigen. Aber Mr. Grant erfaßte auf halbem Wege scherzend ihren Arm.

Wohin willst Du so eilig!" fragte er lachend. Warte doch, und laß Dich erst ansehen. Wirklich, Eveline,'ich muß gestehen, daß ich Dich noch niemals

pflichtigen berücksichtigen werden. Zwei Familienväter können genau dieselbe Einkommenssumme während eines Jahres beziehen und doch können verschiedene Familicnverhältnisse sie völlig ungleich stellen. Gerade auf solche Verschiedenheiten, die sich nicht in Zahlen ausdrücken, müssen die Steuerbehörden Rücksicht nehmen, wenn das neue Gesetz nicht Erbitterung er­wecken soll. Im Gesetze selbst ist nur vorgeschrieben, daß Kinderreichtum unter allen Umständen bei Ein­kommen unter 3000 Mark ermäßigend wirken soll. Diese Bestimmung berührt aber die unbedingt er­klärungspflichtigen Censiten nicht. Für sie ist lediglich bestimmt, daß außcrgcwönlichc Familienverhältnisse bei Einkommen bis zu 9500 Mark ermäßigend wirken können. Die Entscheidung hierüber ist in die Hand der Steuerbehörden gelegt. Es ist nun ganz natürlich, daß die letzteren auf solche Verhältnisse nur dann allge­mein Rücksicht zu nehmen geneigt sein werden, wenn sie sehen, daß allgemein auch die Einkommensverhältnisse offen dargelegt werden. Die Steuerpflichtigen ver­langen mit Recht, daß ihren Angaben von den Steuerbehörden Vertrauen entgegengebracht wird. Die Stcurbehörden können dann aber auch fordern, daß ihnen gegenüber völlige Offenheit und nicht bloß auf den von den Censiten beliebten Gebieten obwaltet. Wenn beide Teile sich gegenseitig Vertrauen ent­gegenbringen, so werden die Interessen beider bei der neuen Einkommensteuer am besten fahren. Also Vertrauen, nicht Mißtrauen sei der Grundsatz, von welchem aus die Ausfüllung der Steuererklärungs- sormulare vorgenommen werden sollte.

Deutsches Reich.

W. Werkt«, 8. Jan. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich Donnerstag Vormittag ge­meinsam nach Charlottenburg, um am Todestage der Kaiserin Augusta am Sarge Kränze niederzu- lcgen. Aus derselben Veranlassung hatten sich im Lause des Vormittags auch die Kaiserin Friedrich und die preußischen Prinzen und Prinzessinnen nach dem Biausoleum begeben. Später hatte der Kaiser eine Konferenz mit dem Kriegsniinister, arbeitete mit dem Chef des Biilitärkabinetts und empfing den General der Infanterie und Gencraladjutant Kaiser Friedrich III. von Mischte, sowie den Finanzminister Dr. Miguel. Bei der Ncujahrsgratulation der Generale soll unser Kaiser zu einzelnen Gratu­lanten bemerkt haben, daß die allgemeine Lage be­friedigend sei und wohl auch für das neu ange­brochene Jahr der europäische Friede so gut als ge­

sichert gelten dürfe. Es entsprechen diese Worte lediglich Aeußernngen des Monarchen schon vor deni Weihnachtsfeste. Die Einleitung einer Disziplinär-Untersuchung gegen den Ge­sandten z. D. und freikonservativen Abg. Grafen Limburg-Stirum wegen eines Arfikels gegen die neuen Handelsverträge erregt großes Aus­sehen. Kaiser Wilhelm I. hat bekanntlich auf An­trag des Fürsten Bismarck s. Z. einen Erlaß ver­öffentlicht, welcher alle Staatsbeamten warnt, gegen die Regierungspolitik öffentlich zu agitieren, wenn ihnen auch ihre Ansicht in keiner Weise beeinträchfigt werden soll. DieRordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Nachricht, daß gegen den Gesandten z. D. Grafen zu Limburg-Stirum in Veranlassung seines am 14. Dezember v. I. in derKreuzztg." ver­öffentlichten Schreibens über die neuen Handelsver­träge eine Disziplinaruntersnchimg eingeleitet worden sei, bestätigt sich. Wenn aber eine Berliner Zeitung sagt, daß gegen den früheren Gesandten in Weimar wegen seiner Leistungenals Zeitungsschreiber" auf dem Disziplinarwege öorgegangen würde, so ist das zum Mindestens eine willkürliche Unterstellung. Nicht um einenZeitungsschreiber" handelt es sich, sondern um einen zur Disposition stehenden Beamten, für welchen nach § 97 des Gesetzes vom 21. Juli 1852 die nämlichen Bestimmungen gelten, wie für Beamte im aktiven Dienst. Maßgebend ist für das Vor­gehen die Rücksicht auf die Erhaltung der Disziplin, welche im Auswärtigen Dienst nötiger, wie anderswo ist. Herr Graf zu Limburg hat öffentliche Krittk an den Handlungen seines Ressortchefs in einer Weise geübt, welche ob absichtlich oder nicht, muß hier dahingestellt bleiben als geeignet erschien, unsere aus­wärtige Politik im In- und Auslande herabzusetzen." Der Entwurf eines C h e k - G e s e tz e s ist nunmehr fertiggestellt und wird demnächst dem Reichstage zu­gehen. Dagegen bleibt das Warrantgesetz vorläufig zurückgeftellt. Es bestätigt sich, daß in Berlin eine Behörde zur Vorprüfung sämtlicher ö f f e n t l i ch e r B a u t e n in das Leben gerufen werden soll, lieber den Umfang der Thätigkeit und die Zuständigkeit derselben ist man noch in Beratung begriffen. Es sind also bestimmte Angaben darüber z. Z. noch nicht zu machen. Nur so viel steht fest, daß es sich nicht ausschließlich um eine Zentralstelle für Kirchenbauten handelt, wie man dies vielfach an­zunehmen schien. Der Pastor Witte von der Golgathagemeinde, der mit seinen Gemeindeorganen in einen erbitterten Streit geraten war, ist durch das Konsistorium vom Amte suspendiert worden.

Das Konsistorium hatte, um die unerquicklichen Ver­hältnisse in der Gemeinde zu klären und den Frieden wieder herzustellen, den Pastor Witte und die Mit­glieder des Gemeindekirchenrats vor das Konsistorium geladen. In dreistündiger Verhandlung stellte sich die Unmöglichkeit heraus, einen Modus zur gedeih­lichen Weiterführung der Gemeindegeschäfte zu finden; infolgedessen wurde die Suspension des P. Mtte ausgesprochen und der Rendant der Kircheukasse, sowie der Kirchenälteste mit der Versiegelung der Kirchenakten betraut. In dem Januarheft der vom Oberkommando der Marine herausgegebenenMarine- Rundschau" wird ein Bericht des Korvettenkapitäns Köllner über die Aktion der deutschen Kriegs­schiffe an der chllenifchen Küste im vergangenen Sommer veröffentlicht. Korvettenkapitän Köllncr lobt darin die Haltung der Mannschaften und erkennt es besonders an, daß kein einziger Poften sich zu einem unbedachten Schuß hat hinreißen lassen, obgleich den Leuten vielfach die Kugeln über die Köpfe flogen und alle vor Begierde brannten, mit der Waffe in die Aktion einzutreten. In Kamerun herrscht gegenwärtig, wie von dort geschrieben wird, ein reges Bauleben, welches in den kommenden Monaten noch weitere Fortschritte machen wird. Die Ein­nahmen sind derartig, daß verschiedene längere Zeit aufgeschobene Baupläne nunmehr zur Aus­führung gebracht werden können. Dahin ge­hören auch Hafenbauten und Brückenanlagen.

In einer Schrift des Dr. Jastrow, in der die Selbsteinschätzung des Einkommens aus geistiger Arbeit behandelt wird, ist der Verfasser der Ansicht, daß auch diese Steuerpflichtigen auf Grund des § 9 Nr. 1 des Gesetzes berechtigt sind,die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung des Einkommens verwandten Ausgaben in Abzug zu bringen." Dahin rechnet er 1) Kosten der Be­förderung zur Arbeitsstelle (Droschkenfahrten, Pferde­bahnabonnement u. s. w.), 2) Kosten der Briete, Heizung und Beleuchtung des notwendigen Arbeits­zimmers, 3) Kosten für Materialbeschaffung (Bücher, Schreibmaterialien u. f. w.), 4) Portoauslagen, 5) Ausgaben für Gehilfen und Boten, 6) Aus­gaben für Instandhaltung und Ergänzung der Ge­rätschaften, 7) Repräsentationsausgaben. Als Muster stellt Jastrow, auf dessen im Verlage von Simion (Berlin) erschienene Schrift wir die Steuerpflichtigen, die genaueren Aufschluß wünschen, verweisen, die Veranlagung eines Ingenieurs und eines Gym­nasiallehrers auf. Bei dem Ingenieur, der in feinem Hause Zeichnungen vornimmt und litterarische Arbeiten

so schön gesehen habe. Ein wahres Glück, daß ich noch zeitig genug zurückkommen konnte, um den Stern des Abends zu bewundern."

Sie schauderte, indem sie versuchte, sich los zu machen.

Laß mich gehen, ich habe etwas vergeffen," stieß sie atemlos hervor.

Schicke das Mädchen darnach," versetzte Mr. Grant.

Aber ich ziehe es vor, selbst zu gehen," rief sie heftig, und in ihrer Verzweiflung fuhr sie mit der Hand nach ihrem Kopse, um den verhängnisvollen Stern zu verbergen.

Allein sein Auge hatte sich bereits auf denselben geheftet.

Du hast ja einen neuen Schmuck," sagte er Hat Dick Dir, während ich abwesend war, hübsche Sachen gekauft?"

Er zog ihre Hand hernieder und hielt sie fest, während er das blitzende Geschmeide betrachtete. Eveline konnte sich nicht losmachen, es wäre auch jetzt zu spät gewesen. Sie betete nur in ihrer schuldbeladenen Seele, daß er den Stern nicht wiedererkennen möge.

Jedoch Mr. Grant's Züge hatten sich verändert, er war bleich geworden und seine Stimme tönte heiser, als er fragte:

Eveline, wer gab Dir diesen Stern?"

Wäre Dick nicht zugegen gewesen, so würde sie erklärt haben, es sei ein Geschenk ihres Gatten, so aber sagte sie scheu und unsicher, durch seine Gegenwart erschreckt, jedoch mit angenommener Unbefangenheit:

Es war eines meiner Hochzeitsgeschenke, Onkel Arnold, aber ich habe wahrlich vergeffen, wer der Geber war. Ich werde mich darauf besinnen und es Dir gelegentlich sagen."

Sie war tödtlich überrascht, als ihr Gatte vortrat und mit finsterer Miene, ohne auf ihre bittenden Blicke und verstohlenen Winke zu achten, fast zornig ausrief:

Es könnte den Schein grenzenloser Undankbarkeit auf Dich laden, wolltest Du behaupten, den Namen des Gebers eines fo kostbaren Geschenkes vergeffen zu haben. Erlaube mir, Dein Gedächtnis auf­zufrischen, Eveline. Der Stern war eine Gabe meiner Mündel, Hazel Dale!"

Einen Augenblick war es unheimlich still im Zimmer. Mr. Grant stand sprachlos und wie zu Stein erstarrt. Eveline war das Bild schuld­bewußter Verwirrung und Randolph blickte erstaunt Beide an

Mr. Grant gelang es zuerst, sich gewaltsam zu fassen und das Schweigen zu unterbrechen. Er sah Dick an, nicht Eveline, und sagte dumpf:

Also Hazel Dale gab Ihrer Frau diesen Diamantstern. Wie ist das Mädchen in dessen Besitz gelangt?"

Er gehörte ihrer Mutter," erwiderte Randolph

Eveline machte nochmals einen fruchtlosen Versuch, das Zimmer zu verlassen, aber ihr Onkel vertrat ihr den Weg. Ohne Weiteres löste et den Schmuck aus ihrem Haar und drückte zu ihrem Entsetzen auf eine kleine Feder, die goldene Rückseite des Sternes sprang auf und enthüllte ein Bildnis in Medaillonform. Es war Arnold Grants Bild, in der goldenen Blüte der Jugend und der Kraft, und ein hohles Stöhnen entrang sich feiner Brust.

Es ist, wie ich vermute!" rief er.Diesen Stern mit meinem Bilde schenkte ich meiner jungen Frau Lorenza in den ersten Tagen unserer Ehe Ich erkannte denselben sogleich, als ich ihn in Evelinens Haaren glänzen sah. Aber großer Gott,

welch ein Geheimnis wird durch diese Entdeckung aufgeklärt! Wenn dieser Stern Hazel Dale's Mutter gehörte, bann war Hazels Mutter meine Gattin und Hazel ist meine geliebte Tochter."

Ein so heller Freudenschein verbreitete sich bei diesen letzten Worten über seine Züge, daß Eveline vor Wut und Neid hätte sterben mögen. Ein Schmerzensschrei entrang sich Randolphs Lippen, aber er wurde überhört, denn Mr. Grant fuhr fort:

O, wüßte ich nur, wo Mutter und Kind zu finden wären?"

Evelinens Lippen verzogen sich zu einem boshaft triumphirenden Lächeln und sie sagte rasch:

Onkel Arnold, Du scheinst zu vergessen, daß Hazel Dales Mutter gestorben und im Meere begraben ist."

Er sah sie mit verstörtem Blicke an und murmelte:

Wahr, wahr, sie starb. Aber wie ist es möglich? Lorenza meine Lorenza tobt!"

Bei biefen, in höchster Aufregung hervorgestoßenen Worten oeränberte er sich sichtlich, fein Gesicht nahm eine bläuliche Farbe an, er warf bie Arme in bie Luft, taumelte unb stürzte schwer atmenb zu Boden.

Ein Schlaganfall!" rief Randolph bestürzt. Augenblicklich ein Arzt!" Mit diesen Worten eilte er hinaus.

Evelinens Herz erbebte in teuflischer Freude, in der Hoffnung, daß ihres Onkels letzte Stunde gekommen sei.

Dreiundfünfzigstes Kapitel.

Allein ihr herzloser Wunsch sollte sich nicht erfüllen. Der Arzt erschien sosort, unb nachdem alle erforderlichen Mittel bei dem Leidenden angewendet worden, war er am folgenden Nachmittage beinahe wieder hergestellt; indessen trug er wohlweislich