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(Nachdruck verboten.)
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em Grund mehr für sie sein werde, mit ihrem ; Verlobten Frieden zu halten. Er allein kannte am besten alle seiner Nichte anhaftenden Fehler.
... Mit Ausnahme ihrer eifersüchtigen Leidenschaft für den jungen Randolph war sie keines edlern Gefühles fähig. Sie war selbstsüchtig, herzlos und grausam; das wußte Arnold Grant, aber er glaubte leider, auf Grund eigener trüber Erfahrung, da alle Frauen ihr gleich wären. Für ihren Onkel hegte Eveline nicht die geringste Liebe. In ihren Augen war er nichts wie eine geldgebende, Checks unterschreibende Maschine, und ba§ empfand er sehr wohl, obgleich er es sich nicht eingestehen mochte.
Als sie in dem prächtigen Zimmer vor ihm stand in ihrem reichen Kleide, mit glänzenden ^uwelen geschmückt, die ihrer blonden Schönheit so wohl standen — ergriff ihn ein Gefühl der Empörung bei dem Gedanken, daß dieses kaltherzige, lieblose Geschöpf die Millionen erben sollte, welche er mit emsigem Fleiße Jahre lang aufgehäuft hatte, und er dachte in bitterem Unmute:
„Warum habe ich nicht ein eigenes Kind, ein klnd, welches mich liebt, das sich meines Reichtums rrfreuen könnte! Warum soll mein Vermögen । nqem Herz- und gemütslosen Mädchen zufallen, ! welches über meinen Tod ftohlocken würde!"
Detekttv wiederholte mit Nachdruck: „Ja, ich be- fürchte es. Um es kurz zu machen, Mr. Randolph, will ich Ihnen nur gleich sagen, daß ich befürchte, Miß — Dale ist tot."
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auch in Ostafrika möglich, nach und nach von den teuren Sudanesen zu den schwarzen Eingeborenen überzugrhrn, von denen eine größere Zahl von Mannschaften werden kann. Zum Nachfolger Hauptmann» von Gravenreuth in Kamerun scheint that- sächlich der StattonSchef R. Schmidt au» Ostafrika ausersrhen zu fein.
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in Kamerun die schwarzen Soldaten viel billiger find, *n Ostafrika die dortigen Sudanesen. Allerdings
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Qui/ daß e» fich auch in Zukunft wie »auch noch tii blther, bewähren werde, f-1 ' 1 - w
Marburg,
Freitag, 27. November 1891.
Zehntes Kapitel.
Etwa vierzehn Tage nach Hazel Dales Ver- chwmden erschien der Detekttv bei Randolph und teilte ihm mit, daß er leider befürchte, das vermißte Mädchen gefunden zu haben.
Es war eine fonderbare Art, eine gute Nachricht u verkünden Der Redakteur warf seine Feder ort und starrte ihn an.
„Sie befürchten?" rief er erstaunt aus, und der
©in lauter Aufschrei des Schreckens und des Ächmei^es erschallte. Es war Jessie, welche, wie oft zu thun pflegte, auch diesen Morgen in die Redaktion gekommen war, um ihren Bruder abzuholen, und eben einige interessante Schriften aus- suchte, um sie mit sich nach Hause zu nehmen. Die Journale entfielen ihrer Hand bei den- Worten des Detekttves und mit Ausrufen ungläubigen Schmerzes eilte sie auf ihren Bruder zu.
Randolph war keines Wortes mächtig, Schmerz nnd Reue machten ihn stumm. Oh, warum war er jenen ganzen Tag abwesend gewesen und hatte d« schüchterne Taube den Schlingen des Vogelstellers preisgegeben.
,Zch glaube", fuhr Mr. Clarke, der Detektiv, mit ernster Stimme fort, „daß hier ein Verbrechen vorliegt. Diesen Morgen wurde die Leiche eines lungm Mädchens aus dem Flusse gezogen, welche der Beschreibung von Miß Dale, welche Sie mir gegeben, so genau entspricht, daß ich überrascht war- Vielleicht begleiten Sie mich nach der Morgue, um die Leiche in Augenschein zu nehmen."
Randolph würde fich erleichtert gefühlt haben, wenn er gleich seiner Schwester hätte laut auffchreien onuen, aber die Zunge klebte ihm am Gaumen, eine Augen waren starr und gläsern, er hatte das sonderbare, entsetzliche Gefühl eines Menschen, der ms einer ungeheuren Höhe herabstürzt, während uaue und goldene Flammen vor seinen geblendeten ölicken tanzen. War das eine Ohnmacht, welche >en starken Mann befallen, der noch nie in seinem Leben bewußtlos gewesen war?
Berlin, 25. Novbr. (Jnnerpolitische».) Sein ehrlicher Beobachter so schrieb dieser Tage die „Berl. T. Rundsch." kann sich de» Eindruckes erwehren, daß unser inneres politisches Leben zur Zeit dos Bild der Ebbe mit allen feinen unerquicklichen ,ßügen bietet. Wohl setzt noch die Flut ein, aber '*,<*Lei"c der Verdrossenheit, ein An schwellen ce« Mißbehagens, das in immer kürzeren Zwischen- räumen wiederkehrt und das Gesamtbild nur noch unerfreulicher gestaltet. Selbst die Parteien, welche im Reichstage die Mehrheit bilden und mit dm kühnsten Hoffnungen in die Zukunft blickten, nämlich Zentrum und Freisinn, zeigen eine Unbehaglichkeit, bie einigermaßen überraschen muß. Und wie viel mehr die Parteien, welche von jeher als Stützen der Regierung galten! Die Gründe find von verschiedenster Art, sie widersprechm einander sogar, aber der Grundton der Klagen Ist links und rechts derselbe, man schätzt wohl die Kraft der führenden Hände, aber man vermißt Ruhe und Stetigkeit. Au» der Mitte diese- ChorS der Unzuftiedenen sei per die Stimme der „Köln. Ztg." angeführt, welche fich über die Lage u. a. wie folgt äußert: „Der edle Feuergeist auf unferm Throne hat gerade durch sein redliche» und energisches Streben für da» Wohl unseres Vaterlandes, gerade durch seinen stürmischen iolksbeglückungsdrang manche Kreise beunruhigt, s entstand der Eindruck, e» sollten auf den versieben artigsten Gebieten auf neuen, noch unerprobten ' ahnen nach neuen Rezepten im Interesse der ation Erfolge angestrebt werden, weil es in der alten Art nicht rasch genug vorwärts ging. Polen wie Sozialdemokraten, Elsässer wie Ultramontane sollten nach einer neuen Methode behandelt werden: auch von dem Wirtschaftssystem, unter welchem unsere nationale Erwerb-krast erstarkt ist, schien hier und >a ein Stein abzubröckeln. Das erzeugte Unsicher, heit: Ruhe, Stetigkeit, Berechenbarkeit ist dringend notwendig. Diejenigen Manner, welche die Ent-
W. Berlin, 26. Novbr. Zwischen unserem Kaiser und dem in Berlin auf der Durchreife anwesenden russischen Minister des AuSwärttgen von Gins haben wiederholte Unterredungen stattge- Men, ebenso auch zwischen dem Minister und dem Reichskanzler von Caprivi. Man hat bemerkt, daß Giers und der Reichskanzler recht freundschaftlich! mt einander verkehrten. Es wäre aber verfehlt a fe$r weitgehende Schlüsse zu ziehen.- Kaiser Wilhelm traf auf seiner ReisenachTorgau am Mittwoch Vormittag gleich nach 10 Uhr in Wittenberg ein, begab fich zur dortigen Schlotzkirche, nahm dann die Parade des 20. Regiment» ab, be suchte feie Lutherstube und Lutherhalle und setzte i”nn ikine Reise nach Torgau fort. In Torgaul -war Se. Majestät ein überaus festlicher Empfang! bereitet. Vom Bahnhofe an bildeten die Landwehr-1 > tob Kriegervereine, die Schulen und die Korpo-
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Bestellungen für den Monat Dezember auf die
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"bst Amtlichem Kreisblatt für bie »reife Marbirrg imd Kirchhain sowie Illustriertem Sonntaasblatt werden von allen Postanstalten, Landbriefträgern sowie von unserer Agentur Herr Buchbinder B.j Rindt in Kirchhain und der Expedition unseres Blattes (Marburg, Markt 21) fortwährend entgegengenommen.
m über die Elbe nach dem Brückenköpfe, hatten die Pionierbataillone, sowie Artillerie und Infanterie «Wellung genommen. Auch stand hier das 3 Pionierbataillon v. Rauch zur Parade. Nach Ber- üsung von Auszeichnungen erfolgte zweimaliger (Parademarsch. Anschließend find Parade des 72.| (Kifanterie. Regiment» statt. Der Kaiser begab sich «sbald darauf nach dem Schlöffe Hartenfels. Aus
Marktplatze nahm Se. Majestät die Begrüßung Va städtischen Behörden entgegen. CT"„.
| ” großen Rathaussaale ein Festmahl statt, an dem I °«r Kaiser und die Herren seiner Begleitung teil- I ^wrn. Bei demselben brachte der hohe Gast dem
schmeichelnde Ton ihrer Stimme schlug widerlich an sein Ohr. Mit einer ungeduldigen
^bib und ein nicht aner- 3ügenä ^n(ad)te fie mit wutentstellten als er sagte"? Me @euf3er uon ’einen Lippen I "i>er — int Falle meines Todes
wäre es leicht möglich, daß meine verschollene, um"Deinv°A mir geschiedene Gattin zurückkehrte, !zufe<§en " Spruche als meine nächste Erbin an- | «ein Zweck war erreicht, er hatte ihr Furckt Z?»1' Absicht erbleichte, ihre blauen Augen öffneten sich weit vor Schreck. Sie eilte seinen^Nacken roei6en Srme um
Ale Erbin.
s dem Amerikanischen von I. von Böttcher.
(Fortsetzung.)
Mr. Grant war gerade in einer ziemlich grämlichen Jtne, welche ihn zuweilen zu befallen pflegte, und Zuversicht, mit welcher Eveline auf den einstigen
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6Ehü^Ueline' Tu noch niemals die Redensart ' „"seine Küchlein zählen, noch ehe die Eier st°3ie er trocken. Die „Ungenirtheit, 'l welcher Du über mein Vermögen verfügst, noch JJ, mem Testament gemacht habe, erinnert mich
rntti r rr1” ö,n «rrogen «Spalier. Auf der Fahrt IUM durch das Wittenberger Thor, die Feldstraße entlang
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatter, smme dieAnnoncen-Bureaux von Haasenstein und «agier mFrankfurt <uM-, Caffel, Magdeburg ».Wien- Rudolf YYVT
_______Jahrgang.
kräftigen
die Hoffnung au», daß ,8 fi* m .......«"Sebl'ch wird aber als in Ostafrika die dortigen Sudanesen. AllndinqS
_ . . .. «-I i-- Wdi.' wlÄÄ. sS f-i»---uchd.0ftafrck- 5id fheUtamsL,
wurden dem Mooorchen I kämpfe entwickeln würden ist anker 3™ !".,awnertm, doch sind auch die Schwarzen im zahlreiche Ovationen dargebracht. Heute, Donnerstag, Ischiedene konservative Vereine wolle» irht Schutzgebiet willig und brauchbar und die
wird der Kaiser an den im Gräfenberger Reviere I Tbema . ** deutschen Offiziere rühmen fie sehr,
stattfindenden Jagden teilnehmen und am 28 d. M I Nordd Alla^ Zefiuna" fommttn Ostafrika möglich, nach u nach dem Neuen Palais zurückkehren __ gu» derlknbrii»-» kommt nach einer aus- teuren Sudanesen zu den schwär
Rede des Kaiser-, bei £ F" im «b«zugehen, von lene« eine g!
Vereidigung der Berliner Rekruten au dieselben ßeJbefUit von 1 MOOofSm'lrf“ JZ’w u 5)?anr,^af,en werden kann. Zum richtet hat, werden noch fnlni.nh, JLllZ.?. . _ 1600 000 Tonnen auf dem Welt- mann» von Gravenreutb in frnm.
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Art der Frick'scbe» »» »ebm,»"'"' Orthographie nach I diejenigen Gemeinden verwendet wird, welche daneben
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durch da- Wittenberaer 'S'hnr Ä ’S Ä SfS
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O, Onkel Arnold, das wäre entsetzlich!" schrie aus- »7^as sollte aus mir werden, wenn Du । stürbest, ohne ein Testament zu meinen ! Gunsten gemacht zu haben?" 4
®r fd) ihr bitter lächelnd in das Gesicht.
'4ch ich glaubte, Dein Testament fei fännft EÄ unvorsichtig, Onkel Arnold,
venn ich weiß, daß Du jenem schändlichen falfrfipn ^line war niemals eine sehr liebevolle, zärt-1E* Du'HM ^Veriä^mt^"^ u-illft. Nicht sichte gewesen, und eben i-üt mnr fi» t Versäumte nach, und läßt, wo-
uÄ?*»6"“': R-chEft-»d i°mm-n,
"uszus-tz-n Bitte, bitte, lieb-r
^"ne war niemals eine sehr liebevolle, zärt- 6le*t - e öewesen, und eben jetzt war sie in der .^testen Laune. Sie warf ihm einen zornigen
> und erwiderte trotzig:
enn Du in diesem Augenblicke stürbest, würde . e ganze Hinterlassenschaft mir als Deiner
-'M und nächsten Verwandtes zufallen." I SempmZ.« “i* ZT *'»*• awtt »ner ungeduldiger cynifchen Worte empörten ihn, und während I Sn fit “ $$ ”°n ^ren umschlingen-
ttgen unheildrohend aufblitzten, entgegnete er: I An dem Tnn» x x
irgendwo in dieser weiten rechtschaffenen Mcka'rd bem Mten,
4 em Weib und vielleicht auch ein Jtinblwetbe i*erheiratet sehe,
** konnte. I ., "tein Testament machen — eher nirfit
'«w-d-rt- « ftft, in der U-b^mgmg, üß "L-
»ie«reift Marbm, nnb»rchhiiin.- illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang Koch.
Te ^"hr erstaunt auf und sah ihn finster an.
Warum tadelst Du mich deshalb? Hast Du mL^er gesagt, daß Du mir Dein Vermögen würdest?" entgegnete sie.
sä ’s* mir eine Freude zu hören,
!röo i "leinen Tod gerechnet wird — und mein!
i i^ went ist noch nicht gemacht", erwiderte er