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nicht endeter Feierlichkeit kehrte -er Kaiser ins Schloß
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— Sammeln In der Schlesischen Zeitung inden wir solxende beherzigenswerte Mahnung: In der Art, wie sich bei den verschiedenen politischen Parteien und in der deutschen Presse das koch wohl ziemlich allgemein empfundene G-fühl der Mißbe- Hagens Luft macht, liegt ein gut Teil verblendeten Doctrincrismus. Bei denjenigen, welche die Ent« assung Bitmarcks für einen verhängnisvollen Fehler hallen, äußert sich dieses Gefühl in einer maßlos abfälligen Kritik jeder Handlungsweise, jeder Maßregel der jetzigen Regierung. Jeder diplomaiische Schritt des gegenwärtigen Regiments, jede Gesetzvorlage der Regierung wird in einer Werse kritisiert, al- könne man von den zur Zeit maßgebenden Kreisen in unserem Baterlande überhaupt nichts
wie auch iu meiner Eigenschaft als Vormund, uameus meiner Tochter.*
»Was hat er denn gethan S*
»Henriot? Ich weiß nicht.*
gegebenbet SZotot N«n vorhin keine Aufklärung „ ist einfach den Anweisungen meines
Bevollmächtigten uachgekommen. Außerdem vermutet er, daß gewisse Arrangements unter Ausschluß seiner Vermittlung zustande gekommen find.*
»Vielleicht hat Heurtot die Zinse» zum Teil 6er» wandt, um die Schnldeu allmählich ,« decken.*
»Wie hätte er das wachen sollen? — Er hat ste mir ja stets unverkürzt ausgeliefert.*
Die Sache, ließ fich iu der That uicht aufklären, mau wußte warte», bis Heurtot zurückkehrte.
Trotzdem vermochte Lauzac uoch uicht fich zufriedeu zu geben. Als er fich verabschiedet hatte, überließ er eS seinem Pferde, alleiu den Weg nach Hause zu suche» und vertiefte fich vo» neuem iu Grübeleieu über das seltsame Beuehmeu seines Milchbruders. Sicherlich lag dewselbeu irgend ein Geheimnis z» Grand; aber worin bestand dasselbe?
An irgend welche Unlauterkeit war bei einem Menschen wie Henriot nicht zn denken. Aber was ledruttte diese Reise nach Paris, vo» der er gegen et»« Gewohnheit nicht gesprochen hatte mü> die selt- araer Weise mit der Eatdecknog der Marquise zu- ammeufiel. Eie ließ fich nicht in Eiuklavg bringen
°em sonst so klaren und offenen Wesen des SütteubesttzerS. Das Schlimmste wäre gewesen, wenn Henriot in dem mehr liebevollen, als klugen Bestreben, die Damen nicht zu betrüben, ihnen die Wahrheit wrenthalten hatte; wenn er, nm ihnen das bisherige orgeufreie Leben zu ermöglichen» ihr Eigentum oder doch bedeutende Telle derselben defivtliv geopfert >ätte. Aber auch das stimmte zu wenig mit feiner Art zu handeln überein. Wie hätte Henriot dazu kommen sollen, eine» Abgrund vor ihren Füßen zu
öffnen und fie mit jedem Tage tiefer ins Verderben finken zu lasse»! Und dann?'
»Seltsam*, unterbrach er plötzlich seinen Gedanken» gang, »aber was soll ich mir lange den Kops zerbrechen! Wenn Henriot zurückkomwt, werde ich ja hören, wie die Sache steht.' Außerdem lag der Schwerpunkt der Sache für ihn auf einem ganz anderen Gebiete.
Mit dem Vermögen der Damen stand er schlecht, das war für ihn leider zu gewiß. Aber obgleich er keinen Augenblick daran gedacht hatte, Martha aus Liebe zu heiraten, war er fich vollkommen klar darüber, daß er al» Mann von Ehre noch viel weniger daran denken konnte, znrückzntreten. Die Freundschaft war ost das beste Band zwischen Ehe» hüten und jedenfalls das beständigste, und er wollte ja gern arbeiten.
Der Entschluß wurde ihm scheinbar garuicht schwer. Da Henriot die Fabrik verkaufen wollte, so gedachte er einfach, dieselbe zu übernehmen; als Anzahlung wollte er den Rest seines väterlichen Ver- mögens opfern. Außerdem würde Niepht, als guter, liebenswürdiger Freund gern bereit feto, feine drei, hunderttausend Franks als Betriebskapital in dem Geschäfte stehen ,n lassen. Daun machte fich die Sache ganz von selbst. Bei gehöriger Thätigkett und Sparsamkeit würde er in wenigen Jahren im- stände feto, Niepht sein Geld zurückzuzahleu und die Fabrik schuldenfrei zu machen.
Der junge Manu hielt fein Programm für ausgezeichnet. Zu Hause angekommen, gab er leichten perjeuS Befehl, seinen Koffer zu packen, um morgen rüh mtt dem nächsten Zuge nach Paris zu fahren. Er wollte gleich aus Werk gehen. Zuerst gedachte er mtt Niepht zu sprechen, und bann, wenn er die »rethnnderttanseud Franks im Hintergründe hatte, wollte er Henriot mtt bestimmten Vorschlägen ent» gegen treten.--
Seit vierzehn Tagen schon waren die Damen ans
Häusern hoben sich in Folge der plötzlichen Ansturmes wohl Zahlungsstockungen bemerkbar gemacht, doch besteht begründete Hoffnung, daß dieselben beigelegt werden. WaS dann die Wintermonate poch bringen werden, bleibt abzuwartenjedenfalls werden °lle intereffierten Kreise gut thun, die jetzt erteilten Warnungen vollinhaltlich zu beherzigen.
— (Bon unserer Kavallerie.) Bei unserer Kavallerie hatte man während der großen Manöver Gelegenheit, die in den letzten Jahren eingetretenen Neuerungen eingehend zu beurteilen. Dahin gehört der neue verstellbare Armeesattel, die Befestigung deS Säbel» am Sattel, sowie die AuS- rüstung mit Lanzen. Wie es scheint, ist nun, in- folge der gemachten Erfahrungen, trotz der der heutigen Lanze noch anhaftenden Mängel, die Bewaffnung der gesamten Kavallerie mit Lanzen als eine definttive zu betrachten; und was die Geschicklichkeit in der Führung der Lanze anbetrifft, so konnte zwischen den alten Ulanenregimentern und den Husaren, Dragonern und Kürassieren ein Unter» djieb nicht mehr beobachtet werden, nachdem alle drei Jahrgänge mit der schwierigen Waffe ausgebildet waren. Die Befestigung des Säbels am Sattel hat sich so bewährt, daß diese Tragweise die dienstliche werden dürfte. Mit dem neuen Sattel waren verschiedene Regimenter bereit» ganz ausgerüstet. Im allgemeinen ließ sich beobachten, daß die mit dem neuen Sattel ausgerüsteten Regimen ter weniger tedrückte Pferde hatten als die mit dem alten ver- ehenen. Man kann daher sagen, daß die Heikes- Verwaltung mit dem neuen Satlel glücklich ein Problem gelöst hat, welches heute noch fast alle übrigen großen Armeen beschäftigt. So vortrefflich der Sattel ist, so würden seine Vorzüge erst ganz eintreten, wenn der Woylach w gfiele und durch eine Filzunterdecke ersetzt würde.
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nationalliberaler Parteitag für Westpreußen statt, bei dem Herr Hobrecht als Hauptredner fungierte. Bemerkenswert erscheint die von Herrn Hobrecht in seiner Rede abgegebene Erklärung, die nationalliberale Partei werde einstimmig für die Handelrverttäge eintreten, deren Wert darin liege, für längere Zeit feste Verhältnisse zu schaffen. — Der neue Reichshaushalt für 1892/93 wird in Einnahme und Ausgabe aus 1200 Millionen Mark sestgestellt werden. Ta» Etatsgesetz schließt sich genau dem Gesetze für daS laufende Etatsjahr an- — In der Begründung der Forderung zur Befestigung der Insel Helgoland wird Gewicht darauf gelegt, daß die Insel Helgoland einer starken Sicherung zur Abwehr eine» feindlichen Angriffs bedarf, welche nicht lediglich der Kriegsflotte zuzuweiseo ist. Es müsse verhindert werden, daß Helgoland einer feindlichen Flotte als Stützpunkt für eine Blokade, bezw. Schutz zu Vorbereitungen für größere Unternehmungen gegen die deutsche Nordsee biete. DaS befestigte Helgoland soll zudem einen besonders guten BeobachtungSposten abgeben und die Möglichkeit einer ununterbrochenen Uebetmittelung der Wahrnehmungen aus See nach dem Festlande hin geben. Der diesjährige Bedarf wird fich auf etwa 1400000 Mk. belaufen. — Die evangelische preußische Generalsynode in Berlin hat in ihrer Mittwochsitzung eine Adresse an den Kaiser angenommen. In derselben heißt eS: „®a8 evangelische Leben de» Volke» allenthalben neu zu erwecken, die Gemeinden zu Brennpunkten dieses Lebens zu machen, den Wegen Gottes in der Erziehung zur Gotteskindschaft Raum zu schaffen, die Kräste de» Glauben» und die Gedanken des Evangelium» in den sozialen Kämpfen der Zeit zur Geltung zu bringen und so die Feinde des Reiches Gotte» zu überwinden, da» ist das Ziel, welches die Kirche sich vorhält. Sie bedarf zu seiner Erreichung wie der hingebendsten Arbeit im Glauben o der Befreiung von den ihre Entwickelung und Thätigkeit beengenden Schranken. Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät Regiment der Kirche in unentwegter Treue und Ergebenheit dazu zu stärken, wtrd auch der gegenwärtigen Synode ernste» Beheben sein." Dann wurden noch verschiedene kleine totlagen und Berichte erledigt. — Die heillose furcht, welche in Folge der in der Vorwoche enthüllten Berliner Bankschwindeleien über weite Kreise derjenigen, die ihr Vermögen einem Bankier ander traut hatten, hereingebrochen war, ist so ziemlich wieder verflüchtigt. Die großen Bankgeschäfte haben allenthalben anstandslos die ihnen fit ergebenen De- pot» zurückgezahlt; in einigen wenigen mittleren
WöchentücheBeilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain - _____________illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. «ug. Koch.
Erscherut tägltch außer an Werktagen nach Sonn- und Aerertagen. — Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Erve» drtion 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg.(exkl. Bestellgeld). JuserttonSgebühr für die gespalten? fidle 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
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lut« Monarchie in Betracht gezogen und im Voranschläge spräche des K ige) x"8 v "** • ......■
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»Aber Heuri...» Ilaffuug dieser vertrauliche» Unterredung garuicht
Jch bttte darum; ich habe 5”*. Er konnte
Zeugnisse vo» der Schale mitgebracht »nd noch Ie nc n Elende Bemerkung nicht »nterdrücken.
EeS vergesse». Die prakttsche Thättgkett wird I -AuS welche» ThatsaSe» schließe» Sie den» aber
Gedächtnis zu Hülse komme», »nd ich werde I ant den Verlust Ihres Vermögens?" fragte er
boianf sei», für Ste and Martha atbetten an! ,34 kann Dir auch nicht eine Silbe darüber L'PS* __ „ Iverrate», Henri. Als mein Gatte starb, waren be»
Iu,®« Marquise war tief gerührt Md gestand ei I trächtliche Schulden vorhanden, die fich ungefähr auf Zungen Manne gegenüber offenherzig ein, ttotz. I Drittel unsrer gemeinsamen Vermögens beliefen * -rik JJ? ?? totI *H°t Henriot Ihnen denn nie eine Abrechnung
T- 6a8 "recht gtt haben glaubte, im Namen |vorgelegt?* «Urrquuug
Tochter zu sprechen. Martha mußte aller I .Nein. Ich habe ste frellich auch nie von th«
L. ”” S der Sachlage nach laug't. Ich 1?nß7e rüht güi? 8 alle-VgL
i .Laff^^Si» ’JrfÄ“ ln r£nnln* , - . _ . I Zuordnung war und uoch bester, daß ich im Leben -Nein &nri “s« ^rc^cn, '= 65t I "Atklng daraus werden würde und war daher glücklich
l Zün t Du würdest fie beeinflussen, nnd|alr Henriot für mick eintreten wollte- ia
' *“'• d-d ft- &.
...... ?°chdruck verboten.) schlnß saßt. Außerdem kann man j- garuicht wissen Are Mrlchl>r«der. weI2‘“ bte plötzliche Enthüllung aus st?
(Smtietznna.) I 3brer Tochter unrecht, Frau Marquise.*
SMäsmäL-S SsääSeh tet*« l gesagt, er wolle arbeiten, nm sein Aussprache ihr Deiner ^Bebarrlickkett''o,o,na?e Mweudetes Vermögen wieder zu.gewinnen. Um peinlich werden möchte «uLrd m ist inÄ, fc BS *hs* «ü-9 SÄ &M.
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00 sti r Da: t, hat l Ruf res schi ints, i von H Men Theerj chwefe! n An
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Zeigen nimmt entgegen die Expeditton d. Blattes, imme dreAnnoneen-Bureaux von Haasenftein und Bögler
Freitag, 13. November 1891. Moffe in Frankfutt'a. $»., Berlins Münchm uÄln^®. ß! XXVI Jahrgang.
___ Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, 'Paris'
Are Throrrrede irr Meu. 1 Aerrtsches AeLch.
Mitwochs Mittaa »-«««, 12. Nov. Sm Mittwoch Morgen unter
Mittwoch Mittag beim Empfange der Präsidenten nahm der Kaiser zunächst eine ©Dar ei fahrt nach lten Delegationen folgende dem Thiergarten bei Berlin und demnächst m den lch-S( ,^e°n wurde: ' Mit °Besrie!^^ Anlagen eine Promenade. Auf^der Mck-
arfümi anlsvrechen bafe xmt mit nn» sr»“*® annk e? tehr begab sich der Monarch nach dem R'tchSkanzler-
ttDetli l vT' «d wir mit allen Machten tn durchaus palarS und hörte dort den Bortraa de» ReichSkan-ilerS
SS keundltchen Beziehungen stehen. In vollem Ein- v. Caprivi. Bon SBoSz im in £ «
~~ mit “n*[tren Verbündeten erblicke Ich in der «wohnten beide kaiserlichen Majestäten dem feierlichen
ee5rr9fü^ taTärf6" ^ch-rste Gottesdienste im Berliner Dorne bei, welcher aus
*e®7 ™ ® Üd ""b das Gedeihen der Anlaß der Eröffnung der preußischen Generalsynode
^"^ Regierung verliert diese» Zul nicht vorn Generalsuperintendenten v. Braun abgehalten auS dem Auge und e» kommen unS auch au» allen I wurde und au welchem sämtlich, sroitnTt,h,r x,r jungen Be- Generalsynode ebenfalls erschienen waren? Rach be-
strevungen zu. Zwar hat dies bisher noch nicht,'cndrtcr Feierlichrcii itnn» arr rs*lnk
£Urpa8 Üwt,bekttiaEne,?b^nhiber Lage zurück und arbeitete dort zunächst mit dem CH.f des
EmepaS zu beseitigen oder die allgemeinen milt I ZivilkabiuetS Am Nackmitto» »m 11/. nn, abn^^Frie7eu7bedü7fr bringe», d° sprachen die Majestäten^einer Einladung ^deS Prinzen
aver oas grieoeusvedursnl» sich so allgemein und «und der Brinrefffu hn« »i.(dc hie Hoffnung auf .iu Jfiüdätufd. Dkl Raffer gehn» ff* hem BeiUebmen
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a<h Hau» Habsburg Ausdruck gaben, wenigstens nach dem, wie heute 'die Dinge Hearn Kaiser sprach verschiedenen Herren gegenüber I und auch aus den Worten der Thronrede nickt
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