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Wtederanferstehen; wie stch'S gestalten soll, weiß Sott allein!'
Und Gerta stand am Krankenbett des Mannes, dem ihr ganzes, ungeteiltes Her, nach wie vor ge- horte. Sie legte die bebende weiche Hand ans seine Stirn; daun aber war ihre Kraft gu Ende, die Thränen perlten ihr haltlos an» den Angen und j zitternd sank fie neben dem Beüraude ans die Knire nieder. All dar Schlimme, was Berndt ihr znge- fügt, war vergeffeu in diesem heiligen Angenblicke; bebend stammelten ihre Lippen ein heißinnigeS Gebet ewpor zu« lichten Ursprung aller Welt. Wetuer Schmidt aber entfernte sich ans den Zehenspitzen ans dtm Gemach; er fühlte, daß zwischen die Beiden, deren Lebensweg nun einmal znsammen gehörte, kein dritter störend treten dürfe. Sie wußten allein mit fich fein, die Beiden, und mit ihrem Gott.
RegieruvgS- und Stadtrats Schreiner überreichte rhm im Auftrage der Stadt Berlin fein von Len- bod? gemaltes, für den Denatorensaal des Berliner Rathauses bestimmte» Portrait, sowie die Urkunde |för eine mit 200 000 Mk. dotierte Forckenbeck- Stiftung für Kommunalbeamte und deren Hinter» bliebenen. — Die Arbeiten am Nordostsee» k a n a l schreiten rüstig vorwärts. ES ist auch für den Herbst und den kommenden Winter in Aussicht genommen, fie soweit zu fördern, «18 es die Witter» ungsverhältnifle irgendwie zulasien. Mit dem Fortlauf der Arbeiten stellt fich die Lösung neuer tech» nifcher und administrativer Fragen, die auf den Bau des Kanals Bezug haben, heraus. Gegenwärtig »finden im Reichsamte deS Innern Beratungen über I solche Fragen statt. Dazu sind die höheren tech- I n'schen Beamten, welche mit der Leitung des Kanal- »baueS betraut find, hierher berufen worden. Man «hofft, die Beratungen in kurzer Zeit beendigen zu »können. — Dem Vernehmen nach hat der preußische »Minister der öffentlichen Arbeiten Auftrag gegeben, I die Einrichtungen, welche in anderen Staaten, nament» I Üch i" Rußland und in den Vereinigten Staaten Ivon Nordamerika, zur Aufspeicherung de» »Getreides in Verbindung mit den Verkehrs» I anlagen, insbesondere mit der Eisenbahn bestehen, an Ort und Stelle genau zu studieren und sollen hiermit in erster Linie die den betreffenden kaiser» lichen Misfionen beigegebenen technische» Attaches betraut werden. Ma» will über die technische und die damit zusammenhängende ökonomische Seite der Sache Klarheit erhalten, um über die Zweckmäßigkeit und Durchführbarkeit der neuen von vielen ^Landwirten gewünschten Einrichtung von Speicheranlagen in Verbindung mit der Eisenbahn zur Lagerung von Getreide ein richtige» Urteil zu gewinne». — (Jlirft Bismarcks Organ, die „Hamburger Nachrichten", veröffentlichen an hervorragender Stelle und in gesperrtem Druck die schon erwähnte Meldung der „M. A. Z.« in folgender Form: Dir „Allg. Ztg." knüpft an den Abdruck des neulichen Artikel» der „Hamb. Nachr." über die Entlassung de» Fürsten Birmarck die Bemerkung, daß in den letzten Tagen ^Mitteilungen au» parlamentarischen Kreisen an sie gelangt seien, welche «ine Erörterung der auswärtigen Politik und ihrer verantwortlichen Leitung im Reichstage in sichere Aussicht nehmen. — Ueber da« Eisenbahnunglück bei Kohlfurt meldet der „Reichsanzeiger" amtlich, daß nach den bisherigen Ermittelungen der Führer der Rangier-Lokomotive die Schuld an dem schweren Unfälle trägt, da derselbe
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I Erst viel später vernahm der siegreich noch einmal I vom Tode Auferstandene, wer bei ihm in entscheidender Stande gewesen nnb ihn zum Leben zurückge» rufen hatte. Da ging eS tote tiefe Beschämung durch des Geueseudeu Herz und er wagte kaum au die Botschaft zu glauben. Als Werner Schmidt bei ihm vorsprach, und ihm in alter Herzlichkeit die Hände eutgegeustreckte, da schien eS ihm zuerst zu fein, als ob eS nur ein hohnvolles Beginnen sei, welches den von ihm so hart Gekränkte» zn ihm zurückführeu könne, und eS bedurfte der gangen herzlichen Zu. spräche d«S jungen Schriftstellers, bis Thelfen fich dazu verstand, einen Händedruck mit ihm auszu. tausche». Darm aber, als die Freuudesherzeu fich swiedergefnudtu hatten, wollte Theisen lange nicht daran glauben, daß Gert« ihm vergeben haben könne, und et empfand eine fast krankhafte Scheu davor, fie viederznsehen. „Ich bin ihrer nicht wert; was ich ihr augethau, das wischt kein Wasser hinweg, das macht keine Rene »»geschehe»!' murmelte er mit
_ , v (Abdruck verboten.) I Straßen mitten unter deu gleichgültig heiter plauderudeu, I mit, Werner l' empfing fie den Verlobten eS iS
A«f der Schatttmseite. fetbJ)idle/ da trieb nicht edel an Dir gehandelt, ich weiß eS wohl' aber
Roma» von Georg Höcker. 11, Tfi.ihn welchem steh, so lange ich ihn glücklich wußte, vermochte ich
tEibluü r w« dem Tode ringend wnßte. Werner mich zu bescheideu, uuu aber, wo ich ibn mit dem
, n < *et^n* , ®le d°tte seine» Namen lall der Groll und die Bltterkest, welche bis habt» I . ws ,
tou1 ?..ganef’ ,let .^rd sterben, hatte fie gesagt, fieghaft sein Herz erfüllt, verschwunden waren angesichts kowme von ihm, Fertal'verfitzte Werner
d'zetchuend für fie war, wie fie nochldeS bleiche», bewußtlos anSgestreckteu Mannes! Gn!^ lelle zitternder Stimme; „bie Zeigte sagen, daß! itminL DDr tt e ?ach trotz alles Vorgefalleveu an I Jammer kam ihn an, wer« er fich der hochavfaerichteten I «ur eta SSnnbtr ihm Heilung dringe» kann.
ta»6f»$on’eB e, 2m selben Augenblick überI Gestalt deS Freundes mit deu fieghaft blitzenden Im? ^chrifti» steht, daß es wvnderthätigeI
daß eS für ihn Augen und dem unverwüstlichen LtbenSwut nm bie I <?en »$en J.e.9cbcH' welche bie Hand nur auf des li4e@6niM6ub btr ®r ^a,te dieses wunder. I schwellende», lebens lachet den Lippe» entsann, und »u» »Ä e?trS brauchten, unheilvollen
trbo'-^Äb^ Fraueuvild nur gewonnen, mu eS in I den mit dem Tode Ringenbeu, Abgezehrt!n Scratämtfn r8^?!^ Seele umstrickt, vou ihm zu löse», Serischem Befitze gar karge Zeit wert gu halten anschoueu wußte, bifff n Finger im Fiederwahne nn- ?nb fllanbe, weuu Du zu ihm gingest nnb nähmest dann für ttnm.r mi.h.r an-,.. I - J«=. S'koerwagne »»-I di» Wahn von ihm, baß er fich von Dir gehaßt unb
Dich für gerächt glaubt, bann würbe es »och einmal
Anzeigen nrmmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und «ogler mFrankfilrt a.M., Cassel, Magdeburg u. Wien: Rudolf YYVT Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: S. L. » *• ANNA.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari»
Jer Erfurter forialdemokratifche !"'? erschüttert werden unb er wird e» in Zukunft »Bon Fern und Nah, von befreundeten unb ver- bezüglich deS Kampfes innerhalb der Partei! Br vb te der Zeit gehalten hat, die Roll« eine. I unb GratuläliooStelegromme Im Reuen Palast bei
nur oberflächlich betrachtet könnte leicht zu der^An- 'm “nb b‘VSalbe.“ ®nbe te "euer Werk: .Studien über den Krieg" überreichte. —
revolutionären Elemente die Partei nicht mehr drang-! Provbezeinnaen' veilo»^"^^ hbW ^belschen I ordentlichen Ausgaben weist er, wie t» heißt, keine
falteten, aber diese Elemente unterschieden sich doch chre ^e^äiniei Zt" b°«" b^»h«r nennenswerte Erhöhungen gegen da» Vorjahr auf,
von dem GroS der Partei nur in taktischen aber Masten ibre Sa». lÄ r k' J *?erbtn i‘e b“0f0L" ,ft ben einmaligen Ausgaben eine erheb- ouch nicht im geringsten in prinzipiellen Ansichten nDoIuLrtieSrlh,.„nL^ ?'e Forderung für die Verbesserung des Artillerie-
Aist ferner wakr bü6 SStrt hnn gtnffmnr in e»i«.nIr Endung wird dann sieden und zischen,! Materials, lnrbesondere für die Einführung eines 1
Münchener Reden die baldige Verwirklichung b er lauf dem d^e fituH nr* ®ernun^ | ®‘^eit89eW°ffeS fcie SelbaitiDerie und für die
sezioldemokrallichen Jdttn geleagnet und eine nationale I Wt,t,<bafisotdnao^o!>k,^ö"tEt'li «»d Beielligaa, iK «r°»M,!ch«tze -uigenommm. lline
r»ll»»g angermnmen Halle, di.,,» >», dt-ch-n, B-,»,h,»-, M z,l,d,-«»r-,,n,s-»de. ist
Anschauungen hat er sich auf dem Erfurter Partei-1 ! vorgesehen. — Der Wunsch der preußischen Untertage ganz vereinsamt gesehen, kein einziger der dort Attttschrs Reich. I n?<!ÖeX®tCllUn0„ 9^‘ ber Seit eine
anwesenden Genosse« ist für ihn eingetreten und w 90 n». <u <. 1=1. . einheitliche UniversitatS-Ferienorbnung
uur durch Anerkennung ein.r Bebelschen Reso'lution Kaiieo ,®e6“r<s^9 der fur da« ganze Reich herbeizuführen. Am meisten
ist ihm der Verbliib in bet $«^1^001,47^6»™ I im ^te l weicht von ben übrigen Ferienordnungen zur
Es ist dishaib auch geradezu unverständlich wemdfcie^nXrK V" begangen. Zeit die bayerische ab. Dem gemeldeten Vorgehen
einige Blätter von ün*eg?"Jft ta W”b' °»ch°der
Bibel-Liebknecht sprechen. Der Erstere bat zwar! p1tf,LnIt^ ^f-1 Landwirtschaftsminister für bie Anstalten seine»
nach unserer Anschauung die Letzteren in der richtiaen! Di- i ordnete, getroffen worden. I Ressort» eine Verfügung über die Ferien etlaffen. —
Erkenntnis der politischen Verhältnisse weit hinter!enasten Familienkrest- h9a ? «e' k Qm äRittto0^ fn ®t,Iin zusammengetretene
sich gelassen, in ter sozialdemokratischen Partei aber1k Garde- Kolontalrat wird wohl nun bis Ende der Woche
stehen Bebel und Liebknecht größer do, denn je* I «ne zusammenbleiben, ba er nur zu begutachten aber nicht
Bollmar hatte geglaubt/ wie nieleÄ? aS ii Ä um 11 Uhr zu entscheiden hat. Die vorgelegten Entwürfe, Sound vornehmlich^der freisinnigen Partei daß bieIbie Ebn- .H/up-quarliers lomaletais 2c. fanden im Allgemeinen Zustimmung-
Sozialdemokratie für Verrunftgründe zugängig sei absta^fn' zu düÄ "um"l ^uckwun che personl.ch am Donnerstag beriet eine Kommission die speziellen Er war in d'eser Beziehung Optimist und hat^»u° ftKL! f*?nb b-' dem I Details, heute Freitag werde» die Plenarberatungen
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folgerichtiger Logik den Unsinn der Behauvtunaen! m/e prfnzlichen Pmai», so- Der Stoatsminister Herrfurth war persönlich er»
sei-er Führer Nachweise», er wird in seinem Glauben Festr^Äs Taae^'»^n^Ä, halten zur schienen, um ben Jubilar zu beglückwünschen. Eine — -------——______ m irmem Wtanoen Feier des Tage» reichen Flaggenschmuck angelegt.! städtische Deputation unter Führung des Geheimen
Wöchenüiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain - Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktton, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
k Hb uu' »‘“k186 °ni ®cu zu vaueu I auicyane» mutzte, dessen Finger im Fiederwahne nn»
1 H ibe'fen ftnr!? » ‘bet gu uerHeren. Wohl, Mässig über bie Bettdecke krallt,n. während kalte
J Inn,, W 7at7 e\bfl6te feinen Irl tum in verhärguis- Schweißtropfen ihm ans der Stil» standen. Diel^ »“"» wuroe es noch einmal
9^ a6er 0*r8 e[ als Sieger ans btm|Rranlentoättetin, welche Werner für einen intimenBlb ^et TodeSengel müßte weiche» « VÜ!de! Freund des mit dem Tode Ri»ge»de» halten mochte | “ ^e nera ®eit,e
8« Ebtl"M ibn, 9(ft,Dt- -Er vird'S nicht mehl Da leuchtete eS in SertcS Ang.» wundersam Liebe «ugen wurden feucht. .Die lange machen!' meinte sie i» flüsterndem Tone; .ich 5"!: w't gagetbem, verständnislosem Blick starrte fis
«dtnb^n Pihh^n1 U ' mninuIte « »st habe solche Kranken schon mehr gepflegt. Die Krarkhrit deu jvnzen Schriftsteller an: .Werner, Du — Du
v; 9Cf tiigt aiÜberwind?t ÄAbTn Ä P8e Me, d'N vergehtt etwas Inner» warst bei ihm, der Dir so viel g» Leid getha» hat?'
is/’ si »IRhn* überwindet alles! Und da wurde eS j ltcheS, uusereirs hat dafür einen scharfen Blick * !u>nimelte sie.
L1/,^ i£i! ®6i‘nnr6nOfc„Ä?„flid ,T. .pe überwindet Und als ob der Kranke selbst ihre Worte bestätigen . Ein schwaches, wehmütiges Lächeln umspielte des
>'/. ieneg Sfi8hna .W ei"»'al wollte, entklang es plötzlich wieder in bongen, gitterr- lUvgeu Mannes Lippen. .Mußte ich nichts- versetzte
I6/« | die wkwa!» aonrt“ verloren hatte, durch Ide» Lauten seinem Munde: .Gerta, Gerta, Tn bist!" *n entsagungsvoll klingendem Tone; .hast Du mich!
VI* $ " Wmte welche ast u°bewnbt vou thren gerächt!- Da faßte rückhaltloser Jammer das Herz » «* s-lbst gelehrt, Bielvertraute, daß e- heiliger
> ikmeäre^ ^»nieie liebte ihn ui«, tonnte IbtS weichmLtigeu MauneS, und er legte die Haud'st $” «eben den» gu nehmen?' “
7's S.“?US?;Ä ’L«'S.««w e-«.- *. 1*.«^
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und LMMM, W
je 250. ÄKÄfflKft Marburg, _________ IQ Pfll. kenamtn für lfläte 2?Se Se,It Sonnabend, 24. Oktober 1891.