Einzelbild herunterladen
 

Mchßsch 3riluih|

öchenlliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

en.

Pt. 60^

immer.

- M.

Here thy ' ZiuiMtr.

[im. m.j

W

Tr. fa [ünmet

nmer.

Zimyq

EZi, Simmet immer.

[immet, Simmet r mit 24 Simm

erren.

mit M]

mmer m

mit Sgj n. m. be u. Sm

Stube rn

iS 90 38 t Kabine

mit

mmer it Kam« t Bett.

)bl 8ms t.: 18« Jinnner 1 et mmer, zi

t. m. St . Sim« nes.

l. Simm b. m 9.3 ' mit A

5 M- >b. u W

6 M- i Sim« e Sim«

möbliti ee Kaba rmer. u- m. ld l Sim» 1 Sin» Mk. kehr, mi

:. Sim* möbl-Zi

es

Ile

BW

siet 8d

! sich'«

eli

[62 ffcj ,ei

A

JE 847.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. Quartal-Monn ements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk-, bei allen Postämtern 2 Mk 25 Psg. (ejfl. Bestellgeld). Insertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg-, Reklamen für die Zeile 25 Psg.

Marburg, Mittwoch, 21. Oktober 1891.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt tu 9»., Lasse!, Magdeburg u. Wien; Rudolf Möge in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; ®. 2. Daube u. Lo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

XXVI. Jahrgang.

deutsches «eich.

W. Berlin, 20. Okt. Gestern Morgen kam der Kaiser von Potsdam nach Berlin und stattete dem zur Zest mit seiner Gemahlin in Berlin ab­wesenden Herzog Anton von Montpensier, welcher bei dem Erbprinzen und der Ecbprinzessin von Meiningen abgestiegen find, einen Besuch ab. Dann besichtigte der Monarch das Muster haus für eine Arbeiterfamilie, welches die BaugesellschaftE'ger- hans" am Tiergarten errichtet hat. Der Kai'er sprach sich sehr lobend aus, ermahnte besonders, auf gute Ofen zu sehen, und empfahl, statt dunkler Möbel lieber Helle zu wählen. Der Kaiser bestellte alSkann zwei Häuser und übernahm auch den Bau deS MusterhauseS auf seine Rechnung. Nach einer Konferenz mit dem Reichskanzler von Caprivi und Erteilung mehrerer Audienzen kehrte der Kaiser nach Potsdam zurück, wo am Abend eine Festlichkeit zu Ehren der spanischen Gäste stattfand. Der Ge­burtstag der deutschen Kaiserin (grb. 1858) wird am kommenden Donnerstag im Neuen Palais zu Potsdam durch eine größere Festlichkeit begangen werden. Die Kaiserin Friedrich ist auf der Reise nach Italien mit der Prinzessin Margarethe von München in Innsbruck angekommen und wird dort mehrere Tage verweilen. Der Kaiser hat folxendeS Telegramm an den Präsidenten der Physi­kalisch-Technischen ReichSanstalt, Professor Dr. von Helmholtz gerichtet:Es gereicht Mir zur großen Freude, Ihnen einen besonderen Beweis Meiner aufrichtigen Verehrung und Bewunderung zu Teil werden zu lasten, indem Ich Sie zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Exzellenz ernenne. Sie haben, Ihr ganze« Leben zum Wohle der Menschheit einsetzend, eine reiche Anzahl von herrlichen Entdeckungen für deren Nutzen vollbracht. Ihr stets den reinsten und höchsten Idealen nach- strebender Geist ließ in seinem hohen Fluge alle» Getriebe von Politik und der damit verbundenen Parteiungen weit hinter sich zurück. Ich und Mein Volk sind Stolz darauf, einen solch' bedeutenden Mann unser nennen zu können. Ich habe den Ge­burtstag Meines heißgeliebten und unvergeßlichen Paters zu dieser Anerkennung gewählt, wohl wissend, wie hoch Er Sie schätzte, und ein wie treu ergebener Freund und Unterthan Sie Ihm waren. Möge Gott uns Ihr teure- Leben noch lange zum Wohle Deutschlands und der gesamten Welt erhalten. Ihr wohlaffektionierter König Wilhelm R" Professor "f. b. Helmholtz sprach in einem besonderen Briefe

dem Kaiser seinen Donk auS. Bekannt! ch war mitgeteilt worden, daß zwei Berliner Bank- Häuser, welche sich an der neuen russischen Anleihe beteiligen wollten, wegen de» allgemeinen Unwillen» von derselben zurückgetretrn seien. Jetzt melden nun Berliner Zeitungen, .daß auch Mendelssohn Warschauer in Berlin Mitkontrahenten der neuen Anleihe geblieben sind und daß große deutsche Bank­firmen Unterbeteiligung an derselben hatten.' Diese Behauptung ist geeignet, einiges Aufsi Heu zu erregen. AuS Berlin wird demHamb. Korr." von .unterichteter Seite' gemeldet, daß gegenwärtig in der That Proben auf den Grad der Ausbildung, welchen Rekruten nach einem neuen, den Gedanken ter zweijährigen Dienstzeit rinschließenden System zu erhalten vermöge», ongestellt werden. Jedoch werde dabei nm an die Infanterie, nicht an die Kavallerie gedacht. DaS System der DispositionSurlauber würde in Wegfall kommen, vielleicht auch daS der Einjährig - Freiwilligen, und unter allen Umständen werde die Einrichtung einem finanziellen Mehraufwand erfordern. Wie aus Friedrichsruhe berichtet wird, wird Fürst Bismarck dort dieser Tage wieder aus Barzin ankommen. DerSiebener-AuSschuß, welcher für die Vorbereitung ter Reform des höheren Schul­wesen» in Preußen eingesetzt ist, hat seine Aufgabe noch nicht zum Abschluß gebracht. ES bleibt noch eine Reihe der Fragen in Bezug auf Befähigung und Stellung der Lehrer zu erledigen. E» heißt, daß der Ausschuß in der nächsten Zeit seine Thätig- keit wieder ausnehmen und dann ohne Unterbrechung zu Ende führen soll. Ueber die gescmten Beratungen und Beschlüste wird dann zunächst wohl ein Jmmediat- bericht an den Kaiser erstattet werden. Die R 0 g g e n p r e t s e waren, nach der amtlichen Statistik, im Monat September um 77 Mk. höher, al» der Durchschnittspreis der letzten fünfzehn Jahre. Wie der .Saale-Ztg." geschrieben wird, wird an maßgebender Stelle in Betracht gezogen, gegen das ekelhafte Zuhälterwesen in den großen Städten die Prügelstrafe wieder einzuführen. Daß Gefängnis­strafen auf diese Sippschaft gar keinen Eindruck machen, ist sreilich Thatsache. Der preußische Eisenbahnminister hat ails den Berichten der Eiserbahndirektionen nicht die Ueberzeugung gewinnen können, daß da» Verbot, die Fahrkarten während der Fahrt de» ZugeS von den Trittbrettern aus zu durchlochen und zu prüft», schon bei den vorhandenen Einrichtungen nicht in größerer Ausdehnung, als bi» jetzt geschehen, hätte zur Durchführung gebracht

werd n könne», ohne eire Beeinträchtigung der Fahr- kartenplüfung und ohne eine nachteilige Beeinflussung deS Betriebes befürchten zu müsse». Es habe viel­mehr den Anschein, alS ob in vielen Fällen da» Durchlochen und Prüfen der Fahrkarten von den Trittbrettern während der Fahrt gewohnheitsmäßig ohne dringende Veranlassung vorgenommen werde, während der Aufenthalt auf den Stationen, nament lich auch auf den Zwischenstationen mit längerem Aufenthalt hierzu gar nicht oder doch nur ungenügend auSgenutzt werde. Vorbehaltlich weiterer Verfügung ist daher von dem Minister bestimmt worden, daß zunächst bei allen Schnellzügen da» Verbot, die Trittbretter der Wagen während der Fahrt zu be­treten, allgemein und streng zm Durchführung ge- bracht werde. Sollten auf der einen oder andern Strecke der Einführung dieser Maßregel sich unüber­windliche Schwierigkeiten entgegenstellen, so fol darüber schleunigst berichtet werde». Am Sonntag ist Gertrud Gräfin Pfeil, die Gemahlin de» Afrikaforscher» Joachim Grasen Pfeil, plötzlich ver­storben, nachdem fie Tag» vorher ton einem Zwillings­paar entbunden worden war. Sie war die einzige Tochter de» Professors Dr. Leo und ist erst vor ungefähr Jahresfrist mit dem Grafen Pfeil die Ehe eingegangen. Der Rektor Ahlwardt hat, wie die .StaatSb.-Ztg.' erfährt, gegen den Gerichts- Präsidenten Martin» und den Staatsanwalt Hoppe wegen ihrer Behauptung, es fei festgestellt, daß Ahl- wardt durch Meyer von dem ThomaSfchen Gelbe 2000 Mk. erhalten habe, den amtlichen Beschwerde­weg betreten.

Bon dem ehemaligen KriegSminister General v. Verdy du VernoiS wird demnächst ein Werk in der königlichen Hofbuchhandlung von E. S. Mittler u. Sohn erscheinen, welches wegen seiner Eigenart in weiteren Kreise» allgemeinem Interesse begegnen dürste. Der General v. Verdy hat be- kanntlich seit vielen Jahren au» verschiedene» zufällig zusammentreffenden Ursachen seine litterarische Thätig- keit nicht mehr fortzusetzen vermocht. DaS Letzte, waS er schrieb, war eine Neuauflage der .Studien über Tiupptnführung', die infolge der Felddienst­ordnung notwendig geworden war, und welche noch in die Zeit füll, da v. Verdy als Gouverneur von Straßburg einige Muße für litterarische Arbeiten erübrigen konnte. AlS Kriegsminister fand v. Verdy dagegen nicht einmal Zeit, seine Privatstudien fort- zusttzen, weil sehr wichtige Organisationsfragen u. s. w. zu erledigen waren, die seine Arbeitskraft aufzehrte». So trefflich da» Generalstakswerk für den Krieg

von 1870/71 ist, so mußten doch viele Vorgänge nur eine skizzenhafte Darstellung erfahren, schon weil da» Werk sonst zu sehr an Umfang zugenommen haben würde. Heute darf man wohl sagen, ^doß jene Ereignisse der Geschichte argehören; von den damaligen höheren Führern befinden fich nur noch der Feldmarschall Graf Blumenthal und der General Oberst v. Pape in einer Kommandostelle in der Armee. Eine eingehendere Behandlung jenes Kriege» dürfte mithin wohl Platz greifen können, ja müssen, wenn daS inzwischen neu herangewachsene Geschlecht aus jenen Ereignissen lernen soll. Unter den Leb« den möchte, wie die.Beil. Pol. Nacht." schreiben, kein Zweiter so tiefen Einblick in die Entschlüsse und Ereignisse jenes Kriege» gewonnen haben, als von Verdy, dies beruht zum Teil auf seinem Verhältnis zum Feldmarschall Moltke im Frieden, besonder- mit Rückficht auf unsere westlichen Nachbarn und die amtliche Thätigkeit Verdy's im Generalstabe bezüglich de- französischen Heerwesen-. Aber auch im Kriege wurde v. Verdy in den spannendsten Zeiten mit be­sonderen Missionen betraut; so z. B. zur Entsendung an den Kronprinzen von Preußen, al- man vor dem Entschluß de- Abmarsches nach Sedan stand, dann zum Prinzen Friedrich Karl vor der Eröffnung der sogenannten Schlacht von Gravelotte. Verdy verfügt daher über reiche Erfahrungen. Obgleich er davon nur diskrete» Gebrauch zu mache» beabsichtigt, so kann er doch, in genauer Kenntni- der Vorgänge, manche Zellperiode aufhellen und näher beleuchten. Dies beabsichtigt der General derart, daß er einige der wichtigsten Abschnitte des Krieges mit allen ihren Einzelheiten bearbeitet. ES liegt auf der Hand, daß hierbei nicht nur der Fachmann, sondern auch die Geschichtsschreiber ihre Rechnung finden werden, und man muß hoffen, daß eS dem General vergönnt sein werde, seinen Plan auSzuführen. Der erste Band des Werkes dürfte zur Ausgabe ge­langen, sobald er Seiner Majestät dem Kaiser über­reicht sein wird, waS in diesen Tagen erfolgen dürfte.

Erfurt, 18. Oklbr. Die Spaltung der Sozial- d-mokratie ist am Montag in der Sitzung des Partei-KongresieS in Erfurt erfolgt. Die Versamm­lung sprach fich gegen die gemäßigten Vollmarschen Ansichten und für die bisherige Parteitäktik aus. Dann wurden die Vertreter der Opposition aufge- fordert, verschiedene von ihnen erhobene Anschuldigungen vor einer Kommission näher zu begründen, was aber verweigert wurde, worauf die gesamten Mit­glieder der radikalen Richtung den Saal verließen. Damit ist der Bruch wohl offenkundig geworden

(Nachdruck verboten.)

Auf der Schattenseite.

Roma» von Georg Höcker.

(Fortsetzung.)

. -Seine Gattin sah ihn stolz und ftemd an.Ich M nicht, daß Dn Dir ein Urteil erlauben wirst »bet mein Verhalle».'

sprichst Du in einem Tone man sollte »estren, ich wäre Dir der wildstemdeste Mensch der

«Gehen vir schlafe»*, meinte Elvira gähnend, »eiche fich mtt einem Male erinnerte, sehr müde «edordeu zu sein.

«Ich habe nicht die mindeste Lnst dazu, ich bin »sehr aufgeregt in diesem Augenblicke', evtgegneft Lhelsen hastig;mit einem Worte, ich wünsche dem ^'Segnen)rDet° nn^tre ®al0B8 uicht mehr zu 1,, »blh Ah die heißblütige Spanierin war M aufgesprungen, ei» zischender Laut entfuhr ihren schwellenden Lippen, fie ballte die kleine» Hände »nd « zorndnrchglühter »lick huschte aus ihren uacht- ichwarzen Auge».

,3a, daß ich eS Dir unr sage, «an wagt es, in d«sellschaftrkreifea über die Baronin von Theisen «u lächeln soll ich Dir erkläre», woher das Lächeln seinen Grund nimmt?'

.O bitte, ich bi» durchaus »icht neugierig.' Elvira "ttsuchte dabei de» Mund geriugschätzig zu verziehen, °»er da» nervöse Zucken ihrer Lippe» verriet welche mufteguug in ihrem Innere» loderte.

.DHelfe» schaute seiue Gvttiu mit eine« vorwmfS.

8lii( an. .Ich glaube nicht, daß Serta mir "Ufe Antwort gegeben haben würde

, Serta wat, die Komödiantin ich bitte, rtn'm ®teiU8e i® »'»»kn mit dieser t<n»Ehelsen ballte die Fäuste und sein männlich W»e» Antlitz verzerrte grimmiger Zorn.

,O, D» Du stieß er aufgebracht hervor nud dann fich z» einem rnhigeren Tone zwingend, setzte er hinzu: «ES ist übriger» lächerlich, daß wir solcher Lapalien halber in Uugelegeuheiten geraten. Du mußt mir verzeihen, ober ich bin in hohem Maße erregt heute man hat ja bisweilen «e- legenheit, fich uuuütz zu ärgern ich weiß, daß Du mich lieb hast, also erfflüe mir die herzliche Bttte und ziehe Dich, so gnt Du kannst, von diesem d'Orvedo zurück.'

«Wirklich in der That', sagte Elvira voll stzendeu Spotte» dagegen, welche wieder auf die Chaiselongue ,»rückgesunken war. .Du möchtest mich also zu Deiner Sklavin mache», t» wird Dir nicht gelinge», mein Lieber.'

»Wie Dn unr sprichst', entgegnete der Gatte nn- gehalten, e» ist einfach eine herzliche Bitte

-Die in erfüllen ich leider verweigern unrß.'

Die schöne Baronin spielte gelaugwellt mit ihren wohlgepflegte» Fingernägel», dabei hatte fich ein er. kältende» Spottlächelu um ihre Lippe» grftgt. »Du bleibst ei» Deutscher, mau mertt tS Deinem bären­haften Polter» au', sagte fie leichthin. »Worum ich nicht will? mein Himmel, das ist leicht erklärt, und ich will e» Dir Jagen, obwohl ich Dir keine Erklärung schuldig bi»'

»Du sprichst in einem Tone"

»Der sehr natürlich ist, mein Lieber, Du siehst, daß ich müde bin nud Du säugst ttotzdem von Lächer- lichkeiteu zu erzähle» a». Soll ich Dich noch lieb- kosen deshalb?"

Da sprichst sehr ver»ü»stig", sagte Thelse» mti unverhohlener Bitterkeit in der Stimme.

Ich schmeichft mir anch e» zu fein, mein Teurer. 3ch bin in jeder Lebenslage bemüht giwese», «»erst meinen Verstand zn befragen."

Thelse» lachte zonrig auf.Dar sagt die heiß- »lutige Spanierin, in Wahrheit, e» ist köstlich, vielleicht st Deine Liebe z» mir auch nxr durch Vernunft»- gründe herbeigeführt worden?"

,,E» ist so in der That."

Wie, wa» sagst Dn", schrie Thelse« anf und sah das schöne Weib mit entsetztem Blicke an.Du hättest mich nicht geliebt, Du"

Du bist ein Deutscher", sagte feine Gattin wieder mit möglichster Geringschätzung.Ihr Alle nehmt die Worte so p'uwp uud uubeholseu, ihr wißt nicht» andere» in dieselben hiueinzrrbtirgrn, al» wa» der blöde Sian eine» Kiudis an» ihnen zu enträtseln vermag."

Ich bin Dir sehr verbunden für Deine Ans. klärung."

»O bitte, e» geschah sehr gern.'

Theisen gestikulierte heftig in der Lnst herum, mußte aber eine Weile aussetzen, bevor er da» richtige Wort zn entgegnen fand. «Ich sehe, Du bist sehr müde, ich will Deine kostbare Ruhe nicht Wetter töten, aber nur da» eine will ich Dir noch sagen, daß ich schon morgen dem Baron d'Orvedo da» Han» verbieten werde.'

Da» wirst Du uicht", schnellte die Baronin von den Kiffen in die Höhe.

Da» werde ich thun", entgegnete Theisen mit alter Rahe,denn wenn mein Weib die Ehre meine» Sanft» nicht zu wahren versteht, so muß ich für dieselbe i» die Schranken treten."

3ch bin Deine Sklavin nicht, ich"

Gewiß nicht, aber Dn bist meine Frau e» muß Dir selbst am Unangenehmsten sein, wenn die Welt Dich mit einem spöttische» Lächel» betrachtet."

Da» sonst so schöne Geficht der Baronin verzerrte ich in gräßlicher Weise. Die Angen schienen ihr an» de» Höhlen zn treten, ihre Lippen hatte» fich >alb geöffnet rmd ei» glühender Atem zischte zwischen >en festgeschlossenen Zahmeiheu hervor. Thelfen »enteilte mit Erschrecke» die fnrchtbare Aufregung, n welcher seine Gattin fich befand, und anf fie zu- eilend, vollst er fie mtt güttgen Worten be- chwichttgen. Aber die heißblütige Südländerin stieß hn mit einer rauhe» Handbewegnag fort. I» diesem

Augenblicke der Erregung offenbarte fich die innerste Falte ihre» Charakter».

Fort, ich lasse mich nicht zertreten von Dir", kreischte fie in gellenden Tönen ans,ich lasse nicht bleien mit meinen Gefühlen rühre mich nicht an, ich will e» nicht."

Aber so nimm doch nnr Vernunft an, Elvira, welche unbedeutende Kleinigkett hat Dich derart in Harnisch gebracht?"

Kleinigkeit", schrie die Spanierin nnt noch erbitterter,Du wirst mir alle» rauben, wo» ich besitze."

Aber ich bitte, so nimm doch nur Sersnaft an, bestrebe ich mich uicht, Dtt jede» um derk- baren Wunsch von den Augen abzulescn?"

Willst Du nicht, daß ich auf d'Orvedo verzichte?"

Immer dieser d'Orvedo, soll ich am Ende de» fürchten, daß dieser alberne Geck"

Die Baronin lachte höhnisch auf.Garuickt» brauchst Du zu fürchte», ich sage Dir ja garuicht», mein Lieber, aber ich möchst Dir um da» eine zu iebenten geben, daß man nicht mit Steine werfen soll, wenn man fich selbst in einem GlaShanse be» tobet"

Was soll da» heißen, wa» willst Dn damit ageu?"

Nicht», mein Lieber", entgegnete Elvira mit chmideudem Hohne,aber wenn man Gecken nnb taten suchen will, braucht man wahrlich nicht nach Spanien zn gehen, die bekommt man in Deutschland besser nnb billiger. Nicht wahr, mein Lieber?"

Der Baton stampfte zornig mtt dem Fuße anf ben Boden.ES bleibt habet", sagte er mit herber Stimme,ich werde Dir wenigsten» den Bernd» liefern, daß ich kein Narr bin. Vom morgigen Tage an betritt dieser d'Orvedo uicht mehr mein Hau»."

Die Baronin erwiderte kein Wort, aber die toten» »leiche Farbe ihre» Gesicht» und da» nervöse Zucke» hier Lippe» ließe» die Auftegung ihre» Juuere» deutlich erkenne». Thelse» verbrachst eine schlaflose