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von seiner sonst so schüchternen Art abweichend, energisch, was da eigentlich mit seinem Kinde loS sei; sie habe fich ja znm Ntchtwiedererkenne» verändert. Der Baron konnte indessen nur die Achsel zacken und versichern, daß ihm der plötzliche Umschwnng in GertaS GemütSzastande ebenfalls ei» Rätsel sei, er fühle sich an ihm schnldloS, den» er habe sei» junger Weib förmlich ans den Händen getragen.

Unterdessen hatte fich Gerta wieder in taS Leben zu Hanse eingewöhnt und ihre iSewütSstimmung wurde heiterer. Aber der heimliche Druck, welcher auf ihrer Seele lastete, blieb; ihn wurde fie nicht los. Die alte Ahnung, welche fie beschlichen hatte, als ihr Vater und fie zusammen im Postwagen fich der Refidenz näherten, wurde wieder wach in ihr nud hin und wieder, wenn fie des Nachts schlaflos auf ihrem Kiffen lag, strömten wieder die helle» Thräueu über ihre Wange», ohne daß fie ihrem Laufe Einhalt gebieten konnte. ES war ihr wieder zu Mute, als ob ein großes Unglück, dem fie nicht entrinnen könnte, ihr nahe sei und mit schrecklicher Vernichtung drohe.

Jndeffen hatte die jn»ge Frau glücklicherweise wenig Zeit, fich derartig trüben Gedanke» htvzugebeu. DoS Publikum hatte fie, die jetzt cheu Namen Frau HauSmauu trug, stürmisch empfangen und fie wurde deshalb oft beschäftigt. Ein jeder Abend war ein neuer Triumph fürste; ihre LebevSveränderung hatte wohlthueud auf ihre künstlerische Begabung gewirkt; fie war reifer und vollendeter in ihrer Kunst geworden. Da kam eS denn bald, daß di« früher so gefeierte Frau Kurze.Schlttenbachrr neben Gerta nicht mehr erfolgreich rivalistereu konnte, sondern vom Publikum kühl abgelehnt wurde und Gerta rwu allein das Fach der Herotune» auSfüllte. Hatte die alternde Schau- spielertu schon immer in der jüngeren Künstlerin die in jeder Hinsicht begünstigte Rivalin gehaßt, so wurde fie Gerta, als fie fich nun plötzlich gänzlich in das Fach der komischen Matter und AnstaudSdamen gedrängt sah, spinueuftind.

Anderseits vmde Gerta'» trüber gemütlicher Zu­

ber Republik ihm weit überlegen waren, sondern deshalb, weil er zu schwach, zu energielos, zu feig war. Er war längst politisch tot, sein Selbstmord ist deshalb ohne alle politische Bedeutung.

stand dadurch beschränkt, daß ihr Gatte und ihr Vater I kommen hatte, mehr und mehr befreite. Er wußte wetteiferten, ihr Unterhaltung und Zerstreuung zu l gar uicht, was er vor Freude ansaugru sollte. Die verschaffe». Bald da, bald dortht» erhielten die junge» I Juweliere der Refidenz hatten eine» guten Knuden Eheleute Einladungen und die schöne junge Baronin Ian ihm und auch die Modewaareuhäudler; er über­ward überall gebührend gefeiert. Gerta war nicht! häufte seine Tochter derart mtt Gesche»keu, daß diese ettel, aber die Huldigung vieler, nicht »ubedeuteuder seiner VerschweuduugSsucht energisch wehre» mußte. Männer mutzte doch eine» gewisse» befriedigenden! Der Etuzige, welcher der juug-n Satti» mit »»- Eindruck a»f fie gemacht habe». Nnr weutge Kreise I uahbarer Schroffheit gegenüberstand, war Graf aus dem Adelstaude wäre» eS, die fich kühl vou dem I Corost. Al» daS juuge Ehepaar nach Rückkehr von .Eiudriugliug« zurückgehalteu hatten nud deuen Gerta! der Hochzeitsreise deu üblichen Besuch mache» wollte, durch deu ihr inuewohueuden Stolz bewies, daß fie»hatte er fich verleugueu laffeu und um einem wieder- ich mindeste»» ebensoviel düuke. Im übrige» war! holte» Besuche vorzabeugeu, bei der nächsten Probe die künstlertsch hochbegabte Gatti» deS Baron von l z» Gerta gesagt: .Ich habe gehört, Frau Hausmann', Thelse» die Zierde eines jede» Salo», und wurde er legte eiue» besondere» Wert auf die Bezeichnung, auch alS solche gebührend anerkannt. Theisen selbst! das hörte mau der Betonung au, — .daß Sie mich fühlte fich äußerst glücklich. Ihm kam die Ehe als vergeblich ausgesucht habe»; das thut mir leid, tue Fülle berauschender Last vor und er glaubte I Damit Sie de» Weg aber nicht »och riumal Der. G»ta wenigstens hivgebrud zn liebe», während esl gebltch mache» möge», da ich i» letzter Zett selte» zn doch nur seine entflammte Leideoschaft war, welche! Hause auzatreffeu bi», gestatte ich mir, Sie hier za hu z» ihr hiugezogr» und noch treu i» ihrem Bauue begrüße». Jo übrige» muß ich Jhueu Mitteilen, hielt. Er liebte nnr die schöne Hülle, der «er», dir daß eS nach und nach höchste Zett geworden ist, vo» seele des jungen schöne» Weibes iu ihrer kostbare« I Ihrer Vergnügungsreise wiederum zu Ihre» Pflichten Einheit war ihm fremd »»d er stand ihr fern. I znrückzukehreu. Wen» ich meiner eigene» Pflicht Jedenfalls aber redete er fich et», Gerta wirklich zn! gerecht werden wollte, müßte ich Sie eigentlich in teben, and es gelang ihm aach glücklich, fich selbst! Konventionalstrafe nehmen. Wenn ich dies nicht tu feinen Gefühlen zu täuschen. Im. Grunde ge.Ithue, geschieht eS einzig, weil ich hoffe, datz Sie tu »owmeu, war er ja keine verderbte Natur, sondern! Zukunft doppelt pflichteifrig sein werden.» Damit eiue reiche Veranlagung, die ihn zur Selbstüber. I batte er sich kurz verbeugt und fich weudeud war chätzuug und Unbeständigkeit verleitet hatte, war eS l Corofi vou Gerta fortgetreten. Dieser that daS so einzig, die ihn in seinem wirklichen Werte hrrabsetzte, I veränderte Benehmen deS Intendanten bitter wehe. Gerta» Triumphe machten ihn glücklich und tausende I Sie hatte gehofft, daß er fich tn daS Unabänderliche von ijunge» Frauen mochte» wohl im Stille» die! schicken und durch sei» Benehme» zeige» werde, daß :unge Künstlerin beneiden, welche nie ander» alS in! er der alte, ihr iu herzlicher Sestunung zugethane Begleitung ihre» Gatten erschien uud von diesem,!Freund geblieben sei. Dari» hatte die junge Frau der beinahe vou unhöflicher Nichtbeachtung einer jede» I fich getäuscht und e» war ihrem Stolze nicht zu ver­änderen Fran gegenüber war, mtt zärtlichen Lieb. I denken, daß fie nach einem solch eifigkalten Empfang kosnugen beinahe überschüttet wurde. »nicht wieder daran dachte, fich dem Grafen zu nähern.

Vater HauSwan» war natürlich ganz glücklich, daß »Die Freundschaft war vorbei; wenigstens gingen die )erta fich vou der uuerklärlicheu Traurigkeit, welche »Beiden mit kühlem Gruße au einander vorbei, und e ans der Rückkehr von der Hochzettkreise über-»von eine» gegeuseittgeu Verkehr, geschweige vo»

Wtlhelmthöhe bei Gaffel dorthin zurückgekehrt. —»zeichni» und die Vorzüge der englischen Zusammen- Der deutsche Reichsanzeiger bringt folgende Mit- stellung au'merksam zu wachen, sowie ihnen die teilung: In einzelnen Organen der Presse hat die Grnndzüge derselben zur Nachachtung zu empfehlen. Mitteilung Verbreitung gefunden, daß der deutsch-» — Die Rede, welche der Reichskanzler serbische-HandelSvertrag von deutscher SeiteI am Sonntag in Osnabrück gehalten, wttd, wie von gekündigt worden sei. Eine solche Kündigung ist! der deutschen, so von der ausländischen Presse ge- nicht erfolgt und kann auch zur Zeit nicht in Frage würdigt. Wie „SB. T. B." meldet, haben auch die kommen, da der gedachte Vertrag noch bis zum 25.»gestrigen Pariser Abendblätter den eminent friedlichen Juni 1893 läuft. — DaS „Militär-Wochenblatt" »Ton der Rede hervorgehoben. Der „TempS" nennt meldet die Zuteilung einer Anzahl von Offizieren le» einen sehr willkommenen Zufall, welcher den und Aerzten der ehemaligen Wißmannschen Truppe Reichskanzler vou Caprivi und den Minister Ribot zur kaiserlichen Schutztruppe für «frika;!an demselben Tage dieselben FriedenSgedanken aus- unter diesen befinden sich die im Kampfe mit den führen ließ. Der Dreibund wiffe, daß das frau- WaheheS vor dieser Einrangiernng gefallenen Leutnant zösisch.russische Einvernehmen nicht beunruhigend sei. v. Zitzewitz und Dr. Buschew, der Arzt der Expe- Der Reichskanzler habe, indem er diese Thatsache hition von ZelewSki. Man wird wohl nicht fehl- konstatierte, der ein wenig nervösen öffentlichen gehen, wenn man in dieser nachträglichen Zuteilung Meinung einen Dienst geleistet. Die „Libertt" er- in den Reichtdienst eine Rücksichtnahme auf die Hinter-1 klärt, die Situation sei niemals klarer definiert bliebenen der beiden Offiziere hinsichtlich de» Pension».! worden, „So France" meint, Kaiser Wilhelm könne, ansprucheS vermutet. — Vor kurzem wurde von »wenn Europa fich thatsächlich in einem ruhige» Deutsch-Ostafrika aus verbreitet, Wißmann, der erst Gleichgewicht befinde, sich zu den Resultaten seiner vor kurzem dort eingetroffen ist, kehre alsbald nach »Politik beglückwünschen. — Die „Voff. Ztg." erhält Deutschland zurück. Wie der „Nat.-Ztg." ein Privat-leinen telegraphischen Auszug auS den Artikeln, Telegramm au« London meldet, hat Wißmann aller-1 welche gestern Morgen die Londoner Blätter über ding» Deutsch-Ostafrcka verlassen, aber nicht um nach die Rede de» Reichskanzler» gebracht haben. Die Deutschland zu gehe», sondern um in Aegypten den ersor- „Times" begrüßt die Erklärung de» Reichskanzlers, derlichm Ersatz sür die deutsche Schutztruppe anzuwerben, daß keine der Großmächte geneigt sei, den Frieden — Der preußische Handelsminister hat kürzlich an die I Europas zu stören, weil fie wüßten, daß sie dadurch wirtschaftlichen Bereinigungen eine Zuschrift gerichtet,! einen Krieg herbeiführen würden, der alle frühere» in welcher er sich über den Inhalt der von deutschen »Kriege in ihren Leiden und Folgen übertreffen Firmen an daS Ausland zu versendenden Katalogeiwürde, als Bürgschaft für die Aufrechthaltung de» und Preisverzeichnisse äußert. Die Zuschrift!Status quo. Die „Morningpost" sagt: „Die Zeiten ist aus Anregungen der deutschen konsularischen Ver-I sind längst vorüber, in denen ein einzelner emo» tretet im Auslände zurückzusühren. Von diesen ist! Pinscher Staat fich zum Gebieter der Geschicke seines wiederholt hervorgehoben worden, , daß der Inhalt I Nachbars aufwerfen konnte. General von Caprivi der deutschen Kataloge und Preisverzeichniffe trotz I versteht augenscheinlich diese Thatsache, wenn er ohne des Fleißes, mit welchem fie oftmals hergestellt Zeichen der Unruhe von der jüngsten Annäherung werden, den Anforderungen, die ausländische Käufer zwischen Frankreich und Rußland alS dem Ausdruck an derartige Drucksachen stellen, nicht überall ent- bereits bestehender Verhältniffe spricht. Da wir diese pricht. ES wird darin gewöhnlich zu wenig die Ansicht stets vertreten habe», können wir deren Be- Sage berücksichtigt, in der der fremde Händler sich l stätigung durch den deutschen Reichskanzler witVer- befindet. Derselbe wünscht nicht allein über die gnügen betrachten. ES ist nicht immer der Fall, Waare selbst und deren Preis, sondern auch ein-1 daß der Friede fortdauert, weil er von den Besten gehend aber olle Spesen und Nebenkosten unter-»unter den Menschen und Nationen gewünscht wird richtet zu werde», so daß er fich sofort einen Ueber-1 Aber heute ist es gestattet, zuversichtlich zu fein, chlag machen kann, wie teuer ihm die Waare beim wenn audf nur au» dem Grunde, daß die Minister Kauf zu stehen kommt. Der Minister hat nun den Frankreichs und Deutschlands gute Gründe für die wirtschaftlichen Korporationen das Preisverzeichnis l von ihnen anSgedrückten Meinungen beigebracht einer englischen Firma zugestellt, welches diesen An- Haben." Der „Standard" meint, der Friede sei orderungen besser Rechnung trägt, und fie ersucht, für viel längere Zeit gesichert, aU es sonst der Fall die beteiligten heimischen Kreise auf dieses Der-»sein würde, wenn Deutschland weder die wachsende

Bestellnu-rn auf die DimM. Zeitrmg nebst Amtlichem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain sowie Illustriertem Sonntagsblat» werde» von allen Postanstalten, Landbriesträgern und der Expedition unseres Blattes (Markt 21), ebenso in Kirchhain von unserer Agentur Herrn B. Rindt fortwährend entgegen genommen. .Die Exped. der „Obe-rhess. Ztg;*

«»zeigen nimmt entgegen feie Expedition d. BlatteS, fonrie die «nnonoen-Bureanx von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Cassel, Magdeburg u.Wien; Rudolf XXVI. H-abraaua. Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L. 44 ’1

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

Deutsches Reich.

'W. Berlin, 1. Okt. Ueber die Kaiser tage in der Rominter Heide wird der „Königsb. Allg. Ztg." geschrieben: „Die Jagderfolge deS Kaisers sind diesmal weniger günstige, alS im vorjährigen Herbste. In den Jagdgründen hatte sich im letzten Sommer ein riesiger Wolf aufgehalten, den zu er­legen trotz aller Mühe nicht gelang, und der daS Wild begreiflicher Weise sehr beunruhigte; dieser Umstand dürfte den Jagderfolg in erster Linie be­einträchtigen. Die Lebensweise deS Kaiser» in Theerbnde ist eine äußerst zurückgezogene; doch auch hier in der Stille der ostpreußischen Wälder genießt der Monarch nicht völlige Ruhe von seine» Amts­geschäften, die Regierungs-Angelegenheiten werde» vielmehr auf Jagdschloß Rominten regelmäßig er­ledigt. Am 26. er. kam auch der Chef des Milttär- KabinetS, General der Infanterie v. Hahnke, in Theerbude an, um dem Kaiser Vortrag zu halten, und kehrte nach Erledigung der Geschäfte nach Berlin zurück. — Die Mittagstafel des Kaisers ist, wie man hört, eine ungemein einfache. — Die Zahl der Bittsteller hat sich im Lause der Kaisertage beträcht­lich vermehrt, und daS wenig taktvolle Verhalten der Bittsteller, die Bittgesuche in den kaiserlichen Wagen zu werfe», ist auch in diesem Jahre verschiedent­lich vargekommen und hat dem Kaiser Veranlassung zu der launigen Bemerkung gegeben, „man möge doch de» kaiserlichen Wagen nicht als Briefkasten betrachten." Audienzen werden nicht erteilt. — In Petersburg hat am Mittwoch daS Leichen­begängnis der so jäh verstorbenen Großfürstin Paul, geb. Prinzessin von Griechenland, in der Peter- Pauls-Kathedrale stattgefunden. Der deutsche Kaiser ließ sich bet der Feier durch einen Spezialgesandten, iben kommandierenden General deS 1. preußischen Armeekorps, Generalleutnant von Werder, vertreten. — Der General hat dem Czarcn auch ein eigen­händiges Schreiben unseres Kaiser» alS Antwort auf ein demselben zugegangene» Handschreiben des Kaisers Alexander überbracht. Voraussichtlich am Sonnabend oder Sonntag wird Kaiser Wilhelm aus Jagdschloß Rominten in Ostpreußen wieder im Neuen Palais in Potsdam eintreffen. Die Kaiserin ist mit ihre» ältesten Söhne» schon am Mittwoch aus

Wöchentliche Beilagm: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Martt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.

Loutanger's Selbstmord.

General Boulanger, der sich schon als Diktator von Frankreich iah, als Sieger über Deutschland, hat in Brüssel sich am Grabe feiner kürzlich ver­storbenen Geliebte» erschossen! Hätte er früher jene Tapferkeit gezeigt, so würde ihm dirS zur größeren Ehre angerechnet fein, uI8 heute, wo er wohl in der Verzweiflung, von allen Mitteln und Freunden .entblößt, vorn Lebensmut verlassen, daS Leben sort- warf. Boulanger hat fich während seiner politischen Laufbahn als Feigling gezeigt; er war nie zu finden, wenn eS sich darum handelte, Mannesmut und Entschlossenheit zu beweise». Wir erinnern nur an seine kopflose Flucht auS Paris, als ihm Verhaftung und Hochverratsprozeß drohten; wäre er damals an der Seine geblieben, so hätte sich alles anders sür -ihn gestalten können. Nach seiner ganzen Laufbahn läßt fich wenig zu seinen Gunsten sagen; er hat gehandelt, wie ein Glücksritter und Spieler, nicht wie ein Mann, und als alles verloren war, da griff er eben zum Revolver. Und vor diesem Mensche» hat die Republik Frankreich gezittert, er war zeitweise eine wirkliche Macht, die tonangebende Persönlichkeit Daß er es nicht blieb, lag daran, daß ihm zu einer solchen Rolle alles fehlte; er war kein Staatsmann, fein General, nicht einmal ein entschlossener Soldat. Seine Popularitätshascherei, seine äußerlich höfliche» und geschmeidigen Manieren konnten ihn ebensowenig über Wasser halten, wie sein blonder Bollbart und fein berühmter Rappen. Boulanger wollte Diktator von Frankreich werde»; ec verlor das Spiel nicht etwa, weil die Männer

(Nachdruck verboten.)

Auf -er Schattenseite.

Roma» von Georg Höcker.

(Fortsetzung.)

AlS mau auf deu Felder» da» Koru schnitt, fuhr der hochbepackte Reifewagen wieder durch daS Thor btt Residenzstadt und hielt vor der neuen eleganten Wohnung, welche die Güte Vater HauSmaunS in verschwenderischer Weise eingerichtet hatte.

Gerta schien nicht mehr so lustig, wie fie eS in bem sonnigen Italien gewesen war. WaS au ihrem «ttmmuugSumschwuug die Schuld trug, Gerta wußte A selbst nicht; aber al» fie statt der dunkelgrünen OlivenwSIder wieder da» deutsche WaldeSgrüu in [einen eigentümlichen Schattitnngeu erblickte nnb statt beb melodisch klingende» Wälsch wieder die nüchternen »iah fte de» damals noch sechsunddreißigstaatlicheu Heimatlandes vernahm, da stieg eS wehmütig auf in b«tt Herzen der jungen Fran und ihre Augen, die btther vor ettel Luft und Frohfiuu gesprüht hatten, Men fich unwillkürlich mit Thränen. Und wenn btt zärtliche Gatte auch diese Kinder unberechenbarer «wütSstimmnug hinwegküßte und mit welcher stimme fragte, was fein herziges, einziges Weib be. drucke, perlten wieder neue Thränen hervor nnb be» Uten den Sieg. Gerta wußte, wie gesagt, selbst Mt was ihr fehlte, aber ihr war eS, als ob ihr Mck und Frieden zurückgeblieben wären in dem lonntgen Land und in dem källlichen nüchternen »emfchland fie einzig tiflbe Stunden erwarten Junten. So war es die Reise hindurch gewesen M ihr trüber Gemütszustand hatte fich sogar in

Maße verschlimmert, al» fie fich der Heimat ?™<>ttteu. Und alS der Wagen vor dem neuen Wohn- ®use hielt, war eS der jungen Frau zu Mute, r18 ob von nun an alles Glück für fie ans einmal wäre. Vater HanSmanu war durch die feit» i<tte Gereiztheit und die vielen Thränen Gerta'» ichr bekümmert worden, und er fragte Theisen

SrfcheiM täglich außer an Werktage» nach Sonn- und .***!**♦**

Feiertagen. — Ouartal-BbonnemeMs-PreiS bei der Expe- IVt UL VlllU«

ditia» 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk 2S Pfg. (exkl.

L'aLSL' S"" Freitag, 2. Oktober 1891