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Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

JE 829.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. Ouartal-Abonnements-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Mittwoch, 30. September 1891.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Eafsel, Magdeburg u. Wien; Ruvolf Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L. Daube u. Co. iu Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XXVI, Jahrgang.

Friedeusreden.

Dcß es sich bei den vkrschiedenartige» Beun­ruhigungen seit der bekannten Verbrüderung zwischen den Russen und Franzosen in Kronstadt um Allarm- Melduugen ohne thatsächliche Begründung gehandelt hat, stellt sich von Woche zu Woche deutlicher heraus. Vielleicht haben eine Anzahl von exaltierien Revanche- männern in Paris wirklich im Ernst daran gedacht, daß rS nun losgehen werde gegen Deutschland, daß in einem halben Jahre oder aber noch srüher Russen und Franzosen gemeinsam ihren Einzug in Berlin halten würden, vielleicht haben auch gewisse russische Generale denselben Gedanken gehegt, aber die Personen, auf welche es ankommt, haben an alles andere eher, als an einen Krieg gedacht. Es liegen auch sogar deutliche Bewerfe schon dafür vor, daß man am russischen Kaiserhofe nicht die geringste Lust hat, ununterbrochen weiter in der Verbrüderung mit der französischen Republik herumzuwaten. Der Zar hat durch die Kronstädter Festlichkeiten seine poli­tischen Zwecke erreicht, und auch die französische Regierung hat ivzwischen durchaus verstanden, daß sie an nichts weiter denken dürfe, als an den Frieden, wenn sie nicht das soeben erst errungene Wohlwollen deS Zaren sofort wieder berfcherzen wolle. Später mag cs vielleicht anders werden, aber wir haben heute nicht mit der Zukunft zu rechnen, sondern vorerst nur mit der Gegenwart. Daß die fran­zösische Regierung heute keine kriegerischen Pläne hegt, geht deutlich auS der Rede hervor, welch« der Minister deS Auswärtigen, Ridot. bei der Ent- hMung des Denkmales für den General Faidherbe

Bcstelluugca auf die DSrlM. Zsilrmg nebst Amtlichem Krelsblatt für die Kreise Marburg «u- Kirchham sowie Illustriertem Souutagsblatr werden von allen Postanstalten, Landbriefträgern und der Expedition unseres Blattes (Markt 21), ebenso in Kirchhain von unserer Agentur Herrn B. Rindt fortwährend entgegen genommen.

Die Exped. derOberhess. Ztg."

(Nachdruck verboten.)

Auf der Schattenseite.

Roma» von Georg Höcker.

(Fortsetzung.)

«Sage mir, ob es ei» Scherz war von Dir oder litt*, bat der Andere wst tonloser Stimme, »ich driß, «r kann nicht möglich fetal*

»Armer Freund', sagte Thelsen nnd sah mit mit- leidsvoller Unruhe in daS aschbleiche Gesicht deS vor ihm Stehenden. »Du wirst Dich in daS Unabänder­liche fügen müssen. Wie kommst Dn überhaupt auf die Idee, Serta Hausmann lieben zu vollen?*

»Die Frage gebe ich Dir zurück', entgegnete Werner mit dumpfer Stimme, »Du sagtest mir doch kürzlich erst, Du würdest nie heiraten.'

»Na ja*, meinte Thelseu mit leichtem Schsel- Nckev, »die Liebe ist allerdings etwas plötzlich ge­kommen, indessen schadet es nichts. Die Hauptsache ist, daß ich Gerta zärtlich liebe und sie dies Gefühl ebenfalls erwidert.*

»So liebst Du fie wirklich?* fragte Werner in Nveifeludem Tone.

»Welche Frage? Natürlich! Würde ich sonst um sto geworben haben?"

Daun wünsche ich Dir recht viel @IÜ6", sagte °er junge Schriftsteller resigniert,er soll mich freue», denn meine trüben ZukunftSahuuogeu sich nicht ver. wirklichen!"

Aber um aller Heilige» Willen", gab der Boron zur Antwort,so sprich doch nicht wie ein Unglücks, brr phet! WaS soll sich deuq ereignen? Wir lebeu in ftm nückterueu neunzehnten Jahrhundert und da ge- lcheheu keine wunderbaren Zufälligkeiten mehr, die Herzen aus purer Chicaue zn brecheu."

Da magst Du recht haben", äußerte Weruer uud fügte iu bedeutungsvollem Tone hinzu:aber Herzen Veit es noch, die Herzen zu brecheu vermögen. Kurz 5® gut, Berndt, ich {ernte Dich uud weiß, daß Tu ** treuer Freund bist, ebenso nuvandelbar tu Deiner

gehalten. Ec prieS freilich etwas überschwänglich die Aufmerksamkeiten, welche dem französischen Ge­schwader unter Admiral Gervais in Rußland, Eng­land, Dänemark und Schweden erwiesen sind, hob auch mit etwas übertriebene» Worten hervor, daß Frankreich sich heute wieder einer Stellung erfreue, wie fie seiner würdig fei, fuhr dann aber doch fort, daß man keinen Grund habe, die Friedenspolitik, welche zu diesem Resultat geführt, zu verlassen. Er sagte wörtlich: »In dem Augenblicke, wo wir mit der größten Würde im Frieden leben können, werden wir uns nicht dem auSfetzen, den Frieden zu ge­führten. * Die Rede wurde mit lauten Hochrufen auf Frankreich und Rußland ausgenommen. Man darf allerdings nie zuviel auf französische Minister­reden geben, weil die Volksletdenfchaft über Nacht jede besonnene Politik umstürzen kann, und erst recht dürfen wir nicht glauben, daß die französischen Patrioten von ihrem Haß gegen Deutschland nunmehr abkommen werden, daran ist gar nicht zu denken. Die Rede ist nur deshalb wichtig, weil aus ihr deutlich zu erkennen ist, daß Frankreich der von Petersburg auS erteilten Parole Folge leistet, und gegen den Willen des Zaren wird heute jenseits der Vogesen wahrhaftig Niemand aufmucken.

Am gleichen Tage hat auch der Reichskanzler von Caprivi in Osnabrück, wo er zur Beiwohnung des Jubiläum- seines Infanterie-Regimentes einge- trvffe» ist, eine politische Rede gehalten; es ist die erste dieser Art außerhalb des Parlamentes. Der leitende deutsche Staatsmann schlägt einen sehr ruhigen und friedfertigen Ton an. Ausdrücklich konstatiert er, daß man keine Besorgnisse wegen der allgemeinen politischen Lage zu haben brauche, Nie­mand denke an einen Krieg und auch die stattgehabte Annäherung der Staaten sei nicht in diesem Sinne zu deuten. Der Reichskanzler sprach dann außerdem noch über die innere Lage und über einen ruhigen Fortgang der Reformen, deren segensreiche Folgen sich einst sicher zeigen würden. Auch hier ist also kein Anlaß als vorhanden bezeichnet, wenigsten» nach menschlichem Ermessen nicht, welcher in kurzer oder heute schon absehbarer Frist einen allgemeinen Völker­krieg herbeizuführen geeignet wäre. Daß wider alles Erwarten Kriege entstehen können, wie denn auch der von 1870 überraschend kam, ist selbstredend, aber gegen solche Fälle giebt es überhaupt keine Schutzwehr und wird auch nie dieselbe von irgend einem Staatsmann der Welt geschaffen werden können. Der Krieg ist, wie die neusten Ereignisse beweisen, durch die Kronstädter Verbrüderung nicht näher

Gefinnung, wie Du bisher veränderlich in der Liebe gewesen bist!"

»DaS war früh«, bisher, wie Du selbst sagtest', gab Thelsen znr Antwort,aber ich bin im Uebrigen auch kein Kind mehr, ich weiß, was ich unternehme, darum muß ich Dich bitten, meiner Versicherung Glauben zn schenken."

»Nnn wohl*, rief Werner erregt, »ich gönne Dir Gerta von Herzen, lieber Dir, als jedem Andern, obwohl ich selbst noch nicht weiß, wie ich den Schmerz nm fie verwinden werde, aber ich sage Dir Eines, hüte Dich, daß Gerta HauSwauu nicht eint8 Tages bereuen möge, die Deine geworden zu sein, den» dann würde auch uoch das letzte Baud der Freundschaft zerreißen zwischen uns uud ich würde nichts iu Dir scheu, als deu verabscheuuugSwürdigeu Räuber und Vernichter meines Glücks!"

Der junge Schriftsteller hatte in leidenschaftlicher Erregnng gesprochen und nachdem er geendet, nahm er seinen Hut vom Tisch, aus de» er gelegen und verlieb mit fliegender Hast und stummen Grußes da» Zimmer.

Armer Thor", sagte Thelseu zu sich selbst, dem Davoueileudeu lange nachblickend,'ich möchte nicht au Deiner Stelle sein. Ich glaube, daß eine solche HerzenSwunde sSmerzen muß, indessen, da ist sich jeder der Nächste!"--

DaS Gerücht der Berlobnug Gerta HanswannS war wie ein Läufstner durch die Stadt gedrungen und war, wie dies tu der Regel geschieht, zuerst den Kollegen und deu Kollegiuneu des jungen Mädchens zn Ohren gekommen. Als Gerta daher kanm das Innere der TheatergebäudeS betteten hatte, stürzte ein Heller Schwarm, Alle» Vorau bas Kurze-Schetten- bachersche Ehepaar, auf sie zu und bestürmte sie mit einer Flut der unaufhörlich sie» Glückwünsche und Frenudschaftkverfichernugeu. Gerta dankte ziemlich kühl, den» des eine in der Residenz verbrachte Jahr hatte sie die »edentnug und den Wert solcher Le- teuernugeu genugsam «kenne» lasse»; fie wußte ganz

gerückt, wenn es auch vielleicht durch dieselbe sicherer geworden ist, daß er einmal kommen wird. Aber ein Termin dafür ist in leit er Weise abzusehen und wir brauchen darüber uns nicht im Mindesten graue Haare wachsen zu lassen. Es ist gut, daß die be­friedigenden Erklärungen zum Beginn der Herbstzeit gekommen find, das Gesckäsisleben ist in Folge der herrschenden Teuerung schon flau genug. Würde nun auch noch ein politischer Druck hinzugetreten sein» bann wäre die Situation noch unerquicklicher geworden.

Deutsches »eich.

W. Berlin, 29. Sept. Der .Reichsanzeiger" teilt den Wortlaut der Osnabrücker Rede des Reichskanzler v. Caprivi (welche bereits gestern von unS im telegraphischen Auszüge gebracht wurde) wie folgt mit: »Der Reichskanzler, welcher sich zur 25jährigen Jubelfeier des Infanterie-Regiment» Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig (Ost- friesisches) Nr. 78, dessen Chef er ist, nach Osnabrück begeben hat, besuchte dort gestern einer Meldung des ,W. T. 33. zufolge, auf Einladung der Stadt den FriedenSsaal des Rathauses, in welchem 1648 der Westfälische Friede verhandelt wurde. Auf die Begrüßung de» Bürgermeisters erwiderte der Reichs­kanzler mit einer Ansprache, in welcher er nach einem Berichte derKölnischen Zeitung zunächst die Freude äußerte, daß seine militärische Stellung ihm Gelegen­heit gebe, im Friedenssaale zu fein. Der Rückblick in die Vergangenheit zeige, was die Gegenwart er­rungen; die Befürchtungen, ob der gegenwärtige Zustand erhalten werde, seien nicht begründet. Keiner der Regierenden habe de» Wunsch, den Frieden zu stören und einen europäischen Krieg hervorzurufen. Auch die Annäherungen der Staaten in der neuesten Zeit gäben keinen Grund zu Befürchtungen; dieselben seien nur der Ausdruck schon vorhandener Verhält­nisse ; vielleicht seien dieselben nichts anderes al» die Feststellung eines europäischen Gleichgewichts, wie e» srüher bestanden habe. Keine der europäischen Re­gierungen wolle, soweit er e» zu übersehen vermöge, den Krieg, der in seinen Leiden und Folgen alle früheren Kriege voraussichilich übertreffen würde. Auch die Verhältnisse im Inneren, um welche Sc. Majestät der Kaiser stetS bemüht fei, würden zu einem befriedigenden Abschluß sühren, wenn schon vielleicht erst nach Jahrzehnten. In der wichtigsten Frage sei die Regierung sowohl eine Regierung der Arbeiter als eine der Arbeitgeber. Wenn eS den

genau, daß die meisten der Lippen, welche jetzt von honigsüßen Worten übertroffen, vorhin da» gerade bittere Gegenteil über fie geäußert hatten. Nur Herr Berger war dem stürmischen Treiben fern geblieben.

Erst später, als die BegrüßungSflot sich einiger« maße» verlaufe» und die Probe wieder im Gange war, näherte er sich der jungen Künstlerin und sagte, ihr die Hand bietend: »Nehme» Sie auch meinen Glückwunsch, liebes Fräulein. ES steht mir nicht zu, Sie zu fragen, ob Sie des Echtllerschen Wortes eingedenk, geprüft haben vor dem ewigen Bunde, in­dessen will ich zur Vollendung Ihres Glückes wünsche», daß dies geschehen ist und tote erst nach reiflicher Wahl Ihr Jawort vergeben haben.* »So gönnen Sir mir mein Glück nicht?* fragte Gerta befremdet. »Was heißt Glück?' gab Berger in väterlichem Tone zurück, »die befriedigte Geschmacksrichtung des Einzelnen. Ich bin Keiner von Denen, welche ihre Freundschaft aufdräugeu, aber Sie wissen, daß ich stet» lebhaften Anteil an Ihren Bestrebungen ge­nommen habe.* Das junge Mädchen nickte dank­bar. .Nun also, da möchte ich Ihnen den väter­lichen Rat erteilen: Lassen Eie sich vom äußeren Scheine nicht blenden, sondern erwägen Sie sorgsam alles in betracht Kommeude, ehe Sie den entscheiden- den Schritt thuu, denn mau besitzt sich nur einmal. Jeder lebt für sich und ist für seine Existenz ver­antwortlich. Hat er fie mutwilliger SBcife dahinge, geben, ohne Ersatz dasür gefordert uud «hatten zu haben, so geht er an d« eigenen Schuld zu Grunde, und nichts kann ihm das Verlorne zurückgeben, denn entschwundenes Glück kehrt nimm« wieder.*

Was halfen aber diese uud andere Ratschläge der jungen Braut gegenüber, welche di« Richtigkett derselben vollständig «kannte, ttrdeffe» doch weit davon entfernt war, fie ans fich anznwrnden. Sie war ja völlig von dem Heb« maße des Glückes über­zeugt, das über fie gekommen war und vor alle» Dinge» machte fie die Liebe za Thelsea glücklich. Bedurfte er ein« friedfameren Bürgschaft für die

Arbeitgebern schlecht gehe, hätten die Arbeiter zu­nächst darunter zn leide». Es werde auch unter der Osnabrücker Stadtvertretung Männer geben, denen die Ueberleitung in die jetzigen Verhältnisse schwer geworden fei; allein diese Herren dürsten nicht mit ihrem Herzen, sondern wüßten mit dem Verstände rechnen und dann die Notwendigkeit d«r jetzigen V«hältniffe «kennen. Schließlich totes der Reichskanzler auf diejenigen Männer hin, die sich um die Ueberleitung in der Gegenwart verdient gemacht hätttn, und hob insbesondere die Verdienste deS anwefenden Ober-Präsidenten von Bennigsen hervor. Der Reichskanzler schloß alsdann mit dem Ausdruck des Danke» für die Einladung * Weiter schreibt daS genannte Blatt: Die in Börsenkreise» verblkitete Nachricht, daß die deutsche Regierung zur Auflegung der neuen russischen Anleihe in Berlin ihreZustimmung" gegeben ober gar einen biesbezüglichen »Wunsch ausgesprochen habe, ist unbegrünbet. Richtig ist lediglich die Thai« fache, daß einem hiesigen Bankhause, welches fich verttaulich beim Auswärtigen Amt über die Stellung bet Reichsregierung zu bet projektierten Anleihe er« kunbigte, die Antwort «teilt wurde, die gegenwär­tige politische Lage biete keinen Anlaß, um regie- rungSseittg in irgend einer Form nach der einen oder anderen Richtung hin in die Angelegenheit einzugteifen. Diese Antwort entspricht der Auffassung, daß für die Regierung vom Standpunkte der aus­wärtige» Polittk aus kein Bedürfnis besteht, bei ausländischen Anleihen jede» mal bestimmte Stellung für oder gegen die Beteiligung der deutschen Kapi­talisten zu nehmen, die letzteren vielmehr in sehr vielen Fällen selbst In bet Lage fei» werde», die in Betracht kommende» Verhältnisse zu überschauen und danach zu handeln. Die Urlaubs-Verwei­gerung zum Besuche der allgemeinen deutschen Lehrer Versammlung seitens des preußischen Kultus­ministeriums hat den deutschen Lehrerverein zur Aufnahme einer Statistik über die Völkischul- ferien int deutschen Reiche veranlaßt. Aus der­selben ergiebt fich, daß nur die Weihnachtsferien und einige Tage der Osterferien in ganz Deutschland zusammenfalleu, im übrigen aber die Serien selbst innerhalb ganz kleiner Gebiete sehr von einander abweichen. Während sich die Ferien der Volksschulen in größeren und mittleren Städten im allgemeinen an die Ferien bet höheren Lehranstalten anschließen, werden die Ferien in der Kleinstadt und auf dem Lande durch die wirtschaftlichen Verhältnisse der betreffenden Gegend, insbesondere durch die Ernte,

Zukunft? Sie dankte dem freundlichen Herrn Berger für seine gütigen Beratungen deshalb sehr anfrichttg und herzlich, hatte dieselbe» ab« im nächsten Augen­blicke wieder, tote das auch nicht anders zu «warten stand, v«gesse».

SIS Serta »ach Hanfe kam, wartete bereits Graf Corofi ans fie, der fich bei ihrem Einttitt förmlich erhob. 'Er hatte schon über eine Stunde dagesessen und Vater Hausmann war auf daS eifrigste bestrebt gewesen, den Besuch zu unterhalten, er kam in seinem Gespräche vom Hundertsten ins Tausendste, indessen vergeblich. Gras Corofi blieb einstlbig nnd hatte im Verlause der Zett einzig gefragt, ob sich die Ver- lobnng Berta'S bestätige. Vater Hausmann batte bejahend geantwortet und Corofi war stöhnend in die Sophaecke zurück gesunken und bis zum Einttitte Gerta's schweigend verblieben.

SlS die junge Künstln!» den Intendanten «blickte, mnßtt fie an seine gestrigen Seußerungen denken und ihre Stirne uwdüsterte fich für einen Augenblick. Alsdann ab« ihr Herzensglück einem kleinlichen Aerg« nicht unterorbnen könnend, trat fie mit freund­lichem Gruße auf ihren Vorgesetzten zu.

Dieser blieb indessen gemessen stehen. »Eie haben fich mit meinem Schwager, dem Baron Berenbt Thelsen, verlobt?* fragte er, daS junge Mädchen scharf anblickend.

»In der That*, gab Gerta beftemdet zur Ant­wort, »indessen, was soll b« inquisitorische Ton bei dieser Frage?*

»Sie toerden dieselbe sofort verstehen, Fräulein Hausmann*, erwiderte Corofi, »wenn ich Ihnen «kläre, daß ich eine jede projektirte Verbindung zwischen Ihnen und meinem Schwager durchaus 6«» biete.* Er hatte die Arme quer üb« der Brust ge­kreuzt und sah das bletchwerdende Mädchen kalt au.

(Fortsetzung folgt)