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r /», standen sämtliche Fußtruppen de» 1. Armeekorps im 'S i. Treffen, dahinter mit 170 Meter Abstand die-
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jmigrn des 2. Armeekorps als 2. Treffen. Das
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■■ »gesetzte Brigade. Das 2. Treffen kommandierte
Die Durchführung entwickelte sich in be
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Die Westpartei stellte
merkenswerten Kontrasten.
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das Glänzendste verlaufen.
1 Was die Ausstellung der Truppen betrifft, so
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-AbonnemeMS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
der Chef de» Generalstabcs, Generalleutnant von Staudt. Kommandeur des 1. Treffens war der General der Infanterie Prinz Arnulf; dasselbe zählte 8 Jvfanterieregimenter zu 3 Bataillonen, ferner 1 Jägerbataillov, und eine aus dem 1. Fuß- Artillerieregiment, 1. Pionierbataillon, dem Eisenbahnbataillon und einer Sanitätskompagnie zusammen-
i>ie Erziehung einer zu zärtlichen Muller in seine» Privatangelegenheiten unentschlossen uud zaghaft, als Mavn uoselbstäudig und fast menschenscheu. Er hatte eiu sehr ansehnliches Vermöge», brauchte wenig und war auch »och der mntmaßliche Erbe der alten Dame, der Fran von Trimborv.
Der Affrffor von Steinberg ging also regelmäßig »ach Tisch zn Habersacks, setzte sich dem Fräulein Habersack, einem in seiner Art liebenswürdige» Mädchen, welches ihu — da er »»gefragt kein Wort sprach — unterhalte» mvßte, gegenüber, »ud ging, nachdem die Stande hervm war, wieder seiner Wege. Dieses ttteb er schon drei Jahre, ohne daß er — wie »Mrlich erwartet wurde — Anstalten zu einer Er- klärnug machte. Man dachte in der ganze» Stadt nicht anbei?, als daß Fräulein Habersack bald ihren Namen gegen einen wohlklingendere» vertausche» werde — aber eS war nicht, so — der Affeffor dachte nicht daran, er war vollständig mü dieser Art von Lerehrnug zufrieden. Nicht aber so daS Fräulein «ab ihre Mutter, eine äußerst resolute Frau, bie glaubte, der Assessor könnte ihre Tochter hinreichend kennen, um ihr näher zu treten. Sie warf sich ihm
den Fetud zwischen zwei weit auSrinanderliegenden Ortschaften und machte eine» konzentrischen Angriff, in großem Bogen die Truppen vorschiebend. Während also das 1. Armeekorps sich auf 6 bis 8 Kilometer verteilte, blieb das 2. Korps zum Durchstoß fest geschloffen auf etwa zwei Kilometer Ausdehnung in der Verteidigung liegen, mußte aber schließlich dem ungestümen Drängen deS Feindes nachgeben und zurückgehen. Der Kaiser und der Prinzregent waren sehr zufrieden mit dem Verlauf. Die Infanterie manövrierte exakt, die Kavallerie that sich durch schneidige Attacken hervor und die Artillerie wählte gute Positionen. Der preußische Gesandte v. Eulenburg gab ein Diner, zu welchem der Reichskanzler und die bayerischen Minister geladen waren.
der General der Infanterie von Parseval, kommandierender General deS 2. Armeekorps; dasselbe bestand gleichfalls aus 8 Jnfanterieregimentrrn zu 3 Bataillonen, 1 Jägerbataillon und dem 2. Pionier- Bataillon. Kommandeur des 3. Treffens war der Inspekteur der Kavallerie, Generalleutnant von Sozrnhofen; eS wurde aus 8 Kavallerieregimentern, 4 Feloartillerieregimentern und 2 Trainbataillonen gebildet. Die Fußtruppen standen in Doppelkolonnen, die Kavallerie in Kolonnen in Escadrons, die Artillerie und der Train in Tiefkolonne.
Se. Majestät der Kaiser in der Uniform seines lllanenregiments ritt langsam zunächst zu den kurz vorher in acht zwei- und einspännigen Wagen ein- gelroffenen Prinzessinnen, Herzoginnen und sonstigen Damen des königlichen Hofs, sie zu begrüßen, hin und dann mit aufmerksam musternden Augen alle Fronten ab. Rechts vom Kaiser ritt Se. Kgl. Hoheit der Prinzregent in bayerischer GeneralSunisorm. Beiden Herren folgten der Prinz Ludwig, die anderen Prinzen und Herzöge des bayerischen Königshauses, soweit sie nicht in der Parade Ausstellung genommen hatten, daS Gefolge beider Monarchen, die als Gäste de» Prinzregenten hier weilenden Offiziere der deutschen Bundesstaaten und sremdherrlichen Offiziere
Sie große Parade der bayerische« Armeekorps
Inzwischen haben sich die Truppen zum Vorbei- marsch formiert. Nach dem militärischen Schauspiel prach sich der Kaiser sehr rühmend über die bayeri- che Armee auS. Er gratulierte dem Prinzregenten zum militärischen Arrangement und zur Haltung der Truppen, beide- als mustergiltig bezeichnend. Sowohl bei der Parade, wie bet der am Abend statt- indenden Galavorstellung im Theater wurde» dem Kaiser stürmische Ovationen dargebracht. Am Donnerstag wurden bei Röhrmoos Feldmanöver abgehalten, welche sich in ihrem Verlaufe ganz außerordenllich spannend gestalteten. Am Nachmittage kehrten die Fürstlichkeiten nach München zurück, wo in der Residenz Familientafel stattsand. Heute Freitag begiebt sich der Kaiser nach Caffel, um die Parade über das hessische Armeekorps abzuhalten. Die Kaiserin ist bereits am Donnerstag Abend in Schloß Wil- helmshöhe bei Caffel «»gekommen. Ueber daS große Manöver der bayerischen Truppen am Donnerstag vor dem Kaiser entnehmen wir einem Berichte der „Post' noch die folgenden Einzelheiten: Das Manöver, welches nördlich von München bei Röhrmoos stattsand, zeigte die Leistung»- und Manövrierfähigkeit der bayerischen Armee in glänzender Weise. Da» erste Armeekorps als Westpartei, hatte den Auftrag, beim Vormarsch durch offensives Auftreten möglichst viele Kräfte de» FetudeS auf sich zu ziehen. Die Ostpartei, da» zweite Armeekorps, wollte die Mitte de» Gegner» vor deffen Vereinigung durch-
sNachdrück »erboten.]
Lm wunderlicher Freier.
Von H. F.
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vor dem Kaiser, bei welcher der Prinz-Regent $ « Luitpold seine Truppen dem Oberhaupte des Reiches ^12 vorsührte, während der Kaiser sich an die Spitze seines bayerischen Ulanen - Regimentes setzte, ist auf
Lor mehreren Jahre» gab eS bei dem KreiS- tter ( Stricht in W. einen Affeffor, bei, obgleich noch ein junger Man» nnb ausgezeichneter Jurist, doch voller ‘__Wuuderltchketteu war.
Er pflegte mit feinen Kollege» nnb anbetn Leuten fast gar keinen Umgang, kam regelmäßig in bie <8e- — richts > Sitzungen unb brachte feine sonstige Zett mit Stubieren zu Hause z». Nur zwei Ausnahmen gestattete er fich, indem er regelmäßig nach Tisch eine Stunde in der Familie deS Gerichts • Direktors Hobersack zubrachte — nnb abends bet einer alten Dame, einer nahen Verwandten von ihm, den Thee trank. Er war ein herzensguter Mensch, aber durch
. Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte»,
nrllllTfl. sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler ___ _ ,
ei" m Frankfurt a.M-, Cafiel, Magdeburg u-Wien; Rudolf XXVL Hahraaua.
Konnabend 12 Sevtember 1891. Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; L. M »
ÖIHUIUVCHU, 1O«1. Daube u. Lo. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover, Pari». _____________
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I Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. —
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Deutsches Reich.
Berlin, 11. Septbr. Die warme Aufnahme, welche der Kaiser bei seiner Inspektionsreise in mit englischer Geduld die Huldigungen desselben gefallen, welche einzig nud allein darin bestanden, daß er fich mit ängstlicher Püukttchkeit ihr zur bestimmten Stunde gegenüber setzte, ihre uutadelhasten Finger, welche emfig strickten, z» bewundern schien, nnb bann nach einer Stunde eben so pünktlich wieder ausbrach und uach der Stadt zurück wanderte.
So trieb er dieses Spiel schon über drei Jahre und Camilla war zwanzig Jahre alt geworden, ohne daß ihr Verehrer daran gedacht hätte, ste zur Frau von Steinberg zu wachen. Die Eltern des Mädchens, welches geduldig bie Besuche des Assessors ausnahm, waren natürlich besorgt, eS möge ein Ende nehmen, wie bei Fräulein Habersack, sie machte» Camilla Vorwürfe darüber, daß ste nicht verstehe, de» wvvderliche» Freier z» einer Erklärnng zn zwingen.
Diese Vorwürfe wurden jedoch mit Thränen be- antwortet und da ste ihr Sind so sehr liebten, nm eS ohne Not z» betrüben, so ließen ste der Sache ihren Lans, erwartend, daß vielleicht ein günstiger Zufall ihre» Wünschen zn Hilfe kommen werde. Sie wollten auch den seltsame» Freier »icht, wie die HabersackS, vertreibe», dem» er war zn gutmütig uud ihueu durch fein Kommen schon so nützlich, daß ste ihm nicht gram fein konnten. Auch vergaß er nicht, Camilla sowohl wie ihre Ellern mit sehr wertvolle» Geschenken von Zett zn Zett oder bei paffenden Ge- legenhetten zn bedenken, so daß unterstellt werden konnte, eS seien ernste Absichten darntt verbunden.
ES war um diese Zett, al» ein junger Natur- forscher fich tu B., der Residenz eines kleinen Fürsten, längere Zett anshiell, um die Umgegend auf allerlei Dinge, »oelche ihm nützlich werden konnten und wirklich mürben, zu untersuchen. B. liegt etwa zwei Linuben von W. entfernt, nnb von dem Gut deS Herrn Stern eine Viertelstunde weniger. Das Wirtshaus, welche» er bewohnte, war sehr anspruchslos, aber doch verschaffte e» Herrn LncaS, dem Naturforscher, Selegeuhett, eine sehr interessante Bekanntschaft zu machen.
Bayern, namentlich in der Hauptstadt de» Lande- gesunden hat, wird allenthalben in Deulfchland höchste Genugthuung Hervorrufen. Sie beweist, daß dabayerische Volk, unbeschadet seiner staatlichen Selbst- tändigkeit, die niemand antastet, seine angesehene Stellung im Rahmen de- deutschen Reiches wert« chätzt und dem oberste» Vertreter diese- Reiches mit, Verehrung und Vertrauen entgegenkommt. Die hochernsten Zeiten, in denen wir leben, die schweren Gefahren, die jeden Tag über uns hereinbrechen können, muffen vor allem in unser» eigenen Reihen den Entschluß zu einem unbegreifbaren machen, jedem Feinde de- Vaterlandes mit geschloffener Kraft entgegenzutreten. Die- Gefühl wird gleichmäßig im Norden und Süden unter allen patriotischen Männer« herrschen. Hat e- doch soeben auch in dem benachbarten und verbündeten Oesterreich einen bedeutungsvollen Au» druck gesunden. Um wie viel mehr müssen wir Deutsche eS unS angelegen fein lasten, keinen Zweifel an der Festigkeit der Reichs und dem eng« geschloffenen Zusammenstehen aller seiner Glieder aufkommen zu lasten. In dieser Hinsicht wird allem Anscheine nach die Reise unseres Kaisers von er» reulicher Wirkung sein. — Die Kaiserin reiste zeute nachmittag» 2</, Uhr mittelst Sonderzuges von der Station Wildpark nach Caffel ab. Die drei ältesten kaiserlichen Prinzen und die Prinzessin Friedrich Leopold hatten sie nach dem Bahnhose geleitet. — Die Kaiserin hat, wie jetzt erst bekannt wird, in London von der Englischen Evangelische» Gesellschaft zur Bekehrung der Jude» die schöne Christuskirchr in Berlin für den billige» Prei» von 180 000 Mk. erworben. — Wie die „Ostsee-Ztg.' hört, ist als der Tag, an welchem der Kaiser zum Stapel laus des ersten der beide» auf bet Werft des „Vulkan" im Bau befindlichen Panzerschiffe nach Stettin kommen wird, vorläufig der 21. b. M. festgesetzt. — Der preußische Handelsminister hat den Handelskammern und anderen wirtschaftlichen Korporationen eine Zuschrift zugehen lasten, in welcher eS sich über den Inhalt der von deutschen Firmen inS Ausland zu versendenden Kataloge und Preisverzeichnisse äußert. —- Die Vorstände verschiedener Berliner Vereine des Handel»- und de» Gewerbestandes waren zu einer vertraulichen Beratung versammelt, um über bie Mittel und Wege Beschluß zu fasten, wie dem immer mehr vorschreitenden Niedergange des Mittlern und kleinen Handels- und GewerbestandeS entgegengetreten werden können ES wurde beschlosten ene Kommission zu ernennen mit dem Auftrage, in
Der fürstliche Archivarin», Herr Archivrat BrominS kam nämlich jeden Abend in dieses HanS, trank feine vier bis sechs Schoppe» a»S einem Liquem »Gläschen, so daß dies-» fast beständig unterwegs mar, nnb mürbe bann von feinem Diener in einem nicht sehr erbaulichen Z »staub abgeholt unb zu Bett gebracht. Gewöhnlich war er dabei ohne Gesellschaft, denn der Wirt und feine wohlgezogenen aber schon etwas ältlichen Töchter verstandest nicht» von Archäologie und von sonst wußte der alte Herr wenig zu sprechen; nun aber Herr LncaS im Hause einkehrte, welcher eS sehr liebte, in feinen freien Stunden spezialgeschäftlicheu Studien obznliege», hatte er feinen richtigen Mann gefunden, welcher ihm nicht allein gern znhörte, sondern auch noch im Stande mar, fein reiche» Misten zu ergänzen. Jeden Abend faßen ste, sich sehr eifrig unterhaltend, zusammen, nnb menn auch Herr Lucas feinen Schoppen an» einem gewöhnlichen Weinglafe trank, so war er boch nicht so schnell damit fettig, mte der alle Gelehrte mit seinen vier bi» sechs. Wenn auch im Aller sehr verschieden, umschlang sie doch in kurzer Zeit ein festes Freuudschastsband. Der Archivrat konnte nicht erwarten, bl» bie Zett btefer Unterhaltung herankam, nnb wenn Herr LncaS etwas später kam rote gewöhnlich , so zeigte jener große Unruhe unb Besorgnis, eS möge seinem jungen Freunb etwa» znge. stoßen fein. Sei» Frühstück verzehrte Herr LncaS gewöhnlich i» fürstlichen Tiergarten, wo ein Förster deS Fürsten eine besuchte Kaffee- und Weiuwirtschast hielt. ES war ein schöner anmutiger Ort. Vor dem saubergehalleueu Forsthanse standen nämlich eine Anzahl vielhundertjähriger Eichen, welche einen dichten Ähleu Schatten unter dem Blätterdach bargen. Hier standen zur Bequemlichkeit bet Gäste Tische nnb Stühle, unb vor bem Hanse etwas seitwärts plätscherte ein lanfenber Brunnen, bet ein ziemlich großes Bassin speiste, welche» besonbetS eingefriebigt, dem Federvieh de» Förster» pim Tummelplatz diente.
(Fortsetzung folgt)
und die Wagen der Prinzessinnen. Vom Gefolge deS Kaiser- erregten besondere Aufmerksamkeit deS Reichr- kanzler General der Infanterie von Capriv«, der Generalfeldmarschall Gras Blumenthal sowie der dem Hauptquartier des Kaisers zugeteilte kaiserlich russische Generalmajor Graf Goisnilschrff Kutusost (dunkelgrüner Waffenrock mit reicher Silberstickerei, weites dunkelblaues Reitbeinkleid und weiße Lammfellmütze), von den fremdherrlichen Offizieren der französische Kommandant Meunier (kurzer schwarzer Waffenrock mit drei Reihen goldenen Köpfen und schwarze Verschnürung, Goldbesatz als Rangabzeichen auf den Rockärmeln, schwarzes Beinkleid mit zwei scharlachroten Streifen, Käppi mit rot-weiß-blauem Federstutz), der englische Oberst Frank Ruffel (scharlachroter Waffenrock, schwarzes Beinkleid, länglicher Federhut), der italienische Oberstleutnant Chevalier Luigi Zuccari (schwarzer Waffenrock mit zwei Rethen Knöpfen, starke goldene Frangen-Epaulette», steifes Käppi mit Goldbefchlag, dunkelblaue Schärpe), der japanische Major Fukushima (schwarzer Waffenrock mit gleichfarbiger Verschnürung, niedriges Käppi mit goldenen Streifen, scharlachrote Schärpe mit weißem Streifen um den Leib), der österreichische Oberst Freiherr von Steininger (dunkler Waffenrock, Hut mit grünen Federn, schwarzgelbe Schärpe en bandoulier), der türkische Oberstleutnant Hayri Bey (dunkelblauer Waffenrock mit reicher Goldstickerei, goldene Fangschnüre, roter Fez als Kopfbedeckung), der russische Oberst von Butakoff (ähnlich wie General Golönit- scheff-Kutosoff aber schwarze Lammfellmütze), der schwedische Major Fröding (kurzer schwarzer Waffenrock mit zwei Reihen goldener Knöpfe und schwarze Verschnürung, Cartouche, niedriger Czako mit Goldbeschlag), der spanische Artillerie-Oberst Don Fran- cisco Ferrer (schwarzer kurzer Waffenrock, schwarzes Beinkleid mit roten Streife», da» „ros" al» Kopfbedeckung, eine Mütze nach schottischem Schnitte mit Schirm und weißem Rand), der spanische Kommandant Marquis von Mcndigorria (wie Oberst Ferrer, aber krapprote Beinkleider), endlich der Hauptmann der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Theo A. Bingham (schwarze Uniform mit goldenen Knöpfen, goldener Fangschnur und schwarzer Zweispitz.)
Kaiser und Prinzregent ritten sämtliche Fronten ab, da» erste Treffen vom rechte», da» zweite vom linken und das dritte wieder vom rechten Flügel. Die» dauert ’/♦ Stunden. Dann reitet der Kaiser im Galopp quer über den Platz, erst zum Fesselballon und dann die Kriegerveretne entlang, bei denselben viele durch Anfragen beehrend.
demnach eines Tages, al» er mte gewöhnlich kam, nm fich dem Fräulein gegenüber zu setze», in be» Weg unb erklärte demselben, daß ihre Tochter nicht z» Haufe fei, und auch nicht mehr für ihn zu Hanfe fein werde, indem bie ganze Stabt meine, er wäre ihr erklärter Bräutigam, maS doch nicht bet Fall fei. Sie hatte nun sicher erwartet, baS würde durch, schlagen nnb er sich zu einer Erklärung herbeilassen; er mar aber in der Sache so menio vorbereitet und von dieser Uebetruwpelnng so verblüfft, daß er stillschweigend rechtSumkehrt machte und mtt sehr bekümmerter Miene zum Hause hinauSging.
Hätte indes die Fran GerichtS-Direttor ihre Sache etwas feiner angefangen, so märe er sicher ins Netz gegangen nnb baS Fräulein Habersack wäre Fran von Steinberg geworben. So mar eS aber nichts, was bie Mutter nun zu spät einsah. Der Affeffor kam zwar »ach einiger Zeit au» alter Gewohnheit nach Tisch bi» an das Habersacksche Hans, er erinnerte fich aber immer rechtzeitig bet erfahrenen Abweisung nnb ging still mit bekümmertet Miene vorüber, hinan» vor bie Stabt, wo er halb eine ähnliche Bekanntschaft machte, bie er eben so »ach ; feiner Art ans beutete. Auf einem Gut, etwa eine
Viertelstunde vor der Stadt, wohin ein schöner Spazier- gang führt, fand er zufällig — als ihn ein starker Regen zur Einkehr zwang — ein allerliebstes Mädchen, , das den Affeffor zwar nicht kannte, aber ihn doch, nachdem er feinen Namen genannt hatte, sehr freundlich aufnahm. ES mar dieses Fräulein Camilla Siem, die einzige Tochter des Gutsbesitzers Herrn Stern, ; bet megen bet Erbteilung mtt feinen Geschwister» i nnb einigen Mißjahren in fol> Verlegenheiten ge» i kommen mar, baß er einen Schwiegersohn mte ben
Assessor von Steinberg nicht zu verschmähen brauchte. Camilla mar »och sehr jung unb bie Unschuld selbst. Sie, die Tochet, dachte nicht daran, den Affeffor, der ein seht langmeiliger Geselle mar, nnb er halb mie
1 bei bem Fräulein Habersack machte — bie noch nicht nutet bet Haube mar, — zu köbetu, ließ sich aber
' Artillerie, sowie dem Trat» gebildet. Kommandeur . der gesamten Ausstellung war der mtt der Ober- I |J| leitung der diesjährigen Köaig«manöver betraute L VI General der Kavallerie Prinz Leopold, Kommandeur deS 1. Armeekorps; ihm zur Seite stand hierbei