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Der Frühling aber kam nicht gleich, Noch fehlte die Kaiserkrone, Noch harrte bang das deutsche Reich Des Kaisers auf dem Throne. Und weiter flog die Siegesschar Mit raschem Adlerfluge, Bis sie im Herzen Frankreichs war Im stolzen Siegeszuge.
Da kam der Tag im Januar, Die Krone schmückt den Zollernaar. Heil Dir, deutscher Kaiser!
....... —— «... dem Worte '««fcan* triumphieren, das wäre undeutsch und
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auch unserer nicht würdig, aber im deutschen Gemüt und im deutschen Herzen soll der Name .Sedan" nachklingen, für uns eine helle Freude, für jeden Mann von Ehre eine wahre Herzerquickung!
Es ist ein thörichtes und nutzloses Bestreben, wenn versucht wird, des Sedantages Glorienschein in den Augen der Mitwelt herabzusetzrn. Wer dabei war, wer nur jene Zeit als denkender Knabe mit erlebt hat, der weiß, welches Hochgefühl jede Brust bewegte. Man kann es versuchen, de- deutschen Volkes Stolz auf seine großen Männer, seine großen und seine tapferen Söhne zu zerstören, aber gelingen wird es nie. Da sitzt doch etwas in jeder deutschen Mannesbrust, waS sich nicht mit Worten und nichtigem Geschwätz ertöten läßt und das heißt Ehre. In solchen Zeltläufen, in welchen alles leidlich stehe, da läßt sich wohl mit allerlei Worten ein Erfolg bei urteilslosen Personen erzielen, aber anders gestaltet sich die Sachlage, wenn de- Lebens Ernst den Einzelnen beim Schopfe nimmt und tüchtig schüttelt. Und wer will denn sagen, eS wäre uns keine ernste Zeit mehr beschieden? Wir werden auch in Zukunft noch unsere Tage haben, in welchen nicht alles so geht, wie es gehen soll und dann wird sich zeigen muffen, wir die blecherne WortwriSheit vor der nackten und oft harten und schrecklichen Wirklichkeit Stand hält. Unser deutsches Volk soll nie vergessen, was rS war und waS eS heute ist. Vor dreißig Jahren war das heutige Reich ein Bündel von Kleinstaaten, um die sich kein einziger fremder Minister kümmerte und der Deutsche, der sich in der Welt umhertrieb, war ein verlorener armer Teufel, der von Engländern und Franzosen mit überlegenem Mitleid betrachtet wurde. So standen die Dinge, es waren nicht Verhältnisie, die geeignet waren, deutschen Natioualst"lz und deutsches Selbstbkwußtsein zu heben. Heute winkt der deutschen Industrie gegen früher ein Riesenabsatz in allen Ländern, mit der Steigerung der politischen Machtstellung haben auch Handel und Wandel sich gehoben, und der Deutsche, welcher in fremden Weltteilen des Friedens stille Arbeit betreibt, der ist sicher, daß im- gestraft ihm kein Haar auf seinem Haupte gekrümmt wird. Wie würden wir denn heute dastehen, wenn dem nicht so wäre? Sind wir aber auf die jetzige Höhe nur durch schöne Redensarten gelangt? Rein, Thateu haben uns soweit geführt. Deutschland hat den übrigen Staaten Europa» seine Kraft gezeigt, 's hat ihre Achtung errungen. Und damit hatten wir die Grundlage zu unserer heutigen Stellung Deutschland verdankt seine Größe sich selbst, nur Deutschland allein kann auch Deutschland ruinieren. Vergeßen wir daS nie! ।
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Zum Sedavtage.
Weihen wir gerade in diesem Jahre dem großen Tage, welcher als der Grundstein deutscher Größe «nd Einigkeit zu betrachten ist, ein inniges Ge- denken, freuen wir uns darüber, daß die Wirkung jenes Sieges eine solche gewesen, daß seit jener Zeit der Friede. dem deutschen Vaterlande erhalten geblieben. Stärken wir unser Herz und unsere Kraft an den Großthaten jener Zeit, in welcher gezeigt wurde, was ein geeinigt Volk im Vollgefühl seines Rechtes, in der Verteidigung seiner Ehre vermag, in welcher auch bewiesen wurde, daß eS in der
Nun braust der Frühling durch das Land, Es springen die knospenden Reiser: Gott schirmr Dich, mein Daterland, Gott segne de« Kaiser, de« Kaiser!
Der Frühling aber kam nicht gleich, Noch fehlte die Kaiserkrone, Noch harrte bang das deutsche Reich Des Kaisers auf dem Throne. Ein Sturm von Westen tobt herein, Nach Frankreich zogen die Heere. Sie schlugen den Feind und schloffen ihn ein Bei Sedan, am Tage der Ehre.
Das war ein heller Septembertag Als Frankreich Deutschland unterlag. Heil dir, Tag von Sedan!
Aevtsches »eich.
Berlin, 1. September. Der Kaiser und die Kaiserin unterrahmen am letzten Sonntag ou: ber Dampfyacht „Alexandra- mit mehreren geladenen Gästen eine Wasserparlie auf der Havel und den umliegenden Seceu bis zur Pfaueninsel, wo die Abendtafel eingenommen wurde. Auf der Pfaueninsel konzertierte eine Militärkapelle. Am Montag erledigte der Kaiser ausschließlich Regierungs Angelegenheiten, da heute Dienstag die Abreise zu den österreichischen Manöver« erfolgen soll. — Das Zentralblatt der Bauverwaltung veröffentlicht folgendes Rundschreiben des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten an die Oberpräfidenten der Monarchie betreffend die Untersuchung der Straßenbrücken mit eisernem Ueberbau: „Aut der zweiten Folge der Berichte über die Untersuchung der Brücken mit eisernem Ueberbau im Zuge öffentlicher Wege babe ich mit Befriedigung ersehen, daß diese regel- mäßige» Untersuchungen zur rechtzeitigen Entdeckung und demnächftigen Beseitigung zahlreicher Schären dec Bauwerke geführt haben. Ew. Exzellenz ersuche ich, auch fernerhin diesem wichtigen Gegenstände Ihre Aufmerksamkeit zuwenden zu wollen. Da nach den vorliegenden Beobachtungen bei einigen Brücken die Seitenschwankungen größer sind, all die lotrechten Durchbiegungen, so ist auf die Untersuchung der Windversteisungen und der Querverbindungen besondere Sorgfalt zu verwenden. Ferner mache ich wiederholt auf die Wichtigkeit vergleichender Meffungen der Durchbiegungen unter ruhender und unter bewegter Last aufmerksam. Ew. Exzellenz wollen hiernach die betreffenden Dienststellungen mit ent» sprechenden Weisungen versehen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten: Thielen." — Das Bismarck» Museum im Schlöffe zu Schönhausen an der Elbe ist jetzt eröffnet worden. Es «mfaßt^acht Zimmer. Graf Herbert Bismarck, der älteste Sohn des früheren Reichskanzlers, hielt eine Ansprache an die Erschienenen und für die Gutsleute war ein kleine» Fest bereitet. — Das deutsche An» s i e d l u n g » w er k in Posen und Westpreußen ifl in diesem Sommer wieder ein gutes Stück vorwärts gediehen. Namentlich ist eS gelungen, tüchtige süddeutsche Kolonisten heranzuziehen. — Der in Danzig tagende diesjähri-e deutsche Katholikentag ist am Mon» tag in die eigentlichen Verhandlungen eingetteten. AlS Redner traten auf der Präsident Graf Rech- ; berg, Dr. Frhr. von Schorlemer-Alst, sowie Domherr Hipler und der Abg. Porsch au» Breslau. — 1 Freiherr von Stumm hat seiner Arbeiterschaft zu : Neunkirchen eine erneute Teuerungszulage be» ■ winigt, welcher diesmal auch die Invaliden und j
Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton d. Blatte», iöttne dre Annoncen-Bureaux von Hänfenstem und Bogler mFrnnk^tt N.M., Cassel Magdeburg «.Wien; Rudolf XXVL Moste in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; L. AA’1, -Uuyr9an9« Daube u. Co. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Patt».
Die hat der Herr der Welt gemacht Den Deutschen zu Lust und Freude. Als Deutschland brach der Knechtschaft Joch Auf Leipzigs blutger Aue, Da schlugen Aller Herzen hoch Und Jubel durchschallte die Gaue.
Das war ein heller Oktobertag Als Deutschland seine Fesseln brach. Heil dir, Tag von Leipzig!
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SBünjen, soweit sie aus der Neunkirchener Knapp« schaflskafle Pension beziehen, teilhaftig werde». Die ' Meister und Arbeiter über 24 Jahre erhalten 8 Mk. ' monatlich, die Arbeiter zwischen 19 und 24 Jahren 1 6 Mark, alle jüngeren Arbeiter, sowie die Witwen und Invaliden 4 Mark Zulage. Motiviert wird diese dankenswerte Maßregel nicht. Sie hat natür» lich ihren Grund in den hohen Brotpreiien. — Heber Einführung eines Panzers für die Infanterie verlautet nach der „Militärzeitung" da» folgende: Einen Schutz vor den Verletzungen durch Gewehrkugeln dem Infanteristen während de» Anmarsches zum Gefecht und während des Kampfe» selbst zu geben, soweit die» ohne Behinderung von der Bewegungsfreiheit möglich, ist ein Verlangen, welches bet der riesigen VernichtungSkrast, welche den modernen Ordonnanzgewehren der europäischen Heere innewohnt, immer mehr zur Geltung gelangt. Nunmehr erscheint die Frage der Lösung näher gerückt, indem die Fortschritte in der Stahl- und Eisenhärtung es gestatten, sehr dünne Stahlplatten mit geringem Gewichte cherzustellen, welche zerlegbar und beweglich eingerichtet, vom Soldaten auf dem Tournister mitgenommen und vor dem Uebergang ins Gefecht, auf Vorposten u. s. w. nach vorne über die Brust geschlagen werden. Es ist wahrscheinlich, daß in Bälde praktische Versuche der größeren Abteilungen zur Manöverzeit mit diesem neuen Deckungsmittel vorgenommen werden. So die ^Milirarzeüung". Die Mitteilungen klingen etwas unglaubwürdig, jedenfalls lhut es aber Wohl, einmal von neuen Schutzvorrichtungen zu hören und nicht immer nur von neuen Vernichtungsmitteln. — Auf dem Brüsseler Arbeiterkongreß ist bekanntlich der Wunsch ausgelproche« worden, daß die Arbeiter aller Nationen bei einer Kriegserklärung in einen allgemeinen Ausstand cintteten sollten, um so den AuSbruch des Krieges zn verhindern. Gegen diesen Vorschlag wendet sich nun ausfallender Weise kein anderer als der doch gewiß als Anarchtst und Revolutionär unverdächtige Rochefort. Er hält es für unmöglich, daß bei unfern jetzigen Verhältnissen ein solcher Ausstand ausgeführt werden könne. „Sofien wir," so sagt er, „Ruhm und Patriotismus und Politik gänzlich beiseite: es wird immer so bleiben, daß das Individuum einen Fremden bekämpft, der ihm fern Hausgerät und seine Uhren wegnehmen will. Es steht eben mit der Unterdrückung de» Krieges wie mit einer Heirat: es gehören zwei dazu. Nur bann wird man den Krieg abschaffen können, wenn man ein Versahren gesunden habm wird, um Haß, Verleumdung, Streit und Prozesse zu beseitigen. Dann wird da» goldene Zeitalter zurückgekehrt fein, wenn es nämlich jemals ein» ge-
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Gedenksteine deutscher 1 (Zur Sedanfeier )
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain - _____________Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Dünkt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.
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Kahne, Herre, S Vop (5231
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Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn» und rw-grx
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Z'sLKL'8,11< Mittwoch, 2. September 1891
rntscheidenden Stunde nicht auf Worte und Phrasen mit leerem Schall, sondern auf Thaten, auf Mannesgeist, Mannesmut und ManneSklafc ankommt. Der Tag von Sedan hat Deutschland hoch empor Schoben, eS hat ihm äußeren Glanz gegeben vor »Üen Großstaaten Europas; mit gutem Gewissen können wir aber sagen, daß die Bürger und Staatsmänner des neuen Deutschen Reiches, gerade so wie >n ie»Kirw Fürsten und seine Kaiser, sich nie der errungenen rin od ^°ße überhoben, nie p ohlerisch die Errungenschaften jener Ze t verwertet haben. Deutschland gen stit 1871 und bis 1891 friedliebend, einfach und ienS ii tn,6f9entommenb in feiner Politik fremden Staaten
pgmüber geblieben, und wenn trotzdem rechts und links von unseren Grenzen der Haß gegen das Dewsche Reich nicht blos, sondern gegen Alles, was Deutschtum heißt, genährt wird, wenn absichtlich die Niedlichen Schiebungen des Reichsoberhauptes und feiner Räte entstellt werden, dann liegt un» alle ü für di>s Gebühren fern. Wir find geblieben,
ai 187 He wir waren, ohne Hoß und Neid gegen andere, Hatto» tntl können int ruhigen Bewußtsein unserer Kraft bert, 1 *4 ertragen, wenn hämische und kleinliche Menschen zöter« lind Galle gegen Deutschland auszuspritzen stdrigt ^suchen. Und das ist'», weshalb wir, gerade in lcksidP ^em Jahre, dem Sedantage ein ruhig' und treu’ sichtig- Zinnern widmen wollen. Rauschende SiegeSfeste l» feiern hat heute keinen Zweck mehr, aber wir sprach« ?^en daran denken, was Deutschlands Volk in die & ®°ffen geleistet hat, und wenn heute im Osten und irfolgt« schon wieder mit dem Geschrei gegen Deutsch- £ SÜ nur halb unterdrückt, Kriegs- und Revanche-
Urschrei umläuft, dann können wir zu all' diesem *?fcen kaltblütig die Achseln zucken, und unseren r jo n uod geheimen Gegnern mit einem einigen
®ort den Standpunkt klar machen, und die» einzig ^twendig Wort, das keine Drohung bedeuten, ^dern nur daran erinnern soll, waS da» Deutsche