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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfutt a. M., Lasset, Magdeburg u. Wien; Rudolf YTV1 Qllfifftltttd Mosie <n Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. AA*' Daube it. So. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

MechM Milm

Wöchentliche Settagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham. - Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und ,

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nebst Amtlichem Kreisblatt Hr die l~49s< Kreise Marburg und Kirchhain sowie «etbei Mkriertem Sonntagsblatt werden von 26. allen Postanstalten, Landbriefträgern und

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Wochenschau.

Alles schon dageweicn! So heißt es im AlliagS-

ii nicht dageweien, der Erlaß deS russischen Aussuhr-

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sicheln nährt (so wird wenigstens von dort be­ichtet. D. Red.) und um der Ausbreitung des lloistandes entgegen zu treten, hat die Petersburger

.u " Verbotes für Roggen und Roggenmrhl nämlich. ES ist bekannt, wie f. Z. bei den Debatten im preußischen

Zimmn leben, so heißt es auch in der Politik, aber die sofoil unliebsame Ueberraschung, welche in dieser Woche Rose» uns von Osten her bereitet wurde, ist doch noch

Roggenausfuhr verbolen. Am

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tilie*Bo* "lcht dagewesene Maßnahme ihre ernsten Folgen. 1. Ob ^utschland muß auf die sonstige starke Korneinsuhr reS t Rußland verzichten, der Roggen ist knapp, und [378 Roggenpreis ist den» auch bei unS schon ge- ---oalttQ in die Höhe gegangen und bat den Weizen

)tlUH lveviger hart mitgenommen; in verschiedenen Pro- lmzen des weiten Reiches herrscht heule thatsächlich ein solcher Notstand, daß die Bevölkerung sich von

J lhwersten wird Rußland selbst hierdurch getroffen, ^ubehi denn der Roggen wird in Rußland selbst nicht Kubeh« entfernt so teuer bezahlt, wie im Auslande und [457 mdtl zeigt sich als Folge dieser Maßregel ein "nies Fallen deS Rubelkurses. Immerhin hat die

»it ewporgerissen. Es gilt als feststehende That sreull daß die Weizenernte in vielen Ländern eine 8u:e ist, und wir' werden also schon im Weizen (4bö Baut Ersatz für den fehlenden Roggen erlangen.

Landtage über die Kornzollfrage der Reichskanzler von Caprivi darauf hinwies, daß dem deutsche» Mei» Kornmarkt nach menschlichem Ermeffen auch in diesem Jahre die bedeutende Einfuhr russischen Roggens, Tum af welche Deutschland bisher Jahr für Jahr ange- (4ydi Viesen war, gesichert bleiben würde. Der Regen, 3, welcher der deutschen Ernte manchen Schaden zugc- fto' - fügt hat, hat nun den russischen Saatenstand nicht

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Wie häßlich kleidete es

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Nun ja, ich bi« tinfam, ganz einsam,

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ironisches Lächeln umspielte feine Mund« Er maß die schöne Gestalt, die voll prange»'

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(Nachdruck verboten.) Spiitsommersonne.

Novelle von Gertrude Franke.

(Fortsetzung.)

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d lieber Vater draußen nuter den Birke»

w 5*aft. Meine lieb« Mutter, eine geborene Schwedin, V, 100 «reu Namen ich trage, habe ich leider so früh ver» 0-7 r*?' daß ich mich ihrer nicht mehr erinnere. Ich »' M Vaters Liebe schwer, und schwerer noch den 5? gl' Mlileukreis, den sein Dasein mir gab. Die Menschen iol hier so anders, als ich sie °brauchen kann. Keiue */* 96 keiue selbständige Jndividvalllät, die den Mut iiol sich selber zu bekeuue«! Mit meinem uobe> ^»illicheu Freiheitsdrang, der sich an kleinliche»

»Sie haben ohne Zweifel von dem Nameu ge. t, deu mir meine lieben Mitbürger angehängt', M sie mit gewaltsamem Scherz fort.Wir dürfen rs wohl kleine Absonderlichkeiten erlauben! U Kätzchen, ein Vögelche», ein kleiner Ptntscher oder «bchtelhnnd ist uns gern gestattet. Aber Wotan ist »ueu zu groß gerate». Uod seine Größe ist thae« Naßstab für meine Ueberspaoutheit. Und auch */♦ 1q7fF8en Herr Oberförster gestehen Sie nur--p

«Nein!' sagte er Herd, fast heftig, da dieser Ton wie ein Mtßklang in der Harmonie ihres Wesens 'rte,ich will mich nicht rühmen, einsichtiger zu » als meine guten Mitbürger. Aber ich sehe hinter ser .Schrulle' wie Sie Ihre Liebe für das Tier vruueu belieben mehr: eine tief vereiusamte, büterte Seele, ja ein großes Leid !' Eie sah ihn betroffen au und senkte vor seinem der flammend uud voll Trauer aus ihr log, leisem Erröten die Augen.

»Warum so tragisch?' fragte sie nach einer Weile

[. EtE« Reize vor ihm staub, zu wt sich so herabzuziehen.

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Nur handelt es sich darum: Wie hoch wirb sich der Weizenpreis stellen?, denn bis zur nächsten Ernte sind eS ja nicht nur ein paar Monate, sondern ein volles, ganze- Jahr. Die ReichSregierung scheint ab «arten zu wollen, wie die allgemeinen Marktver- höltniffe fich gestalten. Es liegt heute noch keine direkt mißliche Lage vor, aber die allerschärfste Aufmerk­samkeit und die entschiedenste Energie sind erforder­lich, diese zu verhüten.

Ucbtr den Gesundheitszustand unseres Kaisers sind in letzter Zeit, besonders durch französische Zei­tungen, wieder allerlei tolle Gerüchte verbreitet, wie sie nur in der Pariser Phantasie entspringen können. Tharsache ist, daß da- verletzte Knie des Monarchen zwar noch nicht völlig geheilt ist, aber die Heilung ist doch schon so weit fortgeschritten, daß der Kaiser sich ohne Stock bewegen und Treppen steigen kann. Die kaiserlichen Majestäten haben jetzt an Bord der DachtHohenzollern' im Hafen von Kiel Wohnung genommen und werden dort bis zum zweiten August, drittel verbleiben. AlSdann wird der Kaiser zur Abhaltung der Hcrbstparade über daS preußische GardekorpS nach Berlin kommen, und sich hierauf zu den großen Kaisermanövern nach Oesterreich be­geben. Dem Fürsten Bismarck sind zu Anfang dieser Woche in Kifsingen große Ovationen bei Ge­legenheit der Uebergabe deS von der deutschen Studentenschaft gestifteten EhrenhumpenS dargebracht worden. Der Fürst ermahnte in seiner Dankrede die jungen Leute zur Achtung und Ehrung der Reichsverfaffung und zur Vermeidung allen Partei­haders. Nächster Tage wird der Fürst aus dem bayerischen Bade sich nach seinem hinterpommerschen Landsitze Varzin begeben.

Die Verbrüderungsseste in Kronstadt, Petersburg und Moskau sind den Franzosen über alle Maßen In die Krone gestiegen, und man war der felsenfesten Ueberzeugung, daß es im Laufe des kommenden Jahres mit russischer Hilfe gegen Deutschland los­gehen würde. In jedem Landneste fanden begeisterte Ovationen für Rußland statt, in Paris brachte man bei jedem Hoch auf den Zaren die offensten Wünsche für den Revanchekrieg aus. Diese Tollheiten sind dann aber in Petersburg doch etwas zu viel ge­wesen; eS ist rund und nett erklärt, der Zar habe dem fravzöfischen Geschwader gern alle ihm zukom­menden Höflichkeiten erwiesen, aber wenn die Fran­zosen glaubten, nun sofort mit Rußland einen Re­vanchekrieg gegen Deutschland führen zu können, dann sei da» doch ein großer Irrtum; Rußland wolle den Frieden und nicht den Krieg, was man

Fessel» wund stößt, werde ich »immer i» die Schablone der Kletostädterei passe». Doch ich bin durch meine» Besitz uud meiu Grab au die Scholle gebuudeu. Verstehen Sie den» uuu nicht, daß ich mein ver, ödeteS Herz an et» Geschöpf hänge, daS alles iu Fülle besitzt, was ich brauche: Liebe, Sroßfiuu, feinfühligstes VerstäuduiS, das uas die Wünsche vou deu Auge» ablauscht, noch ehe wir uns ihrer bewußt geworden find uud diese etuztge, uuwaudelbare Treue, die nichts kennt als unS, nichts will, als uuS diene», uud ohne Befinueu freudig das Leben opfert, auf et» Wort, ja auf eiue Sanne, einen Wink!'

Ihre Augeu leuchtete« warm, weich; wie Rührung zittert« «S über ihr Gesicht.

»Zweimal, da ich iu Gefahr war, hat fein Mut, feine Riesenkraft mich befreit. Ich danke ihm mein Leben. Und so würde ich »»bedenklich auch mein Leben in die Schanz« schlagen, gälte eS, daS feine zu rette». _ Und da glaube» Sie wohl, daß «S mich wellig berührt, wenn die kurzfichtige Menge mich um meines Gefährten willen verhöhnt. Schwachherzige Senttmeutalttät war nie mein Fehler. Mögen sie spotten I"

Eine Frage, bi« nach ihre» letzten Worten in ihm ansgestirgeu, drängte fich ihm jetzt gewaltsam über die Lippen. Sein Herz hämmert« wild, still Atem flog, fette Wangen waren jäh erblaßt.

»Und habe» Sie nie «inen Menschen gefunden, Jugeborg, der der Liebe wert gewesen wäre, mit der Sie Wotan überhäufe»?'

Eiue jähe Röte stieg in ihren Wange« empor. Ihre Brauen zogen fich zusammen, ,3a P stieß fi« rauh heraus und blickte finster ans deu Bode», ,ich hab' einmal gelte6t, geliebt und an Treue ge­glaubt.' Sie lachte kurz auf. .Doch ist's lange, lange her. Nuu ist'S vorbei, für immer.'

Er trat näher an sie heran. Ein beseligendes Ahne» ging ihm ans. Sein« Augen leuchteten. .Jugeborg', fragte er stockend, zagend vvd doch wie

angesichts der diesjährigen Mißernte ohne» weiteres glauben kann.

König Alexander von Serbien ist auf seiner Vor­stellungs-Rundreise aus Petersburg über Wien beim Kaiser Franz Joseph in Ischl eingetroffen und dort in sehr herzlicher Weise ausgenommen. Bet Gelegen­heit diese- Besuches ist auch gleich den ihren jungen König begleitenden serbischen Staatsmännern zu verstehen gegeben, sie möchten nach ihrer Rückkehr nach Hause dafür Sorge tragen, daß die bisher sehr häufig zu Tage tretenden anti-österreichischen Demo- strationen in Serbien fortan etwa- abnähmen. Bon Ischl hat sich der König nach Luzern in der Schweiz begeben, von wo er mit seinem Vater Milan zu längerem Aufenthalt nach Paris reist. Die Türkei hat wieder einmal ihren schweren Aerger von dem Räuberhauptmann AthanaS berüchtigten Angedenkens gehabt. Nicht allein, daß der Bandit ihr nicht den Gefallen thun will, sich sangen zu lassen, hat er abermals einen Ausländer, diesmal einen französischen Großgrundbesitzer Raymond, gefangen fortgeschleppt und verlangt 100 000 Frks. Lösegeld für die Frei­lassung. Auf Verlangen des französischen Botschafters hat man sich in Konstantinopel zur Zahlung der Summe bereit erklärt.

Rußland und Frankreich haben in Konstantinopel den Versuch gemacht, den Sultan gegen England auszuspielen. Der türkische Vertreter in London hat dort wegen Abzugs der Engländer aus Ägypten auf den Busch klopfen müsse», aber keinerlei Erfolg damit gehabt. Der englische Ministerpräfident hat den ganzen Fall bis auf später verschoben und auch später wird wohl alles ganz genau so bleiben, wie es heute ist. In Südamerika haben die Auf­ständischen in Chile nach einer längeren Pause, die wohl durch Mangel an Geld und Munition veran­laßt war, abermals den Kampf begonnen. In einem von zwei Gefechten, welche ftattgefunben haben, will die Revolutionspartei obenauf geblieben fein, in dem anderen soll die Regierung das Feld behauptet haben. Der Bürgerkrieg kann also noch lange dauern.

Deutsches Keich.

Berlin, 15. August. Unser Kaiser empfing am Freitag Vormittag in Kiel an Bord derHohen- zollern' den dort eingetroffenen Staatssekretär von Bötticher, welcher auch zu einer größeren Fahrt kingeladen wurde. Um 10 Uhr Vormittags ging dir Yacht .Hohenzollern' nach der Eckernsörder

trunken von dem Hoffnungsschimmer, .war ich der Manu?'

Sie schwieg uud preßt« die Ltppeu fest zusammeu. Ihre Brust wogte heftig.

.Die Wahrheit, Jugeborg! Nur dies «tue Wort! War ich'sp

»Ja!' sagt« fie rauh uud ihre HSude zttterteu.

Seine Brust schwoll vou eisern nnfagbarea Glück. Sie aber saß noch mit de» fteinernen Zöge», die nicht vou LiebeSwooue sprachen.

Er ergriff ihre Hände und hielt fie fest. .Könne» Sie niemals vergebe», Jugeborg?' fragte er innig.

»Ich habe vergeben', erwiderte fie mit rauher Stimme, .»ergeben, weil Verstaub uud Erfahrung mir tu taufeud Fälle» gezeigt habe», wie leicht Mäuuerworte wiege». Aber mein dummes Herz, daS uur feine eigene Logik kennt, eS wirb nie, niemals begreife»!' Sie sah vor fich hi» mit schmerz­voller Ergebnng, bte in fein Herz schnitt.

.Jugeborg!' sagte er mit liefet, überredender Innigkeit, .Sie waren ein Kind! Sie haben immer im Schutz eines begüterten Vaterhauses gelebt. Wissen Sie, was Armnt ist? Wiffen Sie, was Kampf um dies armselige bischen Leben bedeutet? Jugeborg, in dreizehn Jahren der Not, harter Entbehrungen, nuermüdlichen Ringens um einen kleinen Platz auf dieser Erd« beS seligen JugeudtraumeS ich gestehe eS--vergessen P

.Vergessen P flüsterte fie in bitterer, ungläubiger Verwunderung vor fich hin. .Vergessen!'' Et» Zucke», verräterisch, als wolle eS Thräue» verkünde», ging durch ihr Gesicht. Sie legte die Hände über die Augeu.

Er war auf die Bauk neben sie gesunken und suchte leise die weißen Finger zn lösen.

.Vergeffen, Jugeborg', wiederhotte er .wie wir »»ser selbst vergeffen, wenn uns der Schlaf umfängt. Ich habe lange geschlafen, Jugeborg. Doch nun bin ich erwacht I Nun befiuue ich mich aus die selige Wirklichkeit! Ich bin ein Mau» geworden, während

Bucht in See, wo die Majestäten von der Be­völkerung auf das Herzlichste begrüßt wurden. Erst am Abend erfolgte die Rückkehr nach Kiel. Heber den Unfall Seiner Majestät bei Kaiser­aus der Nordlandfahrt wird der »Kölnischen Zig?' aus Kiel berichtet: Seine Majestät stand in leb­hafter Unterhaltung mit mehreren Herren auf Deck, an die Kajütenwand gelehnt, und glitt bei einer schnelle» Wendung auf dem glatten, mit Linoleum belegten Deck aul. Der anwesende Leibarzt Seiner Majestät, Generalarzt, Profeffor Dr. Leuthold stellte sofort fest, daß die rechte Kniescheibe aus der Gelenk­kapsel getreten fei, und renkte dieselbe sogleich wieder ein. Hierauf wurde ein GipSverband angelegt. Die folgende Nacht verbrachte Seine Majestät in ruhigem Schlaf. Gegenwärtig kann Seine Majestät wieder gut stehen und gehen, trägt jedoch vorsichts­halber noch einige Zeit feste Bandagen. Der »Kreuzztg." wird au» Petersburg geschrieben:Seit einigen Tagen enthalten deutsche Blätter telegraphische Nachrichten au8 Petersburg, in welchen besonders hervorgehoben wird, daß der deutsche Botschafter, General v. Schweinitz, der Parade im Lager bei Kraßnoje Sselo beigewohvt hat, daß «r bei einem Frühstück neben der Kaiserin gesessen u. s. w. Dies kann bei Lesern, die mit den bezüglichen Ver­hältnissen nicht vertraut sind, leicht den Schein Hervorrufen, als sei hierdurch dem deutschen Bot­schafter eine besondereAuszeichnung" widerfahren, was aber durchaus nicht der Fall ist. Schon unter Kaiser Alexander II. wurden alle Botschafter, die einen militärischen Rang bekleiden, zur Truppenschau nach Kraßnoje Sselo geladen, und daß General von Schweinitz bei dem auf solche folgenden Frühstück neben der Kaiserin saß, ist gleichfalls ohne politische Bedeutung, da ihm ai8 dem Aeltesten des diplo­matischen CorpS dieser Platz zukam.' Zu Ver­tretern des deutschen Reiches bei den Handelsvertragsverhandlungen mit Italien find bisher ernannt worden die Herren: Wirklicher Ge­heimer LegatiovSrat Jordan, Geheime Ober-Regie- rungsräte v. Huber und Mosler, Geheimer Ober- Finanzrat Schmidt und Legatiovsrat Prietsch. Zur Kornzollfrage meldet dieKöln. Ztg.": Alle Nachrichten au- RegierungSkreisen stimme» darin überein, daß die Deklamationen gegen die Getreidezölle dort nicht den geringsten Eindruck machen. Ter Reichskanzler hält nach wie vor an der Ueberzeugung fest, daß eine Herabsetzung der Getreidezölle augenblicklich angesichts der Handelr- vertragsverhandlungen, welche sür lange Jahre die

mein Herz so fest schlief, daß eS selbst zu träumen vergaß. Uud die heiße ManueSliebe, Jugeborg, die mit mir gewachsen ist, gehört Dir, Dir ganz allein!' Er hatte die Arme nm sie geschlungen. Sie duldete eS still. Ihr Kops war leise an seine breite Brust gesunken. Aus den geschloffenen Augen rannen die Thräuen »och Über di« Wange». Ei» glückliches Lächelu lag über dem stolze» Gesicht.

.Willst Du mir zu eigen gehören, meine süße Jugeborg?' flüsterte er.

Noch immer ruhte st« schweigend uud sebstvergeffen in seinen Armen. Endlich schlug fie die Augen aus, nm fie doch sogleich wieder wie geblendet zu schließen.

Das schöne Männerantlitz über ihr leuchtete in der Berklärnug der Liebe. Uud dazu hatte die Abend­sonne, die feurig zwischeu deu schwere» Wolken hindurchbrach, ihn selbst uud alles ringsum tu glühende Lohe getaucht. Wie blankes Gold schimmerte das ärmliche BretterhäuSche». Flammeud tot lag es aus deu Fichtenstämmeu uud unzählige Diamanten blitzten an dem hängenden schwarzen Haar der Tannen.

Dem langen Kampf war ein seliger Friede gefolgt

Sie waren ein glückliches Paar. Die tiefe Inner­lich kett ihres mit voll gereistem Gefühl geschloffenen LtebeSbnudeS ersetzte, ja überbot weitaus den Sinnes- taumel einer jugendlichen Leidenschaft. Im Leid ge­prüft uud echt befnnben, schien ihre Liebe die Gewähr eines lebenslangen, sichern Glückes zu biete».

Der herb« Reif, deu Jahr« uubksrirdigten Sehueus, verletzte» Stolzes Aber di« Seele der Frau gebreitet, er war an den warmen Strahlen des späten Liebel- glückeS dahiugeschmolzeu. Ihr ganzes Wesen war weiche, fast demütige Hingebung. Der lange zurück- gestaute LiebeSreichtum eines verschwenderisch begabten, kraftvollen HerzeuS strömte nun ungehemmt auf de» Mann über, dem dies Gefühl gehört, fett es zuerst iu der Kioderbrust geknospet

In der stolzen Wahrhaftigkeit ihrer Natur hatte