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gche Leute, welche sich ihre Sparpfennige in irgend nlchen Papieren angelegt haben, sehen mit Traunen, wie urplötzlich die Papiere fallen, und
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Werten Aderlässe vorzunehmen, dann kann die Sache einmal gründlich schief gehen.
Zutreffend ist, daß die Hauptgefahr für den europäischen Frieden der von den russischen Panslawisten begünstigte französische Chauvinismus bilden wird. Es liegt uns fern, diese Gefahr zu unterschätzen, doch wird einem Gedeihen de- deutschen Wirtschaftsleben» etwa damit gedient, daß fortwährend der Teufel an die Wand gemalt wird? Doch ganz gewiß nicht! Auf diese Gefahr find wir, das ist zu wiederholen und besonders zu beachten, seit Jahren durch unsere Friedensrüstung, durch den Abschluß des Dreibundes vorbereitet. Einst wird kommen der Tag, an welchem über Europa ein KriegSgewitter sonder gleichen loSkracht, aber wer will den Tag bestimmen? Ein einziges Steinchen ins Rollen gebracht, kann diesen Krieg herbeiführen, ein einziges Steinchen in- Rollen gebracht, kann aber auch andere Dinge schaffen. Darauf sind wir vorbereitet und das müssen wir ertragen. Aber bis eS so weit ist, soll doch nicht die Lebenskraft der Völker durch fortwährende Angst und Unruhe gestört werden; schlimmer als der Krieg selbst noch ist die Furcht vor dem Krieg, den wir schon bestehen werden.
wo f.P-SM ag Mj Tribüi
erinne
1891
Km nächsten Tage nm die Vifitevzeit stand der Oberförster vor dem kleinen, sanber mit Heller Del» färbe gestrichenen Hanse am Ende der Promenade. Der Name bei Fräuleins von Weltin hatte längst ans der Liste der Pflichtbesuche gestanden, die die
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INN es nur genannt werden, wenn heute, wo alle seit mit der Ernte schon hinreichend Sorgen hat, um noch versucht wird, politische Beunruhigung zu
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. sexkl. Bestellgeld). JnserttonSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
(Nachdruck verboten.)
Spatsommcrsottne.
Novelle von Gertrude Franke.
(Fortsetzung.)
, Die guten Rodeuwalder erbosten sich gewaltig über F Beschränkung ihrer lauggewohuten Privilegien.
vollste Empötnugergoß sich über den rücksichtslosen Wvalthaber. An den Stammtischen ließ man ihm gutes Haar, und manch finsterer Blick zeigte ihm, er sich nicht gerade warmer Sympathien zu vfreuen hatte.
.Doch das focht den Mann nicht an, dem stets "i PflichterMnng oberstes Gesetz gewesen.
Seit ein paar Frevler ertappt anb exemplarisch *Mt waren, begann man einzusehen, daß die früher» Mu Tage nnwiederbriuglich zu Ende seien. Der Wehenden Thatsache fügte man sich leichter. Die «dertretungen verringerten sich und die einsichtigen die die Notwendigkeit der Maßregel begriffen, Avanuen allmählich die Dberhaud über die müßigen vchwätzer und Krakeeler.
Der Dbersöister schien aber auch allgegenwärtig sein. Von früh bis spät durchkreuzte er die Forst M allen Richtungen. Bor seinem durchdriugeudeu vl'.ck verkrochen sich Wilddiebe und Echliogeotzeller. «auch vierbeiniger Weidzeselle, der nach altem Brauch *ttotena Jagd oblag, wurde abgethan, dreiste Holz- md.er hart gestraft.
.«uf einem seiner wetten JuspizieruugSrttte sah J" Oberförster vor sich auf dem bretten Chauffeewrge, *1 Witten durch den Hochwald ging, eine Dame, Gestalt ihm bekannt schien. Seine Zweifel Mauden, als er bald daraus Wotan entdeckte, der N mühselig mit einem jungen, armstarken Banrne yiWe. Ein heftiger Gewittersturm hatte tn der gewütet und den Baum eutwurzettl
Der Oberförster ttirb sein Pferd an und parierte ” dicht neben der Dame.
Sir hatte flüchttg aufgeblickt, beim Rahen der Huf»
machten ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin auf der Segelyacht „Meteor" eine Fahrt auf der Föhrde.
Borkum, 12. August. Auf die vom Staüts- sekrelär von Stephan vom Bord des Kabel schiffe» „Faraday" vor Borkum aus Anlaß der glücklich beendeten neuen telegraphischen Verbindung zwischen Deutschland und England an den britischen General» Postmeister Raikes gerichtete Begrüßungs - Depesche traf nach wenigen Minuten folgende Antwort desselben auf dem neuen Kabel ein: „Ew. Exzellenz danke ich herzlich für Ihr eben erhaltenes Willkomm- Telegramm und sende warmen Glückwunsch zu der neuen Verbindung, welche die deutsche und die britische Nation noch enger verknüpfen und die freundlichen Beziehungen befestigen wird, die zwischen unfern beiden Verwaltungen so glücklich bestehen. Raikes."
engen Jahren eine kaum glaubliche Spielwut, und kpieter find klarer Gedanken nur zu häufig nicht oehr sähig. Berlin indeffen hat sich doch immer wch einen gewiffen Ruf der Reellität gewahrt, und wln kann angesichts des setzt zu Tage tretenden kankelmutes nur annehmen, daß brav im Trüben stfischt wird. Darunter leidet aber das ganze wirt- Mtlichc und geschäftliche Leben, darunter leidet prch der Reichs- und Staatskredit. Was ist das wc eine klägliche Sache, wenn der leitende deutsche veldmarkt nicht einmal ein so festes Rückgrad hat, faß er zu allerlei Klatsch gleichgiltig die Achseln pcken kann, und was soll erst werden, wenn nun Wirklich bedenkliche Dinge verlautbaren? Das Publikum, welches schließlich doch immer wieder plimicrt wird, sein Geld für Wertpapiere aller Art ^erauszurücken, wird Tag für Tag vor den Kops ststoßen, und es kann diejenigen, welche diese Kätzchen machen, durchaus nicht überraschen, wenn chunal die Lockpfeife kein Gehör mehr findet, und ße, wie Karpfen außer Wasser nach ihrem Element, »ach Geld schnappen, da» sich nicht finden will. Die »einen deutschen Kapitalisten haben in den letzten Fahren Millionen an fremden, unsicheren Papieren kiloten. Man soll nur um Gottes Willen nicht Itauit anfangen, nun auch noch bei unseren deutschen
Marburg,
Freitag, 14. August 1891
• iim*) kine Strohhalme, die jedem Windhauch nach- . ich xbxn, welche hier in Betracht kommen, Menschen ncder gesundem Verstand und ruhiger Ueberlegung;
&et no^em selbst solche großen und ange- (.4^22 eher.en Börsen, wie die Berliner, jedem dummen
OOOO i'tkn, und das wird augenblicklich mal wieder mit 1 roßem Eifer besorgt, D'e kleinen Rentiers und
) es nicht, und in der That ist es auch schwer zu erstehen und zu begreifen, wie heute immer wieder ebit uf dem internationalen Geldmärkte und damit " ugleich im Geschäftsleben eine politische Beun>
klatsch zugängig. Wenn so etwas in Paris oder OIC a Wien geschähe, so brauchte man sich nicht weiter a wundern) an den dortigen Börsen herrscht seit
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M-, Caffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf UVI Mofse in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; L. 44 ’ 4 Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Maßregel treffe Deutschland gegenwärtig im günstigen Zeitpunkte, da die neue Ernte teilweise bereits eingeheimst ober unmittelbar vor der Thür stehe. E» srage sich auch, wie lange Rußland das Ausfuhrverbot aufrecht erhalten könne. Die offiziell anerkannte Verminderung der Exportfähigkeit Rußland» müsse fich notwendig im Rubelcomse fühlbar machen, welcher trotz aller JnterventionSkäufe zurückgehe. Zu den daraus resultierenden finanziellen Opfern komme hinzu, daß die notleidende russische Landwirtschaft ihre Produkte in nutzbringender Weise nicht verwerten könne. ES liegen demnach genügende Momente vor, um die Zweischneidigkeit der Maßregel den leitenden Kreisen Rußlands vor Augen zu führen. — Da» „Tageblatt" bringt eine Aeußerung de» amerikanischen Gesandten Phelps gegenüber dem Berliner Bürgermeister gelegentlich der Anwesenheit der Chi- cagoer Ausstellungskommissare betr. die Möglichkeit einer Abänderung der Mac Kinley. Bill mit den Aeußerungen großer amerikanischer Zeitungen in Verbindung, wonach die ganze Tarif- frage demnächst wieder die amerikanische Gesetzgebung beschästigen werde, da die demokratischen Mitglieder de- Senats und deS Repräsentantenhauses eine Bill betreffs Revision des Zolltarifs einbringen werden. — Wie es in Petersburg heute ausfieht, schildert drastisch der Berichterstatter des englischen BlatteS „Observer", der schreibt: „In jedem Klub, in jeder Gastwirtschaft ist die bevorstehende „Revanche" an den verfluchten Deutschen das einzige Tagesgespräch. In diesen Tagen begegnete ich einem hohen russischen Würdenträger. Aufgeregt rief er auS : „Endlich, endlich!" — „Was ist los?", fragte ich. — „Unsere Erniedrigung geht zu Ende. Wir werden die Deutschen in kurzem bekriegen und keinen Pardon geben. Rußland wird zeigen, daß keine Macht es ungestraft verhöhnen kann." Ich erwiderte, daß die russische Regierung und die russische Preffe uns doch versichert, daß dem europäischen Frieden nicht die geringste Gefahr drohe. „Ach", antwortete er, „das ist nur für die Ausländer, wir wiffen es bester." Zum Glück hat die schlechte russische Ernte dafür gesorgt, daß der Weizen der russischen Panslavisten nicht so schnell in den Himmel wächst. — Nach der „Kreuzzeitung" wurde die Lissaboner Volkkbank um 28/io Millionen Mittels bestohlen. Als verdächtig wurden drei Bankangestellte verhaftet.
Kiel, 12. August. Ihre Maflstät die Kaiserin stattete heute Mittag der Prinzessin Henriette von Schleswig - Holstein, Gemahlin deS Professor von ESmarfch, einen Besuch ab. Nachmittags 4 Uhr
schmerzlichen Blick sah sie an ihm vorüber in die Ferne.
„Freilich!' sagte sie halblaut und ihre Lippen zuckten. „Sie können ihn uiederschießeu."
„Ich würde eS müssen, ttotz meines BedaueruS l" sagte er fest, doch klang die Bewegung leise durch seine Stimme.
Nun ging eine leidenschaftliche Erregung über ihr Gesicht. Sie schlug die Hände in bitterer Augst zusammen und ein heißer, flehender Blick traf deu seinen.
.Ich kann ihn nicht halten!' sagte fie tonlos. „Ich hab'S versucht, ihn eiugeschloffeu, au dir Sette gelegt! Aber er ist stärker als Ketten und Baude! Alles reißt er nieder! Und ohne Freihett muß er zu Grunde gehen!'
Ein heißes Mitleid überkam ihn bei diesen wie auS ttefster Seeleuaugst hervorgestoßeueu Worten. War fie so vereinsamt, so arm au Menschenliebe, daß fie deu köstlichen Schatz ihres Gefühls au ein Tier verschwenden mußte?
ES peinigte ihn, daß er ihr nicht helfen, ihre Sorgen nicht zerstreuen konnte. Doch fie erwartete er nicht. Ihr Gesicht war wieder blaß und ruhig, während fie, die Haud so fest tn Wotans Halsband geschlungen, daß fich alle Sehnen krampfhaft spannten, neben ihm her schritt. Sie schien seiner Gegenwart vergessen zn haben.
Bitter empfand er seine Ueberflüsfigkeit Das unruhige Pferd war jetzt nicht mehr zu zügeln. Der Reiter grüßte kurz und höflich, und wett ausgreifend, trug ihn der fliuke Braune bald aus dem Gefichts» kreis der Dame.
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Anstand.
Oesterreich - Ungarn. König Alexander von Serbien, welcher am Dienstag dem Kaiser Franz Joseph in Ischl einen Besuch abgestattet hatte, und von dem Monarchen mit den üblichen Ehren bewillkommnet war, ist jetzt mit seinem Vater, dem Exkönig Milan, nach Paris gereist, wo er mehrere Wochen verbleiben wird. Minister Gras Kainoky hatte mit dem serbischen Ministerpräsidenten Pasitsch eine längere Unterredung; es wird gehofft, daß die serbische Regierung fortan den zahlreichen Oesterreich feindlichen Agitationen, welche sich im Lande in jüngster Zeit geltend machten, das Handwerk legen wird.
Rom, 12. August. Gegenüber den Angriffen deutscher und österreichischer Blätter gegen den Vatikan wegen deS angeblichen Bündnisses mit Frankreich wurde den vatikanischen Blättern auszusühren befohlen, daß der Papst für Frankreich durch die Erklärung, daß die Bekämpfung der republikanischen Siaaissorm vom kirchlichen Standpunkte ungerechtfertigt wäre, genau dasselbe wie für andere Staaten gethan habe. Betreffs des Dreibundes fei es natürlich, daß der Papst ihn nicht lobe, da sich die italienischen Staatsmänner wie Crispi befleißigt hätten, demselben kirchenfeindliches Wesen zuzuschreiben.
Madrid, 12. August. Nach einer Meldung auS Buenos Ayres verlautet bestimmt, Chili werde Bolivia den Krieg erklären, weil letzteres die chilenischen Insurgenten als eine kriegführende Macht anerkannt habe.
Aix les Bains, 12. August. Der König von Griechenland ist heute Mittag nach Paris abgereist.
strenge Etikette der kleinen Stadt jedem neuen Mtt» gliede der Gesellschaft unerläßlich auferlegte.
DeS Fräuleins wenig ermunternde Art, ihre Ab» schließung von alle« Verkehr hatte thn bisher, trotz des Jutereffes, das fie in ihm erweckt, von einer Annäherung zurückgehalteu. Doch nach dem gestrigen Erlebnis, nach einer schlaflos und unruhig verbrachten Nacht, in der die Rätsel und Widersprüche ihrer Natnr ihn unablässig beschäftigt und gequält, war der Entschluß, fie aufzusochen, in ihm gereift Sie zürnte ihm, sie verabscheute ihn und er sehnte fich, ihr zu fagen, wie es ihn schmerze, ihr wehethuu zu müssen.
Er zog die Glocke, deren Ton laut schallend durch die tiefe Stille des wie schlafend im Sonnenbrände des Mittags ruhenden Hanfes drang. Ein hohes, eisernes Gitter schloß das wohlgepflegte Vorgärtcheu, in dem jetzt die Rosen in ihrer Fülle prangten, von der menschenleeren, kleinstädtischen Straße ab.
Der Eingang des Hauser, von großblätterigem Pfeifeukraut dicht umrankt, war an der Schmalsette desselben gelegen. Ein glasbedeckter, verschlossener Vorban bedachte und schützte die blumeugeschmückte Treppe. Au dem Hänschen vorüber konnte er jenseits eines sauber gepflasterte», mit einigen brettäüigeu Linden bestandenen HofeS, auf dem eine Schar schuee» weißer Hennen unter Führung deS stattlichen Hahne» spazierte, tu einen großen Garten sehen, den ein mannshohes Gitter von dem Hofraum trennte. Durch die Eisenstäbe desselben streckte fich bei Viktors Nahe« bellend der Breite, schwarz gezeichnete Kopf WotauS.
Nach einer Wette raschelte eS im Hause, eine Thür wurde geschlossen und schlürfende Schritte ertönten. Durch die bunten Slassenster des Vorbaues sah er die gebückte Gestalt eines alten Diener» mühsam die Treppe herabkomme«.
MU hefttgem Herzklopfen, da» ihm fast de« Atem raubte, gab der Oberförster seine Karte ab.
Der Alte sah ihm müde und halb blöde mtt blaßblanen, wässerige» Augen US Gesicht. Die
Deutsches Reich.
Berlin, 13. August. Unser Kaiser ist von seiner Knteverletzung jetzt so weit wieder hergestellt, daß er ohne Stock oder jede andere Stütze längere Zeit an Deck der Aacht „Hohenzollern" zu promenieren vermag. Am Mittwoch empfing der Kaiser den Grafen Waldersee und den deutschen Botschafter Grafen Münster aus Pari» und zog beide Herren zur Tafel. Die Kaiserin stattete in Kiel verschiedene Besuche ab. Tausende von Personen aus dem Publikum haben den Kaiser an Deck der „Hohenzollern" spazieren gehen sehen, und sich somit über- zeugen können, daß der Gesundheitszustand bei Monarchen zu nichts, was Besorgnis erregen könnte, Anlaß giebt — Die „Nordd. Allg." führt in einem Leitartikel, welche das russische Ausfuhrverbot behandelt, auS, im gegenwärtigen Moment seien die Vereinigten Staaten Amerikas bereit, Rußland voll zu ersetzen. In Reserve stände außerdem die große Anzahl der übrigen Exportländer. Außergewöhnliche Nachfrage bestehe, abgesehen etwa von Frankreich, wo die ungünstigen ErnteauSfichten anfänglich überschätzt worden feien, in keinem europäischen Lande. Deutschland könne der Entwickelung der Verhältnisse ruhig entgegensehen. Die russische
schlage, dem Schnauben und Knirscheu deS TiereS. Die heftige Anrede, die der Forstmann auf den Lippen gehabt, erstarb, als die ruhigen Augen ihn gleichgültig streifte». Grüßend legte er die Hand a» die Mütze.
„Du Forstfrevler!" rief er Wotan scherzend zu, „ich werd' Dich lehre«, Holz za stehleul'
Ein leichte» Rot huschte über ihr weiße» Gesicht. Sie erwiderte hochmütig: „Er stiehlt Ihnen Ihr Hol, nicht. Nur zum Scher, schleppt er die Last ein Endchen!'
Wieder flammte der Zorn in ihm ans. Ihre kurze Abserttgnng forderte eine energische Zurechtweisung heraus. Doch klang eS ruhig und sachgemäß, als er nach einer kleinen Pause meinte:
»Die Bemerkung war auch uur ein Scherz. Doch möchte ich Sie im nachdrücklichste» Ernst darauf hin» weise», mein Fräulein, daß Ihr Hnub hier in steter Gefahr ist, erschossen z« werden.'
Sie hielt mit feindseligem Trotz seinen eindringlichen Blick ans.
»Die» ist eine Straße für Mensch nnd Vieh!' sagte fie kalt. „Wotan geht hier mit vollem Recht! Selbst Sie könne» eS ihm nicht verwehre»!'
Dnrch seine» Zorn ging eine leise Besorgnis, daß fie in ihrem Trotz beharren könne.
„Sind Sie denn sicher, daß er auf dem Fahrweg bleibt?' fragte er, deu Hals deS schlanken Braunen klopfend, de» WotauS Umkreisen unruhig zu machen begann. „Wie, wenn ihn die Jagdlnst packt? Der Hund hat keinen Appell.'
Sie sah schweigend vor fich hi» nnd er konnte, während er »eben ihr rtit, ihr ernstes Gesicht eingehend bettachteu. Ihre Schönheit war von der Art, die mau erst bei näherem Versenke« ganz versteht. Ei» Hauch der Unberührthett, wie er auf der reife« Frucht liegt, war über die regelmäßigen Züge gebreitet Trotz der frauenhaften, wenn auch schlanken Fülle der Gestatt waren sie von zarter, jugendlicher Ruudnng.
Endlich hob fie den Kopf wieder. Mtt refignlertem,
ne Eine große Auklughett
gültig »durch ihr ihotsächlicher VermögeuSbestaod ver- o lindert wird. Man versteht das nicht und begreift
MchMAMM r Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. —
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch. * ...