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Wöchentliche Bellagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und _ - . * Feiertagen. Quartal-Abonnementr-Preir bei der Erpe»

IrQ, dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk 25 Pfg. (exkl.

Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für dir Zelle 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 9. August 1891.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Cassel, Magdeburg u.Men; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Eo. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover, Pari».

XXVL Jahrgang.

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a« »eit. Seife wird

Ge-

Bestellungen auf die

Ieitung

nebst Amtlichem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain sowie Illustriertem Souutagsblatt «erden von allen Postanstalten, Landbriefträgern und der ExxÄition imsereS Blattes (Marburg, Markt 21) fortwährend entgegengenommen.

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Wochenschau.

Der Jubel an der Newa, der ganz Europa zwei Wochen hindurch beschäftigt hat, ist zu Ende. Die französische Flotte hat die russische Seefestung Kronstadt wieder verlassen und ist nach Portsmouth in England in See gegangen, und Kaiser Alexander von Rußland hat sich nach Finnland zur Abhaltung der dortigen großen Manöver begeben, ist aber von den wegen der Schmälerung ihrer althergebrachten Rechte erbitterten Finnländern mit Kühle empfangen worden. Ein Seitenstück zu dem Kronstädter und Petersburger Trubel hat sich in dem französischen Kriegshafen Cherbourg abgespielt, welchen das russische Panzerschiff.Admiral Kornilow" angelaufen hatte. Die dortige Bevölkerung hat die Ruffen in einer Weise gefeiert, al» wären sie direkt vom Himmel herabgestiegen. Erfreulich ist e», daß man fich in den besonnenen Pariser Kreisen wohlweislich gehütet hat, in dieser himmelstürmenden Begeisterung mitzumachen. Man wartet ab und verbirgt gar nicht, daß bisher nichts geschehen ist, was die Fran­zosen zu dem haushohen Jubel berechtigte. Gewaltig btn Mund ausreißen thun die Boulangisten, welche in dem bevorstehenden Besuch deS französischen llebungsgeschwaderS in Portsmouth eine Beleidigung Rußlands sehen wollen.

Die politische Ruhe in Deutschland ist in keiner Weise gestört worden, durch die tollen Spektakel­geschichten in Rußland hat sich Niemand aus der Ruhe bringen lasten. Daß Moskowiter und Fran­zosen un» nicht leiden können, wissen wir, und wenn fie nun zusammen Brüderschaft trinken und un» dabei am liebsten zum Frühstück verzehrten, so tröstet un» doch das Bewußtsein, daß das Verspeisen des Deutschen Reiche» dem Ester gewaltige Magen­beschwerden Hervorrufen würde. Die Rückkehr unsere» Kaisers von seiner Nordlandreise nach Kiel erfolgt

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ToliLöpfchen.

Novelle von A. L.

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(Schluß.)

Werner saß in dem gemeinschaftlichen Speise» zimmer, den Kopf in die Hand gestützt und in dnmpfeS Brüten versunken. Da horchte er aus, den» er Hütte die zitternde Stimme DörtrS, die ihn im Hause ries.

»Jesus, Herr Baurat", schrie fie eiotretend, ,daS «tebt ein Unglück. Die Hedwig hat fich die Rapp- ßute satteln lassen und ist vom Hofe geritten."

Werner sprang entsetzt ans.

«Die Rappstute? Hedwig? Um Gotteswille», wohin?"

»Der Knecht wvß eS wifle». Komme» Sie mit hinaus I" Beide eitten der Scheune zu.

.Krischau", schrie Dörte, »wo ist da» Fräuleiu hin?"

»Ich druk', ihre» Vater aufzusvchen, wenigste»» wollte fie »ach dem See zu."

»Warn« hast Du ihr die Rappstute gezöumt?" . »Weil keiu audere» Pferd mehr im Stall ist, sie find alle zur Arbeit fort."

.Alle?" fragte jitzt Werner.

»BiS ans die beiden braune» Wallache, die der Herr nur für den Sntschenvagen braucht."

»Fort, bring' mir eine» und zwar den reitbarsteu dou diesen beide». Leg' ihm die Treuse au, soust vchtS. Aber so schnell Du kannst l"

In zwei Miuute» war Werner beritten und fragte «w» Knecht: »Kaun mau mit dem Pferde den Fuß, drg über den Birkeuhügel uehmeu?"

»Zur Not, Herr. Aber briugeu Sie das Pferd Nicht iu Schweiß, ich kriege das Douuerwetter, weuu der Herr hött, daß ich einen von diesen Brannen herausgrgebeu habe."

Statt aller Sutwott gab.Werner dem Tier eineu yerstnstoß anb spornte es mit einem gelleuden Schrei, d«b «8 wie erschreckt vorwärts schoß und znm Hose tom stürmte.

zu Ende dieser Woche, auch die Kaiserin trifft dann mit ihren ältesten Söhnen dort ein. In Berlin find amerikanische Herren angckommrn, welche sür die Beschickung der Weltausstellung in Chicago durch die deutsche Industrie Propaganda machen sollen. Die Vorbei» »gung einer solchen Be­schickung ist aber, daß die Bereinigten Staaten eine Ermäßigung ihrer übertrieben hohen Zölle in sichere Aussicht stellen. Welchen Zweck würde es denn haben, eine Ausstellung zu beschicken, deren Land durch un­mäßige Zollsperren alle.fremde Einfuhr hindert? Dann können die deutschen Industriellen doch lieber da» Geld, welche» die Beschickung kosten würde, in» Wasser werfen, sie hörten es dann wenigstens plumpsen. Bon Versuchen mit dem Zonentattf auf deutschen Eisenbahnen war mehrfach die Rede, doch habe» sich die bezüglichen Angaben nicht bestätigt; r» sollen nur die Billetpretse auf den Strecken in der Um­gegend der großen Städte ermäßigt werden. In den hohen Kornpreisen ist jetzt infolge starker Zu­fuhren ans dem Aurlande ein schwacher Rückgang eingetreten. In Deutschland ist das Erntewetter viel­fach noch immer lange nicht so, wie eS sein sollte. Mag es sich endlich beffern.

In Prag haben glücklich wiedermal antideutsche Kundgebungen und Mißhandlungen von Deutschen stattgefunden. Die dortige Statthalterschaft hatte eindringlich vor neue» Tumulten gewarnt, aber der czechische Pöbel sagte:Nun gerade!", prügelte mehrere harmlose deutsche Sänger durch, weil sich dieselben in ihrer Muttersprache unterhielten und sang beim Einzuge kroatischer Ausstellungsbesucher Spottliedrr auf die Deutschen. Eine wahre Muster­stadt! Im ungarischen Reichstage, der nicht nach Hause kommen kann, streitet man fich noch immer über die VerwaltungSresorm herum. Die Regierung hat den Radikalen große Konzessionen gemacht, eS werden wohl die Hauptparagraphen angenommen und dann die Session geschloffen werden. Das ungattsche Parlament ist das einzige, welches noch tagt. Selbst das englische hat seine Verhandlungen schon beendet. Die Thronrede, durch welche die Volksvertretung verabschiedet wird, hat eine äußerst sriedliche Fassung.

Eine Schreckensszene hat die belgische KönigS- familie und das ganze Land in hohe Aufregung versetzt und hätte der Königin Maria säst das Leben gekostet: Die Königin besucht« ihre bekanntlich un­heilbar geisteskranke Schwägerin, die Exkaiserin Charlotte von Mexiko, die in einen Anfall von Raserei geriet und die Königin zu erwürgen ver-

Dte Situation war nnn folgende. Zeischen dem Gutshanse und dem mehrfach erwähnten See lag ei» mit Birke» anb »ieberem Gebüsch bestandener Hügel, über welche» ei» Fußweg iu gerader Richtung führte. Der Fahr, und Reitweg zog fich tu weitem Bogen um den Fuß de» Hügels herum. Der Plan Werners lag also klar auf der Hand. E» war die Möglichkeit, der Rappstute de» Weg abznschveiden, wenn es Werner gelang, in der nötigen Eile mit einem Pferd Über den Birkenhügel zu gelangen und vor Hedwig an jener Stelle zu sei», wo Faß, und Fahrweg hinter dem Hügel zusammenstteße». Die Gewohuhett der Stute, nur erst allmählich ihre Gangart zu be­schleunige», war er, woraus Werner rechnete. Die Gefahr für Hedwig trat erst ei», wen» fich das Tier in Galopp setzte. W:r»er hielt nach drei Minute» schon auf der Höhe deS Hügels fei» keuchendes Pferd und lauschte. SettwärtS von unten her glaubte er einzelne Huffchläge zu hören. Einen Tatt in diesen Schlägen aber» was dar Wichtigste jetzt für ihn zu vernehmen war, konnte er nicht unterscheiden, denn der Fahrweg war nicht gi pflastert, und die Huf­schläge waren aus bloßer lockerer Erde so weit nicht hörbar. Er ritt abwärts und hiell am Fuß. Es war die höchste Zett. Denn soeben stürmte die Rapp­stute Hera», zwar »och mit hochgehobenew Kops und im regelrechtesten Galopp, aber der Augenblick konnte nicht fern fein, wo fie den Kopf in der Höhe ihres Rückens vor sich hiustreckte, die Schweifwurzel nach oben richtete und in gestrecktem Salopp dahin fegte. Werner erkannte da» sofort a» dem wilde», uohetrn- ltchru Fankel» ihrer Auge».

Im Nu schoß ihm durch den Kopf, wa» er zu thun habe. Er sah, daß Hedwig, die natürlich schon alle Gewalt über da» Tier verloren, mit der Linken die Zügel zwar »och fest und kurz hielt, aber mit dem Oberleib schon der Mähne z»gen«igt lag und mit der Richten den HalS umklammerte. Ihr Auge sah verstört geradeaus und die Richtung de» Wege» entlang, der von hier an direkt ans eine Stelle am

suchte. Die Letztere ist selbst sehr leidend und er­schrak begreiflicherweise bei dem plötzlichen Angriff auf da» Heftigste. Ein schwerer Nervenschlag war die Folge, im Laufe dessen man für der Königin Leben große Befürchtungen hatte. Zum Glück ttat bald genug eine Beruhigung ein und find jetzt alle Besorgnisse als überwmiden zu erachten.

Die Schweiz feierte unter allgemeiner Teilnahme der gesamten Bevölterung da» sechShundertjähttge Bestehen der Eidgenossenschaft. Im Jahre 1291 gingen nämlich die Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden da» erste geschichtlich nachgewiesene Bündnis zur Abwehr fremder Herrschaft ein. Der Schauplatz der gegenwärtigen Feier, an welcher auch viele Reichsdeutsche fich beteiligten, waren Schwyz und die Rütliwiese.

Ganz grausige Nachrichten kommen auS der französischen Kolonie Tonkin in Ostasien. Dort sind die noch nie richtig besiegten Eingeborene» wieder einmal aufgestanden und haben schwächeren stanzösischen Kolonien selbst Niederlagen beigebracht. In China dauern die Christenverfolgungen »och fort. Die chinesische Regierung will nach ihren Worten diesem Unfug an jedem neuen Tage ein Ende machen, aber eS bleibt bei dem Wollen. Auf Veranlassung Frankreich» werden nun die in China diplomatisch vertretenen Staaten mit der Pekinger Regierung ein letzte» und recht ernsteS Wort reden und hoffent­lich wird die» nützen. Andernfalls sprechen die Geschütze ein Wort mit.

Deutsches Deich.

Berlin, 8. August. Kaiser Wilhelm wird wahrscheinlich heute Sonnabend, Vormittag, von seiner NordlandSsahrt in Kiel eintreffe» und dort acht Tage verbleiben. Die Kaiserin Augusta Viktoria, welche am Freitag mit den kaiserlichen Prinzen auS England in Potsdam angekommen ist, reist sm Sonntag nach Kiel. Wie der »Reichsbote" wiffev will, wird der Kaiser erst am 18. August in Potsdam erwartet. Seine Ankunft soll sich so vollziehen, daß er gleich am Bahnhofe zu Pferde steigt und der Ueberführung der Leiche des Führer» der Gardes-du-CorpS in der Schlacht bei Zorndorf, von Wackenitz, beiwohnt. Man muß also ärztlicherseits annehme», daß bis dahin alle Folgen der Beschädigung de» Kniee» vollständig überwunden sein werden. Ihretwegen bleibt der Kaiser auch den Kavallerie-Manövern bei Bromberg, die ihm leicht zu große Anstrengungen auflegen könnten, fern. Die Kaiserin Friedrich ist

See führte, wo das Ufer am steilsten war. Eie be- merkte den harrende» Reiter »icht. Plötzlich stürmte Werner, den Augenblick des Zusammentreffens genau berechnend, vorwärts. Sein eignes Tier den Schenkeln krampfhaft umklammernd, beugte er fich vor, nm Hedwig in die Zügel zu fallen. In jähem Schrecken prallte die Rappstute etwas bet Seite. Nach dem Gesetz der Natur wttd dadurch der Körper der Reiterin, da er der Bewegung des Pferdes nicht zugleich folgt, nach der andern Sette, also in diesem Fall nach Werner zu geschleudert ein Glücksnm- stand, den dieser natürlich nicht berechnen konnte. MU dem rechten Arm zngreifmd, reißt er Hedwig zu fich herüber, so daß fie fast quer über seine Schenkel zn liegen kam. Die Stute selbst schlägt wütend »ach Werners Tier ans, ohne eS zn treffen, und verschwindet in einer Wolke von Staub und emporgeschleuderten Srdmaffe».

Die nächste Aufmerksamkeit Werner» mußte sich b-greiflicher Weise darauf beschränken, sein eigenes rmrnhig gewordenes Pferd wieder in die volle Gewatt zu bekommen, ehe er darüber nachdenken konnte, was er mit der teuren, geliebten Bürde beginnen sollte. Denn wie er fie zu fich herübergeriffm, so lag fie noch, aber ohnmächtig, von seinem rechten Arm nm- fangen und so gegen daS Herabgletten gesichert. Die linke Faust des Retters war vorläufig mit der Führung der Zügel vollauf beschäftigt. Ohne die Hilfe eines andern verzweifrtte er fast, Hedwig ohne Schaden davon zu bringen, da er bei dem unruhige» Gang der Pferdes, das bisweilen wie in der Er­innerung an die schlagende Stute einen Schritt seit­wärts fuhr, manchmal auch nicht vorwärts zu bringen war, zu fürchten hatte, der Körper Hedwigs werde den Schwerpnntt ihrer Lage in einem unbewachten Augenblick doch noch verlieren.

Da fiel der Blick Werners auf einen Man», der auf einem Stein fitzend sein Vesperbrot zu verzehren schien. E» war einer der Holzschläger. Er winkte den Mann heran. »Hattet mir da» Pferd l" befahl

am Freitag Abend zum Besuch des Fürsten Hatzfeld auS Homburg in Trachenberg in Posen eingetroffen. Der neueste preußische Staatsanzeiger veröffent­licht btn Gesetzentwurf betr. die Heranziehung der Fabriken u. s. w. mit Vorausleistungen für den Wegebau iu der Provinz Brandenburg. Der Wiederzusammentritt des Reichstage» veranlaßt dieNordd. Allg. Ztg." zu folgender Be­merkung:Die Blätter nehmen von der Meldung eine» Münchener Blattes Notiz, nach welcher der Wiederzusammentritt des Reichstages bis zum 10. November in Aussicht genommen sei. Daß der Reichstag bis zn diesem Tage vertagt werde, ist be­reits am 9. Mat durch Verlesung der bezüglichen Kaiserlichen Botschaft im Reichstage verkündet worden, und seither Jedermann bekannt. An welchem Tage der Reichstag von diesem Termin ab seine Sitzungen wieder aufnehmen werde, ist dem Ermessen deS Prä­sidenten anheimgestellt und bisher auch keine Be­stimmung hierüber getroffen worden." Die Ein­berufung der preußischen General-Synode ist dem Vernehmen nach sür die zweite Woche des November in Aussicht genommen. Allem Vermuten nach werden die bezüglichen Vorschläge der beteiligten Ressorts dem Kaiser nach dessen Rückkehr nach Berlin unterbreitet werden. DieVoss. Ztg." hört von maßgebender Seite, daß in der letzten Woche die Anlagen bei der deutschen Reichsbank erheb­lich zurückgegangen sind, eine Erscheinung, die übrigens alljährlich um diese Jahreszeit einzutreten pflegt. Die Leitung der Instituts ist indeß ihrem seit längerer Zeit beobachteten Prinzip treu geblieben, eine Herab­setzung der offiziellen Zinsrate nicht ein treten zu lassen. Teils raten von einer solchen Maßnahme die Ver­hältnisse des heimischen Geldmarktes ab, aus welchem der PrivätdiSkont eine langsam anziehende Richtung verfolgt, welche die Spannung zwischen dem offiziellen Satz und demjenigen am offenen Markt verengt, teil» ist eS die Rücksichtnahme auf den herannahenden Herbstbedarf, der sich in diesem Jahre er­heblich höher stellen dürfte, al» in den Vor­jahren, die der Bankleitung Reserve auferlege». In Bezug auf die Chicagoer Ausstellung wird derFrkf. Ztg." aus Berlin gemeldet:ES werden hier Stimmen laut, die den praktischen Nutzen der Beteiligung der deutschen Industrie an der Chicagoer Ausstellung bezweifeln. Erzählt wird folgender AuSspruch, den der amerikanische Gesandte Mr. Phelps, zum Bürgermeister von Berlin gethan hat. Herr Phelps hat geäußert:Wenn die Deutschen durch die Ausstellung bewiesen, daß fie

Werner. Der Mann erkannt« mit einem dumpfen Lant deS Erstaunens in der Ohnrnächttgen die Tochter seine» SntSherrn.

»Tretet rechts", fahr Werner fort, »and habt acht, daß Ihr den Wallach, während ich niederglette, von rechts nach links drängt, damit er im Fall einer Be­wegung nnS nicht mit den Hufen zu nahe kommt." Der Manu sagte ihm kurz und kopsnickend, daß er ihu verstanden hab«. Dann legte Werner den eigenen Oberkörper zurück, hob mit dem linken Arm das Mädchen nach rechts, schwang feinen linken Fuß über den Bng deS Pferdes »ach, während der rechte die Last HedwigS z» tragen hatte, und glitt fo mit gleichen Füßen zur Erde.

»Ihr werdet den Wallach znrn Hof führen und sofort einen Wagen mtt der Dörte herauSschicken, daß sie daS Fränlein holt, beeilt Euch l" lautete Werner» weiteres Geheiß. Der Mann trabte mit dem Pferd davon. Werner hatte Hedwig auf feine beiden Arme genommen und spähte nach einem geeigneten Platz, wo er fie niederliebe. Er trug fie die Böschung deS Hügels empor und legte fie an einer Stelle nieder, wo MooS Md Heidelbeerkrant hinter dichtem Brombeer­gebüsch ein geeignetes Lager boten.

Nun kniete er bei Hedwig nieder, strich ihr über Schläfe und Stirn, wobei er ans die Wirkung eine» Lüftchens rechnete, das über die Ebene wehte. Jetzt schlug fie die Auge« auf Md sah ihn eine Welle fest nnd starr an, als wenn fie noch nicht» begriffe.

»Ich bin eS, Hedwig, befinnen Sie fichl" sagte Werner leise neben ihr, »Sie find ohnmächtig ge­worden, al» ich Eie von der Rappstute herunterriß."

lieber die Glieder deS Mädchens flog ein leichter Schauer, langsam legte fie beide Handflächen über dar erbleichte Gesicht, fie mußte begriffe» habe». Weruer ließ fie gewähren, bis fie das Wort von selbst M ihn richten würde. Noch immer lag er auf einem Knie neben ihrem Kopf. Er bemerke, daß ihr ganzer Körper unter heftigen Zuckungen bebte, zwischen den Fingern hindurch brrog mühsam Der»