>urg
grbfete ausgesucht und Fabrikate im Jnlande zu Preisen abgegeben werden, welche bei den gesteigerten Betriebs» und Arbeitslöhnen, Rohmaterialien- und Kohlenprrise oft nicht die Selbstkosten deckten/ wodurch selbstverständlich denjenigen, welche bisher mit ihren Fabrikaten den inländischen Markt versorgt hatten, eine bedeutende und mächtige Konkurrenz geschaffen ist. Um die dadurch hervorgerufene Schmälerung des Nutzens einigermaßen zu mildern, wußte Bedacht genommen werden auf Vermehrung des Umsatzes und die damit verbundenen Erweiterungen der Betriebsstätten. Das hierbei beabsichtigte Ziel ist leider nicht immer erreicht worden. Der ungenügende Absatz und die dadurch festgestellte Ueber- prodoktion füllten die Lager und batten das Sinken der Preise der Erzeugnisse im Gefolge. Dieser geschäftliche Rückschlag hat seine nachteiligen Wirkungen auf die allgemeine Geschäftslage nicht verfehlen können, deren Folgen wohl auch die vielen und berechtigten Klagen über schlechten Eingang der Außenstände sein dürften. Die Hausindustrie leidet ebenfalls unter den bestehenden geschäftlichen und wirtschaftlichen Be- drückungen. Wenn trotzdem die Fabrikbetriebe nur vereinzelt eingeschränkt worden find, so ist dies lediglich zuzuschreiben der den deutschen Fabrikanten eigenen Ausdauer, deren nicht genug anzuerkenneude« sorgvollen Fürsorge für ihre arbeitslustigen, treuen und bedächtigen Arbeiter und der Hoffnung auf beflere Zeiten."
Hedwig ging voran und trat in die lichtere Dämmerung hinaus. Der Manu neben ihr ließ ihre Hand nicht los.
„Warnm zittern Sie so hefttg, Hedwig?" fragte er und wollte sie von neuem umfangen.
, Da znckte sie nur einmal mtt schenem tage nach M herum, riß ihre Hand aus der seiutgeu und schlug •dbe mit leisem Schrei vor'L Erficht. •
, »Aber ich verstehe Sie nicht, Fräulein Hedwig!" >°ite der verblüffte Krochlttz. „Sie habe» mir so "Hveidenttge Beweise Ihrer Neigung gegeben, mir
ToNLöpfchrrr.
Novelle von A. L.
(Fortsetzung.)
So tiiix sie einige Schritte zwischen den hochge- schoffeueu, schlanken Stämmen der Nußbäume hin. Den Weg kannte sie bliudltvgs. Plötzlich blieb sie stehen. Neben ihr mußte fich ein lebendes Wesen befiadeu. Sie glaubte einen flüsternden Laut gehört » haben. Alle ihre Sinne, alle ihre Gedaaken waren doll von dem, was kam. Und nun flüsterte es noch
einmal: „Hedwig!" Und eine warme Menschenhand lachte die ihre. Da warf sie, ihrer selbst nicht mehr »ichtig, mtt einem leisen, unverständlichen, selige» Schrei die Arme um die Gestalt und bot ihre Sippen willenlos an der Brust des Geliebten empor nud schloß die tagen nnb ruhte so.
„Du liebst mich, Hedwig!" sagte der Mau« mit eine» letseu Ton.
„Ich hab' eS ja selbst nicht gewußt bis jetzt. Wer hat Dtr'S verraten?" war ihre halb gelachte, halb geschluchzte Antwort.
„Trägst Dn nicht meine Rosen an Deiner Brust?" ■ Plötzlich zitterte sie, wie zu Tode getroffen. — Die letzten lauter gesprochenen Worte vareu nicht »ie des Mannes, au den fie dachte. Sie trat zurück.
»Wir wolle» geben", hauchte fie touloS. „Kommen Sie aus dem Dickicht."
k». • 6‘/9106' 8'/, 98*
Deutsches Deich.
Berlin, 7. August. Kaiser Wilhelm hatte am Donnerstag Morgen Odde in Norwegen ver- laffen und ist an Bord der Dacht .Hohenzollern" nach Skavanger in See gegangen, wo die Ankunft am Abend erfolgte. Sonnabend oder Sonntag wird der Kaiser in Kiel ankommen. — Die Kaiserin Augusta Viktoria und die ältesten kaiserliche» Prinzen kehren heute Freitag nach Potsdam zurück. Die Kaiserin Friedrich reift heute aus Hom- bmg zum Besuch des Fürsten Hatzfeld nach Drachenberg und von da zum Besuche ihres Husaren-Regi- weuteS nach Posen. — In der gestrigen Konferenz der Chicagoer Weltausstellungs-Kommissare mit dem Reichskommiffar Geheimen Regierungsrat Wermuth wurde nach einem Bericht des ,W. T. B." der wesentliche Teil aller einschlägigen Fragen erledigt; namentlich handelte es sich dabei um die Platzsrage. Nachdem vom Reichskommissar der ungefähre Raumanfpruch Deutschlands auf der Ausstellung festgestellt worden war, erklärten die Kommissare, daß die für Deutschland in Aussicht genommenen Gebäude den mitgeteilten Ansprüchen vollauf genügten, daß aber auch einem etwa sich herauSstellenden Mehrerfordernis gegenüber entsprochen werden würde. Tue übrigen Fragen betrafen den Transport der Ausstellungsgüter sowie deren Versicherung, ferner den Patentschutz, das Mitbringen deutscher Arbeiter, die Einrichtung besonderer Räumlichkeiten für Gebäude nationalen Charakters und sm den Getränkeausschank; alle wurden eingehend besprochen und in befriedigender Weise geregelt. Was die Vertretung der Kunst auf der Chicagoer Aus- stellurg angeht, so sind besondere Verabredungen Vorbehalten, da ein für diese Angelegenheit bestimmter
V 8 85 5*/, l^ - 8»/,. f 4*/. 8a 4*/8 Ktf 8'/, 1«/, 101' 9’ ä 79*
4»/, 94' 0’/410i 0'/. 71 2‘/g 82-
5*/« g 51 , Sk 03/, 0 0 831
3»/,10^ 6‘/ * 1 * 91'
6*/t! *
Bestellungen auf die
nebst Amtlichem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham sowie Illustriertem Sountagsblatt werden von alle« Postaustakten, Landbriefträgern und der Expedition unseres Blattes (Marburg, Markt 21) fortwährend .entgegengenommen.
besonderer Delegierter von Chicago nach Berlin unterwegs ist. Die Chicagoer Komwilsion begiebt sich
von hier nach Frankfurt a. M., dann nach Oesterreich-Ungarn, Schweden, Norwegen, Dänemark und der Schweiz zum Z-r«ck ähnlicher Vorbesprechungen, tote sie hier stattgesunden haben. — Im Jahre 1890 betrug die Einfuhr in Deutschland 4162,1 Millionen Mark, die Ausfuhr 3166,7 Millionen Mark. — Wie die „Münch. Allg. Zig." aus Berlin erfährt, ist der Wiederzusammentritt des Reichstages auf Dienstag, 10. November d. I. in Aussicht genommen. Die Volksvertretung würde damit hinreichende Zeit haben, die Handelsverträge durchzuberaten, welche- am 1. Februar 1892 inkraft treten sollen, und wohl auch dir Beratung des Reichshaushalts-Etats nach Möglichkeit fördern können. — Für die Ausarbeitung einer Regierungs-Vorlage über die Aufhebung der Stolgebühren in Preußen waren, wie bekannt, vorläufig Ermittelungen angeordnet worden. Wie jetzt verlautet, ist das eingeforderte Material von den behördlichen Organen vollständig eingelaufen und dem kgl. statistischen Bureau zur Bearbeitung zugegangen. Erft nachdem diese umfangreiche Bearbeitung abgeschlossen ist, nach welcher sich die finanzielle und lonftige Bedeutung der Frage übersehen taffen wird, kann an die weitere Beschlußfaffung und die Ausarbeitung eines Gesetz-Entwurfs gegangen werden, dessen Erscheinen sich jetzt noch nicht abmeffen läßt. — Die Verhandlungen wegen der neuen Kolonial- Lotterie find noch immer nicht zum vollen Abschluß gediehen. Es wird aber nächster Tage ein definitives Resultat erwartet. — Die in den preußischen Staatsfabriken mllttärischen Charakters erfolgten Arbeiterentlassungen sind jetzt zum Teil wieder ausgehoben. Die Leute, welche dort meist Jahre lang beschäftigt waren, wurden durch diese Kündigung schwer betroffen. Man sogt, die Aufhebung der Kündigung sei auf spezielle Anweisung des Kaisers erfolgt. Die preußischen Behörden find amtlich angewiesen, Erhebungen über die Dauer der Arbeitszeit der Angestellten der Pserdebahnen, OmniduSgesellschaften und ähnlicher Institute anzu- stellen. — Aus Straßburg wird amtlich gemeldet, daß eine außerordentliche Vermehrung der Paß- zwangSmaßnahmen nicht stattgefunten hat. Von Pariser Zeitungen wurde dies behauptet. — Eine Brochüre „Gieb «ns Brod, Kaiser!" von „Florian Geyer" ist in allen Berliner Buchhandlungen mit Beschlag belegt worden. Der Inhalt der Brochüre stellt die Lage im Reiche als eine bittere Notlage dar, von welcher Kaiser Wilhelm durch einen Geist Kenntnis erhält, der ihn im Lande
Kuß nnb Umarmung -»gestanden, warum zieren Sie fich denn noch?"
»Verlassen Sie mich, Herr von Krochlitz, ich will allein tn das Hans zurückkehren', keuchte fie.
.Nicht bevor ich mich meines vollen Glückes ver- fichert habe."
.Sie werden vergessen, was geschehen ist." .Ich denke nicht daran."
.Sie werden mir Ihr Ehrenwort geben, daß ich Ihne» »ichts eingeränwt habe, was Ihnen Ansprüche gebe ans meine Hand."
»Ich gebe nichts aus. Sie haben mir bewiesen, daß Sie mich lieben —"
.Nein, nein!' rief fie heftig.
»Das kennen wir!" war seine selbstgefällige tat- wort. .Junge Mädchen hätten im Anfang gar zu gern den Finger zurück, den fie n»S in einem nude- wachten Augenblick bieten. Wer ihn nicht festhalle» kann, kommt anch nicht zu der ganzen Hand. Gute Nacht, Hedwig! Gnte Nacht, mein Bräutcheu! Und keine» Kuß mehr? Nun gut. Morgen hol' ich mir alles »ach. Träume» Sic ei» wenig von Ihrem Robert. Heut' find Sie mir böse, well ich Sie über, rumpelt habe. Das geht vorüber. Morgen find Sie froh, daß alles so rasch gekommen. @nte Nacht, süße Hedwig!' Kußfiuger werfend verlor fich Krochlitz in die Schotten des Wohnhauses. Hedwig sank auf eine Gartenbau! und Überließ fich den verschiedenen Stürmen ihrer Scham und ihres Zornes. Aber eine Lösung auf die Frage: .Wenn Krochlttz nicht edel deutt — was bann ?" — eine Lösung fanb fie nicht.
Am nächsten Morgen saßen MelmS nnb Krochlitz im abgeschlossenen Zimmer bei einanber. Was ihm ber junge Mann sagte, mußte viel Kopfzerbrechen kosten. Manchmal zog er die dichtbehaarten Augenbrauen hoch auf und sah auf den schwatzende» Mund ihm gegenüber. Manchmal stemmte er den Ellbogen aufs Knie und legte sein Kinn mit einem nachdenklichen Hm! Hm! in die Handfläche. Und da» Ergebnis von allein war schließlich, daß et die Hände breit ans
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham
Illustriertes SonntagMatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
umherführt. — Der französische Botschaster in Berlin, Herr Herbette, wird dem dringenden Wunsche seiner Regierung entsprechend seinen hiesisen Posten beibehalten, obwohl er mit Rücksicht auf die schwache Gesundheit seiner Gemahlin sich um den klimatisch angenehmeren Posten in Konstantinopel beworben hatte. Man kann, so fügt die.N.A.Z." anscheinend halbamtlich dieser Meldung bei, über das Verbleiben eines französischen Vertreters in Deutschland, beffen friedliebende Gesinnung und dessen loyaler Charakter sich bei jeder Gelegenheit bewährt, nur angenehm berührt sein, und darf in dem Wunsche, dem die französische Regierung in dieser Personenfrage Ausdruck geliehen, wohl eine Bürgschaft dafür erblicken, daß dieselbe besonderen Wert darauf legt, ihren fich allgemeiner Wertschätzung erfreuende« Vertreter beim deutschen Kaiserhofe in seiner jetzigen Stellung erhalten zu sehen.
Köln, 6. August. Wie die „Köln. Ztg.' aus Petersburg von unzweifelhaft gut unterrichteter Seite erfährt, ist man in russischen Regierungskreisen sehr befriedigt über die Haltung der türkischen Regierung und die gegenwärtig in Konstantinopel ausgesprochene franzosenfreundliche Stimmung, welche sich dort Bahn bricht. Nicht zum Geringsten sei dies da» Verdienst des französischen Militärbevollmächtigten Berger, welcher mit russischen College« Stimmung mache. Hier hofft man, der Sktmmungsschwung werde demnächst durch Maßregeln der türkischen Regierung fühlbar.
Liegnitz, 6. August. Der Jahresbericht der Handelskammer zu Liegnitz führt in feinem allgemein en Teile aus: „Das Berichtsjahr 1890 berechtigte anfänglich zu der Hoffnung, daß der Verlauf desselben als ein geschäftlich nicht ungünstiger zu bezeichnen sein werde. Im Laufe des Jahres wurde diese Erwartung fast auf allen Geschäftsgebieten zur entmutigenden Enttäuschung : Das neue amerikanische Zollgesetz lähmte die Warenausfuhr in empfindlichster Weise. Nicht nur au5 den Vereinigten Staaten von Nordamerika und dem übrigen überseeischen Auslande, sondern auch aus den übrigen europäischen Festländern gingen Aufträge nur ipärlich ein. Diese Thatsachen übten auf allen Geschäftsgebieten und Unternehmungen einen hemmenden Einfluß namentlich auf die Thätigkeit aller industrieller Betriebszweige aus. Fabriken, welche früher nur ganz bestimmte Artikel für den Export arbeiteten, waren genötigt, sich auf die Herstellung socher Erzeugnisse einzurichten, die sie frührer nicht unfertigen ließen. Hierfür mußten andere als bisherige Absotz-
bie Schenkel schlug und schrie: ,Nn, wenn baS so ist nnb die Hedwig hat Sie so gern, wie Sie sagen — meinetwegen. Am «nbe bin ich'« ja nicht, ber Sie heiratet, nnb beS Menschen Wille ist sein Himmelreich. Ich habe gegen einen Schwiegersohn, wie Eie, mein lieber Krochlitz, im Grunbe nichts. Das flattrige Wesen wird sich beim Ehemann verlieren, nnb daß Ihr hübsches Gut nicht etwa von Ihrer laudwirt- schaftliche» Weisheit bis in Grund und Loben verdorben wirb, dafür soll der Schwiegervater »ach Kräften sorgen. Jetzt reiten Sie mal nach den Holz, schlägeru und berichten Sie mir zu Mittag, wie weit fie mit Fälle» find. Ich will mal mit meiner Tochter ein Wörtchen reden."
Diese hatte fich noch nicht sehen lassen. Als Melm« hinauf ging und in ihr Zimmer trat, saß fie bleich und überwacht am offenen Fenster nnb starrte hinaus. .Guten Morgen, Kind. Der Krochlitz hat um Dich angebalten." — ES konnte sie nicht mehr erschrecken. Der Gedanke war ihr die Nacht über nur allzu ver- traut geworden.
»Also doch!' sagte fie nur leise und neigte ben Kopf vornüber.
»Nachbem, was gestern abtnb borgegangen, kann ich an Deiner Zustimmung nicht zweifeln. Ich habe nichts gegen bie Derbiubnug, obschon ich — ber Teufel soll mich Holm, wenn ich alter Kerl mich ans Weiber- launen verstehe — ich dachte, meiner Seel', ber Wind blieS von einer andern Ecke. Aber so mag'S drum fein. Hast Du Dich ihm an dm Hals geworfen, so läßt fich's nur entschuldige», wenn Du brau hänge» bleibst. Kein Wort mehr batflber. Nun komm zum Kaffee!" Etwas unwirsch warf er die Thür hinter fich zu, ohne abzuwarim, ob ihm bie Tochter folge.
Der Banrat Werner war schon nm fieben Uhr nach bem San anfgebrochm nnb hatte noch nichts erfahren. Er kam auch zur Mittagszeit nicht. Erst gegm vier Uhr erfchim et auf bem Hofe. Da» ganze Gefiude war auf ben Felbern, ein einziger Knecht schnitt Futter in ber offenen Schenumflut, nnb am
Ausland.
Frankreich. Die neuesten, von dem Postdampfer „OxuS" gebrachten Nachrichten aus Tonking find geradezu entsetzlich, gräßlich, ein Hohn auf die Gesittung, welche Frankreich dort zu verbreiten vorgiebt. Sir lauten: „Während der letzten vierzehn Tage sind 30 Gefechte mit den Piraten vorgekommen, in welchen 139 der letzteren fielen. In einem einzigen Gefecht, bei Thantrock, wurde eine Bande von 40 Piraten samt ihrem Führer niedergemacht. In Dutten haben die Einwohner selbst, aus Rache für einen ersten Ueberfall, einen Anführer und seinen Adjutanten festgenommen und erschossen. Je weiter es kommt, desto schärfer fällt die Ahndung aus. Unsere aufs äußerste erbitterten Soldaten find dahin gekommen, es zu machen wie die Chinesen. Jedem Toten oder Verwundeten wird der Kopf abgeschnitten und, auf einen Pfahl gespießt, öffentlich aufgestellt. An manchen Orten find Doppelreihen solcher mit blutigen Köpfen geschmückter Bambuspfähle ausgestellt
Brunnen stand die Dörte, kupferne Kessel scheuernd. MelmS war heute selbst »ach dem See geritten. Hedwig stand an einem Fenster des Erdgeschosses nnb sah Werner durch die kurze Allee ber Einfahrt heranschreiten. Sie brach in heftiges Schluchzen an» und sank, baS Gesicht in bas Taschentuch bergeub, auf einen Stuhl.
Dörte rief ben Sanrat heran.
„Wissen Sie schon?"
„Was, Dörte?"
„Nun, bie große Neuigkeit. Der Krochlitz hat nm bie Hebwig ungehalten, nnb fie ist Braut."
In diesem Augenblick fiel Hedwigs Ange wieder durch das Fenster. Sie sah den Baurat bei Dörie stehen, sah diese hefttg gestikulieren nnb sah Werner selbst in beinahe fassungsloser Haltung mtt totenbleichem Gesicht auf bie Alte starren. Diesen Augenblick ertrug fie nicht. Sie schnellte vom Stuhl empor, staub überlegen!) nur einen Augenblick lang, bann war fie in reinen mit fich selbst. Nach ihres Vaters Zimmer flog fie nnb riß eine Reitpeitsche dort von der Wand, dann quer Über den Hof der Scheune zu, wo ber Knecht arbeitete. Dörte Über ihre Arbest gebeugt, benutzte sie nicht. Werner war mittlcrmeile ins Haus getreten.
Zwei Minuten später führte ber Knecht bie Rapp, flute aus ihrem Stall. Hedwig schwang fich vom Prellstein ber Stallpforte auf ihren Rücken nnb gab ihr einen leichten Hieb, daß fie zu bäumm versuchte Die Reiterin aber zwang das Tier zum strmgsten Paßgang, wobei e» die Vorderfüße gestreckt fetzte, wte das geschulteste ZtrknSpferd. Hedwig war eine von ihrem Vater selbst ausgebildete Retterin und wußte genau, welchem Tier fie fich anvertrante.
Der Pferdttritt auf dem Hofpflaster machte Dörte aufblicken; Hedwig erkennen und die Rappstnte dazu, und aufschreieu war eins. Sie fuhr mtt ben tagen im Hof umher, bemerkte aber niemand.
(Schluß folgt)
»Y-r, r. 9
hrmn
(456
Mtffe 2?
ür eiBj rmicihs abt 2
eci 11.
n Haus 6, zu mW lhen
tte Pitt »Hutt» ember I
[482 airu.
t 17.
Haspä Etage Zubehöi [457 elbft
: 25 i rnitthei Mg,
<47?z cht eim 8« Adr s48Y ne alten Mg Doi iahe tg igen um T4824 > Stm, für ein oie eit# ine Piü [479!
k. 5. eilte» loder u
[474 meins l Rr. 2 r anbei
(409 er er.
zum 1 jimmm erleitim :miethvi se 13.
' frühe hrmn ieller it
(461 -sie 9
teion 2 sröf. bei allen Aoitämtern 2^DM. 25 Ma /erft Marburg, sowie dieAnnoneen-Bnreaux von H?asenftein unbetonter
®*e“8to)^?nSeBntfö^tie^dte Sonnabend, 8. August 1891. L Jahrgang
10 Psg., Reklamen für die Zette 2b Pfg.____________________________ '___________»1__Daube u. To. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Pari».