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Wöchenlliche Bellagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn, und Feiertagen. — Ouartal-Wbonnements-Preis bei der Expe» dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Psg.
Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Dounerstag, 6. August 1891.
Anzeigen mmmt entgegen die Expedition d. Blatte«, soime dm Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler m Frankstirt a.M., Tafsel, Magdeburg u.Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: G . L Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
XXVI. Jahrgang.
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Bestellungen auf die
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nebst Amtlichem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham sowie Illustriertem Sonutagsblatt werden von allen Postanstalten, Landbriefträgern und der Expedition unseres Blattes (Marburg, Markt 21) fortwährend entgegengenommen.
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Berlin, 5. Aug. Seine Majestät der Kaiser ist gestern Abend um 9Vt Uhr, von Trondhjem kommend, vor Berge» angelangt. Die „Hohen- zollern", welche von dem Avifo .Jagd" begleitet war, wurde bei ihrer Ankunft von der Korvette „Stosch", welche die Raaen bemannt hatte und von den Geschützen der Festung Bergenhus salutiert. Die Einfahrt in den Hasen erfolgte bei prachtvollem Welter. Bereits heute soll die „Hohenzollern" wieder in See gehen, um zunächst Odde im Hardangersjor anzulaufen. — Das deutsche Kreuzer- gefchwadrr, bestehend auS der .Leipzig" als Flaggenschiff, der „Sophie" und der „Alexandrine", unter dem Geschwaderchef Kontreadmiral von Valois ist am 2. August in Jquique eingetroffen und be- absichtigt, morgen nach Coquimbo in Sce zu gehen. Der „ReichSanzeiger" meldet: Der Finanzminister girbt bekannt, daß er aus dem Ertrage der Getreide« und Biehzölle im Finanzjahre 1890/91 auf Preußen entfallende Anteil 62 251 622 Mark beträgt und daß der den Krmmunalverbänden zu überweisende Betrag auf 47 251 622 Mark festgesetzt worden ist; davon entfallen auf die Provinz Hessen-Nassau 2 758 889 Mk. — Die Europa bereisende Kommission für die Weltausstellung in Chicago wurde heute mittags 12'/» Uhr von dem Staatssekretär v. Bötticher in Gegenwart deS amerikanischen Gesandten PhelpS und des Unterstaatssekretärs Dr. von Rottenburg empfangen. Der Minister begrüßte die Kommission und sprach seine Freude über ihr Hierherkommen, sowie die Zuversicht aus, daß die Vertretung Deutschlands auf der Ausstellung eine würdige sein und dadurch die Beziehungen Deutschland» zu den Vereinigten Staaten, welche stets freundschaftliche gewesen, weiterhin gefestigt werden würden. Der Führer der Kom-
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Novelle von A. L.
(Fortsetzung.)
Jetzt trat er dicht an Hedwig heran und sagte mit dem Rücken gegen MelwS gewendet und die Hand der« traulich aus ihre Lehne legend:
»Gestern sehr glücklich gewesen!'
Hedwig blickte gleichgtltig empor, sagte aber nichts, «a sie tu der That zwar Worte gehört, aber ihren «tml nicht vernommen hatte.
.Schöne Diebin!' flüsterte der Anbeter Wetter.
,WaS beliebt, Herr von Krochlitz?'
»Wollen Sie mir mein Herz zurückgebe», wenn Sie nicht vorziehen, mich durch das Ihrige zu ent- schädigen?'
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»Ich verstehe Sie nicht, mein Herr!"
Daun trat sie aus deu Tisch zu. Der »antot Werner erschien auf der Schwelle.
Man war in Cammerow gewohnt, den Morgen- imaiir Jaffee gemeinschaftlich einzunehmen. Hedwig hielt fechini* soeben die große Kanne in der Haud, um eine Taffe W Men. Wer sie beobachtet hätte, würde bemerkt hoben, daß ihre Hand heftig zitterte. Sie sah nicht __As- Der Morgeugruß Werner» galt allen zugleich. rmaitf1 Dann zog er sofort den allen MelmS in ein Gespräch, Adem et ihn über eine Rappstute befragte, die bet -susvektor draußen im Hose zu schulen schien.
Plötzlich wandte sich Hedwig, die in diesem Angen- einige Röte wiedergewonuen hatte, nach Herrn Krochlitz um, holte selbständig eine» Stahl an Tisch und begleitete ihre Einladung, daß er doch *lrtz uchmeu möge, mit dem bezauberndsten Lächeln, «ochlitz sprang hinzu, um ihr deu Stuhl abzuuehmen, «Bet er kam zu spät
. „Danke, danke verbiudlichst, liebe Hedwig. Sie otwühe» sich allzusehr." - '
u „Was mau gern thut, macht keine Mühe", wat licbenSwütdige Antwort.
Hebet Weiner« Antlitz flogen Schatte» bei Unwillens.
Mission Butterworth hantle und versicherte, die Zusage Deutschlands habe in Amerika große Befriedigung hervorgerufen; er sei überzeugt, daß die Weltausstellung dazu beitragen werde, das Band zwischen allen Nationen fester zu knüpfen. Alsdann wurde die Kommission von dem Reichskanzler empfangen. Heute Nachmittag finden Besprechungen der Kommission mit dem ReichSkommiffar Wermut!) über die Form, worin sich die Verhandlungen bewegen sollen, statt. AbendS folgt dann rin Diner bei dem Gesandten Phelps, woran Bötticher, Rottenburg und Wermuth teilnrhmen. Der Handelsminister hat alle preußischen Handelskammern angewiesen, für Beteiligung an der Chicagoer Ausstellung thätig zu sein. — Hebet die Einverleibung der Berliner Vororte in Berlin hatte eine Deputation eine längere Unterredung mit dem Minister des Innern, Herrfurth. Derselbe gab zu, daß eine Einverleibung der unmittelbaren Vororte einmal erforderlich werden würde, konnte aber hinsichtlich des Zeitpunktes keine näheren Angaben machen. Informierende Vorarbeiten hierüber finde» bereits statt. Die „Nationalzeitung" teilt eine Zuschrift be» vormaligen Direktors Bohsen von der deutsch ostafrikanischen Gesellschaft mit, welcher eS für vollständig auSgeschloffen erklärt, daß Emin Pascha aus eigennützigen Motiven nach dem Innern aufgebrochen sei, um seine Elfenbeinvorräte zu holen. „Dagegen sprechen die ganze Vergangenheit des Mannes und die zahlreichen Beispiele edeler Selbstlosigkeit, die er gegeben. Emin ist durch und durch Patriot und wie ungewöhnlich feine Handlungsweise auch manchmal erscheinen mag, fie kann nur edlen Motiven entspringe», dafür bürgt sein bewährter Charakter." Der Wert der Eminschen Elfenbeinvorräte werde in der Preffe vielfach überschätzt. — Der neueste preußische Staats-Anzeiger veröffentlicht das Wildschadengesetz vom 11. Juli 1891. Dasselbe kommt für die ehemals kurhesfischen und hannoverschen Lande nicht in Betracht. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Meldung verschiedener Blätter, wonach der ArbeitS- minister beabfichttge, einen Versuch mit dem Zonentarif zu machen, als falsch und schreibt, es handele sich lediglich um Erwägungen über eine an verwette Gestaltung und Vereinfachung des Vorortverkehrs. — Der .Reichsanzeiger" teilt die Ergebniffe der statistischen Erhebungen über die Höhe de» während eines Jahrzehnts an staatlichen Bauanlagen durch Blitzschläge verursachten Schaden- mit. Danach kamen auf 1000 Bauanlagen in zehn Jahren 4,9 oder rund 5 Blitzschläge. An die Ermittelungen werden folgende Nutzanwendungen geknüpft. Im
Ein Meter Blick schoß ans Hedwig, als wollte er tagen: „Soll diese Komödie wettet gehen?'
Hedwig sah heiter a»S, als wenn dieser Blick fie gar nichts anginge.
»Sie nehmen doch Zucker, Herr von Krochlitz? Erlauben Sie, daß ich Ihne» de» Trank versüße?"
Der Volontär rutschte aus feinem Stuhl hin und her, als könne er* tu der Fülle seines Glückes die richtige Haltung gar nicht finden. Werner nahm seine Taffe und trat ans Fenster. MelmS wachte der Sache ein Ende, indem er, den Arm behaglich auf den Tisch gestützt, die Tagesordnung an Krochlitz zu erteilen begann.
„Also, Krochlitz, paffen Sie auf. Sie werde» die Arbeit am See beaufsichtigen.
Wir regulieren nämlich", so wandte er sich dem Frustet zu, wo Werner stand, „da« Ufer eine« kleine» SeeS, der zwanzig Minuten von hier ans einem Areal liegt und mir aus der einen Seite in lanter Snwpf verläuft, so daß ich nicht weiß, ob ich dort Wiesen oder Fischwaffet zu suchen habe. Sie können den braunen Wallach nehmen, Krochlitz. Wenn der Inspektor gefrühstückt hat, wird er nachkommen." Damit stand er ans, und bas Kaffeestünbchen wat anfgehobeu. Et trat ans sein Töchterchen $n, hob ht baS Sinn in bte Höhe, so daß ihm ihr braunes Auge ins Gesicht sehen wnßte, nud sagte: „Frisch, munter» flink, Kleine! Wirst mir. doch nicht krank werden? Bist fett einigen Tagen andere als sonst. In einem Atem lustig und wieder traurig, wie ein richtiger Apriltag. Was soll das heißen? Wo kommen die Grillen mit zwanzig Jahren her?"
»Neunzehn gewesen, lieber Vater!" verbesserte baS Töchterchen leise nnb mit vorwurfsvollem Blick.
„3a so!" lachte MelmS. „Da hab' ich ja ein Maj-stätSverbrechen begangen nnb mich nm eine Stunde verzählt. Nttum'S nicht Übel. Also forsch nnb tapfer, Hedwig, hörst Dn? Kops oben halten, wenn anch bte Muer mal ein Dutzend weniger legen ober eine Magd üuf Minuten zu spät au« deu Feder» kommt. Bau-
allgemeine» dürfte ein Bedürfnis für die nachträgliche Anlage von Blitzableitern auf bestehenden fiskalischen Gebäuden nicht anzuerkennen sein, da der durch Blitzschlag verursachte Schaden in keinem Ver- hältvifle zu den Kosten steht, welche die Anlage und Unterhaltung so vieler Blitzableiter erfordern würde. Wohl aber wird, wie es bisher geschehen ist, bei Neubauten von Fall zu Fall zu entscheiden sein, ob in anbettacht der öttltchen Verhältniffe, der Bauart oder der Bestimmung de» Gebäudes ein Blitzableiter al» erforderlich zu erachten ist. Für Türme, Dach, reitet oder sonstige besonder» hohe Bauteile dürfte ein Blitzableiter unentbehrlich sein.
®erlitt, 5. Aug. ES ist begreiflich, daß die Erörterung über die Ergebnisse de» Kronstädter Besuches nicht zur Ruhe kommen will, zumal fie einen zu verführerischen Bissen für die in der politischen Sommerstille doppelt gierigen Konjekturmacher bildet. In Berlin und Wien scheint man an leitender Stelle nach allen Anzeichen daran festzuhalien, daß kein Grund zu der Annahme vorliegt, als habe der Flottenbesuch irgend welche Veränderung der bisherigen Haltung Frankreich» uni) Rußlands zur Folge. In England dagegen ist man etwa» mißtrauischer. — Gehen so die Ansichten über die französisch-russischen Beziehungen noch auseinander, so wird es dagegen immer klarer, daß da» französisch- vatikanische Bündnis eine Thatsache ist, mit der man rechnen muß. Die Anklagen, welche CriSpi, wie gemeldet, in der „Contemporary Review" gegen französische und vatikanische Umtriebe in Bezug au: Italien erhob, finden in der Pariser Presse eine Zurückweisung, deren Schärfe geradezu verdächtig ist. Der „Offervatore Romano" verwahrt sich ebenfalls gegen Crirpis Ausführungen, legt sodann aber ein offenes Bekenntnis ber neuen ftanzösisch-päpstlichenFreundfchaft ab. — Die „Kreuz Ztg." erfährt auS Petersburg: Die Abneigung deS Zaren gegen die formelle Verpflichtung besteht fort. Aus dem Glückwunsch de» Zaren an Carnot entgegengesetzte Schlüffe ziehen, wäre ein großer Irrtum. — Der „Voff. Ztg." wird aus Petersburg gemeldet: Die Ergebnisse der Kronstädter Festlichkeiten sind i» folgendem zusammenzu- fosfen: Einmütige Friedenskundgebung. Verwahrung gegen den Dreibund. — Die „Nordd. Allg. Ztg." hebt au» Anlaß ber Petersburger Feste hervor, beide Reiche hätten den Frieden als da» wesentliche Ziel ihrer gegenseitige» Sympathieen betont. Auch in der augenblicklichen politischen Konstellation liege kein Grund vor, einem etwaigen freundschaftlichen Zusammenwirken der beiden Mächte tie Absicht einer
räiche», komme» Sie, muß Ihne» mal meine Rapp, flute zeige«.'
Damit schritt er zur Thür. Werner verbeugte sich kalt und höflich, Herr von Krochlitz machte nur eine vertrauliche Haudbeweguug. Er konnte cS ja, er hatte ja nicht mehr nötig!
Hedwig sah beides nicht. Sie fiel ans einen Stuhl am Tisch, stützte den Kops auf und seufzte vor sich hin.
»Merkwürdiges Kind, bte Kleine!' sagte MelmS zum »anrat, als fie beu Hausflur burchschritten. .Hat viel Eigenwillen, mehr als man ihr aufieht. Aber stets nur «ach bem Verstäubtge« hi«. Das muß ich sage«. Nur kommt eS freilich oftmals recht 'raaS nnb grillig zu Tage. Besinne mich ans eine Geschichte. — Jusprttor! Nehmen Sie sich in acht! Sie find des Teufels mit meinem Rappen.'
Das letzte schrie MelmS bereits über beu Hofraum hin, wo ber Inspektor einen feurigen Rappen tummelte, bem ber Schaum bretts in Flocken nm die Kontore flog. Das Tier hatte in btefem Augenblick gar keine Gangart. Wenn es nicht ans ben Hinter« üben stand, so schlug eS ans oder sprang settwättS. Von den Weichen hopfte Blut, da bte Sporen des Retters io» Fleisch gerissen.
»Nu seh'u Sie', sagte MelmS z» Werner, »weich' eine Bestie ich da füttern muß. Ob so'» Lieh nun wohl zu etwas gut ist?'
»Was hat ber Inspektor mit bem Pferde vor?' fragte Werner.
•3a seh'» Sie', war bte Antwort, »mein Inspektor ill bis jetzt ber einzige, ber sich im Sattel erhält. 3ch selbst versuche baS nun schon gar nicht mehr. Das Tier erhitzt sich nämlich an seiner eigenen Gangart, läßt ben Reiter ganz ruhig ausfitzen, fällt aber aus bem Schritt in ben Trab, ans bem Trab in ben Galopp, ans bem Galopp i» Karriere. So wie Sie e» nun eben jetzt sehen, befindet fich'S schon wieder » der Karrierelauue, nnb der Inspektor will eS zum anstäudigeu Trabe zwinge». Das ist das Ganze.'
direkten Störung des Friedens beizumessen; gleichwohl erscheine bei dem erhöhten Selbstbewußtsein beider Reiche eine nachdrücklichere Betonung bisher ruhender Wünsche nicht unnatürlich. Englische Blätter wiesen bereits auf verschiedene Einzelheiten der Orientfrage hin, welche aktuell werden könnten, was daran mahne, daß manche Punkte der politischen Weltlage auch ohne unmittelbaren kriegerischen Hintergrund beachtenSwette politische Erötterunge» veranlassen könnten.
Hannover» 4. August. Für den Neubau der Tierärztlichen Hochschule haben die städtischen Kollegien den Verkauf eines am Mitburgerdomm und der Eisenbahn belegenen, 21/, bis 3 Hektar großen städtischen Grundstücke» für 200 000 Mark an die Regierung beschlossen.
Göttingen, 4. August. Zur 25jährigen Jubiläumsfeier des 82. Regiment». Im Herbst d. I. begeht das 2. Hessische Infanterie-Regiment Nr. 82 sein 25jähriges Jubiläum. Die Feier des Regiment» wird in der ehrwürdigen Universitätsstadt Göttingen, wo bekanntlich seit dem Kriege 1870/71 da» erste Bataillon und der Stab des Regiment» liegt, abgehalten werde». Bon vielen ehemaligen 82ern ist seit längerer Zett der Wunsch geäußert, die alten Kameraden de» Regiments zu einer würdigen Feier vereint zu sehen. Bor einigen Tagen fand eine Sitzung de» Komitees ehemaliger 82er statt, worin beschlossen wurde, die Feier am 20. September zu begehen. Am Nachmittag von halb 4 bis halb 7 Uhr soll i» dem Buchhennischen Garten ein Fest-Konzert stattfinde». Abend» 8 Uhr wird ein Festkommer» die Festteilnehmer im Buchhennischen Saale vereinigen. Die Festkarten werden bis zum 5. September ausgegeben, der Preis dafür ist auf 2 Mk. festgesetzt. Die ehemaligen 82er in Göttingen werden gewiß ihre alten Kameraden durch die Veranstaltung einer schönen Feier den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen. Die Herren H. Krätzschmar, C. Ouenter und C. Schmincke jun. in Göttingen find gern bereit, die Festkarte gegen Einsendung von 2 Mk. 10 Pf. an die auswärtigen Kameraden zu versenden, dieselben erteilen auch bereitwilligst weitere Auskünfte über die statt findende Feier.
Anstand.
Frankreich. Ein Pariser Blatt, der „Soir", hat in all dem Jubel, der den Franzosen die Köpfe verdreht, die Seelenruhe und den Mut, zu warnen vor der voreiligen Annahme, daß ein Allianzvertrag
»Wie kommen St- zn einem Pferde, baS Sie nicht brauchen können?'
»Ich gewann eS in einer Stettiner Pferdever« losung, wo eS beu dritten Preis bildete. Lassen Sie eS für heute gut sein, Inspektor Liebig, und mache» Sie, daß Sie an den See hinauSkommen, ehe ber Krochlitz eine seiner Dummheiten in Scene setzt. Sie gehen boch nach bem Brückenbau, Wernerchen?'
Dieser bestätigte.
»Kommen Sie', fuhr MelmS fort, »wir habe» eine Strecke benfelben Weg. Ich sehe nämlich, baß mein Schäfer ba drüben treibt, ich habe mit ihm z» rede». Feuer gefällig?'
.Danke', sagte der Baurat, als MelmS sich eine frische Zigarre in seine hölzerne Zigarrenspitze steckte »ub anzünbete.
»Sie wollten mir ja doch eine Geschichte erzählen, Papa — was war eS doch gleich?'
Werner sah den Alle» bei dieser Frage »icht an, int Geg-uteil drehte er dabei das flüchtig errötende Geficht seitwärts. Und das hatte er doch bei dem ehrlichen derbe» Landwirt, ber sich ben Henker was auf bie Finessen ber Gefühle verstand, gar nicht nötig.
Beide Herren schritten durch den Gatten, de» ei» Haselunßgebüsch vom offenen Felde trennt
.Geschichte?' fragte Melms. .Ach ja, von ber Hebwig, als fie »och klein war. Sechs Jahre so was. War ba ein Sommettag nnb ihre selige Mutter lebte noch. Wir hatten vor, »ach Tische hinüber z»m Nachbar Melli« zu fahre».
.Aber bie Puppe läßt Du zu Hause, Hebwig!' ägte meint Frau.
»Uub bie Puppe laß ich uicht zu Hause!' sagte Hebwig.
Kurzum baS Stab bestand ans feinem Trotz, wurde zur Strafe uicht mitgenommen, und wir fuhren allein ab. Also gut Sitzen wir beim Nachbar stellin etwa zwei Stunden schon nnb spielen nitfern Robber. Kommt mit einem Mal ein Bauer im»