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Wöchmüiche Bellagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Spedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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einem Fuße auf der Küste und waren aus dem besten Wege, ganz und gar hinau»geworfen zu werden. Der damalige Hauptmann Wißmann erhielt vom deutschen Resche Vollmachten, wie sie nie
Mitär- und Civilverwaltung, kurzum ihm war alle» anvertraut, seiner Entscheidung war alle» über« lassen. Er griff damals mit großer Energie durch, welche Gefechte er geliefert, ist bekannt. Schlachten
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Novelle von 2L L.
nifle s Sache verstanden, und zweiten» bereit waren, große 647 Geldsummen oder ihre Gesundheit, vielleicht auch
Ob wir nun Kolonialpolitik im deutschen Reiche haben oder nicht, immer könnten wir uns über Wiß« mannS Wagestück freuen. Ist der materielle Erfolg groß oder gering, immer wird das Unternehmen dem deutsche» Namen und der Schwarz- Weiß- Roten Fahne zur Ehre gereichen. Deutschland wird der erste europäische Staat sein unter dessen Farben ein Dampfer auf dem Viktoria-See dahinbraust. Das ist eine Leistung, und fie verdient nicht geringere Anerkennung, al» die früheren großen F-rschungSzüge durch Afrika. Schon in der kommenden Woche wird sich Herr von Wißmann nach Aftika zurückbegeben, und bald nach seiner Ankunft wird der mühselige Dampfer»Transport ins Innere begonnen werden. Daß das, waS praktisch begonnen, auch praktisch fortgesetzt wird, unterliegt keinem Zweifel, und bringt der Wißmann - Dampfer auch nicht vielleicht gleich Dukat«nladungen ein, er bringt Ehre dem deutschen Reiche, Ehre dem Manne, deffen Namen er trägt! Voran und glückliche Fahrt!
ihr Lebe» für die Cache aufs Spiel zu setzen. Major vou Wißmann verdient den Ruf eines tapferen Mannes, noch mehr den Name« eines praktischen Kolonioll-PolttikerS. In Ostafrika war unsere Sache verfahre». Durch wessen Schuld ist heute ja gleichgiltig; wir standen aber nur noch mit
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-AbonnemeMs-Prei» bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. sexkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
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zu schlagen und zu gewinnen, ist aber das Geringere, es kommt vor allem darauf an, dauernd Ruhe und Ordnung zu sichern, fremde Völker, in diesem Falle nur halbeivilisierte Stämme, für die neue Herrschaft zu gewinnen. Auch das ist ihm gelungen. Zwei Jahre hindurch ist Wißmann unumschränkter Herrscher und Gebieter in Deutsch-Oftafrika gewesen, und e» bestehen heute dort Zustände, die übereinstimmend von allen Reisenden, allen Besuchern gepriesen werden. Ueber daS schwer zerrüttete Deutsch- Ostafrika herrscht heute voller Friede, und wenn wirklich im Innern einzelne Stämme glauben, noch einen Versuch gegen daS neue Regiment wagen zu können, so ist eS doch immer bei diesem Versuch geblieben. Deutschland hält fest die Hand auf seinen ostafrikanischenBesitz, da giebt eS keinen Widerstand mehr.
Major Wißmann konnte nicht für die Dauer im Besitze seiner Vollmachten bleiben, denn bei der strengen Verwaltung eines konstitutionellen Reiches, in welchem jede Ausgabe von der Bewilligung durch die Volksvertretung abhängig gemacht wird, ist es nicht zulässig, daß irgend ein Beamter nach seinem eigenen Ermessen schalten und walten kann. ES ist eine anerkannte Thatsache, daß Niemand dort gern dient, wo er einst Herr gewesen. Das Wesen eines echten Mannes hat nicht immer das Befehlen, wohl aber der Gehorsam ausgemacht, und auch Major von Wißmann hat sich dahin entschieden und Deutschland kann seine praktischen Dienste noch gebrauchen.
Alle Forscher von Afrika, abgesehen von Nation und Interessen, haben doch sich darin begegnet, daß die Beherrschung des riesigen Viktoria-Sees au» wirtschaftlichen und sozialen Gründen für den Staat geboten ist, welcher überhaupt in Afrika eine Rolle spielen will. Aus dem Viktoria - See hat bisher noch nicht die Dampfpfetfe eines von Maschinenkraft getriebenen Schiffes ertönt, die Europäer haben tu Folge dessen dort auch nicht die Oberhand gewinnen könne». Major Wißmann» Lieblingsplan ist eS immer gewesen, auf den Wellen des afrikanischen Viktoria - Binnen - Meere» einen deutschen Dampfer sich schaukeln zu sehen, welcher dem Sklavenhandel dort ein Ende machte, dem Reichtum dieser Gebiete den Absatz nach der deutschen Küste sicherte. Man muß bei diesem ganzen Unternehmen vor Allem den moralischen Eindruck in Betracht ziehen. Für die Eingeborenen am See ist ein Dampfer ein wahres Weltenwunder und sie werden sich am schnellsten der Flagge zuwrnden, welche ihnen diese Uebrraschung zurrst darbietet.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a.M-, Eaffel, Magdeburg u.Wien; Rudolf XXVI Mosse in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; G. L. AA ’*' Daube u. Co. in Frankfurt a- M-, Berlin, Hannover, Pari».
Marburg,
Dienstag, 4. August 1891
Wir sind die Erste«.
In jedem Volke werden immer verschiedene Strömungen bezüglich einzelner politischer Pläne vorhanden sein; wer dies will, wird sich durch keinerlei Beweisgründe überzeugen lassen, daß jene» besser ist. Aber in jedem kerngesunden Volk werden mannhafte Thaten einzelner wackerer Männer gewürdigt werden, wie sie es verdienen. Und so verdient auch das Streben des Majors von Wißmann bei uns seine volle Würdigung, gleichgiltig, ob man nun für deutsche Kolonialpolitik sich begeistert oder davon überhaupt nichts wisse» will. Wir wollen bin Blatt vor den Mund nehmen: In unserer deutschen Kolonialpolitik war der größte Fehler von Anfang an, daß wir zuviel Kolonial • Enthusiasten hatten, welche ganz genau wußten, was alles annektiert und erworben werden müsse, daß wir ober zu wenig Leute hatten, welche erstens wirllich etwas von der
I» diesem Augenblick rollte hinter ihm ein leichtes Gefährt in de» Hof: ein Holsteiner Wagen mit zwei Braunen bespannt, dem zwei ältere Herren, offenbar auch Gutsbefitzer und wahrscheinlich Nachbarn, heran» führte.
»Nu», Melms", sagte der eine mit kräftigem Handschlag, „was kosten die 3000 Morgen von Eamruerow? Denn daS war doch soeben deine Rechnnng, als dn die neue Eisenbahn drüben auss Korn nahmst?"
„He, wo bleibt Ihr heute, JuugeuS", war die Antwort in plattdeutschem Dialekt, in welchem diese Herren überhaupt ausschließlich verkehrte».
„Hast Du «uS längst erwartet?" fragte der zweite der Ankömmlinge. „Ich hab' erst 4 Uhr. Ist der vierte Man» da?"
„Der Malchiner? Noch nicht", lautrte die Antwort der Wirtes. „Aber wir köuueu eiastwelleu mit Sttoh» mauv spielen. Meine Tochter erwart' ich nab den Baurat und den Herrn von Krochlitz."
„Wo find die jungen Herrschaften?"
„Sie sind mit zwei Wagen uach de« Alseuberge hinüber und wollen da Aussicht kneipe», — Belle Vie, sagt Krochlitz —•
»Und da bist Du" — lachte der andere — .eigentlich mehr um Deine Brauueu besorgt alS nm Deine Tochter. Soweit kenn' ich Dich schon, aller MelmS. ES wvß scho» viel zusawmeukommeu, ehe Du die Pferde deS Sonntag aus dem Stalle giebst.'
.Wozu auch? Sann das juuge Kroptüg (Sropzeug) nicht zu Hause bleibeu? Muß meilenwett im Laude herumkutschiereu und mir die Pferde abtteibeu? Kommt, JuugenS. wollt Ihr '»eu Korn trinken? Oder soll ich Ench Kaffee machen lassen?*
»Laß man sein! Ich denke, wir fangen gleich mll einer Buddel Rotspohn au. Aber einen Korn nehm' ich erst avch »och mit.*
Die drei Herren trete» ins Hau?.
Wer aus de» niederdeutsche» Güter» bekauat ist, weiß, welche »ugeb»»de»e Gastfreundschaft daselbst
Bestellungen auf die Werheff. Zeitung nebst Amtlichem Kreisblatt Mr die Kreise Marburg ««- Kirchhain sowie Miiriertem Sornttagsblatt werden von allen Postanstalten, Landbriefträgern und der Expedition unseres Blattes (Marburg, Markt 21) fortwährend entgegengenommen.
ein deutscher Beamter gehabt hat, am allerwenigsten £) gl in Wißmann» jungen Jahren. Er war in Deutsch.
Ostafrika der Herr über Leben und Tod, Leiter der
Aentsches Leich.
Berlin, 3. August. Wie die »Nordd. Allg. Big." erfährt, ist dem Kaiser vor einigen Tagen der erste Verband des verletzten Knices abgenommen woiden. Generalarzt Dr. Leuthold konstatierte eine so merkliche Abnahme der Schwellung, daß bei gleichmäßigem Fortschreiten der Besserung in einigen Tagen eine das Gehen gestattende Bandage wird angelegt werde» können. Der Unfall ist dem Monarchen am 23. Juli Nachmittags auf dem durch Regen glatt gewordenen Deck der .Hohen- zollern" an einer Stelle, wo dasselbe mit Linoleum belegt ist, zugestoßen. Aerzilicherseits wurde sofort die nötige Hilfe geleistet. Das Allgemeinbefinden des Kaisers blieb unausgesetzt ein gutes. Am Sonnabend ist der Kaiser in Drontheim angekommen, wo zunächst sofort die «»gegangenen Regierung»- fachen erledigt wurde». Am Sonntag hielt der Kaiser wieder Persönlich den Schiffsgottesdienst ab. — Unter dem 31. v. Mts. wird der „Times" aus Petersburg gemeldet, daß über die Grundlagen eines Bündnisses zwischen Frankreich und Rußland der Botschafter Mohrenheim mit dem Elysöe verhandelt habe. Admiral Gervais habe nach Kronstadt einen Entwurf über die Bedingungen des Bündnisses mitgebrocht, um denselben dem russischen Minister des Aeußern, dem Kriegs Minister und dem Marineminister zur Erwägung und Ausarbeitung zu unterbreiten. Nach Abschluß der Verhandlungea würde der Vertrag von den
herrscht. DaS ist aber weniger eine Tngend als ein Bedürfnis. Die Abgeschlossenheit, die häufig entfernte Lage von jeder größeren Ortschaft läßt jeden Weinreisenden und Handelsmann aus solchen Höfen willkommen sein. ES ist eben eine Unterbrechung in dem ewigen Einerlei. Sn den Sonntagen bleibt keine SntSherrschaft gern allein. Einladungen ergehen nicht. Man beschließt einfach, zu dem oder jenem Nachbar zu fahre», wenn mau »icht selbst nm 3 Uhr nachmittags durch Ankömmlinge an das eigene Hans gefesselt worden ist. ES ist nicht selten, daß der Zufall auf diese Weise 4—5 Familie» mit 20— 25 Köpfe» zusammenführt. Je mehr, desto besser. Denn der Niederdeutsche liebt Leben nm fich. Die Unterhaltung ist dabei immer ein und dieselbe. Die allen Herren und die älteren Frauen ziehen fich sofort nach der Auktmft in ein apartes Zimmer zurück; jene tauschen ihre Meinungen über Weizenpreise, Pserdekäufe und Stand der Saaten aus; diese find verpflichtet, der Hauswirtin von Schrank zu Schrank zu folgen und ihre Schätze eigen gewebter Leinwand zu bewundern, nad wenn dieses auch zum zwanzigsten Mal bei ein nnb derselben Wirtin geschehen. Dafür muß fie fich auch das gleiche gefallen lassen, wenn fie bei anderen HanSftanen zu Gaste ist.
Die jungen Leute sonder» fich anfangs ebenfalls »ach beiden Geschlechtern ab, aber ans keinem andern Grunde, als ans Blödigkeit. Sine Stunde später fitzen die alle» Herr» beim Whist, die allen Damen beim Kaffee; die junge» Leute spiele» Blindekuh, Pfänderspiele, Fanchon und Reifenwerfeu oder machen Spaziergänge. DiS Abends wird häufig getanzt. Da» ist Jahr aus und Jahr ein das SonutagSlebe» auf diesen Gütern, daS höchstens einmal eine vulkanische Unterbrechung erhäll, wenn der Landball in der Kreis- stabt nahe bevorsteht. Denn es ist keine Kleinigkeit für die Herren Junker vom Lande, dort mtt Offizieren und Referendaren zu wetteifer», oder für die Guts- befitzerStöchter, ihre» vielleicht verallete» Robenschnitt »eben der neueste» Mode der EtadtfräuleinS zur
einzelnen Ministern, nicht aber vom Kaiser von Rußland selbst, unterzeichnet werden und bis auf Weiteres in büier Form verbleiben. Der Admiral habe wiederholte, lange und vertrauliche Be- rothungen mit den Ministern Giers, Wannowsky und T^chichatfchew gepflogen. Es würden Bestimmungen in dem Vertrage getroffen werden, welche eine Kooperation zu Wasser und zu Lande sichern. Bereits vor dem Besuche des Geschwaders leien zwischen ben betreffenden Ministern die bei den jetzigen Festlichkeiten zu haltenden nichtpolittschen Reden vollkommen festgestelli worden — Der Eisenbahnminister Thielen hat dieser Tag- die Vorstände der Vereine „Zonentarif" in Be lin und „Eisenbahnreform* in Hamburg und zugleich Herrn Dr. Eduard Engel in Audienz empfangen. Wie der Charlottenburger ,N. Z." berichtet wird, erklärte der Herr Minister, daß Versuche mit dem Zonentarif gemacht werden sollen, und zwar sei Berlin als Mittelpunkt des neuen Systems in Aussicht genommen; bei den Versuchen, die man plane, denke man zunächst an Eisenbahnen, welche in ihrer ganzen Linie in das Gebiet des preußischen Eisenbahnnetzes fallen und deren Endpunkte nicht allzuweit von Berlin entfernt seien, wie dies z. B. bei der Berlin-Stettiner und Berlin-Hamburger Bahn der Fall wäre. — Daß über die hier jüngst abgehaltene Handwerker» konferenz ei» Bericht ausgearbeitet wird unb bem Kaiser vorgelegt werden soll, war bekannt, ebenso auch, daß sich die Handwerkermilglieder jener Konferenz einstimmig zu Gunsten der Einführung de» Befähigungsnachweises ausgesprochen haben. Nicht bekannt war indessen bisher die Stellungnahme der amtlichen Kreise zu diesen Wünschen. Hierüber will die „Voss. Ztg." in Erfahrung gebracht haben, daß in RegierungSkreisen keine Neigung für eine derartige Maßregel besteht unb auch ber erwähnte Bericht in diesem Sinne abgefaßt sei. — Zur Beleuchtung des künstlichen Getreidemangels an ber Berliner ®örfe möge der Inhalt folgender, an den Inhaber einer Mühle vor einigen Tagen gelangten, der „D. volksw. Korr." übermittelten Postkarte dienen, welche dieser Mühle durch den Agenten eines kleinen Thüringer Platzes da» folgende Angebot stellt: „Ich sende Ihnen... 400 Zentner sehr schönen, scharftrockenen südrufsischen Weizen, welche Ihnen auf morgen früh 9 Uhr hierseiendes Drahtaccept zu 223 M. per 1000 Kilo bahnfrei, Parität Magdeburg, verzollt Kassa, Säcke innerhalb 8 Tage franko zurück, zu schaffen hoffe,
Schau z» trogen. — Melms war Wittwer, ba» hinderte freilich nicht, baß die Nachbarn auch ihre Frauen ,n Besuch mitbrachten. Nur am heutigen Sonntag schien bk Heimsuchung von Cammerow noch mäßig ausfallen zu wollen.
Außer len bret älteren Herren waren nur noch einige junge Leute ba, bereu Köpfe fich nach bet Angabe von Melms auf bret belaufen sollte». ES waren aber ebenso viel mehr, wie wir in diesem Augenblick erkennen konnten. Denn mit furchtbarem Peitschengeknall fuhren soeben zwei Kutschen in baS Gehöft nnb hielten vor bet HanSthür. Ans bem ersten Wagen sprang bk Tochter beS Hauses mtt zwei Begleiter». Im zweiten Wagen faßen zwei Damen aus ber benachbarten Stadt mit dem Guts» infpektor, der sofort einen Knecht herbeiwintte und mit diesem die Pferde von ben Wagen abschirrte.
Von diesen jungen Leuten find nur drei, die drei Insassen des ersten Wagens, für unsere Erzählung von Belang.
Hedwig MelmS, eine zierliche, fast ätherische, dabei aber in Gesundheit blühende Erscheinung mit braunen Augen und blondem Haar, sprang die zwei Stufe» empor, ohne aus den eiligst ihr folgenden Herrn v. Krochlitz zu warten, der mtt gekrümmtem Arm hinter hr herlies, um fie ins Hans zu begleiten. Die nnge Dame wandte fich ans der vordersten Stufe nm. Der erste Blick galt dem Baurat, der, noch am Wagen stehend, sein Ange uach der Eisenbahubrücke gerichtet hatte, a!8 habe er in diesem Augenblick au gar keine Kavalierspflichten zu denken. Ueber das eine blurnenhaste Gesicht Hedwigs flog ein Zug des Unmuts, daun drehte sie fich auf dem Absatz herum und ging ins Hans. —
Herr von Krochlitz, der, »och immer mit gekrümmtem Arme neben ihr stehend, fich so wenig beachtet sah, blieb in dieser Stellung, bis die beide» anderen Damen heraukame», bann krümmte er auch »och ben zweiten Arm unb fand endlich in der wider» pruchSlosen Bereitwilligkeit der beide« Etadtdamen
Der Gutsbefitzer MelwS stand vor der Thür des «eithin gelagerten einstöckigen GMSHauseS und blickte Ai dem Ausdruck der Ungeduld auf seinem Geficht aä4 durch den Raum, der die zwei Schennenreihen vou litt! dem Gebäude trennte, in die weite niederdeutsche Ugl Landschaft. Manchmal stieß er seinen Stock heftig --- «f die steinerne Stufe und murmelte dazu irgend «»eu plattdeutschen Fluch. Einmal schob er auch der «Wechselung halber die Tnchmütze, die er trug, mit .. «r freien Linken heftig in den Nacken zurück, daß
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IF «Schirm derselben fast senkrecht vom Scheitel weg * 1 « bk Luft stand, als wenn er damit fich einen bessere» «nslng verschoffm könnte. .Wo möt die der Dübel mal rümme karren!' lief er endlich laut, und das Wohlgenährte, wetterharte Laudjnnkergestcht nahm toige tiefere Tinten in die gewöhnliche Röte auf, die i y ®>f alles andere, nur nicht ans Gleichmut und kaltes nlll Etat hiudenter»
C1U Da ihm das fortgesetzte Ausblicken nichts half, rrx8 Ai er endlich von den Stufen herab, machte eine c 50 J Sendung, spreizte die Beine, lehnte sich aus den 0 «f toter seinem Rücken in den Boden gestemmten Stock tob fing an fich eins zu pfeifen. Ueber ben Satten ®efl sah man nämlich in der Entfernung vou 20 bis Minuten eine Eisenbahubrücke im Rohbau. Leiter waren heute nicht auf dem Ban, denn es tor Sonntag. Aber der Anblick jener Brücke hatte tot wunderbar beschwichtigende Wirkung ans sein «ficht. Die Eisenbahn, die sein Areal streifte, hatte *to ein schön Stück Geld in ben Beutel gebracht, ton die Direktion hatte ihm drüben einige Morgen ytoipflanb nnb Wiesen mtt saurem Gras adkausen tofftn. Außerdem überschlug er den Votteil, ben [4* Mafien haben mußte, daß der neue Bahnhof von tot Gut nur eine halbe Stunde entfernt lag. Da« tonte ihm zu statten kommen zur Zeit, ba die Raps- tob Getreideernte» zv verwerten find.