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Bestellungen auf die
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Wochenschau
Unser Kaiser hat auf seiner Nordlandreise ein ** p Beincä Mißgeschick gehabt. Er ist auf dem schlüpf-
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» » » lich einmal ein freundlichere» Gesiebt machte. , 11 Drei Reichstag-Wahlen haben in dieser Woche statt-
gesunden.
Bei der Stichwahl in Gaffel ist der
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montenegrinischcherzegowinischen Grenze haben mehrfache Zusammenstöße zwischen »Söhnen der schwarzen Berge" und österreichischen Grenzwachen stattgefunden, doch hatten die Balgereien nicht viel weiter auf sich. Erwähnt mag hier gleich fein, daß die bekannte Liebesgeschichte zwischen dem Kronprinzen Ferdinand von Rümänien und Fräulein VacareScu nun wirklich au» ist. Der Kronprinz wird sich in Kurzem mit erner österreichischen Prinzessin verloben. König Alexander der Kleine von Serbien ist auf seiner Reise zum Kaiser Alexander nach Petersburg in Wien angekommen. In Italien herrscht unbedingte politische Windstille. Selbst verschiedene Sensationsgerüchte über neue angeknüpfte enge Beziehungen zwischen Frankreich und dem Papst können diese nicht beeinträchtigen. Der junge Kronprinz Viktor Emanuel ist noch in England; die Königin Viktoria und der unvermeidliche Lordmayor von London haben dem Prinzen zu Ehren größere Festlichkeiten veranstaltet.
Die Franzosen berauschen sich an den Nachrichten die von dem Empfange ihrer Flotte in Rußland kommen. Dies Geschwader wird übrigens auf dem Rückwege noch Port-mouth in England besuchen, die Königin Viktoria hat eS besonders dorthin eingeladen. Viel von sich reden gemacht haben noch sogenannte Attentatsversuche, die gegen den Minister des Innern in Paris, Constans und andere hohe Beamte gerichtet gewesen sein sollen. Die Herren bekamen ein Bücher-Packet zugeschickt, in welchem sogenannte Höllenmaschinen enthalten gewesen sein sollen. Es scheint aber, als ob die ganze Sache ein recht dummer Witz gewesen ist. Am meisten »ahm aber daS Interesse der Pariser das schreckliche Eisenbahnunglück von St. Mand« in Anspruch, durch welches in Folge der Fahrlässigkeit der Beamten 60 Personen getötet und über 100 verwundet worden find.
Heute, wo die hohe Politik im Allgemeinen Ferien hat, fühlt sich der Sultan berufen, eine große That zu thun, bei welcher nur nicht viel herauskommen wird. Die türkische Regierung will nämlich, leicht möglich auf russische- Betreiben, die Engländer von Neuem auffordern, Aegypten zu räumen. ES wird da wahrscheinlich wieder viel Tinte verschrieben und Papier verbraucht werden, und am Ende bleibt alle- ganz genau so, wie eS bisher gewesen ist.
8 der kommenden Woche die Rückreise nach Deutsch- !stafrika angetreten und im September dann mit tinem Dampfer hinauf nach dem Viktoria-See ziehen.
In Prag find bet den Besuchen slavtscher Gäste «f der dortigen böhmischen Landesausstellung wieder »d wieder deutschfeindliche Kundgebungen veranstaltet rorben, wie denn auch die edlen Czechen aus Anlaß er russisch - französischen Verbrüderungsfeste krästig ieisall jubeln und sich anstelle», als ob die Ger- lauen in den letzten Zügen liegen.
In Pest tagt der ungarische Reichstag trotz Les Regens munter weiter und streitet sich noch 6®et kräftig über die neue Landgemeindeordnung «um, die in der dem Reichstage vorgelegten Ver» »oltungSreform enthalten ist. Die Reform ist dort
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. lexkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
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Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
(Nachdruck verboten.)
Ate Lappe«.
Novellette von ZoS von Reuß.
lügen Deck der Dacht „ Hohen zollern" ausgeglitten »md hat sich hierdurch eine leichte Verletzung am Knie zugezogen, die ihn für eine Woche an größeren
Marburg,
Sonntag, 2. August 1891
„llnfhm, diese Lämmer !" ließ sich einer der «re« vernehmen.
.Gnädigste hat m>S selbst hierher—r geführt", «vte der Premierlentnant etwa- von oben herab, M der Herr Baron scheint weniger penibel." Ei wippte er mst der Reitpeitsche, zog ein paar ^ucke Zucker hervor nvd lockte die Rappen von Dem heran.
3« diese« Augenblick stieg ein Flug Tauben, die unmittelbarer Nähe der Reitbahn ihren Futter» hatten, mit geräuschvollem Flügelschlag in die f*e. Eine Sekunde später hatten die beiden jungen «re das Weite gesucht, im Nu waren ste zum -HtfUei. n Hostdor hinaus. „Vermaledeite Bestien! ll^kenzenlose Dummhell! Heiliges kanoueurohr, fie fortl« deklamterteu die jungen Leutnants.
^rudel war hoch erschrocken und blickte bleich und «stsa« nach Herrn vou Hochstedt hinüber. Sie die Welt darum gegebeu, venu er fie einmal 'gesehen hätte, mll eine« jener unsagbaren Blicke, bei Tisch verstohlen zu ihr hinübergleiten ließ, , bie fie immer so selig wachten. Aber er hatte u «»fang au über fie hinweggesehen nnd sogar »»köpf gewandt, als fie, den Offizieren ttllrwphtereud Mreiteud, über den Hof zog. Ja, sie hatte eS ««4 wahrgeuommen, mit einem Ettch im "*n... Dtenstbeflifie« stand er schon dort am
nd‘ llßtiteiung wieder etwas gebessert, allerdings wird tS auch die allerhöchste Zeit, daß der Himmel end-
, nötig, wie das liebe Brod, aber die radikalen beit« ielksvertreter zanken, um eben zu zanken. An der
Laodtouren hinderte. Sonst hat das kleine Miß- geschick nichts weiter auf sich. Im Innern de»
) ß ss Reiches ruhte die Politik so gut, wie ganz. Die Erntehoffnungen haben sich infolge ein wenig günstigerer
Srtttfches Leich.
Berlin, 1. August. Der Kaiser und die Kaiserin werden in der ersten August - Woche Hofthor und blickte in Aerger und Lerdruß de» Flüchtigen nach, die Dorfstraße entlang, von welcher das pfeilschnelle Aufschlagen der Pserdehnse ans den GutShof drang. Endlich hörte auch dieses ans.
In höchst unbehaglicher Sttmmnng kehrte «an nach dem Schlöffe zurück, um den Baron zu be» grüßen, der soeben an der Rampe oorgesahren war. Der Rlltmeister selbst machte die Mitteilung des Vorfalls, als Antwort galten nur ein paar Kernflüche, die de« Baron noch von feiner Soldatenzeit im Gedächtnis geblieben waren, und die er fich, um fie nicht zu vergeffe», gelegentlich dem Befinde gegen- über einmal wiederholte, die Trudel aber noch nicht aus feinem behaglichen Munde vernommen hatte. Selbst die letzten Krebse und der Rüdesheimer vermochten ihn nicht zu trösten.
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E» war fast Mitternacht, als Trudel droben in ihrem Zimmer stand und still in die schweigende Sommernacht hinansblickte. Der Abend war noch sehr belebt gewesen, fie hatte fich gauz regelrecht vou den Offizieren die Konr schneiden taffen. So hätte iS sehr hübsch sein können, wenn ste Nicht immer an den Vetter hätte denken müssen. Vermutlich bestrebt, die Flüchtlinge wieder zu erlangen, hatte er fich am Abend nicht in der Gesellschaft sehen taffen.
llmherschweifend trifft ihr Auge« das Hofthor, Laternenscheiu blitzt ihr vou dort entgegen. Steht der Vetter abermals dort, um die Flüchtlinge zu erspähen? Während Herrschaft nnd Gesinde längst die Ruhe gefacht haben, scheucht er den Schlaf. Auch Trudel ist merkwürdig munter — nein, sie vermag u°4 uicht zu schlafen. Bereit» halb entkleidet wirft fie das Kleid von neuem über, schlägt den weichen, seidendnrchsütterten Mantel nrn die Schullern und schlüpft eilig hinan». Lantlo» wie ein Schatten gleitet ffe in ihren Atlaspantöffelchen die Sichentteppe hinab, ein Ruck mit der Keinen, kräftigen Hand und der schwere Siseuriegel der HauithÜr fährt zurück — sie
en in , (Schluß.)
o lttA , »Meine Herren!, ich bitte tausendmal um Eut- Wbtgune, aber ich habe gemeffeueu Befehl, die Reit- nen 4» jederzeit geschloffen zu halten!" trat plötzlich «r von Hochstedt heran, indem er die Offiziere uueradschafllich begrüßte, aber die beiden vom Stall- «41 heraugettiebenen Tiere zurückzutreibeu ver- Ächs. “W» „Die Dressur der Tiere ist noch keineswegs ttlbet"
Anzeige» nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowee bte Annoncen-Bnreaux von Haasenstein nnd Vogler mFranktart a M., Cassel Magdeburg ».Wien; Rudolf XXVI Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: G L. ’ ** -V Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
____der Expedition unseres Blattes (Marburg, * Markt 21) fortwährend entgegengenommen.
zusammen in Kiel zum Besuche de» Prinzen und : und der Prinzessin Heinrich eintreffcn. Der Kaiser ■ begiebt sich von dort nach Helgoland zur Enthüllung de» „Kaisersteines." — Der Reichsanzeiger ver- ■ öffentlicht Folgendes: Bekanntmachung, betreffend die Neubefestigung von Helgoland. Vom 28. Juli i 1891. Auf Grund des § 35 des Gesetzes, be- : treffend die Beschränkung deS Grundeigentums in der Umgebung von Festungen, vom 21. Dezember 1871, wird bekannt gemacht, daß die Neubefestigung von Helgoland in Aussicht genommen ist Berlin, den 28. Juli 1891. Der Stellvertreter des Reichskanzler». von Bötticher. — Dasselbe Blatt veröffentlicht weiter folgende Gesetzentwürfe: Die Wegeordvung für die Provinz Sachsen, vom 11. Juli, das Gesetz, betreffend die Königlichen Ge- Werbegerichte in der Rheinprovinz, vom 11. Juli, das Gesetz, betreffend die Heranziehung der Fabriken u. s. w. mit Vorausleistungen für den Wegebau in der Provinz Schleswig-Holstein mit Ausnahme deS Kreises Herzogtum Lauenburg, vom 2. Juli, das Gesetz betreffend Abänderung der §§ 31, 65 und 68 des Gesetzes zur Ausführung des BundeSgesetzeS über den UnterstützungSwohnfitz vom 8. März 1871, bom 11. Juli, und das Gesetz, betreffend Ein- ttagungen in die Höferolle und Landgüterrolle auf Ersuchen der General-Kommission, vom 11. Juli. — Die seitens der Regierung ins Auge gefaßte Vermehrung der Loose zur preußischen Klassenlotterie von 190 000 auf 220 000 ist, wie der .A. R. C." mitgeteilt wird, auf Schwierig- fetten gestoßen, fo daß dieselbe voraussichtlich einstweilen noch nicht statthaben dürfte. Dagegen soll die Regierung entschloffen fein, durch ein schnellere» Tempo in den Ziehungen die Einnahmen aus der. Staatslotterie zu vermehren. Während bis jetzt zwischen der Ziehung der vierten und der nächsten ersten Klaffe ein Zeittaum von etwa zwei Monaten stattgefunden hatte, folgt die Ziehung der ersten Klaffe der 185. Lotterie derjenigen der vierten 'Klaffe der 184. Lotterie schon innerhalb Monatsfrist, am 4. Augst, so daß mit Ablauf deS lausenden Etatsjahres mindesten» zweiundeinhalb bis nahezu drei Lotterien zum Abschluß gelangt sein werden. — Wie auS Metz gemeldet wird, wird der Kaiser Ende August oder Anfang September sein Schloß Urville bei Metz besuchen. — Reichskom- miffar Major v. Wißmann ist am Freitag zum Besuch des Fürsten Bismarck in Kissingen eingetroffen. — Londoner Zeitungen berichteten, daß E m i n P a s ch a nach dem Albert-Ednard-Nyanzasee marschiert sei.
steht draußen. Drüben der Laternenscheiu zieht fie magnetisch au.
»Sind Sie noch nicht da?" fragte fie, am Hofthor angekounne».
Herr von Hochstedt wendet den Kops und starrt ste an, al» ob er einen Geist sähe."
„Ich bin'» — Konfine Gertrud." „Aber gnädiges Fräulein..." Sie fühlte die Anrede wie einen neuen Ettch im Herzen, er mag nichts von ihr wissen.
„Ich begreife allerdings Ihre Sorge — nm Ihre Lieblinge", setzt er etwas freundlicher hinzu.
O nein. Die Rappen find'» nicht, behüte! 's ist mir nur um Sie!"
„Um — wich, Sollstuchen ?"
„Freilich! Glauben Sie, daß ich Ihren Aerger nicht begreife? «ch, ich bin ,n unglücklich, daß ich Ihnen solchen Verdruß bereitet habe, ja ich, ich ... Zuerst hatte ich nämlich ein bischen mtt den Rappen ausgeschnitten..."
„Natürlich! — Aber da» schadet nicht viel."
„Nein! Aber nachher! — Ich ließ Sie feige im Stiche, trotzdem ich wußte, daß Sie Recht hatten: das war recht schlecht vou mir. Damm konnte ich inch nicht schlafen."
An» Herrn von Hochstedt» Augen brach ein Strahl de» Entzücken», so hell und strahlend, daß er fast die Nacht durchdrang. Tmdel, in ihrem gegenwärtigen Seeleuzustande, bemerfte e» nicht, sondern fuhr ta der SelbstanKage fort:
„ES gefiel mir sehr gut, mir von den Andern die kour wachen zu taffen. Sie thaten e» ja einmal »ich" Aber ich bin doch froh, daß fie fort find, die Andern nämlich, und Sie dafür hier bleiben. Ich weiß, Papa denkt ebenso, oder zweifeln Sie, daß Tmdel ihren Papa auskeunt?... Doch M, still!"
„Wahrhaftig, die Rappen kommen — die Hufe «tagen vor dem Dorfe auf einen Knüppeldamm auf. Sie kommen, die volle Krippe zu suchen", entscheidet Herr von Hochstedt.
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N^nebst Amtlichem Kreisblatt Mr -ie aura" streike Marburg und Kirchhai« sowie [467 Illustriertem Souutagsblatt werden von T. B allen Postanstalten, Landbriefträgern und
Wie au» Berlin gemeldet wird, ist diese Nachricht unbegründet, denn Emin Pascha hatte bereit» vor einigen Monaten mitgeteilt, daß er nach dem Tanganyikafee gehe, und eS liegt kein Zweifel vor, daß er nach dort marschiert ist. — Nach der von Professor Otto May, dem Generalsekretär de» bayerischen landwirtschaftlichen Verein», verfaßten »Umschau" sind die ErnteauSsichten in Deutschland sehr verschieden, jedoch keineswegs so ungünstig, als dies im Frühjahr der Fall zu sein schien. Mit Ausnahme von Roggen, der in großem Umfange auSgewintert und neu bestellt werden mußte, ist im großen Durchschnitte eine gute Mittelernte zu erwarten.
— (WaS man sich erzählt.) Der „Köln. BolkSztg." schreibt man: „Hebei Veränderungen in den diplomatischen Stellen ist kürzlich vielmals die Rede gewesen. Daß unsere Botschafter in Pari» und Petersburg noch lange auf ihren Posten bleiben, ist allerding» kaum glaubhaft. Interessant sind die ZeitungSmeldungen über die beabsichtigte Ernennung des Grasen Waldersee zum Botschafter in Petersburg. Niemand weiß, woher sie stammen. In manchen Kreisen meint man, daß er bei einem event. Doppelkriege gegen Rußland und Frankreich Kommandeur der Ostarmee werden, also gegen Gurko kämpfen würde; denn die Ruffen haben General Gurko als Oberbefehlshaber gegen die Deutschen und General Dragomiroff gegen die Oesterreicher ausersehen. Man erzählt fich darüber eine lustige Geschichte; e» soll jemand im Scherze gesagt haben: „Gras Waldersee geht eventuell nach Petersburg", — und dies soll von Unkundigen ausgefaßt fein .al» Botschafter". Aus dem Vorherigen dürfte erkennbar sein, daß eine diplomatische Mission nicht gemeint war. Man spricht hier in militärischen Kreisen natürlich viel über den „Kriegsfall", was bei dem Kronstadter Flottenbesuch gewiß auch recht nahe liegt. Frankreich würde gegen ein deutsche» und ein italienische» Heer zu kämpfen haben, Rußland gegen die österreichische Armee und einen Teil der deutschen. Der Kaiser übernähme selbstredend den Oberbefehl gegen Frankreich, in seiner Begleitung würden sich der Reichskanzler und der Generalstabschef v. Schlieffen befinden. Für den event. Oberbefehl gegen Rußland soll Graf Waldersee auSersehen sein, wofür man die Stelle in der Ernennungsordre deS Kaisers anführt, die ihn nach Altona beförderte: „Ich habe Sie für den Fall eine» Kriege» zum Befehlshaber eine» Heeres auSersehen." Für die Richtigkeit dieser hier kolportierten Ansichten übernehme ich natürlich keine
„Hurrah l" jubelt ba» junge Mädcheü.
„Schnell, hinter da» Hofthor, Trudel!"
3m Nu stauben sie in dem durch das Zurückschlagen be» Hofthore» gebildeten Winkel, atemlos lauschend. Drei Minuten später stürzten die hungrigen Rappen pfeilschnell zum Hofthor hinein, au ihnen vorüber, und in dm benachbarten Stall. Schnell hatte der Jnspeftor die Stallthüre geschloffen.
„Gefangml" triumphierte Tmdel, in die Hände klatschend.
„3a, fie find glücklich in Sicherheit. Ich freue mich darauf, morgen Ihrem Papa die Meldung machen zu können. Aber Tmdelchen, Sie zittern ja wie Espenlaub. Und Ihre Füßchen! Sie hab« ja nur Ihre Pantöffelchen an?"
„3ch nahm mir nicht die Zett, die Schuhe wieder auznztehen, als ich Sie mit der Laterne am Hofthore stehen sah."
„Und es fängt an zu regnen — große Tropfen..." „'» ist nur eine eiuz'ge dunkle Wolke."
„Aber das Pflaster wird schon naß — Sie »erben ich erkälten. Nein, bas geht so nicht — ich werde Sie Über den Hof tragen."
Trudel war vielleicht zu erschrocken, nm zu wider- treben, denn im Nu saß ste ans dem starken Arme. 36t Herzchen schlug in unsagbarem Glücke, unwillkürlich schmiegte fie sich immer fester an die treue Brust, alb bet Vetter, hoch und stolz aufgerichtet, mtt einer süßen Last über dm Hof schritt. Sie an der offenen Hanvthür sanft herablaffend, frag er zärtlich: „Darf ich Papa morgen sagen, daß wir uu» sehr, ehr lieb haben?"
„Freilich! Aber zuvor melden Sie doch, daß die Stoppen wieder da find", entgegnete Trudel diplomatisch.
Drei Monate später fuhr das Rappmgespaun >ie tannenbepftanjte, hochzeitlich geschmückte Dorfiraße entlang, auf der der Kriegerverein zu Ehrm >er Neuvermählten Aufstellung genommen hatte. Zwischen bie Gewehrsalvm herein klangen lustig die
lationatttberale Kandidat gegen seinen sozialdemo- tyf wüschen Nebenbuhler gewählt worden, in Memel drang der konservative Kandidat durch und in Tilsit
smdel eine Stichwahl zwischen Freisinn und Konser-
■■ »üben statt. Reichskommissar v. Wißmann wird
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