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Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg «nb Kirchhain. - Zllnstrierles Sonntagsblatt. Expedition: Martt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

JtS. 163.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk-, bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (ejfl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Mittwoch, 15. Juli 1891.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a.M-, Caffel, Magdeburg «.Wien; Rudolf YTVT Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; «. L. AAVL -Vorgang. Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

-as Ende -er politischrn Kaiser-Reisen dieses Sommers.

Kaiser Wilhelm hat England wieder verlassen, und damit haben die Ssmmerreisen des Monarchen, soweit sie einen offiziellen oder politischen Anstrich haben, ihr Ende erreicht. Der Kaiser tritt nunmehr die seiner persönlichen Erholung gewidmete Nordsee­reise an, die fich hauptsächlich im ' Gebiete der norwegischen Gewässer bewegen wird. Schon seit dem Antritt der Regierung hat der Kaiser diese hohen nordischen Gegenden ausgesucht, reich an Natur» schönheiten, reich auch an einfachen, treuherzigen Mensche», denen aber der alte Nordlandsstolz noch in vollem Maße innewohnt, und die alles eher Ihun würden, als einen Gast, der sich und seiner Erholung laben will, zu belästigen, und selbst wenn dieser Gast ein Kaiser ist. ES ist zweifellos, daß die persönliche Ungezwungenheit, welche der Kaiser im hohen Norden genießt, der Mangel aller stellen Etikette mit die Hauptursoche ist, weShalb der Monarch sich immer wieder in jene Regionen hingezogen fühlt, wo er als einfacher Mensch leben und den Herrscher und Potentaten völlig.vergessen kann. Zudem ist der bekannten Neigung deS Kaisers für daS Meer hier der weiteste Spielraum geboten, die kräftige Seeluft stärkt die Nerven und frischt die durch anstrengende Wochen verminderten Kräfte von neuem wieder aus. Wenn man mit Recht sagt, daß nichts schwerer zu ertragen ist, als eine lange Reihe von guten Tagen, so kann daS vor allem der Kaiser nach seinen Be­suchen in Holland und England sage». Seitdem er den Boden von Amsterdam betreten hat und sich dann von dort über Rotterdam nach England be­geben hat, haben die Feste aller Art kein Ende mehr genommen, und besonders in London ist aus Befehl der Königin Viktoria ein Glanz und ein Luxus entfaltet worden, der in der Geschichte der «odernen Hcffestlichkeiten unerreicht dasteht, und den sich auch nur die sparsame Königin Viktoria, die reichste Fürstin der Welt gönnen kann. Die englische Königin und die Londoner Bevölkerung, vertreten durch die Behörden der City of London, haben sich bei diesem Kaiserbesuch in ganz außerordentlich hohem Maße angestrengt. Man hat offenbar mit holler Absicht zeigen wolle», daß der Besuch des deutschen Katserpoares außerordentlich wohlthurnd berührt; Imst hätte man nicht gerade Millionen a»Szugeben brauchen, sondern sich mit etwa» weniger begnügen können. Charakteristisch ist das Zustandekommen der -roßen Freiwilligen-Parade vor dem Kaiser. Viele

Mitglieder der Freiwilligen-Armee sind Arbeiter und Angestellte, aber um ihnen die nötige freie Zeit zu geben haben bereitwillig zahlreiche große Geschäfte den Betrieb geschloffen. Viel wichtiger noch, als all dieser äußere Glanz und Prunk, ist die offenkundige Herzlicbkeit deS Willkommen­grußes , welche die niederländische und die britische Bevölkerung den deutschen Majestäten ent­gegengebracht hat. Diese Kundgebung der wahren Volksgesiunung ist mehr wert, wie Gold, sie zeigt, daß der deutsche Name fich immer mehr gute Freunde erwirbt, daß die fremden Nationen in Deutschland einen friedliebenden Staat, in dem Kaiser einen Herrscher sehen, der seine ganze Kraft in den Dienst des Friedens stellt. Gerade da heute in den friedenS- feindlichen Staaten fortwährend auf die Volk-leid en- schaft hingewiesen und diese ausgespielt wird gegen­über den friedensfreundlichen Faktoren, ist rS von Bedeutung, daß auch in den nicht direkt in Frage kommenden Staaten die Bevölkerung fich kräftig über ihre wahre Gesinnung ausspricht. Große praktische Erfolge in der Auswärtigen Politik hat der Kaiser wohl ebensowenig wir in England, in Holland erzielen wollen. Holland konnte für solche Fragen überhaupt nicht in Betracht kommen, und mit England sind in diesem Punkte keine ellenlangen Verhandlungen mehr nötig. Wenn el sich auch manche Engländer noch nicht recht eingestehen wollen, so ist eS doch wahr, daß Englands Gedeihen vom Gedeihen des FriedenjbundeS abhäugt. Großbri­tannien braucht den FrtedenSbund mindestens ebenso notwendig, wie der FriedenSbund England. Aber wen» eS fich darum handelte die allgemeine und wirtschaftliche Freundschaft Deutschlands mit wichtigen Handelsländern zu bekräftigen, ganz Europa zu zeigen, daß Deutschland nicht allein auf seine poli­tischen Bündniffe angewiesen ist, sondern auch außerdem noch zahlreiche gute Freunde hat, dann ist dies Ziel durchaus erreicht, und weiter hat diese Reise aber­mals den deutschen Namen im Auslande in hohem Maße populär gemacht, der deutschen Industrie wesentliche» Nutzen verschafft. DaS sind die wahren, weil praktischen Erfolge der letzten Kaisrrreise, Kaiser Wilhelm kann damit zufrieden sein, und noch vielmehr das deutsche Volk.

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Juli. Kaiser Wilhelm und König Albert von Sachsen werden mit dem Reichskanzler v. Caprivi zur Teilnahme an den

bin, wM ich doch mein Möglichstes thun, ihr Schicksal zu erletchteru. Sie könne» gleich einmal mit mir kommen, ich werde Ihnen einige Kleidungsstücke für sie gebeut

Jakob Sperling folgte ihr, ohne ein Wort zu sage».

In dem Augenblick, als Johanna im Begriff war, hu tu die Wohnung zu führen, stiegen ihr doch einige Bedenken ans; aber nach wenigen Sekunden hatte sie die Anwandlung überwunden und ließ ihn etutreten.

Klara, welche nicht wie ihre Herrin Ursache hatte, ich unerschrocken zu zeige», wich bestürzt zurück, al» sie den heruutergekommrueu Menschen sah, welcher mtt gesenkter Stirn und düsteren Blicken vor ihr stand.

Johanna »ahm sie bei Sette «ad gab ihr einige Befehle. Aber Klara vermochte fich von ihrer Bestürzaug nicht zu erhole» »ad waudte, an alle» Glieder» zitternd, kein Auge vou Jakob Sperling ab.

AIS die Kammerfrau endlich htuauSgegaugeu war, waudte fich Johauua zu ihm.

,6k arbeiten also immer noch nicht?' fragte Johanna.

Nein", versetzte er finster; .wer soll mir anch Arbeit geben tu diesem Anzuge?!"

Wovon leben Sie denn aber?"

Er zögerte eineu Augeublick und wandte deu Kopf; eS war. als ob er fich feines Geständnisses schämte.

Sie wiffen eS ja", antwortete et* leise;aber ich

>abe jetzt genug von diesem Leben", fuhr er »ach einem

I urzeu, verlegenen Schweigen fort...ES muß ein Ende nehmen."

Und wenn man Ihnen mut Arbeit ttab Kleidung gäbe, wenn man auch für Ihre Mutter Sorge trüge, würden Sie dann wieder ein ordentlicher Mensch werden?"

Zum ersten Male erhob Sperling de» »lick zu dem jauge« Mädchen, aber mtt eine« Ausdruck angstvoller Berwnndernng.

»Wenn das wäre!' sagte er stockend, »aber wer denkt daran? Wer wird fich für einen solche» elende» Mensche» interesfiere»?'

(Nachdruck verboten.)

Per«.

Kriminal-Roman von Henry Cauvai«.

I (Fortsetzung.)

Johanna wachte keine Anspielung aus diese» Msta»d; aber als fie im Begriff war, fich zurück, »ziehen und der arme» Frau, fie zu ttöstev, bereits m Stlberstück in die Hand gedrückt hatte, wurde Plötzlich die Thür geöffnet und eia Statut erschien ttf der Schwelle.

[ XV.

I Johanna hatte die Züge des Unbekannte», welcher a fte am 23. Dezember a»f der Landstraße bet Clamart I» beraube» versuchte, nicht zu Gesicht bekomme».

I, Als fie jedoch das bleiche Gesicht mtt dem wirren I vaar, den gerötete» Auge», deu uufichereu Blick ge» | »ährte und die abgerissene» Kleider des Unbekannten IS' zweifelte fie keinen Augenblick daran, daß fie a«ob Sperling vor fich hatte.

I Er war eS in der That. Seit acht Tagen hatte

6et ^tuer Mutter nicht sehen lasse». Nu« Imb er da, abgehetzt, vor Kälte erstarrt, infolge der Freien zugebrachte« Nächte, ohne eine» Pfennig «der Tasche«ud halb tot vor Hunger und Erschöpfung.

I Als er Johanna sah, zuckte er zusammen, und das junge Mädchen konnte fich eine» gewissen gManeuL nicht erwehren. Aber die Mntter war durch unvermutete Ankunft ihres Sohnes so erregt, daß p die Bestürzung der Beiden nicht bemerkte.

.Ist dieser junge Manu vielleicht Ihr Sohu?' |8k Johanna fich mtt Gewalt bezwingend.

L Beschämt nickte die Wittwe mtt de« Kopse; fie Imwochte kein Wort hervorzubrtngeu.

L Johanna, welche in kritische« Lagen »kmalS £2? vesonaenhett verlor, «radk fich dttekt »» dem 8e» Mensche».

.3$ habe Ihre Mutter besucht, well eS ihr schlecht » sagte fie einfach. »Obgleich ich ebeusall» an»

großen österreichischen Manövern am 2. September in Wien an kommen. Die Kaiserin Friedriö wird am 9. August nach Posen gehen, um als Che des 2. Leibhusaren-RegimentS Nr. 2 zu dessen 150- jährigem Jubiläum die Parade des Regiment- ab- zunrhmen. Die Minister Dr. Miquel und v. Berlepsch sind auf ihrer Studienreise im Osten in Allenstein eingetroffen. Von dort geht die Reise auf Bromberg zu. In Gumbinnen waren bei der Anwesenheit der Minister sogar die Straßen beflaggt. Die Rückkehr nach Berlin erfolgt Ende dieser Woche. Die Resultate der Reise werden fich erst zum Herbst nach den verschiedenen Ministetberatungen ergeben. DieNordd. Allg. Zig." bringt folgende Mit­teilung: Einige Blätter haben sich in den letzten Tagen wieder mit der Frage deutsch-russischer Handelsvertrags - Verhandlungen beschäftigt. Nach unserer Kenntnis der Dinge ent­behrt das darüber Gesagte der thatsächlichen Unter­lage, da zur Zeit zwischen der deutschen und russischen Regierung weder über einen Handelsvertrag, noch über einzelne wirtschaftliche Fragen Verhandlungen schweben. Nach einer Verfügung des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten an die königlichen Eisenbahndirektionen wird beabsichtigt, für den Bau von UebernachtungSgebäuden allgemeine Grundsätze aufzustellen, welche bei dem Entwerfen und bei der Ausführung derartiger Gebäude einen Anhalt zu bieten geeignet find, und durch welche im Bereich der preußischen Eisenbahnverwaltung eine größere Gleichmäßigkeit als seither in der Verteilung und Größe, wie auch in der Benutzung der herzustellen­den Räumlichkeiten herbeigeführt werden soll. Die Ziehung der ersten Klaffe der Lotterie zur Be­kämpfung deS Sklavenhandel» in Ostafrika erfolgt vom 12. bis 15. Oktober, der zweiten Klaffe am 14. Dezember und den folgenden Tagen. In der ersten Klaffe werden 5910 Gewinne mit 925 000 Mark, in der zweiten Klaffe 13 020 Gewinne mit 3 075 000 Mk. gezogen. Unter der Überschrift Fürst BiSmarck und die Presse' bringen die Hamb. Nachricht." in ihrer SonntagSnummer eine längere Erörterung, der wir als allgemein intereffante historische Notiz den Satz entnehmen, daß die wohl wollenden Beziehungen, die heute zwischen England und Italien bestehen und einen Schutz der italie­nischen Küsten durch englische Schiffe möglich er­scheinen kaffen, lediglich auf Fundamenten beruhen, die zur Zeit deS ersten Reichskanzlers gelegt wurden, welcher durch deutsche Vermittelung die Annäherung und die gegenseitige Aussprache deS italienischen und

»Antworten Sie mir kurz nnb gut', versetzte in festem Tone Johanna. »Würden Sie erkenntlich fein, kenn man Ihnen einen solche» Dienst erwiese, würden Sie den Mnt haben, ans Ihre» schlechte« Umgang za verzichte« und mäßig «nb ehrlich zu werde», mit einet» Wort: zu arbeite«?'

»O gewiß ... ich voll» mir alle Mühe gebe»', stotterte Sperling.

»Nuu wohl, so höre» Sie mich au...ich selbst kavu nicht sehr viel für Sie thuu ... aber ich habe Freunde, tut die ich mich wende» werde n»d die Ihnen vielleicht nützlich sein können... Inzwischen verlassen Sie Ihre Stattet nicht wieder. Sie braucht Sie utd vor Allem bedarf Sie der Trostes, und wenn ie die Freude hätte, die Besserung ihres Sohnes zu rtlebeu, so würde fie alle» vergessen, was fie bisher gelitten hat.'

Jakob Sperling ließ den Kopf hängen «nb es chien Johanna, als ob er fich biefe Worte zu Herzen nehme.

Zu diesem Augenblick trat Klara ein nnb brachte einen Korb mit einer Flasche Beto, Brod nnb Fleisch; auch überreichte fie ihrer Herrin ein Packet mtt KleibnngSstkcken.

.Hier', sagte Johanna zu Sperling, al» bk kammerfran das Zimmer verlassen, »das bringen Sie Ihrer Mntter und grüßen Sie fie von mir. ?ür das Geld, welches ich ihr gelassen habe, kann fie Feuerung kaufe». Und nun »och einmal, gehe» Sie nicht wieder fort von ihr. Ich hoffe, Ihnen bald mittellen zu können, daß ich Arbeit für Sie ge» funben habe.'

»Ich danke auch!' stammelle Sperling, beffen Verlegenheit mtt jeder Minute wuchs. Ja, wen» alle Lenk so gut wären wie Eie...'

Er nahm bk Sachen und wandte fich nach bet Thür. Allein plötzlich blieb er stehen, nnb es wat, al» ob eine feltfame Bewegung ihm bk Kehle schnürte.

Seine Augen waren soeben aus eine Photographie

des gegenwärtigen englischen Kabinetts herbeisührte. Graf Wilhelm Bismarck, der jüngste Sohn bei Fürsten, zur Zeit Regierungspräsident in Hannover, will nach derKöln. Zeit." aus dem preußischen Staatsdienst ausscheiden, um die Verwaltung BarzinS zu übernehmen. Graf Herbert Bismarck erhält Schönhausen. Fürst BiSmarck besucht letztere» jetzt auf seiner Reise nach Kisfingen.

München, 13. Juli. Die unhaltbaren Zustände der bayerischen Eisenbahnen, wie sie anläßlich de» jüngsten Eisenbahnunglücks allseitig, auch von Münchener Blättern, geschildert worden sind, scheinen der bayerischen Regierung die Ueberzeugung beigebracht zu haben, daß eS so wie bisher nicht weiter geht. Wie nämlich der Fränkische Kurier meldet, wird die bayerische Regierung von dem Landtage, welcher auf den 29. September einberufen werden soll, 22 Millionen für Eisenbahnbauten verlangen. Hoffent» lich werden aber nicht nur die Mängel in den Bauten sondern auch diejenigen in der Verwaltung beseitigt.

Braunschweig, 13. Juli. Die feierliche Ent­hüllung deS von der deutschen und deutsch-amerikanischen Sängerschaft errichteten Denkmals für Franz Abt fand Montag Vormittag in Braunschweig statt. Die Festrede hielt Kommerzienrat Rittmeyer (Braun» schweig). Stadttat Retemeyer übernahm das Denk­mal Namen» der Stadt Braunschweig. Hierauf sprach der Vertreter der Bundesliedertasel, Eduard Greve (Bremen), den Dank der deutschen Sänger­schaft auS. Zum Schluß wurden mehrere Abtsche Lieder gesungen. Von den zahlreichen Vertretern der Gesangvereine auS allen Teilen Deutschlands wurden Kränze an dem Denkmal niedergelegt.

Anstand.

Großbritannien. Der deutsche Kaiser und die Kaiserin sind am Sonntag Abend auS London in Hatfield, dem Sitze des Ministerpräfidenten Lord Salisbury, eingetroffen und dort auf daS Herzlichste empfangen worden. Am Montag Morgen kehrten die Majestäten, nachdem sie den Landsitz auf einer Spazierfahrt in Augenschein genommen hatten, nach London zurück, wo im Buckinghampalaste die Früh- stückstasel abgehalien wurde. Der Kaiser und die Kaiserin erhielten auch noch mehrere Abschiedsvisite« und statteten Gegenbesuche ab. Nachmittags begaben sich beide Majestäten nach Windsor und sagten dort der Königin Viktoria Lebewohl. Nach herzlicher Verabschiedung erfolgte die Rückfahrt nach London, von wo, nach einer kurzen Abschiedsaudienz der

des Herr» Lacsoat gefallen, welche kurz vor seinem Tode augefertigt nnb von großer Sehnlichkeit war.

Johanna bemerkte seine Bewegung nnb sie gitterte. Sollte daS, was fie in jener Nacht, als fie Jakob Sperling zum ersten Male begegnet war, gehofft hatte, wirklich in Erfüllung gehen? Saunte er den Mörder ihres BaterS? . . . Seine Bewegung ließ jedenfalls darauf schließen. Aber vielleicht war eS unklug, ihn unmittelbar zu fragen; jedes voreilige Wort konnte fein Mißtrauen erwecken. ES wat Ifeffer, ihn erst auf andere Wege zu führen, zu warte», bis er feto ehemaliges Lebe» selbst verabscheute und Neigung zeigte, seine Fehlttitte durch ein offenes Ge- i&nbniS zu sühnen.

Johanna begnügte fich daher damit, ihm daS Bild in zeigen.

»Es ist die Photographie meiner BaterS', sagte ie. »Et wurde ermordet!'

Jakob Sperling bettachtete erst da» Bild und >ann daS fange Mädchen; er schien unentschlossen. Sie glaubte schon, daß er sprechen würde ... aber er wandte den Kopf, seutte verwirrt den Blick und verließ, ohne ein Wort zu sagen, dar Zimmer.

Dritter Teil.

L

Am Abend nach dem Tage, an welchem Bidach und Patrick O'Keddy ihr gefährliche» abenteuer ta der Schenke des alten Jorte bestanden hatte», erwartete Johanna voll ängstlicher Spannung nähere Nachrichten von den jungen Leuten.

Segen 5 Uhr abends kam Herr Bidach zu ihr.

818 das junge Mädchen ihn sah, konnte fie eine renbtge Bewegung nicht unterdrücken.

»Und Herr O'Keddy?' fragte fie leicht errötend.

»ES geht ihm gut', antwortete vidach; »tote laben uns Beide gesund und wohl ans der Klemme gezogen, obgleich iS einen Augenblick ziemlich heiß erging.'

Und er erzählte de« fragen Mädchen ihr Abenteuer