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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Sonnabend, 4. Juli 1891
■ Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatter, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXVI Jabraana. Moste tn Frankfurt o. M-, Berlin, München u. Köln; G. L. *V *7 d tt
Daube u. Co- in Frankfurt a-M-, Berlin, Hannover, Paris.
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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>ie Ankunft des deutschen Kaiser- puares m Amsterdam.
Ausführlichen Privatmeldungen aus Amsterdam kvtuehmen wir. folgendes: Um 1 Uhr 40 Minuten, ttnw eine Stunde nach der ursprünglich festgesetzten Jett, kam der Kaiser und die Kaiserin in Amster- >am an. Längs dem Z) standen zahllose Schiffe in
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Parade, sämtliche Fahrzeuge der Amsterdamer Rudernd Segelvereine, acht Kriegsschiff?, indische und amerikanische Dampfschiffe, alle festlich geschmückt, and zahllose mit Zuschauern gefüllte Privatboote. Am Landungsplätze der westindischen Mail war ein Pavillcn zum Empfange deS Kmserpaares ausge- schlcgen, zu dem ein 120 Meter langer, mit deutschen und niederländischen Farben ausgeschlagener md mit Blumen und Grün reichlich geschmückter Gang führte. Hinter dem Pavillon auf der Handels- lote stand eine Schwadron Husaren und eine Kompagnie Schuttery im Pavillon selbst waren samt- licke Minister, der Gouverneur von Nordholland, der niederländische Gesandte in Berlin, verschiedene Generale und Hofwürdenlräger, sowie der deutsche Generalkonsul erschienen. Etwa um 1 Uhr trafen die beiden Königinnen ein, vom Wilhelmuslied
■i ewpsangen. Sie begaben sich in den Pavillon,
traten von Zeit zu Zeit auf den Steiger und sahen mit Wohlgefallen das farberprangende I) an. Als die kaiserliche Jacht „Jagd" sich dem Holzhafen L t näherte, ertönte der erste Kanonenschuß der daselbst
g aufgestellten Batterie, welche bis zur Ankunft am Landungsplätze 51 Schüsse abgab. Der Kaiser trug , AdmiralSuniform und das Großkrevz des mililäriich-n ' > Wilhelm sordenk, die Kaiserin war schwarz gekleidet
md trug einen Blumenstrauß in der Hand. Zwölf
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Matrosen befestigten die Brücke an dem kaiserlichen Boot, worauf zuerst die Kaiserin und dann der Kaiser das Schiff verließ. Erstere umarmte und
küßte die Königin Emma, der Kaiser küßte derselben
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stellten Ehrenwache ab. Hierauf erfolgte die Fahrt durch die Stadt. Im ersten von vier Pferdrn gezogenen Wagen saß oer Kaiser und zu seiner Rechten die Königin Emma, im zweiten die Kaiserin, rechts
tt, mi Ke Hand und gab der jungen Königin Wilhelmina r die Hand. Als das Kaiserpaar den Steiger be-
i6rau( treten hatte, wurde die Kaiserstandarte aufgezogen, t neui Nachdem im Pavillon die Vorstellung des Gefolges statigefunden, schritt der Kaiser die Reihe der aufge-
W don der Königin Wilhelmina, hierauf in 16 weiteren __— Lagen das Gefolge. Von dem Augenblicke an, wo das Kaiserpaar das Land betreten hatte, spielte die
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(Nachdruck verboten.)
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Kriminal-Roman von Henry Cauvain.
(Fortsetzung.)
,Zst noch nichts für mich abgegeben?" fragte
Peru leise. —
»Auch nicht das geringste, Herr Gustav', war die latwort.
»Sonderbar l Bist Tu Deiner Leute hier sicher?' stchr Peru mit einem Blick ans die Trunkenbolde ringsumher fort.
»Seine Sorge; ich stehe für sie.'
.Ich werde morgen abend wiederkommen. Adieu.'
Und mit raschen Schritten eilte er davon in der Achtung des Boulevards Barl äs, wohin er seinen Bogen bestellt hatte.
»Keine Antwort ... was wag das bedeuten?' wnmelte er ärgerlich. »Er sucht vielleicht dahinter W kommen, wer ihm den Brief geschickt hat. Aber Kunst wirst Du kein Glück haben, alter Freund... Hüte Dich, baß Da Dir nicht die Finger verbrennst!'
Nach Verlauf einer Viertelstunde hatte er seinen Bogen an dem bezeichneten Orte erreicht.
»Nach dem Klub!' rief er dem Kutscher zu, der W nicht wenig über die Wandlung, welche mit seinem Herrn vorgegaogen war, wunderte.
Unterwegs entledigte sich Peru schleunigst deS «rbeiterauzugrS, rieb sich mit einem Tafcheutuche das «ot von Wangen und Nase und ersetzte die seidene Mütze durch den Chapeau clcqne, den er rorfichtiger Beste unter seiner Blouse verborgen gehalten hatte.
Einige Minuten später hielt der Wagen vor dem Eingang des Klub-Hotels am Boulevard Haußmann **b elastischen Schrittes stieg der elegante Kavalier Re mit weichen Teppichen bedeckte Treppe hinauf, nelche nach dem Salon führte. >
I »Geht es hoch, Morlearx?" fragte er ei» Klub- Mitglied, dem er anf der Treppe begegnete.
»Ahl Sie kommen gerade pr rechten Zeit, «ein
Rrgiwentsmusik das „Heil dir im Siegerkranz.' Sämtliche Straßen, durch welche der Zug sich beweist-, waren mit dichtgedrängten Menschenmassen gefüllt, welche beim Herannahen der Wagen der hohen Gäste in laute Hurrarufe ausbrachen. Unterdessen hatte sich der Himmmel mit Wolken überzogen und gerade, als die Majestäten den Palast erreicht hatten, brach ein strömender Regen los. Auf dem Dam vor dem Palast stimmte die Musik wieder „Heil Dir im Siegerkranz" an, und nach einigen Augenblicken erschien der Kaiser und die Kaiserin mit der Königin Wilhelmina aus dem Balkon, wo sie mit brausenden Hochrufen empfangen wurden. Der Kaiser verneigte sich dankend nach ollen Seiten. Der Dam bietet einen prachtvollen Anblick dar. Das Freiheitsbild ist in Blumen gehüllt und rings um dasselbe springen Fontänen, während das erhöhte Rondell auf dem Dam mit hohen Masten, welche in der Mitte Blumenkörbe tragen und durch Guirlanden und Grün mit einander verbunden sind, umgeben ist. Sobald der Kaiser den Palast betreten hatte, wurde auf dem Turme desselben die Kaiserstandarte aufgezogen. Der Menschenzufluß ist ein ungeheurer, in manchen Straßen ist der Verkehr fast versperrt. Nachdem das Frühstück eingenommen war, fuhr der Kaiser mit der Kaiserin und der Königin Emma nach dem Reichsmuskum. Am Eingänge desselben, der mit Blumen reich verziert war, wurden die Majestäten vom Vorstand der Aussicht? kommtssion begrüßt. Sie begaben sich zuerst in den großen Saal und von da in den Rembrandtssaal, wo der Kaiser längere Zeit vor der Nachtwache von Rembrandt und den Schulterstücken, besonder- vor der Schuttermahlzeit von van der Helft verweilte. Der Direktor des Museums machte ihn dabei auf den historischen Becher der SchLtzmgilde aufmerksam, der sich noch auf dem Ralhause befindet. Mit besonderem Interesse betrachtete dos Kaiserpaar die Bilder der Fürsten aus dem Hause Oranten; ehe sie das Museum verließen, schrieben sie ihre Namen in das Fürstentum ein. Nachdem die Majestäten noch der Normalschule für Zeichenlehrer einen kurzen Besuch abgestattet halten, machten sie noch durch verschiedene Teile der Stadt eine Spazierfahrt und trafen etwa um 5 Uhr wieder im Palast ein. Der Kaiser trug den Jnterimsrock mit dem Helm der Gardekürafsiere. Im Gefolge befanden sich auch der Prinz und die Prinzessin von Wied, welche schon vor einigen Tagen in Haag angekommen waren. Die Majestäten wurden von dem dichtgedrängten Volke auf der Straße mit lauten
lieber Valladares', antwortete Ludwig von Morlearx, indem et feinen Ueberzieher anzog. „Caserte hat die Bank nnd schon über zweitausend Louisdor gewonnen. Sehen Sie also zu, daß Sie ihn in die Luft sprengen."
„Darf ich dem Herrn Ma: quiS behifllich fein?" fragte ein Diener, sich dem jungen Manne nähernd.
ValladoreS reichte ihm einen Pelz, den er soeben auSgezogen hatte und trat in den Spielsaal.
Er ließ sich ein Glas Punsch geben nnd nahm etwas abseits Platz. Seit etwa vierzehn Tagen war er Mitglied eines Klubs und hatte stets ein bemerkenswertes Glück gehabt. Die Spieler, welche augenblicklich mit so geringem Erfolge die Chancen des Grafen von Caserte bekämpften, kamen daher zu ihm nnd bestürmten ihn förmlich mit Bitten, au dem Spieltisch Platz zn nehmen, da sie überzeugt waren, daß seine Gegenwart dem Spiele eine andere Wendung geben würde.
Aber ValladoreS hatte heute keine Lust nnd blieb allen Bitten gegenüber taub. Nichtsdestoweniger schien er sich aber für die Partie zu interesfiren; von seinem Platze auS beobachtete er aufmerksam den Verlauf des Spiels nnd wenn er sah, daß Graf Caserte immer wieder von Neuem große Haufen Geld und Banknoten einstrich, daun glitt bisweilen ein verstohlenes Lächeln über seine Wangen.
Nach einiger Zeit zog der Graf ftiue Uhr.
»Vergefsen Sie nicht, meine Herren, daß ich die Bank nicht länger wie bis drei Uhr halte, wie auch die Charceu fein mögen."
Er fuhr fort zu spielen nnd zu gewinnen.
Gegen ein halb drei Uhr erhob sich Herr von Valladares nnd begab sich in das Vorzimmer. Einige Minuten später rollte sein Wagen in der Richtung nach der Rue Taibout mit ihm davon.
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Gras Caserte hielt Wort. AIS die große Uhr deS Spielsaals drei zeigte, legte er die Karten anf den Tisch.
Aeußerungen der Sympathie begrüßt. Um 7 Uhr 30 Min. begann da» Prunkmahl und dann nach dem Ablauf desselben fand auf dem Dam der große Zapfenstreich statt.
Deutsches Reich.
Berlin, 3. Juli. Ter Kaiser und die Kaiserin, welche am Mittwoch Mittag zum Be such der niederländischen Königinnen in Amsterdam ringe troffen und dort auf das Herzlichste empfangen waren, haben sich, hoch erfreut über die ihnen zuteil gewordene Begrüßung, die festliche Ausschmückung der Stadt und die ihnen zu Ehren veranstalteten Festlichkeiten ausgesprochen. Heute Freitag begeben sich die Majestäten über Haag nach Rotterdam und fitzen von dort an Bord der Aacht „Hohenzollern' die Reise nach England fort. — Generalleutnant v. Werder, Kommandeur der ersten Division, ist an Stelle des verstorbenen Generals Bronsart von Schellendorff zum kommandierenden General bei ersten preußischen Armee-Korps ernannt worden. — Die „Nordd. Allg. Ztg.' bringt folgende Kundgebung: „Der Pariser „Times"-Korrespondent hat in dem von ihm bedienten Londoner Blatte und gleichzeitig in Pariser Blättern eine Unterredung veröffentlicht, die er am 12. März mit dem deutschen Botschafter in Paris über die Entlassung des Fürsten Bismarck und deren Vorgeschichte gehabt haben will. Obwohl bereits von Paris aus darauf hingewiesen ist, daß der sehr sensationelle Inhalt dieser Publikation alS ein Phantafiegebilde des „Times"'Korrespondenten gelten dars, so glauben wir doch darauf aufmerksam machen zu sollen, wie ein sehr gutes Zeugnis für die allgemein sich fühlbar machende Beruhigung der politischen Verhältnisse darin liegt, wenn Blätter, welche al» politisch-ernsthafte betrachtet sein wollen, mit solchem Klatsch sich zu befassen die Muße finden." — Die kaiserliche Schutz - truppe für Ostafrika, deren Stab in Dar - es - Salaam steht, besteht gegenwärtig aus 1 Kommandeur, 1 Oberführer, 10 Kompagnieführern, 17 Leutnants, 5 Aerzten, 8 Zahlmeisteraspironten, 10 Feldwebeln, 19 Sergeanten, 18 Unteroffizieren, 8 Lazaretgehülfen, 2 Schreibern und 1553 farbigen Soldaten. D'e Stäbe der Kompagnien befinden sich in folgenden Stationen: 1. Tanga, 2. Bagamoyo, 3. Kilwa, 4. Lindi, 5 (vorläufig Bagamayo), 6. Dar- es-Salaam, 7. (vorläufig) Kilwa, 8. Dar-es- Salaam, 9. Moschi Kilima-Ndscharo, die 10. Kompagnie ist auf Bagamoyo, Mpuapua und die Expe-
„Gestatten Sie, meine Herren, daß ich mich zurück- ziehe", sagte er.
Zn gleicher Zeit verließ er den Kreis der Spieler, nachdem er die vor ihm liegenden Banknoten zuvor sorgfälltig in seine Brieftasche gesteckt hatte.
„Das ist nun schon die dritte Nacht, daß er mit so fabelhaftem Glücke spielt", sagte einer der Habitues ihm nachblickend. „Kennt ihn denn eigentlich Jemand näher von nuS?"
„Er ist Neapolitaner nnd stammt ans einer sehr vornehmen Familie", antwortete ein Anderer. „Ich kenne ihn seit langer Zeit nnd stehe vollkommen für ihn ein; er hat allerdings eine außerordentlich glückliche Hand."
Graf Caserte, der in der Thal ein durchaus vornehmer, über jeden Zweifel erhabener Edelmann war, wohnte seit einigen Jahren in der Rue d'Aumale. Er besaß ein ungeheures Vermögen und spielte leidenschaftlich.
Er hatte sich in den Klub aufnehmen lassen, weil derselbe in feiner Nachbarschaft lag. Er liebte eS nach dem Aufenthalte in der fieberhaften Atmosphäre des Klubsaales den Weg nach seiner Wohnung zu Fuß zurückzulegen. Er zündete daher eine Zigarre an und schritt sorglos, die Hände in den Taschen seiner Wohnung zu.
AlS er etwas tausend Schritte in der Rue Toitbout zurückgelkgt und die Rue be la Viktoire überschritten hatte, sah er sich plötzlich einem Manne gegenüber, welcher bis dahin augenscheinlich in dem Schatten eines ThorwegeS gestanden hatte. Trotz der Dunkelheit schien das Aussehen dieses Individuums mit feiner schmutzigen Blouse und tief ins Gesicht gezogenen seidenen Mütze Herrn von Caserte wenig vertrauenerweckend. Er machte daher einen Umweg, nm ihm ausznweichen, aber der Manu kam ihm zuvor und schnitt ihm den Weg ab.
„Darf ich Sie nm etwas Feuer bitten?" fragte er mit rauher Stimme.
In de« Augenblick, «IS der Graf die Hand erhob,
ditionen von Emin Pascha und Stokes verteilt. Zum Oberführer der Schutztruppe ist der nunmehr von einem Urlaub nach Ostafrika zurückgekehrte frühere Chef in der Schutztruppe des ehemaligen Reichskommissar» und stellvertretender Reichökammissar Dl Wilhelm Schmidt ernannt worden. Durch kaiserliche Kabinetsordrc vom 1. Juni sind Dr. Schwesinger, bisher Assistenzarzt 1. Klaffe von den königl. bayerischen Militär-Bildungsanstalten, und Dr. Wasserfall, bisher Assistenzarzt 2. Klasse vom königl. sächsischen 5. Infanterieregiment Prinz Friedrich August Nr. 104, der Schutztruppe zugeteilt worden. Premierleutnant o. D. Berthold, bisher beschäftigt in der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes, ist mittelst Kabinettsordre vom 10. Juni der Schutztruppe zu- geteilt und gleichzeitig zur Hilfeleistung bei Bearbeitung der Angelegenheiten der Schutztruppe nach Beil n kommandiert.
— liebet die Resultate der deutschen Handwerker-Konferenz in Berlin äußerte Herr Faßhauer-Köln in einer rheinischen Versammlung : „Im Auftrage de» StaatSmiuisters v. Bötticher habe ich zu erklären, daß die königliche Staatsregierung mit dem größten Ernst und dem größten Wohlwollen für unsere Forderungen, gesetzgeberische Vorlagen zum Schutze be» Handwerks herbetzuführen, einzutreten entschlossen ist. Ich bin beauftragt, Sie zu ermuntern, daß wir uns nicht in ein Mißtrauen gegen die Staatsregierung hineinbegeben, sondern mit vollem Zutrauen in die Zukunst blicken sollen. Ich muß gestehen: Ich bin mit viel mehr Vertrauen von Berlin fort- wie hingereist, ich kann bestätigen, daß die Männer an der Spitze der Regierung nicht blos Wohlwollen für unser Handwerk, sondern auch Sachkenntnis in bezug auf dasselbe besitzen, welche ich nicht bei ihnen zu finden glaubte. Schon durch bloße Fragen, die sie stellten, bewiesen sie das. Wir haben früher mit einem Faktor zu thun gehabt, der uns nicht Rede und Antwort stehen ließ. Die Männer, welche jetzt an der Spitze stehen, haben ein volles Herz für uns. Gewiß werben wir eine Besserung unserer Lage, sowie eine Verstärkung des Jnnungswesens bekommen, lieber den Befähigungsnachweis hat die Konferenz ben größten Teil der Zeit verbraucht. Der Ernst der Regierung bekundete sich darin, daß wir uns einen ganzen halben Tag über die österreichische Verhältnisse unterhalten haben. Sehen wir mit Vertrauen in die Zukunft. Ich kann sagen, daß die Handwelkeifrage jetzt bei der Regierung in guten Händen liegt."
— D i e wirtschaftlichen Verhält-
um feine Zigarre aus dem Muade zu nehmen, erhielt er plötzlich einen heftigen Stoß in die linke Seite, in. Folge dessen er zur Erde stürzte. Er stieß einen Schrei, aus, und versuchte sich wieder zu erheben, aber daB mit kräftiger Hand geführte Messer hatte feine Kleider durchbohrt und war tief in die Brust etngebrungen; im nächsten Augenblick verlor er baS Bewußtsein.
Der Räuber beugte sich Über ihn, öffnete mit raschem Griffe die Knöpfe seines Ueberziehers und nahm Börse und Brieftasche seine» Opfers an sich, dann ließ er den Beraubten in seinem Blute liegen und eilte, möglichst den Schatten der Häuser anfsnchend, von bannen.
Allein zwei Wächter, welche ben Hilferuf gehört hatten, eilten ans zwei verschiedenen Richtungen herbei. AIS der Mann sie kommen hörte, verließ er das Trottoir und eilte anf der Mitte deS Dammes, so schnell er konnte, weiter. Die Wächter stürzten ihm nach. ES waren zwei junge, kräftige Männer und es wäre ihnen vielleicht gelungen, ben Räuber, welcher kaum zehn Schritte Vorsprung vor ihnen hatte, einzuholen. Als bet letztere jedoch die Ecke der Rue be Chateand'un erreicht hatte, sprang er zu ihrer großen Ueberraschnug in einen dort haltenden Wagen, dessen Kutscher im nächsten Augenblick im Galopp davonjagte.
Sie versuchten allerdings, demselben zu folgen, mußten aber nach kurzer Jagd einsehen, daß ihre Mühe vergebens war. Jndeß hatte der Räuber, vielleicht in einem Anfall übermütiger Laune, feine schmutzige Kleidung, Mütze, Blouse nnd Beinkleid aus dem Konpee geworfen, die von den Wächtern sorgfältig aufgehoben wurde.
Der Herr Marquis von ValladoreS — oder Pern, wenn man lieber will — lehnte sich unterdessen bequem in die Polster seines Wagen» zurück und zündete eine köstliche Havanna au.
»Seine üble Nacht', murmelte er zufrieden vor sich hin. »Mindestens fünftausend LoniS'dor; die