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Wickelung der Ostasrikanischen Seen-Gesellschast auch ist, so ist damit der Plan dieser neuen Gesellschaft keineswegs aufgegeben. Durch die Genehmigung der Koloniallotterie und die Sicherung desWissmann- scheu Dampferunternehmens ist die Sachlage in-Ost. afrika derart günstig geworden, daß er der Seen« Gesellschaft möglich sein wird, mit einem verhältnis­mäßig geringeren Kapital die bisherigen Plaue in vollem Umfange beginnen zu können. Au die Stelle deö Freiherrn von Gravenreuth wird voraussichtlich Herr von St. Paul-Jllaire treten, welcher seit dem Jahre 1885 gleichzeitig mit Herrn von Gravenreuth in Ostafrika thätig gewesen und daher vollauf imstande ist, ihn zu ersetzen. Dem Zustandekommen diese» geplanten kaufmännischen Unternehmen» wird auch von Seiten der Reichsregierung und deren Vertreter in dieser Angelegenheit, Herrn Major vonWIssmano, ein warmes Interesse entgegengebracht.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe- dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (cxkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Psg.

Holland. Nun ist Land Holland allerdings ein fetter Bissen, aber er ist auch zu fett, und würde Preußen oder dem deutschen Reiche nur Magrnbeichwerdeu verursachen. In Wahrheit denkt also niemand daran, Holland zu Leibe zu gehen, und es ist zu verwundern, daß dir deutschfeindliche Richtung doch so viel Boden gewinne» konnte. Zum guten Tell lag das wohl mit daran, daß der verstorbene König der entschie­denste Deutscheufeind in seinem Lande war. Seit­dem in Holland König Wilhelm II. gestorben ist, haben sich, wie gesagt, die Berhältnisie geändert. Durchs Land weht etwas wie ein frischer Luftzug, und auch von Deutschland denkt und spricht mau anders, man hat die Person Kaiser Wilhelm» II. verstehen, seinen Charakter und seine Friedenliebc würdigen und anerkennen gelernt. Aber damit noch nicht genug, man ist auch sehr empfänglich für dir Höflichkeit gewesen, daß der deutsche Kaiser zuerst der holländischen Königin einen Besuch abstattet. Das gefiel dem niederländischen Srlbstbrwußtsein, und so ist der Kaiser und seine Gemahlin denn in der That von dem sonst so ruhigen und bedächtigen Volke mit anerkenuenswerter Freundschaft begrüßt worden, die beweist, daß am Ende jede Nation die Bestrebungen eine» Monarchen anerkennen muß, deren Zweck allein ist, der Allgemeiuhett zu dienen.

«aligrn niederländischen Stolz ist auch den Nach­kommen noch ein tüchtige» Stück geblieben, nur daß rr leider in Empfindlichkeit ausgeartet ist. Nicht "wenige Holländer haben das Aufblühen de» neuen deutschen Reiches al» einesEmporkömmlings^, mit -scheelen Augen bettachtet, und besonder» tief war die Abneigung gegen Preußen, da man sich mit dem komischen Gedanken trug, besonders seit 1866, Preußen Hube nichts Geringere» an, als die Annektion von

seine männlichen Verwandten und Familienangehörigen vor sich inS Grab finken sehen, erkrankte dann selbst und war bald außer Stande, die Pflichten der Re­gierung und der Repräsentation in vollem Umsarge z» erfüllen. So war es dann recht einsam und still geworden in der an und für sich schon stillen niederländischen Refidenz, im Haag, und erst nach deS Königs Tode, für den bekanntlich wiederholt «ine Regentschaft eintreten mußte, ging etwa» wie ein neues Leben durchs Land, man fühlte sich wie erleichtert nach einem langen Druck. Der nieder-

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»Wer ist da?*

.Peru', versetzte der junge Manu.

Die Thüre wurde geöffnet und er trat ehr. Er «rchschritt einen kleinen, vollständig dunklen Korridor «d tat in ein Zimmer, welches durch eine von der »etfe herabhäugende Petroleumlampe erleuchtet wurde.

In der Mitte de» von dichtem Tabaksqualm er. Wen Zimmers saßen mehrere Mäuuer von ab. MBtnbem, heruntergekommenem Aussehen an einem Ache, auf dem eine riesige, aber bereits zur Hälfte meerte Bowle mit Glühwein stand.

»Aha, da bist Du ja, Peru*, rief einer derselben M rauher Truukeuboldstimme, al» die Thür sich Mer dem jungen Mauue geschloffen hatte. «Wir «den gerade noch ein Glas für Dich übrig.* . Der Mann, welcher diesen sonderbaren Namen trat langsam näher und schien keineswegs er.

"«nt über das seltsame Bild vor feinen Augen.

iAkpfte er eileudS tu die Sackgasse.

Diese Gaffe war außerordentlich eng und dunkel.

Nachdem et sie ohne Zögern durchschritten hatte, - tu. der junge Manu tu bestimmten Zwischeu- n «J Wneu drei Mal an eine kleine, niedrige Thür, die l41 Uneingeweihter in der Dunkelheit kaum be. hätte.

Nach Verlauf einiger Augenblicke wurde ein mit wkm Gitter versehene» Gnckloch geöffnet und eine

(Nachdruck verboten.)

Per«.

Kriminal-Roma» von Henry Cauvain.

(Fortsetzung.)

Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton d. Blatte», iowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M-, Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXVI Moffe in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; <8. L. Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

verwandt, und toenn ein Volk, so hat daS hollän­dische, dem deutschen Name» Ehre gemacht. 93 e=

rühmte Staatsmänner, Generale, Künstler, Kauf­herren und Industrielle find aus dem ruhigen, aber zähen Volk hervorgegangrn, das fich noch zur Zeit des großen Unabhängigkeitskrieges gegen den Fana­tiker Philipp von Spanien mit Stolz ein deutsches nannte, und daS damals eine Stellung einnahm, die heute in vollem Umfange die einer Grcßmacht sein würde. Holland hat im Laufe der Jahrhunderte feinen polittschen Rang eingebüßt, seine Flotten haben ^H-auch nicht mehr die Bedeutung, wie zur Zeit des berühmten Seehelde» Admiral Ruyter, aber das r Land ist eines der wohlhabendsten in Europa ge-

** blieben, man kann ei fast reich nennen. Anders

geworden ist im Laufe der Zeit auch die Gesinnung IAa der Holländer. Es gab eine Periode, wo die kleinen I Niederlande eine viel geschlossenere und kräftigere Nlm MMacht darstellten, denn da» buntscheckige heilige aS "mische Reich deutscher Nation, und von dem da

Materials mit, daß die Zahl der Unfälle durch Schienenbrüche eine außerordentlich geringe gewesen sei. Die bei der Abnahme verwendeten Stempel werden ausschließlich in den eigenen Werkstätten der Verwaltung oder durch besonders beauftragte Graveure angefertigt und den betr. Beamten bei der Ent­sendung ausgehändigt. Allerdings feien einzelne Fälle festgestellt, in denen einzelne Beamte ohne Wiffen der Behörden, zumteil schon vor Jahren, bei der Benutzung unbrauchbar gewordene Stempel auf de» Werken eigenmächtig selbst habe» neu an- fertigen lassen. Die Beamten dürsten angesichts der anderen Auffaffung anderer Eisenbahn-Ver­waltungen darin nichts Unzulässiges erblickt habe». Geflickte Schienen werde» von der preußischen StaatS- Eisenbahn-Verwaltung überhaupt niemals abgeuom- men ; immerhin aber sei es möglich, daß ungeachtet aller Vorsicht solche zur Abnahme gelangten. Die Bochumer Untersuchung werde zeigen, ob die- dort der Fall gewesen. Daß Flickarbeit bei Achsen und Radeisen unbemerkt bleibe, sei völlig auSgeschloflen. Eine anderweitige Regelung des Abnahmeverfahrens unterliege näherer Erwägung. Hebet den Mangel an jüngeren Baub eamten wird von feiten der Verwaltungsbehörden vielfach geklagt. Stark besetzt find die älteren Jahrgänge der Re­gierungsbaumeister, welche ungebührlich lange auf die definitive Anstellung als Bau-Inspektoren warten müffen. Im letzten am 1. April d. I. abgeschloffenen Prüfung»jahre sind nur 80 neue Regierungsbau­meister hinzugetreten. Die Bauführerprüfung ist von 91, die Vorprüfung von 119 Kandidaten be­standen worden. Es zeigt sich also immerhin eine fühlbare Zunahme im Nachwuchs, indeffen können die Aussichten für Studierende der Baufach» trotz des wieder stärker werdenden Besuches der Technischen Hochschulen noch immer als verhältnismäßig gute bezeichnet werden. Frhr. v. Gravenreuth, welcher im Auftrage einer von der Firma Hansing u. Cie. in Hamburg in Aussicht genommenen Ostafrikanischen Seen-Gesell- fchafl eine Expedition an den Viktoria-Nyanza führen sollte, hat, wie bereit» kurz mitgeteilt wurde, da der bisherige ExpedittonSleiter für Kamerun, Premier- Leutnant Morgen, infolge seiner Verlobung von der Urbernahme weiterer Expeditionen Abstand genommen hat, vom Reich den dienstlichen Auftrag erhalten, diese große Expedition in daS Hinterland von Kamerun zu übernehmen. Derselbe geht schon in den nächsten Tagen über Hamburg seinem neuen Bestimmurgsort zu. So bedauerlich der Austritt des Freiherrn von Gravenreuth für den Beginn und die weitere Evt-

machen was er will. Je besser feine Geschäfte geben, desto besser ist es auch für nuS.*

«Na, Ruhe jetzt I* rief Peru, bet, ohne ans die Sticheleien Frettchen» zn achten, sich eine vorzügliche Havanna angezündet hatte. .Sperrt die Ohtm ansl Ich habe eine schwere Arbeit.*

Die vier Bandtteu rückten nähet nnd ihre Angen hingen in gespannter Erwartung an den Lippen PrtnS.

.Komm doch heran, Wolf*, tief »Seidenspinner zu einem fünften Gefährten gewandt, der sich andern Kachelofen wärmte.

.Ich höre hier auch», versetzte Wolf, ohne den Kopf zu wenden. .Ich habe den ganzen Tag im Regen gestanden nnd mnß meine Sachen trocknen.*

.Also hört, nm was es fich handelt*, sagte Pern, indem er den Ranch seiner Zigarre behaglich vor sich her blieS. ,3m dritte» Stock eines Hanse», da» ich Euch später nähet bezeichnen werde, wohnt ein alter Mann mit seiner Schwester. Es sieht ärmlich bei ihnen an», aber sie find reich; fie haben übet zwei« hnndetttansend Franks in Silber nnb Wertpapieren in ihrem Sekretär. Ihr wißt also, wa» Ihr zn thnn habt. Ich habe alle notwendigen Erknndignngen ein­gezogen nnb werde dem, der die Sache übernimmt, sagen, wie er fich zn verhalten hat.*

.Nnn gut, Schniegelfritz, so mach' die Loose zurecht." Der Bandst, welcher ans den Namen Schniegel, ftitz hörte, ein ehemaliger Winkeladvokat, zog ein schmutzige» Notizbuch ans bet Tasche nnb riß ein Blatt heran».

Soll ich Dich anch mit anfschteiben, Meister?" fragte er, inbem er ba» Blatt in mehrere Teile zerlegte nnb einen lauernden Blick ans Pern richtete.

Dnmme Frage, wenn ich die Sache selbst machen wollte, hätte ich doch nicht zn Euch zn kommen btanchen."

Freilich, sonst wäre doch bet ganze Gewinn für ihn allein", bemerkte Seidenspinner.

Sperling brauchst Dn auch nicht mit anfzu- schteiben." , ,..s; .

K'/ v spbun:

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Mardnrg und Kirchhain

Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Martt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Äug. Koch.

Deutsches Deich.

Berlin, 2.Jult. Der.Reichsanzeiger* publiziert die Genehmigung de» Abschiedsgesuches des Ober­präsidenten Grafen von Behr - Negendank unter Verleihung be» Titels eines Wirklichen Ge­heimen Rats mit dem PrädikateExcellmz*, sowie die Ernennung des Staatsmiuisters v. Puttkamer zum Oberprösidente» von Pommer». Ein Erlaß des Unterrichtsministeriums an die Oberpräsidenten, betreffend die Regelung der Gehälter der Lehrer und Lehrerinnen der Volksschulen setzt ein den Leber.sverhältnisse» entsprechender Grundgehalt fest, welches bei besonderer Bedeutung dcs Amtes zu erhöhen ist, ferner eine MietSent- schädigung und eine nach dem Dienstalter steigende Zulage. Der Erlaß verlangt, daß die Angelegen­heit im Monat September, spätestens bis Ende Oktober, auf den Konferenzen in den einzelnen Provinzen erörtert werde, damit da» Revisionswerk noch dieses Jahr durchgeführt werden könne. Der .ReichSanzeiger* teilt bezüglich der Angaben des Verteidigers de» Redakteur» FuSangel im Bochumer Steuerprozeß aufgrund amilichen

.Seid Ihr Alle da?* fragte er, während fein Blick übet die «rnppe flog. .Ich fehe ja Sperling nicht I*

.Ach, kümmere Dich doch nm den nicht, der schnüffelt oft anderswo nmhet*, versetzte ein zweiter mit einem widerlichen Znhättetgeficht. Er trug seinen schäbigen, sotgfästig zugeknöpften Uebetzieher, rote Ktavatte nnb eine feibene Mütze. Zwischen ben schwarzen Zähnen hielt et eine erloschene Zigarre.

Sein Spitzname war: Seidenspinner.

.Dn hast Dich ja so lange nicht.sehen laffen, Pern?* fuhr ein anderer mit vollständig glatt rasiertem Bnlldoggengefichi fort, befftn von einer ab- getragenen Llonse verhüllte Glieder eine kolossale Körperkraft vermuten ließen.

.Du hast recht, Ochs*, versetzte bet junge Mann, inbem er bie Seine Übet einen Stuhl ipreizte und sich mit den Ellenbogen auf die Lehne desselben stützte. ,@8 müffen mindestens acht Tage sein, daß ich Dein SchnapSgeficht nicht gesehen habe. Prosit! alles Hansl*

Indem feine mit perlgrauen (8 lac» bekleidete Hand ein» der plumpen Gläser ergriff, stieß er mit dem neben ihm sitzenden Mann an nnb stürzte das schwärzliche, dampfende Getränk bis ans den letzten Tropfen hinunter.

.Du bist wohl stolz geworden, seitdem Du bie feine Kluft trägst*, versetzte ein beider Gefährte, ein halbwüchsiger junget Mensch von kaum achtzehn Iahten, dessen kreischende Sttmme schon von einem langen Dienst in der edlen Gaunerzunft zeugte. .Chic wie ein Ellentittet, darf man auch auf assen?*

Und vorsichtig glitt er mit feiner schmutzigen, pfotenarttgen Hand Übet den Bermel des junae» Manne», während fein Gesicht bewundernde Grimassen schnitt.

.Hat er Dich jemals gefragt, was Du mit Deinem Selbe machst, Ungeziefer?* fuhr Seidenspinner fort, während er dem jungen Burschen einen verächtlichen Blick zuwarf. ,tzr ist unser Meister und kann

Ausland.

Oesterreich-Ungar«. Kaiser Franz Joseph wird die Sommerwochen in stiller Zurückgezogenheit in Linz verleben. Zwischen den Monarchen be» Friebensbunbes hat au» Anlaß bet Erneuerung de» Bündnisse» ein sehr herzlicher Depeichenwechsel statt- gesunden. Der österreichische Sozialistenkongreß m Wien hat seine Arbeiten beendet und beschloffen, den internationalen Kongreß in Stöffel zu beschicken. Ferner wurde die Abkürzung der Arbeitszeit und die Ausdehnung des Koalitionsrechtes gefordert. In Prag nehmen die antideutschen Kundgebungen ihren Fortgang. Der Leiter der deutschen Reichs- post, Dr. von Stephan, ist in Pest angekommen. Es hat dort ihm zu Ehren ein offizielle» Festmahl stattgefunden. Graf Hartenau (Alexander Batten­berg) dürste in etwa zwei Wochen wiederhergestellt sei».

Niederlande. Der Kaiser und die Kaiserin sind am Mittwoch .Nachmittag wohlbehalten in Amsterdam angekommen. Ein niederländisches Stieg»« geschwader war der YachtHohenzollern", an deren Bord sich die beiden Majestäten befanden, entgegen­gefahren und hatte die deutsche Kaiserstandarte mit Salutschüffen begrüßt. I» Ymuyden begab sich der holländische Ehrendienst an Bord der .Hohen- zollern* und alsdann wurde die Fahrt »ach Amster- dam auf dem Aviso .Jagd* fortgesetzt, das sich in festlichster Weise zum Besuche des hohen Besuches geschmückt hatte. Zahlreiche Fremde waren einge­troffen. Im Hafen waren verschiedene Tribünen errichtet, die dicht besetzt waren, eine Ehrenwache

.,34 möchte nur wiffen, wo der Schlingel ftetft", sagte Ochs,man sieht ihn fast gor nicht mehr."

Er wird doch nicht etwa pfeifen?" rief Pern, während fein schwarz, 8 Äuge unheimlich funkelte. Himmel und Hölle! Das Geschäft sollte er nicht lange treiben."

Ich werde ein bischen aufpaffeu", sagte Frettchen.

Nachdem die Papietstückchen beschrieben und zu» sammengerollt waren, wurden sie in den eleganten Hut Petn'S geworfen nnb dann ein» nach dem anderen entrollt und gelesen. Die Entscheidung sollte für den ansfalleu, dessen Name als letzter aus dem Hute hetvorgiug.

Wenn man die ängstliche Spannung sah, mit welcher Jeder die Ziehung verfolgte nnb bie Ent­täuschung, bie fich tu ben Zügen betet matte, deren Namen zuerst gezogen wurden, so hätte man glauben können, eS handle fich nm eine seltene Gunst. Diese Gunst bestand darin, daS Schaffst zu riskiten, und zwei unglückliche alte Leute ansplünder» zu dürfen.

Allerdings war die Bande unter bet Führung ihres gewandten Oberhauptes in letzter Zeit seht vom Glück begünstigt gewesen. Sie hatte, fast unter ben Augen bet ohnmächtigen Polizei, so verwegene Einbrüche anSzeführt, daß jeder von ihnen ein fast unerschütterliches Vertanen in seine Kraft nnb Ge- wandtheit setzte nnb baranf brannte, bas Unter« nehmen ansznfühten.

ES handelte fich in bet That nnt zweihundert- tausend Franks. Nach ben Statuten der unheim­lichen Gesellschaft fiel bie Hälfte bet Beute dem Unternehmer beS Verbrechens zu. Ein Viertel ge- hörte demjenigen, welcher die Gelegenheit dazu auf- gespürt hatte in diesem Falle Pern und das letzte Viertel den Übrigen Genossen.

Derjenige, aus welchen das LooS fiel, hatte also einen Gewinn von hunderttausend Franks in Aussicht.

Als vier Namen gezogen waten und nnt noch einer in dem Hute zntückblieb, wandten sich Aller Blicke nach dem Manne am Ofen.

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Marburg,

Freitag, 3. Juli 1891.

Schrei! Der Karserbe/uch in Holland.

ufmaw M Der deutsche Kaiser und die deutsche Kaiserin vrNU find am Mittwoch in der großen holläntischen etzerba« Handelkstadt Amsterdam eingetroffen und dorr in r "au großartiger Weise willkommen geheißen worden. Die Niederlande haben seit Jahren keinen fürstlichen der selb« Besuch mehr gesehen, die bekannten Berhältnisie in zu alle der niederländischen Herrscherfamilie verwehrten jeden Pttte hohen B such. Der König Wilhelm II. hatte alle

r x , Seinen Pelz hatte bet junge Mann im SBagen L Mseu und nachdem et fich durch einen raschen

' «Uck überzeugt hatte, daß der Boulevard vollkommen

mein Jeufäeuleer war, flüsterte er dem Kutscher einen >, gemessenen Befehl zu: ,Jn einer Stunde. Ecke des Boulevard Barbes.*

KJtab während der Wagen fich langsam entfernte,

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