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Erscheint ttiglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. sexkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

erreicht, für sechs Jahre ist uns Ruhe und Friede gesichert. Und nach 6 Jahren werden die Gedanken und Gesinnungen der Völker sich nicht verschärft, wohl aber gemi.dert haben, unter dem Einfluß der FrredenSzeit, unter dem Segen friedlicher Arbeit.

Hier und da ist einer Erneuerung deS Drei­bundes nach dem Rücktritt des Fürsten Bismarck und des ilalienischen Ministerpräsidenten Francesco Crispi nicht ganz ohne Sorge eutgegengesehen. Es war ein offenes Arheimnis, daß man von Paris aus im Stillen alle möglichen Anstrengungen machte, um Italien von dem großen Friedrnsbunde loSzu- reißen. Die Franzosen hätten es sich viel kosten lassen, um dies Ziel zu erreichen, und «S dürften auch allerlei Geschichten passiert sein, von welchen man heute lieber nicht spricht. Recht auffällig ist eS jedenfalls gew sen, als in vielen italienischen Städten mit einem Male Agitatoren gegen den Dreibund ausstande», denen durch eine entschlossene Maßnahme der italienischen Regierung das Handwerk gelegt ist. Diese Agitation hat in der Bevölkerung nicht den geringsten Anklang gefunden, und um so merkwürdiger war deshalb ihr Auftauchen. ES sah fast so auS, als ob es sich um bezahlte Subjekte handele, die sür Geld alles thu». Und wer diese Zahlung geleistet, daS kann nicht weiter zweifelhaft erscheine». Dank der Einsicht deS heutigen leitenden italienischen Staatsmannes, deS Ministerpräsidenten Marquis Rudini, Dank vor allem der BundeStreue des Königs Humbert tat sich die Erneuerung des FriedenkbuvdeS ohne alle und jede Schwierigkeiten vollzogen, Europas gewaltigste und ausschlaggebendste Macht ist heute wieder der Dreibund, und er wird es auch bleiben, denn die drei Verbündeten Staate» haben durchaus dieselben Interesse». Sie wollen ihren Besitz, ihre Freiheit und ihre Selbständigkeit gewahrt wissen, das ist das kurze und doch so be­deutsame Ziel des Friedens und hierfür trete» sie mit den Waffen ein.

immer wieder auftauchenden Unsicherheit, ob denn nicht doch noch eine Friedensstörung ein treten könnte, mit Entschiedenheit ein Ende. Der Dreibund hat heute tie unbestrittene Kraft, nicht nur jeden feind­lichen Widerstand in Europa, der etwa auftauchen könnte, zu brechen, er besitzt auch die moralische Kraft, halbgezückte Schwerter in die Scheide wieder zurückzudrücken. Der Dreibund, der aus starke Sympathien in London, Konstantinopel und Bukarest rechnen kann und im Ernstfälle sicher aus die Wehr- kraft der Staaten England, Türkei und Rumänien rechnen darf, gewährt dem deutschen Volke Sicher hrit für die friedlichen Bestrebungen in Handel und Industrie, er gestattet, den Blick auf umfangreiche Unternehmungen zu richten, die Tausenden und Aber­tausende» Verdienst und Brod geben werden. Der Friedensbund gestattet auch eine engere Annäherung der Völker und Staaten Europas aneinander, zur Pflege der wirtschastlichen und handelspolitischen Beziehungen, zum Austausch der Produkte deS Ge­werk efleißes. Wie die starrende Rüstung, die der- mehrte Milttärlast auch von den -Staaten nicht gern gesehen, haben die Finanzminister selbst ihre liebe Not, die Ansprüche der Militärverwaltungen zu be- ftiedigen, noch schlimmer wärs, wenn jeder Staat in Europa allein heute stünde und mit mißtrauischen Blicken alle Bewegungen der Nachbarn hütete. Dann würde und müßte bald eine europäische Krisis eintreten, ein Weltkrieg ohne Ende. Der Dreibund ist eS, welcher die Situation erträglich macht; die Militärlasten sind drückend in jedem Staat, aber diese Ausgaben haben doch praktischen Nutzen, sie schützen die fleißige Arbeit, den friedlichen Erwerb. Dieses Verhältnis ist nun befestigt und besiegelt durch die eben erfolgte Verlängeruvg deS Dreibundes um sechs Jahre, daS heißt ziemlich bis zum Ende des Jahrhundert-, denn die Verlängerung, die heute erfolgt ist, ist selbstverständlich viel eher beschlossen, M der alte Vertrag ablief. Damit hat auch alles Kriegsgeschrei, haben alle Allarwgerüchte ihr Ende

Marburg, Donnerstag, 2. Juli 1891

werden. Auf tem Kongreß der Bäcker Deutschlands wurde ein Antrag dieses Inhalts angenommen. Seine Exzellenz der Staats Minister und Minister der geistlichen, Unterrichts- und Mdizinal-Angelegen- heilen Graf Zedlitz.Trützschler, ist von Frank­furt a M. in Berlin wieder angekommen.

Wilhelmshaven, 30. Juni. Das kaiserliche Paar traf heute nachmittag» 2*/i Uhr an Bord des Fürst Bismarck" auf der hiesigen Reede ein. Die Salutbatterie und das KriegsschiffMarS" gaben den Kaisersalut. Die Majestäten fuhren mit der StationsyachtFarewell" nach dem Vorhafen, wo sie von dem Admiral Frhr. v. d. Goltz und dem Stationschef Vizeadmiral Schroeder empfangen wurden und setzten ihre Fahrt per Boot zu der Werft fort, wo der Stapellauf deS fertiggestellten neuen Panzer­schiffes stattfand. Der Kaiser taufte das neue Panzerschiff v.:Kursürst Friedrich Wilhelm." Der Stapellaus verlief auf das glänzendste.

Bremen 30. Juni. Ein Privatlelegramm einer hiesigen Firma aus Lima meldet die Ankunft eine» deutschen Geschwaders im Hasen von Callao.

Solingen, 30. Juni. Bei der heutigen Land­tagsersatzwahl im ersten Düsseldorser Wahlbezirk (Lennep - Remscheid - Solingen) erhielt der national­liberale Kandidat Kelders aus OhligS 468, der demokratische Kandidat Lenzmann eine Stimme, ersterer ist somit gewählt.

Die Verlängerung des Drelbnn-es «w sechs Jahre

hat soeben stattgefunbe». Auf seiner Reise von Hamburg nach Helgoland hat der Kaiser selbst

(Nachdruck verboten.)

Per«.

Kriminal-Roma» von Henry Eauvaiu.

(Fortsetzung.)

XVIL

Herr Bidach barg feine Notizen sorgfältig wieder « der Tasche.

68 trat ein Minuten langes Schweigen ein. Johanna war tief in Gedanken versunken; der Umstand, daß e8 in dem Leben ihres Vaters ein für ste undurchdringliches Geheimnis gegeben hatte, machte ste nachdenklich.

»Es ist mir fast, als ob ich träume", wandte sie stch endlich zu Bidach.

»Vermögen Sie ans diesem Gemisch von Thai- suchen, Beweisen und Entdeckungen irgend einen un­mittelbaren Schluß zu ziehen, der aus die Triebfeder der Verbrechens Bezug haben könnte?"

»Ganz gewiß", versicherte Bidach.

Und nun erzählte er dem jungen Mädchen, wie a in feiner Verkleidung die Erklärung mit angehört habe, welche der Beamte an der Bank von Frank- reich Herrn Raveueau» gegeben und wie er dann später konstatiert habe, daß von den im Geschäft au- gestellten Herren keiner dem Signalement deS von Franz bezeichneten Menschen entspräche, welcher den Einbruchrversuch an beut eisernen Geldschrank unter- Memmen hatte.

»Warum v«kleideten Sie sich aber?" fragte Johanna. »Herr Raveueau hätte Ihnen die Aus- «ast doch sehr gern gegeben."

»Ganz richtig, gnädiges Fräulein, aber damals rannte ich diesen ehrenwerten Herrn noch nicht so wie -tzt. Ich hielt es nicht für überflüssig, ohne ihn zu handeln und ihn ein wenig zu überwachen ... Sie hnsteu, daß die Kasstrer in letzter Zeit ein sehr tverselhasteS Ansehen genießen."

»O Herr Ltdach, wie' konnten Sie nur einen «ageublick glauben, baß Herr Raveueau..."

einem Hamburger Herrn diese erfreuliche Mitteilung gemacht, die die sichne Erhaltung des europäischen Friedens, wenigstens so weit das deutsche Reich in- (3990 frage kommt, bedeutet. Das deutsche Volk und die verbündeten Nationen haben in der That allen An- laß, sich dieses Resultates zu freuen, es macht der

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler L^°"Estlrt a.M., Cassel, Magdeburg u.Wien; Rudolf YYVI Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L. 44 ' *' Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

der erste unter deutscher Herrschaft geborene Knabe, auf dem Arme feiner Mutter der Kaiserin einen Blumenstrauß. Der Aufenthalt der Majestäten auf der Insel war ein zwangloser, frei von aller Etikette. Am Dienstag Nachmittag trafen der Kaiser und die Kaiserin zur Taufe deS neuen Panzerschiffes in Wilhelmshaven ein. Nach der Feier wurde an Bord der Kaiser-YachtHoherzollern" die Fahrt nach Amsterdam abgetreten. Eine alte Thatsache wird jetzt neu aufgettärmt in Berliner Zeitungen, die er­fahren haben wollen, die Haudwerker- k o n f e r e n z sei auf Befehl des Kaisers berufen, und der Monarch habe auch befohlen, ihm einen Bericht über die Konferenz-Verhandlungen zu er­statten. Alles das ist schon vor vier Wochen im deutschenReichsanzeiger" im nichtamtlichen Teile gemeldet. Seitdem in denHamburger Nachr." Artikel zu erscheinen begannen, deren Ursprung ganz offenbar auf den Fürsten Bismarck oder dessen Umgebung in Friedrichsruhe zurückzuführen war, ist häufig in einzelnen Zeitungen angedeutet worden, es würden im Berliner Schlosse irgend welche Maßnahmen gegen den bisherigen Reichskanzler oder aber gegen dieHamb. Nachr." erwogen. Bei solchen Mitteilungen wurde indessen da» Verhältnis zwischen Kaiser Wilhelm II. und dem Fürsten Bismarck völlig verkannt. So groß oder klein die Mißhelligkeiten zwischen den beiden Männern sind, Fürst Bismarck bleibt für das Oberhaupt deS Reiches stet» eine historische Persönlichkeit, ein Mann, dem auch der Kaiser Dank schuldig ist. Wie dieN. A. Z." mitteilt, dürfte der Reichs­kanzler von Caprivi in der ersten Julihälste einen mehrwöchentlichen Urlaub antreten. Nach feiner Rück­kehr, die zu Mitte August zu erwarten steht, wird der Stellvertreter de» Reichskanzlers, Staatsfekretär von Bötticher Berlin mit längerem Urlaub verlassen. Trotz der von amtlicher Seite erfolgten beruhigenden Mitteilungen hat sich in Folge deS Bochumer Pro­zesse» im Publikum eine nicht zu verkennende Be- sorgniS herausgebildet, es könnten auch bei uns durch Schienenbrüche Eisenbahnunglücke wie daS Mönchensteiner herbeigeführt werden. Dem gegenüber wird in derSief. Ztg." darauf hinge- wiesen, daß von sämtlichen während der drei letzten Jahre in Preußen vorgekommenen Eisenbahnunfällen nur einer auf einen Schienenbruch zurückzuführen ist, und zwar auch nur mittelbar, insofern zunächst ein Bandreifenbruch «folgte, welcher dann erst den Schienenbruch veranlaßte. Ein internationaler Kongreß der Bäcker soll bald in Berlin einberufen

unter keinen Umständen wieder in sein Zimmer lasse» solle.

»Eine Thatsache scheint also sestznstehen; der Vn- brecher ist bei Herrn Lac-dat eiugedrnngen, nm zn stehlen. Sein Versnch ist ihm nicht gelungen, den» der Schrank hat dem Etnbruchsversnch Wiederstande»."

»Nau hat er aus irgend welche Weise erfahre», daß das Vermögen Ihres Vaters bet der Bau! depouirt worden ist. Er hat ihn eine» Hinterhalt gelockt nud ermordet; dann hat er ihm sein Checkbnch gestohlen und mit Hülfe beffelben die ungeheure Summe vou süllfhuuderttauseud Franks erhoben.

»Wir wissen ferner, daß bet Mann, welcher versucht hat, den Schrank zn öffne«, mit dem Mörder identisch ist. Franz hat nur gesagt, daß jenes Jndividunm wie du Seemann aussah, und Sie erinnern sich, daß dar Rasterweffer, mittels dessen der Mord vollführt wurde, mit einer Schnur festgeknotet war und zwar in bei Art, die nur Seeleuten bekannt ist."

»Bis so wett wäre also alles ziemlich klar. Nun aber kommt die Frage, wer ist der Mörd«? Was hat jene Juana mit der Angelegenheit zu thu»? Wo ist das gestohleue Geld geblieben, und welche Verbindung existierte zwischen jenen Elende» und Ihrem atmen Batet."

»Alle die Paukte sind vollständig dunkel »ud ich mnß Ihne» gestehe», daß ich nunmehr schwere Hindernisse vor mir sehe. Ich weiß nicht, »ach welcher Seite nud wie ich meine Recherchen fortsetze» soll. Der testende Faden ist mit wie abgeschnitten.

»ES giebt Jemand, der »nS vielleicht wertvolle Aufschlüsse geben könnte", sagte Johanna nach kurzem Schweigen, »ein astet Freund meines Vaters, der ihn schon tu Amerika gekannt Hai, Herr Mtrentter."

Bidach'S Gesicht klärte sich plötzlich auf.

»Gewiß", rief er hastig, »wir müsse» ih» ohne Verzug befragen."

»Leider ist er nicht hi«", versetzte Johanna, »er befindet sich auf einer Geschäftsreise, wenn ich nicht irre, in Rußland."

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt sür die Kreise Marburg und Kirchhain

Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.

Deutsches «eich.

Berlin, 1. Juli. Der Kaiser und die Kaiserin sind am Montag Nachmittag wohlbehalten von Hamburg, wo die Majestäten von den Behörden bewillkommnet waren, und nachdem sie die Neubauten der alt«n Hansestadt auf einer Rundfahrt in Augen­schein genommen hatten, auf der Insel Helgoland eingetroffen und von der Bevölkerung auf das herz­lichste begrüßt. Bei der Ankunft auf dem Felsen­eiland überreichte dererste Rektnt von Helgocand",

»Ich sage ja, gnädiges Fräulein, daß ich ihn damals noch nicht kannte und Sie wissen doch, Polizeibeamte find vou Natur mißttauisch. Gestatten Sie mir jetzt, Ihnen auseinander zu setzen, welche Thatsacheu in dieser geheimnisvollen Angelegenheit bis jetzt dem Auschet» »ach feststeheu:

»Nach einer Notiz vom erste» November» welche Herr Ravenea» unter de» Papiere» Ihres Vaters gefnnben hat, belief sich das Vermöge» desselben aus uogesäht zwölshnuderttanseud Franks; die Titel der Werte brauche ich Ihnen nicht zu neunen. Sie wissen, daß Herr Raveueau dieselben noch am zehnten November tu dem Geldschrank Ihre« Herrn Vaters gesehen hat. Wohlan, alle diese Werte hat Herr Lactdat zu Geld gemacht »ud ste zu noch größerer Sichethest aus der Bank vou Frankreich ntebergelegt, wo außerdem bereits die vou den Kunden deS Hauses deponierten Gelder, im Ganze» dreizehnhuudetttauseud Franks, lagerten.

»Was kann ihn bewogen haben, bezüglich seines Vermögens diese VorfichtSmaßregeln pl treffen, die vielleicht die Ursache seines Unterganges waren?

»Diese Frage lenkt mich unwillkürlich auf eine Hypothese.

»Sie erinnern sich, daß der Geldschrank die Spuren eine» SiubruchSverfucheS trug. Ihr Vater hat diese Spur jedenfalls entdeckt und aus Besorgnis, daß der Versuch sich wiederholen möchte, den Ent­schluß gefaßt, sein Vermögen flüssig zu machen anb für einige Zeit aus der Bank in Verwahrsam zu geben.

»Ich weiß bestimmt, daß die Schrammen seiner »ufmetksamkett nicht entgangen find, denn ich habe Fran, gestern nochmals gefragt und er hat mir dann «zählt, daß sein verstorbener Herr ihn eines TageS gefragt hätte, ob Niemand während seiner Abveseu- heit in seinem Zimmer gewesen wäre. Franz gab ihm dieselbe Antwort, welche er auch uns gegeben hat, d?ß nämlich ein Herr ans dem Geschäft bage» wesen sei. HerrLoctdat hat ihm barauf geantwortet, daß es gut sei, aber baß er in Zukunft Niemaub und

Hesse«-Nass««.

Marburg, 1. Juli. Die Straßenbeleuchtung ber Stadt für den Monat Juli 1891:

Datum. Richtungslaternen.

1. bi» 31. von 10 bi» 2 Uhr.

Marburg, 1. Juli. Der bisherige Bezirks- Feldwebel Georg Kniese vom Bezirks-Kommando zu Frankfurt a. M., welcher seither provisorisch al» Kanzlei-Sekretär bei dem Staats-Archiv in Marburg beschäftigt war, ist nunmehr definitiv bestellt worden.

Marburg, 1. Juli. Die Anmeldungen zum VIII. hessischen Feuerwehrtage laufen aus Nah und Fern überaus zahlreich ein. Bereits jetzt läßt sich dorauSsehen, daß 400500 Freiquarttere erforderlich fein werden. Die bekannte Gastfreund­schaft der Marburg« Bürgerschaft findet aber reichliche Gelegenheit sich von neuem zu bewähren und sie hat um so größere Veranlassung es zu thun, als die Feuerwehren Hessens jetzt zum nsten Male in unserer Stadt tagen, während sie in den letzten 16 Jahre» bereits viele andere hessische

»Aber er kommt doch wieder?"

»Ich weiß eS nicht. Er bleibt gewöhnlich sehr lange weg; aber ich werde ihm heute noch schreiben, daß er gleich nach feiner Rückkehr zu mir kommt."

»Sind Seitens der Polizei auch schon Schritte in der Angelegenheit gethan?" fuhr sie nach ein« kurzen Pause fort, »und haben Sie ihr diese wichtige» Wahr»ehma»ge» mtigeteilt?"

»Seitens der Polizei? ..." versetzte Bibach mit seinem Lächeln. »Die Polipi Hai sich a» das Protokoll bes Herrn Kommissärs von Clamart gehalten es stab 37 FrauK iin einer Schublade gefunden, ein Räuber kau» eS also nicht gewesen feto. Als ob ein Mau», der Über zwei Millionen stiehlt, sich an eine solche Kleinigkeit kehren würde. Dann hat man de» Tod Ihres »nglücklicheu Vaters mit feinen geschäftlichen Verlegenheiten in Verbindung gebracht und ... was brauche ich eS Ihnen eigentlich noch zu sagen... einen Selbstmord angenommen."

»Das ist infam!" rief Johanna entrüstet.

Die Angelegenheit ist unter dieser Bezeichnung bei dem Gerichtshöfe au der Seine registriert, ich habe mich persönlich Überzeugt."

Und eine solche ungeheuere Beschuldigung hat das Gericht gelten lassen?"

Seiber. Unb doch war ein Zeuge da, den sie gewiß nicht unbeachtet lassen durften", sagte Herr vidach saust, »jene blutige Hand au dem Thürpfosteu... der Eigenthüm« deS Hauses hat sie allerdings gleich am anderen Tage abwaschen lassen... aber ich habe mich vorher vorgesehen und das Maß derselben notiert"

»Wes hätte ich anfangen sollen, venu ich Sie nicht getroffen hätte, Herr Btoach", rief Johanna bewegt »Sie werden der Räch« meines Vaters sein! ... Ab« ich werde Ihnen helfen", fuhr sie mti Be- getfternng fort, »ich werde an Ihren Nachforschungen teil nehmen, und Sie wissen, daß ich Mut habe und vor keinem Hindernis znrückschrecken »«be, nm meinen Vater zu rächen."