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Marburg,

Sonntag, 14. Juni 1891

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die «nnoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler inFrankstlrt a.M., Lassel, Magdeburg u.Wien; Rudolf XXVI QrtfiröftttÖ Moffe tn Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L. 44 4

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

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Wöchenüiche Bellagm: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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Wocheuscha«.

Die Parlamentssession in Berlin neigt sich ihrem Ende entgegen, sie ist überhaupt in letzter Zeit rur dadurch in die Länge gezogen, daß das preußische Herrenhaus die Wiederaufnahme seiner Berhand- lungtn auf einen sehr späten Termin anberaumte. Dem Abgrordvetenhause ist dab-i fast das Ardeils matmal ausgegongin, mit unbedeutenden, kleiren Provirzial» und Lokal Vorlagen hat es sich bi» zur hundertsten Sitzung durchgearbeitet, zu Ehren welcher dem Präsidenten von ftötler der übliche Jubiläums­strauß dargebracht wurde Im Reichstage ist dies Ereignis schon häufiger dagewesen, im preußischen Landesparlament ist es eine Siltenhrit, wie denn auch die jetzt schon fast acht Monate ununterbrochen andauernde Session ziemlich einzig dasteht, und außerordentliche Ansprüche an die Arbeitskraft ge­stellt hat. Nach den gleichgiltigen Debatten im Ab geordnrlenhause ist es aber doch noch zu einer wichtigeren gekommen, die Kornpreisfrage ist von neuem berührt worden. Das Resultat entsprach der früheren Debatte und der bekannten Erklärung deS Reichskanzlers von Caprivi. Der Streit um die stufrechthaltung der Kornzölle wird dadurch aller­dings nicht aus der Welt geschafft werden, und die Agitation für und wider wird wohl den Sommer hindurch ondouern, bis die neue Ernte u*b ihr Er- nag sich übersehen läßt. Da» preußische Herrenhaus hat noch die vom Abgeordnetenhaus abermals ge­änderte Landgemeindrordnung durchzuberaten; man ist jetzt allgemein der Ansicht, daß die erste Kammer nunmehr den Beschlüssen der zweiten ihren Beifall spenden wird.'

Kaiser Wilhelm hat sich in der letzten Zeit in Berlin und Potsdam den Truppenbesichtigungen ge­widmet; man sagt, daß der Beschluß des preußischen Etaatsministeriums, bie Aufhebung der Kornzölle beim Burdesrate nicht zu beantragen, wesentlich mit ws die Stimme des Kaisers zurückzuführen sei, der bei seinem letzten Aufenthalt in Ostpreußen gerade nicht die erfreulichsten Feststellungen über die gärige Lage der Landwirtschaft im Osten gemacht haben soll. ES geht jetzt auch wieder die -Rede von einer bevorstehenden kurz« B> gegrmng zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Bismarck. In Friedrichsruhe soll mir versöhnliche Stimmung unter dem Einfluß des Trafen Herbert auf seinen Vater eingeereten sein; es ist jedenfalls zu beachten, daß General Graf Waldersee, der ja dem Kaiser sehr nahe steht, tn dieser Woche wieder in Friedrichsruhe gewesen ist

(Nachdruck verboten.)

-Ficht."

Novellette von D. Freiin von Spättge».

(Fortsetzung.)-.

»Niemand kennt uns tn New York', fuhr Mr. Korthland fort, »wer ahnt tu mir die Wtttwe des Millionär» und EifeubahrkönigS Frederik A. Noith. land aus St. LoutS, bi ff en Name ehedem im Westen einen solch' bedeutungsvollen Klang gehabt?! Nicht du, mein Liebling, sondern ich muß mich austaffen aus dieser lähmenden Apathie und für unsere Zukauft ergen!'

»Nein, um GotteSwill«, nein, venu du mich Uebst, Mama, so schweige von solchen Dingen«, rief Grace fast leidenschaftlich, ,dn, die schöne, vornehme Kran, dich erniedrigen, um htuter dem Ladentische in stehen entsetzlich! Du dich von deinen lieben Eachen trennen, wo jedes Stück dich an da» frühere Glück und den teuren Vater erinnert! Das nvdauk- barste Geschöpf unter der Sonne wüßte ich sein, wollte ich das zulaffen. Wozu bin ich jung und kräftig? Nein, Mama, daraus wird abfolnt nichts!' Jetzt hatte da» junge Mädchen sich zur vollen Höhe «porgerichtet, wobei rin Ausdruck von Energie und Nut au» den schönen Augen leuchtete.

D Gott, daß ei dahin kommen mußte! Wenn er, dein Vater, nur noch lebte, eB stünde besser mit »», und wie gern wollte ich auch Not und Sorgen ®tt ihm teilen!" weinte leise die beklagenswerte Fran.

Der Himmel hat ihm diese» Schwerste erspart, ba» muß nn» ttösten", sagte die Tochter weich.

Als tetr hier ankameu, Grace, glaubten wst uns beinahe reich wtt der kleinen Summe, die wir mit- brachtennun ist ste fast ganz zusammeugeschwolzen! Ich habe nie gedacht, daß die täglichen vrdürftiiffe «» Leben» soviel Geld verschlingen könnten. Dabei «ht der OuartalSwechsel vor der Thür und die Miete soll an Mr. O'Nrtllh bezahlt »erb«. Ach,

und bei dem Fürsten Bismarck einen ganzen Tag verweilt hat. Die Ansichten, er könne doch noch einmal wieder Reichskanzler werden, hat Fürst Bismarck dieser Tage in einem Privatgespräch aber rundweg mit den Worten abgeschnitten:Da» ist vorbei und zwar für immer!"

Die Auswärtige Politik hat in den jüngsten Tagen wieder etwas von sich reden gemacht. Bald sollte der Eintritt England» in den Dreibund förm­lich vollzogen fein, bald sollte Frankreich dem Zaren das Anerbieten eines DefensivbündvisseS gemacht haben. Ein Körnchen Wahrheit wird wohl an allen diesen Redereien gewesen fein; zwischen England und Italien zum mindesten bestehen ganz gewiß be­stimmte Bereinbarungen, und Frankreich wird auch wohl beim Zaren mal angefragt haben, ob es liebe­voll tn feine Arme sinken dürfe. Zar Alexander ist aber kein verliebter Schwärmer mehr, und so hat Frankreich entweder eine ablehnende oder auch gar keine Antwort erhalten. Die letztere besagte ja auch genug. Die Pariser Kammern haben definitiv die zeitweise Herabsetzung de» KoruzolleS auf die Hälfte beschlossen. Eingebracht ist von der Regierung der Entwurf eine» Alters-Berficherungs-GesetzeS für Ar­beiter, welche» fich im wesenllichen der deutschen Vorlage anschließt. In London war ein allgemeiner Ausstand der Omnibusbediensteten ausgebrochen, welcher die Sympathie des Publikum» fand und auch mit einem Erfolge der Streikenden geendet hat.

In Rom ist die Verwaltung des Peters-Pfennig» aufgelöst worden. Wie leicht erklärlich ist, hatten sich daran allerlei Gerüchte von Unregelmäßigkeiten geknüpft, die in der Verwaltung vorgekommen seien. Nunmehr wird aber erklärt, daß etwas derartiges nicht passiert sei, vielmehr ganz persönliche Fragen nur in Betracht gekommen wären. Weitere Strecken von Italien find von einem Erdbeben heimgesucht worden. Glücklicherweise ist ein nicht allzugroßer Schaden zu verzeichnen. Nur ein Mensch ist urnge- kommen.

Auf der pyreuäischen Halbinsel beginnen fich die Verhältnisse, bte lange Zeit zu großen Besorgnissen Anlaß gaben, zu bessern. Besonders gilt das von Portugal, in daö nun endlich der innere Friede wieder einzukehren scheint. Der Kolonialverttag mit England ist definitiv abgeschlossen, und auch an Ort und Stelle selbst, in Südostafrika, sind freundschaft­liche Vereinbarungen getroffen. Zur Beseitigung d-r herrschenden Finanzkrisis wird von einem Teil der Abgeordneten vorgeschlagen, die Mehrzahl der portugiesischen Kolonieen, welche dem Lande unendliche

i« werde tun wohl bitten müssen, nn» den Betrag für einige Woche» zn stunden."

Nimmermehr, Mama! Nur keine Gefälligkeiten von diesem Maune, e» wäre mir schrecklich er» drückend!" wehrte (Brace mit auffälliger Hast ab. Prüfend schaute ihr die Mutter in» Gesicht und sagte bedeutsam:

Er ist kein übler Manu. Seine Manieren find tadellos und neben einem guten Einkommen scheint er ein redliches gute» Herz zu befitzeu. Nicht ohne Grund sucht er uns verlassene Frauen öfter» auf hast du daran schon gedacht, mein Kind?"

Er ist mir unsympathisch, Mama! Bitte, erwähne seiner gegen mich nie mehr tn dieser Weise, ich könnte Mr.O'Reillysonst nicht mehr unbefangennnb freundlich begegnen", gab Grace unwillig und in ernstem Tone zurück. Mr». Northlaud seufzte und schwieg, worauf beide Damen langsam nach der oberen Etage hinauf» stiegen.

Da die Dämmerung etngetreten war, so brachte da» junge Mädchen die Lampe, welche sie alsbald mit großer Geschicklichkeit tn Braud setzte. Ein intenfiveS Licht beleuchtete jetzt da» mit feinem Ge» schrnack ausgestattete Gemach, sodaß jeder Gegenstand darin erkennbar war. Die Mutter, welche mtt ficht, ltchern Vergnügen den flinken Bewegungen der auffallend schönen Hände ihre» Kinde» zngeschaut hatte, sagte plötzlich lächelnd:

SBie du doch diese wenig anmutende Arbett ver­stehst und graziös verrichtest, mein Liebling! Ich hübe niemals, auch tn jener Zett, al» viele Diener mir zur Lerfügnng stand«, solche hell und klar brennende Lampe gehabt, wie jetzt, wo mein teure» Töchterchen fich dieser Mühe etgenhäudigst unterzieht!"

,Lch bin auch stolz darauf, Mama, »eil ich mir sage: arbeit schändet nicht", versetzte Grace hetter.

Nein, gewiß nicht, aber, ganz abgesehen von deiner Opferwilltgkett, du hast wirklich ein große» Talent dafür."

Bei dies« harmlos« Wort« hob da» schöne

Summen kosten, aber wenig etnbiingen, zu verkaufen. Allerdings könnten dabei große Summen erzielt werden, die jeder Finauzkalamität mit einem Schlage ein Ende bereiteten.

Die deutschen Touristen, welche in der Türkei von Räubern gefangen waren, find jetzt befreit und bereit» in Deutschland angekomme». Sie haben während ihrer Gefangenschaft nicht» au»zustehen ge­habt. Bluttge Schlägereien hat e» in der Geburts­kirche Christi zu Bethlehem zwischen den Christen verschiedener Konfessionen gegen, so daß türkische» Militär zur Wiederherstellung der Ordnung ein« schreiten mußte. Daran hat sich noch ein diplo­matischer Zwischenfall infolge Intervenierens de» französischen Gesandten in Konstantinopel geknüpft. Jetzt ist derselbe aber beigelegt. Wiederholte Christenverfolgungen, Plünderung christlicher Häuser und Ermordung von Missionaren haben in China in den Küstenstädten stattgefunden. Der französische und nordamerikanische Vertreter haben nun mit einem Bombardement von Nanking gedroht, wenn die chinesische Regierung nicht schärfer vorgehe. Das hat geholfen. Auf Haiti giebt die Niederschlagung des dortigen Aufstandes zu schrecklichen Blutgerichten Anlaß. Zahlreiche Bewohner haben schon die Ver­einigten Staaten um Schutz ersucht.

Deutsches Reich.

Berlin, 12.Juns. Kaiser Wilhelm wohnte am Donnerstag Nachmittag einem Preisschießen deS OffizierkorpS des 4. Garderegimentes in Spandau bei. Der Monarch bewährte sich bei dem Schießen aus fliegende Thontauben als ganz ausgezeichneter Schütze und erzielte hintereinander 11 Treffer. Im ganzen fehlte er nur zweimal. Am Freitag fand im Neuen Palais eine Galatafel zu 50 Gedecken statt, zu welcher der Reichskanzler, die preußischen Mirister und die Mitglieder des Bundesrates ge­laden waren. Die Kaiserin Friedrich stattete am Freitag von Homburg au» dem Könige von Dänemark in Wiesbaden einen Besuch ab. Offiziell wird nun mitgeteilt, daß Kaiser Alexander in. von Rußland im Herbst auf der Rückreise von Dänemark nach Petersburg in Berlin oder Potsdam einen Besuch abstatten wird. Die Visite wird zugleich als Gegenbesuch aus die vorjährige Manöverreise Kaiser Wilhelm» II. nach Narwa angesehen werden. Vom Minister des Auswärtigen von Giers, dessen Rücktritt au» Gesundheitsrücksichten übrigens nahe bevorstehen soll, wird der Zar also nicht begleitet fein. Für falsch erklärt werden dagegen die Ge-

Mädchen bte langen, dunklen Wimpern und sah der Sprecherin einige Sekunden starr und nachdenklich in» Gesicht. Eine schärfere Beobachterin, al» Mr». Northlaud war, würde wahrgenommen haben, daß es zugleich wie ein blitzartiges Aufleuchten Über die regelmäßigen Züge glitt.

Al» nach einer halben Stunde die Damen am Theetisch saßen, der tn feinem zierlichen Arrangement von gutem Porzellan und einigen wertvollen Stücken Silbergerät nur zu deutlich betritt, daß bie ba Sitzenden einst bessere Tage gesehen, erschien (Brace merklich einsilbig nnb zerstreut. Abermals seufzte bie Mutter still für fich nnb beobachtete mit Wehmut unb Trauer, aber verstohlen bei einzigen Kindes liebes Angesicht

Am nächsten Morgen fuhr Grace, kleine Einkäufe vorschützend, hinüber nach Neuyoik. Pünktlich nach drei Stunden, wie ste es versprochen, kehrte fie auch zurück, doch konnte das junge Mädchen eS fttzt nicht unterlassen, der Mutter eine Mitteilung zu machen. Halb verlegen, halb freudig schlüpfte die geheimnis­volle Enthüllung über die rosigen Lipp-n, daß fie Hoffnung hege, vielleicht ein« klein« Verdienst zu bekomm«.

Aufs höchste erschreckt starrte MrS. Northlaud der Erzählerin in» Gesicht, indem fie darauf noch einmal alle» schon unzählig oft Gesagte wiederholte und das junge Mädchen himmelhoch beschwor, sich nicht al» Ladenmädch« zu verding«. Aber Grace beruhigte die erregte Frau insofern, daß diese SnSficht auf einen Erwerb bisher nur in einer Annonce be­stände, die sie in den.Herold* habe eiurück« lassen und worüber sie die Mutter aufklären wolle, sobald mau darauf geantwortet haben würde. Unter einer Chiffre habe fie Briefe, Hauptpostamt restante N«>tzork erbeten. Der flehende nnb zugleich so mäbchenhaft reine Ausdruck in Grace» Augen bekämpfte die im Herzen der bekümmert« Fran anfsteigend« Zweifel und bamtt war diese Sache für» erste abgethan.

rächte, daß zwilchen dem deutschen Reiche unb Ruß- lanb Vorbesprechungen wegen HandelSvertragSver- handlungen stattfinden. Die Entscheidung über den freisinnigen Getreidezollantrag ist gestern im Abgeordnelenhause gefallen: der Antrag wurde mit 223 gegen 20 Stimmen (der Freisinnig« und zweier Dänen) verworfen. Das Thema der Herabsetzung der Getreidepreise ist in der Volks­vertretung so erschöpf«d behandell worden, baß eS völlig überflüssig wäre, nochmal» Erörterungen barüber anzustell«. Wohl aber erscheint es al» gebieterische Pflicht berjenlgen Preffe, welche nicht ganz befangen in Fraktionspolitik ist, der be­stimmt« Erwartung Ausdruck zu verleih«, daß nunmehr endlich derSturm" geg« bie Grtreidezölle zur Ruhe kommen wirb. Herr Dr. Timotheus Fabri veröffentlicht solgenben be­merkenswerten Brief bes ReichSkommiffarS, Major von Wißmann:Berlin, den 6. Juni 1891. Mein verehrter Herr Doktor! Gern erfülle ich Ihre Bitte, Ihnen im Anschluß an unsere gestrige Unter» haltung auch schriftlich meine Ansicht über bte augen­blickliche Lage bet kulturellen Erschließung des nörd­liche» ostafrikanischen SeengebieteS auszusprechen. War eS meine Aufgabe, an der Küste Ost-Afrikas den Aufstand niederzuschlag« unb friedlicher wirt­schaftlicher Arbeit wieder die Wege zu bahnen, so beißt eS heute in das Innere vorzudring«. In solcher Ueberzeugung habe ich einem Dampfer auf dem Biftoria Nyanza ba» Wort gerebet. In dies« Tagen wirb er an bei Küste entlad« werden unb eS gilt nun ben Weg zum See und dort die Rekonstruktion. Nie habe ich mir verhehlt, daß eS kein leichtes Ding ist, beide Ziele zu erreichen. Schon der Zug zum Viktoria erfordert eine Kraft­entfaltung, bie den besten Anfang einer dauernd gesicherten Karawanenstraße von der Küste zum See bildet. Ist e» aber eist gelungen, ben Dampfer seiner Bestimmung zu übergeben, so hat Deutschlanb im Herzen Afrikas, an der Grenze des Kongostaat» und deS englischen Besitze- fich eine Vormachtstellung errungen, die ihm auch die volle wirtschaftliche Aus­beute dieser reichen Länderstrecken sichert. Und hierauf kommt es doch letzten Endes an. Wir treiben Kolomalpolittk, nicht um uns überflüssiger Kraftent­faltung zn. freuen, sondern um in überseeischer Macht­erweiterung neue Quellen nationalen Reichtums uns zu erschließ«. Nie war, was ich al- kriegführender ReichSkommiffar zu thnn hatte, Selbstzweck; auch der Dampfer auf dem Viktoria - See soll nicht in fich, sondern in weiteren Zielen seine Zweckbestimmung

Im Spelsefaale eines hocheleganten Privathaufe» der 5. Avenue in Newyork befanden fich eine ältere, aber noch immer sehr wohl konservierte Dame, welche, benHeralb' in ber Hanb, am Fenster saß, nnb ein junger anffallenb hübscher Mann von vielleicht nenuunbzwanzig Jahr«, welcher fich mtt seinem Frühstück beschäftigte.

Weich' seltsame Annonce! Bitte, höre mir einmal zu, Anthony, Hahaha!'

Ja, sofort, Mutter! Erlaube nur, daß ich noch diese» halbe El verzehre, bann stehe ich zu betnen Diensten.'

.Da» ist wirklich originell, hahaha!' Abermals tönte ba» helle Lachen nach dem Speisenden hinüber.

So nun, wa» ist denn ba so spaßig, Mutter?'

Der Gerufene war jetzt näher getreten nnb zog sich einen Stuhl bicht an bte Sette ber stattlich« Frau. Diese la»:

Eine sehr respektable junge Dame au» guter Familie, welche, bnrch mißliche Verhältnisse ge­zwungen, fich einen eigenen Broterwerb zu verschaffen genötigt ist, bietet in nur feinen Häusern ihre Dienste an, um ba» von ben Domestik« in ber Regel ber» nachlässtgte Geschäft be» Putzens, Reinigen» nnb Ver­sorgens ber Lampen zu Übernehmen nnb bestmöglichft anSznführ«. Dieselbe besitzt in biefer Branche eine seltene Fertigkeit unb Uebuna und wirb ihre Knud« sicherlich zufriedensten«. Auf Wunsch Referenzen. Briefe erbeten: Head-Postoffice restante No. 600,*

In ber That höchst fonberbar*, äußerte ber mtt Anthony Bngerebete kopffchüttelub, mehr ernst al» scherend,entweder ist ba» nur ein schlechter Spaß ober wo» mir wahrscheinlicher büutt ein Rot- schrei au» ber Brust einer arm« Fran.' Er nahm bie Zeitung in bie Hanb unb ließ bte Blicke Über bie Heine Annonce gleiten, ehe er fortfuhr:Ich bin Überzeugt, baß fast jebe dieser Seilen einen Roman zu verzeichn« hat. Dafür lebt man eben in der Riesenstadt New-Jork.

(Fortsetzung folgt)