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Am Abend trat Graf Walderser die Rückreise nach Altona an. Kurz vorher war Graf Herbert Bis­marck aus Schönhausen in Friedrichsruh eingetroffen. Fürst Bismarck wird in diesem Jahre nicht nach Kisfingen gehe», überhaupt von irgend einem Kurge­brauch absehen, da sein Gesundheitszustand so vor« trefflich ist, daß für ein Verlaflen des SachsenwaldeS kein Grund vorliegt. Graf Herbert wird sich auf einige Zeit nach Schönhausen begeben, um stch mit der Einrichtung des BiSmarck-MuseumS zu beschäf« tigen. Der Bundesvorstand des deutsch-amerika­nischen Kegelklubs besuchte den Fürsten BiSmarck in Friedrichsruh und überreichte ihm eine Klubmedaille, welche der Fürst freundlich annahm. Unter dem Bedauern, weiter nichts bei sich zu haben, gab er Herrn Feldmann, dem Präsidenten einen von ihm selbst gepflückten Blumenstrauß, indem er bemerkte, daß er früher selber sehr viel gekegelt habe; daß ihm aber jetzt, wo er allein sei, das Kegelspiel ebenso unintereffant wäre, als wenn er allein Whist spiele» solle. Zum Schluß wünschte der Fürst den an« wesenden Keglern Glück zum Kegelfest in Hannover und daß jeder Wurf eine volle Neune werde.

Wilhelmshaven, 8. Juni. DaS große Panzer­schiff D wird, wie derHann. C" meldet, wahr­scheinlich am 27. Juni in Gegenwart des Kaiser- vom Stapel laufe».

Bochum. In der Dienstagssitzung erklärte der Staatsanwalt, daß durch die sofort ringrleitete Vor­untersuchung gegen den Geh. Kommerzienrat Baare die Mttwiffenschaft des letztere« an den behaupteten Stempelsälschunge» bisher in keiner Weise erwiesen sei. Er könne sich heute nicht darüber äußern, ob Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien, jedoch dürfe er sagen, daß bisher so gut wie nichts erwiesen sei. Uebrigens werde die Untersuchung fortgesetzt, doch sei deren Beendigung vor Freitag kaum zu erwarten.

Ausland.

Luxemburg. Die jetzt stattgehabte Volkszählung im Großherzogtum Luxemburg hat eine Seelenzahl von 211087 Einwohnern ergeben, darunter 105 418 männliche und 105 669 weibliche Einwohner. Der Nationalität nach sind 193 098 Luxemburger. Bon de» ausländischen Einwohnern find die zahlreichsten die Deutschen; es giebt im Großherzogtum 12296 Deutsche, 3 234 Belgier, 1425 Franzosen, 439 Italiener, 325 Oesterreicher u. s. w. Die Zahl der Deutschen wächst beständig.

Paris. In den französischen Kammern ist die Herabsetzung der Getreidezölle für die Dauer eine-

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-AbonnementS-Preir bei der Expe­dition 2*/. Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

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Illustriertes Sonntagsblatt. Spedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte«, vlll-m sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler

Donnerstag, 11. Juni 1891. äTfSä5 XXVI Jahrgang.

_________________ ____________________Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

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Stimmung zu machen, sodaß, wenn man alles zu­sammenrechnet, derKeine Mann- über eine recht stattliche Zahl von Stützen seiner Lebenshaltung beifügt, vas mit der von den sozialdemokratischen Führern ihm aufgefundenen Notstandsmär in unvereinbarem

dasBrod des kleinen Mannes-, hat bei anderen Gelegenheiten dasFleisch bei armen Mannes', das »Pfeifchen des armen Mannes-, derSchnaps bei armen Mannes- herhalten müssen, wen» eS sich darum

MS heute bedrückt, zur Hungersnot ausarten; denn es wird zu wenig Getreide im Lande sein.

Nein Herr Bebel, umgekehrt wird ein Schuh irauS! Nicht dadurch, daß wir schon in FriedenS-

|U Verlogenheit der soMldemokra- 1ischon Volksverhetzer

yigt sich bei der wegen des Fortbestandes der Ge- ttkidezölle inszenirten EntrüftungSkomödie in grellstem

Uhr M handelte, gegen die betreffende Regierurgspofition in dem System der nationalen Schutzpolitck tendenziöse

nage. Und gerade in Berlin soll das der Fall sein, UM W obwohl die Berliner Arbeiterbevölkerung notorisch so ^stellt ist, daß sie nicht nur zu leben, sondern sehr (360 behaglich zu leben hat und alle Berliner Masten.

bergnügungSetablifsementS tagaus, tagein gestillt, Sonntag aber regelmäßig überfüllt find und es wahrhaftig nicht an dem Willen der Berliner Sozial­demokratie gelegen hat, wenn der aus reinem Ueber- mut zu proklamieren versuchte Arbeiterfesttag, das berüchtigteMaifest der Arbeit,- nicht zu Stande ommen ist. Nach Herrn Bebels Behauptung soll Keine Mann hauptsächlich auf Brod angewiesen in. Wir möchten denKeinen Mann-, d. h. den Berliner Arbeiter, zu welchem Hr. Bebel und Genoffen sprachen und deffen Verhetzung sie als Lebensberuf treiben, sehen, der sich mit trockenem Brod abspeisen (38 ließe! Redensarten, nichts als Redensarten! Wie jetzt

[361 Widerspruch steht.

_ Was wird die Folge der Zölle sein, wenn durch spitzfindige Diplomatenkünste wieder einmal urplötzlich "7 ein Krieg auSbricht? fragt Hr. Bebel heuchlerisch, beantwortet sich selbst dahin: Durch die sofort ® ewtreiende Stockung der Zufuhr wird die Not, die

[36(| Lichte. Während es durch amtliche Enqueten fest- gestellt ist und von jedem, der überhaupt mit den Arbeiter» in tägliche, nähere Berührung kommt, au» ___ eigener Wahrnehmung bezeugt werden kann, daß int Kroßen und Ganzen die Lage der deutschen Arbeiter eine völlig auskömmliche ist, behaupten die sozial-

pemolratischen Volksversammlungsredner mit größter Unverfrorenheit, daß der Arbeiter am Hungertuche

zeiten unsere ganze nationale Ernährung von der Gnade des Auslandes abhängig machen, indem wir die heimische Landwirtschaft durch Aushebung der Schutzzölle leichtfertig zu Grunde richten, werde» wir einer Hungersnot im Kriegsfälle Vorbeugen, sondern dadurch, daß wir unsere Landwirtschaft durch rationelle, wenn auch mäßige Zölle leistungsfähig erhalten. Mit der Regelmäßigkeit der Zufuhren sieht r» in Kriegszeiten gewöhnlich sehr windig auS, und nun stelle man sich die Lage vor, in die wir geraten würden, wenn wir, um der Gefahr deS Verhungerns zu entgehen, auf Mangel eigener Er­zeugnisse den internationalen Getreidespekulanten jeden Preis bewilligen müßten! Oder glaubt Herr Bebel vielleicht, daß ihm zu Gefallen der Händler mit amerikanischem, indischem, australischem rc. Ge­treide den auf der eigenen wüst liegenden Scholle hungernden Deutschen seine Ware zum Selbstkosten­preise überlasten werde? Nein, er würde in echter Wuchererpraxis die Notlage seiner Opfer erbarmungs­los ausnutzrn und ihnen Preise berechnen, gegen welche dir jetzigen noch al» rin reine» Geschenk erscheinen.

Das sozialdemokratische Rezept ist, bei Lichte besehen, nicht» anderes al» die dürre Anleitung zur Begehung eines volkswirtschaftlichen Selbstmordes, und kann nur in solchen, vier-, branntwein- und tabakdunstgeschwängerten MastenverfammlungSatmo- sphären unbeanstandet votiert werden, wo der Be­sucher hingeht, nicht um sich vernünftige Einsicht zu holen, sondern um Radau zu machen und sich alS Stimmvieh mißbrauchen zu lasten.

Vevtschrs Veick.

Berlin, 9. Mai. Der Kaiser hielt heute Vor­mittag auf dem Tempelhofer Felde bei Potsdam trotz de» heftigen Gewitterregens die Besichtigung de» Garde» du Corp»- und bei Leib-Husaren-Regi­mentes ab. Auch die Kaiserin Auguste Viktoria und der Kronprinz Wilhelm waren anwesend. Am Nach­mittag hatte der Monarch eine lange Unterredung mit dem Reichskanzler von Caprivi und hörte dann Borträge. Für den Kaiser soll, wie Berliner Zeitungen hören, auf der Schichauschen Werst in Elbing ein Keiner schnellfahrender Dampfer gebaut werden, der für den Verkehr auf Havel und Spree bestimmt ist. Der neue Dampfer soll die Geschwindig­keit der Torpedos mit geringem Tiefgang verbinden. Der Reichianzeiger veröffentlicht jetzt das Gesetz betreffend den Schutz von Gebrauchsmustern. Der Reichsbank - Präsident Dr. Koch ist au» be­

sonderem Vertrauen zum Mitgliede des preußischen Herrenhause- auf Lebenszeit und zum Kron-SyndikuS berufen worden. Die Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses zur Beratung de» Gesetzentwurfs, betreffend die Verlegung de» LandeS-Buß- und B e t t a g e», trat heute Vormittag wieder zusammen. Auf Anregung de» preußischen Kultusminister», Grafen Zedlitz, welcher die Beschlüsse erster Lesung nicht befürworte» zu können erllärte, wurde ein­stimmig eine Resolution angenommen, in welcher die Regierung ersucht wird, mit den kirchliche» Behörden in Unterhandlung zu treten, um dir Verlegung des Bußtag» in den Herbst, und zwar auf einen Mittwoch mit Ausschluß der AdventSzeit, herbrizuführen. Gegenüber den Auslastungen derFreisinnigen Zeitung- konstatiert dieKöln. Ztg.", daß das preußische Staatsministerium nicht daran denke, be­treffs Veröffentlichung des Materials über die Ge-

treidezölle dem Anträge der Freisinnigen Partei ganz ober teilweise Folge zu geben. Ein Teil bes bem Staatsministerium al» Grundlage für seinen einstimmige» Beschluß in dieser Frage dienenden Materials fei durchaus vertraulicher Natur und brr Regierung nur zur eigenen Aufklärung zur Ver­fügung gestellt worben. Der freisinnige Antrag wirb am Donnerstag im Abgrorbnetrnhaufe beraten werben. Die vom Reichskanzler von Caprivi in ber vorige» Woche im preußischen Abgeorbnetenhaufe ge­machte Mitteilung, baß nach Deutschlanb große Ge- treibentengen unterwegs seien, hat sich bestätigt. Besonders von Rußland her sind ganz bedeutende Posten über die Grenze gebracht worden. Es ist davon die Rede, daß die Berliner Regierung eine Vermehrung der preußischen Lotterie um 30 000 Loose, beabsichtige. Eür bezüglicher Nachtrag zum Etat würde, denHamb. Nachr." zufolge, dem preußische» Landtag noch in der laufenden Session zugehen. Die nach Berlin berufene Hand­werk er-Konferenz, an welcher 21 Hand­werkervertreter tettnehmen, wird am Dienstag nächster Woche int Reichsamte bei Innern eröffnet. Sie wird acht Tage dauern. Staatssekretär v. Bötticher selbst wird die Herren willkommen heißen und die Hoffnung auf einen gedeihlichen Verlauf der Ver­handlungen aussprechen. Vertreter der verbündeten Regierungen ist der Geheimrat von Wilhelmi.

Friedrichsruh, 9. Juni. Graf Waldersee traf gestern mittag in Friedrichsruh ein und wurde vom Fürsten Bismarck auf dem Bahnhof empfangen. Am Nachmittag wurde eine gemeinsame zweistündige Spazierfahrt durch den Sachsenwald unternommen.

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(Nachdruck verboten.)

rburg denselben mehr vorhanden war.

dachte» sich daun mit solcher Energie über die Er­frischungen her, daß »ach Verlaus einer Stunde, al» le wieder marschfertig standen, keine Spur von

Spates Glück.

Roman von Friedrich Meister.

(Fortsetzung.)

Die Soldaten zackten in orientalischem Gleich, tut die Achseln, murmeltenAllah ist groß" and

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rechte» Oberarm zerschmettert hatte.

Die 8er.

Hangen waren schwer, aber nicht absolut gefährlich, rorup Raj) Anlegung bei Verbände ersuchte der Arzt

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Der Zustand der Dame gab zu {einerlei Besorg, tiffen Veranlassung. Wenn die seelische Aufregung, durch welche die Ohnmacht herbeigesührt worden war, dachgelaffe» habe» würde, dann würde fie wieder dauz die alte sein, so lautete der Ausspruch be8 er. fahreneu Arzte».

Serald, ihn zur Stadt zu begleite» uud die nötige» Medikamente wieder mit hinauSzuuehme».

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Hektor, Die wir nuferen Freund nunmehr wieder feBntn müssen, kehrte zur rechten Zeit mit deu Medikamenten au» der Stadt zurück, and während M in dem Zimmer, welche» an da» seine» Onkel» ließ, ei» Lager anfgeschlage» wmde, eilte er »och «mal hinaus i» deu Garten, um unter dem stillen, [M «kueufuukelndeu Himmel der Geliebte» «Gute Nacht-

Gleich »ach dem Abzug der Truppen erschien der «zt, den der Kousnl in seinem Fuhrwerk aus Hhtlippopel hatte herbeiholeu lassen. Derselbe unter. Ritzte den noch immer bewußtlosen Verwundeten mit pSfcter Sorgfalt und entfernte zwei Kugeln, von denen die eine da» Schlüsselbein, die andere deu

Die Herren waren soeben im Begriff, da» Haus j» verlassen, als der Konsul deu Dottor bat, auch Bold» einmal nach dem Fräuletu Eleonore zu sehen, welches es Lap Noch immer in Ohnmacht lag.

Juzwischeu berichtete in dem großen Gesellschafts­zimmer des KoofnlatS, wo der Hausherr mit seinen Gästen noch bei einem geselligen Trunk saß, Gustav Ltndströn den Hergang der Brigauteujagd; er erzählle auch, wie der Graf Kleist sich bei der Kunde von seines Neffen gefährlicher Lage sogleich ansge« macht habe, um persöulich deffen Befreiung zu er- wirke», wie er vou Anfang au die eigentliche tteibende Kraft deS ganzen Unternehmens gewesen sei und daß ohne seine unermüdliche Energie sowohl BaleSka wie Hektor Orlovius jetzt stch schwerlich noch unter den Lebenden befinden würden.

ES war lauge nach Mitternacht, als der Pascha mit Achmed Bey und ben übrigen Offizieren das Konsulat verließ, um nach Paschalik zurückzureiteu.

Herr vou Reimar saß noch eine Weile in Gedanken versunken allein.

»Also Gerald Brand ist jener HeKor OrloviuS-, mnrmelte er kopfschüttelnd vor sich hin.Kleists Neffe... Und dieser Kleist befindet sich jetzt hier unter meine« Dachei... Wer hätte das geglaubt! Ja, wohl ist er wahr, der Spruch deS große» deutschen Dichters: So wie wtt dem Laube der Wind, so spielt mit dem Menschen das Schicksal!... Will'S Gott, daun kommt alles zn einem guten Eudel... Aber Blut und Todesgefahr hat's erst kosten müssen... Seltsam, höchst sütsam!.. ,*

XV.

Der Doktor hatte mit seiner Anschauung über Fräulein vou ReiwarS Zustand recht behalten. Schon am folgenden Tage war sie wieder ans den Füße» uud imstande, stch von BaleSka die Geschichte der Flucht, der Sesnugenschast und der übrigen gefähr. lichen Erlebnisse derselben erzählen zn lassen.

DaS junge Mädchen benutzte diese Selegeuhett und fügte ihren Schilderungen auch da» Bekenntnis ihrer Liebe zu HeKor hinzu; das erglühende Sullitz an Eleonoren» Busen verbergend, gestand fie flüsternd, wie ihre Herpn fich gesunde».

Daun kam fie auf den Grafen Kleist zu sprechen, der mit «usopserung seine» eigenen Leben» das ihre gerettet hatte.

Du mußt den edlen, ritterlichen Herrn kennen lernen, rief fie enthusiastisch.Ich bin überzeugt, daß er dein ganze» Herz gewinnen wird! Und denke dir nur, seit laugen, laugen Jahren lebt er daheim ganz einsam aus feinem düsteren Schlosse, ganz einsam und fern von allem menschlichen Verkehr seit dem Tage, wo feine Gemahlin ihn verlassen hat. Da» ist jetzt wohl schon zwanzig Jahre her. Er ist meines HeKorS einziger Verwandter, und liegt mm hier in unserem Hause so schwer krank darnieder!'

Fräulein von Reimar hatte fich bei diesen letzten Worten ihrer Nichte erhoben.

.V-rlaß mich fitzt, Kind-, sagte fie in eigenthüm- licher Unruhe.Schicke mir meine Zofe und bitte den Konsul, mich in einer halben Stunde zu besuchen.-

Fühlst du dich auch ganz wohl, liebe Taute?' fragte das junge Mädchen ta zärtlicher Besorgnis.

»So wohl, wie fett langer Zett nicht. Küsse mich, Kind!"

Damtt schloß fie die Erstaunte stürmisch in ihre Arme und bedeckte Ettru, Augen, Mnad und Wange» derselben mit unzähligen Küssen; dann hielt sie fie in Armeslänge von fich, betrachtete fie entzückt vom Kopf bis zu den Füßen, nm fie gleich darauf wieder innig au fich zu drücken.

Dn wunderst dich über mich, Mally, nicht wahr?" rief fie.Ich bin tmr außer mir vor Freude Über bet» Glück über bei» Glück, mein einziges Äinbl... Aber mm geh und schicke mir die Rosa.*

Eine halbe Stunde später saß Fräulein von Reimar hinter verschlossener Thür mtt ihre« Bruder tu eifrige«, leise geführtem Gespräch, uach dessen Beendignttg beide mtt einander da» Krankenzimmer anfsuchten.

Hier sande» fie Hektor, de» Mmnüdliche» Pfleger de» verwundete» Grase».

Ich bin gekommen, Sie abznlöseu', sagte das Fräulein mit leiser, liebevoller Stimme.Sie dürfen mir's nicht übeluehme». aber ich will ihn von jetzt au selber pflegen ... BaleSka hat mir alle» gesagt... Gott segne Sie, HeKor, mein lieber Sohn!"

Der junge Mann küßte ihr schweigend und tief bewegt die Hand und ging dann aus deu Fußspitzen hinaus.

Der Patteut lag ganz still und mtt geschlossenen Augen. Seit er fich hier im Hanse befand, hatte er noch nicht das Bewußtsein wtebererlaugt.--

Während im oberen Stockwerk deS Konsulat»«« bände» mit allen Mitteln der Wissenschaft nnd der hingebeudsten Liebe der Kampf gegen die schwere Krankheit gefühtt wurde, setzte mau uuteu das Leben tu der ölten Weise fort, nur mtt dem Unterschiede, daß der Professor Maak fich nicht mehr so behaglich fühlte, als zuvor. Er hatte die Empfindung, als fei er hier überflüsfig geworden und fortwährend zerbrach er stch den Kopf darüber, ob er Gustav LiudströmS Bemerkungen als Komplimente oder al» Grobheiten auffaffeu sollte. So hielt er e» für ge« raten, feinen Wauderstab weiter zu setzen, ein Eat. schlnß, der von niemand bedauert wurde, selbst von dem gutmütigen Konsul nicht.

Dieser saß jetzt recht häufig allein unter feinen Weinreben und Feigenbäumen, teil» nm Hektor und BaleSka nicht zu stören, teils auch nm feinen Gedanke» nachzuhängen.

«Wenn er mm wieder gesund geworden ttt, murmelte er bei solcher Gelegenheit vor stch hin, waS wird dann ans dem Konsulat? hm, ja, da» ist die Frage... Ich fürchte, da» Konsulat wird sehen müsse», wo e» bleibt; der Konsul aber wird mitsamt seinem weiblichen Zubehör in das Land feiner Väter znrückkehren.. .'

Während der ersten Tage »ach Uebemahnte der Pflegschaft durch das Fräulein von Reimar blieb der Kranke »och immer bewußtlos, obgleich er in feinem Fieberwahn allerlei wirre Red« führte. Ost