Wöchentliche Beilage«: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Illustriertes Sonntagsblatt.
Spedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
M 131.
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Marburg,
Sonntag, 7. Zum 1891.
Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton d. Blatter, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler _____ in Frankfurt a.M., Toffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXVI. Zabraana. Mvsse in Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln; T. L.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Wochenschim.
Keine Aushebung oder Herabsetzung de» Korn- zolleS! dar war der Inhalt der Erklärung, welche der Reichskanzler von Caprivi im preußischen Abge- erdvelenhaufe abgab, und die daS Ereignis der Woche bildete.. ES war wohl gar zu sicher darauf gerechnet, daß die Darlegung des leitenden Staats- »onreS sich auf dem entgegengesetzten Gebiete be- wegen werde, daher die Ueberrafchung an vielen Stellen, daher auch der heftige Streit, weicher sich an dirfen Punkt geknüpft hat. Die Reichsregierung «chnet auf einen baldigen Umschlag in den heutigen hohen Kornpreisen, und lehnt daher vorerst besondere Maßnahmen ab. Zu gleicher Zeit hat der Reichskanzler im preußischen Parlament aber auch bestätigt, daß der neue deutsch-österreich sche Handelsvertrag thatsächlich eine dauernde Herabsetzung des GetreidezolleS infolge hob er Gegenleistungen in Vorschlag bringen wird. Die ganze Angelegenheit wird übrigen« in allernächster Zeit nochmals das preußische Parlament beschäftigen, denn es ist bereits em Antrag gestellt, welcher die Vorlegung des Materials fordert, auf Grund desien der vom Reichskanzler mitgeteilte Beschluß gefaßt worden ist. Im übrigen hat sich das preußische Abgeordnetenhaus mit der aus dem Herrenhaus verändert zurückge« kommenen Landgemeindeordnung beschäftigt. Unter entgegenkommenden Beschlüsirn gegen die Faflung de» Herrenhauses wurde die Vorlage dann mit allen gegen die Stimmen der konservativen Partei angenommen. ES muß nunmehr cbgewartet werden, waS daS Herrenhaus sagt; aber da die preußische Regierung nun einmal entschloffen ist, den Entwurf dnrchzusetzen, wird die erste Kammer schließlich wohl ihre definitive Zustimmung erteilen. Definitiv angenommen wurde vom Abgeordnetenhause das neue Sperrgeldergesetz, welches mit dem vielbesprochenen, aus der Zeit des Kulturkampfes herrührenden Fonds endlich reine Bahn macht, und die neue Sekuvdär- bahndorlage. Bei dieser Gelegenheit wurde dem binnen kurzem aus seinem Amte scheidenden Eisen bahvminister von Maybach der warme Dank des HauseS für seine Thätizkeit ausgesprochen. Außerdem wurden noch kleinere Entwürfe genehmigt, insbesondere ein Antrag, welcher den Verkauf preußischer Staatslotterieloose durch Privathändler verbietet. Im letzten Drittel dieses Monats wird der Schluß der Landtagssession erfolgen. Sie wird dann fast acht Monate gedauert haben.
Kaiser Wilhelm hat mit seiner Gemahlin einen
(Nachdruck verboten.)
Spates Stack.
Stenum von Friedrich Meister.
(Fortsetzung.)
DaS war nur wenig, immerhin aber diente eS dazu, seine eifersüchtigen Befürchtungen etwas zu zerstreuen, deuu er war überzeugt, daß das hübsche Laueruwädcheu nicht zugrben würde, daß Gika seine Aufmerksamkeiten eiuer andern zulveudete.
Mit diesem schwachen Trost wußte er sich zu. sriedeu gebe», und so blieb ihm vorläufig weiter nichts übrig, als zu warten, au die Flucht zu deukeu und zu hoffen.
Eo vergingen drei weitere Tage in Hangen nab Bangen und ohne daß er auch nur doS Geringste über ValeSkaS Schickse! in Erfahrung bringen kouute.
* . *
Der Gras Kleist vom Weiher war von dem Momert au, wo er doS Sowmaudo über die türkische Truppeuabteiluug überromweu hatte, unr wenig aus dem Sattel gekommen. Er dnrck zog die ganze Gegend nuer«üblich nach alle» Richtungen, ohne jedoch bisher auch nur die leiseste Spur der Brigauleuhorde ge. für den zu haben.
Die bäuerliche Bevölkermg stellte sich bei alleu Anfragen taub und blind; utemaud wollte von den Rändern jemals etwas geseheu oder gehört haben.
Ta endlich wollte eS da» Glück, daß der alte Ziegeuhirt, welcher Valeska ans ihrer Suche uach dem Hauptquartier der Räuber zurechtgewtefeu hatte, einer der auSgesaudten Patrouillen in die Hände geriet.
Derselbe wurde vor de» Major gebricht, bestagt, bestochen, wieder befragt vud durch allerlei Drohuugru ein,»schüchtern versucht, allein auch er wußte angeblich vom Helle», lichte» Tage nicht».
Gr schwor bei alle» Heilige», daß er niemals am ■8t den Namen Mavro GikaS gehört habe.
Allei» Achmed Bey hatte Verdacht geschöpft. Gr hatte seine» besondere» Srnnd sür dir Annahme, daß
kurzen Ausflug nach Kiel zum Besuche seines aus England heimgekehrten Bruder», des Prinzen Heinrich, und zur Besichtigung der von diesem mitgeführten neuen kaiserlichen Privatyacht „Meteor- unternommen. Jetzt find die Majestäten nach Potsdam zurückgekehrt, von wo demnächst die Sowmerrrisen angetrete» werdev. Mit Beginn der Woche ist zum erstenmal der deutsche Kolonialrat in Berlin zusammengetreten, um verschiedene Vorlagen der ' iieichsregierung zu begutachten. Neichskommisiar von Wißmann hat einen letzten und zusammen- asienden Bericht über seine Thätigkeit in Deutsch- Dstafrika veröffentlicht, in welchem er die bestimmte Erwartung auSspricht, daß daS Schutzgebiet die dasür gemachten Auswendungen schließlich nn vollsten Maße verzinsen wird. Am Sonntag tagte in Berlin der nationalliberale Parteitag. Die Beschlüsie betätigten im Wesentlichen die bisherigen Partei- zrundsätze. Von dem dem Parteitage folgenden Festmahl wurde ein Begrüßungstelegramm an den Fürsten Bismarck abgefandt, und von diesem sofort erwidert. Der Fürst und die Fürstin Bismarck werden sich demnächst nach Kisfingen begeben. Zur Ernte gedenkt der Fürst wieder in Friedrichsruhe zu sein.
Recht peinliches Aufsehen haken in Wien die deutschseiudlichen Kundgebungen der Czechen in Prag und ihre Verbrüderungsfiste mit französischen Studenten gemacht. Es hieß eine Zeit hindurch, Kaiser Franz Joseph wolle auf den Besuch der Prager Ausstellung ganz und gar verzichten, doch soll der Besuch stattfindrn, wenn auch späterhin erst. Die Verhandlungen im Wiener und Pester Parlament verlaufen sehr still; im österreichischen Abgeorbneten- hause ist eine Art von Soztalistengesttz eingebracht, zu dessen Gunsten die bisher für Wien bestehenden Ausnahmkmaßregeln aufgehoben werden sollen. Kaiser Alexander von Rußland ist von seinem Besuch in Moskau, wo ihm zu Ehren zahlreiche Festlichkeiten stattfanden, nach seinem Lieblingsschlosie Dotschina bei Petersburg zu'rückgekehrt. Der Czar hat auch die französische Ausstellung in Moskau mit einem längeren Besuche bedacht, worüber nun in Paris ein gewaltiges Freudrngeschrri erhoben wird, ohne daß ein Anlaß dazu vorhanden wäre, denn mit dem Gklingen der Ausstellung sieht es sehr trüb aus. Zum Ueberfluß ist auch noch der Hauptarrangeur des ganzen Unternehmens, der Pariser Bankier Jouaunot, dmchgebrannt und hat mehrere Millionen Schulden hinterlaffen. Die Gläubiger wollen nnn ihre Hand auf die Ausstellung legen.
der graue Sünder sehr wohl mit dem Aufenthaltsort der Räuber bekannt sein müffe.
.Ueberlaffeu Sie mir den Hallunke», Memdeur le Comte,- sagte der Leutnant mtt zuversichtlicher Miene, und als der Graf zustimwte, ließ er den Ziegenhirteu ins Gebüsch führen nnb ihm bort ein Dutzend Streiche aus die Fußsohle» gebe», als einen kleinen Vorgeschmack bei Bastonade, wie er lächelnd sagte. Dieser Vorgeschmack aber erwies sich als völlig ausreichend; der alte Hirt heulte »m Gnade und erklärte sich bereit, die Soldaten znm Schlupf- winkel der Räuber zu führe».
Jetzt ging es iu der breuueudeu Souueuglut füuf Stunden lang bergauf und bergab, über Gestein und Geröll, durch Dickicht und Wald, bis man endlich in die Nähe der Hütte kam, wo die Briganten zuerst Halt gemacht hatten.
Die Hütte wurde vorfichtig umstellt, bann trat Achmed Bey mit einigen Mann vor und forderte die Insassen, von denen jedoch niemand zu sehen war, mtt lanter Stimme aus, sich zu ergeben.
In der Hütte blieb eS jedoch totenstill.
Die Svfforderuug wurde wiederholt, aber wiederum erhielt mau keine Antwort.
Einen verräterische» Handstreich fürchtend, ließ der Graf fitzt eine volle Salve in die Hütte hinein« fenern. Auch jetzt regte sich nichts.
Nun aber verlor der alte Soldat die Geduld; er ließ die Thür deS Gebäudes eiuschläge»,und mußte nun gewahren, daß die Vögel da» Nest »eile ff e» nnb bas Weite gesucht hatten.
Die ranchenben Holzscheite cuf de« Herde aber legten Zeugnis dafür ab, daß vor ganz knrzrr Zett noch Beute in der Hütte gewesen fein wußten.
Die Aufregung deS Grafen stieg und feine Be- sorgui» nm Gerald» Schicksal verdoppelte sich; allein er war nicht der Mavn, der seine» Herzen in nutzlosen Klagen Lust gewacht hätte.
Zunächst ließ er dir Soldaten die Gewehre zu- samweupellen und gab daun Befehl zm Berteünng
Die Franzosen folgen in der Sozialpolitik dem deutschen Vorgänge: In der nächsten Woche wird der Deputiertenkammer der Entwurf eines AlterS- und JnoalibenversicherungsgeietzeS unterbreitet werden, welcher sich in der Hauptsache dem deutschen Gesetz anschließt. Auch ein Staatszuschuß ist vorgesehen. Inzwischen bauert in ben Pariser Kammern bie Beratung der neuen Zollvorlage fort, finbet aber kaum noch Beachtung. Die Melinitpffaire — ber Verkauf deS Geheimnisse» ber Herstellung beS Sprengstoffes Melinit, macht noch immer von sich reden. In den letzten Tagen sind mehrere neue Verhaftungen vor- । genommen worben. Die Militärverwaltung will die Angelegenheit grünblich klarstellen, um in Zukunft ulle solche, für bie französische Ehre gerade nicht chmeichelhaften Vorgänge zu verhindern. In dem ranzösischen Industrie-Revier von Roubax ist ein neuer Ausstand ausgebrochen, auch im belgischen Bergbezirk von Charleroi streikt noch eine größere Zahl von Bergleuten. In Spanien und Portugal geht cs jetzt wieder ruhig zu. Den Corte» in Liffabon ist der neue Kolonialvertrag mit England unterbreitet, und bie allgemeine Annahme völlig gesichert.
Das sittenstrenge Altengland harte wieder einmal seinen Skandal. Ein langjähriger Busenfreund des Thronfolgers, des Prinzen von Wales, der Oberstleutnant Baron Cumming hatte während eines Landaufenthaltes in größerer Gesellfchaft, der auch der Prinz angehörte, falsch gespielt, und war dabei von aufmerksamen Beobachtern abgefaßt. Man wollte die Geschichte nicht gern an bie große Glocke bringen, unb bet Baron mußte sich daher schriftlich verpflichten, niemals wieder zu spielen, und dafür ist ihm Schweigen zugefichert. Der Sünder nahm aber doch wieder Karten in die Hand, und bie frühere fatale Geschichte würbe ruchbar. Baron Cumming klagte nun auf Verleurnbung, ist aber in dem Prozeß, in welchem auch der Prinz von Wales als Zeuge vorgeladen wurde, gewaltig hineingefallen. Von politischen Dingen ist in London zur Zeit nur wenig die Rede. Man bereitet sich auf den Besuch des deutschen Kaiserpaares vor, da» im Juli bekanntlich in der briischen Metropole ein treff en wirb.
Die Unsicherheit, welche in der Türkei herrscht, ist in dieser Woche in greller Weise illustriert worden. ES war wohl bisher schon vorgekommen, daß Räuberbanden einzelne Personen überfallen und fortgefchleppt hatte», um ein Lösegeld zu erpressen, aber an einen stark besetzten Kourierzug hatten sie sich bisher doch noch nicht herangewagt. Vier Stunden von Konstantinopel ist das passiert, mehrere Deutsche find
ortgeschleppt und erst gegen ein Lösegelb von 200 000 Frk». aus ben Hänben der Banditen, mit welchen wie mit einer gleich berechtigten Macht unterhandelt werden mußte, befreit worden. Hinterher inb nun auch bie türkischen Truppen frisch und röhlich zur Verfolgung ber Bande auSgezogen. Sielleicht bekommen sie einige Mitglieder, vielleicht aber haben sie auch da» Nachsehen. Die Bevölkerung steht infolge ber türkischen Mißwirtschaft unbedingt auf Seiten der Räuber, und sucht diesen in eher Weise behilflich zu fein. Die Türkei hat aber allen Grund energisch vorzugehen, denn wenn eS nicht gelingen sollte, die Urheber dieses kecken Streiches dingfest zu machen, wird da» Ueberfallen von Eisenbahnzügen bald zu einer Art von Sport in ber Türkei werden. Die Zustände, die sich daraus ergeben würden, wären denn doch, selbst für den schlaffen unb beauemen Orient, polizeiwidrig und unhaltbar. Aber Arbeit wirb eS kosten.
Dentsckes Kfid}.
Berlin, 5. Juni. Kaiser Wilhelm hielt am Donnerstag Vormittag auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin nach der Rückkehr auS Kiel eine Truppenbesichtigung ab und hatte vor der Weiterfahrt nach Potsdam eine lange Unterredung mit dem Reichskanzler. Am Freitag Vormittag arbeitete ber Kaiser im Neuen PalaiS zu Potsdam mehrere Stunden allein unb unternahm dann mit der Kaiserin einen längeren Spaziergang. Am Abend kam ber Kaiser wieder nach Berlin unb entsprach einer Einlabung deS OffizierkorpS beS zweiten Garberegimentes zur Tafel. Heute Sonnabenb finbeit auf dem Tempelhofer Selbe wieder Kavallerie-Besichtigungen statt. — Für daS EtatSjahr 1890/91 betragen die gesamten Jsteinnahmen bet Reichskaffe an Zöllen unb Verbrauchssteuern 625,089,290 Mk., gegen bas Vorjahr ein Mehr von 38,383,940 Mk. Der Spielkartenstempel ergab 1,203,900 Mk., gegen daS Vorjahr ein Mehr von 22,049 Mk. ES entfallen auf bie Zölle 368,286,976 Mk., gegen bat Vorjahr ein Mehr von 18,410,882 Mk., auf bie Tabaksteuer 11,043,091 Mk., 896,442 Mk. weniger alS im Vorjahre, auf bie Zuckermaterialsteuer 6,364,774 Maik, gegen das Vorjahr ein Mehr von 4,806,138 Mark, auf bie Zuckerverbrauchsabgabe 52,191,737 Mark, gegen bas Vorjahr ein Mehr von 11,290,367 Mark, auf bie Salzsteuet 41,988,020 Mark, 1,395,238 Mk. weniger als im Vorjahre. — Der .Reichsanzeiger- publiziert eine Bekanntmachung ber Reichsschulben-Verwaltung, worin auf bie Entdeckung
be» mtigeuommeueu Proviants. Die Leute waren vo» bew laugen Marsche ermüdet unb erschöpft unb bähet einer Rast nnb Erfrischung bringenb bedürftig.
Während der Graf nnb Achmed bie SttnationS- karte stnbierte», hatte sich Gustav Linbström, bet bei bem Zuge selbstverständlich nicht fehle» wollte, auf einer kleinen Bobeuerhöhnng auSgestreckt, um mtt be« Felbglase den Horizont abzusuchen.
Nach einer Wette sprang er plötzlich auf und kam schnellen Schrittes znm Sxpebttiouschef gelaufen.
.Schauen Sie einmal dort hinüber, Herr Graf', ries er, auf bie jenseits bi» Thale» gelegenen Berge hiuüberbeutenb.
Der Angeredete brachte ben Krimstecher ar» Auge nnb entbedte in ber Ferne eine schwärzliche Rauchsäule, bie sich dünn znm blauen Abendhimmel empor- kräusette.
.Jetzt habe» tetr fiel* rief ber Graf. .Da» muß bie Baube fein! Wie weit ist'» in ber Luftlinie bis bort drüben? Meiner Schätzung nach find'» sechs bi» acht Kilometer von hier bi» znm Thale hinab, da» vielleicht fünf ober sechs Kilometer breit ist; bann aber jenseits wieber hinaus, — wie weit ba» ist, mag der Teufel wissen!"
Er hieß die Soldaten sich marschfertig machen. Während dieselben fich sammelten und anfstellten, deuntzte ber alte Ziegenhirt bie Gelegenheit, nm heimlich in bie Hütte zu schlüpfen, unb schon in der nächsten Minute ging dieselbe in Flammen auf, während der verräterische Schelm an» dem Hinteren Fenster derselben wieder hioonSsprang und in» Dickicht flüchtete.
Beim Anblick der praffelnd emporlodernden Flammen konnte der Gras einen lauten Fluch nicht unterdrücken.
.Da» hatte m8 gerade noch gefehlt!* rief er wild. .Diese» Fanal wird den Räubern ein will- kowmeue» WainungSzeichen fein. Immerhin aber haben wir fitzt ihre Spur, von der an» nichts mehr abbrtagen soll!*
Der Abstieg der Truppen erwie» sich schwieriger und mühsamer, al» der Ausstieg, und e» war bereit» finstere Nacht geworden, ehe man noch die Hälfte der Entfernung bi» zum Thale znrückgelegt hatte. Hinter ihnen, hoch auf dem Berge, leuchtete die düstere Lohe wett in da» Land hinan».
.Mein Gott!* murmelte der Graf zwischen ben fest znsammeugebisfeuen Zähnen. .Wenn e» vielleicht boch schon zu spät wäre!*
XU.
Dunkle Nacht war'», al» ValeSka bie Augen aufschlug unb nnn gewahrte, daß fie fich mit Bnlga allein befand.
Der Leser wird fich erinnern, daß die junge Dame fich vor dem Antritt ihrer abenteuerlichen Fahrt reichlich mit Mitteln versehen hatte, nm ben guten Willen ber Räuber erlaufen zu könne».
Allein bereit» am erste» Tage ihrer Gefangen- schäft hatte ihr Bnlga während be» Schlafe» bie Tasche» anSgeleert nnb fie all ihrer Koftbarketten beraubt.
Jetzt trug Gika ihre Uhr in feiner linken Westentasche, al» Gegenstück zu dem Chronometer be» Profeffor», ben er in ber rechten Westentasche führte; Bnlga aber parabierte keck mit ValeSkaS Halskette, Armbändern nnb Ringe».
Die beiben jungen Personen stauben auf einem nichts weniger als guten Fuße. ValeSka bewahrte ein hartnäckige» Stillschweigen nnb gab fich ben Anschein, al» verstünde fie kein Wort von dem, wa» Bnlga zu ihr redete, denn e» war ihr sehr brld klar geworden, daß die letztere nicht nur ihre Gefangen- Wärterin, sondern auch ihre persönliche Feindin sei.
Mtt Anbruch der Nacht erschienen Gika nnb bie Briganten mit allerlei Vorräten für die Abendmahlzeit. Der Häuptting war so höflich wie immer — augenscheinlich viel zu höflich für Bnlga» Herze»»- frieden.
.Noch hat fich kein Anzeichen de» Lösegelde»