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alle diese Faktoren vereinigte» sich, um uni einen Abend voll hohen künstlerischen Genüsse» zu ver­schaffe«. Die Pastoralsymphonie, diese monumentale Idylle des der Natur inS tiesste Herz schauenden und sie zur höchsten Verklärung in der Kunst sührenden Tondichters, eröffnete, der Jahreszeit angemrffen, dir Reihe der Darbietungen. DaS Werk ist vor kurzem an dieser Stelle seinem Gehalt nach gewürdigt worden, und wir dürfen unS darauf beschränken, zu sagen, daß die Ausführung nicht- zu wünschen übrig ließ und die Hörer zu begeistertem Beifall hinriß. DaS Orchester spielte außerdem mit Bravour die Konzert- Ouvertüre in A-dur von Julius Rietz (f 1877 zu Dresden), ein charaktervolles Tonstück, daS die Einflüffe der neuesten Schule nicht verleugnet und durch kunstvolle Jll'>rumentatiou sich auSzeichnet. Im Mittelpunkt des Abends stand Frau Maria Wilhelms, eine Sängerin von GotteS Gnaden, die in zwei Perlen Schubertscher Lyrik (der Hirt auf dem Felsen" und die junge Nonne", beides mit Begleitung des Orchesters), ihre von glücklichster Naturanlage ge­tragene und durch tiefe Empfindung veredelte Bor- tragskunst im schönsten Lichte zeigte und in der Konzvrt-CanzovrtteGia la notte, nach Haydn'scher Melodie von Pauline Biardot Garcia, die graziöse Birtuofität italienischer Schule bewährte. Die Künst­lerin, die über einen erstaunliche» Umfang der Stimme mühelos versügt, mußte die Carzonette auf stürmisches Verlangen wiederholen. Dankenswert wäre in solchem Fall die Wiedergabe des ftemd- sprachltchen Textes für den deS Italienisch'» nicht kun­digen Teil des Publikums. Den Schluß machte die groß­konzipierte BalladeSchön Ellen" von Max Bruch (Text von Emanuel Geibel), in welcher der verehrte Gast die Titelpartie sang, während den Part des Lord Eduard Herr Dr. T., ein naher Verwandter deS Komponisten, in dankenswerter Weise über­nommen hatte und mit sehr ausgiebigem Stimm- matrrial durchsührte. Die äußerst dramatische Ton­dichtung berfehlte ihre packende Wirkung aus die Zuhörer­schaft nicht und schloß dm schönen Abend würdig ab. Indem wir unserer Befriedigung über das in allen Tellen wohlgelungene Konzert nochmals Ausdruck gebm, wünschen wir, daß der verdiente Dirigent und sein kmstfroher Chor »ach erholung-reicher Sommer­pause im Herbst mit nmrr Kraft zu neuen Kunst- thaten sich wenden mögen. Auf Wiedersehen also!

Marburg, 5. Juni. Unter Bezugnahme auf die in Nr. 126 unsere- Blatte- enthaltene Notiz, betreffend dir im Monat August u. f. bevorstehende Revision der Maaß« und Gewichte, machen wir die Gewerbtreibendm hiesiger Stadt darauf auf- merksam, daß der für die Kreise Marburg und Kirchhain bestellte Aichmeister Herr Wilhelm Meckel in der Zeit vom 20. Juli bi- 17. August im Kreise Kirch­hain revidieren und von hier abwesend sein wird, sodaß e- sich empfiehlt, die Prüfung aller Zweifel­haft erscheinenden Maaße und Gewichte zeitig vor diesem Termine von demselben vornehmen zu laffm.

Marburg, 5. Juni. Zusammenstellung der im Etatsjahre 1890/91 vom städtischen Steuer amt er­hobenen Brrbrauchtabgabe sür Fleisch, Bier und Branntwein. ES wurden versteuert: a) an ein- geführtenFleischwaaren:47 522 Klgr. = 2451.80 Mk. (im Vorjahre 30 367 Klgr. 1684.46 Mark, mithin mehr 16 155 Klgr. --- 767.34 Mk.), und zwar 17 522 Klgr. frisches, 6396 Klgr. gesalzene» und 23 604 Klgr. geräuchertes Fleisch; in diesen Zahlen enthalten sind an eingesührtem Wildpret: 13 Hirsche, 2 Hirschkälber, 405 Rehe, 8 Wildsauen, 9 Ucbcrläuser und 4 Frischlinge 1007 Klgr. oder 20 Zentner und 14 Pfd.; b) an «ing eführtem Bier: 1478138 Ltr. 9607.97 Mk. (im Vorjahre 1396 402 Ltr.

Er ließ sich mit ritterlichem Anstaude neben dem Maultier auf ein Rate nieder, BaleSka trat leicht ans daS andere nnb schwang sich wieder ans daS Tier, woraus die drei ihreu Weg sortsetzteu.

Als der Tag grau über den Bergspitzen zn dämmern anfiug, gelangte man endlich anS Ziel. Dasselbe war die kleine Hütte eines Ztegenhiiteu, die in einer engen Bergschlucht so versteckt lag und von dichtem Gebüsch so nmwuchert war, daß sie kaum ausznfiudeu gewesen wäre, wenn die dünne Ranchsäule, die ihrem Schornstein entstieg, nicht als Wegweiser gedient hätte.

Einer der B udtten hatte fie hier erwartet nnb daS Frühmahl bereit gehalten. Dasselbe bestand anS Ziegenmilch, Eiern, Obst nnb frischem, soeben ans dem Herde gebackenem Brot. So schwer eS BaleSka auch ankam, mit diesem Seächttteu daS Mahl zu telleu, so blieb ihr doch keine Wahl; der Hunger that weh nnb so langte st« halb ebenso herzhaft zu, wie bte übrigen.

Al» bte Tafel aufgehoben w ar, geleitete Balga die Gefangene in einen abgegrenzten Test der Hätte, wo ein primittveS Lager bereit war.

Die Aufregung des TageS und die Etrapazeu der Nacht hallen das juuge Mädchen ernstlich ange­griffen. Wenngleich ihre Gedanken fortwährend mtt den Sieben daheim, mit ihrer fibtieilten Flucht und mit Geralds gefährlicher Lage beschäftigt waren, so forderte die Natnr dennoch tyrannisch ihr Recht nnb so geschah eS, baß fast tu bemfelbtn Augenblick, wo der sauste Tau bet Vergessenheit aus bar glühmde Gehirn ihre» fernen Geliebten hetabtränselte, auch ihre Augen sich schloffen nnb ber Milderer jeglichen Kummers auch ihre Seele in Rahe wiegte bei Schlaf.

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SlSGerald erwachte, galt fein ersterGedanke Valeska, fein zweiter der Flucht. DaS lockere Sttohdach der Hütte wäre ein leicht zn beseitigendes Hindernis gewesen,

9076.69 Mk., mithin mehr 81736 Ltr. --- 530.28 Mark); c) an hier gebrautem Bier: 5 038 648 Klgr. Malz 10075.64 Mk. (im Vor­jahre 508 648 Klgr Malz = 10172.97 Mk., mit­hin weniger 4822 Klgr. Malz = 97,33 Mk.); d) an Branntwein: 17 353 608 Ltr. 0/e = 31 236.50 Mark, rückvergütet wurden für 10 579 332 Str. o/o 19 042.78 Mk., sodaß 6774276 Ltr % oder 188174 Liter 12193.71 Mk. auf ben hiesige» Konsum entfallen (im Vorjahre 13 220.34 Mk., mithin weniger 1026.63 Mk.). Bemerkt wird noch, daß der Ausfall bei dem hier gebrauten Bier auf den Eingang der Bierbrauerei Matthai und der Ausfall beim Branntwein auf die geringere Einlage infolge der hohen Spritpreise zurückzuführen ist, und weiter darauf, daß der früher 4044/. enthaltende Branntwein jetzt 3538 "/«enthält und daher aus den einzelnen Spritgebinden mehr ge­wonnen wird. Die Rückvergütung für da- auSge- führte Bier ist im vergangenen Jahre mehr in Anspruch genommen worden als früher.

Marburg, 5. Juni. Der Wasenmeister ClemenS Gary, Alter Kirchhainerweg 6 wohnhaft, ist mit dem Einfangen der ohne bezw. ohne vorschrifts­mäßigen Maulkorb hier umher laufenden Hunde be­auftragt worden. Die Fanggebühren find für jeden Hund zunächst auf 2 Mk., die Verpflegungskosten auf 50 Pfg. pro Tag festgesetzt und sind diese Ge­bühren bei der Einlösung deS Hunde», welche binnen 3 Tagen zu erfolgen hat, an ben p. Gary zu zahlen.

Marburg, 5. Juni. Die morgen, in den Nach- mittatSftunben des 6. Juni stattfindende Sonnen- f i n st e r n i S ist im hohen Nordosten Afiens und auf den sibirischen Inseln ringförmig, in Europa, mit Ausnahme von Portugal und dem größten Teile von Spanien, als teilweise Sounrnverdeckung sichtbar. Die Sichtbarkeit beginnt mit dem 2260 42' östlicher Länge von Greenwich und 240 45- nördlicher Breite um 2 Uhr 57 Minuten mittlerer Zeit von Berlin, und fie endigt mit dem 19* 2' östlicher Länge von Greenwich und 450 20' nördlicher Breite um 7 Uhr 22 Minuten mittlerer Berliner Zeit.

Marburg, 5. Juni. In der vergangenen Nacht hatten sich mehrere Studenten unbefugter Weise auf ben vom Wehr au» nach der alten Weidenhäuser Brücke führenden Holzsteg, welche zur Wegschaffung des Materials der elfteren demnächst benutzt werden soll, begeben. Einer derselben geriet in der Nähe ber alten Brücke in da» Wasser; auf das Rufen eilte der in der Nähe wohnende Kaufmann B. herbei, dem eS auch gelang mit Hilfe der zurückgebliebenen Studenten den betreffenden Herrn au- dem Waffer herauSzu- btingen. Der Unfall hätte, wenn nicht Hilfe bald zur Hand gewesen wäre, leicht ernstere Folgen haben können.

Marburg, 5. Juni. SchüßlerS Pano­rama wird in den nächsten Tagen hier ein treffen und im Saale de» Weberschen Restaurants am Rknthöferthor Ausstellung finden. Dasselbe befand fich zuletzt in Fulda und schreibt dieF. Ztg." über dasselbe wie folgt:DaS Schüßlersche Panorama im Ballhaussaale ist nur heute und morgen (Sonntag) noch geöffnet. Wer die beiden ersten SerienLeben Christi und Palästina" undKönig Ludwigs Pracht­schlösser und Tyrol" gesehen hat, wird nicht umhin können, dem Panorama auch noch einen dritten Besuch zu widmen, um den letzten Cyklu- intereffanter Sehenswürdigkeiten an seinem Auge vorüber­ziehen zu lasten. Der heute Vormittag eröffnete III. Cyklu- enthält die Forschungsreise deS deutschen KriegsschiffesHertha" nach Ostafien. Der Beschauer sieht hier daS Leben und Treiben der kaiserlichen Marine, sowie sämtliche Inseln, welche da» Schiff berührt hat. Derjenige, dem es nicht ver­

weu» mau nicht jede feiner Bewegungen so argwöhnisch bewacht hätte.

In der Hütte befand fich keine Spur von Haus­gerät und das Tageslicht fiel einfach durch ein ruudeS Loch tu ber Wand herein.

Aber auch ble frische, balsamische Morgenluft fanb durch diese Oeffauug ihreu Weg zu ihm und erfrischte ihu. DaS Guckloch gewährte ihm außerdem einen weiten Ausblick über die Gegend, bte fich aus viele Meilen vor ihm auSbrettete.

DaS Thal unmittelbar zu feinen Füßen glich einem einzigen üppigen Garten, ans welchem ungezählte Rosenbüsche thren herrliche» Duft zu ihm emporseubeten und biff en tausendfältige Blüteup rächt sogar sein ge­ängstigtes Herz vorübergehend mit bewunderndem Entzücken erfüllte.

SIS bte Sonne jedoch höher am Himmel emporstteg, kehrten bte Gedanken an seine nnb Valettas Sage mtt ihrer ganzen erdrückenden Schwere wieder in feine Seele zurück. Auch regte fich etn peinigendes Gefühl d:S HvugerS.

Er sagte fich, daß BalekkaS Schönheit nnb Hilflosig­keit nnr eine schwache Schutz wehr bilben würden gegen bte frivole Brutalität des geviffeuloseu Banbiteu.

Diese Gedanken quälten ihn unerträglich und er faßte beu Entschluß, fich, eS koste wa» eS wolle, mtt der Geliebten auf irgenb eine Weise in Verbindung zu setzen, ober aber dieselbe persönlich aufzusuchen, und sollte er darüber auch sein Beben verlieren.

Er hatte diese Pläne bereits reiflich durchdacht und bte Ausführung derselben erwogen, als vazarjik auf der Setter erschien nnb ihm etn Stück Brot, eine Zwiebel mtb einen Apfel brachte, woraus, nebst einem Trunk Ziegenmilch, sein Frühstück bestehen sollte.

Gerald versuchte den Briganten über BaleSka an», «fragen, konnte aber nur soviel erfahren, daß dieselbe ich in Sicherheit befände. AI» er fich nach dem Otte hre» AnseuthatteS erknudtgte, erhielt er die Antwort, daß Bulga dies am besten wisse» müsse.

(Fortsetzung folgt)

gönnt ist, feine Reiselust zu befriedigen, findtt hier im Anschauen herrlicher und naturgetreuer Abbildungen einigen Ersatz für den Besuch fremder Länder. 8udj unsere Schulanstalten haben, wie wir hören, ftd; diesengeographischen Anschauungsunterricht" teil­weise schon zu Nutzen gemacht. Den Waisenkindern hat der Besitzer deS Panorama- am letzten Mitt­woch den Einttttt unentgeltlich gestattet, wa- öffent­liche Anerkennung verdient. Wer fich eine ebenso angenehme als lehrreiche Unterhaltung um weniges Geld verschaffen will, möge die heute und morgen noch gebotene Gelegenheit zum Besuch des Panorama- benützen."

Marburg, 5. Juni. Bon dem Vorstände deS hiesigenBürgervereiuS" ging uns nachstehende» Schreiben zu:

Vereheliche Redaktton!

Unter Bezugnahme auf ihre gestrige Lokalnotiz bett, da- Schreiben der Gießener Hmdelttammer wegen Erstrebung einer Telephon-Verbindung zwischen Marburg, Gießen und Frankfurt erlauben wir uni Ihne» gefl. mitzuteilen, daß ber unterzeichnete Vor­stand diese Angelegenheit vor einigen Tagen bereit- besprochen und beschlossen hat, dieselbe für die auf nächsten Donnerstag den 11. d. M. einzuberufende MonatS-Versammlung des Vereins auf die Tages­ordnung zu setzen. Für die öffenttiche Beratung diese- Gegenstände- find geeignete Kräfte gewonnen, die Vorttäge über die technische und wirtschafttiche Bedeutung diese Anlage zugesagt haben, wa- wir bitten, im Interesse etwaiger Beteiligten mit dem Bemerken kund zu geben, daß Gäste willkommen sind.

Marburg, am 5. Juni 1891.

Hochachtungsvoll

Der Vorstand des Bürgerverei»-.

Marburg, 5. Juni. Ende März d. I. erließ ein studentstcher Ausschuß zu Leipzig einen Ausruf an die deutsche Studentenschaft, durch Beittäge von je einer Mark eine möglichst allgemeine Sammlung zu veranstalten, um dem Fürsten Bismarck einen silbernen Ehrenhumpen mit einer Adresse sämtlicher Teilnehmer zu überweisen. Ju Bonn ist, der Deut. Reichsztg." zufolge, diese Einladung in einer Versammlung der studentischen Korporationen ab­gelehnt worden.

Marburg, 5. Juni. Es sind neuerding- Zweifel darüber entstanden, ob ber allgemeine Grundsatz, daß in ben Vorschulen ber vom Staate unterhaltenen ober unterstützten höheren Lehranstalten Schulgeld- befreiungen nicht bewilligt werden dürfen, insoweit verlassen werden könne, al- durch die Bewilligung von Schulgeldfreiheit an Vorschüler und Schüler der Hauptklassen zusammen der nach dem Etat zulässige Schulgelderlaß für die Hauptanstalt nicht überschritten wird. Die Erörterung der Angelegenheit hat zur Verneinung der Frage geführt, da die Regel, daß Schulgeldbefreiungen nur bis zu 10 Prozent der Einnahme von Schulgeld au- den Hauptklaffen, nicht aber auch aus der Vorschule, bewilligt werben dürfen, nicht wohl eine andere Auslegung gestattet, als daß Schulgeldbefreiungen nur den Schüler» der Haupt­klassen einzuräumen sind. Hiernach ist nach einer Verfügung des Ministers der geistliche» Angelegen­heiten künftig sowohl bezüglich der staatlichen, als der vom Staate unterstützten Anstalten zu verfahren; jedoch kann den bereits jetzt von Schulgeld befreiten Vorschälern dieser Vorzug ausnahmsweise auch ferner belassen werben.

Marburg, 5. Juni. Bezüglich der Gewährung von staatlichen DienstalterSznlagen an Lehrer sind in letzter Zeit vom preußischen Kultus­minister verschiedene Entscheidungen getroffen. Dem­nach können einmal an Knaben- bezw. Mädchen- Mittelschulen angestellte Rektoren als ordentliche Lehrer der öffentlichen Volksschule nicht angesehen werben, fie hülfen daher auch nicht in ben Genuß staatlicher Dienstalterszulagen treten. Sodann soll bei Gewährung der Dienstalterszulagen die Anrechnung ber Zeit einer Belchäftigung an Pnoatschulen grund­sätzlich ausgeschlossen sein. Wohl aber soll schließlich einem im DiSziplmarwege aus dem Amte entlassenen Lehrer nach erfolgter Wiederanstellung im öffentlichen VolkSschuldienste bei der Gewährung staatlicher DienstalterSzulagen die gesamte Dienstzeit im öffent- lichen Schuldienste in Anrechnung gebracht werden.

Marburg, 5. Juni. (Strafkammer.) In »er heutigen Sttaskammersitzung war der 15jährige Knabe L. Schrey von hier wegen mehrfacher kleinerer Diebstähle angeklagt. Derselbe hatte nach und nach einen Mitbewohnern aus einem Zimmer mittelst EinsteigenS durch ein Fenster 10 Keeppeln, 1 Stearin­licht, 1 Taffe Suppe, 1 Leibriemen, 10 Pfg. und 2 Stück Zucker entwendet, bei welch letzterem Diebstahl er von dem Eigentümer ertappt wurde. Angeklagter räumt die Diebstähle ein und behauptet, ihm wäre durch die Besitzerin Gelegenheit geboten gewesen, indem dieselbe zu ihm gesagt hätte,wenn nährend meiner Abwesenheit die Kinder schreien, so leige durch daS Fenster ein, und beruhige sie." Der Junge glaubte hierdurch zum Einsteigen berechtigt gewesen zu fein und will hierbei die Sachen mitge­nommen haben Angeklagter wird zu 10 Tagen Gefängnis und zu einem Tag Hast verurteilt. Der schon 11 mal bestrafte Müller und Maschinist N. Weppler aus HerSfelb, der sich augenblicklich wieder in Hast befindet, ist an geklagt Wegen Dieb- lahlS. Derselbe sollte im vorigen Herbst feinem LogiSherrn einen Rock gestohlen haben. Angeklagter behauptet, er hätte ben Rock angezogen um seinen eigenen Rock zu trockne» und will bei seiner Abreise

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briefträger, 650 Mk. und 60 Mk. WohnungSgeldzu- schuß. Eisenbahn - Betriebsamt, (Direktionsbezirk Elberfeld) zu Cassel, Lademeisterafpirant, beim Ein-'

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einen Zettel auf ben Tisch gelegt haben mit be» Bemerke», er hätte einen Rock von dem Logishx^, mitgenommen. Die Beweisaufnahme ergab zwv daß sich ber Angeklagte ohne feine Schuldens Kost und LagiS zu zahlen, mit dem fremde» sRm aus dem Staube gemacht hatte, aber auch, Angeklagter für ben mitgenommenen Rock seine, eigenen und noch andere Kleidungsstücke zurückgeloff» hatte. Der Bestohlene hat fpätex feinen Rock und auch einen Teil der Miete erhalten. Die Königs Staatsanwaltschaft beantragt wegen Diebstahls (£ wiederhotten Rückfalle 1 Jahr Zuchthaus und Ver­lust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer bot 2 Jahre». Die könlgl. Straflammer konnte btt Angeklagten Weder Wegen Diebstahl- noch wegen Unterschlagung für überführt erachten und erfolgte daher die kostenlose Freisprechung. Wegen Sach­beschädigung ist angttlagt der Tagelöhner C. Winter von hier. Angeklagter ist im März d. I. wider, rechtlich in die Wohnung bei Witwe Hohbein ge> drungen unb hatte bei biefer Gelegenheit eine Stubet- thür zertrümmert nnb einen von ihr in Pfand ge. nommenen ihm gehörigen Handwagen mitgenommen. Angeklagter giebt den Vorfall zu, will aber ben Wagen fich mit Recht geholt haben, da er ber Fr«, nicht» mehr schuldig gewesen wäre, vielmehr daß er noch eine Kleinigkeit von der Fran zu fordern gehabt hätte. Von einer Sachbeschädigung will er nicht» wisse», er behauptet, die Thür sei offen gewesen. Die Verhandlung wurde vertagt, da ein Zeuge zu« heutigen Termin nicht erschienen war.

(Vakante Stellen für Militära,» Wärter im Bezirk deS H. Armeekorps). Gießen, Postamt, Landbriesttäger, 700 Mk. Gehalt und 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Gießen, Postamt, Stadtpostbote, 700 Mk. Gehalt und 144 Mark Wohnung»geldzuschuß. Grebenstein, Amts­gericht, Kanzleigehilfe, Schreibloh», der bei Quali. fikatton zunächst bi» auf 8 Pfg. für die Seite be- antragt werben soll. HerSfelb, Postamt, Land-

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briefttäger, 650 Mk. Gehalt unb 108 Mk. WohnnngS- geldzuschuß. Homburg v. d. Höhe, städtische Polizeiverwaltung, etatsmäßiger Bureaugehilfe, 130 däSger Mark monatlich. Lampertheim, Postamt, Land- 1 briefträger, 650 Mark Gehalt unb 108 Mack "^rsti WohnungSgeldzuschuß. Sontra, Postamt, Land- imsbott

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tritt 1020 Mk., nach Ablauf eine» Jahres 1140 Mark, nach Ablauf bes zweite» Jahre» 1200 Mk. n jährlich, zahlbar in Monatsraten, durch Einrücken sicher b in eine etatsmäßige Stelle als Labemeister bei ein- tretenber Erledigung, außer dem tarifmäßigen Woh- to6e b nungSgeldzuschuß (60180 Mk.) jährlich bezw. 1°tiom einer Dienstwohnung beziehen die Lademeister ein JahreSgehalt von 1200 bi» 1800 Mk.

(Alte Bauernregeln für Juni). Sonnejahr, Wonnejahr. Kothjahr, Notjahr. Wa» St. MedarduS für Wetter hält, solch Wetter auch in die Ernte fällt. Bor Johannistag man keine Geiste man loben mag. Bor Johanni (24.) bitt' um Regen, nachher kommt er ungelegen. Regen um Johannistag, nasse Ernte kommen mag. Wenn der Kuckuck lang nach Johanni schrett ruft er Mißwuchs unb teure Zeit. Nordwind im Juni ist gut, nur darf er nicht zu falt fein. Man pflegt zu sagen,er wehe Korn in- Land/ Wenn der Brachmonat mehr ttocken und warnt als naß ist, so ist es dem Weine zur Blüte zu­träglich, besonders wenn ein warmer Regen bald darauf folgt.

Nach einer Entscheidung deS Reichs- Versicherungsamts ist die Beschäftigung von Kochsrauen, die berufsmäßig auf Bestellung zu den Häusern ihrer Kunden gehen und für einen den Lebensunterhalt abwerfenden Lohn ihre Arbeit ver­richten, nicht als vorübergehende Dienstleistung im Sinne derJnvaliditäts- und Altersversicherung anzu- ehen. Solche Kochfrauen sind daher al» ber» tcherungspflichtige Lohnarbeiterinnen zu erachten. Dagegen sind Botenfrauen, die Aufträge von ber» (^ebenen Personen besorgen und dafür in allen Fallen dieselben auf eigene Rechnung und Gefahr auSführen, nicht verficherungSpfllchtig, ebensowenig wie die selbstständigen Dienstmänner und Koffer- träger, deren Betrieb al» ein selbstständige» Unter­nehmen anzusehen ist,

Caffel, 4 Juni. Die heute Abend 1/29 Uhr von demdeutsch - sozialen (antisemitischen) Wahl- Verein" auf Krauß' Felsenkeller (Cölnische Allee) veranstaltette Versammlung war sehr zahlreich besucht. Die Ansprache des Vorsitzenden, de» Herrn Reichs­tagsabgeordneten Max Siebermann von Sonnenberg, owie die Rede» der Herren Dr. jur. Tesdorps und Uhl an» Leipzig wurden sehr beifällig aufgenommen. Obgleich Sozialdemokraten von der Versammlung aus­geschlossen fein sollten, waren solche in großer Zahl

erschienen unb suchten durch Zwischenrufe zu stören. Am Schluß verließen die Sozialdemokraten stürmisch unter Absingen ber Arbeitermarseillaise den Saal, übertönt von ben Klängen vonDeutschland über alle»." (Caff Allg. Ztg.)

Hauau, 5. Juni. Am Montag Mittag verschied plötzlich in Folge einer Herzlähmung ber Lander­gericht»-Präsident a. D., Geheimer Ober-Justizrat Hermann Philipp Lang im Atter von 77 Jahre». Rit ihm ist Wieder einer ber ausgezeichneten alten -esfischen Juristen an» dem Leben geschieden; sei» ieben-würdigeS noble» Wesen gegen Jedermann unb ein humaner Sinn aber werben ihm hier, wo er

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