weil er zur Erhaltung des Friedens beitrage. Der Gedanke der internationalen Brüderlichkeit hebe nicht die nationalen Aufgaben auf. Die berühmten .Bereinigten Staaten von Europa" seien zwar ein ganz nette- Zukunftsbild, da» aber kein einziger von de» Anwesenden erleben werde. Gegenüber einzelnen Preßstimme» sei eine Kritik der öffentlichen Angelegenheiten Frankreichs seitens der Partei notwendig geworden. Wem sei nicht das ekelhafte Treiben des offiziellen Frankreichs gegenüber Rußland aufgefallen? Ein derartiges Gebühren, das viel zu den Rüstungen in Deutschland beitrage, sei unklug, denn wenn Rußland unterliege, müsse Frankreich die Prügel ein» stecken und die Kosten dafür zahlen. Auch täusche man sich in Frankreich bezüglick der deutschen sozialistischen Partei. Sobald das Vaterland angegriffen werde, gebe eS nunmehr eine Partei, und die Sozialdemokraten würden nicht die letzten sein, namentlich wenn eS einem Feind gelte, der gegen alle Kultur ist, nämlich Rußland."
Ausland.
Orient Die von Räubern überfallenen und auS dem Bahnzuge fortgeschleppte» Deutschen der Stangenschen Reisegesellschast find gegen Zahlung des Lösegelder wieder in Freiheit gesetzt. Türkische- Mllitär wird nun versuchen, der Rä ibcr habhaft zu werden, und ihnen die Beute wieder abzunehmen. Ob das gelingen wird, ist eine andere Sache. Uebrigens ist r» gar nicht auf die Deutschen von den Banditen abgesehen gewesen. Diese wollten den griechischen Kausmann Ralli, einen vielfachen Millio. när, sangen. Ralli hatte aber seine Abreise aus Konstantinopel um einen Tag verschoben und entging so der Gesahr.
Hesse«-Nassau-
Marburg, 4. Juni. Die Teilnahme der Studierenden an der Einweihung der neuen Universitäts-Aula ist nunmehr ebenfalls festgestellt. Danach wird am Vorabend der Feier, also am 18. d. Mts., von der gesamten Studentenschaft ein Fackelzug veranstaltet; bei dem am 19. Vormittags stattfindenden EinweihuugSakte in der Aula selbst werden sämtliche Studenten-Korporationen durch ihre Chargierten vertreten sein, und bei dem am Abend im Saalbau stattfindenden Kommerse mit je Zweifünftel ihrer Mitglieder.
Marburg, 4. Juni. Die Alfist.-Aerzte 2. Cl. der Res. Dr. Hohmann vom Landw.-Bezirk Marburg und Dr. Klingelhoefer vom Landw.-Bezirk Marburg sind zu Affist.Aerzten 2. Cl. befördert worden.
Marburg, 4. Juni. In der Enteignungssache der Stadt Marburg gegen die Eigentümer des Keitelschen Hauses (Weidenhausen Nr. 1) und der Schuchhardtschen Hauses (Lingelgasse Nr. 1) ist Herr Landrat Lodemann zum Kommiffar der kgl. Regierung in Gaffel bestellt und von demselben Termin zur Verhandlung auf den 8. Juni, Vormittags 1/2IO Uhr, an Ort und Stelle anberaumt worden. — In der Enteignungssache der Stadt Marburg gegen da- Preißsche Grundstück (srühere physiologische Institut) hat der Bezirksausschuß die Enteignung genehmigt und die an den Besitzer zu zahlende Entschädigungs- summe auf 21240 Mark festgesetzt.
Marburg, 4. Ium. In Nr. 123 unsere, Blattes brachren wir ein an die hiesige Stadtbe- hördr gerichtetes Schreiben der Handelskammer Gießen, betteffend eine Telephon - Anlage Marburg- Gießen-Frankfurt, zum Abdruck, an deffen Schluß alle Jntereflenten einer derartigen Anlage anfge- sordert wurden, bis zum Montag den 1. Juni eine diesbezügliche Mitteilung an das hiesige Bürger
meisteramt gelangen zu lassen. Bis jetzt hat sich indessen fein einziger dieser Interessenten gemeldet und zwar hauptsächlich au, dem Grunde, weil man elbst annähernd nicht weiß wie hoch sich die jährlichen Beittäge eine, Anschlüsse, für jeden Teil- nehmer belaufen werden.
Marburg, 4. Juni. Der zwölfjährig« Schulknabe Ludwig Riehl von hier, deffen Verschwinden wir in Nr. 120 unseres Blatte, vom 26. Mai meldete», und der daraufhin am vergangenen Samstag wieder hier eingebracht wurde, hat kurz darauf von neuem die elterliche Wohnung verlasse», um sich mittellos umherzutrriben. ES ergeht daher von neuem die Bitte an alle diejenigen, welche über dessen Aufenthalt Mttteilung machen können, sie an- her gelangen zu lassm. Der Knabe ist von kleiner Statur, hat ein schmale, Gesicht und blaue Augen.
Marburg, 4. Juni. Am Dienstag Abend hielt, wie avgekündigt, Herr Geh. Reg. Rat Dr. Münscher in der Versammlung de, Evangelischen Bunde, einen Vortrag über „die Bedrängnis des hessischen Volkes während der Gefangenschaft seiner Landgrafen Philipp des Großmütigen". Mit der dem 36-jährigen Vortragenden eigenen Geistesfrische und für den Zuhörer angenehmen Darstellungsweise schilderte derselbe in etwa i Vsstündiger freier Rede die Bildung deS Schmal« kaldschen Bundes, die Besiegung desselben durch Kaiser Karl V„ die Einführung de, Interims im Hessenlande, sowie die Gefangennahme und Befreiung ßhilipp de, Großmüttgen. Al, die Beschlüsse de» Trienter Konsil» von den Protestanten Deutschlands, namentlich aber von dem Schmalkalder Bunde nicht anerkannt wurden, ließ Kaiser Karl V. die Führer des letztere», den Landgrafen Philipp von Hessen und den Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen vor den Reichstag nach Regensburg laden. Die Geladenen erschienen jedoch nicht, und der Kaiser, der das Gebahren der genannten Fürsten al, Ungehorsam ansah, schloß mit dem Papste Paul III. und dem protestantische» Herzog Moritz von Sachsen einen Bund und ließ dann in der Mitte des Jahres 1546 zum Kriege rüste». Längere Zeit schwankte derselbe hin und her, aber im Herbste desselben Jahres kam die Enscheidung, das Schmalkalder Heer löste sich auf und im folgenden Jahre am 24. April 1847 überwandt der Kaiser auch den Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen in der Schlacht bei Mühlberg und zwang ihn auf sein Land zu verzichten. Als Landgraf Philipp die Sache der Schmalkaldischen verloren sah, neigte auch er sich nach einigem Zögern dem Frieden zu, und nach längeren Verhandlungen kam ein Vertrag zustande, nach welchem Philipp dem Kaiser Abbitte leiste» und sich aus Gnade und Ungnade ergeben srllte. Bon einer Gefangennahme, die der Kaiser zuerst verlangt, nachher aber nicht mehr erwähnt hatte, war in demselben nicht, zu lesen und Philipp ebenso wie seine Vermittler beim Kaiser hielten dieselbe sür ausgeschlossen, umsomehr, da man ihm nach dem in Halle residierenden Kaiser sichere, Geleit zugestanden hatte. Landgraf Philipp zog mit glänzendem Gefolge in Halle ein und am 19. Juli desselben Jahres, an einem Sonntage, fand die Abbitte statt. Der Kaiser saß, umgeben von einem großen Hofstaate, auf seinem Thron, Philipp mit seinem Kanzler Thilemann Günterod knieten vor ihm auf einem Teppich und letzterer verlas die Abbitte, worauf der Bermittler deS Kaiser, die Begnadigung verlas. Nachdem dies geschehen, wartete Philipp auf da, Zeichen des Kaisers zum Ausstehen, als dieses jedoch nicht ASgeben wurde, stand er auf und bot dem Kaiser die Hand zur Versöhnung» die diese aber ablehnte. Man sagte später, Philipp habe beim Aufstehen gelacht, worauf der Kaiser in niederländischer Mundart geäußert habe: „Wart'ich
mit feinen Wächtern über Stock nnb Stein. Er versuchte, sich über die Richtung deS eiugeschlaqenen Wege, zu orientieren, dieselbe aber wurde so oft gewechselt, daß er diesen Versuch bald ausgebeu mußte. Nur so viel erkauute er, daß eS an einem Bergesab- hange entlang ging und daß der Boden voll von Unebenheiten und Löchern war. Wenn er stolperte und fiel, war sehr häufig geschah, bann hoben bte starken Arme seiner Führer ihn im Nn wieber auf, alS wäre er nur ein Kind.
Nach einem Marsche von mehreren ©tauben ging es endlich bergab.
Seiner Berechnung uach mußten ste eine große Strecke gurückgelegt haben. Nirgends aber hatte er einen Laut menschlichen Lebens vernommen woran, er schloß, daß ste sich in einer ganz verlassenen nnb wüsten Gegend befanden.
Wenn ein einsamer, abergläubischer Wanderer die Schar in dem nächtlichen Dunkel hätte vorüber eile« seheu, so würde er dieselbe wohl für uuheim- liche Geister der Unterwelt gehalten haben, die eine arme Seele zum HadeS schleppte», so lautlos nnb schattenhaft waren ihre Bewegungen.
Die Horde mäßigte ihren Sdiritt nnb Geralb glaubte wahr,»nehme», baß man sich jetzt in einem mtt bichtern Unterholz bnrchsetzten »albe befand. Während man hier langsam vorbrang, ertönte plötzlich eta lauter Werdaruf nnb bte Briganten standen wie angewurzelt.
Nach einem Moment atemlosen Schweigens kam ein zweiter Anruf. Mau war augenscheinlich in bte Nähe eines vorgeschobenen Postens der türkischen Truppen geraten. Die Schild wache lauschte auf baS Geräusch, welches ste soeben noch gehört hatte, konnte aber nichts Wetter vernehmen. Der Gefangene sagte sich, daß ein einziger Aufschrei ihm vielleicht Rettung bringen könnte; bte Briganten aber mußten wohl denselben Gedanken gehabt haben, denn eine schwere Hand legte sich auf seinen Mund nnb bte Spitzen mehrerer Dolchklingen machten sich an feinen Rippen
fühlbar. Ein Laut, ein Wort hätte ihm den Tob gebracht; darum schwieg er.
Nach einigen »eiteren Minuten hörte man den türkischen Soldaten murmeln: „ES wird eine Ziege gewesen sein, vielleicht auch ein Schakal ober ein Wolf." Und baS Knacken bet trockenen Zweige ans dem Boden ließ erkennen, daß der Mann stch von dem Otte entfernte.
Die Räuber verharrten noch eine Weile regungslos und bann lenkten sie ihre Schritte vorfichttg wieder rückwärts, wobei ste den Gefangenen wie einen Warenballen mit sich schleppten.
ftanm hatten sie bte uubemalbete Ebene wieber erreicht, als es aufs Nene in schnellem Trabe vor- wärts ging. Dieser eütge Lauf währte beinahe eine Stunde und nur, wenn der Boden gar zu uneben wurde, mäßigte man notgedrungen die Schritte.
Man ließ dem Gefangenen, dessen Laus durch die auf den Rücken gefesselten Hände sehr ettchwert wurde, nicht die Zett, nm Atem zu schöpfen. Unaufhaltsam, unerbittlich ging eS vorwärts. Der Schreck, den bte türkische Schildwache ihnen eiugeflößt hatte, verlieh ihnen eine fast übernatürliche Ausdauer.
So oft Gerald vor Erschöpfung uiederzustukeu drohte, ließen ste ihn über fein Schicksal nicht im Zweifel, denn bei dem geringsten Stocken seiner Schritte stießen sie ihm die Mündung eines Gewehrs zwischen die Schultern.
„Entweder vorwärts*, schrieen sie ihn an, „ober Sie bleiben hier liegen, ben (Beiern nnb Wölfen zum Fräße!'
Es wurde ihm zur schrecklichen Gewißhett, baß man ihn ohne Bedenken ermorden würde, wenn er die Schnelligkeit ihres Laufes auch nur im geringsten beeinträchtigte. Er bot daher seine ganze Willenskraft auf, um Schritt hatten zu können, nnb noch gelang ihm dies, obgleich er bereits wie ein Trunkener ,n taumeln und |u stolpern begann.
(Fortsetzung felgt)
werde Dich lachen lernen!' Jedoch ist dieser Vorgang keineswegs verbürgt, obgleich er die wahre Denkweise des 1 kaisers und Philipps wohl am richtigsten wiederspiegelt. Am Abend desselben Tages lud der Herzog Alba den Landgrafen zu einem Gelage ei» und erkätte ihn am Schlüsse desselben für einen Gefangenen. Auf wiederholtes Zureden feiner Vermittler, daß es ich hierbei nur um einen bald zu lösenden Jrttum sandeln könne und sür ben Augenblick nichts auSzu richten sei, ließ sich Philipp beruhigen; jedoch alle Vorstellungen beim Kaiser fruchteten nichts, selbst die treulich bei ihm ausharrenden Vermittler mußten infolge kaiserlichen Befehls von seiner Seite weichen und Philipp blieb Gefangener. Diese den brider- eitigen Gelöbnissen nicht entsprechende Handlungsweise deS Kaisers erregte den Unwillen der gesamten protestantischen Welt, und konnte man ihm einen Betrug durch Fälschung der Urkunde, wie es Anfangs hieß, auch nicht uachweise», so war man doch darin einig, daß er sich einer echt spanischen Hinterlist be dient hatte, um Philipp in seine Gewalt zu bekomme». Von Halle zog der Kaiser nach Aug-burg um dir Verhandlungen des dortigen Reichtages zu leiten. Auf diesem wurde u. a. beschlossen, die Stadt Magdeburg, welche sich allein und fortdauernd noch der Unterwerfung widersetzte in Acht zu erklären und zur vorläufigen Beilegung des kirchlichen Streite» eine sowohl für die Katholiken als auch sür die Protestanten geltenden Glauben-vorschttft ausftellen zu lassen. Letztere, unter dem Namen „Augsburger Interim" bekannt, fand aber weder den Beifall des protestantische» noch de- katholischen Volkes und wurde namentlich von Magdeburg au- mit Hohn und Spott überhäuft, wobei auch dix heute noch geläufige Redensart: „Interim, Interim, hat den Schalk hinter ihm!" entstand. Landgraf Philipp wurde mittlerweile nach den Niederlanden gebracht und dort in harter Gefangenschaft gehalten. Die Kraft deS jugendfti'chen thatenlustigen Fürsten wurde dadurch gebrochen und da ihm ferne Wächter anrieten, sich dem Kaiser willfährig zu zeigen wenn er die Freiheit wieder erlangen wolle, so ließ er sich herbei das Interim anzuerkennen und dasselbe seine» Untetthan^ anznempseblen. I» Hessen regierte unterdessen der älteste 15 jährige Sohn des Landgrafen Wilhelm, und das Land, welches ohnehin an den Lasten des Krieges noch schwer zu tragen hatte, wurde auch außerdem von dem Basallenfürsten Reinhard von SolmS-Lich und vielen anderen Feinden hart bedrängt. Um die Mitte des Jahres 1548 gelangte der kaiserliche Be fehl zur sofortigen Einführung deS Jntettrn- nach Hessen. Die Regierung suchte die AuSsührung diese- Befehls hinzuhalten und berief eine au- Geistlichen und Vertretern der Ritterschaft bestehende Konferenz, welche sich sjedoch einhellig und im Einverständnisse mit dem Volke gegen die Einführung erklärte. Eine zweite Konferenz hatte denselben Erfolg. Einzelne Geistliche, welche die Einführung dennoch wagten, wurden vom Volke daran verhind-rt. Die Regierung begnügte sich dann damit, den kaiserlichen Befehl im Lande bekannt zu machen, allein kein Mensch befolgte denselben, aber auch niemand erhob Einspruch dagegen. Dieser Zustand der Ruhe währte die Jahre 1548—50 hindurch, zum großen Leidwesen Philipps, welcher unter allen Umständen befreit sein wollte und dessen Mut, alS auch ein zu feiner Flucht unternommener Anschlag vereitelt wurde, voll ständig verloren ging. Gerade um diese Zeit aber bereitete sich ein Umschwung der Dinge vor. Der rücksichtslos unternommene Versuch des Kaiser- das spanische Regiment auch in Deutschland emzusühren, die Kaiserwahl abzuschaffen und eine Universalmonarchie zu gründen, erregte nicht nur den Unwillen der protestantischen sondern auch der katholischen Reich-stände. Herzog Moritz von Sachsen, der frühere Verbündete und Freund deS Kaisers, welcher noch immer die Stadt Magdeburg belagerte, hielt damit ben Augenblick zu einem kühnen Schlage gegen den Kaiser für gekommen. Er verband sich zunächst mit der Stadt Magdeburg, sodann mit dem Prinzen Wilhelm von Hessen, welcher vor Begierde brannte seinen Vater zu retten, und mit dem Könige von Frankreich. Am 6. Oktober 1551 wurde in Friedewald ein förmlicher Bund geschlossen, die hessischen Land- stände billigten da- Vorgehen Wilhelms und im März des folgenden Jahre- sammelten sich die hessischen Truppen bei Kirchhain um in- Feld zu ziehen. Im März wurde die Ehrenberger Klause an der Nordgrenze Tirols erstürmt und damit der Paß nach Tirol, wo der Kaiser in Innsbruck weilte, freigemacht. Letzterer floh über die Berge und bequemte sich dann im Juli desselben Jahres zur Unterzeichnung deS bekannten Passauer Frieden-, eines Denk mals der Versöhnung zwischen Katholiken und Protestanten. Aufgrund der Bestimmungen desselben erhielt auch Landgraf Phllipp seine Freiheit wieder und da- Hessenland verschiedene Erleichterungen. Am 10. Okcober traf Philipp vor be» Thoren Marburgs ein, wo er von einer Anzahl von Räten und seinen Söhnen empfangen wurde. Aber wie erschraken alle. Anstalt kräftig und kühn wie er an-gezogen, kehrte Philipp völlig gebrochen als ein Greis mit weißen Haaren und erschlafften Zügen aus der Gefangenschaft zurück und wurde nunmehr zur ftterlichen Begrüßung auf da« Schttß geführt. Zwei Tage später am 12. Oktober hielt er seinen Einzug in Cassel. Sein erster Gang fühtte ihn dort in die MartinSkirche, an da- Grab seiner edelmütige» Gemahlta Christine, an dem er während der Predigt auf den Steten
verharrte. Im ganzen Lande wurde ein Daq, gotteSdienst veranstaltet. Die Feinde waren bet» schwanden, das Interim verscheucht und Ruhe wch Frieden in da- Land zurückgekehrt. Redner schloß sodann feine Ausführungen mit einem Appell an btt Versammlung, Gott zu danken für den dem evang,, lischen Glauben glücklichen Ausgang dieser Wirr,, und mit Luthers Worten: „Da- Wort sie solle, lassen stahn!" allzeit treu zu bleiben der Sache de» Evangelischen Bundes.
Marburg, 4. Juni. Dem Verlangen, erteilte Quittungen zur Aufklärung von Mißverständniffe, einznsenden, ist nach einer Mitteilung des .Manufaktur ist" Niemand nachzukommen verpflichtet, ba von jedem Kaufmann verlangt werden kann, daß ({ feine Bücher ordnungsmäßig führe und empfangene Zahlungen buche. Veranlassung zu diesem richtet, lichen Entscheid gab ein Fall, in welchem ein Kauf, mann am Schluffe des Jahre« eine bereit- ein halbe» Jahr vorher bezahlte Forderung nochmal» einforderte worauf der Kunde von dem Besitz der Quittung zwar Mitteilung machte, sich aber weigerte, bte Quittung einzusenden. Der Kaufmann erhob Klage mußte aber im Termin die Quittung als von ihi, berrührend anerkennen und zog deshalb die Klage zurück, beantragte jedoch, dem Beklagten die Koste, des Verfahrens aufzuerlegen, die durch die verweigerte Vorlegung der Quittung entstanden seien. Da» Gericht legte aus dem oben angesühtten Grunde die Kosten dem Kläger auf, da djj durch ordnungs. widrige Führung der Bücher entstandenen Folge, Derjenige zu tragen habe, welcher sie verschuldet habe.
Marburg, 4. Juni. Der sogenannte Kramps im Wasser, lieber den sogenannten Krampf tut Wasser, welchem alljährlich viele Personen, auch gute Schwimmer, zum Opfer falle», hat der amerikanische Arzt Dr. Roche interessante Untersuchungen ange- tellt. Nach denselben ist bei solchen Unglücksfälle, niemals Krampf im Spiel, wie auch die vo, ihm untersuchten Leichen plötzlich untergegangenei Schwimmer keinerlei Merkmale des Krampfes aus- weisen. Da- schnelle Nachlassen der Muskelkraft soll vielmehr dadurch erzeugt werden, daß Schaum ober Wasserstaub mit Einatmung in ben Schlundkopf (Pharynx) gelangt unb von den Luftwegen eingesogen wird ober, wie es beim Publikum heißt, in die „falsche Kehle" gerät, wodurch eine augenblickliche Stockung sämtlicher Atmungsorgane statifindet. Kommt da» Wasser beim Beginn einer Einatmung in die Luftröhre (Trachea), wenn die Lungen ganz luftleer sind, so finkt der Körper sofort. Geschieht die» während des Atemholens, so wird der Kamps etwas verlängert. Bemerkt man daher, daß jemand beim Baden ungewöhnliche Bewegungen mit den Armen macht, so muß sofort Hilfe geleistet werden, weil der Betreffende unter den beschriebenen Umständen keinen Hilferuf äußern kann.
Marburg, 4. Juni. Eine allgemeine Einführung von automatischen Apparaten, die an den öffentlichen Briefkästen angebracht werden sollen, plant die kaiserliche Postverwaltung. Dieselben sollen einem Jeden Gelegenheit geben, sich durch Hineinwerfen eines „Nickels" in eine dazu bestimmte Oeffnung eine Briefmarke auf diesem kürzesten Wege zu beschaffen. Derartige Automaten sollen nicht nur in Berlin,
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Schuhmacher Friedrich Weber in der Nähe de- ®®en-
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# Schweinsberg, 2. Juni. Heute hatte» wir
In bet Nacht vom Sonntag zum Montag erfäufte sich in einem Ansalle von Geistesstörung der hiesige Mchen {
Stadt begrüß n zu können. Der hohe Herr war bei dem Königlichen Landrate Freiherr Schenck zu Schwein-kerg zum Diner geladen und nahm Veranlassung die städtischen Behörden, welche sich unter dem Vorsitz de- Bürgermeisters auf dem Rathause versammelt hatten, persön ich kennen zu lern«. Sodann nahm derselbe unsere im Spitzbogenstyl erbaute Kirche in Augenschein. Möchte» Se. Exellenz die besten Eindrücke gewonnen haben.
d dahiei Lchweii e
*)
Biidei hnerspr eie etc h täglic
Cassel, 2. Juni. Wie wir zuverlässig erfahren, ist das Programm sür unsere bevorstehenden Kaiserfesttage nunmehr festgestellt. Se. Majestät bet Kaiser wird am Freitag den 11. September b. I, abend- gegen 8 Uhr, mit der Main - Weserbahn, au» Bayern kommend, mittelst Sonderzug- hier eintreffen, woselbst Allerhöchstderselbe von den Spitzen der Militär- und Zivilbehörden seierlichst empfangen wird. Alsbald nach seiner Ankunft begiebt sich bet Kaiser nach dem Orangetteschloß in der Aue, wo Allerhöchstderselbe an einem ihm von ben Landstär den veranstalteten unb huldreichst entgegengenommenen Festessen Teil nehmen wird. Nach Beendigung des Festmahles wird Se. Majestät ine Residenz nach Schloß WilhelmShöhe verlegen. 3* Sonnabend Vormittag 10 Uhr findet die große
Lil »Berg: wäthig Tromm harze etz tterei 1 Wie, Pnroll. » Naö konv. K> W BL A gb. Har
s
Verlauf e
Swßer 'kmpfiel
Parade der drei gesamten Divisionen de» 11. Armee- korp» auf dem Terraw zwischen Niederzwehren und der neuen Mühle statt, woselbst sowohl die sämt-
eine geräumige Tribüne für zahlreiche Zuschauer aufgebaut werden soll. Nach Beendigung der Pcucad«' die ein militärisches Schauspiel an Glanz und Umfang bieten wird, wie es sonst wohl nur der Residenzstadt Berlin geboten werden kann, find« ein groß» Galadiner im RefiderrzpalaiS am Friedrichs'
«Hau re
l'chen ben Verbänden angehörigen Kriegervereine —5
parodemäßig Aufstellung finden werden, wie auch ,