MWsch Reifung
Wöchenüiche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Ä 184.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-Abounements-Preir bei der Expedition 2*/» Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. sexkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Sonnabend, 30. Mai 1891.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatter, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler s» Frankfurt a.M., Cassel, Magdeburg u.Wien; Rudolf Mofse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVI Jahrgang.
8ür den Monat Juni werden Bestellungen auf die „Oberstem sche Zeitttng^ nebst deren Gratisbeilagen Amtliches Lreis- blßtt und Illuftriertes Sovntagsblatt zum Preise von 60 Pfg. bei freier Lieferung ins Haus angenommen.
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Die Exped. d. „Oberh. Ztg."
Das landwirtschaftliche Programm der Reich sregiernng.
Zum erstevmale hat sich ein hoher Beamter der XeichSregierung, Herr von Bötticher, der Stellvertreter de» Reichtkanzler», deutlich über das land- wntschaftliche Programm deS gegenwärtigen ReichS- regimente» ausgesprochen. Bei der Bedeutung, welche diese Worte haben, lassen wir die betreffende Rede in ausführlicherer Wiedergabe folgen: .Es fft deS Kaisers Wille, sein ernster Wille, die öffent liche Wohlfahrt mit allen Kräften zu fördern, und glauben Sie nur, meine Herren, die Sorgen find bei Weitem nickt so begründet, wie man im Lande des Oefteren hört. Der politische Horizont ist klar und rein, laffen Sie sich nicht durch französische oder russische Urbertreibungen beunruhigen. Meines Erachtens ist nirgends ein vernünftiger Grund zu finden, um mit uns anzufangen, und wir werden niemals anfangen! Auch die Landwirtschaft trägt sich augenblicklich mit Sorgen. Wenn auch die wirtschaftliche Lage unseres Vaterlandes eine schwierige ist, wen» so manche Absatzquelle nach stemdrn Staatsgebieten verstopft wird, so wird keineswegs die Landwirtschaft bei der Lösung der bestehenden Fragen die Zeche bezahlen. ES ist die Aufgabe der Regierung, neue Quellen, die einen lohnenden Absatz gewähren, zu eröffne». Meine Herren, wir befinden uns seit geraumer Zeit auf diesem Wege. Wenn auch die neuen Handelsverträge das Maß deS Schutzes, welches die Landwirtschaft bisher genoffen hat, nicht aufrecht erhalten können, so ist man doch »och lange nicht berechtigt zu der Annahme, daß die Landwirtschaft geschädigt werde. Der Schutz der Landwirtschaft, deffe» sie bedarf, soll derselben
(Nachdruck verboten.)
Spilles Sluck.
Roman von Friedrich Meister.
(Fortsetzung.)
.Und dabei ist bte|t8 Stückchen Erbsünde ganz entschieden hübsch', sagte Gerald zu sich selber, daS Mädchen vo« Kopf bis pl den Füßen musternd. .Diese SowpagutegeschSste vo« HalSabfchuetderei, Raubmord und Meufcheuräuberei einerseits and Schönheit, Jugend nud weiblicher Grazie andererseits scheinen hier einen neuen ErwerbSzweig für das schwächere Geschlecht zv bilden; FührungSzeugnifse »ad dergleichen werden nicht verlangt, einträgliche Beschäftigung and angenehme Stellnug dagegen zu- Pstchert.'
Seine Anfmerksamkell wendete sich jetzt wieder dem Zwerg« zu, der bei seiner Bemühuug, da» Huhu r» röste», so dicht vor dem Feuer hockte, daß die Hitze fein Gesicht duvkelrot färbte und ihn zwang, jeden Augenblick die Häude zu wechsel», vo» deaeu er ab und z» da» an dem kurzen hölzernen Spieß herabgelause»« Fett ableckte.
Gika riß de« Zwerg das Hahn aus der Haud, stieß ih« zur Sette, als wäre er et» Hu»d, »ad über» »ahm eigenhändig die Berettuug des Bratens, wihreud Demos sich gruvzesd nud mit ueidtscheu Blicken ans seiueu Herr» zurückzog, dabet aber uoch immer mit tierischer Gier daS Fett von seinen Finger» leckend.
«Die Sreatnr erinnert eine» a» die Unholde in de» Märchen von .Tanfeud a»d eine Nacht", dachte Berald, oder an vte Fetische der WUden, die man Mvrtte» in den Maseea steht.'
, .Da» Hnh« ist gar", sagte der Brigant, „vnlga, rate« Teller!"
Und mit tiefer Verbeugung bat er seine« Gefangenen, am Tische Platz zu nehme».
Gerald ließ sich die» nicht zweimal sage».
unentwegt erhalten bleiben, r» werden alle Kräfte angespannt werden, um derselben eine weitere gedeihliche Entwicklung zu sichern, denn die Interessen der im Dienste der LantWirtschaft beschäftigten Personen bedeuten gleichzeitig die Existenz deS Staates. Manches Opfer werden die Landwirte zwar bringen müsse», aber diese Opfer werden da» Maß deS Nichterträglichen nicht überschreiten, und gerade deshalb wünsche ick, in dieser Sache Beruhigung in die landwirtschaftlichen Kreise tragen zu können. Bei allem Fleiß muß indessen der Segen von oben kommen, und so wünsche ich von ganzem Herzen, daß die Aussichten auf die diesjährige Ernte sich im Lande 'stetig bessern mögt.*
So der Minister. Seine Aeußerungen besagen ganz unzweideutig, daß im neuen Handelsverträge mit Oesterreich-Ungarn der deutsche Getreidezoll herabgesetzt werde» soll. Der Minister sagt weiter, der Landwirtschaft würden sicher Opfer auferlegt werden im Interesse de» Ganze», aber diese Opfer würden durchaus keine unerträglichen fein; der Redner wünscht hierdurch zur Beruhigung der Landwirtschaft brizuttagen und die Beunruhigung zu beseitigen, die sich einzelner Kreise bemächttgt hat. Nun kann man ja darüber verschiedener Ansicht fein, wa- Opfer bedeuten. Ein Mann mit einem Vermögen von hunderttausend Thaler» wird sich schließlich darüber hinwegsetzen, wenn er einmal tausend Thaler verliert, ein Mann mit fünftausend Thalern Vermögen wird hingegen die Dinge mit ganz anderen Augen anlehen. So auch hier. Aber man muß sich an die Thatsache» halten, und diese zeigen, daß im heutigen Reichstage eine gewisse Herabsetzung der Getteidezölle wohl zu erlangen ist, wenn dafür vorteilhafte Gegenleistungen geboten werden, sie zeigen aber auch, daß eine Mehrheit für eine radikale Beseitigung der Kornzölle nicht vorhanden ist. Und wer weiß denn, was tm neuen Handelsverträge steht? Wenn die Hauptsache in demselben eine Ermäßigung der deutschen Getteide- zölle und der österreichischen Eisenzölle wäre, dann könnte man ja recht gut die Bestimmungen des Verttage« bekannt geben. Welchen Zweck sollte denn dann noch die Geheimnißkrämerei haben? Man machte dadurch sich doch nur lächerlich. Da indessen so sorgfältig geschwiegen wird, muß unbedingt in dem Verttage noch etwas ganz Besonderes enthalte» sei», was auf Freund, wie Feind des VerttageS einen tiefen Eindruck machen, vielleicht manchen Gegner zum Verstummen bringen wird. Bekanntlich macht
Gika ergriff die eine Hälfte des Huhnes, nm dieselbe, noch am Spieße, der hier al» Gabel diente, auf Gerald» Teller zu legen. DaS fettige Holz aber entschlüpfte seinen Fingern und das Huh» fiel auf den Fußboden.
Mit dem Epinuge einer Katze kam Demos herbei, ergriff den Leckerbissen, blieS den Sand davon ab, wischte ihn gegen feinen schmierigen Aermel, strich mit den Tatze» drüber hi» und bot ih» bann zögernd dem jungen Manne wieder an.
„Nicht doch, ich dank« dir", sagte dieser, sich vor Widerwillen schüttelnd; „behatt'S nur al» Dank für deine Mühe."
Noch ehe er anSgeredet hatte, war das Huhu berettS in dem weiten Rachen deS Kobolds verschwunden.
„Da haben Sie einen praktischen Beweis für die Richtigkeit der Theorie von bet anSgleichenben Stoff. Verschiebung", btmettte der Brigantenchef. „WaS Sie verloren, hat er gewonnen. ES giebt also keinen absoluten Verlust in der Wett."
»Für den dort sicher nicht*', entgegnete Gerald. Wen» ich mir die Frage erlauben darf: Haben Sie Philosophie studiert, Herr Sapttäu?"
Der Räuber nickte, indem er zugleich eine« Bissen von seinem Huhn in den Mund steckte.
„Darf mau auch erfahren, auf welcher Universität Sie sich zu Ihrem gegenwärtigen distinguierte» Beruf vorberettet haben?" fragte der Gefangene. '
Eine leichte Röte stieg in GikaS Wange».
„Ich habe drei Jahre lang die Universität zu Athen besucht", entgegnete er.
Geralds Gesicht mochte einige Ungläubigkett ans- drücke», de»» die junge Bäueri» sah sich zu einer eifrigen Bestätigung dieser Angabe ihre» Geliebten veranlaßt.
„Da, ist wahr, Mylord", sagte sie, „Sie könnend glaube»! Gika ist auf der hohe» Schule tu Athen gewesen, wo alle unsere großen und reichen Leute
man sich nur zu häufig Sorge» um Dinge, die später gar keine Sorgen verdienen.
Der österreichisch, ungarische Handelsvertrag wird weder in Deutschland alles auf den Kopf stellen, noch wird er dem Reiche eine neue Milliarden-Aera bringen. Er will zwischen Gegensätze» zu vermitteln suchen, das ist seine Hauptaufgabe, und ob ihm dies gelingt, das zu prüfen, ist die Sache des deutschen Parlamentes.
Die Landwirtschaft kann nicht in Produkten gewissermaßen spekulieren, wie manche Industrielle, fie kann nichts Neues und Sensationelle» mit einem Schlage hervorbringen, sie kann nur geben, was dem Boden mit harter Arbeit abgerungen wttd. Damit ist die Landwirtschaft auch auf einen reellen Preisstand für ihre Erzeugnisse mehr angewiesen, als jeder andere Gewerbestand, wenn sie überhaupt existenzfähig bleiben soll. Auf zwei verschiedene Orten kann nun dieser Preisstand erzielt werden. Hohe Preise geben selbstverständlich den entsprechenden und notwendigen Verdienst für die Erhaltung deS BettiebeS, aber auch bei niedrigeren Preisen kann diese Erhaltung als gesichert angesehen werden, wenn eben die Selbstkosten verringert werden. Der Betrieb der Landwirtschaft ist hart belastet, Grund und Boden haben mehr zu zahlen, als fie bei richtiger Berechnung der Verhältnisse zahlen müßten. Er ist auch schon mit Reformen zu diesem Ziele begonnen, nur müssen fie in feste Bahnen geleitet werden. Alles daS wird und muß sich später finde», wenn die neuen Handelsverttäge mit Oesterreich-Ungarn und anderen Staaten dem Parlament vorgelegt werden. Dir Reichsregierung hat erklärt, sie werde keinen in Wahrheit berechtigten Interessen vor den Kopf stoße» und das kann für heute genügen.
Dmtfckes Deich.
Berlin, 28. Mat. Kaiser Wilhelm ist aus den Jagdreviere» deS Grafen Dohna in Ostpreußen nach Berlin zurückgereist. Die Ankunft dort erfolgte Donnerstag Abend. Freitag findet große Parade über die Berliner Garnison statt, am Sonnabend wird die Parade in Potsdam abgehalten werde». — Die gegenwärtige bedenkliche Lebensmittelverteuerung hat vorgestern im Abgeordnetenhaufe z» einer sehr bewegten Verhandlung über die Getteidezölle geführt. Man gewinnt allgemein aus dieser Verhandlung de» Eindruck, als ob wir vor einer zeitweiligen Herabsetzung der G e- t r e i d e z o l l e stehen, und er wird eine solche
ihre Söhne studieren lassen, darntt fie gelehrt werden und zu Ansehen kommen können."
„Da aber dieses Studium frei ist, weil der griechische Staat alle Kosten trügt, so geraten unsere «roßen und reichen Leute durch ihren patriotischen Eifer in keinerlei Unkosten", bemerkte der Brigant mtt sarkastischem Lächeln.
„Mein Gika war ursprünglich vom Himmel und auch von seiner Familie zum Priester bestimmt, Mylord", fuhr Bnlga nicht ohne Stolz fort.
„Der Teufel und schlechte Gesellschaft entschieden die Sache jedoch dahin, daß ich Brigant werden sollte", warf der Kapttän ein. „Ich trank, ich spielte und verlor natürlich. Um eine sogenannte Ehrenschuld zu bezahlen ..." Er zögerte einen Moment, dann aber schloß er: „Nun, da borgte ich das silberne Tafelgeschirr deS Rektors, und auf diese Art . . ."
Der Rest deS Satzes ging i» dem Kruge verloren, de» er an den Mnud führte.
,Zch kau» mir de» Schluß denken", sagte Gerald. „Sie vergaßen das Wiedergeben."
„Ganz recht. Ich wollte übrigens nur feststelle», ob das Geschirr nicht etwa Alfenide sei, was dem Herr» Rektor wohl zaznttaue» war. Als Student der GotteSgelahrthrtt hat man die weitest gehende Berechtigung, nach der Wahrheit zu forsche», das werden Sie mir zngebe» müssen, Herr Baron."
„Haha!" lachte Gerald. „Und da erstreckttn Sie Ihre Forschungen sogar btt ans anderer Leute silberne Löffel!"
Dttse Behandlung der Frage aber schien der hübsche» Belga nicht recht in de» Kopf zu wollen.
„Sobald mein Gika Geld genug erworben hat", rief fie ein wenig ungeduldig, „daun geht er wieder nach Athen, bezahll das dumme Silbergeschirr »nd läßt fich die Priesterweihen geben!"
Gerald schaute da» Mädchen an, »m z» sehe», »6 diese die Sache ebenso scherzhaft nah«, wie der
denn auch fchon als unmittelbar bevorstehend angekündigt. Der Beschluß soll nach der „Nat.-Ztg." gleich nach Rückkehr des Kaisers, vermutlich am Sonntag, gefaßt werden, so daß dem Bundesrat alsbald der entsprechende Antrag der preußischen Regierung zugehen und demnächst der Reichstag auf einige Tage berufen werden würde. Vermutlich wird vorgefchlagen werden, den Getteidezoll zeitweilig von 50 auf 25 Mk. pro Tonne herabzufetzeu, waS ungefähr der in Frankreich soeben beschlossenen Ermäßigung deS Weizenzolls auf 30 Franken oder 24 Mk. entsprechen würde. Der Endtermin der zeitweiligen Ermäßigung wäre daS Inkrafttreten deS Handelsvertrags mit Oesterreich, worin bekanntlich eine definitive Herabminderung der Getreidezölle erfolgen soll, also wahrscheinlich der 1. Februar 1892. AuS einer kurzen Erklärung deS Herrn von Huene war zu ersehen, daß da- Zentrum weder der definitiven Ermäßigung der Getreidezölle durch den HandelSverttag, noch einer provisorischen durch ein Notgesetz widerspreche» würde. Da die Nationalliberalen ebenso tote die Deutschfreisinnigen (die Sozialdemokraten selbstverständlich ebenfalls) die Maßregel billige» werden, fo könnten höchstens die Konservativen im Reichstag ihr widersprechen. — Als künftiger preußischer Eifenbahnminister wird jetzt auch Generalleutnant Golz, Generalinspekteur der JngenieurkorpS, genannt. Golz ist ein ausgezeichneter Ingenieur, für Eisenbahnbauten also Fachmann. Trotz alledem ist aber die Berufung deS Präsidenten Thielen in Hannover zum neuen Minister doch da- Wahrscheinlichste. — Im preußischen Abgeordnetenhaufe berieten am Donnerstag die Parteien über die Beschlüsse deS Herrenhauses zur Landgemeindeordnung. Die Neigung, von den früher gefaßten Beschlüsse» deS Abgeordnetenhäuser abzugehe», war nicht sonderlich groß. — Exzellenz von Stephan ist nach Konstantinopel gereist. — Der freikonservative Abgeordnete Freiherr von Zedlitz - Neukirch erklärt in dem „Deutsch. Wocheribl.', daß die Annahme deS deutsch-österreichischen Handelsvertrages im Reichstag völlig gesichert sei, auch wenn beide konservative Frattionen sich geschlossen ablehnend verhalttn, und ermahnt daher die Rechte dringend, unter Wahrung ihres grundsätzlichen Standpunktes für den Vertrag zu stimmen. — Für die in diesem Jahre stattfindende taktische UebungSreise von Generalen und Stabsoffizieren der Kavallerie und reitenden Artillerie find folgende Bestimmungen gettoffen worden: 1. die Divifions- und Brigadeführer, Regiments-Komman-
Kapitän und er selber; er gewahrte jedoch, daß derselben sehr ernst zu GernÜte war.
»Die gegenwärtige Beschäftigung deS Monsieur Gika ist allerdings eine würdige Vorbereitung für feinen späteren heiligen Stand', entgegnete er trocken. —
Das Frühstück war beendet; Gerald hatte nnr ein paar Eier zu sich genommen. DaS Mädchen barg die Reste des Mahle» nebst dem Geschirr in dem Wandschrank und warf dabei den gierig lauernden 3 oerg einen Brocken zu.
„Hinaus, du Schuft!' herrschte jetzt der Brigant die Mißgestalt an. „Hinaus, lauf den Berg hinunter und sorge dafür, daß die Schildwachen nicht einschlafen!'
Demos eilte davon, fo schnell feine krummen Seine ihn tragen wollte».
,3m vergangenen Winter', wendete Gtka fich nunmehr an seine Freundin, „ließ ich in deinem Haufe Papier, Tinte und Federn zurück. Geh und hole mir'».'
Bnlga schob ihren Kopfputz zurecht, machte dem .Mylord' einen Snix und entfernte sich gehorsam.
«Sie sehen, Herr Baron', nahm der Räuber in jovialem Tone daS Wort, .unser Leben ist zwar ein rnnheS, hat aber trotzdem seine Romantik und seine Annehmlichkeiten. Wir schlafen, wir spielen, wir arbetten oder wir rauben, wie die Laune uns gerade anlommt*
Und mit selbstgefälligem Lachen zog er sein Tabatt- täschchen hervor und drehte fich einige Ziganetteu.
.Darf ich bitten?' fegte er, feinem Gefangenen eine derselben onbietenb.
Gerald nahm die Zigarrette und setzte fie an der deS Banditen in Brand.
.Da» Leben eine» solchen Seächttten, wie Sie find — verzeihen Sie diesen Ausdruck, der hier doch zutreffend ist — mag,«wellen ein recht lustiges fein', sagte er, aber ich fürchte, daß es nicht all,« lang ist.'
.Zugegeben. Aber in der Gefahr liegt auch ein Reiz.' .Welchen Reiz könnte ein ehrloser Tod fftr Sie