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Wo fitze« ««« die Spione?
Bor etwa fünf Jahren wurde in Frankreich auf das Betreiben des damaligen KriegsministerS Bou- langer und einer starken deutschfeindlichen Klique, die in jedem Pariser Kellner einen deutschen Spion, in jedem Dienstmädchen eine deutsche Spionin er-
daß man zugestehen muß: in Deutschland ist so etwas unmöglich. Man höre nur: @in Offizier, namens Triponnet, ermittelt die Zusammensetzung des Melinits, von welchem er weiß, daß der Sprengstoff StaatSmaterial und demgemäß geheimzuhalten ist, und verkauft diese Zusammenstellung und ihr Geheimnis an eine britische Waffenfirma. Er macht allerdings Ausreden und sagt, er habe nicht alles verkauft, aber rin Spitzbube bleibt ein Spitzbube, auch wenn er von hunderttausend Thalern, die er erreichen kann, zehntausend zurückläßt. Damit aber noch nicht genug, setzt sich der Erfinder des Melinits, Turbin, hin, schreibt eine Brochüre, teilt mit, wie er zu der Entdeckung gekommen, und häuft Anklagen auf Anklagen gegen Triponnet. Dazu hatte der vom Teufel der Eitelkeit geplagte Turbin nicht daS mindeste Recht, denn er halte das Geheimnis des Melinits dem Staate gegen gutes Geld verkauft, allo kein Recht mehr, darüber zu verfügen. Das Auftreten war aber auch dumm und kopflos, denn jetzt ist die Angelegenheit an die große Glocke geschlagen und macht erst recht von sich reden, waS man gerade nach Kräften hätte verhüten sollen. Mag der Schaden der ganzen Handlungsweise praktisch nicht erheblich sein, unbestreitbar ist die Blamage da. Was würde geschehen sein, wenn Deutsche in Frankreich dies Stück vollsührt hätten? Die Pariser hätten sich mindestens zweimal auf den Kopf gestellt, und Feuer und Schwefel auf die Köpfe der deutschen Spione herobgewünscht. Nun sind sie selber diejenigen, — welche!
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§ür den Monat Juni werden Bestellungen auf die „Oberhesfische Zeitung" nebst deren Gratisbeilagen Amtliches Lreis- ßlatt und Illustriertes Sountagsblatt zum Preise von 60 Pfg. bei freier Lieferunc ins Haus angenommen.
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Die Exped. d. „Oberh. Ztg."
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Marburg,
Freitag, 29. Mai 1891
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt -uM., Toffel, Magdeburg u.Wien; Rudolf XXVI Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; A. L. AA,1‘ Daube u. Eo-iu Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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(Nachdruck verboten.)
Spates Gluck.
Roman von Friedrich Meister.
(Fortsetzung.)
IV.
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35,6 *8 Morgens.
We^ önb doch brachte der Morgeu zunächst nichts als
zesetz, das Unglaubliches bietet, wenn der Angeschuldigte ein Deutscher und der Richter ein eifriger —.1 '.Patriot" ist. Um ein halb Jahr ins Gefängnis zu kommen, genügt es, einen Exerzierplatz zu be- bWtketen oder sich ein Geschütz auf zehn Schritt Ent- J ffmmng zu betrachten. Die Franzosen haben 6e= <* kanntlich häufig ganz harmlose deutsche Touristen, k "eiche sich an schönen Gegenden erfreuten, festge- 2- rammen, Arbeiter und technische Beamte als Spione —. berfolgt, nur darum, weil sie Deutsche waren. Aber
ergriffen hatten, während im deutschen Reichslande Elsaß-Lothringen wiederholt französische Kundschafter 5.» abgesaßt wurden, von denen man an der Seine
—tot Entdeckung, die für feine habgierigen Wächter rt wev «ut unerwartete Enttäuschung sein mußte, ihm aber sofort «ißhaudluug und Tod bedeuten konnte.
[33 Die innere Unruhe überwand endlich seine über, ttfet C ■ Prüde Klugheit, und seine erregten Nerven drängten
2" i« Herbeiführung der Krisis, die sonst vielleicht *°w hiuausznschtebeu, aber nimmermehr abzuweudeu _ Evesen wäre.
, 818 die Nebelwaffeu, welche die vergspitzen um. Werten, vor den Sonnenstrahlen gewichen waren, «mochte er das Innere des Ränberschlupfwinkels Mitch« zu Überblicken.
.Die Hütte stand anf einem hochgelegenen Ort, t®8 erkannte er an der allenthalben gleichmäßig durch .te Epalteu hereiufallende» Helligkeit; ob dieselbe um“ ursprünglich die Wohnung eines Ziegeuhtrten, ” Schafstall oder eine Wtuttrzr flucht für Rinder xvesen war, darüber gab ihre Gestatt und'Banart M keinerlei Aufklärung.
..Da« hereinbrecheude Tageslicht zerstreMe jedoch seine» Zweifel. DaS Gebäude war augenscheinlich
** seinem Srbaner zur Unterbriuguug vou Vieh
bevorstehende Herabsetzung der Getteidezölle auf Mark 3,50 für unglaublich; er hält selbst eine Herabminderung auf 4 Mark für schwer erklärbar ohne einen Systemwechsel der leitenden Kreise, und unerträglich für die ärmeren östlichen Provinzen. Der Ausschuß der Bereinigung beschloß die schleunige Bildung eines agrarischen Komitees in allen Reichstagswahlkreisen, die Abhaltung von Versammlungen behufs Stellungnahme zur Ermäßigung der Agrarzölle im Allgemeinen und der Getreidezölle im Speziellen, und eine Berstiindigung der Abgeordneten in den einzelnen Wahlkreisen. — Sei einem Bankett des westpreußischen Provinzial- Tierschauvereins, dem auch der preußische Landwirtschaft- - Minister beiwohnte, bat Herr v. Puttkamer-Plauth den Minister, seinen großen Einfluß im Rate der Krone zugunsten der Landwirtschaft einzusetzen, derselben ein rettender Engel, als welchen er ihn begrüße, zu sein. Minister v. Heyden dantte dem Vorredner sür die Begrüßung und betonte, daß auch die Staats- regierung von der großen Wichtigkett des landwirt- schaftlichen Produktionszweiges voll durchdrungen sei und denselben mit allen Kräften zu unterstützen streben werde, derjenige würde aber sehr fehlgehen, welcher glaube, daß durch Maßnahme» der Regierung allen Beschwerden Abhilfe gebracht werden könne. Am weitesten komme man, wenn man auf sich selbst baut, denn „selbst ist der Mann". Er hoffe, daß auch in Westpreußen diesem Grundsatz gehuldigt weide. — Die neueste Ausgabe der .Deutschen Medizinischen Wochenschrift" bringt folgende Mitteilungen: .Wie wir zuverlässig erfahren, ist Robert Koch seit feiner Rückkehr hauptsächlich damit beschäftigt, den in dem Tuberkulin enthaltenen wirksamen Stoff zu isolieren und derart chemisch zu charakterisieren, daß eine Prüfung seiner Beschaffenheit in ähnlicher Weise bet anderen Arzneistoffen ermöglicht wird. Sobald diese Arbeiten zu einem brauchbaren Ergebnisse gelangt find, was schon für die nächsten Monate zu erwarten ist, wird Koch sowohl darüber, wie über die Einzelheiten des Verfahrens zur Herstellung de- Heilmittels eine umfassende Veröffentlichung bewirken, indem alsdann einer solchen Bedenken nicht mehr entgegenstehen." — Die Franzosen unternehmen jetzt auf dem Wege einer Vereinbarung mit dem Kongostaat den Versuch, sich deS ganzen Territoriums in Zentralafrika zwischen dem Kongostaate und Senegambien zu bemächtigen. Dadurch würde auch der Hauptteil des Hinterlandes von Kamerun, auf dem der eigentliche Wert deS Schutzgebietes beruht,
Schmerzes ans und kugelte, sich überschlagend, au» dem Bereich seines Peinigers.
«Ich werde dich lehren, BoShett und Nieder- trächtigkeit zu träumen, Schurke l" «schalt der Haupt- mann. .Auf und rühre dich! Lauf hiuuuter zur Hütte der alten Maiysta und sage der Bulga, daß wir einen ins fischen Baron zu Gaste haben, de« eS nach Frühstück verlangt."
Demos humpette grunzend zur Thür.
»Sie soll Sier und Milch bringt«", fügte der Hanptmauu hinzu, .auch eine Ente oder eiu paar Hühner. Beeile dich, die Morgenluft hat den Herrn Baron hungrig gemacht."
Bei ditseu Worten machte er gegen Gerald eine leichte Verbeugung, deren Eleganz dafür Zeugnis ablegte, daß er dergleichen Höflichkeit nicht tu seiner gegenwärtigen Umgebung gelernt habe.
.Ich werde der Bulga helfen, Gtka", erwiderte der Zwerg. .Die Hühner sollen tot fein, ehe fie die Ziege gemolken hat. Beim HalSumdreheu bin ich gar flink."
Damtt watschelte er schnell davon.
»Ein höchst schätzenswertes MUglied Ihrer Ge» noffenfchast, Hrrr Kapitän", bemerkte Gerald mit ironischem Lächeln.
.Warum uicht?" erwiderte ber Brigant. .Er ist zwar uicht sonderlich schön, aber immerhin verwendbar. Er bekleidet den Poften unseres Fleischers und würde ebeuso gern einem Menschen, wie einem Hammel die Haut abzieheu."
Bitt diese» Worte« ging er hinaus, nm mit der Schildwache zu reden.
Seine Aeußeruug hatte ihre« Eindruck aus den Gefangenen nicht verfehlt, der fich nicht enthalten Ponte, über die mögliche Beziehung der unheimlichen Andeutung auf sich selber nachzngrübel«.
Der Wiedereintrttt des Hauptmanns unterbrach h» jedoch bald in seinen Mutmaßungen.
.Ich will hoffen", sagte derselbe, .daß Ihre Freunde dort unten im Thal im Laufe dieses Tage»
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expedition 2*/t Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (ejfl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
her. Das ganze Gesetz hat also seine Wirkurg verfehlt, mußte sie verfehle», weil eS fich gegen eine* eingebildeten, gar nicht vorhandenen Feind richtete Dafür hat sich aber die intereffante Warnehmung gezeigt, doß in keinem Lande der Erde militärische Geheimnisse fo leicht ausgeplaudert werde», wie in Frankreich, und zwar von den Fravzose» selbst. Daß sranzösische Soldaten Patronen deS neuen LebelgewehreS und die- Gewehr selbst den deutsche» Behörden wiederholt zum Verkauf angeboten habe», ist noch nebensächlich; anders sind aber die Dinge, welche in Pariser Journalen passieren. Es giebt keine Neueinrichtung in der Armee, keine neue Befestigung, keine neue Au-rüstung, über welche nicht alsbald Indiskretionen in das Publikum gelangten und dann in die Zeitungen. Die Militärverwaltung spricht in solchen Fällen hinterher regelmäßig ihr Bedauern auS, das wohl eine Zeitlang Eindrut! macht, aber doch nicht allzulange. Die Sucht, mit einer sensationellen Enthüllung zu glänzen, ist in den Pariser Zeitungen viel größer, als die Fähigkeit, den Mund halten zu können. Und fie plaudern so naiv geheime Dinge aus, als ob fie glaubten, in der ganzen deutschen Heeresleitung verstände auch nicht ein einziger Mensch franzöfisch. Doch auch dies Geschwätz ist daS Schlimmste noch nicht; das Schlimmste find die Indiskretionen von Beamten und Offizieren auS dem Pariser Kriegsministerium und Generalstab. Daß früher von verschiedenen dieser Herren ein schwungvoller Nachrichtenhandel betrieben wurde, ist eine bekannte Thatsache, und es passieren heute noch Dinge, welche zu der bestimmten Annahme berechtigen, daß noch nicht völlig reine Bahn geschaffen ist. Jedenfalls haben also die Franzosen allen Anlaß, ihr Spionagegesetz auf die eigenen schwatzhaften und noch schlimmeren Landeskinder anzuwenden. Die Deutschen hüten fich schon recht sehr, ihnen inS Gehege zu kommen.
Der neuste Skandalfall dieser Art betrifft die Beröffenilichung der Zusammensetzung deS vom Staate für die Armee angekauften Sprengstoffes Melinit. An dem Material dürfte wirklich nicht viel fein, und seitdem Boulanger, deffen Lieblingsidee die Melinit. Bomben waren, von seinem Kriegkministerposte» verschwand, hat man nur noch wenig von dieser einst so viel gerühmten und gefürchteten Entdeckung gesprochen. Darauf, ob das Melinit großen Wert hat ober nicht, kommt es auch gar nicht an, sondern nur darauf, unter welchen Umständen fich die Affaire vollzog.
Und diese Umstände sind in der That derartig, beftimmt worden, später erst hatte« die Berhältuiffe eine Meuschevwohuung daraus gemacht.
DaS piirnftive Dach und das unbehauene Gebälk zeugte« für die erstere Absicht, die Bretterverschläge jrdoch, die de« Raum tu verschtedeue Abteilungen trennten, sowie die festen Plankeuthüreu und Fensterladen bestätigte« de« letztere« Zweck. Ei« plumper, ans Lehm aufgesührter Feuerherd machte dos Gebäude zur menschliche» Wohnung »och geeigneter.
Das Erdreich des Fußbodens war durch langen Gebrauch zu einer Art unebener Tenne feftgestawpft worden; schlechtes, beschmutztes Stroh uud allerlei auderer Unrat, der den Boden überall bedeckte, kenn, zeichnete zur Genüge die Gewohuheiteu der Bewohner.
Die Gestalten der schlafenden Räuber gaben den Gedanken unseres Freundes eine neue Richtung. Das wilde »enßere, die braunen Gesichter, die zottigen Bärte und die großen, schmutzige» Hände derselben erinnerten ihn an feine hilflose Lage, »nd als er die schnarchenden Kerle Lberzählle und ihre vereinigte Kraft gegen die feine abwog, da erstarb jede Hoffnung, jede Aussicht auf Flucht.
«Einer gegen so viele, bas wäre ein Strohhalm in ber Gewalt beS Windes", sagte er düster zn fich selber.
Das Hausgerät beS «HauplquartterS" ber Briganten war auf das Notwendigste beschränkt. Ein Tisch, roh mti der Axt zugehauen, einige Stühle, deren Beine »och mit her Rinde bedeckt waren, ein wackliger bochlehuiger Sessel mit einem Sitz ans geflochtenem Stroh, ber aus der Hütte eines Hirten herzu stammen schien — das war die ganze Ausstattnng, deren das Haus fich rühmeu tonnte. Ein Wandschrank in einer Ecke enthielt eine Anzahl ungereinigter Krüge nnb Schüsseln, die de» Berwöhutereu der Banditen als Eßgeschirre dienen mochten.
Jeder der Schläfer hielt feine Büchse im Atm, als ob er dieses Zeichen feines Handwerks niemals von fich lassen dürfe.
,D<a ist der Finch ihres Berufs', dachte Gerald,
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Äug. Koch.
freilich nie sprach. Deutschland hätte also ganz ^wstreitig viel mehr Anlaß zur Ausarbeftung und 3-" Einführung eines Spionagegesetzes gehabt wie Frank- 4-1 «ich, aber wir ließen davon ab, weil es Spione t-i immer und ewig geben wird, und die Strenge des
Gesetzes höchstens die Bezahlung dieser Leute steigert. Ü Die Bestimmungen des geltenden Strafgesetzbuches 12 genügen. Ganz anders das sranzösische Spionage-
Der Morgen graute langsam, viel zu langsam (26 M Geralds Ungeduld.
Er sehnte sich nach dem Lichte drS Tages, das ™ M erlösen sollte ans der dampfen Finsternis der ■t* — «üben Hütte, in der er nach Beendigung der Reise Ilv B «>f Befehl deS BiiganteuchefS Unterschlupf hatte if., Wn müssen.
f. (22 Er beobachtete die immer Heller werdenden -r- Aalten «nd Riffe im Dach nnb in ben Wänden,
tat jeder Lichtschein war ihm ein köstlicher Bote
Deutsches Deich.
Berlin, 27. Mai. Die diesjährige FrühjahrS- Parade findet in Berlin am 29. 68. Mis., Vormittags 9 Uhr, auf dem Tempelhofer Felde, in Potsdam am 30. b. M., Vormittags 10 Uhr, im Lustgarten statt. — Die «Köln. Ztg." schreibt: „In Berliner amtlichen Kreisen wurden die Mitteilungen einiger Wiener Blätter, denen man offiziösen Charakter zuschreibt, über Einzelheiten aus dem deutsch- österreichischen Handelsverträge unliebsam bemerkt. Man sagt, die Wiener Mitteilungen seien einerseüs ungenau, andererseits aus dem Zusammenhang gerissen und geeignet, den Vertrag einer schiefen Beurteilung auszusetzen. Man sei bemüht, von Berlin aus weiteren ungenauen Mitteilungen über den Vertrag entgegenzutreten."— Graf Mirbach erläßt als erster Vorsitzender der Vereinigung der Steuer- unb Wirtschaftsreformer eine längere Erklärung über den Handelsvertrag. Er hält die
„daß selbst ber Schlaf nicht im stände ist, ihnen die Empfindung ber Sicherheit nnb ber Geborgenheit zn verleihen."
Damit erhob er sich uud ging aus dir Thür zu.
Als er dieselbe ausstieb, starrte ihm das Bajonett eines Briganten entgegen, der draußen die Wache hielt. Er fuhr zurück, in seinem Unmut de» Lod m stampfend. Das Geräusch erweckte den Hauptmann der Baude, der blitzschuell auf feine Füße sprang.
«Ei, steh da, Herr Baron", tief er. „Sie stehen ja fehr zeitig anfl" Er lugte durch dir halb offene THÜr. „Oder aber wir haben sehr lange geschlafen. Bei Sank Epkidio»! Es ist schon Heller Morgen!"
Die Stimme des Hauptmanns störte auch die Auderu aus dem Schlafe. ES erfolgte eine angelegentliche. flüsternde Unterredung mti den Schildwachen, und nachdem diese ihre Berichte erstattet hatten, be. gaben sich die Sente an ihre verschiedenen Ob- ltegeuheiten.
Die Fensterladen wmdeu aufgestoßen und die ausgehende Sonne füllte die Hütte mit ihrem goldenen Licht.
Ihre Strahle« fielen auch in einen entlegenen Winkel und hier auf die mißzeformte Gestalt und die abstoßenden GefichtSzÜge etmS Läßlichen Zwerges. Selbst der ausgleichende und befäustigeude Einfluß des Schlafes vermochte uicht deu Stempel schrecke«, erregender Unheimltchkeit zu verwischeu, deu die Natur in einer ihrer grausamsten Launen diesem unseligen Geschöpfe aufgedrückt hatte. Die «ugebeuerliche Mißbildung si ff eite Geralds Aufmerksamkeit mit magnetischer Kraft, die ihn jetzt abstieß nnb dann wieder anzog.
Welcher Art aber auch die Wirkung sein mochte, welche diese Ungestalt auf Gerald ausübte, auf deu Hauptmann schien dieselbe nur herzlich wenig Sin- drnck zu mache», denn dieser trat Herz» und versetzte dem Zwerg oh»e weftereS einen Fußtritt in die stippen. Diese Aufforderung war deutlich; Demos, so hieß das uusörmliche Wesen, stieß ein Geheul deS
blickten, ein Gesetz gegen die Spionage erlassen, dos bl*! hinterher noch verschärft worden ist. Der Sache y »ach war es ausschließlich auf Deutschland gemünzt nnb sür Deutsche berechnet, obwohl bis dahin die T. Franzosen noch keinen wirklichen deutschen Spion