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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatter, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Cassel, Magdeburg u.Wien; Rudolf HV1 Ä-abr-ana Mosfe tn Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L. ’
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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Deutsches Leich.
Berlin, 19. Mai. Unser Kaiser hat sich noch Ostpreußen begeben, um einer Einladung de» Grasen Dohna-Schlobittrn zur Jagd zu entsprechen. 8ns der Reise nahm der Monarch einen kurzen Aufenthalt zurrst in Elbing, wo die Besichtigung der be- kannlen Schichauschen Torprdowerft erfolgte Bor den Augen de» Kaisers wurde ein Torpedoboot vom Stapel gelafien. Die Stadt war festlich geschmückt, her hohe Gast wurde von der Bevölkerung mit lautem Jubel begrüßt. Dienstag Mittag erfolgte die Ankunft m Königsberg, woselbst der Kaiser der Enthüllung des Monumente! für den Herzog Albrecht von Preußen hemohnte. Professor Dr. Prutz hielt die Festrede, in den Festakt, der mit Gesang begann und schloß, rechte sich eine Parade der Königeberger Garnison vor dem Kaiser, der alsdann sofort nach Schlobitten veitrrsuhr. — Der Wittwe bei Ober Profit enten von Schlieckmann haben der Kaiser und die Kaiserin telegraphisch ihr Beileid ausgesprochen. — Prinz Joachim, der jüngste Sohn dts KaiserpaareS, »ar während der letzten Tage nickt unerheblich erkrankt, kn findet sich aber jetzt wieder wohl. — Auf sein Beglückwünschungsichreiben an den Czaren ws Anlaß deS Attentate- auf den Großfürsten- Thronfolger hat Kaiser Wilhelm eine sehr herzliche Antwort erhalten. — Die .Nordd. Allg. Zig." teilt jetzt ebenfalls mit, daß der Kaiser das RücktrittS- zeluch deS EisenbahnmimÜerS von Maybach prin zipiell genehmigt hat. Der Minister wird aber noch di-zum Schluß der Landtagssession im Amte bleiben.— Eine Einschränkung deS Gewerbebetriebe- im Um h e r z i e h e n wird geplant. Das ReichSamt des Innern macht Vorarbeiten zur Vorlegung eines Gesetz- mtwnrfe» über das Verboot deS .Detmlreisens", weil ihm in den letzten Jahre» wiederholt Klagen .über die Aufsuchung von Waarenbestellungen, die sich nicht aus Gewerbetreibende beschränkt, sondern w das große Publikum sich wendet und hausier- wiißig betrieben wird, zugegangen sind." Die ge nannte Behörde wünscht daher von den Regierungen der Einzelstaaten Aufsch'uß über den Umfang des Hausierhandels in den Jahren 1884—89 und über die Ausdehnung der Thärigkeit der Handlungsreisenden « der gleichen Zeit. Ebenso wünscht das Reichs- »wr darüber Aufklärung, ob in jenen Jahren gesetz- lche Maßregeln — etwa Erhöhung der Hausier- fttuer, Steuerfreiheit der Ausweiskarten für Hand- lungsreisende — auf beide Gesckäftschätigkettrn einschränkend oder ausdehnend wirkten. — StaatS-
fRachdruck verboten.)
Der Löwenbändiger.
Rach einer amerikanischen Novelle von M. Laue.
(Fortsetzung.)
Elfie war in di« Framnavteiluug gegangen. Sie N sehr bleich auS, aber ein wunderbarer Zug von «tschloffenheit lag auf ihrem Antlitz. Eine der «eiteriunen, ein großes hübsches Mädchen in «nazonentracht, fragte sie, ob sie müde fei. „Sie wen Ihre Farbe verloren", fügte sie hinzu. .Es m nicht gnt, sich um einen der unseren ängstigen zu chuffev. Sehen Sie, wieviel 6t ff er ich meinen Berns M erfülle, jetzt bin ich zweimal so gut, wie ehedem.« Sa wurde da« Zeichen gegeben und das Mädchen Eiste fort und machte eine brillantere Entree wie ge» böhultch. Sie nnb ihr Bruder Tom feierten vor fahren glänz,ende Erfolge auf dem Trapez. Einst «te er das Unglück auszugleiten, infolge dessen starb a in derselben Nacht.
Elfie legte ihren Gummimantel nm nnb zog bie «puze über den Kopf. Sie stahl sich unbemerkt jwtn», da bie Frau u alle beschäftigt waren nnb Jemand sie beachtete. An btr einen Selle des Mus war der Löwenkäfig tu einem großen hölzernen «tappen plaziert. In einer Ecke dieses Schuppens
ein Feuer, an welchem zwei in wollene Decken hüllte Wärter lagen. Elfte näherte fich ihnen leise. »3ch bin bereit, hier ist Dein Geld", sagte fie, worauf einer der Wärter erhob. »Ich will die Lampen gifinben, Madame", murmelte er, .aber, Dick, hier m mein Zeuge, baß ich utchte bafür kauu, wenn etwas "Iflert — Dion ist heute nicht in ber besten Laune."
.Ich kann ihn bezwingen", sagte Elfte furchtlos. _$er Mann züubete einige Lampen an, die in dem «tappt» hingen, aber nnr eine motte Erleuchtung Sudeten. Die Löwen bewegten fich unruhig hin her, außer dem alten Dion, ber wie gewöhnlich *2« dem Sitter faß. Der Wärter gab Slste den ^lüffel. Sie warf ihre» Mantel ab und stand da
iekretär Dr. v. Stephan hat fich in Begleitung des Ministerialdirektor- Sachje und des Geh. Ober- Postrats Fritsch nach Wien begeben, woselbst am 20. d. M. die Verhandlur gen des Weltpostkongri sie- beginnen. — Zum Reichskommiffar für die Ausstellung in Chicago ist der vortr. Rat Geh. RigierungSrat Wermuth ernannt. — Der Kommandeur der siebenten preußischen Division Generallieutrnant von Willis en ist zur Disposition gestellt und der Generalmajor von Jene mit der Führung der Div sion bis auf Weitere- beauftragt worden. — Die dritte Beratung des Etats im Abge- ordnetenhause wird trotz der vorgeschrittenen Zeit der Tagung sich doch ziemlich umfangreich gestalten. Es ist eine Reihe von Sitzungen dafür in Aussicht genommen. Voraussichtlich wird der .Boss. Ztg." zufolge die Frage deS WelfenfondS noch einma eingehend erörtert werden und eS rst nicht unwahrscheinlich, daß eine Resolution bezüglich dieser Angelegenheit von mehreren Seiten beantragt wird. Auch seitens der Unterricht-Verwaltung fitht man in mehrfacher Beziehung interessanten Aufschlüssen entgegen. Diese dürften namentlich die Richtung bezeichnen, in welcher sich die Reform der UnterrichtS- verwaltung bewegen soll. Bet dieser Gelegenheit mag bemerkt werden, daß der Stand der Beratungen des Siebener - Ausschusses im Augenblicke noch nicht erkennen läßt, bis zu welchem Zeitpunfte die Ausarbeitung eines Gesetzes thunlich erscheinen möchre. Die von dem Ausschüsse eiogeforderten Gutachten sind so umfangreich, daß die Sichtung deS Materials welche vier Referenten überttagen ist, noch Monate in Anspruch nehmen wird. Hierzu kommt nun noch die Erstattung wellerer Berichte über die demnächst anzuttetenden Reisen der Ausschußmitglieder behuf« Kenntnisnahme einer Anzahl hervorragender preußischer und deutscher Lehranstalten. Auch die Umarbeitung des Volksschulgesetzes, welche- die Regierung zurückgezogen hat, wird erst im Spätherbste in Angriff genommen werden. Im weiteren soll es auch beabsichtigt sein, dem Landtage vor seinem Schluffe noch nähere Mitteilungen über die geplante Umgestaltung des gewerblichen Unterricht-wesen- zu unterbreiten. — Die Anhänger des Oberstleutnants o. D. v. Egidy waren gestern im großen Saale des Architcktenhause» zu ihrem ersten Kongreß versammelt. Derselbe fand unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt. Es waren etwa 200 Personen anwesend, darunter von bekannten Berlinern Kammer- aerichtsrat Schröder, Pred. Neßler, Dr. v. Leixner, Dr. Wilh. Anger stein und Graf Otto von Baudissin.
’n ihrem glänzenden F.enkostüm, mit einem kleinen Zanberstabe in ber Hand. Ihr blondes Haar nm, wallte fie nnb ber Stern strahlte in wunderbarem Glanz. Mit einer schnellen Bewegung öffnete fit bie Thür nnb ging unter bie Löwen. Sie ging von einem znm onbern, ihre großen Köpfe mit bem kleinen Stäbchen berührend, selbst den alten Dion streichelnd nnb liebkosend. Dabei stieß fie den ZirknSrnf aus, mit welchem die Reiter ihre Pferde anfvornen. Sie schien ganz wie zn Hanse in bem Käfig unter ben Löwen. Als fie nach einigen Minuten herauskam, bie Thür schloß nnb ben Schlüssel zurückgab, fragte fie ben Wärter: .Nicki wahr, fie finb jetzt ganz freundlich mit mir?" Er nickte finster und entgegnete: ,3a, aber das ist nicht natürlich. Ich mißtraue ihnen dennoch."
Sie lächelte nnb hüllte sich in ihren Mantel, als ber andere Wärter aufsah und mürrisch sagte: .Ich rate Ihnen, Ihren Mann vor dem alten Dion zu warnen, ihm ist nicht zn trauen. ES war ein häß. licher Sprung, den er heute zuletzt machte."
Die Farbe wich aus Elst-'s «.ficht, ihre »niee Merten. »Er sprang?" frecte fie.
.Er that eS. Das Publikum dachte wohl, eS ge- hörte zu ber Vorstellung. Also, warnen Sie ihren Manu."
,DaS werbe ich thnu", sagte fie heiser nnb ging hinaus tn bie Dunkelheit. Der Regen strömte, der Boden war durchweicht nnb Elfie war froh, als sie wieder ein schützendes Dach über sich hatte. Die Amazone kam gerade mit strahlenden Augen auS der Arena.
»Elfie, hören Sie, wie das Hans applaudiert?" »Sie wollen ein Encore", sagte Elfie.
»Mag sein", sagte das Mädchen, »die Eacore bringen immer Unheil."
Der Direktor kam und veranlaßte Jenny, zu gehen und für den Applaus zu danken. Elfte ging hinan».
wurde sehr spät, bis WU fertig war. Unter
Bon außerhalb waren vei hällnismäßig Wenige erschienen; vertreten waren Leipzig, Dresden, Kiel Frnber g, Nordhausen, Bochum, Weißenfels, Göttingen, Bromberg, Frankfurt a. M, Wiesbaden, Jena, Rendsburg, Pforzheim, Bremen, Magdeburg, Königsberg und Insterburg. Herr v. Egidy gedenkt über den Kongreß in einrm besonderen Diuckheft zu berichten, da- den Buchhändlern durch das Bibliographische Bureau zugehen wird. — In einem Aussatze deS Kaiserlich Deutschen Marine-Baumeister» Lachner .Unsere Flotte", welche im neusten Heft der Zeitschrift deS Vereins deutscher Ingenieure abgedruckt ist, wird folgende Aeußerung des französischen MarineministerS Admiral Krantz angeführt: „Wollen Sie Panzerschiffe haben, so lassen Sie in Frankreich bauen, wünschen Sie Kreuzer, so gehen Sie nach Deutschland; die neuen deutschen Kreuzer gehören zu den besten Schiffen, welche überhaupt in Europa gebaut find."
Mönchen, 19. Mai. Der anatomische Kongreß in München ist am Sonntag zunächst zum Begrüßung-abend zusammengetreten. Außer den Mitgliedern der Borstandschaft: den Professoren Kölliker (Würzburg), Waldeyer (Berlin), Hi» (Leipzig), Toldt (Wien) und Sat beleben (Jena) waren u. o. anwesend : Dekhuizen - Leyden, v. Gehnchten - Löwen, Leboncq und van Stricht (Gent), Retzius (Stockholm), Roniti (Pisa), Kollmann (Basel), Stöhr (Zürich), Rabl (Prag), Merckel (Göttingen), Henke (Tübingen). Stieda (Königsberg) Schwalbe (Straßburg) und Braune (Leipzig). Montag begannen die Vorträge und Demonstrationen im Anatomiegebäude. Der Hauptversammlung dieses Tages wohnten Prinz Louis Ferdinand, der Kultusminister Müller, sowie über 70 Mitglieder bei. Der Vorsitzende Professor v. Kölliker eröffnete den Kongreß mit einer Ueber- sicht über den Stand der jetzt 250 Mitglieder zählenden Gesellschaft, erwähnte, daß die Gesellschaft, da sich unter ihren Mitgliedern so viele außer- deutsche Berühmtheiten befänden, eine internationale Vereinigung zu werden beabsichtige und wiederholte, um einer Zersplitterung der Fachliteratur vorzubeuaen, seine frühere Bitte, die Fachgenossen möchten ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen nur in englischer, französischer, italienischer und deutscher Sprache machen Hierauf folgten Fachvorträge und Berichte.
Mannheim, 19. Mai. In Mannheim wurde am Montag die 29. Allgemeine Deutsche Lehrerver- sammlung durch eine Vorversammlung im Sladt parke eröffnet. Die Teilnehmer wurden von dem Rektor Schick Mannheim namens des Ortsausschusses den Herren, welche fick mit ihm unterhielten, war Sir Maxwell Bede. Er sprach so freundlich mit ihm, daß Will ihn mit einem dankbaren Blick ans seinen eingefallenen Augen ansah. „Sie haben eine böse Erkältung, mein Freund", sagte ber Doktor.
,3a, mein Herr, ich leide feit einiger Zett daran, aber ich konnte mich bislang nicht schonen. Wir haben hier noch eine Vorstellung. Dann will ich mich zu Bett legen und meine Fran kann mich pflegen."
.Wann ist die nächste Vorstellung", fragte der Doktor, indem er die Hand deS Manne» ergriff und seine Finger auf feinen PulS legte. Er fühtte Will's raschen Pulsschlai, al» dieser erwiderte: „Morgen, Herr, nm dieselbe Zeit. Es wird sehr gut geben, wenn das Publikum fich nach dem Direktor richtet und nicht applaudiert. Am ersten Abend find sie gewöhnlich vorsichtig, aber nachher vergessen fie e». Ich bitte Sie, Herr Doktor, wa» au Ihnen »st, sorgen Sie, daß man Rabe hält." Große Schweißtropfen standen bei diesen Worten auf feiner Stirn.
Fünf Minuten später gingen Elfie und Will nach Hanse. Er hustete unaufhörlich und war bisweilen gezwungen, stillznsteheu nnb fich an einem Laternen- pfähl zu halten, bis fein Atem wieberkehrte.
„Heute abenb ist eS schlimmer", sagteElfie ängstlich, ,18 kommt von bem feuchten Wetter."
Er nickte nnb lehnte fich auf ihren Arm. Hinter ihnen ließen fich Schritte vernehmen, bie rasch näher kamen. Plötzlich fühlte WÄ feinen Arm behutsam tn ben eines andern geschoben, eines Manne» mit einem eingefallenen Gesicht und weißen Haaren.
„Lehnen Sie fich auf mich, alter Knabe, da find wir endlich." Elfte warf einen dankbaren Blick auf ihren Freund, Albert Moor, in bem uiemanb ben Clown wiedererkavut haben würde. Sie eilte voran, die Hausflur zu öffnen nnb ben Weg, bie enge Treppe hinan, anzuführeu.
„Weich' eine gütige Wirtin", rief fie, al» fie ein behagliche» Feuer vorfanden. Der arme Will setzte fich an ben Kamin, seine Zähne klapperten. Ein
und von Mörle-Gera namens d-s ständischen Ausschusses begrüßt. Zum ersten Vorsitz nden wurde Realschuldirektor Dedbe - Bremen, zu zweiten Vorsitzenden wurden Schick-Mannheim und Mörle-Gera gewählt. Bis Montag waren 3000 Teileehmer eingetroffen. Die Stadt ist festlick geschmückt.
Artslan-.
Pest, 19. Mai. In Pest wurde am 18. ein Ormtholsgenkongeeß eröffnet, den im Namen der Regierung der Ackerbauminister Graf Bethlen, im Namen der Stadt der Vizebürgermeister begrüßte. Zum Vorsitzenden wurde Viktor Tatio (Gen') gewählt. Bon Homeyer hielt in der Montags- Sitzung einen Vortrag über das Leben der Vögel inZentral- und Westaftika.
Paris, 19. Mai. Präsident Carnot ist mit mehreren Ministern zu einer Lokalfeier in Limoge» eingetroffen und dort festlich empfangen. In den üblichen Ansprachen äußerte fich der Präsident mit seiner bekannten maßvollen Ruhe. — Der Abg. Saut forderte in der Deputiertenkammer die Ausweisung der Rothschilds aus Frankreich, weil dieselbe da» letzte russische Anleihegeschäft im Hinblick auf die Judenverfolgungen im Czorenreiche vereitelt haben. Die Sache ist um vier Wochen vertagt. — Der Justizminister Falliöre» erliiß ein Begnadigungs- dckret für achtzig Personen, welche an den Maikrawallen teilgerommen haben. Das Pfingstfest ist in den französischen Bergrev eren ruhig verlaufen. Es sanden wohl zahlreiche Versammlungen statte doch sind keine Ausschreitungen vorgekommen.
Russland. Der Thronfolger Nikolaus ist auS Aakohama nach Wladiwostok, dem russischen Krieg», hafen in Ostastev, gereist. Gerüchtweise heißt es, nach seiner Rückkehr nach Petersburg werde seine Verlobung mit der Prinzessin Helene von Montenegro erfolgen.
Belgrad. Die Ausweisung der Königin Natalie hat in Belgrad zu ernsten Ereignissen ge ührt, deren Folgen sich vorerst noch gar nicht absehen lassen. Am Sonntag starteten der Ministerpräsident Pasitsch und der Minister deS Innern Djaja der Königin Natalie einen Besuch ab, bei welchem sie die Angelegenheit der Abreise zur Sprache brachten. Die Königin erklärte, keinerlei bezügliche Vorschläge anzunehmen und verblieb auch auf die Versicherungen Pasitsch', daß beide Minister sich durch ihr Wort für die Möglichkeit ihrer baldigen Rückkehr verbürgten, bei der Erklärung, Belgi ad und Serbien nicht ver- laffen zu wollen, da ihr Recht zum Aufenthalt im kaltes Abendessen befand fich auf bem Tische, Brod, Käse und Schinken. Alsbald war auch ber kleine Kessel auf bem Feuer und Elfie bereitete ben Thee. «Sie werben doch mit nn» essen, Albert?"
Et nahm e» an, inbem er zugab, baß er oben in seinem Zimmer solchen Komfort nicht hätte. .Die» nenne ich wirklich LvxnS", sagte er, indem er fich bie Hänbe rieb. „Nun, Will, Du stehst schon besser an»."
Die warme Lust tbat ihm gnt, fein Husten liefe schon nach; er lehnte fich in das Kissen zurück, das feine Gattin hinter i n gelegt. Elfie verschwand für einen Augenblick in dem nebenan liegenden Schlaf, genta* und k-hite in einem dunkelblauen Kleide zurück, welches die Schönheit ihrer Hautfarbe noch erhöhte. Albert safe da in feinem bunten Gewände und der arme WÄ war zu ermüdet nm das seine zu wechseln. Elfie machte die Wirtin mtt liebenswürdiger Anmut. Mau merkte e» ihr nicht an, daß fie fortwährend vor Angst bebte, wenn fie ihn aufah und daran dachte, daß er fich morgen noch einmal in die fürchterlich: Gefahr begeben mußte.
Bi» j tzt hatte er nie während der Vorstellung gehustet, aber wie, wenn er plötzlich mitten unter den Lö-oen einen feiner Hufteuanfälle bekäme? — Elfi» wagte nicht viel von Gott, aber fie hatte Alberts Augen gesehen, als ihr Manu in die Arena ging, feine Augen tm wunderbaren Kontrast zu feinem fratzen. haften Llowngestcht, fie hatte ihn murmeln hören: .Gott helfe ihm!" und da» hatte sie behalten. Jedes- mal, wenn der Husten kam, sagte fie: „Sott helfe ihm!"
in
„Sie wollen doch kein Duell auSfechten, Bede", agte Brandreth am nächsten Morgen, „ich sehe, Sir jaden da» Futteral mtt den Pistolen an» dem Rauchzimmer mitgenommen. Ich warne Sie, Sie find feit Jahren nicht daran g-wöhrt, bedenken Sie da», — eit wir tn der Schießgallerie zu Mentone zu üben pflegten."