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Marburg,

Sonntag, 17. Mai 1891.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte?, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Lasset, Magdeburg u Wien; Rudolf XXVI Haüraana. Mosie in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. S. M " ö ö

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannooer, Paris.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und . « M Feiertagen. Ouartal-Wonnements-Prei? bei der Expe-

X14* bitten 2*/. Mk, bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl

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MchjW 3iiliint|

P Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Markt 21. Redaktton, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

0 M.

Ufiitgste«.

Aber dies neue Leben und Webe» in der Natur

gcssen über den Erdkreis; an diese große Thatsache

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Gäld Semeüii auf 6 ormitd Heuser'! mhos I >as K« dient, erden

«uen Lebens und Weben- in der Geisterwelt, dem I, Hat wser Pfingstfest gilt. Der Geist Gottes ist auKge

'kauf ! H uns doch nur ein Sinnblld und Gleichnis der als:

Pfiigften, welch' guter Klang! welch' frühes, selige» Fest! weit thun sich aus unsere Herzen: Hhmüket da- Fest mit Maten bi- an die Hörner ars!

fingsten ist wieder da, dies ke rlrche reude herrscht in unseren H rzen. ne sich auch einmal ein wenig in ungetrübtes Frühlings

Freudenfest.

Und wenn die

erzieht und viele lie

werter hätten, da wir mm zur Pfingstzeit

ganz besonders geneigt und gestimmt find, auszu- ziehen über Feld und Flur und die Wunder Gottes zu betrachten, kleinere und größere Touren zu unter- «htnen, so soll das unsere Freude nicht beeinflussen, die fester gegründet ist, alS daß ein wenig Regen sie aus unseren Herzen spülen könnte; im Gegenteil, Nir wissen es ja: Sonnenschein »ad Regen müssen «bwechseln, wenn wir Segen und Gedeihen, Leben wd Freude erwarten. Sollen wir uns nicht freuen? Prangt doch die Natur in einer Frühlingspracht, wie wir sie herrlicher nicht wünsch'n können. Und das nach solch hartem, langem Winter, der alles Leben vernichten zu wollen schien und auch manches vernichtet hat wahrlich, ein Wunder Gottes, das richt zu leugnen ist !

taid. erinnert unS das heutige Fest. Auch ein Wunder i, in Hottes, ja der größten GotteSwunder eines, aber

>ßler hier wird nicht mit demselben Maßegemesien. Viele

ntUII derselben Menschen, die Gottes Wunder in der Natur

Kaust nicht leugnen können und wollen, hier, in der Welt t. (3< des Geistes, find ihnen Wunder Märchen, die sie

191. nicht zugeben wollen, obgleich hier die Thatsachen

tsekretä mit ihren großartigen Wirkungen noch deutlicher

reden als dort. Freilich, eS läßt sich nicht leugnen Cllß mb ist auch kein Wunder, daß dem so ist, war es

(Nachdruck verboten.)

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Schiffbruch im Hafen.

Novelle von W. Höffer.

(Schluß.) i

Der Ingenieur trat dem Gutsbesitzer offen

legen. .Sie find es, Herr Hilling? Und Sie haben ört, was Fräulein Korff uns ich vorhin miteinander sprachen?*

.Alles.-

»Ach und Sie wollen mich jetzt natürlich meiner ttf Sie bezüglichen Worte wegen zur Rede stellen?'

Halling schüttelte den Kopf. .Keineswegs. Ich bitte Sie nur, mir in meinem Zimmer ein kurzes «hör zu geben.-

Und dann, als sich Tnrlach zustimmend verbeugte, ringen die beiden, ohne zu sprechen, mtteinander in *18 Schloß. Als sie sich bei hellem Lawpenschein Pgeaüberstanden, erschrak der Ingenieur. Halling dar blaß wie ein Toter.

.Mein Gott!- ries Tnrlach ganz bestürzt, .habe «6 Eie denn mit meiner Vermutung so sehr beleidigt, Herr Holling?"

Der Gulsbefitzer strich langsam mit der Hand «er da» Gesicht. .Sie haben mich durchaus nicht beleidigt, Herr Tnrlach, durchaus nicht. Aber venu *6 Ihnen eins, ein einziges sage, dann werden Eie g diesem einen aller begreifen. Fräulein Korff war bis zur gegenwärtigen Stunde meine Braut.-

bstHid . bsgaste habe

21.

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~ doch auch beim ersten Pfingsten nicht anders: viele Lr stehen gleichgültig den großen Thatsachen Gottes uky oaf ygtnjtfjet oder sie haben für dieselben nur Hohn mb Spott und Lästerung. DaS letztere wollen wir ms besonders in unseren Tagen nicht verhehlen: diele haben's ihren Spott, wie ehedem. WaS aber die Folge, die notwendige Folge? Den heiligen Geist wollen sie nicht, so muffen sie sich unter die Herrschaft des unheiligen GüsteS beuge». Denn bas eine oder das andere ist nur möglich. Einem

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.WaS? Ihre Brant? Und-

.Lasten Sie nnS ruhig bleiben, Herr Tnrlach « scheint, daß wir beide gleicherweise betrogen tonrben. Vielleicht würdigen Sie mich in dieser An- Klegenheit Ihres Vertrauens, denn-

Der Ingenieur nickte. »Ich werde Ihnen, wenn Eie es wünschen, vollständige Auskunft geben, Herr Halling.-

Und nun erzählte er so schonend, so edelmütig wie Möglich die Geschichte feiner Jugend. Halling hörte W* zu wie jemand, der alle Hoffnung anfgegeben

Geist muß man sich ergeben; denke nur keiner, er Änne seinen Geist solcher Herrschaft entziehen: entweder herrscht und beherrscht uns den ein­zelnen sowohl alS das Volk der heilige, gute Geist oder der böse, unheilige und unheimliche Geist. Eins muffen wir wählen; waS wählt man, was wühlen wir? Mit Jammer muffen wir es sehen, wie ein großer Teil unseres teueren Volkes dem bösen, unheiligen und unheimlichen Geiste folgt, dem Geist der Unordnung, dem Geist der Untergrabung und Zerstörung aller göttlichen und menschlichen Ordnungen, dem Geist des Umsturzes, S sind bedeutungsvolle, inhalt» und folgenschwere Zeiten, in denen wir leben: wird es noch gelingen, dem guten Geist die Herrschaft zu sichern? Gott weiß es, ob es noch für unser Volk, für unsere Zeit möglich sein wird. Wie dem aber auch sein mag, uns ist wohl bange, aber wir verzagen nicht: der Pfingst- geist muß endlich doch den Sieg behalten über den bösen Geist, die Rechte deS Herrn behält den Sieg und darum laffen wir uns unsere Pfingstfreude nicht verkümmern. Das schließt fteilich nicht aus, sondern treibt uns vielmehr, daß wir an unserem Teile dazu beitragen, daß auch in unserem Volke, in unserer Zeit der Geist Gottes die Herrschaft je mehr und mehr gewinne und dDt andern dieselbe entrissen werde, indem wir vor allen Dingen uns würdig mache» und folgen, daß wir und all die Kreise, die sich noch von Gottes Geist lenken lasten, diesen Geist, unter besten Wehen wir stehe» von Kindheit auf, auch behalten, nimm deine» Geist nicht von uns! ja, daß er immer mehr bei uns wohne. O heiliger Geist, kehr bet unS ein! Dann werde», wo und wenn es überhaupt noch möglich ist, gewiß auch andere Kriise noch zur Besinnung komme», jedenfalls aber dem Gift der Unzufrieden­heit, der Unordnung und der Umsturzgedanken eine Schranke gesetzt werden, daß eS nicht weiterfresten und das Mark unseres Volkes verzehren kann. Hier liegt eines jeden Arbeit und Ausgabe, dem daS Wohl des Volkes am Herzen liegt und Pfingsten soll uns garz besonders an diese Arbeit und Auf­gabe erinnern: Schaff Raum immer mehr dem Geiste Gottes, daß er sich auswirken kann, seine Kraft ist groß, denn er ist allmächtig.

Deutsches Reich.

Berlin, 15. Mai. Kaiser Wilhelm war gestern Abend von seinem Kerze» Ausfluge nach Hannover zur Beiwohnung der Vermählung des Oberstleutnants von Bülow wieder in Potsdam

hat, aber dennoch empfand er düs Gehörte gleich einem Dolchstich. ES war seiner Daseins Sonne, die hier für immer nnterging.

Als Tnrlach geendet hatte, reichte er ihm die Hand. .Laste» Sie uns auf das Gewesene nie wieder zvrückkomme», Herr Ingenieur, ich bitte Sie herzlich. Laffen Sie auch unsere persönliche« Be­ziehungen keinen Abbruch erleide». Die--Un­

glückliche verdient nicht, daß wir »aS um ihretwtlleu entzweie».-

Turlach sah mti seinem offene», freien Blick dem Gutsbesitzer gerade ins Auge.Wir scheideu als Freunde, Herr Halling", sagte er,aber hier bleiben kauu ich unmöglich. Meine Abreise ist ans morgen festgesetzt."

Auch daS »och! Uud weshalb beim so plötzlich? DaS alles kommt wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Noch, vor weuigeu Stunde» hätte ich gefchworeu, daß ans Ihnen »ad meiner kleinen Rose ein glückliches Paar werde» würde."

Tnrlach wandte sich plötzlich, jäh erbleichend ab. Sie haben vielleicht in meiner Seele richtig gelesen", sagte er nach einer Pause.Dergleichen verbirgt sich ja sehr schwer, aber meine Neignug ist aussichtslos uud allein deshalb möchte ich von hier so bald als möglich Abschied nehmen."

Halling schüttelte den Kops.Hat Ihnen Rose das selbst gesagt?" fragte er.

Nein nicht sie. Mehr aber darf ich Ihnen, einem gegebenen Versprechen zufolge, über die ganze Sache nicht rnitteileu."

Mr sprechen nnS noch, Herr Tnrlach!" '

Dann trennten sie sich mit einem Händedruck, der die gewechselten Worte voll vvd ganz zu bestätigen schien. Halling war mm allein; das ganze HanS lag im tiefsten abendlichen Schweige», lein Laut drang in daS Zimmer deS Gutsherrn.

Seltsam, diese Stille nach dem Sturm. Auch in feiner Seele war alles wie tot, auSgestorbeu gleich der ödeste» Wüste. Vorbei all dies Hoffeu und Fürchte»,

eingetroffen. Während der Morgenstunde» heule edebigte der Kaiser zunächst Regierungsangelegen­heiten. Alsbald nach 9 Uhr stieg derselbe dann am Neue» Palais zu Pferde und begab sich in Be­gleitung der Flügeladjutanten vom Dienst nach dem Bornstedter Felde, um daselbst im Beisein einer zahlreichen Generalität und vieler anderer höherer Offiziere, der Militärbevollmächtigten und anderer MilärtS über daS Garde-Jägerbataillon, demnächst über das Lehr - Jnsanteriebataillon und über die Unteroffizier - Schule zu Potsdam die Frühjahrsbe­sichtigung abzuhalten. Nach dem Schulexerzieren fand ein Gefecht im Feuer statt, zu welchem auch das Leib-Garde-Husarenregiment zugezogen wurde. Nach dem zum Schluß erfolgten Vorbeimarsch kehrte der Kaiser nach dem Neuen Palais zurück. Am Nachmittage wohnten die Kaiserlichen Majestäten, welche zu Wagen vom Neuen Palais aus sich nach Westend begeben hatten, mit anderen Hohen Herr­schaften dem Korsofest zum Besten hülfsbedürftiger Künstler auf der Trab RennbahnBerlin-Westend" bei. Mit den Majestäten waren auch die ältesten kaiserlichen Prinzen zum Besuch deS Blumen-Korso- sesteS in Westend anwesend. Wie derHannov. Sour. mitteilt, hat der Kaiser dem Osfizierkorps des Königs-Ulanen-Regiments ein in Oel gemaltes lebensgroßes Brustbild, welches ihn in Ulamn-Uniform barstellt, zum Geschenk gemacht. Der Kaiser bat sich, wie aus Kiel gemeldet wild, laut Kabinetsordre zum Kommandeur deS neugtgrür beten kaiserlichen Nachtklubs erklärt, welcher aus dem bisherigen Marine-Regatta-Verein hervorgegangen ist. Gestern und heute fanden unter dem Vorsitze bei Reichs­kanzlers von Caprivi Sitzungen bes Staats- ministeriumS statt. Bei dem Staatssekretär v. Bötticher fand gestern ein großes Diner statt, woran die Minister v. Maybach, Dr. Miquel, Frhr. v. Berlepsch, von Kaltenborn und Unterstaatssekretär Schraut teilnahmen. Die Vorbereitungen' zur Durchführung deS Einkommensteuergesetzes sind wie die ,B. Pol. Nachr." schreiben, bereits im Gange. Die Provinzialbehörden find schon mit den erforderlichen Anweisungen für die einleitenden Schritte, vornehmlich die Bildung der VeranlagungSkommissionen, der Voreinschätzungsbezirke und -Kommissionen, versehen. Die weiteren AuSsLhruvgSanweisungen sind in der Bearbeitung und werden in naher Zeit herauSgegeben werden können. Kurz, alle Ein­leitungen sind getroffen, um thunlichst noch im Lause des JahreS 1891 die erste Veranlagung auf der Grundlage des neuen Gesetzes machen zu können.

dieser Wechsel von Empfindungen nnb Vorstellungen, alles Zukünftige» beraubt die glanzlose, kmm zu er­tragende Gegenwart.

Hätte er die Geliebte bet seiner Rückkehr als Leiche gefunden, hätten ihm händeringende Menschen gesagt: »Nora ist tot!- wie uuendlich viel leichter wäre daS zu ertragen gewesen. Aber so, dies Se. tzorbenseiu mitten tm blühenden Lebe», diese Lüge im Kleide der schmeicheludsteu Wahrheit, wie furchtbar, wie entsetzlich!

Die Lüge, der falsche Eid, ja, ja, er wußte eS jetzt, au diesem Felsen mußte alles zerschelle».

Stunde» verginge», Ewigkeit'», voll einer bleiernen TobeSrnhe. Wie Dornröschens Märchenpalast lag baS aauze HanS, Gerüchte flogen hindurch mti Fledermaus, flügelu, heimliches Flüster« uud Tuscheln.

Segen elf klopfte es schüchtern an Hollings Thür nnb RoseS verweintes Gesicht sah in baS Zimmer. DaS junge Mädchen ttng in der Hand einen Zettel, den sie stumm dem Gutsherrn barbot.

Es burchflog ihn seltsam. Von NoraS Hand, ob bas ein Abschied war?

»her nichts, nichts. Sie bat nur, ihr ben Soffer zur Stadt zu schicken nnb nannte eine Abreffe, weiter enthielt bas Blatt keine Silbe.

.Wo ist Nora?- schluchzte Rose.

Halling streichelte vÄerltch baS blaffe Mäbchen- anilitz. .Denken Sie immer freundlich an bie arme Nora"' sagte er, einer biretten Antwort vorsichtig answeichenb. ,Hnb nun, Rose, nun müssen Sie mir über einen Punkt bie volle Wahrheit offen gestehen, wollen Sie daS?-

3hre nnschnlbigen Blicke sahen ihn an. .Nora hat-

.Es hanbelt sich nicht nm Fräulein Korff, Rose, sonbem um Sie selbst. Ich bin Ihr Vormund, liebes Kind, nnb als solcher verpflichtet, über Ihr Wohlergehen zu wachen. Sagen Sie mir, wenn Herr Tnrlach um Ihre Hand werben sollte, was bürste ich ihm antworten?"

Wie mti Blut Übergossen stand das junge Mädchen

Einzelne Blätter haben die Anrahme g-äußert, die preußischen Staatsbahnen würden wegen erhöhter Betriebsausgaben im vergangenen Jahre eine Minder­einnahme gegen den Voranschlag ergeben habe». Die «Nordd. Allgem. Ztg." schreibt dazu, m verkennbar offiziös:Der zu erwartende Minderüberschuß wird, wie wir von gut unterrichteter Seite hören, auch nickt entfernt den Betrag erreiche», welcher in ge­wiße» Organen der Preffe mehrfach angegeben worden ist. Vielmehr kann angenommen werden, daß das wirkliche finanzielle Ergebnis der Staatseisenbahn- Verwaltung hinter der Schätzung, welche im Januar b. I. von dem Finanzminister Miquel im preußischen Landtage mitgeteilt worden ist, nicht sehr wesentlich zurückbleiben wird." Nach den statistischen Mit­teilungen ist Deutschlands Getreideeinfuhr im 1. Vierteljahr 1891 gegenüber dem gleichen Zeit- raum deS Vorjahres belräcktlich gesunken und zwar in Weizen von 1,7 auf 1,2 Mill. Mtzir., in Roggen von 2,0 auf 1,1, in Gerste von 2,0 auf 1,7 Mill. Mtzir. u. s. w. In einem Zeitungsstreit mit der Kreuzztg." erklären die .Hamb. Nachr.", daS Organ des Fürsten BiSmarck, selbst geradezu, daß eine große Naivetät dazu gehöre, um zu glauben, Fürst Bismarck werde wieder in seine Aemter zmückkehren."

Halle a. d. S., 15. Mai. Ein bemerkenswertes Urteil hat die dritte Zivilkammer deS Landgerichts zu Halle a. @. gefällt. Der Kriegerverein zu Wanz­leben a. D. hatte den dortigen Gastwirt Lippold wegen Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie ausgestoßen, und Lippold klagte auf Aushebung dieses Beschlusses, indem er seine Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie bestritt. Der Gerichtshos erkannte dahin, daß er der Ueberzeugung sei, daß ein Sozialdemokrat aus Kriegervereinen auSgeschlosien werden müsse. Bezüg­lich des Klägers sei aber nicht bewiese», daß er zur sozialdemokratischen Partei gehöre, und deshalb sei sein Ausschluß aus dem Kriegervereine ungerecht­fertigt.

Göttingen, 13. Mai. Heute Nachmittag fand die feierliche Grundsteinlegung desBremenser KorpS- hans" statt, welches fich daS hter feit 64 Jahren bestehende Korps Bremenfia in der Steinhäuser Chaussee erbauen läßt.

Heidelberg, 15. Mai. Der Hauptausschuß für die Errichtung des Scheffel Denkmals in Heidelberg, daS bis zum 10. Juni d. I. aufgestellt lein soll, hat die Absicht, ein Scheffel-Archiv zu errichten und dessen Eröffnung möglichst mit der Denkmalenthüllung zu beginnen. Es fordert auf, eigenhändige Schrift­stücke von Scheffel und andere geeignete Schriften

vor ihm, jetzt geseukeu Blicke», bebend vor Ueberraschuug. .Herr Halliug, ich ich-

Der Gutsherr hatte genug gesehen; er erstickte tapfer ben neuen Gram, ber sei» Inneres durchflutete. Auch hier hatte Nora, die Lügeusaat auSgestrmt, gottlob ober vergeblich.

Arn anderen Tage, ehe Tnrlach abreiste, gab Halliug dem jnngen Brautpaar seiueu väterlichen Segen und tröstete daun unter vier Auge» ben Sieben, ber so unerwartet aus allen seine« Himmeln gestürzt worbe« war. Zwanzig Jahre! da hat ber Schmerz noch keine Dauer, bie Enttäuschung kein ätzendes Gift.

3« das Schloß kam als neuer Gebieter ein ent­fernter Verwandter des Besitzers, während dieser selbst, nachdem das Notwendigste geordnet worden war, die Gegend aus immer verließ, um jeuseitS deS Ozeans ben verlorenen Frieden des Lebens wiederzufiuben.

Tnrlach nnb Rose würben ein glückliches Paar. Von ber, bie mit so kecker Hand in ihr Schicksal etugreif'v wollte, haben sie niemals wieder gehört.

sNachdruck verboten.)

Der Lölve«ban-iger.

Nach einer amerikanischen Novelle von M. Saue.

I.

Trompeten ertönten laut durch die Sttaßen von Middletou. Alle Welt eilte ans Fenster, bie Fuß. gänger hielten neugierig au, kleine Jungen kletterten, auf Lateroenpsähle, Mauern ober onbere hohe Gegen« stäube. Eine prachtvolle Prozession, ein Zirkus, war im Anzuge, ber lange schon erwartet war. Zuerst kam ein golbener Wagen, gezogen von ein paar ifabeBenfarbenen Pferden .mit scharlachroten Decken. Ans dem zu einem hohen Turm geformten Kutschersitz saß eine Frau, welche so herrlich aussah, baß bie kleinen Jungen vor Begeisterung in bie Hände klatschte». Sie hatte ein kleines rührendes Gesicht und große blaue Augen, welche durch sorgfältig ge. malte Schatten besonders glänzend erschiene». Ihr