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1|Tft dnfolgtm feine Gedanken plötzlich eine andere Bahn, 'fr* Sie hatte er sich doch nm in einen Jrrthnm so hinein-

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. Ouartal-Abomiements-Preir bei der Expe- dition 2*/. Mk-, bei allen Postämtern 2 Mk. 50 Pjg. (ejfl Bestellgeld). Jniertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Halling zerknüllte das Blatt, als umklammerten feine Finger die Kehle eines Todfeindes, dann aber

hinein nnd trabte weiter, ohne zn ahnen, welche Der. zweiflnng er hinter sich znrücklteß.

Halling riß die Uhr ans der Tasche. .Zehn! Wie endlos lag vor ihm der Tag, wie unerträglich einsam nnd öde.

Nora! Norat Heute erst hatte er erfahren, wie sehr er sie liebte, wie unentbehrlich fie ihm geworden war.

Aber weshalb regte ihn alles so furchtbar auf? WeShalb hämmerte in den Schläfen das Blut und jagte wild durch alle Aderu? Niemand lebte, der ihm sein Glück rauben konnte, keine Hand war gegen ihn ansgestreckt. Ein toller Spnk nm all dies Fürchten nnd diese Selbstquälereieu, das kam von dem Unglücks, wort, dem Satz, der ihn gestern so erschreckte. .Schwöre mir, daß Dn mich ewig lieben werdest

Da kam wieder die» sonderbare Granen, dies Etwas, das fich nicht bannen ließ. Ach, welch ein Tagt

Er ging fort, nm nicht in b/m engen, kahlen WirtShanSzimmer zn ersticken. Die Meldung bei den Behörden verursachte den gewohnten Aufenthalt; ehe das alles in Ordunng gebracht war, neigte fich der Tag nnd wieder gähnte eine lange schlaflose Nacht dem Wartenden entgegen. WeShalb blieb er eigentlich noch in der Stadt? WaS wollte er hier?

ES war voreilig gewesen, so HalS über Kopf fortzmetten. Morgen mußte uoch eine gerichtliche Formalität ersMt werden, bann konnte er fich nach Hause begeben, jetzt schon fest entschlossen, an die Arbeiter nnd das ganze Fabrikunternehmen über, Haupt nie wieder zn denken. Sein Vermögen war groß genug, um ihm eine unbedingte Freiheit der Eutschlüffe nnd deS Handelns zu gestatt«, er fühlte, welch ein gewaltiger Trost in diesem Bewußtsein verborgen lag.

Am anderen Tage kaufte er einen kostbaren vrillantschmnck. Wie hell die Steine in NoraS schwarzem Haar glänzen würden, wie königlich fie ««sehen mußte, wie schön nnd stolz!

Gegen Abend ritt er nach Hause. ES war schou dunkel, als ihm ans dem Erdgeschoß des Schloff«»

olgenben Festmahl teil. Hierauf erfolgte die Rück reife nach Potsdam. Irgend welcher offizieller Empfang hatte auf der ganzen Reife nicht ftattge*

unden. Der Bundesrat deS deutschen Reiches ;ielt am Donnerstag in Berlin eine Plenarsitzung ob. Da» Arbeiterschutzgesetz, sowie die Zuckersteuervorlage anden nach den Beschlüssen des Reichstages die irinzipielle Zustimmung der Körperschaft. Der Kaiser hat, als ihm die Meldung von der Ab. ttmmuug de» preußischen Herrenhauses über daS Einkommensteuergesetz zuging, sofort an den Finanz Minister Dr. Miquel eine längere Depesche ge­richtet. in der er dem Vernehmen nach demselben wärmste Glückwünsche zur erfolgreichen Erledigung dieses ersten Abschnittes der Steuerreform ausge­sprochen und daran die Hoffnung geknüpft hat, daß dieser Erfolg eine gute Vorbedeutung für die glück­liche Fortführung der Steuerreform in Staat und Gewende sein werde. Der Kaiser hat daS Rück­trittsgesuch deS preußischen Effenbahnministers ge­nehmigt. Ueber den LebenSlauf des Herrn v. May. bach ist folgendes mitzuleilen. Am 29. November 1822 in Werne in Westfalen geboren, studierte Albert Maybach, der katholischen Bekenntniffes ist, die Rechte, trat 1845 in den Justizdienst ein, wurde 1850 GerichtSasseffor beim AppellationSgericht in Hamm, ging aber schon 1854 zur Eisenbahnver­waltung Über, indem er Mitglied der Direktion der Ostbahn wurde. Im folgenden Jahre zur ober- scheffischen Eisenbahndirektton versetzt, wurde er 1857 deren Vorsitzender, um seit Dezember 1858 dem Handelsministerium als vorttagender Rat anzugehören und nach vorübergehender Thätigkeit als Ministerial- kommiffar in Saarbrücken am 1. Oktober 1863 Vorsitzender der Direktion der Ostbahn, vier Jahre später der Direktion in Hannover und nach wieder­holter Beschäftigung im Handelsministerium und zwar als Ministerialdirektor, im August 1874 an die Spitze des ReichSeisenbahnamteS zu treten. Im Februar 1877 wurde er Unterstaatssekretär im Handelsministerium, am 30. März 1878 Handels­minister, am 14. März 1879 Minister der öffent­lichen Arbeiten. Seit Juli desselben Jahres war er zugleich Chef des Reichsamtes für die Verwaltung der Reichs - Eisenbahnen in Elsaß - Lothringen. Er gehörte außerdem dem Staatsrate und seit 1882 als Vertreter deS Wahlkreises Gummersbach - Waldbroel dem preußischen Abgeordnetenhause an. Vom Kaiser Friedrich wurde Herr von Maybach mit dem Schwarzen Adlerorden ausgezeichnet und damit in den Adelstand erhoben. Seine Verdienste um

Marburg, Sonnabend, 16. Mai 1891

Reich.

Berlin, 15. Mai. Kaiser Wilhelm ist am Donnerstag Vormittag au» Potsdam in Hannover eingetroffen. Der Monarch besichtigte in der Bahrein walder Haide deS Königs - Ulanen, Regiment und kehrte an der Spitze der Standarteneskadron zur Stadt zurück. Hieran schloß fich eine Parade der Garnison. Mittags wohnte der Kaiser der Ver­mählung deS Oberstleutnants von Bülow in der DreisaltigkeitSkirche bei und nahm auch an dem

die Eisenbahnreform sind unbestritten. Aus Düsseldorf wird geschrieben, daz eine Mit­teilung derftöln. Bolksztg.", dem Kaiser sei bei seinem dortigen Besuche im Auftrage der Groß­industriellen deS Rheinlandes ein Gedicht überreicht worden, welches den Wunsch auSspricht, der Herrscher möge den Fürsten Bismarck wieder an die Spitze der Regierung berufen, unbegründet ist. E» ist aber ein solches Gedicht kürzlich erschienen, der Kaiser hat es wohl gelesen und daran seine bekannten Worte angeknüpft. Ein charakteristisches Wort wird Kaiser Wilhelm zugeschrieben. Der Monarch äußerte im Privatgefpräche, er wisse sehr wohl, daß manche Kreise sich zurückgesetzt glaubten und nicht mit allen Maßnahmen der Regierung zu- frieben seien. Dann fuhr er fort:Ich bin gern bereit, alle Klagen zu prüfen, aber ich kann mich nicht mit solchen befassen, die nur au» Egoismus erhoben werden. Ich stehe über allen Parteien und will, daß meine Regierung alle Fragen von einem höheren Standpunkt erwägt." Die Verhütung einer Getreideteuerung ist Gegenstand eines Antrages, welchen Gras Udo Stolberg unterstützt von 17 Edelleuten und 3 Bürgerlichen soeben im Herrenhause eingebracht hat. Der Antrag lautet: »DaS Herrenhaus wolle beschließen: die König!. Staatsregierung zu ersuchen,in Erwägung zu ziehen, ob sich zur Verhütung einer möglichen Ge- treibeieutrung eine vorübergehende Herabsetzung der Eisenbahn-Gütertarife für Getreide und Mehl em­pfiehlt." (Motive: Da die Landwirte fich zur Zeit nicht mehr int Besitze nennenswerter Getreibevorräte befinben, so liegt die Gefahr vor, daß durch Börsen- fpekulationen der GetreidepreiS bis zur nächsten Ernte unnatürlich in die Höhe getriebeit wird. Die königliche StaatSregierung wird daher ersucht, zu erwägen, ob es angezeigt erscheint, einer solchen Spekulation durch eine vorübergehende Herabsetzung der Eisenbahn-Getreidelarife entgegenzutreten.)" Der Gouverneur von Kamerun ist beauftragt worden, für die Pallotiner an den Jdia - Fällen, bei denen ihre Niederlassungen liegen, eine be­festigte Station zum Schutze der Mission anzulegen. Der deutsche Afrikateisende Karl Lohse, der seit einer Reihe von Jahren für die Reichesche Tier- Handlung in Alfeld in Hannover thätig war, ist, nach derKöln. Ztg." in der unter italienischer Verwaltung stehenden Stadt Maffauah am Roten Meere ermordet. Tie Gesamtzahl der Altersrenten, welche in den ersten 4 Monaten nach dem Inkrafttreten des Jnvaliditäts- und Alters«

(Nachdruck verboten.)

Schiffbruch im Hake«.

Novelle von W. Höffer.

(Fortsetzung statt Schluß.)

ES hämmerte hinter ) einen Schläfen, der Kopf hat ihm weh zum Zerspringen. Daß er zum Amt stheu und die Meldung macheu mußte, war schon fast krgeffen.

Da kam ein Rettkuecht vom Gate und hielt vor bem Gasthause. Ob ihm der Manu einen Brief brachte?

Atemlose Ungeduld erfüllte den GutSherru. ES Wen eine Ewigkeit, bis der Kelluer kam uud ein schreiben abgab ach, von dem Verwatter.

deutsche Kaiser nicht, der Reichstag nicht. Wir werden später sehen, wa» notwendig ist, und dieser Notwendigkeit wtrd ganz gewiß Rechnung getragen werden.

Wir können daS Jahr ein ruhiges nennen! Wir dürfen unS aber auch nicht darüber Hinwegtäuschen, daß viele Elemente in ihrer Haltung nicht bem eigenen Willen folgen, sondern einer Zwangslage eigen, die sich aus den obwaltenden Berhältniflen jerauSgebildet hat. Wir können auch überzeugt sein, daß auf dies ruhige Jahr ein sehr unruhige» folgen wird, wenn nur die kommenden Zustände den Be­strebungen günstig sind, welche alle ftiedliche Ent­wicklung bürgerlicher Freiheit und bürgerlichen Wohl­standes mit scheelen Augen betrachten. Einzelne Zwischenfälle in der allerletzten Zeit haben nur zu deutlich gezeigt, daß die gegenwärtige Ruhe eine Ruhe vor dem Sturm fein wftd, wenn daS deutsche Volk sich von dieser äußeren Ruhe gefangen nehmen und in den Schlaf der Trägheit einlullen läßt. Wir wollen und müssen Ruhe und Ordnung im Laude und im Reiche haben, -denn nicht Jeder kann kommandieren, wenn das Ganze gedeihen soll, aber nie darf die Ruhe wieder die Teilnahwlofigkeit er­zeugen, die unfähig macht zu allem Großen. Das deutsche Bürgertum ist nicht ohne Schuld, wenn sich staatsfeindliche Unternehmungen so entwickelt haben, wie wir e» leider gesehen; voran im Kampfe für da» Reich, voran in der Arbeit für das allgemeine Wohl, unverdroffen auf der Wacht und am wach samsten bann, wenn auch ber Gegner zu schlafen scheint! Daran wollen wir gerade angesichts des Pfingstfeste», angesichts der ihm folgenden stillen Wochen denken, damit wir späterhin nicht überrumpelt werben. Es ist ein altes Wort, daS da lautet: Die Deutschen können Alle», wenn fie einig und treu sind!" Einig müffen Alle sein im bürgerlichen Kampfe, treu ihrer Pflicht. Da» mag ein stilles Gelöbnis sein, am herzerfreuenden schönen Pfingstfest, das wir erhalten un» wollen gleich rein, gleich schön.

Zum Vfmgfffest.

Mit dem Pfingstfest beginnt gemeinhin eine gtie Paule der Ruhe, in welcher die heiße Jahre» it ihre Rechte geltend, in welcher erleichterte istenzbebingungen manches stürmilche und heftige zurückhalttn, da» in ungünstigeren Monaten

Jahres leicht zu fallen pflegt. Aber diele Zeit Ruhe ist keine Zeit des Stillstandes, fleißig den die Hände im emsigen Schaffen der täglichen beit gerührt, die den Nationalwohlstanb mehrt, ii persönlichen Verhältnisse jedes einzelnen Bürgers «kt und indirekt verbessern Hilst. Wir treten in

die Lampen hinter ben verhüllten Scheiben entgegen» schimmerten. Jetzt nur uoch Miuuteu, dauu würde er die Geliebte sehen, ihre Sttmme höre«, vielleicht einen Druck ber Haub, einen Kuß von ihren Lippen erhalten.

Aber er wollte fie überraschen. ES ist so süß, da» nnverhoffte Glück, eS ist doppelt selig, das Wiedersehen ohne vorherige Meldung.

Die Fabrikgebäude erhielten keinen Blick. Halling ritt daS Pferd bts zu den Ställen und dann ging er durch den Garten bis zur Hinterthür des Schlosses. Aus diesem Wege konnte er nnbemettt tu das Wohn­zimmer gelangen.

Ein Griff in die Brnsttasche überzeugte ihn, baß fich daS Etui mit dem Schmuck an seiner Stelle be> fand, daun ging er leisen Schrittes im Dunkel weiter und kam bis an eine dichte Laube von Raukgewächfeu, die ihr junges Grün über das Holzgestell spannten. Plötzlich blieb er lauschend stehen. War eS nicht, als tönten drinnen halblaute Stimmen?

Vielleicht ein Liebespärchen, das hier seine zärt­lichen Beteuerungen austauschte. Holling lächelte; er war im Begriff, vorüberzugeheu, als ihn der Klang einer männlichen Sttmme wieder anfhorchen ließ. Der da sprach, war kein anderer als der Ingenieur.

.Es ist unmöglich", hörte er ihn sagen. .In Ewigkeit unmöglich."

Das klang nicht wie LtebeSgeflüster. Halling empfand ein unbestimmtes Erschrecken, etwas, das ihm die Brust beklemmte; er horchte wieder.

Und daun hatte er Mühe, einen Ausruf des äußersten Erstaunens zu unterdrücken. ES war Nora, die jetzt dem Jugeuiem antwortete.

»Wenn Du mich anhören wolltest, Ernst!"

Halling glaubte zu ttäumeu. .Du? Du?" Nora nannte ben fremden Manu ,Du" ? Sie mußte ihu also schon früher gekannt haben.

,68 ist unnötig", beharrte der Ingenieur, .völlig unnötig, Nora, beim ich lernte alle Einzelheiten Deiner Geschichte, ich weiß, daß auf Deiner Franenehre kein Makel lastet, aber"

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatter, lowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Taffet, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXVI. Habraana. Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; S. L.

Daube u. To. in Frankfurt a M., Berlin, Hannover, Paris.

,O, Ernst, Ernst!" ries fie im auSbrecheudeu Ent­zücken. .Dies Wort von Deinen Lippen, welch eine Seligkeit! Und Dn nennst mich mtt dem verttaulichen Du? Dn willst mir Gehör geben und

Er schüttelte den Kops. .Nein, Nora, nein, miß­verstehe mich nm deS Himmels willen nicht. ES giebt Dinge, die nur ein Schurke verzeihen könnte und dazu gehört das, was Du mir gethan. Unsere Wege haben fich damals für immer getrennt, aber wir können trotzdem versöhnlich scheiden, wir können Freunde bleiben, Nora!"

Sie weinte bitterlich. .Freunde, Ernst? O Über da», arme, kalte Wort! Ich lüge nicht, wenn ich Dir schwöre: Dich allein habe ich jemals geliebt, Dich allein Hebe ich noch heute. Und Dn bietest mir Deine Freundschaft?

.Weil ich anderes nicht zu geben habe", versetzte er ruhigen TontS. .Für Deine Zukunft hege ich aber auch keine Befürchtungen, Nora. Ich müßte mich sehr täuschen, wenn nicht Herr Halling im Begriff steht, Dir sein Herz und seine Hand anznbieteu. Sr Hebt Dich wahrhaft und er ist ein Ehrenmann, au dessen Seite Du glücklich »erben wirst, Nora."

Er sah nicht den Purpur der Beschämung, in dem ihre Wangen erglfiten. Sie schlug beide Hände vor das Gesicht. .Halling?" schluchzte fie, .Halling? WaS gilt mir der fremde Mann? Du bist eS, den ich Hebe, Ernst, den ich liebte, so wett meine Erinnerung znrück- reicht, dem btS an das Ende einzig meine Seele gehöre» wird."

In diesem Augenblick, bet ben Worten, die ih« wie ein Todesurteil klangen, bewegte fich der Guts» befitzer vielleicht unwillkürlich mtt weniger Vorficht; es entstand ein leichtes Geräusch und erschreckend ftchr Nora ans. Ihre an da» Dunkel gewöhnten Augen erkannten unschwer die hohe Gestatt deS Draußen- stehenden, mit einem halberstickteu Aufschrei eilte fie davon, bem Schlöffe zu. Seiner ber beiden Männer versuchte eS, fie zurückzuhatten.

(Schluß folgt.)

fern Jahre in diese ruhigere Zeit in besonders ^ersichtlicher Stimmung rin; wenn wir auf die ^offenen Monate bis zum Anfang di seS Jahre» uiiückfchauen, wenn wir unS ins Gedächtnis zmück- «fen, daß in ihr wohl manche Meinurgsverfchieden, -r«kfi> hch bestand, aber nie ein wirklich scharfer Konflikt m wq ifertorgerufen wurde, und wenn wir mit dieser er Whigen Entwickelung die harten wirtschaftlich n Störungen vergleichen, die in d n letzten Jahren Wiederholt eintraten, dann haben wir allen Anlaß H JahreS ersten Teil bis zum Pfingstfest al» zSnstig verlaufen zu bezeichnen. Es ist allerdings «loche Frage ungelöst geblieben, manches schwierige Ttt uirtschaftliche uud gewerbliche Problem ist bi» zum 2E rbst vertagt worden. Dem deutschen Stamme ist einmal da» leicht- Blut anderer Nattonen ver-

t, die fich um ferne Dinge keine Sorge machen, dein sich nur um das Heute bekümmern, aber ir haben auch wirklich keinen Anlaß, uns allerlei ben Gedanken hinzugeben. Im ersten Teil diese» hres ist von keiner politischen Partei und von em politischen Manne der Himmel zu stürmen ernommen worden, und in Zukunft wird das hl ganz genau ebenso bleiben. Der Reich-Wagen seit mehr als zwanzig Jahren seines Weges ge- ren, bisher nie au» dem Geleise geraten, und in nft wird cs auch nicht anders werden. Es hat ltteffenderweise manche Unsicherheit im deutschen !m ieiche bestanden als die nun vertagte ReichStags- S session ihren Anfang nahm. Jetzt ist die Session n Ende, und waS ist geschehen? Manche« neue ift beschlossen, das sich noch bewähren soll, aber an ber Grundlage deS Reiches, und darauf kommt es doch an, hat kein Mensch gerührt. So wollen wir denn mit gutem Zutrauen in die kommenden Tage hauen, in der Sommerzeit, die auf Pfingsten folgt, md sich zweifellos manche» klären. Gegen den Btrom kann niemand, das deutsche Reich nicht, der

RcchM Mitng.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonntagsblatt. Expedition: Martt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Äug. Koch.

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leben können l Nora würde ja doch durch deu Reitknecht keinen Brief schicken, fie war vielmehr selbst bis zum Postkasten am DorswtttShauS gegangen und hatte taS Schreiben dort anfflegeben. Halling lächelte. --- ^Natürlich würde ihm der Postbote ben Brief bringen. bef$»K Hch nnn begann das Warten wieder von neuem. - .«Der sonst so ruhige Manu war in eine Aufregung tut t' Uneingeraten, die ihm kaum uoch eia klares Denken 'S'1 «klaubte; als die Uniform deS Briefträger» zwischen oh gd 'den Häusern auftauchte, da bezwaug er fich mtt Mühe, Vn nicht daS Fenster zu öffnen uud deuMauu herbei- Musen. Er beobachtete deu gemächlich ttotteude« von Dhür zu Thür bis an die deS Hotels. Dicht vor dieser, sprach der Mann noch mit einem ihm Begegnen- »eu, ewig, ewig lange, wie eS dem Gutsbesitzer schien. _ täten Brief Hütt ber Unselige dabei zwischen den Latett Fi,geru und spielte mit diesem kostbaren Gegenstände ungo* Uf alle nur mögliche Weise, bi» endlich bie Unter­redung abgebrochen wurde uud uuu der StephanSbote feinen Weg fortsetzte, vorüber an ber Thür beS Hotel».

Ja, vorüber, ben Brief reichte er in einen Laden